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17.5.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft

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genehmster, störender Weise beim Radioempfan | auftrctenden Nebengeräusche zu beseitigen. Es i t in Gießen wirklich lein Genuß, Radio zu hören. Alm so weniger kann man verstehen, daß sich daS Städtische Elektrizitätswerk nicht dazu entschließt, endlich mehr Rücksicht auf die Radio-Teilneh- mer zu nehmen. Hört man z. Zt. Radio-Dorträge, so werden dieselben stets und ständig durch das Rattern und Trommeln unterbrochen und die schönste Stimmung gestört. Seither bei dem Llazz- gcdudel oder der undeutschen Regermusik konnte man immer noch annehmen, daß der Radau mit xur Musik gehöre. Heute kommen klassische Mu­sikwerke von ersten Künstlern und interessante Dorträge zur Darbietung. Dabei sind die ange­deuteten Störungen durch die Elektrische genau so unangenehm, als wenn in der Kirche bei dem Orgelspiel mit der großen Trommel dazwischen­gehauen würde. Das Elektrizitätswerk muß sich dazu entschließen, den Gießener Bürgern das Entgegenkommen zu zeigen, das man billiger Weise verlangen kann. 3.

Wettervoraussage.

Die im Osten liegende Störung füllt sich lang­sam auf und somit schwächt sich auch die Zufuhr kühler Luft an ihrer Rückseite ab. Zwischen dem Ostsee- und Island-Drnckfallgebiet hat sich hoher Druck bis zu den Alpen eingekeilt, der vorerst der Wetterlage etwas Beständigkeit gibt. Aller- dings scheinen Randstörungsgebilde auch noch Einfluß zu gewinnen, so daß zeitweise Bewöl­kung auftritt und die Möglichkeit zu strichweisen Niederschlägen, zum Teil gewitterhafter 2lrt, ge­geben ist. Die Temperaturen dürften besonder- tagsüber langsam ansteigen.

Aussichten für Donnerstag: Neblig- wolkig und Aufheiterung, tagüber etwas wärmer, keine oder nur vereinzelt leichte, jum Teil gewittrige Niederschläge.

Aussichten für Freitag: Langsame wei­tere Erwärmung, sonst wenig Aenderung der Wet­terlage.

Große Strafkammer Gießen.

* Dießen, 16. Mai. Ein Friseur aus Har­heim verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das er wegen schwerer Urkundenfälschung zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Er soll eine Eingabe an das Kreisamt Friedberg -gerichtet haben, in der er einen benachbarten Wirt fälschlich der Nichteinhaltung der Polizeistunde be­schuldigte. Heute wie früher bestritt er die Tat. Die Grundlage der Derurteilung bildete neben anderen Beweisen ein Schriftgutachten, das zahl­reiche Uebereinstimmungen der Schrift der Ein­gabe mit der Dergleichsschrift des Angeklagten 'eststellte. Heute ergab die Nachprüfung durch ötc Strafkammer das Vorhandensein von Adweichun- gen der beiden Schriften. Das Gericht beschloß daher ein weiteres Schriftgutachten einzuholen. Sie Verhandlung wurde zu diesem Zweck vertagt.

Zwei weitere Verhandlungen fanden wegen Gefährdung der Sittlichkeit hinter verschlossenen Türen statt. Die Urteile wurden öffentlich ver­kündet. Ein 33jähriger Kaufmann aus Grunberg erhielt wegen Dornahme unsittlicher Handlungen mit Kindern in vier Fällen eine Gesamt-Ge- längnisstrafe von einem 2k ahr zwei Monaten, ein 19jähriger Weißbinder aus Hel- 'denbergen wegen Dornahme unsittlicher Handtun- -gen mit Gewalt an einer Frau eine Gefäng-

isstrafe von neun Monaten. Beiden Angeklagten wurde ein Teil der Untersuchungs­haft angerechnet.

Eingesandt.

($ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik flehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Straßenbahn und Radloempsang.

Don Fachleuten ist einwandfrei festgestellt, daß es nur einer Aenderung an unseren elektrischen Straßenbahnwagen bedarf, um die in unan-

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Oer deutsche Außenhandel im April.

Nach der Steigerung im März sind die Äußenhandelssätze im April wieder gefallen. Die Einfuhr hat von 362 Millio­nen auf 321 Millionen Mark, d. h. um rund 11 Prozent abgenommen. Nach der Entwicklung in den Dorjahren war an sich mit einem derartigen Einfuhrrückgang, der ausschließlich mengenmäßi­ger Natur ist, nicht zu rechnen, da die Einfuhr sich bisher im April in der Regel auf der Höhe des Märzstandes hielt. Ueberwiegend beruht die Schrumpfung der Einfuhr, die ausschließlich auf die Gruppen Lebensmittel und Rohstoffe entfällt, darauf, daß sich die in den letzten Monaten vor­genommenen Einfuhrbeschränkungen, insbesondere nach Beendigung der Doreindeckun­gen nunmehr voll auswirken. Die A u s f u h r ist von 426 Millionen Mark im März auf 382 Mil­lionen Mark im April, d. h. um rund 10 Prozent gesunken. Auch hier beruht der Rückgang aus­schließlich auf einer Mengenverminderung, da die Sntwicllung der Durchschnittswerte eine nennens­werte Deränderung der Ausfuhrpreise nicht erken­nen läßt. Die Entwicklung der Ausfuhr, an deren Rückgang sämtliche Hauptwarengruppen beteiligt sind (Fcrtigwarenausfuhr minus 35 Millionen Mark, Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertiaen Daren minus 8 Mill. Mk.) entspricht im großen und ganzen der Saisontendenz. Die Handelsbilanz schließt tm April mit einem Ausfuhrüber­schuß von 61 Millionen Mark ab. Wäh­rend in sämtlichen Dorjahren vom März zu April eine mehr oder weniger starke Passivierung der Handelsbilanz (Rückgang des Ausfuhrüberschusses bzw. Zunahme des Einfuhrüberschusses) festzu­stellen war, hat sich diesmal das Dilanzergebnis gegenüber dem März, der einen Ausfuhrüberschuß oon 64 Millionen Mark aufwies, kaum geändert.

(1023 267) Mk., aus dem wie i. D. 5 Prozent Dividende aus die Stammaktien und wieder 6 Prozent Dividende auf die Dorzugsaktien auS- geschüttet werden sollen. 115 272 Mk. werden auf neue Rechnung vorgetragen.

Frankfurt freundlich.

Frankfurt, 17.Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem bereits an der Abendbörse auf Grund der Botschaft Roosevelts merkliche Kursbesse- rungen eingetreten waren, eröffnete auch die heutige Mittagsbörse in durchaus freundlicher Stimmung. Die Kurse zeigten zwar meist neue Erhöhungen um durchschnittlich 1 v. S)., im Hinblick auf die bevorstehende Rede des Reichskanzlers war aber eine Zurückhaltung nicht zu verkennen, umso mehr als von der Kundschaft nur in geringem Um- fange Kauforders eingetroffen waren. Die Umsatz­tätigkeit war deshalb ziemlich klein.

Teilweise erfolgten auf der erholten Basis kleine Gewinnmitnahmen, so daß die ersten Notierungen nicht immer ganz einheitlich lagen. Besonders am Markt der Bergwerksaktien war dies der Fall. Mannesmann eröffneten zunächst 0,65 und dann weitere 0,50 v. H. niedriger, auch Gelsenkirchen, Klöcknerwerke und Phönix gaben 0,25 bis 1 o. H. nach, während im übrigen Erhöhungen von 0,50 bis 1 d. S)., bei Buderus 1,50 o. H. und Rheinische Braunkohlen 2,75 v. H. zu verzeichnen waren. Chemicaktien lagen überwiegend um 1 o. H. freundlicher. Stärkere Kursbesserungen traten am Elektromarkt für Schuckert mit plus 3,25 o. H., Licht und Kraft plus 2 v. H., Lahmeyer plus 2 o. H. und Rheinische Elektro-Mannheim plus 1,75 v H. ein. Don Spezialwerten zogen Akkumulatoren Berlin um 3,25 und Contigummi 2,50 v. H- an. Schiffahrtsaktien und Süddeutsche Zucker eröffne­ten unverändert, während oon anderen Einzelwer­ten Daimler und Gebr. Junghans je 0,75 v. H. an- zogen, Deutsche Linoleum jedoch 0,25 v. H. nach­ließen. Im Verlause hielt die freundliche Stim­mung zwar an und die Kurse zeigten meist weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. $)., die Um­satztätigkeit blieb aber nach wie vor gerina. Etwas rückläufig waren Contigummi mit minus 1,50 v. H.

Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls wei­ter beruhigt. Kaum kam noch Angebot heraus, im Ge- genteil, für Goldpfandbriefe und Kommunalobliga- tionen zeigte sich Kaufinteresse, so daß hier Erho- lungen bis zu 1 v. H. zu verzeichnen waren, ßiqui- dationspsandbriefe waren zunächst noch wenig ver- ändert. Staatsanleihen lagen ruhig, Stadtanleihen gaben zum Teil noch etwas nach. Deutsche Anleihen gaben nach etwas höherer Eröffnung später um Bruchteile eines Prozentes nach. Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 3,50 v. H. erhöht.

Schweincmarkt in Hungen.

k. Hungen, 16. Mai. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 426 Tiere aufgetrte- bcn. Es wurden bezahlt für bis 6 Wochen alte Ferkel bis 16 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 17 bis 22 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 23 bis 27 Mk., 10 bi« 13 Wochen alte 28 bis 30 Mk. Der Handel war gut, es wurde fast ausverkauft.

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Hessische Eisenbahn 21(9., Darm­stadt. Im Geschässjahr 1932 war die Frequenz und damit die Einnahmeaestaltung der von der Hessischen Eisenbahn AG., Darmstadt (Heag) betriebenen Straßenbahn- und Omnibuslinien weiter rückläufig. Der Rückgang hat sich im laufenden Jahre fortgesetzt, io daß gegenwärtig die Betriebsausgaben oon den Betriebseinnahmen nicht mehr gedeckt werden. Auch die Lage bei den Gaswerken hat sich weiter ver- id)led)tcrt, während bei den Elektrizitätswerken eine deine Besserung eingetreten ist. Einschi. RM. 56 995 (57 368) Vortrag wurde ein Gewinn oon RM. 431056 (529 663) erzielt, aus dem wieder 10 Prozent Dividende verteilt und RM. 18 917 vorgetragen wer­den. Die GV. erledigte die Regularien einstimmig.

Allgemeine Lokalbahn undKraft- verke AG., Berlin. Nach dem Bericht der Gesellschaft trat im Geschäftsjahre 1932 ein wei­terer Rückgang im Derkchr und teilweise auch im Sncrgic-Absatz bei den eigenen Betrieben sowohl, c(6 auch bei den nahestehenden Bahnen und Elek- trizitätsversorgungs-Tlntcrnehmungcn ein. Der Bctricbsüberschuß der eigenen Unternehmungen hielt sich auf der Höhe deS Dorjahres. Unter Berücksichtigung des Gcwinnvortrages aus dem Dorjahre ergibt sich ein Reingewinn von 1 053 272

und konnten 1:0 in Führung aehen. Lechgestern kam dann auf und erzielte den Ausgleich. Nach der Pause spielte der Gegner fast dauernd überlegen, konnte aber infolge der geschickten Verteidigung den Siegestreffer nicht anbringen.

Handball im Lahn - OünSberg»Gau.

Io. Launsbach I Io. Dorlar I 7:3.

Die Gauklassemannschaft mußte gegen die Platz­mannschaft eine klare Niederlage hinnehmen. Die Niederlage wird durch den starken Ersatz bei den Gästen erklärlich. Der Sieg der Platzmannschaft stand keinen Augenblick in Frage und ist in dieser Höhe verdient.

Io. hausen II Io. (Brüningen II 7:5 (4:2).

Die Gäste gingen bald in Führung; aber der Platzbesitzer konnte ausgleichen und bis zur Pause noch dreimal einsenden, wogegen die Gäste noch einen zweiten Erfolg erreichten. Nack, dem Wechsel war das Spiel ausgeglichen und brachte beiden Mannschaften noch je drei Tore ein. Der Kampf wurde stets fair durchgeführt.

Gpielvereinlgung 1900 Gießen.

Jugendspiele am Sonntag.

1900 A I Nidda A I 7:0 (2:0).

Der anhaltende Regen und der schlüpfrige Boden ließen beide Mannschaften nicht zur vollen (Entfal­tung kommen. Die Mannschaft des Platzvereins, die schon eine Geländesportübung am Vormittag hinter sich hatte, schlug sich wider Erwarten gut. Die Gäste, Vie in der ersten Halbzeit zähen Widerstand leiste- ttn, waren nach der Pause dem schnellen und über­legenen Spiel von 1900 nicht mehr gewachsen und mußten sich fast ausschließlich auf die Verteidigung beschränken. Anzuerkennen ist, daß sie bis zum Schluß fair durchhielten. Daß der Tormann von 1900 nur ganz selten einzugreifen brauchte, beweist die vollkommene Ueberlegenheit seiner Elf. Der Schiedsrichter leitete unauffällig in feiner und über­zeugender Weise.

Leihgestern Schüler 1900 Schüler 1:1.

Die Schüler hatten gegen den körperlich bedeu- tend überlegenen Gastgeber einen schweren Stand, waren aber trotzdem in der ersten Zeit überlegen

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