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23.9.1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, 23. September 1933

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 223 Zweites Blatt

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Schicksalsraum

Donauraum

Die Bedeutung Güdosteuropas für den deutschen Wiederaufbau-Oas Ergebnis einer Umfrage

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aerecht als Mittlerin zwischen dem großen Wirt- Ergänzung der Bedürfnisse fehlt. Es schaftsgebiet des Deutschen Reiches und dem Süd- I ist aber so, daß die ungarische Landwirtschaft die

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sagungsoollen und entscheidenden Schritt im April dieses Jahres: Er neigte den Degen vor dem er­folgreichen Führer, vor Adolf Hitler, und u n - ter ft eilte sich und seinen Bund feiner Führung.

Das Bündnis wurde späterhin weiter ausgestal­tet. In Reichenhall wurde es Anfang Juli bekräf­tigt und damals der Wehrftahchelm zur Eingliede­rung in die SA. und die Schornhorstjugeno zur Eingliederung in die Hitlerjugend zur Verfügung gestellt. Und in Hannover wird dieser Eingliede­rung nunmehr die feierliche Weihe gegeben. Darüber hinaus aber wird nunmehr nach neuer­lichem Abkommen der Kernstahlhelm voll und ganz der Ober st en SA. - Führung u n t e r ft e l U. Damit gibt es heute tatsächlich nurnocheineeinzigegroßefoldatische Kampfbewegung des Nationalsozialistifchen

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Hier wird ein $i(m gedreht.

Don Kurt Methte.

Ein paar Autos fuhren vor dem Juweliergeschäft Smother in einer amerikanischen Stadt vor. So­fort sammelten sich Leute darum herum: denn hier schien es etwas Interessantes zu geben. Filmappa­rate wurden aufgebaut, mehrere Männer drangen in den Laden ein und blieben darin.

Auch ein Schutzmann kam. Ein Herr in einer Lederjacke begrüßte ihn, zeigte ihm einen Ausweis von seiner Filmgesellschaft sowie einen Ausweis der Firma Smother, welcher der Filmgesellschaft er­laubte, vor seinem Laden Aufnahmen zu machen. Der Polizist las, tippte mit dem Zeigefinger an die Mütze und machte sich daran, das Publikum zurück- drängen.

Dann begann die Ausnahme.

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Staates, für den SA., SS- und ST (ST. Kern­stahlhelm) in gleicher Weise zur'Bersügung stehen.

Der Stahlhelm hat sich in aufrechter, soldatischer Gesinnung dem Führer gegenüber der Eigenständig­keit begeben. Er ist dasür aber in voller Würdi­gung seines großen Wertes durch Adolf Hiller >, 11 voller Mitwirkung an dem Aufbau und Schutz des neuen Staates heran- gezogen worden. Ein sehnlicher Wunsch der Stahlhelmer geht damit in Erfüllung: Richt nach Rechten hatten sie ja gefragt, sondern nach Pflichten, fie wollten mithelfen und Mitarbeiten und nicht tatenlos zusehen. Daß es dahin gekom­men ist, das danken sie neben der Großherzigkeit des Führers dem klugen politischen Gefühl ihres Bundesführers Franz Seldte. Indem er sich selbst der ersten Führerstelle begab, hat er seinen Käme- raben den größten Dienst erwiesen.

und meine Augen unter der Brille tränten. Und bann durchzuckte plötzlich die Erkenntnis mein Ge­hirn, daß ich im ersten Schreck erstarrte. Ich mußte mich zujammenreißen, um den Verschluß des Bom­benkastens hochzuziehen. Da lag die schwere Bombe schräg im Kasten und preßte mit ihrem unteren Ende die andere gegen das Abschußrohr... Lang­sam und unerbittlich drehte sich der kleine Propeller, der die Zündung betätigt. Jede Sekunde konnte uns in Atome in die Luft sprengen, denn wer konnte wissen, wie weit oder wie nahe der kritische Punkt der Explosion war?

Mein erster Impuls war: über Bord! Der auf meinem Rücken befestigte Fallschirm würde mich sicher zur Erde tragen, und mein Pilot würde ohne Zaudern folgen. Aber schon hatten wir die deutschen Linien unter uns, und das führerlos zer­schellende Flugzeug hätte mit seiner gefährlichen Ladung vielleicht Dutzende unserer braven Kame­raden zersetzt. Das menschliche Gehirn arbeitet in verzweifelten Lagen unheimlich rasch und sicher, denn alle diese Erwägungen hatten wohl nur Se­kunden gedauert. Mit der linken Hand versuchte ich den langsam kreisenden Zündungspropeller fest- zuhalten, konnte aber mit dem dicken Pelzhand­schuh schlecht in dem engen Raum hantieren. Bei jedem Sprung der Maschine fühlte ich die Schraube in meiner Hand sich drehen und winden und wie ein boshaftes kleines Lebewesen den flammen Fin­gern entschlüpfen, eine halbe Umdrehung weiter- kriechen einem zwar schnellen und schmerzlosen, aber unabwendbaren Tode entgegen...

Endlich hatte mich Heimann verstanden und die Maschine wieder gewendet. Donnernd und ächzend arbeitete sich unser braver alter Albatros gegen die Böen durch und kam langsam dem letzten deutschen Schützengraben wieder näher. Inzwischen hatte ich mit den Zähnen den Handschuh von meiner Rech­ten gerissen und suchte mit flatternden Fingern m meinen Taschen nach einem Instrument, mit dem ich den Zündungspropeller der Bombe festklemmen konnte. Ich erwischte meine Tabakspfeife, schob vorsichtig den Stiel zwischen die kleine Flügel­schraube und die Stahlwand dabei rutschte der Propeller aus und drehte sich einmal ganz herum unwillkürlich schloß ich die Augen in Erwar­tung der Explosion. Aber dann saß die Schraube fest. Wie es um die untere Bombe stand, ahnte ich nicht und konnte nur hoffen, daß dort durch die Pressung der Zündungspropeller außer Betrieb war. Qualvolle Minuten vergingen, aber endlich sahen wir freies Feld unter uns liegen Vorsichtm packte ich den Handgriff der Bombe, hob sie rasch an und pfeifend schoß sie der Erde zu. Jetzt die zweite hinterher aber im letzten Augenblick über­kam mich der alte Fliegerleichtsinn. Hatte die Zün­dung bis hierher ausgehalten, so würde es auch noch für die paar Sekunden bis zur Erde reichen

gleichen Felde entgegen, auf dem diese sich betätig­ten. Diese Methode hatte Erfolg, der National- fozialismus war unbestritten der Sieger im revolutionären Kampf. Wenn Zwei sich auf dem Wettlauf nach dem gleichen Ziele befinden, kann es vorkommen, daß sie eifersüchtig aufeinander wer­den. So schien es eine Zeit lang, als ob sich die beiden kraftvollen Bewegungen in ernster Aus­einandersetzung begegnen würden. Wir standen vor einer ähnlichen Situation, wie sie 1866 im Bruder­kamps durch das Schwert gelöst wurde. Daß bei der Gleichartigkeit der Gesinnungen hinterher die Versöhnunggenau so wie nach 1866 kommen würde, das stand fest. Aber niemand wird darüber im Zweisel sein, daß das Verfahren von 1866 in der heutigen Lage Deutschlands eine Sinnlosigkeit gewesen wäre. Um Deutschlands und um seiner Kameraden willen, tat Seldte darum den ent-

Inzwischen hat sich in Oesterreich ein Regime festzusetzen vermocht, das nicht nur planmäßig alle bisher verfolgten wirtschaftspolitischen Gedanken­gänge, bei denen Wien und Berlin in enger Ge­meinschaft Zusammenarbeiten könnten, unbe­achtet läßt, sondern auch darüber hinaus Pläne verfolgt, die den natürlichen Gegebenheiten der Lage Oesterreichs geradezu zuwiderlaufen. Das heutige Oesterreich ist bestrebt, auf dem Wege über eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit m i t Italien und Ungarn sich seine wirtschaft­liche Zukunft neu aufzubauen. Dabei aber werden so ziemlich alle, schon für jeden Anfänger im welt­wirtschaftlichen Denken offenkundigen wirtschafts- und verkehrspolitischen Tatsachen außer Acht gelassen. Als ob der Grundfehler des Tardieu- Planes, die Ausschaltung Deutschlands, nun weniger schwerwiegend wäre, wenn er statt in einem fran­zösischen, nun in einem anderen Projekt auftauchte.

Es ist hinlänglich bekannt, daß schon seit etwa zwei Jahren zwischen Oesterreich, Ungarn und Italien besonders formulierte Handelsverträge bestehen, die einen begünstigten Warenaustausch zwischen diesen Ländern ermöglichen sollen. Schon jetzt zeigt sich aber, daß auch die größten Bevorzugungen für den Handel zwischen diesen Staaten keinen wirklichen Handelsverkehr hervor- zaubern können, wenn eben die natürliche

Keinem der Donaustaaten ist die Richtung seiner wirtschafts- und handelspolitischen Wege so klar von der Natur vorgezeichnet, wie Oesterreich. Und kein anderer der mittel- und südosteuropäischen Staaten handelt diesen natürlichen Bedingtheiten dauernd so zuwider, wie gerade das Oester­reich des Regimes Dollsuß. Ein einziger Blick aus die Karte genügt, um erkennen zu lassen, daß die natürliche handelspolitische Richtung des heuti­gen Oesterreich durch die Donau bestimmt wirb, und daß daher die geopolitischen Gegeben­heiten Oesterreichs Wirtschaftslinie von Nordwesten nach Südosten, also von Deutschland über Wien nach Ungarn und d em weiteren europäischen Südosten leiten. Auf dieser Linie vermag sich ein Warenaustausch in unbe­grenztem Ausmaße zu vollziehen. Die Benutzung allein dieser Wirtschaftslinie wird auch im heute verstümmelten Oesterreich der einstigen Rolle Wiens

. ^24-9.,3Uhr:

und kurz entschlossen riß ich meine Tabakspfeife aus der fallenden Bombe.

In der nächsten Sekunde haut ein greller Blitz in meine Augen, ein riesiger rotgelber Feuerball wächst unter mir auf und dann fühle ich, wie die schwere Maschine mit unheimlicher Gewalt nach oben gepreßt wird. Spanndrähte platzen mit schrillem Kreischen. Dann rutscht die Maschine über den Schwanz ab ins Bodenlose. Mein Pilot steuert wild. Sekundenlang sehe ich die angespannten Muskeln in dem braunen, unerschrockenen Gesicht. Ein großer Lappen löst sich aus dem unteren Trag­deck zu meiner Rechten und flattert knatternd dicht vor meinen Augen. Jetzt trudeln wir steil seitwärts über den linken Flügel, unheimlich wächst die Erde unter uns; schrill und gellend pfeifen die Drähte. Gleich muh der Aufschlag folgen. Ob ich sofort tot sein werde, oder mit ein paar Knochenbrüchen davonkomme, wie das letzte Mal? Merkwürdig, wie man in solchen Augenblicken zum scheinbar unbeteiligten Zuschauer wird!

Heimann preßt den Steuerknüppel von sich reißt an der Verwindung. Verrückt, denke ich. Plötzlich werde ich zur Seite geschleudert, daß sich mein breiter Anschnallgurt zum Platzen spannt. Dann ächzen die Flügel unter dem ungeheuren Druck. Jetzt müssen sie brechen aber schon rea­giert die Maschine wieder, gehorcht dem Steuer und triumphierend heult der Motor sein donnerndes Lied in den Sturm...

Noch mal gut gegangen" brüllt Heimann und lacht über das ganze Gesicht aber das soll man nicht, denn auf dem eigenen Flugplatz haben wir bann bei ber ßanbung doch noch Kleinholz gemacht und uns gehörig die Nase verbogen, weil so ein verwünschter Bombensplitter das eine Rad unseres Fahrgestells wegrasiert hatte. Ader meiner Tabakspfeife hat das alles nichts geschadet!

In diesen Tagen, da der Kamps um Oesterreich einem Höhepunkt zustrebt, und allerorten ein seit dem Weltbrand noch nie da­gewesener politischer Hochbetrieb herrscht, nimmt der Donauraum stärker denn je unseren Blick ge­fangen. Führt doch über die Süboftmart ber Weg in bie Uferftaaten jenes Stromes, besten Schicksal seit vielen Jahrhunberten mit ber beutschen Ge­schichte innigft verknüpft gewesen ist. Die Ereignisse in b e n Süboftftaaten haben leiber im Reiche nicht immer bie Beachtung gefunben, die sie wohl verdient hätten. Das ist jetzt, nach der natio­nalen Erhebung des deutschen Volkes anders ge­worden. Ader deshalb kann nicht oft genug dar­auf hingewiefen werden, wie wichtig diese Länder für uns find, damit die einmal gewonnene Bindung nicht wieder abreiht, immer steht das Interesse Mitteleuropas mit auf dem Spiel, das in den Donauftaatcn natürliches Hinter­land findet. Wenige Länder Europas find fo auf- einander angewiesen wie Deutschland und die Staaten des Donauraumes. Die nachstehenden Auf­sätze unserer ständigen Korrespondenten sollen nun zu ihrem Teil dazu beitragen, das Verständnis für die große politische Ausgabe zu fördern, die in dem GefamttitelDonauraum Schicksalsraum'' be­schlossen liegt.

Oesterreichs Sendung,

von unserem R'Äerichlerssatler.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Wien, im September 1933.

österreichische bedroht und umgekehrt die österrei­chische Industrie die ungarische. Es ist nun einmal so, daß Italien ganz und gar nicht die Verbraucher­bedürfnisse hat, die die österreichische und ungarische Ausfuhr voll befriedigen könnten, ebenso wie die Waren, die Italien nach diesen Ländern ausführen kann, durchaus nicht zu den wirklichen Bedürfnissen Ungarns und Oesterreichs gehören, also nur eine Belastung der Handelsbilanz darstellen. Nur eine von politischen Sonderwünschen und nationalpoli­tischen Gesichtspunkten nicht beschwerte, wirklich großzügige Zusammensassung der im Donauraum gelegenen Wirtschaftsgebiete vermag die Grund­lagen für eine Gesundung der einzelnen, heute fo furchtbar zerrütteten und notleidenden Volkswirt­schaften zu bringen.

Die Donau ist tatsächlich der Schicksals­strom für alle die an ihr gelegenen, mit ihr ver­bundenen Staaten und Länder. Daß aber zu diesen Staaten auch Deutschland gehört, diese Tat- sache kann und darf nun einmal nicht übersehen werden, wenn nicht alle Lösungsoersuche des mitteleuropäischen Problems Stückwerk bleiben sollen. Der natürliche Bedarf Deutschlands an den Agrar-Erzeugnissen, die die südosteuropäischen Staa­ten im Uebersluß heroorbringen, und der Reichtum Deutschlands an Industrie-Erzeugnissen, die der Südosten noch auf Jahrzehnte hinaus nicht selber wird heroorbringen können, gerade diese gegen­seitige Ergänzung weist mit zwingender Logik auf die Notwendigkeit hin, in Mitteleuropa eine Zusammenarbeit zu finden, die sich in erster Linie auf der Donau als dem die verschiedenen Interessengebiete verbindenden Faktor aufbaut. In einem solchen Konzept muß auch Italien einen wichtigen und wertvollen Faktor bilden, in­dem es eben mit Trieft den Anschluß an bas Mi11elmeer herstellt aber nur wenn dieser Anschluß nicht allein einem kleinen nur wenig ausfuhrbedürftigen Lande zukommt, sondern dem ganzen großen Wirtschaftsraum, dessen Hauptlebensader freilich immer die Donau fein wird.

Erst wenn man diese natürliche Bedingtheit wirklich erkennt und anerkennt, erst wenn man sich reigemadjt haben wird von allen nationabpoliti- chen Sonderbestrebungen im Donauraume, erst Dann wird Oesterreich die Nolle wieder erhalten, die ihm kraft seiner geopolitischen Lage und auf Grund feiner historischer Gegebenheiten zukommt. Erst dann wird die österreichische Wirtschaft auf einen wirklichen und dauernden Aufstieg rechnen können. Denn für keinen anderen Staat Mittel­europas ist die Donau in fo starkem MaßeSchick­sal" wie gerade für Oesterreich.

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Oer Stahlhelm im neuen Staat.

($in Wort zur Führertagung in Hannover.

Don Or. Walter Hammesfahr, Leiter des Presseamtes des Stahlhelm, ÄdF. Franz Seldte, den es trotz des Verlustes feines linken Unterarmes nicht zu Hause gelitten hatte, während seine Kameraden draußen im Trom­melfeuer lagen, und der deshalb feine neuerliche Verwundung im Felde ertrotzt hatte, nahm die Re- volulion durchaus anders auf, als die meisten ber Deutschen bamals. Bei biefer Natur konnte von Schwachmut natürlich von vornherein keine Rebe sein. Eine kräftige unb ehrliche Manneswut gegen das Revolutionsgesinbel, bas sein Vaterlanb ver­raten hatte, erfüllte ihn. Resignieren kam nicht in Frage, Verkriechen erst recht nicht. Es konnte nur eins geben: Kamps ben Kräften, bie das Vater- land ins Verderben geriffen hatten.Unb gibts keine Könige unb gibts keinen Kaiser mehr, bie uns ben Beseh! geben, fo gebtn wir uns selber den Befehl!"

Aus solcher Gesinnung heraus wuchs mitten in den Revolutionswirren schon am 13. November 1918 bie (Brünbung bes Stahlhelm. Es waren zunächst nur wenige Mann; aber sie fanden rasch Anhang, wie es ja überhaupt immer daraus an- kommt, daß einer den Mut hat, voranzugehen. Dann sindet er auch Gefolgschaft. So wurde aus ben paar Mann im November 1928 innerhalb we­niger Jahre bie große solbatische Bewegung, beren Dasein später allein schon genügte, um unruhige Neoolutionshelben von bem Versuch größerer Aus- ftänbe zurückzuhalten, nachdem ihnen in den Un- ruhejahren 1918 bis 1921 die Freikorpskämpfe, in deren Reihen zahllose Stahlhelmer gefochten haben, gezeigt hatten, daß soldatische Kräfte nicht mit sich spaßen lassen.

Sollte der bewaffnete Kampf im Innern der Brechung des roten Terrors gelten, fo war bas eigentlich große Ziel, bas sich ber Stahlhelm ge­stellt hatte, bie Rettung bes solbatifchen G e i ft e s über ben Zusammenbruch hinaus unb seine Fortpflanzung auf ein neues heranwachsenbes Geschlecht. Weit über bie rein solbatifchen Tätig- keitsgebiete hinaus war aber baran gebucht, bas deutsche Volk zum soldatischen Denken in allen Lebenslagen zu erziehen. Hatte doch der un­glückliche Ausgang bes Krieges bewiesen, bah es nicht genügte, wenn nur die Soldaten und nur im soldatischen Dienst soldatisch dachten. Kameradschaft, Pflichtbewußtsein, Einsatzbereitschaft und Charakter­stärke, das kann man überall betätigen. An jedem Ort und in jedem Beruf. Das sollte das deutsche Volk lernen. Es sollte lernen, in schwieri- gen Lagen nicht nachzugeben, sondern Widerstands­willen zu beweisen.

Die Nachkriegsentwicklung hat bewiesen, wie ver­hängnisvoll das Fehlen eines solchen Widerstands­willens gewesen ist. Die Knochenerweichung des parlamentarischen Systems nahm einen immer wei­teren Umfang an. Mit der ganzen Verachtung eines Soldaten setzte sich der Stahlhelm infolge- dessen immer weiter von dem Treiben der reinen Tagespolitik ab. Er wollte seine Kameraden vor den Häßlichkeiten parteipolitischen Getriebes bewahrt wissen und glaubte auch, seinen revolutionären Willen aus dem rein soldatischen Wege und nur mit soldatischen Mitteln durchdrücken zu können. Tatsächlich wich der Stahlhelm damit von einem entscheidenden Gedanken der Gründung ab. Die (Er­fahrung zeigte dann, daß die Selbstbeschränkung auf die reinen Aufgaben der Wehrhaftmachung nicht genügt im politifchen Kampf.

Inzwischen hatte aber die nationalsozia­listische Bewegung systematisch den Kamps gegen die gleichen Gegner begonnen, aber sie trat diesen auch mit den gleichen Waffen und aus dem

Der Tod fliegt mit!

Von Gerd Hartmann.

Auf bie Bahnanlagen von St. Hilaire sollten Bomben geworfen werden. Es war ein stürmischer Herbsttag des Jahres 1916, und wir mußten mit unserer Albatros-Maschine über 3000 Meter hoch gehen, um in einigermaßen erträgliche Luftströmun­gen zu kommen. Hier oben waren wir in verhältnis­mäßiger Sicherheit, da feindliche Jagdflieger meist tiefer flogen und gegen Sicht von Der Erde aus uns die Wolkenfchicht deckte. Wir hatten bei Aubä- rive die Front überflogen, mußten aber, um nicht die Orientierung zu verlieren, nach kaum einer hal­ben Stunde Flugzeit die Wolkendecke durchstoßen.

Vorsichtig hielt ich Umschau, aber nirgends war ein feinöliajer Flieger zu sehen. Nun den Blick zum Ziel! Wir tarnen ein klein wenig rechts ab. Leise klopfte ich meinen Piloten Heimann auf bie linke Schulter, unb behutsam ließ er bie Maschine etwas schwenken. So, jetzt Klopfer auf die Schultermitte; wir fliegen wieder grabeaus. Rack! Dicht links unter uns, die Sprengwolke einer Granate. Ist mir jetzt gleichgültig, und zur Bekräftigung klopfe ich Heimann noch einmal auf den Rücken. Das heißt:Orabeaus bleiben, immer grabeaus!" Eine Minute nur noch, dann ifts fo weit zum Ab- wurf. Dort die grauen Schuppen neben den Gleisen, die sind lohnend, denn fie bergen Kriegsmaterial, Pioniergerät, Proviant und Munition. Rack! Rrrrack! Rrrack! Rack! Links, oberhalb, rechts, hinten, überall Sprengwolken. Wir sind mitten Drin in dem Gespinst aus Eisen und Blei. Während meine Ohren die immer näherkommenden Detona­tionen registrieren, visieren meine Augen durch das kleine Bodenloch die Gleise an. Da wir im Ziel» anflug keine Kurve machen dürfen, sondern stur draufzu halten müssen, ifts kein Wunder, daß sich die Flaks fo schnell an uns herangetastet haben. Nach einer langen, langen Minute tauchen endlich die Schuppen in dem Viereck auf. Erleichtert atme ich auf. Mein braver Pilot ist tadellos Strich ge­flogen, die Dinger müssen sitzen. So, jetzt ifts Zeit! Ruck! Und eine halbe Sekunde später die zweite. Gleichzeitig fast klopfe ich Heimann derb auf die rechte Schulter und gebe ihm im Spiegel das Zeichen:Nach Hause!"

In steiler Kurve legte sich unser Flugzeug auf die Seite, um bann in rafenber Geschwinbigkeit zurückzubrausen, unb als ich mich umwandte, um oen Einschlag der Bomben zu beobachten, sah ich den Bahnhof weit hinter uns verschwinden... Merkwürdig, noch immer war nichts von den Ex­plosionen zu sehen. Zwei Versager hintereinander waren doch mehr als unwahrscheinlich. Ich stierte nach rückwärts, bis meine Nackenwirbel schmerzten

osten. Nur wenn Oesterreich diese Linie erkennt und verfolgt, wird die österreichische Hauptstadt ihre Stellung gegenüber dem mit Geld, Energie und Methodik an Wiens Untergang arbeitenden Prag behaupten können.

Als seinerzeit Reichsaußenminister (Eurtius und der österreichische Bundeskanzler Schober den Gedanken einer österreichisch-deutschen Zollunion zu verwirklichen suchten, verfolgten si? mit diesen Bemühungen eine in ihren Grund­lagen durchaus richtige und gesunde Idee. Nur blieb in diesem Konzept von der Leichtfertigkeit, mit der man diese Aktion ohne jede Vorbereitung vom Stapel liefe, soll hier nicht weiter bie Rebe sein bie Tatsache unberücksichtigt, bafe auch eine Zollunion zwischen Oesterreich unb Deutschlanb allein nur Stückwerk, nur eine halbe Sache bleiben mufete, wenn sie nicht bie burch ben Donaulauf gekennzeichnete natürliche Fortsetzung nach Ungarn unb bem weiteren Sübosten finben würbe. Denn nur bann kann Oesterreich, bas, kaufmännisch ge­sprochen, weniger Erzeuger als vielmehrKom­missionär" ist, seine SBermittleraufgabe in vollem Umfange erfüllen.

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Ein Mann, als Verbrecher geschminkt unb ge­kleidet, mit einem schmutzigen Halstuch, ging lang­sam vor die Schaufensterscheibe, ein in Zettungs- papier gewickeltes Paket unter dem Arm.

Er sah sich die Auslage an.

In diesem Augenblick flüsterte ein Herr aus bem Publikum dem Polizisten zu:Das finb keine rich­tigen Filmschauspieler, bas sind Verbrecher." Ruhe!" flüsterte ber Polizist zurück,sehen Sie denn nicht, daß es eine Tonfilmaufnahme ist?" Unb er beutete auf ein Schilb, bas an einem ber Autos befestigt war:Bitte um Ruhe, Tonfilmaufnahme!"

Das ist alles Schwindel!", beharrte der Mann aus dem Publikum,das ist alles Mache".

Der Schutzmann zischte ihn wütend an:Halten Sie Ihren Mund!"

Nun trat der Schauspieler mit dem schmutzigen Schal einige Schritte zurück, hob das mit Zeitungs- papier umwickelte Päckchen, in dem sich ein Backstein befand, hoch und warf es in die Schaufensterscheibe.

Es klirrte und krachte.

Der Schauspieler holte blitzschnell eine Handvoll Juwelen heraus und lief fort. Als er aus dem 'Be­reit!) der Filmkamera gekommen war, blieb er stehen unb näherte sich von hinten roieber den Autos. (Er ließ sich schmunzelnb in einem ber Wagen nieber.

Ich habe Sie gewarnt", flüsterte ber Mann aus dem Publikum weiter dem Polizisten zu.

Wenn Sie mich jetzt noch einmal belästigen, werde ich Sie verhaften", knirschte der Beamte rot vor Zorn.

Die Filmaufnahme schien zu Ende. Die Dperi- teure hörten auf zu kurbeln, packten ruhig ihre Apoa- rate zusammen, aus bem Laben kamen dis Herren heraus, die ?or Beginn der Ausnahme hineingeg.in- gen waren, bestiegen die Autos, der Schutzmann grüßte die Leiter der Filmgesellschaft, die Herren winkten leutselig zurück, ein Kommando wurde ge­geben und die Autos fuhren ab.

Geh-n Sie in den Laden!" flüsterte ber miß­trauische Mann bem Polizisten zu. Dieser ichritt tnurrenb aus ben Juwelierladen zu und öffnete die Tür. Da sah er Herrn Smother, den Juwelier, ge- fesselt und geknebelt in einer Ecke liegen. Sämtliche Schubfächer waren ausgeleert.

Sehen Sie", tönte vom Eingang her die Stimme des mißtrauischen Mannes.Ich habe es gleich ge­wußt, daß es sich um Verbrecher handelte. Die Aus- weste waren selbstredend gefälidj*"

Unb woran wollen Sie erkannt haben, bafe es Betrüger waren?"

Mein lieber Mann, bie Filmapparate waren ia so aufgestellt, baß bie grelle Mittagssonne bireft in die Linse schien. Das konnten keine echten Film- leute sein..."

Himmlischer Vater", seufzte ber Polizist,unb 1 ich habe schmiere geftanbenl"

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