WiXschast.
* D i e Kraftfahrzeugproduktion im Januar. 3m ersten Monat des neuen Jahres war. laut „Wirtschaft und Statistik", in fast sämtlichen Zweigen der Kraftfahrzeugindustrie gegenüber Dezember 1932 eine Produktionssteigerung, zum Teil von erheblichem älmfang, zu verzeichnen. Lediglich bei der Herstellung dreirädriger Fahrzeuge ist ein Rückgang erfolgt. Die Entwickelung des Absatzes war noch, wie saisonüblich, in dec gesamten Kraftfahrzeugindustrie rückläufig. Der Produktionsstand des Berichtsmonats hat in allen Zweigen der Kraftfahrzeugindustrie — außer bei den steuerfreien Kleinkrafträdern — die im Januar 1932 erreichte Höhe teilweise erheblich überschritten. Hierin zeigt sich eine zu erwartende Besserung der Marktlage, daneben mag die Berliner Automobil-Ausstellung im Februar 1933 begünstigend gewirkt haben. Auch die Entwicklung des Absatzes hat — außer bei sämtlichen Krafträdern — gegenüber dem gleichen Boriahresmonat eine Zunahme aufzuweisen.
* 3lse-Bergbau A G., Grube Ilse R/L. Für 1932 ergibt sich nach Abschreibungen von 6,40 (7,27) Mill. Mk. unter Einrechnung des Vorjahrsgewinnvortrages von 334 946 (402 763) ein Reingewinn von 4 613 077 (5 202 902) Mk., woraus aus die Stammaktien und Genuhscheine 6 (7) Prozent, und auf die Vorzugsaktien wieder 6 Proz. verteilt werden sollen. 383 036 Mk. bleiben zum Vortrag. Trotz des Produktions» und Absatzrückgangs konnten Stillegu-^en vermieden werden. Die Einlegung von Feicrs ichten machte Arbeitercntlassungen überflüssig. Im Januar sei der Absatz gegen das Vorjahr etwas höher gewesen, im Februar etwas niedriger.
Benin freundlich.
Berlin, 16.März. (WTB. Funkspruch.) Obwohl auch zu Beginn der heutigen Börse einige Marktgebiete unter Angebot litten und die Kursgestaltung als unregelmäßig zu bezeichnen war, herrschte doch im großen und ganzen ein freundlicher Grundton. Die feste Wiedereröffnung des Reuyorker Börsenverkehrs machte einen guten Eindruck und löste bei der hiesigen Spekulation zweifellos Deckungsbedürfnis aus. Die Depositenkassenkundschaft war ebenfalls weiter Käufer, der Ordereingang war aber nicht so groß, wie in den letzten Tagen und erstreckte sich nur auf Spezialgebiete. Zu diesen gehörten im Zusammenhang mit den Reichsbahnaufträgen die Montanwerte, außerdem waren auch Tarifpapiere kräftiger erholt, da man neuerdings glaubt, keine Besorgnisse hinsichtlich einer Revision der Tarife hegen zu muffen.
Sehr fest waren außerdem Schubert & Salzer mit plus 4,75 Prozent. Dortmunder Union gewannen 3 Prozent. Riederlausiher Kohle 3,50 Prozent und Kunstseidenwerte bis zu 2,50 Prozent. DEW. setzten ihre Aufwärtsbewegung um 2 Prozent fort. Mit Minus-Minus-Zeichen erschienen anderseits Daimler und Berlin-Karlsruher Industrie-Werte. Bei ersteren gingen Zusammenlegungsversionen im Verhältnis von 4:1
um, bei letzteren wirkte die Meldung von der Dividendenlosigkeit nach und führte zu einem Abschlag von 4,50 Prozent. Aus demselben Grunde büßten Kali Chemie 2,25 Prozent ein. Bei einem Umsatz von 48 Mille gingen Reichsbankanteile um 3 Prozent zurück. Der Wechsel im Reichsbankpräsidium, der für heute zu erwarten ist und wobei die Börse mit der Ernennung Dr. Schachts rechnet, war hierfür aber nicht der Grund.
Bei den Bankenverkäufen an den Aktienmärkten handelt es sich häufig auch um Tauschoperationen gegen Renten, die mehr und mehr in den Vordergrund rücken. Hoffnungen auf eine baldige Diskontsenkung der Reichsbank nach dem Amtsantritt Dr. Schachts scheinen hierbei auch eine Rolle zu spielen. Im Vordergründe standen Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchfor- derungen, die besonders im Verlaufe gegen gestern bis zu 1,50 Prozent gewannen, aber auch Goldpfandbriefe wurden bis zu 1 Prozent höher gerechnet. Industrieobligationen hatten uneinheitliche Tendenz, Stahlbonds lagen fest, Reichsbahnvorzugsaktien überschritten bei größeren Umsätzen die 97-Grenze. Ausländer lagen vernachlässigt. Bosnier im Verlaufe fester. Am Geldmarkt war die Situation vollkommen unverändert.
Frankfurt:
Renten fest, Aktien nachgebend.
Frankfurt a. M., 16. März. (WTB. Drahtmeldung.) Rachdem an der Abendbörse auf Realisationen der Kulisse meist kleine Rückgänge eingetreten waren, eröffnete die heutige Börse wieder in befestigter Tendenz, da von der Kundschaft auf einigen Teilgebieten zahlreiche Kleinorders vorlagen, was die Spekulation zu Deckungen veranlaßte. Eine gewisse Anregung bot auch die feste gestrige Reuyorker Börse.
Bei mäßig lebhaften Umsätzen zeigten die ersten Rotierungen überwiegend Erhöhungen bis zu ein Prozent. Bevorzugt blieben Montanwerte, besonders Mannesmann, Phönix, Stahlverein und Gelsenkirchen.-Vermehrtes Interesse zeigte sich ferner für einige Elektrowerte, wie Siemens mit plus 2,75 Proz, Betula mit plus 2 Prozent und Selten mit plus ^1,5 Prozent. Die übrigen Elektrizitätswerte verzeichneten Besserungen bis zu 0,5 Prozent. Am Chemiemarkt zogen ID.-Farben 0,75 Proz., Metallgesellschaft 1 und Rütgerswerke 0,5 Proz. an, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl blieben gut behauptet. Recht fest lagen am Kunst- seidemckrkt Demberg mit plus 2,25 Proz. und Aku mit plus 1,75 Prozent. Von Zellstoffwerten konnten sich Waldhos um 1,13 Proz. erhöhen. Auf den Rebenmärkten betrugen die Kursbesserungen etwa 0,5 Prozent. Recht matt lagen aber wieder Reichsbankanteile, die 2,5 Proz. nachgaben.
Rach den ersten Rotierungen lagen Aktien überwiegend etwas leichter, da sich die Spekulation in erhöhtem Maße dem Rentenmarkt zuwandte, an dem eine ausgesprochen fe st e Ten -
fahren zu haben: leicht zugenommen hat die Einfuhr aus Großbritannien, den Riederlanden und der UdSSR.
Von dem um 17 Millionen Mark geringeren Wert der Ausfuhr entfallen 15 MillionenMk. auf den Absatz von Fertigwaren. Der Rückgang liegt in erjtec Linie bei den Wasserfahrzeugen (—9 Mill. Mk.), die im Vormonat in Höhe des gleichen Wcrtbetrages nach Danzig geliefert worden waren: ferner bei Maschinen (—6Mill. Wk., und Eisenwaren (—5 Mill. Mk.), deren Ausfuhr nach der UdSSR, einen weiteren Rückgang verzeichnet. Die Ausfuhr von Textilfertigwaren ist dagegen um 8 Mill. Mk. gestiegen. Die Gesanlt- ausfuhr ist dem Wert nach um 4 v. H., dem Volumen nach nur um 3 v. H. geringer ausgewiesen als im Januar, da sich der Durchschnittswert für die Fertigwarenausfuhr etwas gesenkt hat. Abgesehen von der die Abnahme der Gesamtausfuhr übersteigenden Minderausfuhr nach Danzig und der UdSSR, hat die Ausfuhr nach den einzelnen Ländern keine bedeutenden Veränderungen gegenüber dem Vormonat erfahren: die Ausfuhr nach Großbritannien uyd einigen anderen Ländern ist leicht gestiegen. ,
Sprcantundcn Der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen
denz vorherrschte. Im Mittelpunkt des Interesses standen zunächst späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 1 Prozent, dann Deutsche Anleihen, von denen Altbesih insgesamt 1,75 Prozent, und Reubesitz 0,50 Prozent gewannen. Reichsbahnvorzugsaktien zogen 0,75 Prozent, und Stahlvereinsbonds etwa 1,75 Prozent an. Goldpfandbriefe waren weiter gesucht und notierten durchschnittlich 1 Prozent höher, teilweise erfolgte wieder nur beschränkte Zuteilung. Liquidationspfandbriefe waren nur unwesentlich verändert. Kommunalobligationen lägen gleichfalls fester, auch Staats- und Stadtanleihen verzeichneten überwiegend Erhöhungen.
Am Aktienmarkt blieb es auch im weiteren Verlauf ruhig bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Weiter befestigt waren Montanwerke, auch Reichsbank konnten sich etwas erholen. Am Rente n m a r 11 wurde es später ruhiger, die Kurse
blieben aber voll behauptet. Tagesgeld war zu 4 Prozent unverändert.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. SOL, 16. März. Auftrieb: 95 Rinder, 855 Kälber, 182 Schafe, 498 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 30 bis 35, geringe Kälber 25 bis 29; Schafe: Maft- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 24 bis 27, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 23; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 37 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 38 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine mittelmäßig, zum Schluß abflauend, nahezu ausvec- fauft.
Der deutsche Außenhandel im Februar.
Nur 27 Millionen Mark Ausfuhrüberschuß.
Im Februar beträgt die Einfuhr 347 Mill. RM., die Ausfuhr 374 Mill. RM.; der Ausfuhrüberschuß beziffert sich mithin auf 2 7 Mill. R SOL, gegen 23 Mill. RM. im Januar.
Nach den absoluten Ergebnissen ist im Februar die Einfuhr um 21 Mill. RM., die Ausfuhr um 17 Mill. RM. geringer ausgewiesen als im Januar. Bei der Wertung dieser Ergebnisse ist jedoch zu berücksichtigen, daß der Februar zwei Werktage weniger als im Januar umfaßt und mit einem entsprechenden Ausfall zu rechnen war. Vergleicht man die Ergebnisse nach dem Werktagsdurchschnitt in diesen beiden Monaten, so ergibt sich für die Einfuhr eine Zunahme um 2,3 v. H., für die Ausfuhr sogar um 3,7 o S). Denn in der Einfuhr ist der Werktagsdurchschnitt von 14 14 Mill. RM im Januar auf 14,47 Mill. RM. im Februar, in der Ausfuhr von 15,02 Mill. RM. auf 15,57 Mill. RM. gestiegen. Diese Zunahme des Werktagsdurchschnitts der Ein- und Ausfuhr vom Januar zum Februar entspricht der Bewegung im vergangenen Jahr; bei der Ausfuhr ist diese Zunahme sogar etwas stärker (damals nur 3,2 v H.), bei der Einfuhr dagegen schwächer (damals 4,2 o. H.) als im Schaltjahr 1932.
Von dem nach den absoluten Ergebnissen um 21 Millionen Mark geringeren Wert der Einfuhr im Feb n.ar entfallen 13 Millionen Mark auf die Rohstoff.' (davon 11 Millionen Mark auf den hauptsächlich saisonmäßig bedingten Rückgang der Baumwolleinfuhr) und 8 Millionen Mark auf die Lebensmittel (davon 5 Millionen Mark auf Obst und Südfrüchte, je 1 Million Mark auf Mais und Eier; um je 1 Million Mark zugenommen hat die Einfuhr von Schmalz und Margarine). Der Durchschnittswert der Gesamteinfuhr hat gegenüber dem Vormonat keine Veränderung erfahren, so daß Wert- und Volumenbewegung der Gesamteinfuhr nicht differieren. Soweit sich die Ergebnisse der Einfuhr aus den einzelnen Ländern schon überblicken lassen, zeigt sich, daß die Einfuhr namentlich
in den Bezügen aus den Vereinigten Staaten von Amerika und aus Argentinien geringer gewesen ist. als im Januar; auf diese beiden älcbrrseeländer dürfte je ein Drittel der Mindereinfuhr entfallen. Die Einfuhr aus den übrigen Bezugsgebieten scheint bei den einzelnen Ländern keine wesentlichen Veränderungen er-
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Gießen, den 6. März 1933.
I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher.


