Ausgabe 
17.7.1933 Erstes Blatt
 
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Zum Abschluß des Viererpakts

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Den Abschluß der Veranstaltungen bildete ein gewaltiger Propagandamarsch der unifor­mierten Partciangehörigen zum Augustus-Plah, wo der Führer den Vorbeimarsch abnahm. Den Abschluß des vierstündigen Zuges mit rund 140 000 Teilnehmern bildeten die sächsischen Berg­knappen in ihrer schmucken Uniform. Die Teil­nahme der Bevölkerung war ungeheuer groß.

Oer erste Zaschistenmarsch durch London

London, 17. Juli. (WTB. Funkspruch.) lieber 1000 Mitglieder des britischen Faschistenverbandes aus London und den Provinzen veranstalteten am Sonntagabend unter ihrem Führer Sir Oswald Mosley einen Demonstrationsmari'ch durch das Londoner Westend. Der Marsch, der die Anwerbung neuer Mitglieder bezweckte, erregte großes Aufsehen. In einer Ansprache führte Sir Os» wald Mosley aus: Auf diesen Marsch werden wei­tere Märsche in allen größeren eng­lischen Städten folgen. Sie werden e i n Sinnbild des fa s ch i st i s ch e n Marsches zur Macht sein. Obwohl die Bewegung erst vor zehn Monaten begonnen hat, ist ihr Wachstum schnei« ler gewesen als das irgendeiner faschistischen Bewe­gung in der Welk.

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äußerlichen Ehrung Ab st and zu neh­men. Ich habe mich deshalb entschlossen, die­ses Heim mit dem Rarnen ihres größten Sohnes zu versehen, unseres Führers Adolf Hitler, der für unser Volk als erster seit Jahrhunderten eine große, echte, allgemeine deutsche Wohlfahrt brin­gen wird. Lind somit weihe ich dieses Haus a u f

deutsche Volk zu zerbrechen oder zu verachten, vergeblich sein wird. Lind dann sehe ich nicht traurig in die deutsche Zukunft, sondern dann sehe ich sie hoffnungsvoll und freudig. Ich habe in meinem ganzen Leben noch niemals am deutschen Volk verzweifelt, auch nicht in der Zeit, wo es zu verderben schien. Ich war überzeugt, daß das deutsche Volk sich nicht am Ende seiner Kraft befand, und so lange ich die deutsche Geschichte überblicke, hat es sich immer noch zu sich selb st zu­rückgefunden. Wir müssen wissen, daß das Volk nur dem gehört, der dauernd um es ringt und kämpft. Wir müssen aber auch wissen, wir haben um nichts schlech - t e s gekämpft, sondern um das, was für uns Deutsche das Beste sein muß:

Wir haben gekämpft für uns und unser VolkI

erschienen, der nach dem Prolog und einer Be­grüßung durch die Vertreterin der Frauenschaft die Weiherede hielt. ..Dieses Haus, das um des Volkes willen da ist", führte er aus,ist ein Haus des Dienens. Wunsch des Führers ist es, dieses Heim nicht mit dem Rarnen seiner Mutter zu versehen, die eine so schlichte Frau

daß der Staat den wir aufbauen, im Innern beschützt wird durch Festungen und Soldaten, wir wollen, daß er geschützt wird durch die Mil­lionen lebender Menschen. (Tosender Beifall.)

Die Menschen müssen lernen, das unwesentliche Aeußere nicht als das wesentliche anzusehen, sondern das entscheidende Innere in den Vordergrund zu rücken. Wenn man Schätze unseres Volkes im Geist sucht, dann wird man sehen, daß es unendlich reich ist (Beifall), daß Millionen unscheinbarer Menschen innerlich reich sind. Was sie im Herzen besitzen, ist so kostbar, daß wir ohne sie nicht mehr bestehen könnten (Beifall). Wir wissen, daß es unsere zweite Aufgabe ist, die Menschen auf dieses innere Gebot zu stellen. Dadurch, daß wir diese Schätze wieder gefunden haben, ist unser Volk reich und glücklich geworden. Die Köpfe haben sich wieder gehoben. Die Menschen leben aus Lieberzeugung, daß es wieder besser wird. Sie leben in dieser Lleberzeugung, weil sie den Weg zu ihrem Herzen unh ihrem inneren Glau­ben wieder gefunden haben. Das ist es, was das Volk glücklich und damit reicher sein läßt, und was uns in Zukunft nur noch mehr und mehr zusammenschliehen wird, so sehr, daß endlich auch im Auslande jeder Versuch, das

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Das pariser Echo.

Paris, 15. Iuli. (WTB.) Die Tendenz, mit der man in französischen Kreisen die Unter­zeichnung des Diererpaktes aufnimmt, findet ihren Ausdruck in einer Auslassung von H a - vas, wo die Bedeutung des Paktes als Zei­chen der Annäherung zwischen Frank­reich und Italien zum Ausdruck kommt, während die beiden anderen Vertragspartner, Deutschland und Großbritannien, in den Hinter­grund treten. Im Gegensatz dazu erklärtMa- tin", man soll nicht annehmen, daß Ita­lien nun außerhalb des Viererpaktes eine Verständigung politischer Art mit Frankreich suchen werde. Gegen den Viererpakt selbst macht der nationalistischeFigaro" Stimmung. Das Blatt schreibt, der Viererpakt lege Frankreich u. a. die Verpflichtung auf, die Frage Zier Grenzrevision zu prüfen und zwar ent­sprechend der Auslegung der anderen drei Ver­tragspartner. Das bedeute eine grundsätz­liche Zustimmung Frankreichs zu dieser Revision. Ferner enthalte der Vertrag in aller Form die Verpflichtung für Frankreich, die Abrüstungsfrage zu regeln, d. h. Frank­reich zu entwaffnen. Beide Punkte zielten darauf ab, Deutschland die Vorteile eines glücklichen Krieges zu verschaffen. Der Vierer­

Der ersteAS.-ZMenkongreßDMchlands

Weihe des ersten nationalsozialistischen Wohlfahrtsheims in Deutschland.

Einfluß auch konstruktiv und nicht nur nega­tiv in die Waagschale würfen.

Genugtuung in Rom.

Rom, 15. Iuli. (WTB.) Die Llnterzeichnung des Viererpaktes hat in ganz Italien leb­hafte Genugtuung hervorgerufen, der auch die Presse Ausdruck gibt. Sortiere della Sera sieht im Diererpakt die einzige große di­plomatische Initiative, die in den letzten Iah- ren ihr Ziel erreicht habe. Popolo d'Ita- l i a schreibt, daß mit dem Viererpakt den Kriegs­schürern und ihren Propagandisten der Weg ver­sperrt werde, und glaubt, daß der Pakt den Ausgangspunkt für eine ganz neue Orientierung des öffentlichen Ge­wissens und der Tätigkeit der Re­gierungen bilden werde. Wenn man sage, d?r Viererpakt schließe die Möglichkeit einer mehr oder weniger schrittweisen und radikalen Revision der Verträge aus, so sei darauf hinzuweisen, daß nur die gewaltsame Revision ausgeschlossen werde. Giornale d'Italia sagt, der Diererpakt sei ein Instrument der Tat für eine Politik des Wiederaufbaues und der Befriedung ausge­hend von den im Leben der Völker gegebenen Realitäten.

zu einem* großen Feldgottesdienst. Dann folgte die Weihe des Wohlfahrtsheimes.

Als Vertreter des Reichskanzlers war Staatsrat Gauleiter Florian

denRamenAdolf-Hitler-Haus als erstes nationalsozialistisches Wohlfahrtsheim Deutschlands."

Ministerialrat Dr. Gütt beglückwünschte namens des Reichsinnenministers die RS.-Frauenschaft zu den Erfolgen ihrer Arbeit. Die Bedeutung der Frau und Mutter für die uns bevorstehenden Aufgaben könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ministe­rialrat Dr. Beck führte u. a. aus: Die deutsche Frau ist es, die mit ihrer seelischen Kraft im deutschen Wesen Ewigkeitswerte gestaltet. Sie ist die Trägerin der Familie. Ohne nationalsozialistische Frau gibt' es kein nationalsozialistisches Deutschland, weil ohne sie alle politische Macht ihre schöpferische Straft ver­liert. Oberbürgermeister Dr. Wagenführ nahm darauf das Wohlfahrtsheim in die Obhut der Stadt.

Zu der Schlußkundgebung des Frauenkongresses hatten sich an 50 000 Personen versammelt. Nach einer kurzen Ansprache des Staatsrates und Gau­leiters Florian erklärte die Vorsitzende der Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Frauenver- bände Frau Paula Siber, daß es Aufgabe der Frau sei, zu helfen und zu dienen. Die deutsche Frau sei im Nationalsozialismus verwurzelt, weil er die Lehre der Volksgemeinschaft vertrete.Zu diesem Kongreß", sagte die Rednerin zum Schluß, sind wir zusammengekommen, um ein Fundament in unseren Herzen zu gründen, das Fundament der Hilfsbereitschaft und Hingabe." In diesem Geist rich­tete der NS. - Frauenkongreß dann ein Tele­gramm an den Führer folgenden Inhalts: Wir 50 000 Frauen des ersten nationalsozialisti­schen Frauenkongresses in Düsseldorf versichern unse­rem verehrten Führer in einem starken Bekenntnis zu den verantwortungsvollen Aufgaben der Frau in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft unwandel­bare Treue." Mit dem Deutschland-Lied und dem Horst-Wessel-Lied fand der Kongreß dann seinen Abschluß.

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Düsseldorf, 16. Juli (CNB.) Zu einer großen Dolkskundgebung z u Ehren der Mut­ter des Reichskanzlers gestaltete sich der erste nationalsozialistische Frauenkongreß Deutsch­lands in Düsseldorf. Mit frischem Grün und zahl­losen Blumen, sowie den Fahnen der Freiheitsbe­wegung ist das Klara-Hitler-Haus ge­schmückt, dessen Weihe den Mittelpunkt der Ver­anstaltung bildet. Dieses erste Wohlfahrtshaus der NS.-Frauenfchaft Deutschlands stellt mit seinen her­vorragenden Einrichtungen eine Musterzelbe des Frauenarbeitsdienstes dar, dazu die­nend, junge Mädchen für den Beruf als Frau und Mutter vorzubereiten und für das praktische Leben zu erziehen. Den Auftakt der Veranstaltungen bil­dete Die große Amtswalterinnentagung im Planetarium und ein großes Schauturnen der Turn- lind Tanzgruppen der NS.-Frauen- schaften in der Arena des Rheinstadions. Der zweite Kongreß versammelte die Teilnehmer im Rheinpark

Pakt sei der Veginn einer fürchter­lichen Erpressung.

Nie Auffassung derTimes".

London, 17. Juli. (WTB.-Funkspruch.)Times" meint, die erste bedeutsame Folge des Viererpakts scheine in einer Annäherung zwischen Frankreich und Italien zu bestehen. Das Blatt weist auf die Reibungsflächen zwischen den beiden Ländern in Nordafrika, dem Mittelmeer und vor allem in Südost- und Zentraleuropa und sagt, es sei nicht anzunehmen, daß die Freundschaft zwischen Italien und Ungarn sowie zwischen Italien und O e st e r- r e i ch im geringsten Grade geschwächt werde. Wenn der Viermächtepakt jetzt mehr Vertrauen und Herz­lichkeit zwischen Italien und den drei Staaten der Kleinen Entente schaffe, werde das Ergeb­nis höchstwahrscheinlich in einer größeren Annahe- rung der Politik und der Interessen aller zentral­europäischen Länder bestehen, die für die Wie­derherstellung stabiler politischerund wirtschaftlicher Zustände im Donau­becken dringend erforderlich fei. Es sei nicht zu leugnen, daß die Regierungen der Kleinen Entente und Polen gegenwärtig von der Revisions- frage nichts wissen wollen. Benesch und Ti- tulescu seien zwei maßgebende Persönlichkeiten in Europa. Es wäre aber zu wünschen, daß sie ihren

Oer Reichskanzler spricht am Leipziger Völkerschlacht-Denkmal zur sächsischen GA Oie Erziehung des deutschen Menschen zur Volksgemeinschaft.

^ranliutter Theater.

Sonntag, 16. Juli, 20 Hr: M5da. Montag, 17., 20: Dienstag, 18., 19.30: 2er rg. - Mittwoch, 19., 20: Stag, 20., Geschlossen. - Frei­er Einstudierung: Der wn- iq 22., 19.30: Der Gras von "tag, 23., 19: Der Mn aDa- g, Den 24. Juli 1933 an bleibt cnhatber geschlossen.

u s. Sonntag. 16. Onli, 20.15 tgmont:20Lhr:DerMskr- 17., 20: Zum ersten«-^ rachen. - Dienstag, 18.,

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Nationalsozialistische Grenzlandkundgebung.

Nur der Nationalsozialismus kann Oesterreich vor dem Bolschewismus retten.

München, 16. Iuli. (TU.) In dem unmittelbar vor der österreichischen Grenzstadt Kufstein gelege- nen bayerischen Gebirgsort Kieferhelden fand eine große nationalsozialistische Grenzlandkund­gebung statt. Der bayerische Innenminister W a g e- ner, dem von 55 Landgemeinden und von der Stadt Rosenheim die Ehrenbürgerurkunde überreicht worden war, erklärte, daß der deutsche Geist auch in Oesterreich zum Siege kommen müsse. Adolf Hitler habe das Reich vor dem Bolschewismus ge­rettet. In Oesterreich würden auch nur die Ratio- nalsozialisten das Bollwerk gegen den Bol­schewismus fein. Vor den regierenden Männern Oesterreichs brauche sich der Kommunismus nicht zu fürchten. Er habe nur Angst vor dem National- sozialismus. Für diejenigen bei uns, die etwa glau­ben sollten, dem Marxismus jemals wieder zur Geltung verhelfen zu können, sei im Konzentrations­lager noch Platz genug. Der Salzburger Gaulei­ter Scharitzer wies auf die steigende Not na- mentlich unter den Bauern in Oesterreich hin und betonte, daß das Gewaltregime des Kanzlers Doll­fuß und seiner Minister nicht mehr lange dauern könne. Je schärfer es herrsche, desto schär­fer werde auch die Abrechnung sein.

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick und Verlag: vrühllchc UnIverNälr-vuch- und Sleindruckcrei R. Lange in Sietzen. Schrisileitung und Seschästzftelle: Schulitratze ?.

Henderson in Berlin.

Berlin, 17. Juli. (CNB.-Funkspruch.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, traf heute früh aus Rom hier ein, um mit der Reichsregierung die gleichen Fragen zu erörtern, die in der vergangenen Woche den Gegenstand sei­ner Besprechungen in London, Paris und Rom bil­deten. Es handelt sich nach wie vor um die Frage des en g l i > ck> e n Konventionsentwurfes, dessen bescheidene Abrüstungsmaßnahmen Frankreich bisher die größten Hindernisse in den Weg gelegt hat. Es scheint Henderson nicht gelungen zu sein, bei (einem Pariser Aufenthalt eine Sin­nesänderung d e r französischen Regie- rung zu der grundlegenden Frage der Material­abrüstung herbeizuführen; im Gegenteil, es wurde in Paris erklärt, daß Henderson für den fran­zösischen Standpunkt Verständnis ge­zeigt habe, was darauf schließen läßt, daß Frank­reich von ihm eine Einwirkung auf die an­deren Großmächte im Sinne der neuen fran­zösischen Sicherheitstheorie, die die Kontrolle in den Vordergrund stellt, erwartet.

In Paris legt man augenblicklich großen Wert darauf, die Annäherung an Italien auch in der Abrüstungsfrage zu betonen. Ein Havas- Kommuniquä spricht wieder einmal von erfolg­versprechenden Verhandlungen zwi­schen Paris und Ro m, man könnte nur wün­schen, daß durch eine französisch-italienische Eini­gung in der Flvttenfrage die Hindernisse beseitigt werden, an denen bisher jedes allgemeine Abrüstungsabkommen gescheitert wäre, selbst wenn eine Verständigung über die Landabrüstungen mög­lich gewesen wäre. Der deutsche Standpunkt zu den schwebenden Fragen ist in der Rede des Reichskanzlers vom 17. Mai in unmißverständlicher Weise ausgesprochen worden.

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Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den An­zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

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Heimarbeiter getrost als bezeichnet «t b»mUtld)rn9en Qn einer persönlichen Wifi ble unpersönliche Msckm

nod) in verschiedenen bie zugeschnittene Papier- ^bung den Arbeitern - äU5iJ?en*u ^dienen sich "ddeulschland kleinere Ziaac- rbeit zum Zwecke desL, Mg der größeren Rippen im it5 erwähnte Spielzeugheim- nod) velbstverlauser an den >er, sondern zumeist Lieferant oroßkonfektion kann besonders 'r Serienwaren nicht auf die a und Mädchen verzichten und 'vßstädten Deutschland- Hün­en aber auch Männer, die auf it und Hausarbeit vereinigen Hebung der die Eristenz der bedrohenden schlechten wiri- ienöig. Lon allen moralischen 'n, wäre das Werben der nicht nur ein unersetzlicher fenen Heimarbeiter, sondern und zugleich für die gesamte und die deuW ftultux.

N.L.

Ur. 164 Erstes Blatt (85. Jahrgang Montag, (7. Zuli (955

Gießener Anzeiger

Leipzig, 16. Iuli. (ERB.) Aus Anlaß des Tauparteitages der RSDAP. Sachsen sand am Sonntagvormittag eine Freiheitskundge­bung der SA., SS. und HI. vor dem mit einer riesigen Hakenkreuzfahne geschmückten Völker­schlachtdenkmal statt, an der Reichs­kanzler Adolf Hitler, Reichsminister Dr. Goebbels, Stabschef der SA. Hauptmann Röhm, Reichsführer der SS. Himmler, Reichsstatthalter M u t s ch m a n n, Ministerprä­sident v. Killinger und die sächsischen SA.- und SS.-Führcr teilnahmen. Die Kundgebung eröffnete Stabschef Hauptmann Röhm mit einem Gruß an den Führer Deutschlands und den obersten SA.-Führer, worauf

Reichskanzler Adolf Hitler

in einer Ansprache ungefähr folgendes ausführte: Ihr Männer, die Ihr hier steht, Ihr seid mit die Träger dieser Revolution gewesen. Ihr müßt nun aber dafür soraen, daß sie endgültig gelingt, d. h., daß dem deutschen Volke die innere Kraft wiedergegeben wird, ohne die kein Volk auf dieser Erde leben kann. Zwei Phasen hat diese Be­wegung bis jetzt durchgemacht. Erstens, wir haben den Kampf um unsere Weltanschauung geführt gegen den Terror unserer Feinde. Niemals wäre unsere Idee in Deutsch­land sieghaft geworden, wenn nicht zuerst Tausende, Zehn- und dann Hunderttausende unserer braunen Mitkämpfer freiwillig mit Einsatz ihres Lebens f i ch für diese große Idee eingesetzt hätten. Der Geist der Revolution ist durch Euch geschützt worden. Dann kam die zweite Phase des Kampfes: Ihr habt endlich mit einem einzigen re­volutionären Schwung den Kampf um die Ni acht bestanden, und nun steht vor uns allen die dritte und für die Zukunft entscheidende Phase unseres Ringens. In Dem Kampf der ver­gangenen Jahre ist klar geworden, daß bereits Mil­lionen von der Idee des Nationalsozialismus ergrif­fen worden sind. Heute führen wir nicht mehr 13 oder 17 Millionen, sondern das ganze deutsche Volk, und deshalb erwächst uns die Aufgabe, die Millionen Menschen, die innerlich noch nicht zu uns gehören, zu erziehen.

Die gewaltigen Aufgaben der Zukunft, das wis­sen wir, werden nur gelöst werden durch Dienst und Pflichterfüllung. Wir sind eine Farbe und sind Kameraden. Alle müssen lernen, i n den Volksgenossen den Kameraden und Bruder zu sehen und aus sich heraus­zureißen die Ueberlieferung der Vergangenheit, die uns auseinanderbrachte.

Wir wollen hier am Boden dieses Denkmals, einer deutschen Arminsäule, das heilige Bekenntnis ab­legen, daß keine Macht der Welt uns trennt. Das Band, das uns alle umfaßt, der Geist, der uns alle beseelt, und den wir nennen: Deutschland!

Nach der Rede des Führers erklangen, von den Zehntausenden gelungen, das Horst-Wessel-Lied und das Deutschland-Lied. Anschließend begab sich der Führer zu der mehr als 25 000 Personen fassenden riesigen Maschinenhalle der Technischen Messe vor dem dort tagenden Amtswalterkongreß zu schließen. Er führte u. a. aus: Zwölf Jahre ha­ben genügt, um aus Der Seele des Volkes heraus eine unerhörte Umstellung vorzunehmen. Diese Revolution ist, wie fast alles in unserem Volk, das Ergebnis methodischen Denkens und methodi­schen Handelns, vielleicht die organisierteste Revolu­tion, die jemals stattgefunden hat. Die Macht zu erringen, ist nicht schwer. Schwer ist es, diese Macht auch zu bewahren, am schwersten aber die Menschen alle füreinenneuenroelt- anschaulichen Standpunkt zu er­ziehen. Wir wissen ganz genau, daß es heute in Deutschland niemanden mehr gibt, der sich dieser Erhebung widersetzen konnte. Wir wissen aber auch, daß für die Geschicke unserer Aktionen e n t s ch e i - d e n d sein wird, ob es gelingt, diese 65 Millionen Männer und Frauen geistig und innerlich in die Ideenwelt des Nationalsozialismus e i n z u - führen. (Beifall.)

Wir werden dafür sorgen, daß diese Arbeit der Erziehung zu einem Volke und einem Volksbewußtsein ausgeführt wird. (Bei­fall.) Die Erziehung von Männern und Frauen für einen neuen Dolksgedanken, zu einem neuen Staatsgedanken, können wir niemals anderen überlassen, sondern sie ist ewiges Vermächtnis unserer Bewegung. Die Aufgabe, dafür zu sor­gen, dem Reiche, das wir wollen, die Men­sch e n z u s ch a f f e n, die erprobt durch ihr Leid, die Erziehung des Volkes zu einem neuen Staats­gedanken durchführen, ist die große Funktion und bleibt für immer die Aufgabe unserer Partei.

Die Revolution wird nun übergeleitel in eine planmäßige Evolution. Das ist die Ausgabe der kommenden Monate und Iahre, daß wir nunmehr dieses wunderbare Zusammen­spiel organisieren zwischen den staatlichen Funk­tionen und der Organisation der Bewegung. Die Staatsgewalt, die unsere Gewalt ist, und die volksorganisakocische Erziehung, die wieder ein Instrument der Staatsgewalt ist, sollen beide einander ergänzen. Dir möchten nicht.

W.