Der Generaldirektor der Reichsbahn an die Veamten und Arbeiter
Berlin. 24. März. (WTB.) Der General, direkter der Reichsbahn Dr. Dorpmüller hat an die Beamten und Arbeiter der deutschen Reichsbahn folgenden Aufruf erlassen:
Die nationale Regierung hat die Geschicke Deutschlands in die Hand genommen. Bei dem Wiederaufbau des Deutschen Reiches kann sie mit der bereitwilligen Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn rechnen. Der deutsche Eisenbahner hat durch die Rot der Zeit sein Ehrenschild blank geholten. 3m Weltkriege hat er den riesigen Aufmarsch des Heeres bewältigt, die gewaltigen Anforderungen von Heer und Heimat erfüllt und zum letzten sicheren Ende auch die Rückkehr des Heeres ermöglicht. Wenige 3ahre nachher waren die Lücken, die Krieg und Abgabe von Lokomotiven und Wagen gerissen hatten, wieder geschlossen, Pünktlichkeit und Ordnung bei der Reichsbahn wieder eingekehrt und das erneute Mitgehen mit den Fortschritten der Technik ermöglicht.
Durch Opferwilligkeit und eiserne Disziplin ist es der Reichsbahn aus eigener Kraft gelungen, ihre inneren Derhältnisfe wieder gesund zu ge st alten und zum Ruhen des Reiche« und der deutschen Wirtschaft ihre Finanzen in Ordnung zu halten. Der gute Geist der deutschen Eisenbahner hat daran da« Hauptverdienst. Dieser Geist der Ordnung, Disziplin und Opferfreudigkeit ist bis heute trotz allem erhalten geblieben. Seht alle nunmehr eure volle Kraft freudig dafür ein. das) das von der nationalen Regierung erstrebte Ziel, unser Vaterland wieder zu Ordnung. Macht und Ansehen zu führen, auch durch die tatkräftige Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn erreicht wird.
(5m Kommissar für den deutschen Aerzte- vereinsbund und den Hartmannbund.
An die Führung der ärztlichen Spitzenverbände, nämlich des Deutschen Aerzteoeceinsbunües und des Hartmannbundes ist aus allen Teilen des Reiches die Forderung nach Aenderungen in der Zusammensetzung der Vorstände gerichtet worden, soweit sie mit dem politischen und weltanschaulichen Willen der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes und der deutschen Aerzteschaft nicht in Einklang stehen. Die Vorstände haben darauf folgender Vereinba- runa zugestimmt: Dr. meck. Gerhard Wagner, 1. Vorsitzender des Nationalsozialistischen Deutschen Aerztebundes, wird mit dem heutigen Tage Kommissar der beiden Spitzenverbände. Die Vorstände und die Geschäftsführung bleiben im Amt und führen in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Dr. Wagner ihre Geschäfte weiter, um der Gefahr schwerwiegender Erschütterungen in der Aerzteschaft und der Zersplitterung durch Neugründungen zu begegnen.
Der Reichsarbeitsminister hat die fünf Spitzenverbände der Krankenkassen ohne Unterschied seiner Aufsicht unterstellt. Diese Aufsicht ist auf alle Unternehmungen und Eigenbetriebe der Vereinigungen erstreckt worden. Ferner wurden den Aufsichtsbehörden Anweisungen erteilt zur Durchführung der Entpolitisierung der Krankenkassen und Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit der Verwaltung.
Neuer Vorstand des Aeichsverbands der Zahnärzte Deutschlands.
Der Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands beschloß auf seiner Hauptversammlung an die Reichsregierung ein Telegramm zu richten, in dem die freudige Zustimmung der Zahnärzte- schaft zu den neugeschaffenen Grundlagen für einen Reuaufbau des gesamten Staates ausgedrückt wurde. Infolge der politischen Veränderungen im Reiche hat der bisherige Vorstand mit Dr. Ltnnert, Nürnberg, an der Spitze sein Amt niedergelegt. Bei der Reuwahl wurden 1. Vorsitzender der der nationalsozialistischen Partei angehörige Dr. Stuck, Leipzig, 2. Vorsitzender Dr. Gärtner. Freiburg (Deutsch- nationale Volkspartei): zu Detsitzern wurden die teils der RSDAP., teils der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot angehörenden Zahnärzte Dr. Drexler. Ratingen, Dr. Müller. Altona, ReichstagSabgeordneter Dr. Kolb, Amberg, Dr. Winter, Düsseldorf und Dr. Beier, Kiel, gewählt.
Die Lügen über Gefangenenmißbandlungen.
Berlin, 24-März. (ERD) Die politische Polizei hat einigen deutschen und ausländischen Pressevertretern Gelegenheit gegeben, eine Reihe kommunistischer Schuh- häf tlinge in ihrenZellen zu besuchen, um durch Augenschein zu beweisen, wie verlogen die int Auslande verbreiteten Greuelmärchen sind. Die Pressevertreter besuchten u. a. auch den früheren Vorsitzenden der KPD. Thälmann, von dem behauptet worden war, das) er mit llafsen- den Kopfwunden und anderen schweren Mih- bandlungen inS Gefängnis eingeliefert worden seü Thälmann gab selbst zu, daß ihm kein Hä rchen gekrümmt worden sei, und daß er nicht über schlechte Behandlung klagen könne. Die Besucher konnten auch seststellen, daß Thälmann keinerlei Äarben oder Verletzungen am Kovfe aufwies. Genau fo befanden sich auch die anderen Häftlinge, die die Pressevertreter besuchten. Sie bestätigten alle, daß sie über schlechte Behandlung weder bei noch nach ihrer Gefangennahme etwas sagen könnten.
Wie au« Moskau gemeldet wird, wurde der deutsche Kommunist Thälmann durch Verordnung der Komintern feines Amte« al« Führer der KPD. enthoben. Als Llr- foche d'.efer Maßnahme werde das „unrichtige Verhalten Thälmann«" angegeben.
Kleine politische Rachrichten.
Die Oberbürgermeister von Breslau und Waldenburg sind auf Anordnung des Ministers de« Innern sofort bi« auf weitere« beurlaubt und Rechtsanwalt Dr. Rebihki mit der kommissarischen Vertretung in BreSlau sowie Bergwerksdirektor Beck für Waldenburg beauftragt.
Weitere drei sozialdemokraiische LandtagSabge- ordnete haben Ljc Mandat zum Braunschweigi
schen Landtag niedergelegt. Es handelt sich um den früheren Bürgermeister Roloff (Braunlage), den Kre «direkter i. R. Rohloff (Gandersherm) und den Kesselschmied Dfeifser (Schöningen). Damit haben (bisher insgesamt acht Abgeordnete von der 17 Mann starken sozial- dewtokratischen Fraktion de« Landtags ihr Man- dat niedergelegt.
<5m hessischer GtaaiSkommiffar für den Mittelstand.
D a r m st a d t, 24. März. Ein Erlaß des Hessischen Gesamiministeriums ordnet die Einsetzung eines Staatskommissars für den Mittelstand an. Zum Kommissar, der dem Ministerium de« Innern unmittelbar unterstellt wird, wurde mit sofortiger Wirkung der Landtagsabg. Rentz in Alzey ernannt.
Kunst und Wissenschaft.
Der neue Vorstand
des Lundes Deutscher Architekten.
Der Bund Deutscher Architekten (VDA) beauftragte im Herbst v H. den bisherigen Vor- stand, bestehend aus Professor Dr. Kreis, Professor Dr. Poelzig, Berlin, und Regierungsbau- meister a. D. Kallmeyer, Halle, mit der Weiter
führung der Geschäfte, bis ein neuer Vorstand gefunden werden könnte. Nunmehr wurden gewählt zum Bundespräsidenten Professor Honig, München, ferner Baurat a D. Altmann, Berlin, Re- gierunosbaumeister a. D. Brunisch, Karlsruhe, und Müller- Jena, Köln. Der Bundesausschuß beschloß, Professor Dr. Kreis zum Ehrenpräsidenten des BDA. zu ernennen und sowohl ihm wie auch Professor Dr. Poelzig und Regierungsbaumeister a. D. Kallmeyer die Ehrenplakette des Bundes Deutscher Architekten für Leistungen und Verdienste zu Überreichen. An die Reichsregierung wurde folgendes Telegramm gesandt: „Der Bund Deutscher Architekten als Standesoertretung der freischaffenden deutschen Architekten hat vollstes Vertrauen zur nationalen Führung unseres Volkes. Er erklärt oleichzeitig seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an Der Durchführung des nationalen Aufbauprogramms."
Aus aller Welt.
I Wandeinsturz
durch Explosion in Wandsbek.
3n dem zweistöckigen Haufe Sampstraße 46 ereignete sich aus bisher noch nicht geklärter Ursache eine folgenschwere Explosion, durch die das Haus vollkommen zerstört wurde und In sich zu- fammenflürzte. 3n weitem Umkreise sind die Fensterscheiben zertrümmert. Die in dem Hanse wohnenden drei Personen dürften bei der Explosion ums Leben gekommen sein, falls sie nicht noch lebend unter den Trümmern geborgen werden sollten. Menschen auf der Straße wurden zu Loden geschleudert. Bisher sind drei Männer und zwei Frauen ins Krankenhaus elngeliefert worden. Ein Pferd wurde durch den Luftdruck auf der Stelle getötet. Die Straße bietet einen trostlofen Anblick, da überall Trümmer umherliegen. Rettungsmannschaften der Feuerwehr und der Sanitätskolonne sind dabei, die Trümmer wegzuräumen und nach verletzten oder Opfern der Explofionskataflrophe zu suchen. E« wird angenommen, daß die Explosion durch Gas entstanden ist, das im Laufe der Rächt ausströmte und heute früh zur Explosion gelangte.
Am 20. April Adolf-Hltler-Tag in Leipzig.
Der 20. April, der Geburlslag des Reichskanzlers Adolf Hitler, wird in Leipzig dadurch feierlich begangen werden, daß Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident von Hindenburg gemeinsam das Ehrenbürgerrecht der Stadt Leipzig bekommen. Zu Ehren des Reichskanzlers soll eine Straße , Adolf-Hitler- Straße" benannt werden. Die Feier am 20. April wird zu einer großen nationalen Kundgebung gestaltet werden. Es ist ein feierlicher Akt in Form einer gemeinsamen Sitzung von Rat und Stadtverordneten vorgesehen.
Det ehemalige Lhefingenieur der Relchs-Rundfunk- gefellschast freiwillig aus dem Leben geschieden.
Der Chef-Ingenieur der Reichsrundfunk-Gesell- schäft m. b. H. in Berlin, Walter Schäffer, der vor etwa 14 Tagen aus seiner Stellung entlassen worden war, hat seinem Leben ein Ende gemacht. Gemeinsam mit ihm ist auch seine Ehefrau freiwillig in den Tod gegangen. Die Eheleute hatten sich mit Gas vergiftet. Der Verlust seiner Stellung und Nervenzerrüttung sollen den Anlaß zu der Tat gegeben haben.
Lekriebsunfall In Elberfeld.
In der Fabric Quante in Elberfeld war ein neuer Koksofen aufgestellt worden. Vermutlich funktionierte der Abzug nicht, so daß sich der Arbeitsraum mit Kohlenoxydgasen füllte.
19 Personen wurden bewußtlos. Die Verunglückten befinden sich bereits auf dem Wege der Des- serung.
Oie hessische Landwirtschaft beim Staatspräsidenten.
WSR. D a r m st a d t, 24. März. Die Pressestelle der hessischen Staatsregierung teilt mit: Der Herr Staatspräsident empfing Freitag morgen die Vertreter der Hessischen Landwirtschaftskammer, sowie den Vorsitzenden des Hessischen Weinbauverbandes Schätze!. Der Vorsitzende der Hessischen Landwirtschaftskammer, Lelonomierat Hensel, beglückwünschte zunächst Professor Dr. Werner zur Wahl zum Staatspräsidenten. Die hessischen Landwirte erfülle diese Wahl mit um fo größerer Genugtuung, als sie genau wüßten, wie eng gerade der Herr Staatspräsident durch seinen politischen Werdegang mit der hessischen Landwirtschaft ver- Kunden sei. Oekonomierat Hensel versicherte den Herrn Staatspräsidenten des rückhaltlosen Vertrauen« der hessischen Bauern und versprach in deren Ramen der Staatsregierung bereitwilligste Mitarbeit. Der Staatspräsidc.t dankte darauf für die herzlichen Glückwünsche und die zahlreichen Vertrauen.tund- gebungen. Er sagte, er brauche wohl nicht zu per» sichern, daß ihm Da« Wohl und Wehe der hessischen Landwirtschaft immer am Herzen liege und er alle« innerhalb des finanziellen und gesetzlichen Rahmens tun werde, um die Belange der Landwirtschaft zu wahren.
Der Besitzende der Hessischen Landwirtschaft«- kammer Hensel überreichte dem Staatspräsidenten eine kurze Denkschrift, betitelt: „Wünsche und Anlegungen der yesfifchen Landwirtschaft, vorgebracht durch die Landwirtschaftskammer." In gedrängter Form, aber erschöpfend sind darin alle die Landwirtschaft berührenden Fragen behandelt: Zollschuh, Kontingentierung, Meistbeaünstigungsilauseln, Milch- und Wollerev. wirtschaft, Futtergetreidecinfuhr, Fcldbercinigung und Meliorationen. Ferner beschäftigt sich die Denkschrift mit Fragen der Zwischenhandels- spanne, der Syndikate, Kartelle und Trusts (deren Aufhebung gefordert wird), Düngemittelpreis, Zinsspanns, Bau- und Zwecksparkassen, Entschuldung, Gebühren, sowie den Fragen des Verkehr« und hier besonders de« Ausbaues und der Instandhaltung de» Straßennetzes.
Aus der Provinriasbauptstadk.
Schlichte Größe.
Zwei Menschenalter, nachdem Fichte als deutsches Ideal aufgestellt hatte: „Alle Kraft de« Menschen wird erworben durch Kampf mit sich se.bst und Lleberwindung feiner selbst", glaubte Rietzsche ein Rachlassen der Charakterentwicklung festzustellen, ein Verschwinden jener Kraft, die einst zur Vorherrschaft Preußens führte, im Hinblick auf höhere Ziele sich geringe Wünsche zu versagen. „Durch den Mangel an kleiner Selbstbeherrschung", folgerte Rietzsche, „bröckelt die Fähigkeit zur großen ab- Jeder Tag ist schlecht benutzt und eine Gefahr für den nächsten, an dem man nicht wenigstens einmal sich etwas im kleinen versagt hat: diese Gymnastik ist un* enlb hrlich, to?nn man sich die Freude, sein eigener Herr zu sein, erhalten will."
Wie man sich frühe7 manches versagte, um etwas zu werden und da) Sein mehr als das Scheinen schätzte, ist u._..chem heute unfaßbar. Mit einigem Erstaunen las man im Goethejahr, daß der sehr vermögende kaiserliche Rat Goethe ein Stehpult hatte bauen lassen, damit beim sparsamen Schein einer Kerze die ganze Familie abends lesen und arbeiten konnte. Alm 1720 lag, wie wir zeitgenössischen Berichten entnehmen, der Konrektor Johann Mathias Gesner seinen gelehrten Studien ob, während er mit der linken Hand sein jüngstes Kind wiegte. 2hm gegenüber saß 'eine Gattin und flickte die Kleider der ä ere.i Ki iäer, und wenn sie sich darüber beschwerten, daß die Flecke zu groß und bunt würden, schlug sie ihnen vor. die Flecke in Gestalt von Sonne, Mond und Siemen aufzunähen. Etwa 30 Jahre später saßen in Halle der berühmte Theologe Professor Semler und sein« Frau in einem kleinen Zimmer. Er arbeitete, die Kinder lärmten, es störte ihn nicht, denn der Herr Professor hatte keine „Rerden". Johann Heinrich Voß arbeitete an seiner Homer-Lleber- sehung gern bei seiner Braut Ernestine Voie, die unterdessen ihre Ausstattung nähte, in der Küche. H er empfingen sie auch Besuch, u. a. den vom Grafen Friedrich zu Stolberg und seiner Schwester Karoline. Rach ihrer Verheiratung bezogen sie zunächst ein kleines Bretterhäuschen m einem Garten, also das, was wir heute „Laube" nennen würden. Abends arbeiteten beide bei demselben Lichte, er an seinem Stehpult, während seine Frau einen Tisch daneben ruckte, einen Stuhl darauf stellte und sich auf diesen Thron setzte, um dem Licht näher zu sein. Goethes schlichtes Sterbezimmer und die einfache Behausung Schillers find volkstümlich geworden, aber alle diese Deutschen haben nicht nur tapfer den kritischen Eselslinnbacken geschwungen, sondem in dieser Selbstzucht und Schlichtheit sch pferisch gehandelt und, des inneren Lichtes sich bewußt, m- nnlich und stolz darauf, eine deutsche Kultur geschossen, nach der wir uns heute wieder sehnen.
Rach Zeiten des Reichtums sind wir wieder ein armes Volk geworden, Generationen Deutscher werden um das notwendigste kämpfen müssen. Aber nur ein Volk, das aus Individuen besteht, die wesentliche, in sich gefestigte Menschen sein wollen, kann solche Zeiten mit etwas Lebensfreude aufhellen. Der Weg dazu führt über Selbstzucht und Selbstwerdung. Vielleicht hat auch die jüngere ®er eration diesen Weg trotz des materiellen Elends boch nicht gefunden, aber Charakterentwicklung. Wissensbildung und Selbstzucht, diese Ideale männlicher schlichter Würde, sind — das müssen wir der Jugend immer wieder lehren — h Here Dinge als prunkvolle Herren- und Wohnzimmer. In Schlichtheit wesentllch sein und Mitarbeiten an einer neuen deutschen Kultur- unö Lebensform, ist und muß deutsches Vildungs- ideal fein, wenn wir verlorene Hohen wieder gewinnen wollen. -rt
tl ser neuer Roman.
Rachdem wir in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" den Abdruck des Romans „Wie sie ihn bezwang" von I. Schneider-Foerstl beendet haben, beginnen wir in der vorliegenden Rümmer mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, das bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land ungeteilten Beifall finden dürfte. Handelt es sich doch darum, die Bekanntschaft mit einer Autorin zu erneuern, die schon wiederholt und jedesmal mit ganz ungewöhnlichem Erfolg in unseren Spalten zu Wort gekommen ist:
stummen Gäste von Zwellindeu" von Anry von panhuyü
— so heißt unser neuer Roman, das jüngste Werk der in weiten Publikumskreisen beliebten und geschätzten Autorin. Ihre früher im „Gießener Anzeiger" und in unserer „Illustrierten" erschienenen Romane — „Der Dreizehnte", „Durch fremde Schuld", „Frauenwege", „Lüge um Liebe" und „Das verdrehte Mädel" — haben allgemein außerordentlichen Anklang gefunden und werden bei vielen unserer Leser noch in angenehmster Erinnerung sein.
Auch der neue Roman, der die bunten und vielfach verschlungenen Liebes- und Lebensschicksale von Menschen unserer Zeit vor dem Leser entrollt, stel.t eine ungewöhnlich packende, mit zwingender Eindringlichkeit und mitreißender Spannung gestaltete Lektüre dar. Die Verfasserin weiß Phantasie und Wirklichleitssinn, flüssigen Stil und Geschick in der. Zuspitzung dramatischer Konflikte in diesem ihren jüngsten Werk aufglücklichste zu verbinden.
So wird die heute einsehende Erzählung für jedermann eine wirklich genußreiche und fesselnde Lektüre bilden: wir sind gewiß, daß der Roman allenthalben gefallen und den Erfolg haben wird, den er verdient.
Gießener Frühjahrs-Werbewoche.
Am morgigen Sonntag beginnt die Gießener Frühiahrs-Werbewoche mit der Eröffnung der Aus- st e l l u n g „Stadt und Land" in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Bei dieser Gelegenheit wird ein Konzert in der Ausstellung veranstaltet. Die Schau bringt eine Uebersicht über die verschiedenartigsten Erzeuanisse des heimischen Gewerbes, der Industrie und der oberhessischen Landwirtschaft. Das abwechslungsreiche Bild wird zweifellos alle Besucher der Ausstellung stark interessieren. Aus je 1000 erwachsene Besucher der Ausstellung entfallen bis zu 100 Freilosen der Pferdemarkt-Lotterie und Warengutscheine, ferner erhält jeder 1000. Besucher einen wertvollen Gegenstand kostenlos ausgehan- biqt Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, nur am morgigen Eröffnungstage ist sie erst von 11 Uhr ab zugänglich. An jedem Tage vom Montag ab werden in der Ausstellung interessante Spezialvorführunaen stattfinden, die die Besucher in hohem Maße fesseln werden. Ferner beginnt am
Heule
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Die Scholle
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