Oer Geburtstag -es Reichskanzlers
Berlin, 19. April. (Sil.) Der „Sag“ veröffentlicht folgenden Artikel Reichsminister Dr. Hugenbergs zum Geburtstag Adolf Hitlers:
„AdolfrHitler, dem Mitkämpfer und Kameraden an der gemeinsamen vaterländischen Aufgabe, bringe ich heute meine aufrichtigen Glückwünsche und die Glückwünsche der Menschen dar, die in der deutschnationalen Bewegung zusammenstehen. Marschieren tmr doch, wenn auch auf verschiedenen Wegen, schon seit dem Zusammenbruch des November 1918 beiderseits dem großen gemeinsamen Ziele zu: der Befreiung des Vaterlandes aus fremden Ketten und aus dem Banne des volksfremden Weimarer Systems.
Zu gleicher Zeit, als der damals noch unbekannte Gefreite des Weltkrieges, Hitler, die ersten seiner Getreuen um sich sammelte und sie zum Aufstande gegen Versailles und Marxismus aufrief, kämpften in der Rationalversammlung die Deutschnationalen gegen die Annahme des Diktates und gegen die dem deutschen Volke aufgezwungene liberalistisch-marxi- stische Verfassung. Diese Gleichschaltung ist in allen Wechselfällen der Entwicklung geblieben. Während Adolf Hitlers Sturm- trommcl erst Sausende, dann Millionen Menschen aufrüttelte, widersetzte sich die Deutschnationalc Volkspartei mit immer neu entfachter Zähigkeit auf allen Stationen des deutschen Passionsweges gegen Crfüllungswahn und rote Zersetzung.
Beim Ringen um den Voungplan fanden sich zum ersten Male die braunen Scharen Hitlers mit den schwarzweißroten Kolonnen der Deutsch
Der Glückwunsch der DeuWnMmalen
Ein Festaufsah Reichsminister Hugenbergs.
nationalen und den grauen des Stahlhelm in klarer Bundesfront zusammen. Sie führten damals gemeinsam ■ den Krieg gegen das System, dem zwar der augenblickliche Erfolg versagt blieb, der aber doch in feinen letzten Auswirkungen ein tödlicher war. Harzburg wurde der äußere Ausdruck dieses Gedankens. Er erlosch nicht mehr, obwohl noch ein sturmbewegtes Jahr durchgefochten werden muhte, ehe der greise Feldmarschall-Reichspräsident mit ernstem Entschluh am 30. Januar der Sehnsucht der Ration Erfüllung brachte. An diesem Sage beschloß Hindenburg einen Bund, der sich nicht mehr lösen darf, wenn Deutschland bestehen soll. Als dann die Ration dieser Regierung, in der sich alles eint, was an Deutschlands Zukunft glaubt, am 5. März Gefolgschaft lieh, war die Bahn für den Wiederaufbau des Srümmerfeldes frei, das 14 Jahre Marxismus hinterlassen hatte.
Adolf Hitler, der Mann gläubiger Hoffnung von Millionen, ist sich der ungeheuren Verantwortung vor der Weltgeschichte bewußt, die ihm Deutschlands großer alter Mann und der Ruf des Volkes auferlegt haben. Wie er während seines ganzen Aufstieges immer seinem Stern vertraute, so wollen wir mit ihm jetzt das Steuer des erneuerten und gereinigten Vaterlandes mit fester Hand durch Stürme und Klippen zu neuenilfern führen. Er weiß, daß ihm auch der kampferprobte schwarzweißrote Sturmbann der Deutschnationalen eine unentbehrliche Kerntruppe! für die kommende Aufbauarbeit ist. |
Glückwunsch der Glaubensbewegung „Deutsche Christen".
Anläßlich des 44. Geburtstages Les Reichskanzlers Adolf Hitler werden dem VdZ.-Büro von der Glaubensbewegung „Deutsche Chri- st e n" Ausführungen des Bundespfarrers Friedrich Peter-Berlin zur Verfügung gestellt. Das Bekenntnis der „Deutschen Christen' zum Volkskanzler Adolf Hitler kommt dabei in folgenden Sätzen zum Ausdruck:
„Wir haben an die politische Sendung des Führers geglaubt in guten und in bösen Zeiten. Wir haben in ihm den Sachwalter eines großen deutschen politischen Amtes gesehen. Er war uns, so wie er war, für Deutschland der Richtige, der heute Notwendige, der, welcher dem Schicksal entsprach. Wir glaubten das und glaubten auch, daß Gott seine Hand darüber habe. Wir hatten für unsere Haltung keinen geringeren Gewährsmann als Martin Luther. Er sagt uns in feiner Auslegung zum 101. Psalm, in welchen Tugenden man die Güte eines Staatsmannes finden müsse: Gott hat das weltliche Regiment der Vernunft unterworfen und anbefohlen, weil es nicht der Seelen Heil noch ewiges Gut, sondern allein leibliche und zeitliche Güter regieren soll, welche Gott dem Menschen unterwirft.
Von solchen Gedanken geleitet, haben wir den Staatsmann Adolf Hitler angesehen und ihm und seiner Gabe Glauben geschenkt. Wir waren trotzdem innerlich beglückt, wenn wir immer wieder hörten, daß Adolf Hitler in seiner eigenen Stellung zu Gott nicht blind, also nach Luthers Worten heidnisch, sondern gläubig und sehend ist. Dadurch erscheint er nicht nur uls einer, der seines politischen Hochamtes Sinn und Grenze genau kennt, sondern auch als einer, der den Wert der Kirche als des Reiches, das die ewigen, unsichtbaren und himmlischen Dinge verwaltet, in tiefer religiöser Unterscheidung zu würdigen weiß. Seine nächste Umgebung bezeugt es, wie er wiederholt, wenn die Aussichten seines Amtes trüber und dunkler wurden, oder wenn alles auf des Messers Schneide stand und keiner zu sagen wußte, wohin sich die Waagschale des Schicksals neigen würde, die Worte gebrauchte: „Gott wird mir's trotz allem glücken lassen." Er ist sich immer klar darüber geblieben: „Gott handelt nur durch den, der etwas will. Wenn dieser Wille nur so ist, daß der Allmächtige ihn segnen kann."
Kürbitte der Evangelischen Kirche.
Berlin, 19. April. (ERB.) Präsident D. Dr. Kappler hat im Ramen des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes und seiner deutschen evangelischen Auslandsdiaspora dem Reichskanzler Hitler zu seinem Geburtstage die wärmsten Segenswünsche übermittelt. Als Symbol des Segens, den die Deutsche Evangelische Kirche für die Wiederaufrichtung des Reiches erflehe, heißt es in dem Schreiben, werde am 20. April die Flagge des Kirchenbundes von den Gotteshäusern wehen.
Oie Besuche Geldtes und Papenö beim Kanzler.
München, 19. April. (WSB. Amtlich.) Am Sonntag, 16. April, stattete Reichsminister S e l d t e dem Herrn Reichskanzler auf dem Ob erwaldberg einen kurzen Besuch ab. Minister Seldte, der bekanntlich ebenfalls in der Rähe von Berchtesgaden seinen Urlaub zu verbringen pflegt, begrüßte den Reichskanzler und beglückwünschte ihn zu dem kom- m e n ö e n Geburtstag. Irgendwelche p o - I I tischen Gespräche wurden dabei selbstver- standlich nicht geführt. Alle darüber in die Ocffentlichkcit gesetzten Gerüchte sind daher haltlose Kombinationen.
habt, das die Erwartungen weit übertraf. Insgesamt sind bisher rund 90 000 Mark in bar eingegangen; Der Wert der Rah- rungsmittelspenden übersteigt den Betrag von 70 000 Ml. In den 20 Bezirken Groß-Berlins sind 16 0 Derteilungs st eilen eingerichtet worden, die bereits heute früh mit der Verteilung begannen. Der Andrang war stellenweise so st a r k, daß Polizei eingesetzt werden mußte, um den Durchgangsverkehr in den Straßen aufrecht zu erhalten.
Oer Glückwunsch der Hansastädie.
Bremen, 19. April. (WTB.) Der Bremer Senat sandte an den Reichskanzler Adolf Hitler, den Ehrenbürger der Freien Hansestadt Bremen, ein Schreiben, in dem es u. a. heißt: Das deutsche Volk dankt Ihnen den Wiedergewinn des Glaubens an seine Kraft und seine Gesundung. Sie haben unser großes Volk aus 14jähriger Verirrung in beispielloser Aufopferung und Treue geeint und damit eine Tat vollbracht, die Ihnen Millionen guter Deutscher aus tiefstem Herzensgrund danken und die Ihnen, unserem Führer, den Ehrenplatz in den Herzen der Deutschen und in den Blättern deutscher Geschichte sichert. Der Senat beehrt sich, Ihnen, dem hochgeschätzten Ehrenbürger der Freien Hansestadt Bremen, zur Feier Ihres Geburtstages eine Auslese ausdenSchätzendesalten ehrwürdigen Bremer Ratskellers zu übersenden. Er glaubt ferner in Ihrem volksliebenden Geiste zu handeln, wenn er der Ihren Namen tragenden Spende zu Gun st en der erwerbslosen Bremer Volksgenossen 1000 RM. überweist. — Auch der Hamburger Senat hat an Hitler ein längeres Glückwunschtelegramm gesandt und ihm Las Ehrenbürgerrecht der Freien und Hansestadt Hamburg angetragen. Ferner soll der Rathausmarkt in Adolf-Hitler-Platz umbenannt werden.
Wie die Reichspressestelle der RSDAP. weiter mitteilt, stattete am Mittwochabend Vizekanzler v. P ap en, der auf seiner Rückreise von Italien kurzen Aufenthalt in München nahm, dem Rci^skanzler im Braunen Haus einen Besuch ab.
Glückwünsche Hugenbergs undSeldtes
Reichsminister Hugenberg sandte an Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm: Namens der Deutschnationalen Volkspartei und im eigenen Namen sende ich Ihnen aufrichtige Grüße und Wünsche. Möge es der gemeinsamen Arbeit unter Ihrer Führung gelingen, Deutschland wieder groß und frei zu machen.
Der Erste Bundesführer des Stahlhelms. Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e hat an Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet. „Dem Frontsoldaten des großen Krieges, dem Kanzler des neuen Reiches herzliche Wünsche in kameradschaftlicher Verbundenheit. Front Heil! Franz Seldte." Oie Glückwünsche der Reichshaupt adi
Berlin, 19. April. (ERD., Oberbürgermeister Dr. S a h m und Stadlv rordnelenvorsteher S p i e w o k haben im Ramen der städtischen Körperschaften dem Reichskanzler nachstehendes Sele- gramm gesandt:
Ihrem großen Ehrenbürger, dem Schmiede des Dritten Reiches, sendet die Reichshauptstadt zum Geburtstag ihre aufrichtigsten und ergebensten Glückwünsche zugleich mit dem Gelöbnis, den. nationalen Wiederaufbau des Reiches auch ihrerseits mit allen Kräften weiter zu fördern.
Oas Berliner Ergebnis der Hiiler- GeburLstagsspende.
Berlin, 19. April. (ERB.) Die Hitler-Geburtstagsspende hat in Berlin ein Ergebnis ge-
Llnd so sagen auch wir Adolf Hitler am heutigen! Sage, daß wir ihm inKameradschaft und S r e u e bei dem schweren Werk zur Seite stehen. Las nur durch Gottes Segen gelingen fann.
Göring verSäßi Rom.
Der preußische Ministerpräsident besucht die Mailänder Messe.
Rom, 19. April. (SU.) MinisterpräsidentG 5- ring, der am Mittwochvormittag von König Viktor Emanuel empfangen wurde, nahm anschließend als Vertreter des Reiches an der Eröffnung der 18. Vollversammlung der Internationalen Parlamentarischen Handelskonferenz teil, die im Beisein des Königs von Italien und Mussolinis auf dem Kapitol vor sich ging. Rach der Eröffnungsrede Mussolinis, der in knappen Worten die Aufgaben der Konferenz darlegte, nahm auch Minister Göring das Wort. Die Hauptpunkte seiner Erklärungen waren die Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit der Wirtschaft der Welt, ferner die Betonung des Primats der Politik über die Wirtschaft und des Willen Deutschlands, von guten politischen Beziehungen zu den anderen Ländern aus auch die Handelsfragen zu klären.
Minister Göring ist um 15 Uhr mit dem Flugzeug nach Mailand gestartet, wo er gegen Abend landete. Der Minister hatte während des ganzen Fluges, der infolge des über ganz Rord- und Mittelitalien liegenden schweren Wetters eine Verzögerung erfuhr, persönlich am Steuer gesessen. Am Abend war Ministerpräsident Göring Gast des Senators Puri- c e l l i, des Kommissars für die Mailänder Messe, und im Anschluß daran wohnte er einer Aufführung in der Scala bei. Im Laufe des Donnerstagvormittags wird er wahrscheinlich den alten Wirkungskreis Mussolinis, die Redaktion des „Popolo d'Jtalia" besichtigen und anschließend der 14. internationalen Mailänder Messe seinen Besuch abstatten. Der Weiterflug nach München ist auf Donnerstag früh angesetzt worden, damit der Reichs« Minister an der in München geplanten Parade gemeinsam mit dem Reichskanzler teilnehmen kann.
Neuordnung im preußischen Schulwesen.
Geburtstagserlaß des Reichskommiftars Rust.
Berlin, 19. April. (WTB.) Reichskömmissar R u st hat zum Geburtstage des Reichskanzlers eine Reihe wichtiger Verfügungen erlassen, die dazu bestimmt sind, die Forderungen der nationalen Re- oolution im Bereich des preußischen Kultusministeriums weiter Lurchzusetzen.
Besondere Beachtung verdient die Verfügung, der zufolge die drei ehemaligen Kadettenanstalten in Plön, Köslin und Potsdam zu national-politischen Erziehungsanstalten im Sinne der nationalen Revolution umzubilden sind. Die Lehrkörper werden dementsprechend neu zusammengesetzt. Die Schüler- kleidung ist die Hitleruniform.
Ferner wird verfügt, daß der Name „Pädagogische Akademie" ab 1. Mai in „H o ch - schule für Lehrerbildung" abgeändert wird. In Norddeutschland wird eine Hochschule für Lehrerbildung eingerichtet, die in engem Zusammenhang mit den Bauernvolks- h o ch s ch u l e n die besten Kräfte des Landvolkes erfassen soll. Der Bildungsplan soll heimatgebundene und landschaftseigene Prägung erhalten im Sinne einer national-politischen Erziehung.
Wo 'erkennbar ist, heißt es in einer weiteren Verfügung, daß die schlechten Leistun- gen eines Schülers auf den Llmstand zurückzuführen sind, daß er sich mit ganzer Kraft der Freiheitsbewegung Adolf Hitlers widmete, ersuche ich, auf Antrag
Pelzjäger.
Von Per Schwenzen.
Gs ist Frühling. Aber kein Frühling mit Lenz- mau und Blumen, keine Sonne glitzert über zarten Sorben, über schüchternem Grün und weichen Glit- zerwellen ...
Eissturm jagt über die weißen Blochen der Ebene, schnaubt die Hänge hinan, dreht sich um die Ichworzen Kuppen aus Granit, die aus der Schnee- deoe ragen. Es ist Grönlandfrühling. Weit oben im Norden Ostgronlands, dort, wo kein Ekimo mehr feine Schneehütte baut, in der furchtbaren, tödlichen Einsamkeit arktischer Zone, in der die Pelzjäger aus Tromso, aus Narvik und aus den Lofoten ihre Stemhutten bauen.
Sie kommen aus Nordnorwegen in kleinen Mo- • n ^rrt)er' waghalsige Seefahrer, oft nur mer Mann Besatzung. Sie haben Grütze und Kaffee und Konserven, Netze, Gewehre, Munition und Werkzeuge an Bord. Sie bauen sich an der Grenze öes Lebens em und harren aus. Das Schiff friert ein, öie ßisbarriere schließt sich. Sie sitzen in der Steinhutte, sie spielen Karten, sie trinken Tee und essen Konierven und Schiffszwieback. Sie schütten Koklare (eine Polarpflanze) in den Wasserkessel, in öem das Teewasser kocht, um dem Skorbut zu entgehen, sie sehen die Uhrzeiger laufen, Tag und Nacht und wissen oft nicht, ob es Nacht ist oder Tag denn der Winter ist dunkel. Sie warten hier in schrecklicher Haft, vom Eissturm, der sie nieöer- wersen wurde wie Pavpfiguren, in die Hütte gebannt, vom Hunger bedroht, auf den Frühling. Dann, menn das Eis der Barriere zu schmelzen beginnt, dann wandern die Eisbären. Dann kommt das Jagdglück.
„Der Bär klingelt!" sagen die Jäger. An langer Stange durch em Loch in der Wand hinausgesteckt, hangt eine Speckseite. Wenn der Bar sie an sich reifet 3^1 er an der „Klingelschnur", an der die Burschen den Koder befestigt haben. Mit lautem ©epolter fallt in der Hütte ein Eimer zu Boden, ms zum Rand voller leerer Konservenbüchsen Dann fahren die Jäger aus den Kojen und stürzen an die Schießscharte. Und wenn der Weiße da draußen gefallen ist, stürzen sie hinaus, ihm das Fell Uber die Ohren zu ziehen ... dann gibt's Frischfleisch, Suppe, gute Tage und neuen Lebensmut ... manche, schon tobmatt, vorn Skorbut befallen, schleppen sich hin, das warme, sprudelnde Blut zu trinken, die sicherste Rettung vor dem schrecklichen Tode, der den Menschen hier in der weißen Einsamkeit mit langsamer, schleichender Müdigkeit befällt.
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Gs ist Frühling, die Stürme brausen um die kleine Stemhütte. Und in der Hütte, in der ersten Koje,
liegt der junge Pelzjäger Leif Hegge. Gr starrt an die Decke, wo die ewige Petroleumfunzel schaukelt. Er stöhnt. Er glaubt, die Heimat nicht wiederzusehen, die Stadt Tromso und das Mädchen Syn- növe. Er würde sie gerne wiedersehen, aber die Synnöve noch tausendmal lieber, in Tromsö oder auf dem Nordpol, im Leben oder im Jenseits, ganz gleich, denn er liebt sie. Und sie liebt ihn auch. Aber sie war mit dem Anders Moen versprochen, noch ehe er sie kennen lernte, vor einem Jahr, auf dem Markte in Tromsö, unten an der Südecke, am Fischstand von Aage, als sie ein Kilo rotes Stör- flcisch kaufte ...
Ach Leif, ach Leif, du wirst die Heimat nicht sehen, die Synnöve nicht mehr sehen, der Teufel holt dich, der Eistod ... du liegst hier als letzter! Leer sind die Kojen zwei, drei und vier. Die Kameraden ginaen vor drei Wochen, als der Eimer zu Boden rasselte, um den Bären zu schießen, sie kamen nicht wieder. Irgendwo liegen sie nun, tief verweht unterm Schnee, Eis im Bart, Eis in den Augen und träumen von Tromsö oder trinken Grog mit den guten Aposteln.
Der Teufel hatte feine Hand im Spiel, dieser Winker war wilder denn je zuvor. Als die Kameraden auszogen, den Bären zu schießen, den ersten seit Monaten, hatte Leif das Wasser auf den Herd ge- setzt das Salz auf den Tisch gestellt, die Messer geschliffen. Aber der Bär war ein listiger Teufel, er floh in den Sturm hinein, die Schnauze zum Sturm, die Skimänner folgten und — tarnen nicht wieder tue gingen wohl in die Irre ... Dreimal war Leis unterwegs, keine Spur war zu finden — nichts Nun lag er alleine hier ... Wie sollte er heimkommen? Allein auf dem Kutter? Wenn er es überhaupt solange aushielt? Unmöglichkeit! Da gab es nur eine Rettung — hinüber zum Anders Moen und seinen Kameraden.
Der Anders Moen war mit feinem Kutter „Lofoten" zum Uebermintern gefahren. Der Leif hatte ursprünglich mitgesollt. Aber da war ja die Sache mit Synnöve. Und sie hatten es hernach in Ruhe besprochen, der Anders und er — denn der Anders war em braver Kerl — daß es besser wäre, sie mie- öenjünanöer. Einmal im Tromsö waren sie schon in streit geraten, und der Leis hatte dem Anders eine Biers asche an den Kopf geschlagen. Sie hatten sich ausgesohnt, aber einen Winter zusammen im Gis — nein, das wollten sie nicht. Denn es kann sein, einer von beiden muß sterben, er siecht vor den Augen des andern hin, er wird matter und matter in der Koje. Der Sturm heult ums Haus, d'e Baren bleiben weg, der Tod hockt auf dem liebel im Gisfiurm. Und da könnte der Böse den versuchen auf den Tod dessen zu lauern, der dem Gluck im Wege steht. Nein, niemals. Leif war mit dem «chipper der „Thora" gefahren. Und drei Jagern. Die lagen nun alle vier im Eis und genos
sen die Ruhe des Todes, die er hier in Qualen erwartete...
Ach, die Synnöve! Das Schmalz war zu Ende, die Margarine, Zucker und Tee gingen zur Neige, in der Ecke lagen die Knochen einer Möve, die er hart gefroren fand und kochte. Der Teufel, der Teufel... Ob er es wagen, ob er die Skier nehmen und mit Rückenwind einen Tag lang im Gis= sturm laufen sollte, um zum Anders hinüberzukommen?
Klirrrr! Der Eimer! Ein Bär! Wie ein Toller, brüllend, lachend springt Leif aus der Koje — stürzt zum Gewehr — aur Scharte —: weißes Schneetreiben. Gr drückt die Tür gegen den Sturm auf — tritt hinaus — man sieht keine zwei Meter weit — aber Leif feuert, Schuß nach Schuß in die Richtung des Köders... Dann zieht er das Dolchmesser und kriecht übern Schnee... ja, er hat ihn getroffen, da liegt Blut! Aber der Bär ist fort. Leif eilt in die Hütte, rüstet sich, zieht den Pelz an, nimmt, Buchse, Patronen und Skier und geht, schnaubend vor Blutdurst und Lebenslust, auf der Schweißfährte des Bären, hinein in den Sturm...
Ginen halben Tag lang ging Leif auf der Blutspur des Riesen. Das Tier hatte sich gewandt und lief mit öem Sturm. Leif hätte es auf Skiern bald emgehott, wenn nicht schneefreies Geröll und Schraubeis auf der Strecke feine Fahrt verlangsamt hatten. Gr ging mit schwindender Kraft, aber die roten Blutstropfen leuchteten ihm entgegen wie perlendes Leben. Gr wußte, nur Frischblut konnte ihn retten. Gr lief, schnallte ab und an, kletterte, sprang, selbst ein Raubtier, durch die weiße, endlose Oede...
Als er die Spur atemlos um einen Felsvor- (prung verfolgte, erhob sich der waidwunde Bär. Dicht vor ihm stand er auf, todesmutig, zum Kampf. Leif sprang zuruck, aber die Pranke zerschmetterte ihm den linken Oberarm. Leis preßte blitzschnell den Gewehrkolben in die Magengrube und feuerte mit rechten Hand. Das Tier brach zusammen. Leif schnitt ein Stuck Fleisch heraus und würgte es roh hinunter. Dann sah er keuchend auf.
Der Sturm nahm zu. Es war unmöglich, gegen den «türm zurückzugehen. Aber dort unten, wo die gelsfuppen sichtbar wurden, mußte die Hütte von Anders Moen liegen. Leif schnitt den Riemen vom Gewehr und band sich den Arm ab. Gr blutete fearf unb bu Spetdje schien gebrochen. Gr nahm Fleisch mit und trat die Wanderung an, er fühlte: letzt gehe ich auf Stiern langsam in den Tod.
Aus seinem Arm fiel Blut in den Schnee. Er floh. Hinter ihm war der Jäger Tod. Er floh wie ein armer Bar zur Höhle. Schwankend, halb von sinnen langte er an. Da war die Hütte von Anders Moen. Leif lachte. Er versuchte zu klopfen. Da merkte er, daß er fein Gewehr unterwegs verloren hatte. Die rechte Hand war erfroren. Leif
wollte rufen. Hatte der Tod schon feine Stimme genommen? Die Hütte schwankte... Leif taumelt zum Köder, biß in die Schnur und liefe sich fallen.
Da sprangen Anders Moen und feine Kameraden mit den Büchsen aus der Hütte. Sie hoben den blutenden Mann aus dem Schnee. In ihren Augen stand bittere Enttäuschung. Sie waren wie Seif am Rande des Wahnsinns vor Hunger und Fleischmangel. Sie trugen den Sterbenden hinein. Der Blutverlust während des Marsches hatte ihn erledigt.
„Höre, Anders Moen", sprach er mit leiser Stimme, eine halbe Stunde vor seinem Jägertod, „sei glücklich mit Synnöve und liebe sie immer so, wie id)_ sie liebte. Und grüße sie von mir. Nimm deine Skier und geh mit den Kameraden der Blutspur nach, die ich gezeichnet habe. Mein Blut führt euch dorthin, wo der Bär liegt, den ich geschossen habe. Trinkt Blut und eßt Fleisch. Lebt gesund und macht reichen Fang. Grüßt Tromsö und setzt mir ein Kreuz auf das Grab ..."
Gr wollte noch mehr sagen, war aber zu schwach. Ginmai bewegte er die Lippen noch, da beugte sich Anders zu ihm hinab. Er glaubte den Namen Syn- növes zu hören.
Zehn Minuten später hielt anders ihm das Blatt seines Messers vor die Lippen. Es lief nicht mehr an. Da sprachen die Männer ein Gebet, schnallten an und liefen wie hungrige Wölfe die Blutspur des Toten entlang zum Fleischplatz.
Zeitschriften.
— Ein reich und mannigfaltig zusammengestell- kes Heft bietet die „Deutsche Zeitschrift" (Callwey, München) mit ihrem Äprilheft. Den Charakter eines Osterheftes erhält es durch den Aufsatz „Der Kreuzweg der Leidenschaft" von Werner Picht, der die Tragik des Menschseins, das Schweben zwischen Himmel und Hölle und die Erlösung durch das Kreuz in tiesdringender Meditation enthüllt. Hermann LIllmanns im vorigen Heft begonnene lebendige Schilderung einer „Rumänischen Reise" wird zu Ende geführt. Die Erzählung „Reidhafte Sterne" von Eduard Lachmann ruft in dem geheimnisvollen Kampfe einer Mutterliebe gegen dunkle neidische Schicksalsmächte um das Leben ihres letzten noch im Felde stehenden Sohnes die Erinnerung an trauervolle Kriegsjahre zurück. „Vom deutschen Wesen der rheinischen Landschaft", von der hier sich überall offenbarenden Wechselwirkung zwischen Ratur und Menschenwerk schreibt Fritz Gränh. G. Kurt Schauer gibt einen gut unterrichtenden Ueberblick über das neueste niederländische Schrifttum, während Hans Eckstein älmschyu hält unter der in erster Linie für den Gartenliebhaber bestimmten neueren Gartenliteratur.


