Ausgabe 
21.8.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 194 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Montag, 2I.Augustl955

Erschein» »Lgllch. avtze, Sonntage and Feienog» Beilagen: Die BDuftTterte (Biebener JJamilienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monat$=Be$ugsprel$:

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MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

thud und Verlag: vrühl'sche UniversttSlr-vuch- und Steinörudcrel K. Lange in Gietzen. Schriflleitnng und Gefchäflrftelle: Schnlittalse 7.

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Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbynot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn. zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Eine Kundgebung für das Lugendherbergenwerk

Berlin, 19. Aug. (TU.) Am Samstag fand im Berliner l!u ft garten eine gewaltige Werbe» tunbgebung für die deutschen Jugendherbergen statt. 80 OOO Jungens und Mädels, die zu den Juaendver- bänden der Hitlerjugend, des Bereins für das Deutschtum im Auslande, der Bibelkreise, der Pfad­finder und der Berliner Schulen gehören, hatten sich mit ihren zahlreichen bunten Wimpeln und Fah­nen eingesunden und in mustergültiger Ordnung und Disziplin Ausstellung genommen. Von der Rampe des Schlosses spielte die Kapelle des In­fanterie-Regiments 9 (Potsdam) Militärmärfchc. Rach dem gemeinsamen Gesang des Märker-Liedes wurde die Veranstaltung durch den G a u h e r - bergenwart der Deutschen Jug en dH er­borgen mit einer Ansprache eröffnet. Er schilderte den schweren Kampf der deutschen Jugend um die Jugendherberge im marxistischen Staat, die dann aber durch den neuen Staat der Jugend wieder­zugeeignet wurde. Heute bilde sie den Grundstein für das Jugendwandern. Von hier aus erlebe die Großstadtjugend die Heimat und lerne sie schätzen und lieben. Als zweiter Redner sprach Bannfuhrcr 31oba|] als Vertreter des Reichsjugendführers Baldur d. Schirach das Hitlerwort:Wenn Ihr Deutschland lieben wollt, so müßt Ihr die Hei­mat kennenlerne n." Dann führte Staatskom­missar Dr. L i p p e r t u. a. aus, auch der augenblick­liche schlechte Stand der Reichsfinanzen solle uns nicht hindern, für die deutsche Jugendherberge ein- zutreten, wie es ihr gebühre. Als letzter Redner wandte sich Schulrat Dr. Meinshausen an die versammelte Jugend. Die heutige Schule billige nicht nur das Jugendwandern, sondern sie ver­lange es von der Jugend.

Kem Aniilarmgeseh.

Berlin, 21. Aug. (VDZ.) In der Presse ist neuerdings die Schaffung eines Reichsgesetzes zurBekämpsungdesLärms angeregt war- den, um namentlich dem Lärm, den vielfach Kraft­fahrzeuge veranlassen, entschiedener als bisher ent­gegentreten zu können. Wie das VDZ.-Büro erklärt, ist e i n-e neue reichsrechtliche Regelung ber Lärmbekämpfung n i ch'l beabsich­tigt. Die Lärmbekämpfung ist wiederholt Gegen- stand eingehender Beratungen der zuständigen Stellen gewesen und man ftibt im Reichsoerkehrs- m.nisterium aus dem Standpunkt, daß die bis­herigen Bestimmungen eine ausrei- chende Handhabe bieten, um gegen zu schnelles Fahren und Lärm mit Strafen vorzugcheu Eine reichsgejctzliche Grundlage für die Lärmbekämpfung ist im übrigen bereits in der Kraftvcr- kehrsordnung vorhanden, so daß es eines weiteren Reichsgesetzes dazu nicht bedarf. Die Exc- kutioe liegt inderHandderLänder und diese haben auf Grund der geltenden Bestimmungen alle Möglichkeiten, um die Vorschriften zur Betämpfung von Auswüchsen zu verschärfen.

Oie Huterjungen m Budapest.

Budapest, 20. Aug. (TU.) Die in Budapest weilenden Hillerjungen haben am Sonntagoormiltag einen Kranz am Heldendenkmal nie - dergelegt. An dem pietätvollen Akt beteiligte sich auch eine Gruppe ungarischer Pfadfinder fowie eine Musikkapelle und eine Lcvente-Formaticm. Dann legte von Rabersberg einen mächtigen Kranz der Hitlerjugend aus Eichenlaub, Palmenblättern und Lorbeer am Denkmal nieder. Den Abschluß der Feier bildete der Parademarsch der Hillerjungen vor dem Denkmal. Am Nachmittag machten die Hit- lerjungen Ausflüge in die Umgebung der Haupt­stadt und besichtigten die Budaörser Virsich-Ausstel- lung. Dann nahmen sie im Lagymanyoser-Levente- Lager ein Strandbad und wohnten am Abend dem ihnen zu Ehren bereiteten Lagerfeuer der Levente- Formation bei. Am Samstag waren die Hitlerjun- gen vom Ministerpräsidenten @ ö m b ö s empfangen worden. Nabersberg richtete an ihn eine Dankes­ansprache. Die deuiiche Jugend labe bie ungarische Jugenb für bas nächste Frühjahr nach Deutschland ein. Nabersberg überreichte bann bem Ministerprä­sidenten bas Abzeichen ber Hitlerjugenb in Golb, währenb bie Gruppe in laute Sieg-Heil-Rufe auf ©ömbös unb ben Führer Abolf Hitler ausbrach. Gömbös bankte für bie Begrüßung unb für bie Auszeichnung. Die Hillerjungen antworteten mit Sieg-Heil unb Elje-Rufen. Ihre Kapelle spielte bie ungarische Hymne, ber sich ein Vorbeimarsch vor bem Ministerpräsidenten unter den Klängen des Präfentiermarsches anschloß. Die vor dem Minister­präsidium versammelte große Menschenmenge be­reitete ben Deutschen begeisterte Kundgebungen. Die Hillerjungen besichtigten anschließenb bas königliche Palais unb ben Schlohgarten.

Schwerer Orkan über München.

München, 20. Aug. (TU.) lieber München ging am Sonntagmittag einortanartigerSturm hinweg, ber für bas um diese Zeit in Gang befind­liche Treffen der bayerischen Hitlerjugend schwere Folgen hatte. Von Der Gewalt dieses Sturmes tann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß das Dach eines 75 Meter langen Stallgebäudes der Reichswehr völlig abgedeckt wurde. Die­sem Orkan vermochten auch die großen Zelte auf dem Oberwiesenfeld nicht standzuhal- len und wurden zerstört. Große Balten wurden herumgewirbelt. E i n kleines Zelt wurde mit sämtlichen Insassen etroa 40 Meter weit über ben Platz getrieben. Ein Baum in einer an- grenzenben Straße würbe entwurzelt, burchbrach den Zaun und verletzte einen SA.-Mann schwer. Außer mehreren Verletzten hat der Orkan beim Zu»

Eisleben feiert Martin Luthers 450. Geburtstag.

Große Festkundgebungen des evangelischen Deutschland in der Geburtsstadt des liesorrnaiors.

Eisleben, 19. Aug. (MTV.) Unter starker Be­teiligung der Bevölkerung und weiterer Kreise des In- und Auslandes wurde Samstag abend die Luth e r- F e st w o ch e in Eisleben aus Anlaß der 450. Wie­derkehr oon Luthers Geburtstag mit einer An­sprache des Bürgermeisters oon Eisleben, Hein­rich, eröffnet. Reben dem Vertreter des Reichs» inncnminifleriums Dr. Fa b r i c i u s konnte er den Landeshauptmann der Provinz Sachfen, Vertreter der Kirche und der NSDAP, begrüßen, ferner den Reichsführer der Glaubensgemeinschaft Deutsche Christen Pfarrer H o s f e n s e I d e r, der im Fest­zelt, das auf dem Platz des alten Luther-Gymna­siums errichtet worden war, eine Ansprache hielt, die durch Lautsprecher auf den Marktplatz über­tragen wurde, wo zu gleicher Zeit die letzten Vor­bereitungen zur Uraufführung des Fest- sp i e I sDer Bergmann Gottes" getroffen wurde. Dr. Martin Luther so führte der Redner aus sei nie ein wett- und volksfremder Theologe gewesen, der sich über die Schicksale seines Volks hinwegsetzte. Er sei zu tief mit seinem deutschen Volk verwurzelt gewesen. So wie damals, als Luther mit seinem Thesenanfchlag dem Wesen eines Volks d i e Tat zur Seite stellte, so breche auch heute ein Schrei der Gottessehnsucht von Millionen auf. Noch einmal sei der allmächtige Gott gnädig gewesen und habe dem deutschen Volk einen Acker und Zeit ge­geben, ihn zu bebauen, unb Menschen, bie wie Luther bas Opfer als bas Höchste zu geben freu- big bereit feien. Luther selbst aber habe seine leben- bige Auferstehung gefunben in ber Gestalt bes Volkskanzlers Abolf Hitler. Auf bem historischen Marktplatz ging bann bas Luther-FestspielDer Bergmann Gottes" in Szene, bas in bunten Bit- bern Ereignisse im Leben Luthers vorüberziehen ließ.

Oer Festsonntag.

Der Sonntag wurde mit dem Geläut sämtlicher Glocken eingcleitct. Um 9 Uhr fanden in allen Kirchen F e st g o t te s d ien st e statt. Daraus der große Festakt am Luther-Denkmal. Feierlich ertönten die Stimmen der etwa 500 Sänger und Sängerinnen. Nach der Eröffnungsansprache des Bürgermeisters Hei nrich und des natio­nalsozialistischen Kreisleiters v. Aloe nsle - ben hielt der Präsident des Evangelischen Bun­des Dr. Fahrenhorst eine Ansprache. Der Ccneralsuperiiitendent des Luiher-Spreng.ls der Provinz Sachsen D. Lohmann überbrachte die Grüße der kirchlichen Behörden, dec Provinz und des Reiches. Er würdigte Luther als Kämpfer, der bis zur tiefsten Quelle unseres Volkstums vor­gedrungen sei. Diese Kräfte gelte es in uns auf- zunchmen. Das sei die große Aufgabe und d.e Verantwortung unserer Zeit nicht nur für die Kirche sondern für jeden. Luthers Truhlied©in feste Burg ist unser Gott" leitete über zu der Ansprache des Acichskulturreferenten der Deut­schen Christen B i e r s ch w a l e. Der ChoralAun danket alle Gott", der von Tausenden mttgesun- gen wurde, schloß die erhebend« Feier.

Am Nachmittag bewegte sich ei n großer Fe ft» 3 u g durch die Straßen der Lutherstadt. Während vor dem Rathaus das LutherfeftjpielDer Berg­mann Gottes" wiederholt wurde, fand der Festsonm tag in einer öffentlichen Kundgebung auf der Festwiese seinen Höhepunkt. Nach verschiedenen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden erklärte der altpreußische

Lan-esbischof Mütter:

Es ist das erstemal seit Luthers Tagen, daß ein preußischer Landesbischof zu seinen Volks- und Glaubcnsgenoffen sprechen kann. Wenn wir im Be­griff sind, über Preußens Grenzen hinweg eine große deutsche Evangelische Kirche zu bauen, so stehen wir vor der Erfüllung des Traumes und des Wunsches, der deutsche fromme Herzen bewegt hat. seit den Tagen des großen Reformators. Er hatte jchon immer gehofft und danach gestrebt, eine große deutsche Romfieie Kirche zu bauen. Wenn wir heute in Deutschland überall merken und spuren, wie die große Masse unseres Volkes wieder zur K i r ch e w i I l, jo verdanken wir das der gewaltigen Bewegung, die durch unsere Lande gegangen ist, die 14 Jahre lang gekämpft, gelitten und geblutet hat. Wir stärken uns in Gottoertrauen und im Glauben in der tiefen innerlichen Gewißheit, daß dieses'unser Volk, dieses Volk der Reformation, eine ganz große welthistorische Auf­

gab e zu erfüllen hat. Und wo dieser neugewordene Staat mit dieser neuwerdenden deutschen christlichen Kirche Schulter an Schulter in den Kamps geht, da heben wir die Welt aus den Angeln, weil wir wissen, daß Gott mit uns i st.

Bald nach jenem 30. Januar sagte unser Führer einmal zu mir:Wenn ich das alles jetzt sehe, wie das geworden ist unb wie es kam, ist cs für mich ein Wunder Gottes". Unb bei einer anderen Gelegenheit:Wenn die Rach- richt kommt, daß wieder einer unserer SA.- Leute sein Leben ließ, dann Packt mich das immer bis in die tiesste Seele und ich könnte es nicht ertragen, hätte ich nicht solches Gottver­trauen." Unsere Kirche muh Wiedet ei ne Kirche des Kampfes werden. Die Eis­lebener Festtage müssen etwas mitgeben von

jener Entscheidung, die noch immer Kamps be­deutet. Zwischen gut und böse gibt es nun ein­mal kein Kompromiß. Wenn wir einmal vor unserem höchsten Richter stehen, wird er unS nicht fragen: Zu welcher Konfession hast du ge­hört? Er wird uns aber tragen: Hast bu auf meine Stimme gehört in deiner Zeit und an deiner Stelle? Haft du gehört auf das. was in deinem Gewissen wiederaufklang, aufrief zur Wahr­heit. , .

Darum müssen wir auf diesen Aus un­seres Gottes hören, und was das Letzte und Schwerste ist, danach handeln, soll Got­tes Segen über uns kommen und bei uns bleiben und uns helfen, daß wir eine deutsche evange­lische Kirche bleiben, in der wieder tapfere, fromme, ehrliche Innerlichkeit ihr Wefen hat.

Der Osten Deutschlands Schicksal.

Eine Ostkundgebung des Kampsbundes für deutsche Kultur.

Technik und Wirtschaft im neuen Staat

Eine Diebe Gottfried steders.

D a n 3 i g, 19. Aug. (WTB.) Auf der Ostdeutschen Tagung des Kampfbundes für deutsche Kultur hielt Staatssekretär Feder eine Rede überD i e Würde d e r Techni k". Er entwickelte aus dem inneren Zusammenhang zwischen Technik, Volkstum und Wirtschaft die Grundzüge der Pläne zur Um- und Neugestaltung der deutschen Nationalwirtschaft. Im Gegensatz zur marxistischen Auffassung wolle der nationalsozialistische Staat freie Entfaltung der fchäpferischen Unternehmerper­sönlichkeit sichern. Ausgabe des Staates fei die Führung und die zielbewußte Initiative in den gro­ßen Gesamtproblemen. Der Technik, die gleich dem Bauern das Gesicht der Erde furche, falle die Füh­rerrolle zu, denn es widerstrebe der künstlerisch schaffenden Technik, daß der Bankier ihr die Ziele stecke. Ziel der praktischen Pläne zum wirtschaftlichen Aufbau des nationalsozialistischen Deutschland fei cs, das Gesicht d e s Westens nach Osten zu d r e h e n. Die psychologisch-handelspolitische Aufgabe sei die Erziehung zum Kauf deutscher Erzeugnisse und Fertigwaren. Erst nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus könnten die großen Generalaufgaben der Technik für die Wirtschaft einheitlich erkannt und durchge­führt werden. So werde jetzt nach einheitlichem Willen der Autostraßenbau durchgeführt. Die zweite Maßnahme werde in einem großzügigen Ausbau derWasser st raßen bestehen, wobei man als Rückgrad ber Ostraumpolitik ben Hansa- Kanal bauen werbe. Weiter werbe bie gesamte Energie Bewirtschaftung neu georbnet werben. Sämtliche Bodenschätze (Bergbau, Erd- öl) würben unter Führung bes Staates einer Neu- orbnung entgegengeführt werben. Durch Neuorbnung ber bisher unprobuktiven Hauszinssteuer werbe man bas Baugewerbe als bas wichtigste Schlüssel­gewerbe roieber in Gang bringen.

Deutsches Recht-deutsche Kultur

Regierungspräsident A i c o I a i (Magdeburg) sprach über deutsches Recht. Unsere Zeit habe ihr eigenes Recht, das in Gesetzgebung und Recht­sprechung unter derzentralenJkdee der Rasse n e u g e st a l t c t werden müh e. Sei im liberalen Staat dcr Ordnungsgedanle alles gewe­sen. so trete im nationalsozialistischen Staat neben diesem der sittliche und der rassische Gedanke. Das neue Recht werde keine völlige Freiheit des In­dividuums kennen, wie das liberale, denn die Totalität des nationalsozialistischen Staates ver­lange, daß jeder Volksgenosse jede Hand- lun g vor dem Volksganzen verant­worten müsse. Die Gestattung des deutschen Rechts auf rassischer Grundlage führe ohne wei­teres zu dem Leitsatz gegenüber anderen Völkern: Federn Volke das Recht, das ihm gebührt! Und daraus folgte wieder, daß der Rationalsozialismus- mus die Grenzen des Staates nicht weiter schie­ben wolle, als die Grenze dcs Volkstums sei. Darum werde der nationalsozialistisch« Staat ein

größerer Garant des Friedens sein als liberale Wirtschaftsstaaten. Der Rationalsozialismus werde nicht wieder in den Fehler der Vergangen­heit verfallen, etwa Polen germanisieren zu wol­len, aber ebensowenig werde er dulden, daß der Deutsche etwa poloniefiert ober tschechisicrt mürbe.

Der Reichsgcschäftsführer dcs Kampfbundes, Urban, Verlin, sprach abschließend über DeutscheKulturimdcutschenStaa t". Vei der Entwicklung seines bekannten Kulturpro­gramms erklärte er, daß bei der Verwaltung der für die Kulturentwicklung maßgebenden Stellen die Auswahl nach dem Gesichtspunkt zu treffen sei, daß neben die LeistungderCharak- t e r gestellt werde. Alle Kräfte, die für die Zer­setzung der deutschen Kunst und Kultur ver­antwortlich seien, müßten beseitigt werden. Die vergangene Zeit habe auf Kosten der Volksge- meinschast den Einzelnen zum Götzen ge­macht. Der deutsche Künstler müsse sich stets bewußt sein, daß er in seinem Kunstwerk nur einen Ausdruck feines Volkstum s schaffen wolle. 3n die Gestaltung werde der Staat sich nicht einmischen. Aber er werde und müsse alles hindern, was gegen das Seelen- und We­sensgefüge des deutschen Menschen sei.

Die Ausgabe im deutschen Osten.

Auf einer öffentlichen Kundgebung sprach Al­fred Rosenberg. Das Evangelium des Vlutsbewußtleins werde für alle weißen Völker zum entscheidenden Faktor werden. Dcr Rationalsozialismus glaube nicht an eine Welt­geschichte, toi|C sie die liberalistische Anschauung konstruiert habe, sondern an eine Geschichte von Kämpfen zwischen Rassen und Kulturen. Richt Karl der Große sei Träger des deutschen Reich^gedankens gewesen, sondern Widukind, der Sachsenhergog, der erste Kämpfer für Blut und Boden und nach ihyi Heinrich derLöwe. Ohne die Revolutton der Riedersachsen wäre nie­mals entstanden, was wir deutschen Osten nennen. Richt Lübeck, nicht die Hansa, nicht Dan­zig. Wir glaubten heute mit Heinrich dem Lö­wen, daß der Osten das gesegnete Land der Deut­schen sei. Wir wüßten sehr wohl, wie sehr we­nig nötig sei, um eine furchtbare Katastrophe hier im Osten herbeizuführen. Um so größer dann un­ser Verantwortungsbewußtsein, alle Möglichkei­ten abzuwägen. Wir seien nicht so töricht, jeden Staat, der an der Ostsee entstanden sei, bekämp- sen zu wollen, aber wir erwarteten, daß man uns und auch Danzig mit jenem Respekt ge­genübertrete, den wir zu fordern berechtigt seien.

Heber 800 Anmeldungen zur Ostland-Treuefahri.

Berlin, 19. Aug. (ERB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sind biser ins­gesamt 800 Fahrzeuge zur Ostland-Treuefahrt angcmeldet worden. Darunter befinden sich der größte deutsche Kraftwagen, ein Kraftomnibus für 60 Personen, und andrerseits auch die klein st en Kraftfahrzeuge, Krafträder mit 75 ccm ZylinderinHatt. Bisher find 250 Sendboten-Mannschaften angemeldet worden.

sammen.sturz der Zette leider auch ein Todes­opfer gefordert. Der größte Teil der Verletzten wurde in das Schwabinger Krankenhaus eingehe» fert. In dem Krankenhaus ist Walter P r ö b st l e aus einem Münchener Vorort mit einem schweren Schädelbruch gestorben. Im Krankenhaus befinden sich weitere sechs Schwerverletzte. Die Aerzte hoffen, sie am Leben zu erhalten. Dem un­erwarteten Unwetter gegenüber, so betont die Lei­tung des Gebietstreffens in ihrem Bericht, haben sich auch die besten Maßnahmen als völlig machtlos erwiesen. Die Jungen hotten vor dem plötzlich einsetzenden Regen in den Zelten Schutz gesucht und wurden, als der Orkan diese aus» einanderriß, durch die herabstürzenden Balken verletzt. . , ,

Nach Auskunft des Schwabinger Krankenhauses und des Roten Kreuzes haben alle durch den Zelt­einbruch beim Gebietstreffen der Hitlerjugend fchwe-

rer Verletzten bie Nacht zum Montag gut überstanden und befinden sich auf dem Wege der Besse rung. Lebensgefahr dürfte in keinem Falle mehr bestehen.

Ein Horst Weffel-Oenkmal in Hindenburg.

Hindenburg (Oberschlesien), 21. Aug. lTU.) 3n der Arbeitergrohstadt an der blutenden Grenze, einst eine Hochburg der Kommunisten, wurde am Sonntag in feierlicher Weife die Weihe eines Ehrenmals für den Sänger und Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, Horst-Wessel, vorgenommen. Die Mutter Horst Wessels und dessen Schwester Inge nahmen an den Einweihungsseicrlichkeiten teil. Das Denk­mal für Horst Wessel besteht aus einem riesigen Findiingsblock, der seit Jlahr tausenden am Stadt­

rands von Hindenburg ruhtc. Der Findling aus nordischem Granit von rötlicher Färbung hat ein Gewicht von etwa 600 Zentnern. Die Pla­kette mit dem Kopf Horst Wessels besteht aus Bronze von französischen Geschützen ans dem Kriege 1870.

Kommunistische Geheimorganisation in Oppeln ausgehoben.

Oppeln, 19. Aug. (TU.) Amtlich. Infolge ein­gehender Beobachtungen und Ermittlungen gelang es den Beamten der Staatspolizeistelle Oppeln festzu­stellen, daß die aufgelöste Kommunistische Partei und deren NebenorganisationRote Hilfe" eine neue illegale Leitung gebildet hatte. Im Verlaus der Ermittlungen konnte das Vorhanden­sein oon kommunistischen Terrorgrup­pen und eine jog. M«L e i t u n g (Nachfolgeorgam-