Ausgabe 
15.11.1933 Zweites Blatt
 
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befchaffungsprogramm:

4500

2400

AOLahre MZ. in Gießen

3200

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Oberheffen

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Tagewerke aus der Baustelle

Am 19. November sammelt die Hitlerjugend für das Winterhilfswerk!

Erweiterung der wasserversorgungsanlage in den Gemeinden Kirchberg, Griste und Freudenthal

Entwässerung und Kultivierung von Ge- meindeslächen in Fischborn

Entwässerung von Gemeindewiesen mit­tels offener Gräben in der Gemeinde Niedermittlau

Regelung von Wasserläufen in Gemeinde Altenhaßlau

Ausführung einer Ackerdränage in der Gemeinde Oberahr

Lndabschnilt der Kuhbachregulierung in Lorbach

Ackerdränage in der Gemarkung Alten­kirchen

Wiesenentwäsferung in der Gemeinde Neuenschmilten

Oedlandkultivierung In Düstwillenroth Wiesenentwässerung in Gondsroth Dränung von Gemeindewiesen in Hailer Instandsetzung der Lichtleitung und Er­weiterung der Kanalisation und Wasser­leitung in der Gemarkung Nordhausen

Dasserleitungserweiterungsbaulen für 12 Gemeinden des Oberweflerwaldkreifes

Ausführung von Arbeiten zwecks Ersah von unzureichenden Gaseinführungs­leitungen in Wiesbaden

Werde Theaterbesucher durch Erwerb der Zwölferlarte^.

Hitler schafft Arbeit!

Weitere bewilligte Mahnahmen Im Arbeit».

Der außerordentlich interessante und aufschluß­reiche Dortrag wurde mit großem Beifall ausge­nommen.

3n der Aussprache wußte Prof. Diß Harasfo- witz interessante Aufschlüsse «der das Herkommen der Solen zu geben.

Der Leiter des KDAI.-Bezirks Oberhessen, Dipl.- Ingenieur Kurz, beendete nach einem kurzen Schlußwort den offiziellen Teil des Abends mit einem dreifachenSieg-Hell!" auf den Dolkskanzler Adolf Hitler.

Münchholzhausen und Pg. Schnorr als venrit« ter der Arbeitsfront. Mit dem LiedeIch harr einen Kameraden", schloß die Feier.

Eine hundertjährige Wählerin.

WSN. Biedenkopf, 14. Nov. Eine der älte­sten Wählerinnen Deutschlands suchte am Sonntag in Biedenkopf das Wahllokal auf, um dem Führer ihre Stimme zu geben. Frau Sophie Plitt ließ sich auch trotz ihres hohen Alters von 100 Jahren nicht davon abhalten, ihrer Wahlpflicht zu genügen.

Nach Osthofen gebracht.

WSN. Mainz, 14. Nov. Don den aus Anlaß der Verteilung von illegalen Flugblättern am Tage vor der Wahl verhafteten 35 SPD. - und KPD.» Funktionären, die laut einer Anordnung der hessischen Regierung im Falle der Nichtermittlung der Täter inhaftiert werden müssen, sind 1 8 n ach Osthofen in das Konzentrationslager gebracht worden. Bemerkenswert ist, daß der größte Teil der in haft genommenen Funktionäre in den sog. Spielhallen bzw. Sporthallen angetrof- fen wurde, wo man meist die letzten Groschen auf den Spieltisch wirft.

Schweres Berkehrsunglück bei Hüffelsheim.

Rüsselsheim, 14. Nov. (WSN.) Drei in Den Opelwerken beschäftigte Arbeiter, der 30jahrige Schlosser Heinrich Grebe aus Trebur, der 25- jährige Dörr aus Mainz-Ginsheim und der 40- jährige Arbeiter Keller aus Ginsheim, befanden sich heute früh zu Rad auf dem Wege nach ihrer Arbeitsstelle. Beim Rüsselsheimer Schutzenhaus fuhr aus bisher unaufgeklärter Ursache der mit Opel- Arbeitern aus Urberach besetzte Omnibus des Kraftverkehrsunternehmers Herberich-Oberroden in d i e Radfahrergruppe hinein. Heinrich Grebe kam unter den schweren Wagen und wurde auf der Stelle g e t ö t e t. D ö r r und K e l l e r wur- den umgerissen und schwer verletzt, Dörr ins­besondere am Kopfe, während Keller einen Ober- schenkelbruch erlitt. Sie kamen beide nach dem Stadtkrankenhaus in Mainz. Die Polizei »st mit der Klärung der Schuldfrage beschäftigt.

Aus der Hitlerjugend.

DHV.-Jugend kommt zur Hitlerjugend.

Die Iugendgruppen des Deutschnationalen Hand- lunqsgehilfcnverbandes in dem Bereich des Ober­gebietes West HI. haben sich in die Hitlerjugend

Hilfe bei dem Uebergang in den Beamten- usw. Beruf zu gewähren. Schwer und verantwortungs­voll war der Kampf des Bundes und seiner Unter­gliederungen bis hinunter zur Ortsgruppe um des­willen, weil die Führer mehr als oft in einen seelischen Konflikt gebracht wurden dadurch, daß sie selbst, fast zu 100 v. h. als Beamte, gegen ihre innerste Grundeinstellung zur Disziplin der Staats­autorität gezwungen waren, gegen die Behörden und oft gegen die eigene Behörde für ihre Kame­raden klagend vorgehen mußten, um die im Gefetz verbrieften Rechte der Berufssoldaten durchzusetzen. Und nur, weil den zuständigen Stellen anders­gerichtete politische Gesichtspunkte gar zu leicht den klaren Blick trübten für die staatspolitische Not­wendigkeit der deutschen Wehrmachtsoersorgung.

Doch nichts konnte den entschlossenen Willen der im RdZ. zusammengeschlossenen ehemaligen Berufs­soldaten, für das Recht und damit zugleich für die junge deutsche Wehrmacht zu kämpfen, erschüttern oder erlahmen.

Im Dritten Reich, dem Reiche unseres Führers Adolf Hitler, dürfte, nein, muß dieser Kampf um die Wehrmacht und die Zioilversorgung zu Ende sein; denn ein Staat, der sich selbst bejaht, wird und muß es als seine vornehmste Ausgabe betrachten, für feine Wehrmacht als solche und auch für deren Angehörige nach dem ehrenvollen Aus- scheiden aus dem Militärdienst in verständnisvoller Weise zu sorgen.

Der beste Garant hierfür ist unser Reichskanzler Adolf Hitler selbst.

In diesem Geiste wird daher auch die Ortsgruppe Gießen am 18. November im Caf6 Leib zu Gießen in würdiger Weise den Tag ihres 30jährigen Bestehens begehen, zu dem alle Behörden und Verwaltungen eingeladen worden sind. Der alte Soldatengeist lebt noch! Die Kameraden des alten und des neuen Heeres sind heute mehr denn je stolz darauf, Träger des deutschen Wehrwillens , gewesen zu sein, und sie werden es auch heute und immerdar bleiben!

Von dem Ortsgruppenführer des Reichsbun- des der Zivildien ft berechtigten (RdH.), Ortsgruppe Gießen, Herrn Schwenker, wird uns geschrieben:

Im Zusammenhang mit den in letzter Zeit tn den Tageszeitungen erschienenen Artikeln über den RdZ. erscheint es angebracht, zum desseren Ver­ständnis dieser Artikel in kurzen Zügen der Oeffent- lichkeit das Wesen und die Bedeutung des RdZ. klarzuleaen.

Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten wurde in seiner ursprünglichen Form als Bund deutscher Militäranwärter gegründet. Sein Zweck war die Ersassung aller zwölfjährig- oder langjährig ge­bienten Soldaten des alten Heeres zu einem Kame- radenbunde, mit dem Ziele, die Treue zum Sol­datentum und zum Deutschen Reiche auch über die Militärdienstzeit hinaus zu pflegen und zu vertiefem

Erst in zweiter Linie lagen noch Aufgaben auf beamtenpolitischem Gebiete, nämlich die Betreuung und Unterstützung der Militäranwärter beim Heber- gang vom Militärdienst in die zivile Beamten- laufbahn.

Der Kriegsausgang mit seinen verheerenden Fol­gen brachte das neue alles andere, aber nur nicht deutsche Wehrsystem und zugleich auch ein politisches System, dem man allzu großes^ Der- ständnis für deutsche Wehrfragen nicht nachrühmen kann.

Mit diesen beiden Neuerscheinungen wurden naturgemäß auch dem Bunde deutscher Militär­anwärter neue und schwere Aufgaben gestellt, die eine Umorganisation des seitherigen Bundes not­wendig machten. Aus dem seitherigen Bunde wurde daher der Reichsbund der Zivildienstberechtigten e. V. mit Sitz in Berlin.

Schwer und verantwortungsvoll waren die Aus- gaben, die der nunmehrige Bund, jetzt RdZ-, zu lösen hatte. Seine Hauptaufgabe war von nun ab darauf einzustellen, den aus dem Reichsheer, der Reichsmarine und der Schutzpolizei nach zwölf­jähriger oder auch kürzerer Dienstzeit ausscheiden­den Kameraden in treuer Kameradschaft Schutz und

Versammlung.

Kreis Wetzlar.

* Launsbach, 14. Nov. Beim Ausputzen eines Nußbaumes stürzte gestern der 26 Jahre alte Arbeiter Otto Pfeiffer von hier so unglücklich von dem Baume ab, daß er mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden mußte.

< Bieber, 14. Nov. Auch in unserem Orte wurde in würdiger Weise des Tages vom 9. N o - vember 1923 gedacht. Eine Abordnung der NSDAP, begab sich am 9. November zum Fried­hof, um dort einen Kranz am Kriegerdenkmal nie- derzulegen. Der Zellenleiter der NSBO., Süß, hielt eine kurze Ansprache, in der er auf das Opfer der vor zehn Jahren in München gefallenen Hel- den der Bewegung hinwies. Mit dem Deutschen Gruß und dem stillen Gedenken zu Ehren der Ge­fallenen fand die schlichte Feier ihren Abschluß. 1

# Kinzenbach, 14. Nov. Entsprechend einem Beschluß der Gemeindevertretung soll im Flurbezirk ,Lahn" das zur Ouellensassung der pro­jektierten Wasserleitung erforderliche Wiesengelände angekauft werden. Der Kaufpreis beträgt 1,70 Mk. je Quadratmeter. Der freiwilligen Feuerwehr wurde zur Beschaffung von Uniformen aus Ge- meinöemitteln ein Zuschuß von 70 Mk. bewilligt.

# Atzbach, 14. Nov. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ist folgendes zu berichten: Für die Anlage des neuen Friedhofs soll van dem zu diesem Zwecke bei der Kreissparkasse angelegten Kapitalvermögen ein Betrag von 1500 Mark abgehoben werden. Einem Antrag der Kir­chengemeinde entsprechend, wurde der Pflanzung einer Luthereiche zugestimmt. Vorgesehen wird eine Stelle auf dem bei der Kirche liegenden alten Fried­hof. Die Anschaffung einer 400-Liter-Motorspritze und des erforderlichen Schlauchmaterials wurde be­schlossen. Die Anschaffung soll unter den durch die Nassauische Brandversicherungsanstalt gestellten gün­stigen Bedingungen erfolgen und die Bestellung noch im Laufe des Kalenderjahres 1933 ausgeführt werden.

* Groß-Rechtenbach, 14. Nov. Der 40 Jahre alte Landwirt Wilhelm Hartmanns- Henn #on hier verunglückte beim Holz- fahren schwer. Der bedauernswerte Mann muhte mit inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik in Gießen eingeliefert werden.

O Münchholzhausen, 14. Nov. Der auf der Heimfahrt von der Göring-Kundgebung in Frankfurt bei Garbenheim von einem Kraftwagen überfahrene und tödlich verletzte SA.-Mann Robert Weller, wurde unter starker Beteiligung der Gemeinde und seiner Kameraden von der SA^ der SS. und der HI. zu Grabe getragen. Der Kinderchor sang vor dem Trauerhause ein Lied, die NS.-Kapelle spielte einen Choral, sodann mar­schierte die. am Sarge vorbei. Am Grabe hielt Lic. Müller die Trauerrede. Nach einem Liede des Kirchenchores wurden Kränze niedergelegt. Der stellvertretende Kreisleiter Haus würdigte die Verdienste des verstorbenen SA -Mannes. Brigade- fiihrer Schütze hielt eine kurze Ansprache und gab bekannt, daß der SA.-Trupp I, Wetzlar, von jetzt ab den Namen des toten Kameraden führe. Es sprachen ferner Sturmbannführer Stubtmann (Wetzlar), Pg. Rau für den Stützpunkt Groß- Rechtenbach, Pg. Walter Kirstein (Wetzlar) für bis SA.-R., Pg. Ernst Drumboch für die.

meister, sowie von Bürgermeister Rullmann wohlverdientes Lob und volle Anerkennung aus- gesprochen. Abends sand imGambrinus" Konzert und Feuerwehrball statt.

v Schott n

<> Klein-Eichen, 14. Nov. Dieser Tage wurde hier unter großer Beteiligung von nah und fern der Altbürgermeister Wilhelm Heinrich M u l - ler zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der im 73. Lebensjahre stand, war von 1902 bis 1911 Bür­germeister und gehörte seit 1908 der Kirchen­gemeindevertretung an.

AireAlsield.

ll Mücke, 14. Nov. Dieser Tage wurden hier einige Eisenbahnwagen Kartoffeln verladen, die nach Offenbach abgingen. Plakate an den Eisenbahnwagen gaben der Verbundenheit zwi­schen Stadt und Land Ausdruck.

ll. Merlau, 14. Nov. Die hiesige Jugend stif­tete aus dem Ueberschuß der diesjährigen Kirmes den Betrag von 25 Mark für das Winter- Hilf s w e r k des deutschen Volkes.

0 Ober-Ohmen, 14. Nov. In unserer Ge- meinbe wurden für das Winterhilfswerk insgesamt 170 Zentner Kartoffeln und 18 Mark Bargeld gezeichnet. An den bisherigen Eintopfge- rickt-Sonntagen wurden insgesamt 145 Mark auf» gebracht.

Homberg, 14. Nov. In der hiesigen Stadthalle wurde dieser Tage der Unterricht in erster Hilfeleistung bei der Freiwilligen S a - nitätsrolonne ausgenommen. Außer dem Vor­stand und den Mitgliedern waren noch 16 Berufs­tätige als Kursiften erschienen. Der Vorsitzende er­öffnete den Unterricht mit einer Ansprache. Er wies auf die besondere Bedeutung des Kursus hin, kennzeichnete das zu bewältigende Pensum und gab bekannt, daß der Kursus durch eine Prüfung seinen Abschluß finden werde. Er forderte dazu auf, mit Luft und Liebe an die Arbeit zu gehen, feine Stunde zu versäumen und das Gelernte zum Segen für die leidenden und verunglückten Volksgenossen zu verwenden. Die Arbeit solle unter dem Ge­danken stehen:Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" Sodann begann der leitende Arzt Dr. Luft den

t Nidda, 14. Nov. Dieser Tage hielt die ge- samte Pflicht- und Freiwillige Feuer- wehr ihre Schlußübung in Anwesenheit des 5 nsfeuerwehr-Jnspektors Gockel (Büdingen), so­wie des Vorsitzende des Kreisverbandes der Frei­willigen Feuerwehren, Oberbrandmeister Schnei- der (Büdingen), ab. Die Stadtverwaltung war durch Bürgermeister Rull mann und Beigeord- neten Lupp vertreten. Auch die Freiwillige Sani- tätstolonne Nidda hatte sich angeschlossen und mit der Wehr auf dem Marktplatz Ausstellung genom­men Während die Feuerwehrkapelle den Prosen- tiermarfd) spielte, schritten die vorgenannten vier Herren die Front ab. Die Hebungen der Wehrleute und der Hilfsmannschaften im Exerzieren und mit den Geräten fanden bei den zahlreichen Zuschauern großen Beifall. Vorzüglich wurde em sehr schwieri­ger Brandangriff ausgeführt. Die Samtatskolonne führte Verband- und Transportubungen mit dem Krankentransportautv in großer Ruhe und Ge­wandtheit aus. Für die ausgezeichneten Leistungen wurden der Wehr und der Sanitätskolonne vorn Kreisfeuerwehr-Inspektor und von dem Oberbrand-

eingegliedert, womit wieder ein großer Schritt vor­wärts auf dem Wege zur Einheit der deutschen Ju­gend getan ist. Das Jugendmitglied des DHV. ist vollständig in den HI.-Betrieb eingereiht worden. Die berufsständische Ausbildung wird wie bisher fortgeführt, aber nur von durch die hillerjugend an­erkannten Führern.

Gefchloffener Eintritt in die Hitlerjugend.

Sämtliche Lehrlinge des Bosch-Zünderwerkes in Feuerbach sind geschlossen in die Hitlerjugend einge­treten. Dies besagt umso mehr, als früher die Bosch- AG. eine bekannte rote Hochburg war. Es handelt sich um mehrere hundert neue hitlerjungen.

Singkreise der Hitlerjugend werden augenblicklich mit besonderem Nachdruck in Südostpreußen aufgezogen. Die Singscharen werden sich lediglich aus der Hitlerjugend bilden und er­gänzen und nicht etwa irgendwelche außerhalb der HI. stehenden Gruppen übernehmen.

Große Strafkammer Gießen.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte die Kammer gegen den 68jährigen Martin E i ch aus Ober-Erlenbach, der sich in zwei Fällen des Ver­brechens gemäß § 176 Z. 3 RStGB. schuldig ge­macht hat. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefän an i s - strafe von 9 Monaten, abzüglich 6 Wochen I Untersuchungshaft. Der Vertreter der Anklage hatte ein Jahr Gefängnis beantragt.

Der Altbürgermeister Georg I ö ck e l aus Grün­berg wurde im September d. I. von dem Gießener Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 5 0 Mark verurteilt, weil er in einem Briefe an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Werner den jetzigen Bürgermeister von Grünberg, Dr. Mildner, beleidigte, indem er ihm vorwarf, er sei Marxist gewesen und sei auf Umwegen zu seiner jetzigen Stellung gelangt. In der gestrigen Berufungsoerhandlung wies das Ge- I richt, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, die Berufung des Angeklagten zurück. Das Gericht war, ebenso wie das Vorgericht, der Meinung, daß irgendein Anhaltspunkt dafür, daß der Neben­kläger Bürgermeister Dr. Mildner Marxist ge- wesen sei, nicht erbracht worden ist.

Amtsgericht Gietzen.

Der 25jährige Maurer Alfred Ludwig Planke aus Bremen bestieg am 2. Oft. in Frankfurt einen kD-Zug, ohne eine Fahrkarte gelöst zu haben. Der Angeklagte beabsichtigte, nach Bremen zu fahren. Je- doch schon in Bad-Nauheim erfolgte seine Fest­nahme. Wegen Betrugs im Rückfall beantragte der I Amtsanwalt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Das Gericht erkannte in Anvetracht des geringfügi- I gen Betrags, es handelte sich um etwa 6,30 Mk., um den die Reichsbahn geschädigt wurde, auf n e u n Monate Gefängnis, abzüglich fünf Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.

Der Staufmann Th. K. aus Gießen hatte seiner Zeit von einem hiesigen Geschäftsmann einen Brennaborwagen unter Ratenzahlung gekauft. Als später der Angeklagte seinen Verpflichtungen nicht nachkam, verstand er es, den Verkäufer zu bewegen, ihm gegen Verpfändung einer Zimmereinrichtung den Wagen zum Gebrauch zu überlassen. Diese Mö­bel waren aber schon vorher für eine Kostenforde­rung zweier Rechtsanwälle übereignet roorben. yn Kenntnis des fremden Eigentums verfügte der An­geklagte also über die Einrichtung, wofür er gestern eine ® e f ä n g n i 9 ft r a f e von sechs Wochen erhielt. Es erging jedoch Beschluß, dem Angeklagtem bedingten Strafaufschub auf fünf Jahre zu ge­währen. Außerdem muß er dem Verkäufer den Kaufpreis ersetzen. Di-Kosten des Verfahrens tragt der Angeklagte,

Oie erste Gau-Geflügel-Ausstettung in Butzbach.

Die erste G a u - ® e f I ü g e I f ä) a u für ®c- flüqelzucht findet am kommenden Samstag und Sonntag in Butzbach statt. Die Gau-Ge- flügelausfteUung ist die frühere Landes-Geflugel- fchau in vergrößerter Form. Die Durchführung der Schau ist dem Geflügelzuchtverein Butzbach über­tragen worden unter Mitwirkung der Hessischen Bauernkammer, des Geflügel-Herdbuchs Hessen und der verschiedenen Fachschaften, lieber 2000 Num­mern Geflügel sind gemeldet worden, eine wohl nie erreichte Zahl. Von den anerkannten Wirt- schaftsrassen sind allein 45 Zuchtstämme gemeldet »Kirn Die Schau in Butzbach verspricht also in jeder Beziehung ein Erfolg zu werden. Das Pro- tektorat der 1.'Gauschau hat Neichsstatthalter und Gauleiter Sprenger übernommen. Arn Sonn­tag werden in einer großen Kundgebung die maß- geblichen Führer der Geflügel- und Kleintierzucht, sowie der Landesbauernführer Dr. Wagner sprechen.

Xinnötrcie (Hicttcn.

-=.= Watzenborn-Steinberg, 15. Nov. Unser Mitbürger Johannes Häuser, Bahnhof­straße 29, wird heute 92 Jahre alt. Er ist gei­stig noch recht rege, bei seinem hohen Alter von be­wundernswerter körperlicher Rüstigkeit und ver­richtet noch leichtere Arbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Angehörigen. Am vergangenen Sonn­tag erfüllte er seine Vaterlandspflicht und suchte verhältnismäßig rüstigen Schrittes zu Fuß das Wahllokal auf. _ .

X Göbelnrod, 14. Nov. Dieser Tage wurdF in unserem Dorfe eine Hitler-Linde gepflanzt und geweiht. Die Weihefeier fand abends statt und wurde mit einem Fackelzug nach der Linde unter Dorantritt der SA. eröffnet. Die Ansprache hielt Lehrer A l l e n d ö r f e r, der den Opfertod der Ge- faUenen vom 9. November 1923 würdigte.

Ehren wurde von den Schulkindern ein Sprechchor vorgetragen und das Lied vomGuten Kameraden gesungen. Umrahmt wurde die Feier von entspre­chenden Liedern, die der Gesangverein und die Schul­kinder vortrugen. Zum Schluß wurden das Horst- Wessel-Lied und das Deutschland-Lied gesungen. Stützpunktleiter Stüh ler dankte allen Stiftern und freiwilligen Helfern an diesem Werk. Bürger­meister Weber nahm die Linde in den Schutz der Gemeinde. Die Sammlung vom Eintopf- Gericht ergab in unserem Dorfe den Betrag von 20 Mark. Für das W i n t e r h i l f s w e r k wurden 92 Zentner Kartoffeln geliefert.

Kreis Büdingen.

Unterricht. _ _.

ft Kirtorf, 14.Nov. Die Svenden-Ein- z e i ch n u n g der dem Hessisch-Nassauischen Bauern­stand angeschlossenen hiesigen Bauern Jur das N S - Winterhilfswerk hatte nachstehendes Ergebnis: Kartoffeln: 173,22 Zentner, Brotgetreide: 69,98 Zentner. In dem benachbarten L eh rb ach betrug biefe: Kartoffeln: 103 Zentner, Brotgetreide: 34,06 Zentner. Bei der Sammlung für das Ein­topfgericht am 5. November ging em Betrag von 37,60 Mark ein; in der Nachbargemeinde Lehr- bad) betrug das Ergebnis der Sammlung für das Eintopfgericht 21,90 Mark. - Der vor kurzem hier gegründeten Ortsgruppe d er N S. - V o l k s - Wohlfahrt traten 24 Mitglieder de», davon acht Mitglieder von Lehrbach, die der hiesigen Orts­gruppe angefchloffen find. Drtsgruppenroalter wurde Pg. Lehrer E r o m a n n.

Preußen.

NSLB.'Kundgebung in Wetzlar.

(D Wetzlar, 14.Nov. Die im Nationalsozialisti­schen Lehrerbund geeinte Lehrerschaft des Kreises Wetzlar hielt dieser Tage in dem mit den Farben der nationalen Erhebung geschmultten Saale Des Schützengartens" in Wetzlar eine Kundgebung ab, die, von klassischer Musik umrahmt, zu einem wuch. tigen Bekenntnis für Führer, Volk und Vaterland wurde. Nach Begrüfeungsworten durch den Kreis- obmann Lehrer Gaß ergriff Landrat Trillo das Wort, um für die Einladung zu danken, der zu fol­gen ihm eine selbstverständliche Pflicht gewesen fei,

Der nationale Umbruch habe auch für die Lehrer­schaft die letzten Hemmungen gegenüber dem Natio­nalsozialismus beseitigt. Der Zusammenschluß aller Dolkserzieher im NSLB. fei die Gewähr für die rechte zukünftige Aufbauarbeit im neuen Staat. In einem einstündigen -interessanten Lichtbildervortrag I sprach Studienrat Dr. Schroeter über die aftu- I eilen Probleme der Rassenkunde und Erbschaftslehre. Im Verlaufe der Tagung trafen der Gauobmann im NSLB. Ministerialrat Ringshausen und der stellv. Gauobmann Pg. Hadig ein. Während letzterer allgemeine organisatorische Mitteilungen | machte, hielt Ministerialrat Ringshausen einen Vortrag überGrundsätzliches zur neuen deutschen Schule . Er führte u. a. aus, daß anstatt des Leh­rers der Erzieher nunmehr zu wirken habe. Mehr als Wissen gelten beim jungen Menschen seine Charaktereigenschaften, seine Tugenden. Anstelle ein­seitiger Wissenspflege des vergangenen Staates müsse kernhaft deutsches Wesen treten, das Begriffe wie: Innerlichkeit, Mutter, Muttersprache, Heimat- sehnsucht, Vaterland und Scholle in sich birgt. Ein Dem neuen Staate freudig dienender Erzieherstand habe die Jugend mit den ewigen Werten: Gott, Glaube, Tugend und Gewissen zusammenzubringen. Wenn die deutsche Lehrerschaft mit in vorderster Front für Adolf Hitler marschiere, dann werde das Deutschland der Zukunft feststehen für immer. Gro- feer Beifall und ein dreifaches Heil auf den Redner offenbarten Den Dank und die Verbundenheit der