Ausgabe 
25.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus der provinzialhaupistadt.

MiffionSfest der Luther-Gemeinde.

Die Luther-Gemeinde hatte für den Sonntag zu einem Missionsfest einaeladen. Am Vormittag fand in der ftapelle des Alten Friedhofes ein Gottes­dienst statt, der seine besondere Note durch die Predigt des Missionars G e r h o l d oon der Leip­ziger Mission erhielt.

Der Nachmittag vereinigte im idyllischen Wald­theater an der Sicher Straße bei prächtigstem Som- merwetter eine stattliche Gemeinde. Der Posaunen- Chor leitete die Veranstaltung mit einem Choral ein, der Chor der Luthergemeinde verschonte die Feier mit einigen Lieddarbietungen unter der Lei­tung oon Pfarrer Lenz und bereitete damit den Zuhörern große Freude. Pfarrer Becker hielt eine kurze einleitende Ansprache. Er erinnerte zu- nächst an die manchmal gehörte Fragestellung, ob die Heidenmission für unser Volk ein Luxus fei, be­tonte demgegenüber aber, daß die Heidenmission weniger eine Geldfrage, denn eine Frage des Her­zens und des Gewissens sei. Das Her^ müsse warm werden, das Gewissen müsse geschärft werden für die Heidenmission, zu der Jesus aufgefordert habe. Diese Verpflichtung oon Christus her dürfe nicht vergessen werden. Die Mission müsse vollendet wer­den im Sinne Jesus Christus und Gott werde Hel­fer fein bei dieser Arbeit.

Sodann sprach Missionar Gerhold über We­sen und Art der Mission. Der Missionar stehe, so führte er u. a. aus, einer Welt von Grimm und Haß gegenüber. Der Schwarze, der Farbige lehne sich gegen den Weißen auf, nachdem er immer wie­der erleben mußte, daß ihm der Weiße seine Rechte auf Land und Besitz, auf die Erträgnisse seines hei­matlichen Bodens genommen habe. Die ganze far­bige Menschheit stehe heute mehr oder weniger im Haß gegen die weiße Rasse. Für die weiße Rasse dürfe die'Gefahr des Bolschewismus gegenwärtig wohl als abgewandt betrachtet werden, die drohe aber in neuer Form, über die farbigen Völker hin- weg, aufs neue. Asien habe einen Völkerbund für sich gegründet und immer' lauter werde der Rus Asien den Asiaten!" Des Mahatmas Ghandis Be- wegung müsse als ein Flammenzeichen betrachtet werden. Indien wolle unabhängig von England fein, Indien boykottiere englische Waren und durch alle farbigen Völker gehe der Wille nur noch vom Farbigen zu kaufen, nur noch eigenes Erzeugnis zu verwenden. Das bedeute eine große wirtschaft­liche Gefahr für das Abendland, besonders für Eng­land und für Amerika. In seinen weiteren Ausfüh- runaen schilderte der Redner feine Arbeit zunächst in Afrika, am Fuß des Kilimandscharo und wies dabei auf die Gefahr hin, die vom Islam he» dem Christentum und damit gleichzeitig der abendländi- fchen Welt drohe. Ziel des Islams sei, ganz Asien und Afrika unter der grünen Fahne des Propheten zu vereinigen. Wenn das gelungen fei, dann wolle man den Kampf gegen Europa aufnehmen. Gegen diese Gefahr müsse ein Damm gebaut werden und dieser Damm könne nur das Christentum sein, denn es habe sich bisher erwiesen, daß die Christen in Afrika und Asien der Sache des Herren die Treue gehalten haben. Der deutsche Missionar aber fei überall beliebt und überall erwartet. Leider fei die Betreuung oft riesiger Gebiete in Asien und Afrika nur noch in Händen weniger deutscher Missionare, Stationsgehilfen und Schwestern. Hier gelte es weiter zu arbeiten, um das Christentum zu erhal-

len und weiter auszubreiten. Schließlich erzählte der Redner von seinen mannigfachen Erlebnissen, aus Afrika und Indien und gab damit den Zu- Hörern einen Einblick in die großen Schwierigkeiten der Heidenmission. Nach weiteren gemeinsam ge­sungenen Liedern, nach Liedoorträgen des Posau­nenchores und des Lutherchores wurde die har­monisch verlaufene Veranstaltung mit einem ein­drucksvollen Schlußwort, mit Gebet und Segen von Pfarrer Lenz geschlossen. Die Kollekte war für die Leipziger Mission bestimmt.

Oie Schankerlaubnisse in Hessen.

Die hessische Staatspressestelle teilt mit: Auf An­regung des Reichseinheitsoerbandes des deutschen Gaslstattengewerbes E. V, Gau Hessen, sind die Bürgermeistereien erneut daraus hingewiesen wor­den. daß nach § 8 Abf. 1 des Gaststättengesetzes ortsansässige Inhaber einer Erlaubnis zum Betrieb einer Gast- oder Schankwirtschast in der Regel vor anderen zu berücksichtigen sind, wenn bei einem vor­übergehenden Bedürfnis um Erlaubnis zum vor­übergehenden Betrieb einer Schankwirtschaft nach- gesucht wird, wie dies häufig bei Festlichkeiten im Freien der Fall ist.

!t*ornoti,ien.

Tageskalender für Dienstag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Fräulein falsch ver­bunden!"

Sie Hundstage. 21m Sonntag. 23. Juli, haben die Hundstage ihren Anfang genommen. Sie sollen die heißesten Tage des ganzen Som­mers fein. Schön bei den alten Griechen galten sie als der Höhepunkt sommerlicher Hitze. Es waren auch die Griechen, die die Hitze, die mit dem Frühaufgang des Hundsternes beginnt, nach diesem SternHundstage" nannten. Dieser Stern scheint in der Vorstellung der Alten ein ganz gefährlicher Geselle gewesen zu sein, denn er ver> ehrte ihrer Meinung nach die große Hitze der Sonne. Die alten Aegypter verehrten den großen Hundstern" als Sc-gcnspender, denn er war gewissermaßen das Zeichen, daß sich der Nil über die Ufer hob und das Land mit dem fruchtbringenden Naß überschüttete. Aber sonst brachten die Hundstage dem Menschen und dem Vieh, insbesondere den Hunden, kaum Freude, sondern nur Trübsal. Die Bauernregel ist: Hundstage hell und klar, zeigen an ein gutes Jahr", oderHundstage hell und heiß, so bangts im Winter jeder Geiß". Nach altem Volksaber­glauben toll man in den Hundstagen nicht baden, sonst bekommt manHundsblattern".

** D i e Hessische Notarskammer. Vei der Neuwahl der Hessischen Notarskammer sind gewählt worden als Vorsitzender Notar Klein­schmidt in Darmstadt, als Mitglieder die No­tare Schott und Obenauer in Pfedders­heim, Zwilling in Osthofen, Dr. K i r st e i n in Mainz, Bergmann in Groß-Gerau und Dr. Spohr in Gießen.

** Der Blumenschmuck - Wettbewerb in Gießen. Der Derkehrsoerein teilt uns mit, daß die Kommission für die Bewertung der ange- man aus keinem offenen Wasser trinken. Beide Weisungen enthalten jedoch insofern ein Körn­chen Wahrheit, als Baden und Trinken bei gro­ßer Körpererhihung schädlich sind.

9er DSV. in der Deutschen Arbeitsfront.

1. Mitgliederversammlung der vereinigten Angestellten in Gießen.

Der D e u t s ch e Handlungsgehilfen- Verband, Ortsgruppe Gießen, in dem die männ­lichen Angestellten der bisherigen Angestellten-Der- dände in unserer Stadt vereinigt sind, hielt am Samstag im Saale des Cafä Leib seine erste Mit­gliederversammlung nach der Bereinigung ab. Die Versammlung war gut besucht. Ein flotter Marsch, von der Musikergilde des DHV. wiedergegeben, lei­tete den Abend ein. Ein Vorspruch ging sodann der Begrüßungsansprache des 1. Vertrauensmannes der Ortsgruppe Gießen des DHV., Otto Schwarz, voraus. Der Redner wies zunächst auf den Wandel in unserem Staatsleben hin. Die NSDAP, habe Ordnung geschaffen. Man müße sich hinsichtlich der deutschen Angestelltenschaft dessen erinnern, daß die deutsche Angestelltenschaft durch nicht weniger denn 130 Verbände auseinanderorganisiert gewesen sei.

Die deutsche Angestelltenschaft sei jetzt zusarn- mengeschlossen zur Nationalsozialistischen An­gestelltenschaft (NSA.). Sie fei die einzige an­erkannte Organisation, in bet aber von den ehemals 130 Berufsoerbänden nur noch 9 bestünden.

Denn Deutschen Handlungsgehilfen-Derband gehör- ten jetzt alle männlichen Angestellten an. Die Mit­gliedschaft habe mit dem 1. Juli begonnen. Diese Zusammenfassung sei ein großer Erfolg der natio­nalsozialistischen Revolution. In Gießen seien in der letzten Zeit viele der Organisation beigetreten. Wer sich aber nicht einreihen wolle, müsse damit rechnen, daß auch kein Arbeitsplatz mehr für ihn vorhanden sein werde. Jeder müsse zur Mit­arbeit bereit fein.

Innerhalb der Ortsgruppe bestünden viele Glie­derungen, die manchem Mitglied noch nicht bekannt seien. Besondere Aufmerksamkeit verwende man auf Arbeitsgemeinschaften und Fach­schaften für die berufliche Fortbildung und eine llebungsfirma verhelfe den jüngeren Mitglie­dern zu einem tieferen Einblick in die gesamten kaufmännischen Vorgänge innerhalb eines Betrie­bes. Der Männerchor im DHV. pflege das deutsche Lied, die Musikergilde, die gute deutsche Musik, die Turnergilde stehe im Dienste der körperlichen Er­tüchtigung, die Lichtbildnergilde wolle die gute Photographie fördern.

Sodann wies der Redner darauf hin, daß ihn der Führer des Bezirks Main-Wefer im DHV. mit der

Bildung des Vorstandes der Ortsgruppe beauftragt habe. Der gsschäftsführende Vorstand setze sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Ver­trauensmann Otto Schwarz, stellvertretender Vertrauensmann Heinrich Barsch, Rechner Ernst Ramhorst, Schriftführer Ludwig Zecher. Als Obmann für das allgemeine Bildungswesen seien Karl Christ, für die Berufsbildung Wilhelm G e s e k u s, für die llebungsfirma Singel, für die Turnergilde Mohaupt bestellt. In seinen weiteren Ausführungen teilte der Redner mit, daß am zweiten Sonntag im August eine Abschieds­feier für den Kollegen Schröder, den bisheri­gen Kreisgeschäftsführer, stattfinden solle, der in die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront nach

Frankfurt berufen worden fei. Nach kurzen Refe­raten über den Mänerchor, die Lichtbildnergilde über die llebungsfirma und die Deutsche Haus- bücherei, nach der Verlesung eines Berichtes über die Teilnahme oon August W i n n i g an dem Kongreß der Gewerkschaften in Paris im Jahre 1914 und nach einer kurzen Pause sprach der Hauptredner des Abends, der

KreiSgeschästSführer Brasch

über das Thema:Der DHV. in der Deutschen Arbeitsfront".

Er führte u. a. aus: Mit gewaltigen Hammer­schlägen sei in dieser Woche an der Zukunft des deutschen Volkes geschmiedet worden. Die egoisti­sche Parteipolitik habe ein Ende gefunden. Der Gründung neuer Parteien fei ein Riegel vorgescho­ben. Die einheitliche Führung fei gewährleistet. Die Arbeitsbeschaffung sei trefflich in die Hand genom­men worden. Die bisher erzielten Erfolge seien das Ergebnis einer systematischen Arbeit. Der Aufbau im deutschen Familienleben werde bewußt geför­dert.

Das Volk glaube nun im vertrauen auf den obersten Führer Adolf Hitler an die in Ihm ruhenden Kräfte.

In den vergangenen 14 Jahren sei viel Bismarck- sches Erbe oerfchleudert worden. Der Nationalso- zialisrnus bringe das deutsche Volk nun wieder zu Ehren. Eine echte Revolution gründe sich stets auf die Einsatzbereitschaft des gesamten Volkes. Alles stehe hinter dem Führer. Gewaltiges fei schon ge­leistet worden, aber auch für die fernere Zukunft müsse sich jeder in den Dienst der Sache stellen. Adolf Hitler habe auf Grund seines bisherigen Lebens und Kampfes allen Anspruch auf das Ver­trauen des deutschen Volkes. Die nationalsozialisti­sche Revolution habe besonders in das deutsche Ar- beitsieben eingegriffen. Die deutsche Arbeiterschaft sei jahrelang in einer Irrlehre befangen gewesen, im Marxismus. Der Sozialdemokratie fei es in Wirklichkeit nicht darauf angekommen, das Wohl des Arbeiters zu erstreben.

Der Nationalsozialismus habe deshalb den schädlichen Einfluß des Marxismus ausschalten müssen, denn die Führer der Marxisten, ihre geistigen Väter und Förderer seien falsche

Propheten gewesen.

Ein Teil der deutschen Arbeiterschaft habe leider den falschen Propheten geglaubt Der Klassenkampf, der die Gegensätze stets nur vertieft habe, mußte ausgerottet werden. Die Deutsche Arbeitsfront schließe nun Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einer Gemeinschaft zusammen. Der deutsche Unter­nehmer werde allerdings nicht glauben dürfen, daß er wieder die absolute Herrschaft über den deutschen Arbeiter gewinnen könne. Der Arbeit gehöre höchste Ehre und sie müsse die erste Rolle im Staate spie­len. Die Deutsche Arbeitsfront stelle gleichberechtigt den Arbeiter, den Angestellten und den Unterneh­mer nebeneinander. Der NS.-Staat habe zu diesem Zweck jede marxistische Tendenz ausschalten müssen. Der Nationalsozialismus habe auch in der Arbeit­

geberschaft alles Morsche abzustoßen und müsse das Gute in der Wirtschaft fördern. Die Berufsstände würden am Neuaufbau energisch mitzuarbeiten haben.

Selbftoerantroottang fei das bestimmende Prinzip aller Arbeit.

Aus der Selbstverwaltung erwüchsen große Auf­gaben und sie bringe neben manchen Rechten viele Pflichten. Der Arbeiter in der Deutschen Arbeits­front werde nicht mehr Ausgebeuteter sein, sondern gleichberechtigter Volksgenosse. Den Pflichten dürfe sich niemand entziehen. Richtungskämpfe innerhalb der deutschen Arbeit gebe es in Zukunft nicht mehr. Es gebe nur noch einen Willen und zwar nur den des Nationalsozialismus. Das ganze Volk müsse zum Nationalsozialismus erzogen wer­den. Die NsA. werde in wesentlichen Fragen der Aufbauarbeit des Staates und der Wirtschaft mit­zuwirken haben. Der Fremdrassige werde der NSA. allerdings nicht angehören können. Die Auf­gaben der Zukunft erforderten äußerste Pflichter­füllung. Die Leistungen in der Wirtschaft müßten die hochwertigsten sein. Leider fei in der letzten Zeit völkische Pflicht von manchem Kaufmann ver-

nochlässsgt worden. Manche Auslandsware höiik nichi verkauft, mancher Schund nicht hergestellt werden dürfen.

Die völkische Pflichterfüllung vom Berufe her dürfe für die Zukunft nicht versäumt werden.

Das neue Deutschland müsse den Arbeiter ofs Kämpfer sehen. Die Arbeit müsse getragen fein vom Glauben an Deutschlands Zukunft. (Lebhafter Bei­fall!) Gemeinsam wurde sodann der erste Vers bet Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Zum Schluß sprach der bisherige Kreisgeschästs» führer Schröder über den ständischen Aufbau und beschäftigte sich besonders mit der Organisation der Deutschen Arbeitsfront. Die Erziehung der Mit- gliebcr der Deutschen Arbeitsfront zu Nationalso­zialisten sei die notwendige Voraussetzung für das Gelingen aller Pläne. Auch der Arbeitgeber könne und müsse Nationalsozialist sein und sich freudig in den Dienst der Sache stellen. Wenn jeder Arbeitneh­mer und jeder Arbeitgeber Nationalsozialist sei, dann sei die Zukunft Deutschlands gesichert.

Mit dem ersten Vers des Deutschlandliedes und einem dreifachenSieg-Heil!" aus den Führer Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen.

Sie biologische Erneuerung des deutschen Volkes.

Don Or. Phil, et meb. Lothar Gottlieb Tirala, Ärünn.

Aus dem Iuliheft der ZeitschriftVolk und Nasse". Illustrierte Monatsschrift für deutsches Volkstum Rassenkunde Rassenpflege. 3. F. Lehmanns Verlag München 2 SW. Preis vierteljährlich 2 Mk. Die politische Rettung des deutschen Volkes im Reiche ist geglückt, die biologische Rettung ist noch nicht einmal begonnen worden. Lassen wir uns durch die wunderbaren Erfolge der NSDAP, nicht darüber täuschen, daß wir biologisch ein sterbendes Volk sind. Der Rückgang der Ge­burten als solcher ist eine Erscheinung der Zivi­lisation und es ist selbstverständlich, daß es nie­mandem von uns einfallen wird, den heute lebenden Frauen in der Stadt 16 ober 18 Ge­burten als Norm zuzumuten. Genau so wenig aber darf man gestatten, daß unsere Frauen, und gerade die der wertvollen, kulturbildenden

lich, daß gerade jetzt durch die gesteigerte Hygiene das durchschnittliche Lebensalter um 20 Jahre länger geworden ist (früher 40, jetzt 60 Jahre), während nach etwa 10 Jahren derzeit fortpflan­zungsfähige Schichten dann erst in ihrer ganzen Geburtenarmut dastehen werden, wenn die heute 60-, 70- und 80jährigen Menschen ausgeschieden sind. 3n einem Volke, dessen biologischer Ausbau richtig und naturgemäß ist, kann man diesen Al­tersaufbau durch eine Pyramide darstellen, welche eine quadratische Basis hat und je nach dem durchschnittlichen Alter der Bevölkerung in eine Spitze ausläuft, deren Höhe dem höchsten erreich­baren Lebensalter entspricht. Die Seitenflächen dieser Pyramide können also unter einem größe­ren oder geringeren Winkel zur Basis geneigt sein, sind aber immer eine gerade Fläche. Die Pyramide unseres Volkes ist aber so geftaltet.

Entweder- Oder

Wachsendes^ Volk 1910 über65 J Jxö Greise '

15-45

6-15 JfiEXSXl Tugend

bis 6 JfMtäaia ggCTCTak Kinder

Männlich 7 *30 000 Kinder Weiblich

Absterbendes

Greise

Altereteute

Kriegs Verluste

Erwachsene

Geburten-

Jugend " Kinder'

Männlich 780 000 Kinder Weiblich

Maar? J

Männlich 7070000 Kinder Weiblich

Geburten* Ausfall ' 1)1*'18

Schrumpfendes Voik^M

ße vö/kerungs-Aufbau Deutschlands

Schicht, sich selbst auf den Aussterbestand setzen, indem sie in ihren Ehen entweder gar keine Kinder gebären oder höchstens ein bis zwei Kinder in die Welt setzen. Wenn man noch immer darauf hinweist, daß wir einen kleinen Lieber schuh der Geborenen über die Verstorbenen haben, rund 180 000 bis 200 000, so ist dieser Geburtenüber­schuß nicht etwa gleichmäßig auf alle Stände unseres Volkes verteilt, sondern 80 Prozent da­von stellen die Kinder der geistig Minderwerti­gen, Kranken, Gewohnheitsverbrecher und unge­lernten Hilfsarbeiter dar. Das Anglück ist eigent­lich viel größer, als es nach den Zahlen er­scheinen kann, da die Statistiker lediglich die An­zahl der Geburten angeben, aber nicht die An­zahl der erbgesunden und wertvollen Geburten. Solange unser Volk von der marxistischen Irr­lehre ausging, daß Mensch gleich Mensch, Geburt gleich Geburt wäre, schien es ziemlich gleichgültig, aus welchen Schichten des Volkes die neugebore­nen Bürger stammten. Nun wissen wir aber, daß die kulturbildenden Schichten auch die sozial höherstehenden Schichten sind. Selbstverständlich werden auch in den sozial tieferstehenden Schich­ten des Volkes immer wieder wertvolle und wert­vollste Menschen geboren, aber die verhältnis­mäßige Anzahl derselben ist viel zu gering, um auch nur die Erhaltung und Bewahrung unserer derzeitigen kulturellen und zivilisatorischen Höhe zu gewährleisten. Wir begrüßen mit Freuden je­den kulturell wertvollen Volksgenossen in jeder Schicht, aber wir dürfen die Augen vor der Tatsache nicht verschließen, daß die Insassen der Hilfsschulen und der Schwachsinnigenheime zu 80 Prozent oder noch mehr aus den sozial nie­deren Stufen und aus asozialen Kreisen der Ge­wohnheitsverbrecher stammen. Führen wir die Unfruchtbarmachung der erblich Minderwertigen durch, so müssen wir uns darüber klar sein, daß wir mit einem Schlage einen Ausfall von sehr viel Geburten haben werden, so daß dann auch den Zweiflern und Besserwissern der von uns Rassenhygienikern längst erkannte biologische Nie­dergang unseres Volkes offenbar werden wird. Dann wird eben plötzlich auch der kleine Ge­burtenüberschuß aushören und der Schrumpfungs­vorgang in unserem Volke deutlich werden. Jetzt ist er ja noch immer, leider Gottes muß man fast sagen, für die Allgemeinheit getarnt und nur wenigen kommt in voller Schrecklichkeit der bio­logische Niedergang unseres Volkes zum Bewußt­sein. Die Statistiker haben ja längst nachgewiesen, daß auch der derzeitige Geburtenüberschuß nur ein scheinbarer ist, weil unser Volk einen bio­logisch unnatürlichen Aufbau zeigt, dadurch näm-

dah die Basis bereits schmäler ist als ein parallel zur Basis gelegter Schnitt, das heißt die breiteste Fläche dieses geometrischen Körpers ist nicht mehr die Grundfläche, diese Pyramide hat daher keine nomale Basis mehr, sondern die Grundfläche ist angenagt. Mit anderen Worten: die Fortdauer unseres Volkes selbst ist in Frage gestellt.

Da handelt es sich gewiß nicht um eine natio­nalistische Hetze, um möglichst viel Kanonenfutter für künftige Kriege zu erzielen, wie es uns unsere politischen Gegner immer andichteten, sondern um Sie Lebensfrage der Nation. Gerade die Schaffung und Erhaltung der wahren Humanität, der Bildung, der Künste, kurz der Kultur ist durch diesen unnatürlichen Altersaufbau, diesen Schrumpfungsprozeß an der Basis, durch dieses Absterben der Wurzeln, um ein anderes Bild zu gebrauchen, auf das allerschwerste gefährdet. Wer daher gerade die Künste des Friedens, der Kultur liebt, gerade der muß den rassenhygieni­schen Gedanken der biologischen Gesundung und Erneuerung unseres Volkes auf das Wärmste begrüßen und diesen Kampf mit allen Kräften unterstützen. In bezug auf die Wichtigkeit dieser Frage, welche nicht eine von vielen, mit Anrecht sogenannten Lebensfragen ist, sondern welche die, und zwar die einzige Lebensfrage ist, ver­blassen alle übrigen Ausgaben, nicht nur alle innenpolitischen und kulturellen, sondern selbst alle Probleme der Außenpolitik. Erinnert sei nur daran, daß die Polen 150 Jahre unter fremder Herrschaft gelebt haben, unter drei Reiche auf- geteilt, und heute mit ihren 30 Millionen Men­schen, die versprechen, sich in weiteren 50 Jahren auf 60 Millionen zu vermehren, unser Volk trotz aller seiner kulturellen Großtaten nad> einem biologischen Gesetz wegdrängen werden und müs­sen, da wir in 50 Jahren, wenn es so weiter geht, ein Volk mit zwar 50 Millionen Menschen, aber davon 20 Millionen geistig Minderwertigen und solchen, welche auf Grund ihrer Erbanlagen nicht mehr als höchstens Volksschulbildung er­werben können, sein werden.

Ceterum censeo: Der berühmte Staatsmann Cato im alten Rom beendete jede seiner Reden im Senat mit den Worten: Ceterum censeo, Cartha« einem esse delendam übrigens bin ich der An­sicht, daß man Karthago zerstören muß.

Wenn das deutsche Volk in seinen kulturtragen­den und führenden Schichten in den nächsten Jah­ren nicht genügend Kinder zeugt und aufzieht, gehen wir trotz aller außen- und innenpolitischen Erfolge und trotz alles Scheins von kulturellem Glanz unweigerlich zugrunde.