Ausgabe 
21.10.1933 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mo4^°9en- Hebe iSm*®®1«?* ?,tluten? 9 ei1^ m bi( l?feIeile mit Ke. Watte beides lächelte^' M* )n vorhin.- mit nicht.- ,Qn$ Aou!' en.

enWt

SW Kit, .bi?*6* vorhin;!

1»9 « Iw, MA fahren. " wehrte ab b«eiÄn6r'® 6 r Iberia war ihm *er « im Stufe un Qn9ttommen, HD, q,

«inen Sotoanb, b M sich ur!l jen Rrüairzuges mar ® ue bei bem, was srr, tt bleiben. In einen t bullt, mit einer fdjw enden haar, eilte fit i fid) drüben an das eilt! flat wohnte, den sie e aber nicht abschüM I verwundert: chf nach mir gehM? h ch im Tartensaal eman erzeugte sich dann, ob t- ffen stand. Nachdem fe hasst, sagte sie leise un am besten noch heud Pein Name spielt sch

(Fortsetzung s«

Samstag, 21. (Dttobet (953

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten)

Nr. 247 vierter Blatt

jzier-Arbeiti

ienHandweiksmeis

izierer/nnun

Kreis Sieüs

61

)ertrofien bei

ma Gicht chmerzen

d schuh und Erkal- uen Stark harn-, ktcriento^eMlkh*' Versuch

^ervS'-elhren.Ant'

** m» & *

.2«

S-Ss

M«a>W

1

I uflt*

v*$s< syM

Aus der Wett des Films

i es gehört viel das Gewünschte

A>>! dem Mount Everest and im afrikanischen Vnsch

Der $ilm erobert die Welt.- Spitzenleistungen moderner Aufnahme-Technik.

e, als er das Glück hatte, auf einer neuen

-Expedition mit Hans Schomburgk in einer der großen Wildkammern, die Afrika noch birgt, mit der Kamera noch jagen zu können. Die wert- vollsten Aufnahmen erhielt er in dem über 6000 Quadratkilometer , großen Wild-Schutzgebiet des Transvaal an der portugiesischen Grenze. Trotz des Wildreichtums laufen die Herden natürlich nicht einem sofort in den Weg, sondern es Geduld und Ausdauer dazu, um t

Warum Zilmeverregnen".

Wenn wir gelegentlich alte Filme wieder zu sehen bekommen und oft als gute Bekannte begrüßen, fällt uns auch wieder auf, daß es beim heitersten Himmel aus diesen Filmen so oftregnet'. Feme schwarze Schnürchen rieseln herunter wie dünne Wasserströme und legen einen trüben Vorgang vor die Szenen, die sich dahinter mit gedämpfter Hellig­keit abspielen. DiesesVerregnen" des Films ist eine Krankheitserscheinung des Filmbandes, das der Filmtechnik schon viel Kopfzerbrechen bereitet hat

mit goldigen Wiener Madeln, und vor allem mit Wiener Walzern. Wenn die Walzerzeit auf der Tonfilmleinewand beginnt, bann ist dem Film- publikum erst der rechte Ohrenschmaus beschert worden, zumal wenn die ganze Sache so hübsch zusammengebraut worden ist, wie es der Usa-Ton- silmW a l z e r k r i e g" zeigt. Da ist der Walzer­könig Lanner mit seiner Kapelle, und sein erster Geiger heißt Johann Strauß und kann' anschei­nend soviel, daß Papa Lanner trotz aller vorhande­nen Abneigung immer wieder ihn zu seinem ersten Mitarbeiter macht. Auch ein Töchterlein hat Lanner, und die ist mit dergroßen Trommel" außerordent­lich eng verbunden, so daß man fürchtet, die offen­sichtlich fällige Heirat kommt schon zu Beginn des Films. Aber erfreulicherweise treten im Verlauf der Handlung noch soviel Konflikte, Kabbeleien und Feindschaften auf, ja, ein ganzer Walzerkrieg kommt zustande, und dies ist es eben, was den Film so sympathisch macht. Wie die Geschichte von der Ver­söhnung zwischen Lanner und Strauß im Gerichts­saal vor fick) geht, wie der Nakoczy-Marsch entsteht, weil beide Komponisten ihn sozusagen wutentbrannt schaffen, das ist so originell und so witzig dargestellt, daß das Publikum begeistert mitsingt und den Takt mitschlägt. Darin liegt des Regisseurs Dr. Ber­ger stärkste Leistung, in Episoden die Filmhand­lung vorzutreiben, in Kleinigkeiten die entscheiden­den Personen so angenehm zur Geltung zu bringen, daß sie nie aufdringlich wirken. Willi Fritsch

in dem unendlich ausgedehnten Buschfeld aufzu- spüren und sich so nahe heranzuschleichen, um gute Aufnahmen machen zu können, Lieberenz hat mehr- fach mit Gleichmut dem Tode ins Auge gefehen, wenn es sich darum handelte, die rechten Objekte vor die Linse zu bringen.Achtundzwanzig Löwen filmte man auf dieser Reise. Büffel, Giraffen, die verschiedensten Sorten Antilopen, Assen, Warzen­schweine, allerhand Raubtiere und was sonst der wilde Busch noch bietet und birgt, wurde hier Lie- berenzens photographische Beute. Nie wurde er von Gewehren gedeckt. Einmal stand er inmitten einer Elefantenherde und kurbelte, was das Zeug hielt, und Schomburgk gibt selbst zu, eine Todesangst ausgestanden zu haben, da die Elefanten schon um ihn her unruhig wurden, und er glaubte, im näch­sten Moment würden die Kolosse sie überrennen, sie zu Brei zerstampfen. Lieberenz ließ sich durch nichts stören, er kurbelte."

und sich trotz mancher Gegenmaßnahmen bei häufig benutzten Filmen nicht vermeiden läßt. Es ist der Staub und Schmutz, der sich bei längerer Hand­habung auf dem Filmband festsetzt und sich dann beim Abrollen so unangenehm bemerkbar macht. Der Staub liegt als harter Fremdkörper zwischen den Windungen der Filmrolle, und da diese sich, besonders beim Umrollen, mehr ober weniger stark aneinanber scheuert unb reibt, so verursachen bie Staubkörnchen kleine Schrammen unb Kratzer, bie bann bei ber Vorführung alsVerregnung" zutage treten. Es ist bies weniger eine Alltagserscheinung als eine Art Erkrankung. Auch bei sehr langer Be­nutzung kann bas Filmoand klar unb rein bleiben, wenn nur ber Staub vollkommen fern gehalten werben würbe. Es ist nun bie Aufgabe bes Kampfes, ber gegen basVerregnen" geführt wirb, ben Film gegen ben Staub abzuhärten, ihn gegen ben An­griff bes Krankheitserregers wiberstanbsfähiger zu machen. Man hat auchSanatorien" für verreg­nete Filme eingerichtet, in benen mit bem befchöbig- ten Banb ein Heilverfahren oorgenommen wirb.

Die unangenehme Neigung bes Zelluloib-Banbes, ben Staub anzuziehen, wirb befonbers verstärkt burch bie elektrische Labung bes Films wöhrenb seiner Verwenbung. Der Film nimmt nämlich um so leichter Elektrizität an, je trockener er ist, unb zieht bann Frembkörpcrteilchen aus ber Lust herab. Ein weiterer Umftanb, ber bas Festhaften bes Staubes auf bem Film beförbert, ist bie fette fiebrige Gelatine, bie alle Fingerspuren festhält. Am meisten ist ber Film ber Verschmutzung aus­gesetzt, wenn er umgerollt wirb. Er liegt bann offen unb unbeberft an ber Luft, unb zubem erzeugt bas Ablaufen ber Winbungen Reibungselektrizität. Das Verregnen kann man burch eine vorsichtige Reini­gung zu beseitigen suchen, erreicht babei aber, nicht immer bie gewünschte Wirkung. Doch gibt es recht brauchbare Filmreinigungs-Maschinen. Am besten ist es jeboch, wenn man den Film überhaupt nicht ben Gefahren ber Ansteckung aussetzt, unb bafür gibt es einen Aparat, bie sog.Filmhere", bie beim Umrollen zwischen die Rollen eingeschaltet wird und auch im Theater angebracht werden kann, um im Vorführungsraum den Staub fernzuhalten. Ist der Film dachverregnet", dann muß man ihn mit dem Staubsauger behandeln, aber das ist eine langwierige und ziemlich kostspielige Arbeit, die man gern vermeidet.

Besuch bei Tony van Eyck.

Don Ettinor Hagemeister.

Ich habe eigentlich wenig Zeit, weil ich äugen- blicklich mit den Proben im Staatstheater so sehr viel zu tun habe aber wenn Sie heute nach­mittag zu einer Tasse Kaffee kommen wollen, dann ist es mir recht, bann werbe ick Ihnen alles er» zählen, was Sie wissen wollen!' Schon l)at lom) van Eyck ben Telefonhörer wieber aufgelegt! Also gut! Heute nachmittag!

Um 16 Uhr stehe ich vor bem Haus in einer ber Seitenstraßen bes Kursürstenbammes.Zu Tony van Eyck? Fünf Treppen, bitte!" So, ba wären wir. Hell schrillt die Klingel, ein freund­liches Mädchen öffnet, unb ein süßes kleines Blonb- köpfchen guckt aus ber Tür:Mutti, 'ne Tante!"

Schon kommt bie Mutti: Tony van Eyck, die noch vor wenigen Jahren Deutschlands jüngste Schauspielerin war. Und das soll schon eine Mutti fein? Aber es stimmt:Meine Tochter Veronika", stellt bie junge Mutti vor. Veronika ist breineinhalb Jahre alt, hat die blauesten Augen, die man sich denken kann,wie ein preußischer Briefkasten", jagt Tony lachend, und leuchtend blonde Locken. Nun kommen Sie aber herein es ist zwar ein bißchen hoch zu steigen, ehe man zu mir kommt, aber ich hoffe, es gefällt Ihnen bei mir. Mein Mann ist leider nicht zu Hause; da er jetzt national­sozialistischer Kommissar an der Lessinghochschule ist, hat er den ganzen Tag zu tun!" Sie öffnet eine Tür, eine Flut von Helligkeit strömt in den buntlen Korridor und bann steht man in einer ber reizenbsten Atelierwohnungen Berlins.

Das hier ist Muttis Zimmer, unb ba wohn ich, ein ganzes Zimmer für mich allein!" strahlt Veronika unb reißt bie Tür zu ihrem Zimmer auf, auch hier ein großes helles Atelierzimmer... mit Oberlicht,bamit Veronika mir nicht aus bem Senfter purzelt, wenn sie mal allein spielen muß! Nun gibts Kaffee unb Gebäck. Tony van Eyck sitzt mir gegenüber, ihr blonbes Kinb auf bem Schoß. Ich bin fo sehr glücklich, daß ich jetzt w.eber so viel zu tun habe, eine zeitlang, unter der letzten Leitung des Staatstheaters, hatte ich leider nicht ausreichend zu tun! Aber nun habe ich einen Iahresvertrag beim Staatstheater, und ich darf mitarbeiten, wenn man das neue deutsche Theater aufbaut. Ich bin feit Jahren überzeugte National-

die er mit Hans Schomburgk nach Afrika unter­nahm, ist er an einer Reihe weiterer Filmexpedi­tionen entscheidend beteiligt gewesen, von denen er ausgezeichnete Filme mitgebracht hat. Seine jüng­sten Taten und Abenteuer, die in dem FilmD a s letzte Paradies" festgehalten sind, werden sehr anschaulich von Karl Ange bau er in dem beim Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin erschiene­nen BuchMit der Flimmerkiste ins Affenland" geschildert. Lieberenz hat für seine Leistungen hohe Anerkennung gefunben. Sven Hedin, den er bei seiner großen Asien-Durchquerung als Kamera- Mann begleitete, spricht an verschiedenen Stellen seines WerkesRätsel des Gobi" von feiner her­vorragenden Tüchtigkeit, und Lutz H eck, mit dem zusammen er eine Reise nach Abessinien unter­nahm, bezeugt seine vorbildliche Ausdauer und Ruhe:Er leistete alles nur irgendwie Mögliche. Das ging so weit, daß er einmal nach Schluß einer Wasserböck-Aufnahme, bei ber er bem Tier stunben- lang in bie bürre Steppe folgte, ohnmächtig zu­sammenbrach". Verschiedene Kulturfilme hat Liebe­renz in Lappland, den Mittelmeerländern, in Ka­merun gedreht.Lieberenz ist ein Fanatiker seiner Arbeit", schreibt Angebauer von ihm.Gilt es etwas für feinen Filmstreifen zu erjagen, so gibt er nicht nach bis zum Jufammenbrechen. Er besitzt einen äußerst kräftigen, durch Strapazen gekräftigten Kör­per, und dieseni Körper setzt er, handelt es sich um interessante Filmbeute, rücksichtslos ein. So rück­sichtslos, daß es mehr als einmal vorgekommen ist, daß er bei der Verfolgung seltenen und scheuen Wilds, welches absolut nicht standhalten wollte, oder dem er nachsetzte, um es immer und immer wieder in verschiedenen Stellungen zu kurbeln, endlich vollkommen ausgepumpt zusammenbrach. Es ist eben nicht gar so einfach, unter glühend heißer Tropensonne, beladen mit einer Last von über einem halben Zentner, sich in geduckter Stel­lung Kilometer um Kilometer anzuschleichen, end­lich, wenn man glaubt, am Ziel zu sein, nur zu sehen, wie bas Wild wieder abspringt, und nun das Manöver wieder von vorne zu beginnen."

Sein größte Sehnsucht fanb Lieberenz aber erst

Neue Filme.

Das Hingen um Verdun."

Der FilmDas Ringen um Verdun" mit dem Untertitel: Das Dokument deutschen Heldentums den Gefallenen zum Andenken, ist die deutsche Fassung des bekannten französischen Tonfilms von L6on P o i r i e r, der bereits seit einiger Zeit im Auslande gezeigt wird. Der Film, der unter starker Verwendung historischen Archiv- Materials unb unter sorgfältiger Beachtung bes tat­sächlichen Geschehens hergestellt würbe, zeigt bie schweren Kämpfe um Verbun von ihrem Anfang bis zu ihrem Enbe. Der beutschen Fassung fehlt eine eigentliche Rahmenhanblung, man möchte je­boch sagen: erfreulicherweise, ba baburch um so klarer bie einfachen, großen Linien ber Kampfhanb- lung beutlid) werben. Die Hanblung finbet ihren Höhepunkt in ben Kämpfen um bie Forts von Douaumont unb Vaux. Die Kampfhanblungen werben burchaus realistisch bargestellt. Man hat meistens burchaus ben Einbruck, baß es sich um echte Kampfhanblungen hanbeln konnte, so baß auch bem Nichtfrontkämpfer ein gutes unb verhältnis­mäßig wahrheitsgetreues Bilb von ber ungeheuren Schwere ber Kämpfe unb ber seelischen Be­anspruchung, bie sie erforberten, gegeben wirb. Der nüchterne Realismus bes Films zeigt in bofumen- taler Größe bie Schwere bes Ringens um Verdun, das ja infolge ber ungeheuren Uebermacfjt ber Alliierten nicht mit einem beutschen Erfolge enben konnte, bas aber ein um so größeres Helbenlieb von bem Mut, ber Ausbauer unb ber Pflichttreue bes beutschen Frontsolbaten ist. Die beutsche Be­arbeitung bes französischen Films, bem man auch als Frontkämpfer volle Anerkennung zollen muß, stammt von Heinz Paul. Der beutfche Text würbe von Theobor Loos gesprochen.

Sonnenstrahl."

Im Berliner Gloriapalast blitzte berSonnen» strah l" zum ersten Male auf; er wirb verkörpert durch Annabe11e, bie bas Leben bes Arbeits­losen Hans (Gustav Fröhlich) burchwärmt unb durchleuchtet. Ein neuer Typus ist mit bie,em von Paul Dejos in Jbee, Manuskript unb Spiellei­tung geschaffenen Film erftanben, von Musik be­gleitet unb untermalt, aber äußerst sparsam mit Worten. Es wirb so gut wie gar nicht gesprochen. Geschehen unb Empsinbung werben nur burch bie Sprache ber Bewegung, ber Haltung bes Gesichts ausgebrückt. Zuerst ist diese Stille ungewohnt, aber bald empfindet man sie als ein wohltuendes Ab­rücken von dem allzu vielen Gerede, mit dem heutige Filme oft überlastet sind. Die Handlung hinterläßt eine gewisse Zwiespältigkeit: Hans rettet Anna vor dem Selbstmord in dem Augenblick, in dem er selbst sich aus der Welt, ihrer Arbeitslosig­keit unb Sinnlosigkeit stehlen will. Beibe greifen nun tapfer zu allerlei Berufen am Ranbe bes nor­malen Arbeitslebens. Von ber Düsternis ber Donau- lanbfchaft geht es zur Hochzeitsreise im Reise- büro, wo bie beiben vor jebem Reklameplakat bessen Inhalt pantomimisch erläutern. Ein ganz reizenber Einfall, ber vor allem Annabells Gelegenheit zu entzückenben Genrebildchen gibt. Nach allerlei Zwischenfällen wieber eine Wenbung in bie Alltags- iragöbie: Hans im Krankenhaus, Anna kämpft 'mit bem Gläubiger um bie Taxirate. Dis Hanblung geht" nicht, es werben nur Einzelfzenen, balb heitere, balb traurige, nebeneinanbergesetzt. Die Photographie (Abolf) Weith) ist ausgezeichnet. Annabelle erscheint scharmant in ben leichten Szenen unb groß in ber letzten, in ber sie mit bem Gläubiger um ihre Existenzgrunblage kämpft. Un­nötig grob ber Kassierer. Ein Film, ber wegen feiner Bemühung um einen neuen Stil unb um Loslösung vonber Oberflächlichkeit trotz einiger Mängel bes Manuskripts ernste Beachtung ver­dient.

Walzerkrieg."

Alt-Wien ist wieder da! Mit allem Drum und Dran, mit Schrammelmusik, mit Heurigengärten,

Moderne Fiim-Trickö.

Besonders der amerikanische Film liebt Szenerien, die ben Einbruck von Kulissen Hervorrufen unb auch tatsächlich welche finb, aber gerade durch diese Stili­sierung eine starke Wirkung ausüben. Andererseits stehen der modernen Filmtechnik eine Fülle von Tricks zur Verfügung, mit denen man ohne viel Umstände ein naturgetreues Bild heroorzaubert. Aufnahmen in belebten Straßen mit den Stars, wie sie wohl früher öfters vorkamen, finden heute kaum noch statt. Will man einen Gang des Helden über den Potsdamer Platz in Berlin vorführen, so wirb dieser auf einem neutralen Hintergrund im Atelier photographiert und zwar mit einer Kamera, in die bereits ein an Ort und Stelle aufgenommener Film eingesetzt ist. Das Zusammenwirken dieser beiden Filme ist so natürlich, daß schon ein Sach. Fenner dazu gegärt, um zu erkennen, ob der Mann tatsächlich gegen den wirklichen Hintergrund photo­graphiert wurde oder nicht. Wenn bei einem Krach ein Wütender die Flasche vom Tisch nimmt unb an bem Kopf bes anbern zerschlägt, so wirb zu biefem Experiment niemanb gern seinen Schöbel hergeben. Ohne Siebenten tut man bas aber, wenn bie Flasche aus einem glasähnlichen Stofs hergestellt wirb, der nicht verletzt, nicht splittert, gaiu leicht ist unb nicht weh tut. Alle Flaschen, Gläser, Fenster usw., bie im Film zerbrochen werben, finb aus solchem Material. Aehnlich nützliche Dienste leistet bas sog. Jakka- Holz, bas man verwendet, wenn die Raufenden sich statt der Flaschen und Gläser der Tische unb Stühle bedienen. Ein solcher Stuhl aus Jakka-Holz, der nur zusammengeleimt ist, zerbricht sofort ohne jede Kraftaufwendung, und das ganz leichte Holz hinterläßt höchstens einen kleinen Stoß am Kopf des andern. Die packendsten Wirkungen können im modernen Atelier durch Beleuchtung erzielt werden. Man stelle sich z. B. vor, daß man nachts in einem Zug fährt, und durch das Fenster in schemenhaften Lichtern die Landschaft vorüberzieht. Wollte man bie Aufnahme aus bem Fenster des Abteils machen, so würde man höchstens eine Reihe von flirrenden Lichtern bekommen, besonders wenn der Zug schnell fährt; führe er aber langsam, bann wäre ber ganze Rhythmus verloren. Jnfolgebefsen wirb bie Lanb- chaft in kleinem Maßstab auf eine Art kreisrundes Wandel-Panorama aufgemalt und dieses photogra­phiert, wobei allerdings die Beleuchtungs-Effekt» genau berechnet werden müssen.

Die höchste Filmaufnahme.

Ein Film, der in solcher Höhe, wie noch kein anderer Film, hergestellt worden ist, wurde bei der letzten Expedition nach dem Mount Eve- re st gemacht; er ist jetzt zum erstenmal einem kleinen Kreise in London vorgeführt worden. Der Hersteller Wyn Harris bediente sich dabei einer Miniatur-Kamera, da es notwendig war, das Ge- wicht bes Gepäcks auf das Mindestmaß herabzu- drücken, ein größerer Apparat viel zu schwer ge­wesen märe. Der höchste Punkt, an bem gebreht würbe, war bei 8475 Meter. Harris erklärte einige leichteVerwackelungen" bei den Aufnahmen aus bem leichten Zittern ber Hand, baß ihn in diesen ungeheuren Berghöhen befallen habe. Zwi­schen den Schneeriesen dieser gewaltigsten Gebirgs­welt der Erde können sich die Bergsteiger nur mit großer Langsamkeit bewegen, und so sieht man sie, wie sie auf dem Film wie Ameisen mühselig em» portiertem, ihren Weg an den eisbedeckten Fels­wänden hinaufsuchen und über messerscharfe Klip­pen hinüberbalancieren, auf beiden Seiten van der unendlichen Tiefe der Abgründe bedroht. Bei einer Aufnahme erblickt man vier von den sechs höchsten Gipfeln der Welt zusammen; über die andern ragt ber Everest empor. Der Film enthält auch eine Fülle kleiner menschlicher Züge, die das Leben der Gebirgsbewohner schildern. Als besondererStar" erwies sich ein tibetanischer Großvater, der einen reizenden Humor an den Tag legt; man erblickt kleine Kinder, die am Daumen lutschen und mit großen verwunderten Augen, um sich sehen. Tibe­taner beim Betunterricht, wiberfpenftige Paks, das Leben in den Klöstern an den Abhängen des Eve­rest und in Phary, der höchsten Stabt ber Welt. Mit großer Klarheit unb Sachlichkeit ist die Arbeit ber Bergsteiger wiedergegeben, die für alle Freunde und Kenner der Alpinistik von höchstem Interesse ist.

Taten und Abenteuer

eines großen Kamera-Mannes.

Einer der Meister des Objektivs in der Filmwelt ist Paul Lieberenz. Seit seiner ersten Reife, sozialislin. Mit der schönste Tag meines Lebens war, als ich neben bem Reichskanzler Hitler sitzen bürste bei einem Empfang ber beutschen Schauspieler. Er hat sich lange mit mir unterhalten über bie beutsche Kunst unb gutes Theater. Es war ein unvergeßlicher Einbruck für mich!

Ich habe meistens ernste Rollen gespielt babei liegen mir luftige Rollen ganz befonbers. In Berlin habe ich als Vierzehnjährige Das Kätchen von Heil­bronn gespielt, es war wohl mein größter Theater­erfolg, aber meine Lieblingsrolle ist bas Gretchen, bas ist ja die deutscheste Frauengestalt!"

Veronika ist unterdessen im Zimmer auf Ent­deckungsreisen gegangen und kriecht durch den Schreibtisch und spielt Eisenbahn.Sie hat heute etwas Neues gelernt", sagt Tony van Eyck mit Mutterstolz,mach mal, wie die Lokomotive tut!' Veronika macht ein Schnutchen und zischt ver- blüfsend ähnlich wie eine Lokomotive.

Lch muß Ihnen übrigens noch ein paar Haus­genossen vor führen: unsere Laubfrösche!" Da steht ein großes Aquarium auf dem Schreibtisch. Die Frösche sind ganz zahm, sie hüpfen artig auf die Hand, klettern eine Leiter herauf, es ist, als ob sie jedes Wort verständen.Ohne Tier kann ich nicht fein, schon als Kind hatte ich meine Angorakatze und eine Kröte hatte ich mir auch gezähmt, so daß sie mich genau kannte!

Die Zeit ist im Fluge vergangen bald muß Tony fort, sie muß zur Probe ins Staatstheat^. Ich werbe übrigens nächstens in ber Lessinghoch- schule einen Theaterkursus abhalten auf diese Aufgabe freue ich mich ganz besonders!

Sie ist noch so jung, die hübsche Tony van Eyck, unb boch ist ihr Leben mit Pflichten ausgefuUt; aber ihre schönste Pflicht heißt: Veronika.

als bieGroße Trommel" ist noch in keinem Film so biszipliniert unb beherrscht gewesen wie hier. Renate Müller als golbiges Wiener Möbel wirkt entzückenb frisch unb angenehm; unweigerlich muß man sich in sie verlieben. Eine runbe, ge­schlossene Leistung ist ja immer von Paul Hörbi­ger zu erwarten. Als ber alte Lanner macht er seine Sache so überzeugenb unb einbringlid), bringt alles auf so sympathische Art, baß ihm ein Haupt- anteil an bem Erfolg biefes Films zugesprochen werben muß. Abolf Wohlbrück erscheint als Johann Strauß. Man muh sich an sein Spiel erst gewöhnen; irgenb etwas liegt in seiner Charakte­ristik, bas befrembenb wirkt. So stellt man sich ben merbenben Komponisten eigentlich nicht vor. Aber in ber Szene im Gerichtssaal, ba wo er mit Papa Lanner am Klavier zusammenstößt, vervollkommnet er boch sein Spiel. Hanna Waag vor allem bars nicht vergessen werben. Hier ist ein junges Gesicht, bas rührenb menschlich unb überzeugenb lebensnah wirkt. Ihr verhaltenes Spiel ist zu rühmen, unb wenn ein Wunsch erlaubt ist, so geht er bahin, biefe junge Schauspielerin möglichst balb mit einer ganz großen Ausgabe zu betrauen. Der Sanner» tztrauß'sche Melobienschatz ist für ben Film gehörig ausgeschöpft worben, unb bas auf so angenehme Art, baß man zum minbeften von bem Walzer An ber Donau, wenn der Wein blüht", vorerst nicht wieder loskommt. We.

Filmaufnahme int Dunkeln.

Zum ersten Mal ist in der Geschichte des Films eine Aufnahme im Dunkeln gemacht worben. Das ist kürzlich unter Verwenbung ultraroter Strahlen bei einer Veranstaltung möglich gewesen, bie bie ßonboner Filmvereinigung durchgeführt hat. Mit Hilfe dieser ultraroten Strahlen wirb ein Bilb er­zeugt, bas fast ebenso beutlid) ist wie bas unter ben mächtigen Bogenlampen bes Stubio heraestellte. Die ultraroten Strahlen, bie unsichtbar sind, kom­men ben sichtbaren roten Strahlen bes Spektrums zunächst. Das Geheimnis liegt in ber Herstellung einer Film-Emulsion, bie empfinblich genug ist, auf biefe Strahlen zu reagieren. Das Experiment ist in Anwesenheit namhafter Filmtechniker unb anbe- rer Sachverstänbigen vor sich gegangen. Man hat bazu ein kleines Falschspieler-Stückchen inszeniert. Das Theater, in bem ber Film unter so neuartigen Bebingungen gebreht mürbe, war ganz buntel, mit Ausnahme bes leichten rötlichen Glühens ber ultra­roten Lampen. Die Kamera würbe auf zwei Karten fpielenbe Männer gerichtet, bie an einem Tisch saßen. Die in bem Aufnahmeraum Anwesenben konnten gerabe noch feststellen, baß sich zwischen ben beiben Spielern ein Tumult erhoben hatte. Nach- bem ber Film in aller Eile entwickelt worben war, sah man bas vollstänbige klare Bilb bes Spiels, bas sich kurz vorher in ber Finsternis auf ber Bühne zugetragen hatte. Man bemerkte babei auch eine Karte im Aermel eines ber Falschspieler unb sah bann, wie fein Gegner mit dramatischer Gebärde fein Mester zog. Als der andere ihn beim Hand­gelenk ergriff, stellte man auch in feinem Aermel eine Falschkarte fest. An diesem und an anderen Beispielen ultraroter Aufnahmen wurde gezeigt, daß die Farbwerte der Kleider unb ber menschlichen Haut sich von ben bisher gemachten Filmaufnahmen unterschieb. Die Anwesenben sahen z. B. Aufnah­men von bunkelhaarigen, peinlich sauber rasierten Herrn, bie auf ber Leinwanb mit Bart erschienen. Das erklärt sich baraus, baß bie ultraroten Strah­len auf geringere (Entfernungen bis unter bie Ober­flächen ber Haut bringen. Olaf Bloch, bem bas I Hauptverbienst um biefe für bie Filmtechnik so be­deutsame Erfindung zugesprochen werden muß, hat gelegentlich einer Zusammenkunft erklärt, daß.es mit Hilfe einer verborgenen Kamera unb einer Lampe für ultrarote Strahlen möglich fei, einen Film von Menschen ober auch von wilben Tieren im Dunkeln aufzunehmen, ohne baß bie ausgenom­menen Menschen bzw. Tiere etwa bavon zu erfah­ren brauchen.