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16.1.1933 Erstes Blatt
 
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iages führen dürfte.

Inzwischen wird der Reichskanzler die Be­sprechungen mit den Parteiführern, die bereits in der vorigen Woche begonnen haben, fort- sehen, und zwar steht für heule oder morgen der Besuch des Prälaten K a a s in Aussicht. Außerdem rechnen politische Kreise für morgen mit einer Aus­sprache zwischen h u g e n b e r g und Hitler, ohne dah dabei aber sofort positive Ergebnisse, etwa eine Zusammenarbeit zwischen dem Kabinett Schleicher und den Rational'ozialisten, erwartet werden. Ob es noch vor dem Reichstag zu einer Um- bildung des Kabinetts kommt, das hängt natürlich in erster Linie von dem Verlaus des Aeltestenrates und den bevorstehenden Besprechun­gen des Reichskanzlers ab. Dask r i s e n s e st e Kabinett, zu dem der Kanzler seine Regierung angeblich umbauen will, ist schon zum Schlag, wort geworden, das man in politischen Krei en dauernd hört. An sich leuchtet es natürlich ein, dah General von Schleicher sein Kabinett io stark wie möglich machen möchte, wenn es zur Auslösung und einem neuen wnhlkamvf kommen sollte.

Der Eindruck volitischer Kreise, dah das Ergebnis der lippischen Wahl die parlamentarische Situation im Re'ch versteift hat, kommt auch darin zum Aus­druck, dah man sich bereits über das voraus­sichtliche Datum der Reichstagsneu­wahl unterhält. Ulan nennt allgemein den IS. oder 2 6. Februar als Wahltag, da die Reichs- reglerung im Interesse der Wirtschaft einen langen Wahlkamps vermeiden würde. Ob die Entwicklung sich so zuspiht. hängt seht natürlich ganz von der Haltung ab, die die Rationalsozialisten im Aeltestenrat und im Reichstag einnehmeu werden.

Berlin. 16. Jan. (ERB. Funkspruch.) wie wir erfahren, hat sich das R e i ch s k a b i n e t t heute vormittag um 11 Uhr verjammelt. Die Beratungen gelten aber weniger der allgemein politischen Lage, als der weiteren Arbeit an der Rotverord­nung über den V o l l ft r e ck u n g s s ch u h für die Landwirtschaft.

Natürlich bespricht man in politischen Kreisen heute vormittag sehr stark den Auvsall der lippi­schen Wahlen. Ulan zieht aus ihrem Ergebnis den Schlufz, dah es nun wahrscheinlich doch zur Auflösung und Reuwahlen im Reich kommen wird. Dabei wird aus die Veröffentlichung der P r e f f e st e l l e der R S D A P. verwiesen, die bereits deutlich erkennen läht. dah sich die par­lamentarische Situation von der national- sozialistischen Seite her zweifellos versteifen wird. Die Ratioualsozialisteu haben in Lippe gut abgeschnitten und ziehen offenbar daraus den Schluh. dah sie auch im Reich Reuwahlen nicht zu fürchten haben würden. In den anderen Partei­tage ist man allerdings der Auffassung, dah die lippischen Wahlen keineswegs typisch sür Deutsch­land seien, sondern man bezeichnet das Ergebnis von Lippe als die Folge davon, dah die RSDAP. die ganze Wucht ihres Propaganda-Apparates auf dieses kleine Land konzentriert hat. wie weit das richtig ist. mag dahingestellt bleiben: sicher scheint jedensalls. dah die Möglichkeiten einer weiteren Vertagung des Reichstages sich nach den lippischen Wahlen sehr stark ver­mindert haben.

In der Sitzung des A e l t e st e n r a t e s des Reichstages am kommenden Freitag wird zweifellos erklärt werden, dah die R e i ch s r e g i e - r u n g eine Vertagung als Tolerierung auffasie. In politischen Kreisen glaubt man nicht, dah die Rationalsozialisten bann einer weiteren Vertagung ; u st i m m e n werden, so dah also die politi'che Aussprache in der am 24. Januar beginnenden Reichslagstagung zu einem scharfen Kampf und zur Auflösung des Reichs-

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Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyr-ot; sür den übrigen Teil Ernst Dlumschein und^ürdenAn» ze»genteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Siegen.

Hiller kommt heute nach Berlin.

Weimar. 16. Jan. (CNB.) (Eigene Meldung ) Wie verlautet, beabsichtigt Adolf Eitler. der bis Nacht hier verbringt, am Montag früh nach Ber­ti n zu reisen.

Die Bedeutung des Wahlergebnisses.

Erl chr'ni tägltd), äuge' Lonn'aqs und eieriag» Beilagen. D,e Illustriert« Gienener Famii,enblalte> Heimat mBild Die Scholl« monats-Beingsprm.

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ein solcher unbeugsamer DolkSwil l e besteht und auch bann und gerade bann bestehen bleiben wird, wenn ein Schwanken in ber feier­lichen Erklärung der fünf Mächte in Gens em* treten sollt«- W r wollen in die Wllt bincinnfen;

Das deutsche Volk will nun endlich als freie, gleichberechtigte Ration im Kreise der Völker den Platz einnehmen, auf den es nach seiner grohen inneren Vergangenheit und seiner Lei­stungsfähigkeit Anspruch hat.

Die Feier schloh mit dem Fahnen ausrnarsch. Der Reichspräsident und die Ehrengäste wurden beim verlassen des Sportpalastes durch immer wieder einsehende Kundgebungen gefeiert.

Verständnis in England.

London, 16. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers von Schleich e r in seiner Eigenschaft als R e i ch s w e h r m i n i st e r bei der Reichsgrünbungsfeier des Kyfshauserbundcs über bie Frage ber a11gemeinen Wehr­pflicht ober, wieDaily Mail" sagt, fein R u f nach Waffen, wirb von ber Presse ohne befon- 1 deren Kommentar wibergegeben. Die deutschen Be­strebungen in biefer Hinsicht sinb bekannt unb wur­den, wenn nicht mit ausbrücklicher Zustimmung, so doch mit V e r ft ä n b n i s beobachtet.

Ohne diesen starken Willen $ur Ration im Geiste Bismarcks kann die Freiheitsbewe­gung, in bet wir augenblicklich stehen, nicht durch- gesührt werden, eine Freiheitsbewegung, die aus der Diese des Volkes herauf­drängt, das nicht gelernt hat und nicht gewillt ist, ewig Sklave zu sein.

Reichskanzler und Reichsrvehrminister von Sch.sicher

hielt hierauf in seiner Eigenschaft als Reichs­wehrminister eine Ansprache, in der er sagte:

Ich freue mich, dah ich als Reichswehr­minister heute dem Kyffhäuserbund, der wie kein zweiter Bund in Deutschland die echte Kame­radschaft auf seine Fahnen geschrieben und zur Richtlinie seines Handelns gemacht hat, die Grühe der jungen deutschen W e hr - macht selbst bringen kann. Das Deutsche Reich, das vor 62 Jahren gegründet wurde, verdankt seine Entstehung nicht zuletzt den Ruhmestaten einer in der Organisation zwar noch nicht zu­sammengeschlossenen, aber in Geist und Tapserkeit einheitlichen deutschen Armee. Unter dem Schuh dieser Armee hat Deutschland eine lange Reihe glücklicher F r i e den s j a h r e er­lebt. In Di er furchtbaren Kriegsjahren hat diese Arrn.e den Feind von Deutschlands Grenzen fern­gehalten. Gerade deshalb hat diese Armee, die schliehlich doch das deutsche Volk in Waf- f e n darstellte, nichts als so kränkend, unverdient, entehrend und von Seiten des Feindes unritter­lich empfunden, wie das Verbot, Waffen _ zu tragen. Gilt doch dem Deutschen seit Urväter Zeiten das Recht, eine Waffe zu tragen, als das Zeichen des freien Mannes.

Unsere Feinde wühlen sehr wohl, dah sie Deutschland ins Mark trafen, als sie es wehrlos und damit zu einen Volk zweiter Klasse machten. Gegen diese Deklassierung und für die Wieder­gewinnung seiner Gleichberechtigung auf Mili­tär.schem Gebiet hat daher das deutsche Volk und nicht am wenigsten die alten Soldaten, die sich heute hier zu einer Gedentseier zusammen­gefunden haben, zäh und mit heißem Herzen gekämpft, bis ihm vor kurzer Zeit dieses ent- scheidende Merkmal seiner Souveränität wieder zuerkannt ist. und ich kann heute nur die Worte des Herrn Reichsauhenininisters wiederholen, dah die Reichsregierung keine Abrüstungs-Kon­vention unterschreiben wird, die diesem Grund­satz nicht Rechnung trägt. Im übrigen wollen wir nur die g l e i ch e S i ch e r h e i t. wie jedes andere Land, und ich möchte hier erneut betonen, dah ich die a 11 g e m e i n e w e h r p f l i ch t für ein ganz befonders erstrebenswertes Ziel halte.

liniere zweite Pflicht: Sorgen wir für Ver­breitung ber Erkenntnis, bah ber Rot- unb Lei- bensweg unseres Volkes eine Opfertat ohneglei­chen ist, um aus eigener Kraft W eber hoa)zutom- men unb nicht von neuem, wie schon so oft, nach­teiligen politischen Dinbungen zu unterliegen. Die dritte Pfticht, bie für ben Kyffhäuserbunb schon seit (ähren oberster Leitsatz ist, Schaf­fung einer großen beutfchen Front. Mit Vorbebaa)t ist biefer Rarne gewählt, weil ber Begriff national vielfach zu eng gefaßt würbe, toeil bie Derfuche, nationale Fronten zu bilden, darin bestanden, einige Parteien ober Parteigrup­pen aneinanberjubinben. Wir wollen etwas an- beres. Wir wollen gesinnungsrnähigen Zusammenschluß - unabhängig von allen Parteibindungen - aller berer, bie deutsch fühlen beutsch be nie n unb beutsch hanbeIn wollen, bie willens sinb, wirkliche na­tionale sittliche unb kulturelle Ausbauarbeit zu leisten,'die von ber lleberjeugung burchbrungen sind bah in ber jetzigen Gefahrenzeit eines das Rotwendigste und Dordringlichste ist: Die Her- stellung eines einheitlichen geschlossenen Volkes und Selbsterhaltungswillens wenigstens in den großen Lebens- und Schicksalssragen ber Ration.

General v. Horn schloh: Unser verehrter E h - renpräsident Genera eldrna. s Hall v. H i n - benburq. hat uns alten Soldaten das leuchtendste Deispiel der Pflicht ge­geben als er über alle persönlichen Auffassungen hinweg als Königlicher Feldmarschall die Ge­schicke unseres Voltes in bie Hand nahm mit bem Bekenntnis

liebet alles das Vaterland!" Solche lieber- zeugung von der Notwendigkeit, ja von dem Segen der Unterordnung des einzelnen unter das wohl des Ganzen lebte in unserer alten Armee. Dieser Geist soll und muh weiterleben und immer wieder den willen zur Nation stärken.

Veränderte Zeitverhältnisse werden veränderte For­men bedingen. Ich denke dabei in erster Linie an die Miliz. Seien Sie aber überzeugt, dah die Wehrmacht, wie auch ihre äußere Form sein mag, stets von dem Gei st beseelt sein wird, der der Ihre war und ist. Tradition, wie wir sie auffassen, ist nicht an Zahlen und äußere normen gebunden. Tradition ist die Verpflich­tung zu den alten Soldaten Lügenden des Gehorsams und der Kameradschaft. Daß die Kameradschaft innerhalb der Reichswehr im glei­chen Maße gepflegt wird, wie in der alten Armee, ist für uns selbstverständlich. Auch zwischen den alten Soldaten und der jungen Wehrmacht bestehen engste kameradschaftliche Beziehungen. Die heutige Weihestunde gibt ihnen wieder einen besonderen Ausdruck, und ich hoffe, daß sich bald Mittel und Wege finden, dieses Band zwischen den im Kyss- Häuser-Bund vereinten allen Soldaten und den aus­geschiedenen Reichswehrangehörigen fester zu knüp­fen.

heule aber tut noch eine andere Sameradschasl not, eine Kameradschaft, die sich auch nach außen hin zeigt in dcm Gefühl enger Verbundenheit mit allen deutschen Volksgenossen.

Detmvlb, 16. Ian. (TU.) Das markanteste Zeichen des Wahlergebnisses von Lippe ist da« weitere Anwachsen ber national!©- zia 1 istischen Stimmen, bie von runb 33 OOO am 6. Rovember auf 38 844 am 15i. Januar ge­stiegen sind. Dieses Ausmaß des national­sozialistischen Erfolges kommt in erster Lrme auf das Konto ber vielen Reben, bie Adolf Rillet selbst nicht nur in ben Stabten, sondern auch auf kleinen Dörfern des Freistaates Lippe gehalteni hat. Rach dem Ergebnis der Wahlen ist bie bis­her aus neun Sozialdemokraten, einem Staats­parteiler unb einem Dolksrechtsparteiler zusam­mengesetzte Koalition in bie Rkinder - beit gekommen. Die Rationais oziali st en werben im neuen ßanbtag von 21 Sitzen neun Sitze innehaben, während sie bisher nur durch einen einzigen Abgeordneten vertreten waren, der von der Landvolkpartei übergetreten war. Die Sozialdemokraten, bie seit 1919 durch ihren Landespräsidenten Drake unur/erbrochen das Land Lippe regiert haben, sind von neun auf sieben Sitze herabgedrückt worben unb da eich bie Kommunisten nicht ben erwarteten Zuwach« von ein auf brei, sondern nur auf zwei Mandate erhalten haben, kommt also eine Linksregie* rung für Lippe nicht mehr in Frage. Die Deutschnationale Volkspartei, die bisher drei Sitze innehatte, wird nur noch einen Vertreter in den neuen Landtag entsenden. Der Stimmenruck­gang der Deutschnationalen von 9750 am 6. No­vember auf 5923 am 15. Januar wird in politischen Kreisen in erster Linie auf den Konflikt zwischen Landbund und Schleicher zurückgefuhrt, also auf die Einwirkung der grohen Politik. Der Evan­gelische Dolksdienst, der bei diesen Wahlen neu in Erscheinung trat, hat ein Mandat erreicht. Die Deutsche Volkspartei, die einen Sitz gegenüber drei Sitzen im Jahre 1929 erhalten hat, hatte Listenver- bindung mit den Deutschnationalen vereinbart. Durch das Wahlergebenis ist eine r e i n e R e ch t s - regierung möglich geworden. Eine neue Re­gierungsbildung wäre durch ein Zusammengehen zwischen den Nationalsozialisten und den Deutsch- nationalen unter Hinzuziehung des Dolksparteilers, oder des Vertreters des Evangelischen Volksdienstes

1 möglich.

Die Kommunisten, die am 6. November 14 590 Stimmen erhielten, haben diesmal sehr schlecht ab- geschnitten. Sie haben 11 000 erhalten. Der otim- menrüefgang wird in erster Linie auf landespolt- tische Gesichtspunkte zurückgeführt.

Oie Schluß olgerung der NSDAP.

Der offizielle Kommentar.

Weimar, 16. Jan. (TU., Zum Ergebnis der Wahl en in Lippe schreibt bie Reichspresse­stelle der RSDAP.:

.Der heutige Wahlsieg ber RSDAP. in Lippe kann in feiner politischen Bedeutung als I Grabmesser für bie allgemeine Stimmung un

Volke nicht hoch genug eingeschäht toerben. Er widerlegt nicht nur in überzeugender Weise Die gegnerischen Behauptungen von einem Rückgang der nationalsozialistischen Bewegung, sondern ist auch der durch nichts mehr abzuleugnende Beweis dafür, baß die Stagnaki on der RSD AP. völlig überwunden ist unb daß eine neue Aufwärtsentwicklung nunmehr be­sonnen hat. Die nationalsozialistische Welle steigt wieder. Die RSDAP. ist aus der Verteidigung wieder zum siegreichen Angriff übergegangejj Das ist Hezwingende pvlitischeSch^MM

Die AeichMM nach den lippeschen Wahlen.

Gin offiziöikSStimmungsbiw.-ReichStagsneuwahl-n wahrschemUcher geworden?

Ich habe in letzter Zeit ganz besonders erfreuliche Zeichen solchen Empfindens in der Reichswehr ge­funden, wo Truppenteile unb Schisfsbesatzungen in Hilfsmaßnahmen für die notlei­dende Bevölkerung wetteiferten, und wo von allen militärischen Kommandobehorden jede Maßnahme mit Verständnis und freudiger Zustimmung unterstützt wurde, die dazu geeigne war, Erwerbslosen Srot unö 21 r beit z u bringen. Ich wünschte, daß solche Beispiele freiwilliger Opserbereiftchaft in allen Kreisen des Volkes Rachahmung fänden.

Tradition ist aber auch die Verpflichtung zu gleicher sachlicher Arbeit, zu gleichen Leistungen jm Dienst des Vaterlandes, wie sie in der alten Armee selbstverständlich waren.

Leuchtendes Vorbild dafür bleibt uns allen alt unb jung, unser hochverehrter Herr Generalfeld­marschall und Reichspräsident. Ich kann das We- sen dieser Tradition nicht besser umschreiben als mit den Worten, die ber Herr Feldmarschall der jungen Wehrmacht zurief, als er im Jahre 1925 ben Oberbefehl über die Reichswehr übernahm:

Im alten Sinn für Pflicht und Opfer liegen ihre wurzeln, ihr handeln aber gilt der Gegen-

Berlin, 15. 3an. (SU.) ®e> ReichskriegerbundKysfhauser h eit aus Anlaß ber t>2. Wieberkehr bes Reichs- grünbungstages am Sonntagmtttag irn B-erliner Sportpalast eine emdiuasvolle W eihe - ft u n b e ab, an ber auch Reichspräsident, Gene- ralfeldmarfchall v. Hindenburg, als Ehren- Präsident, ferner der Kr 0 npr l n z , Prinz Eitel-Friedrich, sow e Generalseldmarschall v. Mackensen teilnahmen.

Gegen 12 Uhr erschien Reichspräsident v. Hin­denburg in Eeneralfeldmarschallsuniform in Begleitung des Reichskanzlers und Reichswehr- Ministers ».Schleicher. der ebenfalls Uniform trug Sie wurden von den brei Präsibenten des Kyffhäuserbundes zu bem Chrenpodiurn geleitet, aus dem Platz genommen hatten: Die Mitglieder des Hohenzollernhauses, bie Rcichsmini- ster v. Reurath , Dr. Dracht und SYrup, der Chef ber Heeresleitung General von Ham­me r st e i n , der Chef ber Marineleitung 2Ibmi- ral Dr. Raeber, der ehemalige Reichskanzler v. Pa Pen, Genercllseldmarfchall v. Macken­sen Generaloberst v. Kluck, General ber In­fanterie v. H u t i e r , Admiral v. S ch r o e b e r General v. Stülpnagel, der Präsident bes Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung, Ober­bürgermeister Dr. S a h m, Polizeipräsident Melcher usw.

Der Reichspräsident, der bie auf dem Podium versammelten Persönlichkeiten herzlich begrüßte, wurde von der Menge mit lautem, sich immer wie­derholenden Hochrufen empfangen.

Rach bem Einzug ber 63J Fahnen unter ben Klängen alter Märsche ergriff ber Erste Präsi­dent des Deutschen ReichskriegerbundesKyff- häuser",

General der Artillerie a. O. v. Horn das Wort zu einer Ansprache. Er führte u. a. aus ber Kysihauserbund lasse sich von bem Stre­ben'leiten, ben Reichsgrünbungstagzu einem Feier- unb Bekenntnistag bes ganzen deutschen Volkes zu machen, damit es immer mehr in dem Witten gefestigt werde, bas Diktat bes zweiten Versailles, bas unsere Ehre unb Freiheit geraubt habe, zu überwinben.

Während sich bie Fahnen senkten unb bie ganze Versammlung sich von den Plätzen erhob, epirte ber Rebner in einem tiefempfundenen Rachruf die zwei Millionen gefallenen deutschen Krieger. Die Musikkapellen spielten das Lied vom guten Kameraden. General v. Horn fuhr fort: Ver- gefsen wir niemals, daß wir die Schandeund die Schmach des F r i e d e n s b i k t a t e s nicht deshalb so schmerzlich empfinden, weil unser Volk schließlich gegen eine Welt von tfemben unterlegen ist, sondern wegen der Art, wie wir zusammen gebrochen find, wie wir unseren Sturz ertrugen, teils in Gleichgültigkeit, teils in würdeloser Selbstbeschuldigung, ia Selbst- zerfleischung. Deshalb soll über dieser Weihe­stunde bie Mahnung stehen:

Erkämpft unb bekämpft eure Fehler unb werbet nun enblid) ein Volk. Bannt ben Klassenhaß unb bie Parteisucht, bestinnt euch aus eure natio­nale würbe unb auf eure Geschichte.

Deutschland fordert volle Wehrsreiheit!

Reichskanzler von Schleicher spricht als Reichswehrmimster vor alten Soldaten über unsere Wehrforderung.

wart unb Zukunft, bem Dienst am Volk unb Staat."

In biefem Sinne gilt ebenso wie für die Wehr­macht für das gesamte deutsche Volk an diesem Gedenktage für bie Reichsgründung das Wort:Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen".

General v. Horn

knüpfte in einem Schlußwort an die Rede des Reichskanzlers an unb erklärte u. a.: Wir wissen aus der Aeuherung des Herrn Reichsaußenmini- sters daß in der Erklärung der Fünf-Machtebe- sprechung in Genf am 11. Dezember diedeutsche Gleichberechtigung unzweideutig anerkannt wurde. Die Schlacht in Gens ist aber noch nicht gewonnen. Wir wollen denReichs- grändungstag zu bem Gelöbnis benützen, daß

Ur 15 Erstes Blatt 183. Jahrgang 1955

GiehenerAnzeM

General-Anzeiger für Oberhessen