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21.12.1933 Zweites Blatt
 
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lkr. 299 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für lvberheffen)

Donnerstags!. Dezember 1953

©tauben und Kirche stehe, da wies sie aus dieses Buch und sagte noch:Nur ahnend umschweift die Seele das Göttliche. Ihre Stellung zu den letzten ewigen Dingen ist auch nicht in allen Stunden Die gleiche sie kann nur eine schwebende, suchende fein, durchblitzt von Lichtern, die kommen und gehen und beeinflußt vom Leben. Nur ein Streben nach Anteil an der Harmonie des Ganzen gibt der Wolkenwanblerin Seele die metaphysische Sicherheit

Kostüme, sondern gleichsam erlebbare Wirklichkeit, vom Wesen her gefaßt und somit zu Erscheinungen oorstoßend. die der Wahrheit gemäß sind. Lorenzo und Savonarola, die irdische' und die himmlische Herrscherkraft, behaupten das Feld, auf dem die Geschichten sich abspielen diese Dokumente der sozialen Frage, der heilig ernst ergriffenen Wissen­schaft der Lebensmacht Religion und der verzehren­den Liebe. In ihrer Wahlheimat Italien ereig­nen sich auch ihreItalienischen Geschichten'", die darum besondere Erwähnung verdienen, weil sie über den Standpunkt,Land und Leute" zu schil­dern, weit erhaben sind. Diese Italiener sind der Isolde Kurz willkommen als Träger ihrer, eigentlich wohl nordrschsn, faustischen Ideen, die nun aber nicht in dumpfer Tragik verbrennen, die sich nicht im Problem verrennen, sondern die sich unter glück­licheren Sternen ansiedeln und zur Lösung kom­men, auf wie verschiedene Standpunkte die Dich­terin sich auch stellen mag: denn ich möchte ihre ErzählungSchuster und Schneider" den Mut zum Optimismus und ihre ErzählungEin Rätsel" den Mut zum Pessimismus nennen. Drittens ge­denken wir ihres BändchensWandertage in Hel­las": das ist nur ein Reisebericht, schlicht und sach­lich, aber der Leser erfährt daraus, daß Sachlich­keit durchaus nicht Oberflächlichkeit und Herzlosig­keit ist, sondern daß auch die wahre Poesie zu den Tatsachen im Leben gehört. Schon in ihrenIta­lienischen Geschichten" hat sich Isolde Kurz als Meisterin in der Landschaftsdichtung gezeigt, man vergißt es nicht, wenn man einmal unter dem Eindruck des Mittagsgespenstes gestanden hat, das die Schildererin Pisas, San Gimignanos und der Campagna beschwört, ... aber in dem Büchlein Wandertage in Hellas" wird Landschaftsdichtung noch zarter und vornehmer gepflegt, an leise Ein­drücke schließen sich lebhaft und doch nie übertrie­ben ausgemalte Bilder an, Volkstum wird wach, Antike wird aus der Gegenwart begreiflich, und alles überstrahlt ein feiner, fraulicher Humor.

Daß Isolde Kurz keine deutschfremde, ihrem Va­terlande abgewandte Antikenschwärmerin ist, son­dern daß sie, das Wesen ihres Vaters fortsetzend, ihre Liebe zum Griechentum, ihre Liebe zu Ita­lien nur einwebt in ihr bewußtes Verlangen, sich als Mensch zu erfüllen und in ihrem unbe­wußten, aber bluthaft regen Trieb sich als Deutsche zu erfüllen das wird uns klar, wenn wir ihre frühen Mädchenlieder lesen und wenn wir ihren RomanVanadis" auf uns wirken lassen. Aus diesen Werken spricht eine Seele, die ich nicht besser als mit dem Doppelwortzüchtig-schön" bezeichnen kann. In ihrem GedichtWegwarte" zum Beispiel kommt sie nahe an das Volksliedhafte heran, von dem Goethe sagte:ist das nicht Kinderton?" Und ihreElegien einer Braut" atmen eine Wehmut, einen gesammelten Schmerz, eine gefaßte Trauer ohnegleichen. Der RomanVanadis der Schick­salsweg einer Frau" enthält ihr religiöses Testa- ment 5ta, al« sie oeiraat rourh<- wie si- ni Gott,

der Bourbonen als Landsknechte von Kampf zu Kampf zu ziehen. Ihr Führer, der tapfere Sarsfield, soll damals auf einem flandrischen Schlachtfeld ster­bend die Worte gesprochen haben:O daß dies Blut für Irland flösse!" Das 18 Jahrhundert war das trübste Kapitel der irischen Geschichte: das Land be­fand sich im Zustand äußerster Entrechtung. Im Jahre 1800 hörte das irische Parlament auf zu be­stehen, und die Act of Union bestätigte die völlige Vereinigung Irlands mit England. Damit trat am 1 Januar 1801 das Vereinigte Königreich von Groß­britannien und Irland ins'Leben, und Irland ent­sandte in das gemeinsame Parlament 32 gewählte Peers und 100 Unterhausmitglieder. Dreiviertel des irischen Grundbesitzes war Eigentum des eng­lischen Adels, der den Hauptteil der Bevölke­rung in einer an Sklaverei grenzenden Abhängigkeit hielt.

Die weitere Entwicklung führte zu einem unbluti­gen, ober zähen Ringen unter der Führung Daniel O ' C o n n e l l s , der damals als Katholik zwar nicht selber in das Londoner Unterhaus entsandt werden konnte, der aber die Leitung her irischen Bewegung an sich riß, und 1829 die politische Gleichberechtigung der Katholiken im englischen Parlament durchsetzte. Allmählich vollzog sich eine stärkere Vermischung des britischen und irischen Elements. Ja, .irische Patrio­ten begannen sich damals darüber zu beklagen, daß englische Sprache und englische Bräuche eine seelische

sondern seiner Natur, seiner nordischen Natur nach hart und kämpferisch ist, aber in seinem faustischen Steigerungsdrang und niemals befriedigten Voll­endungstrieb das antike Menschenideal, nämlich die Schönheit der Erscheinung und die Schönheit des Wesens in freudiger Vereinigung, anstrebt. Er selbst ging von bannen mit starkem, männlichen Verzicht. In einigen seiner Verse sagt er es, in einem knap­pen, für Viele seines Schlages sehr bezeichnenden Bilde:

Ich werde so von hinnen eilen

Mit tiefgeschlossenem Visier,

Und ein paar arme stumpfe Zeilen,

Die bleiben bann der Welt von mir."

Isolbe Kurz nahm seine Sehnsucht auf und führte fie zu weit glücklicherem Enbe. In ihrenFloren­tiner Novellen" wirb ber Geist ber Renaissance leuchtende Gestalt- allo nicht ausgestopfte historische

Bekanntmachung des Gauletters

In letzter Zeit berufen sich einzelne Firmen und Gesellschaften Darauf, daß ihr Betrieb durch die 71SDAP. gesichert bzw. die oorgenommene Um­stellung durch Parteidienststellen genehmigt wor­den sei.

kein wirtschastsbelrieb hat das Recht, sich auf dlq Partei oder ihre Dienststellen zu beziehen.

Ich untersage die mißbräuchliche B e* nuhun g der Symbole, Hamen und Gedankengänge öer Partei zu Geschäftszwecken, durch Flugblatt* anpreisung ufro.

Frankfurt a. 2R 19. Dezember 1933.

Der Gauleiter: gez.: Sprenger.

Erbin der Antike

Zum SO Geburtstage von Isolde Kurz am 21 Dezember

Don Or. Johannes Günther

Wir können der achtzigjährigen Isolde Kurz keine größere Ehrung erweisen als die, daß wir nus auf die Wesensgrundzüge ihrer Dichtkunst be­sinnen. Ihr Vater, Hermann Kurz, hat in seiner Tochter schönste Erfüllung gesunden. Er hatte eine Liebe zur Antike, so wissenschaftlich-solide begründet, so menschlich-warm empfunden, so ehrlich vertreten, wie sie nur ein deutscher Gelehrter haben kann, vielleicht gerade deswegen, weil er selber nicht den Schwung der dionysisch gestimmten Südländer hat,

Das Ganze dauerte drei geschlagene Stunden, und so kam jedermann richtig auf seine Kosten. Die Kin­der, sie hörten es gerne, spielten aus Leibeskräften mit und spendeten reichen Beifall. Schneeweißchci», Rosenrot, der Bär und der Zwerg werden diese Nacht sicher in vielen Kinderträumen erschienen fein. Hili.

Irlands Weg zur Freiheit.

Don Or. Wilhelm Gemperle.

Mit unaufhaltsamer Folgerichtigkeit schreitet Ir­land auf dem Wege zur völligen Selbständigkeit, zur Republik, vorwärts und ist so einem Ziel nahe, um das seit Jahrhunderten die besten Söhne der Grü­nen Insel gerungen haben. Ihre Geschichte, die noch immer von dem jahrtausendalten Geist einer halb melancholischen, halb düsteren Sagenwelt umwittert ist, stellt sich uns als eine endlose Kette erbitterter Abwehrkampfe gegen fremde Eroberer und stolzer Bewahrung uralten Volkstums dar. Noch heute wei­sen die Iren gern darauf hin, daß das gälische Volk »h-u.C011^ In voller Freiheit befand, während ihre keltischen Bruderstamme, die Gallier und Britannier -in heutigen Frankreich und England den Legionen Easars untertan wurden. In dieser heidnischen Epoche m der stammeskönige die weltliche und die Druiden die priesterliche Macht innehatten, entfaltete sich der unerschütterliche Freiheitssinn, der die Iren bis zur Gegenwart nicht verlassen hat und der sie immer wieder zu den Quellen des gälischen Volkstums, zu der keltischen Kultur Irlands zurückführt.

Patrick, dem großen Missionar des Christentums bis weit nach West- und Mitteleuropa hinein, begann seit dem fünften Jahrhundert die Durchdringung des wilden Volkes mit dem katholi- styen Christentum, an dem die Iren durch die Jahr­hunderte hindurch trotz aller Unterdrückung zähe fest- aehalten haben. Gälisches Volkstum und katholisches Glaubensbekenntnis wurden so zu den sittlichen Kräften, die den harten Kampf gegen die englische Krone und gegen die anglikanische Kirche aufnah­men. Die Einfälle der Normannen seit dem neunten Jahrhundert, eine Folge der andau­ernden Völkerwanderungen auf dem europäischen Festland, konnte Irland auffangen. Die einheimische Bevölkerung war stark genug, die Eindringlinge in *7 emzuschmelzen. Aber im zwölften Jahrhundert ItBt Das heldenmütige Ringen gegen den immer CF- werdenden Feind ein, der eine äußere Machtposition nach der anderen einnimmt, dem aber niemals die geistige Behauptung des errungenen Be­sitzes gelingt.

Heinrich II. unterwirft sich das Land und verteilt es an seine normannischen Barone, deren Nachkom­men aber schon wieder zu Iren gälischer Zunge wer­den, so widerstandskrästig erweist sich das heimische Blut. Von diesem Zeitpunkt ab ist der englische An­spruch auf Oberherrschaft jedoch nicht mehr ausge- geben worden. Die Unterstellung des irischen Par­laments unter den englischen König in der sog Poy- nings-Akte (1494), die Aufhebung der katholischen Kloster unter Heinrich VIII. und die Durchführung der englischen Staatskirche in Irland, die Ansied­lung englischer Kolonisten unter Elisabeth, Karl I. und später unter Cromwell besonders in Nord- irtanb sind die bemerkenswertesten Etappen dieser blutigen und verbissenen Auseinandersetzung, die auf beiben Seiten mit fanatischer Leidenschaft geführt wurde.

Neben die kriegerische Unterdrückung und den gei­stigen Zwang trat bald ein erbarmungsloser Wiri­sch a f t s k a m p s. Die Viehausfuhr, ein wichtiger Erwerbszweig der grünen Insel, wurde verboten, um die englische Viehzucht nicht zu beeinträchtigen, und der Außenhandel in Wolle bis auf wenige Aus­nahmen abgedrosselt. Gegen Ende des 17. Jahrhun­derts verbündeten sich die Iren mit Ludwig XIV., der in Irland aber nur ein Bollwerk, seines eigenen Kö­nigtums errichten wollte, um den verhaßten engli­schen Eindringling herauszuwerfen. Das Unterneh­men stand von vornherein unter einem Unglücksstern: die irischen Truppen wurden zur ehrenvollen Ueber- gabe gezwungen. Die Blüte von Irlands Mannheit zog damals aus der Heimat, um auf den Schlachtfeldern Europas zumeist im Solde

Die in täglich größerer Anzahl bei meiner Ab­teilung eintaufenden Anfragen über Verwandten­ehen geben zu einer Stellungnahme Anlaß.

Der heutige, fast einmütige Standpunkt der deut­schen Rassenhygieniker geht dahin, daß im allge­meinen vor dem Eingehen von Verwandten­ehen gewarnt werden muß. Diese Stellung­nahme ist durch folgendes begründet:

Wir kennen bereits viele Krankheiten, bei denen die Anlage für die Krankheit mehr ober weniger die Anlage für das Gesunde überwiegt, und wir kennen anderseits Krankheiten, bei denen die An­tage für Gesund die Anlage für Krank überdeckt. Wenn es sich um den letzteren Erbgang handelt, dann kann krankhafte Anlage durch Geschlechter hindurch von der gesunden überdeckt "werden, aber durch eine ungünstige Heirat kann das Leiden eines Tages in einer solchen Familie wieder auf- tauchen, und zwar dann, wenn beide äußerlich vielleicht gesunde Ehepartner die Krankheitsantage in ihrem Erbbild mit sich tragen. Insbesondere sind es die Ehen unter Blutsverwandten, welche die krankhaften Anlagen wieder zusammenführen, und deswegen zeigen die Mitglieder von Familien, die wieder ineinander geheiratet haben, auffallend häufig körperliche und geistige Mängel. Allerdings können daneben hervorragende Einzelbeqabunqen vorhanden sein.

Wenn also derartige Ehen sehr wohl wertvolle Nachkommen hervorbringen können, so ist doch grundsätzlich vor dem Eingehen einer Verwandtenehe z u warnen, es sei denn, daß in einer möglichst großen Geschlechterfolge die Ahnenreihen, einschließlich der Seitenlinien, beider Ehepartner völlig frei von irgend welchen vererb­baren Krankheiten befunden werden.

Die Entscheidung darüber wird im allgemeinen bem Laien nicht möglich sein, so baß in diesen Füllen am besten der Rat eines erbbiologisch ge­schulten Arztes einzuholen ist.

Von einem Gesetz, welches die Verwand-

am Baum hinauf hüpft, der Minister Natt-Natt von Entenhausen in einem prächtigen Schlitten, von ein*m. H'vsch gezogen, daheraesahren kommt, und außerdem em kleiner zoologischer Garten losgelassen wird, dessen Insassen einen munteren Reigen auf- fuhren $ie Befreiung der beiden Prinzen und das Ende des bösen Zwerges dürfen ohne Zweifel als Dramatischer Höhepunkt des Märchenspiels gelten

die Aufregung im Parkett zu hohen Graden anfteigen laßt.

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Zuletzt findet sich alles am Hofe des Königs Ado- lar zusammen, der auf einem höchst sinnreich be- weglichen Fahrstuhl-Thron sitzt und alsbald mit einen beiden Söhnen ein gerührtes Wiedersehen feiert. Jetzt soll natürlich gleich eine doppelte Hoch- Zeit mit Schneeweißchen und Rosenrot gefeiert werden, wozu die Zinnsoldatenparade der Schloß, wache den festlichen Auftakt bildet. Da aber inzwi­lchen der Heilige Abend herangekommen ist, kann es keinen besseren Abschluß geben, als daß die ganze Gemeinde, die Großen und die Kleinen das alte Wechnachtslied anstimmen.

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Der gute Onkel Volck hat das Stück für dis Minoer mit Liebe und viel Sorgfalt einstudiert. Herr Löffler und Herr Keim haben eine schöne und recht märchenhafte Dekoration besorgt, und Herr Huber hat die bunten Kostüme und fabelhaften Masken gestiftet. Kapellmeister Kerzisnik macht die bald heitere, bald stimmungsvolle Musik dazu, und Hannah Spohr hat eine ganze Reihe schwie­riger Kindertänze eingeübt, die denn auch alle tadel» los vorgeführt wurden.

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Hansi Stadler und Elisabeth Wiel ander spielten sehr anmutig Schneeweißchen und Rosen­rot. Herr Volck war ein dicker, gemütlicher Mär­chenkönig: Herr Schorn ein ganz unheimliches kleines Zwergenscheusal, während Herr Lüpke als Nachbar Muffel und Herr Kühne als Natt-Natt mit ihren drolligen Gebärden und allerlei Späß­chen die Zuschauerschaft zu heller Heiterkeit ent­flammten. Sehr hübsch machte Frau Schubert- Jüngling die Mutter Christine: Herr Michel und Herr D i e t e n erschienen nach ihrer Ver­wandlung als zwei märchenhaft prächtige und statt­liche Prinzen. Auch die Herren Geiger, Seitz und Nieren waren als Logenschließer, Feuer­wehrmann und Hofmarschall drei ebenso gewichtigs wie ergötzliche Gestalten.

t e n e h e n verbietet, ist vorläufig nichts b e k a n n t. Ein Eheverbot besteht ja zur Zeit selbst nicht bei erblich belasteten Personen. Allerdings er­füllt mit Fug und Recht der neue Staat ein völ­kisches Notwehrrecht, wenn er von Ehen, bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit ein kranker Nachwuchs zu erwarten ist, Verzicht auf Fort­pflanzung durch Sterilisation verlangt. Hierher ge­hören: angeborener Schwachsinn, verschiedene ver- erbbare Geisteskrankheiten, erbliche Fallsucht, erb­licher Veitstanz, erbliche Blindheit, erbliche Taub­heit und schwere erbliche körperliche Mißbildungen.

Jeder Volksgenosse, der eine Verwandtenehe ein- Zugehen beabsichtigt, muß sich seiner Verantwortung der Volksgemeinschaft gegenüber bewußt sein und soll nur dann eine Ehe mit einem Blutsverwandten schließen, wenn nachgewiesen ist, daß sowohl seine eigene, als auch die Familie seines Ehepartners frei ist von vererbbaren Krankheiten. Daß Ehen zwischen richtigen Geschwisterkindern besonders un­erwünscht und für die Nachkommenschaft u. U. ge- !a5r!,d)afinb' ergibt sich aus dem Gesagten von selbst. Außerdem wird wohl im allgemeinen das gesunde und normale Empfinden den Einzelnen davon abhalten, eine derartige Inzucht zu treiben. Zu verurteilen sind selbstverständlich ebenso wie bei anderen Ehen die Verwandtenehen bann, wenn fie einzig und allein aus pekuniären und materiellen Gründen geschlossen werden.

Der nationalsozialistische Staat denkt über die Sorge um den einzelnen hinaus an Glück und Gesundheit der Kinder und Enkelkinder und der späteren deutschen Geschlechter überhaupt. Er hilft dadurch aber auch, durch gesunde Kinder das Gluck ber einzelnen Familien sicherzustellen. Er er­spart baburch bem beutschen Vater unb ber beut- scheu Mutter viel Kummer unb große Sorgen, denn bas größte Glück ber beutschen Familie muß wieder werben eine große unb gefunbe Kinberschar

Homerule-Bill scheiterte jeboch an bem Wiberstand ber Konservativen unb ber liberalen Unionisten vor aUem deshalb, weil in Irland selber das vorwiegend protestantische U l st e r, das schon seit langem von britischem Einfluß durchtränkt war, die Vergewalti­gung durch ein selbständiges katholisches Irland be. fürchtete: ein Punkt, der die Lösung der irischen Frage auch heute noch erschwert und England immer wieder unter Hinweis auf die Rechte Ulsters Beran- laffung zur Ablehnung irischer Forderungen gibt.

Irland blieb trotz aller Versöhnungsbestrebungen ö i e brennende Wunde am britischen Staats- körper. Häufig wurden die glanzvollsten Bekun- düngen der einigen Macht des britischen Imperiums durch den Bombenwurf eines fanatischen Iren ober durch eine offene Rebellion in ben Straßen irischer Stabte unsanft gestört. Hunderftausenbe von Iren kehrten lieber ihrer Heimat den Rücken, als daß sie als Untertanen des englischen Königs leben wollten. Der wirtschaftliche Niedergang des Landes, in dem Die Entwicklung einer Industrie am Widerstand Eng. tanbs scheiterte unb besten Lanbwirtschaft sich nur schwer zu erholen vermochte, war ein weiterer mäch­tiger Antrieb zur Auswanderung. Irland ist bas einzige Land Europas, dessen Bevölkerung sich trotz Geburtenüberschuß infolge Masse naus- Wanderung in den letzten Jahrzehnten erheblich verringert hat. Während die Bevölkerung 1841 auf über acht Millionen geschätzt wurde, nahm sie bis 1900, also im Laufe von 60 Jahren, um fast fünfzig Prozent ab. 3

Inzwischen sind manche Wünsche der irischen Pa- knoten in Erfüllung gegangen: das katholische Be- kenntnis ist frei, die irischen Pächter sind in freie Bauern umgewandelt worden. Aber als im Sommer 1914 bas Homerule-Gefetz endlich in Kraft treten sollte, kam es fast zu einem kriegerischen Zusammen­stoß zwischen den vom irischen Nationalismus orga­nisierten Freiwilligenverbänden unb ben Anhängern bes protestantischen Ulster. Homerule würbe also ver­tagt. Der Wiberstanb gegen die britische Regierung während des Weltkrieges war so groß, daß man 3rtanb in die 1916 eingeführte allgemeine Dienst- psi>cht nicht einbezog. Sir Roger Casement, ber sich bei Ausbruch bes Krieges in Deutschlanb befanb, versuchte unter abenteuerlichen Umständen einen wischen Aufruhr zu entfachen. Er bezahlle diesen Versuch mit bem Tobe burch ben Strang. Die furcht­barste Erschütterung in ben englisch-irischen Begehun­gen war ber Dfteraufftanb der Sinn­feiner in Dublin, der in blutigen Straßenkämp­fen unterdrückt wurde.Nachdem 1919 unter deVa - I e r a eine republikanische Geheimregierung errichtet worden war, die Irlands Unabhängigkeit erklärte bemühte man sich in England fieberhaft um eine >osung der irischen Frage. Im Dezember 1921 wurde G London em förmlicher Friedensoertraq abge- schlofsen. Für Novdirland trat Homerule in Geltung;

Berbritung des Jrentums" vorbereiteten. Aber die alten Gegensätze ruhten nicht: sie nahmen nur die Formen des neuen Jahrhunderts an.Zwischen Ge­walttaten und Gesetzlichkeit" überschreibt .Franz Fromme in seinem lesenswerten BuchIrlands §owpf um die Freiheit" diesen Abschnitt der irischen Geschichte. Unter dem Einfluß desJungen Ir­lands", eines Bundes aktivistischer Freiheitspolitiker, erfolgten im Revolutionsjahre 1848 vergebliche Auf­standsversuche. Nach der Unterdrückung dieser Bewe­gung und Deportation ihrer Führer entstanden neue Organisationen, vor allem der in den Bereinigten Staaten von dort lebenden Iren gegründete Geheim­bund derF e n i e r", der bis in die Gegenwart hinein wirkt. Ein Verschwörernetz spann sich über Die ganze Welt: Bombenattentate und andere Ter­rorakte verkünden den unauslöschlichen Anspruch auf ein freies Irland, auf die Lösung der Union mit England.

Daneben kämpfte eine gemäßigtere Richtung für bie Berwirklichung eines Befreiungsprogramms, für bas bas Schlagwort Homerule geprägt wurde Der damalige Führer ber Liberalen G l a b st o n e rnadjte bieses Programm angesichts ber wachsenben Qtarung zu dem seinen unb leitete bie große Reihe ber Agrarreformen ein, bie allmählich eine Enteig­nung bzw. Ablösung des englischen Großgrundbesitzes zugunsten der irischen Pächter durchführte. Die gegen Enbe des Jahrhunderts versuchte Durchdringung der

Oie Gefahr der Verwandienehe.

Don Or. meb. H. W. Kranz, Gießen, Leiter ber Abteilung Grbgesunbheits- unb Rasienpsiege bei ber Hessischen Aerztekammer.

Gießener Gtadttheaier.

Weihnachtsmärchen: Schnecwcitzchen und Rosenrot."

.Alle Jahre wieder ein paar Tage vor dem Heuigen Abend das große Erlebnis für die kleine Gesellschaft: erste Borstellung vom Weihnachts- marchen! Und für die Erwachsenen auch alle Jahre wieder ein kleines Erlebnis nicht so sehr auf ber Bichne wie vor der Bühne, im Zuschauer- raum: Kinder sind nämlich noch immer das dank- barfte, rührendste und ernsthafteste Publikum im Dheater, das man sich denken kann.

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Diesmal heißt das WeihnachtsstückSchneeweiß- chen und Rosenrot", ein lustiges Märchenspiel in einem Vorspiel unb brei Akten von Hermann Stel- 14-r^c^t V1 natürlich jebermann bekannt unb finbet sich ausgezeichnet in ben Kinder- unb Yausmarchen ber guten Brüber Grimm. Diese feit alters oertraute Geschichte sieht man auf ber Bühne leibhaftig D°r sich. Das geht gleich im Borspiel ganz zauberhaft an mit einem Märchenautomaten, woraus S,.? ^uem überlebensgroßen Groschen die h Personen zum Vorschein bringen kann: die Mutter Christine unb ben bösen Zwerg Kar- suiikel unb sogar ben Bären, welcher brummt, aber gar nicht bös ist, fonbern sogleich ein artiges Tänz­chen zum Besten gibt. '

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s. erste Bilb schilbert bann höchst anschaulich Die nächtlichen Abenteuer im dickverschneiten Häus- tacn mitten im Walb, wo Schneeweißchen unb Rosenrot mit ihrer Mutter wohnen, unb wo alsbalb Der Nachbar Muffel, ber Bär unb ber Zwerg er- scheinen unb um ein Nachtguartier bitten. Der Bär aber, welcher ja, wie man weiß, gar kein richtiger -öar ift fonbern ber verzauberte Prinz Edelbert, hat nicht bloß einen köstlichen Ring in seinem Sdjnapptatf, fonbern auch eine Ziehharmonika von lauter (9olb, mit ber man vor bem Schlafengehen fann fIeine allgemeine Tanzmusik veranstalten

Das ist aber noch gar nichts: kaum haben sich Die kleinen Gemüter ein wenig beruhigt, ba finbet man sich im winterlichen Märchenwalbe wieber, wo ber garstige Karfunkel vor feiner Felsenhöhle lein ruchloses Wesen treibt; wo bas Eichhörnch-'n