Ausgabe 
14.2.1933 Frühausgabe
 
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Drrrf und Verlag: vriihl'sche Unwerfitätz-Buch, und Steinörucferei R. Lange in Gietzen. Schriflleltung und Geschäftsstelle: ZchuNtra^e 7.

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Nr.38 Frühausgabe 185.Jahrgang Dienstag,(4.Februarsyzz

Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen

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Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Or H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und ürdenAn» zeigentell i. B.TH.Kümmel sämtlich in Gieren.

BnKTinnRBKia

Das Ringen auf der Abrüstungs-Konferenz.

Unverminderter deutsch-französischer Gegensatz in Genf.

Genf, 13. Febr. (SU.) 3m Hauptaus­schuh der Abrüstungskonferenz fand am Montag eine lebhafte deutsch-französi­sche Auseinandersetzung über die weitere Behandlung der Hauptfragen der Abrüstung statt. Botschafter Radolny beantragte in Ueoerein- stimmuna mit der italienischen und der un­garischen Regierung, unverzüglich die Frage des Kriegsmaterials zu verhandeln. Er erinnerte hierbei an den großen Abrüstungsvor- fchlag Hoovers, in dem die Abschaffung der schweren Angriffswaffen als erste Vorbedingung für die allgemeine Abrüstung und Sicherheit bezeichnet wird. Radolny wies auf die Entschließung vom 23. 3uli hin, in der gleich­falls endgültige Beschlüsse zur Abschaffung der schweren Angriffswaffen gefordert werden. Der Hauptausschuß könne daher jetzt unverzüglich die Entscheidung über das Verbot und die Zerstörung der großen Angriffswaffen fassen. Radolny warnte davor, durch fortgesetzte Programmände­rungen praktische Ergebnisse unmöglich zu machen.

Der deutsche Vorschlag wurde von dem englischen Unterstaalssekretär Eden und vom Präsident Henderson unterstützt.

die sich dem deutschen Vorschlag auf Ueberwei- sung der die effektiven Sruppenbcstände berüh­renden Fragen des englischen Arbeitsprogramms an den zuständigen Effektivausschuß anschlossen.

Auf der Gegenseite stieß der deutsche Vor­schlag auf starken Widerstand. Paul- Do n c o u r erklärte, es sei unmöglich, über das Kriegsmaterial zu beraten, ohne vorher eine grundsätzliche Entscheidung über den künftigen Charakter der Heere zu fällen. Der Umfang des Verbots des Kriegsmaterials hänge von den Heeren ab, denen die Waffen zur Verfügung ge­stellt würden. Das Kriegsmaterial und die effek­tiven Sruppenbestände seien unlösbar zusammen­hängende Fragen.

Radolny, der fortgesetzt in die Aussprache cingrisf, wies auf das einzig mögliche Verfah­ren hin, die Effektivfrage durch den zuständigen Ausschuß behandeln zu lassen und die unerläß­lichen grundsätzlichen Entscheidungen über das Kriegsmaterial im Hauptausschuß sofort zu treffen.

Die Verhandlungen nahmen eine andere Wen­dung, als der Reihe nach die Vertreter der fran­zösischen Staafcngruppe, Tschechoslowakei, PoHm, Spanien und Rumänien, eingriffen.

Der Hauptberichterstatter der Konferenz, Be­ne s ch, beantragte mit Unterstützung des spa­nischen Vertreters, Einsetzung eines engeren Rcdaktionsausschusses zur Aufstellung der grund­sätzlichen Fragen des künftigen Heeres-Systems, über die dann im Hauptausfchuß vor der Ueber- Weisung an den Effektivausschuß entschieden wer­den soll. General B u r d a r t -Polen forderte, daß der Effektivausschuß bei der Behandlung des Heeressystems keinerlei Vorschläge machen dürfe, die im Gegensatz zu den internationalen Cntwaffnungsbestimmungen ständen. Die politische Entscheidung habe allein der Hauptausschuh zu treffen.

Vach längerer Aussprache wurde schliehltch ein Redaktionsausschuh aus Vertretern von Frankreich, England, Deutschland, Italien, Vereinigten Staaten, Iapan, Sowjetrußland, Spanien, Tschechoslowakei, Schweden und Sürkei unter dem Vorsitz von P o l i t i s eingesetzt, der dem Hauptausfchuß bis zur nächsten Sitzung die grundsätzlichen Fragen und Richtlinien für die Behandlung der Heeressragen vorlegen soll. Ueber diese Fragen soll im Hauptausfchuß vor der Ueberweisung an den Effektivausschuh die grundsätzliche Entscheidung fallen.

Ferner soll entsprechend den französischen Wün­schen gleichzeitig mit der Behandlung der poli­tischen Fragen durch den politischen Ausschuß im hauptausfchuß eine Aussprache über die französischen Pläne für die zukünftige Regelung der heeresfragen stattfinden.

Der Politische Ausschuh .ist auf Dienstagvor- mntag einberufen worden, um die Verhandlungen uoer die Politischen Sicherheitsfragen "tm^u- neymen.

Botschafter Radolny beantragte zum Schluh, o°c ber Ueberweisung der Luftrüstungen an V't^rtau®^u6 der Hauptausschuh gründ- tatzuche Entscheidungen über die völlige Ab­schaffung der Militärluftfahrt treffen soll.

deutsche Abnistungsforderungen

Tie Abänderungsvorschläge Jttm englischen Arbeilsprogrümm.

9r hV nJ' 13 Febr. (TU.) Die von der d e u t s ch e n lirfl Ordnung auf der Abrüstungskonferenz schrift- ch eingereichken Abänderungsvorschläge englischem Arbeitsprogramm oezieyen sich lediglich auf den zweiten, die materielle Abrüstung behandelnden Teil des Programms. Zu Olsten Teil, in dem die Gleichberechtigungsfrage behandelt wird, nimmt die deutsche Abordnung nicht toteUung, da nach deutscher Auffassung die Gleich- ;..e f * i 9 u n g 5 f r a g e durch Vereinbarung der sunf Großmächte vom 11. Dezember bereits end­gültig geregelt ist.

In den deutschen Abänderungsvorschlägen, die in der Form technischer Abänderungen zu jedem ein­

zelnen Punkte des englischen Programms gehalten sind, wird eine

ziffermäßige Festsetzung der Truppenbestände für jeden Staat gefordert.

Die Frage der Herabsetzung der kontinental-euro­päischen Armeen auf einen gleichförmigen Typus soll geprüft und der Zeitpunkt für die Durchführung dieser Maßnahmen festgesetzt werden. Der Efsektiv- ausschuß soll beauftragt werden, innerhalb von 20 Tagen dem Hauptausfchuß Vorschläge für die Re­gelung der sich auf die effektiven Truppen- beftd nbc beziehenden Fragen vorzulegen. Für Tanks soll eine Hiichsttonnage festgesetzt werden, falls ihre Aufrechterhaltung anerkannt wird. Weiter soll der Zeitpunkt für die Vernichtung des verbotenen schweren Angriffs­materials festgesetzt werden.

Die deutsche Abordnung beantragt weiter, der Hauptausfchuß solle unverzüglich entscheiden, ob

die gesamte militärische Luftfahrt abgeschafft werden soll in Verbindung mit einer interna­

tionalen Kontrolle der Zivilluftfahrt und ob die Luftbombardierung vollständig verboten wird.

Falls das vollständige Verbot der militärischen Luft­fahrt abgelehnt wird, soll der Hauptausschuß das Höchstgewicht und die Zahl der zugelassenen Militär­flugzeuge festsetzen. Der Hauptausschuß soll sodann entscheiden, innerhalb welcher Fristen die das Höch st gewicht überschreitenden Mili­tärflugzeuge zerstört werden sollen. Der Hauptausschuß soll zu der Frage der Befesti­gungen auf Grund vorliegender Anträge Stel­lung nehmen. Zum Schluß beantragt die deutsche Abordnung, der Hauptausschuß solle die notwen­digen Bestimmungen für die Dauer, Kündigung und Revision des künftigen Abrüstungsabkommens treffen. '

Die deutschen Abänderungsanträge bei der Durch­beratung und Abstimmung über das englische Ar­beitsprogramm bezwecken, eine eindeutige Stellungnahme der Konferenz zu den für Deutschland entscheidenden Hauptfragen» der Ab­rüstung herbeizuführen.

Mangelnder Abrüstungswille in Gens.

Die Sicherheitsfrage als Vorwand.

Genf, 13. Febr. (SU.) Die gegenwärtigen Verhandlungen auf der Abrüstungskonferenz wer­den in unterrichteten Kreisen in wachsendem Mähe unter dem Gesichtspunkt der Schuld- frage und Verantwortlichkeit für einen etwaigen ergebnislosen Ausgang der Konferenz gewertet.

Es besteht allgemein der Eindruck, daß in den Kreisen der ehemals alliierten Großmächte nicht mehr mit praktischen Ergebnissen der Konferenz gerechnet wird, und daß daher die Haltung dieser Mächte wesentlich von den Gesichtspunkten be­einflußt ist, im Falle eines Mißerfolges der Konferenz die öffentliche Meinung der Welt auf ihrer Seite zu haben.

Oluf französischer Seite werden die Aus­sichten für eine Annehme der Sicherheits- Pläne Frankreich wenig günstig be­urteilt. Man will daher im Falle der Ableh­nung dieser Pläne auf den baldigen Abschluß eines vorläufigen ersten Abrüstungsab­kommens drängen. In diesem Abkommen sol­len lediglich die außerhalb der direkten Ab­rüstung liegenden Punkte, wie Gaskrieg, Bomben­abwurf usw. zusammengefaßt werden.

Unter Aufrechterhaltung der Lntwaffnungsbe- stimmungen der Friedensverträge soll die wei­tere Entscheidung der Abrüstungsfrage auf die nächste, erst nach Jahren beginnende Etappe der Abrüstungskonferenz verschoben werden, hier­durch will man die deutsche Regierung in die Zwangslage versehen, ein solches für Deutsch­land unannehmbares Abkommen abzulehnen und damit die Verantwortlichkeit für ein Scheitern der Konferenz dem Reich zuzuschieben.

Den nunmehr beginnenden Verhandlungen im politischen Ausschuß der Konferenz über die Sicherheitsfrage sieht man daher all­gemein mit großer Spannung entgegen. Der deutsche Standpunkt muh in diesen Verhandlun­gen unzweideutig zum Ausdruck kommen. Er geht dahin, dah bei der Behandlung der Sicherheits- fraze vor allem die militärische Sicher­heit sämtlicher Staaten und insbesondere Deutschlands berücksichtigt werden muß. Wärend die französische Regierung die militärische Sicher­heitslage vollständig übergeht und lediglich immer neue völkerrechtliche Sicherhei'sbürgschasten «for­dert, muh auf deutscher Seile darauf hingewiesen werden, dah auf völkerrechtlichem Gebiet bereits weitgehende Sicherheits- b ü r g f ch a f t c n durch den Völk . rbundsvertrag, den Kelloggpalt und vor allem durch den von Deutschland mit schweren Opfern verbundenen Locarnovertrag geschaffen sind.

Ein neues

englisches Flottenprogramm?

London, 13. Febr. (SU.) In einem Artikel, der eine Antwort auf die amerikanischen For­derungen auf Seeabrüstung als Gegen­leistung für eine Revision der Kriegsschulden darstellt, erklärt der Ma­rinemitarbeiter desDaily Selegraph", dah in naher Zukunft eine erhebliche Ver­mehrung der englischen Seestreit- t r ä f t e nötig fein werde, wenn die Abrüstungs­konferenz keine greifbare und allgemeine Herab­setzung der Flotten durchsetze. In dem Bericht wird auf die Unterlegenheit Englands in modernen Kreuzern gegenüber Amerika und Japan hingewiefen. Englands Zerstörer­und Unterfeebootsflotte stehe an fün'tcr Stelle. Das englische Flottenpersonal sei um 27 000 Mann geringer als das amerikanische und nur um 3000 größer als das japanische. Die in zehnjähriger einseitiger Abrüstung entstandenen Lücken ließen sich bis zum Iahre 1936 natürlich nicht auffüllen. Es sei sicher, daß die Admiralität einer Erneu­

erung der Flottenverträge nicht zustimmen könne, wenn sie nicht ganz erheblich abgeändert werden. In englischen Marinekreisen betrachte man folgende Maßnahmen als unerläßlich für die Erhaltung von Englands Sicherheit:

1. Ersatz der vercckteten Linienschiffe durch neue von 25 000 So. Wasserverdrängung, mit mäßiger Geschwindigkeit, schwerer Panzerung und mit einer Bestückung von acht 34-cm-Geschühen.

2. Vermehrung der Kreuzer um mindestens 25 v. H. und deren Bestückung mit Geschützen von einem Kaliber von mehr als 15 cm, falls die anderen Mächte an dem schweren Geschühtyp festhalten.

3. Ein festes Iahresprogramm für den Bau von zwölf bis sechzehn Zerstörern auf die Dauer von mehreren Iahren, sowie für den Bau von großen Zerstörern, die ein Gegengewicht gegen die ausländischenWestentaschenkreuzer" sein sollen.

4. Eine Vermehrung des Personals um min­destens 10 000 Mann.

FrankreichsAbrüstung".

Paris, 13. Febr. (WSB.) Don der Kam­mer wurde der § 89 des Finanzsanierungs­gesetzes angenommen, der die Herabsetzung des Os fizierskorps um 5000 Köpfe und die des A r m e e p f e r d e b e st a n d s um 10 000 Stück vorsieht. Der Abgeordnete Marin oppo­nierte dagegen mit Behauptungen über die W i e- deraufrüstung Deutschlands. Daladier erklärte dazu, trotz der Herabsetzung der Dienst­zeit auf ein Iahr sei die Stärke des Offi­zierkorps immer noch die gleiche wie bei einer Armee mit dreijähriger Dienstzeit.

Japan behalt die früheren deutschen Kolonien.

So Ho, 13. Febr. (SU.) Ein Seil der japa­nischen Presse bringt Ausführungen des japani­schen Marineministeriums über die st r a t e g i - sche Bedeutung der ehemaligen deut- s ch e n K olonienfürIapan. Der Vertreter des japanischen Marineministeriums erklärte: Die Flotte betrachtet die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete, die sich jetzt unter japanischem Mandat befinden, als einen Schlüssel zur Lösung eines mandschurischen Pro­blems im Stillen Ozea n." Die beiden Inselgruppen, die Karolinen- und Mariannen- Inseln, haben große st rategische Bedeu­tung für die japanische Flotte. Die japanischen Marinebehörden stehen auf dem Standpunkt, daß die Mandatsgebiete unbedingt inden Händen der japanischen Regierung bleiben müssen. Ob Iapan dem Völkerbund ange­hört oder nicht, diese Stellungnahme interessiert die japanische Marine nicht."

Japan verharrt

auf seinem Standpunkt.

Genf, 13. Febr. (TU.) Die japanische Re­gierung übermittelte am Montagabend ihrem Sondervertreter Matsuoka die Antwort auf die schriftliche Anfrage des Neunzehner-Aus­schusses, in der von der japanischen Regierung die Nichtanerkennung des mandschuri­schen Staates verlangt wurde. Die japanische Regierung erklärt, daß ihr die Anfrage des Neun- zehnerausschusses völlig unoer st än blich sei. Die Stellungnahme Japans zu dem neuen mandschu­rischen Staat sein hinlänglich bekannt. An der An­erkennung Mandschukuos durch Japan könne sich selbstverständlich durch die Genfer Verhandlungen nicht das gering st e ändern.

Die japanische Antwort wird dem Neunzehner­ausschuß am Dienstag übermittelt werden. In lei­tenden Völkerbundskreisen war von vornherein mit einer ablehnenden Antwort Japans gerechnet

worden. Man nimmt hier an, daß die japanische Regierung zunächst bic* Stellungnahme der Völ­kerbundsversammlung zu der vorgeschla­genen Nichtanerkennung des mandschurischen Staa­tes und Zurückziehung der japanischen Truppen aus der Mandschurei abwarten will, ehe sie die end­gültige Entscheidung über das weitere Verbleiben Japans im Völkerbund fällt.

Maßnahmen gegen Zehol angekündigt.

Tschangtschun, 13. Febr. (WTB.) Die Re­gierung des mandschurischen Staates hat mitgeteilt, daß sie in allernächster Zeit »M aßnah - men zur Vertreibung der Banditen und anderer unerwünschter Elemente aus I e h 0 l ergreifen werde. Die Regierung werde in dieser Angelegenheit keinerlei Einmischung dul­den, denn Jehol sei ein Teil des mandschurischen Staats.

Beurlaubungen im preußischen Verwallungs- und poiizeidienst.

Der Polizeipräsident von Oberhausen Weyer (Zentrum) und der dortige Kommandeur der Schutzpolizei Oberst Q u a st, der Polizeipräsident von Dortmund Zörgiebel (SPD.), der Rc- gierungs-Pizepräsident in Köln Bier (SPD.), der Regierungspräsident S t i e l e r (Zentrum) in Aachen, der Polizeipräsident von Koblenz Dr. Biesten (Zentrum), der Polizeipräsident von Duisburg Dr. Meyer (SPD.), der Regie- rungspräsident in Kassel Dr. Friedensburg (Staatspartei), der Regierungspräsident in Wies­baden Ehrler (SPD ), der Polizeipräsident in Frankfurt Steinberg (SPD), der Landrat des Main-Saunuskreises Apel in Frankfurt- Höchst, der Polizeioberst Harlinghausen in Dochum, der Polizeipräsident Dr. Da neid in Harburg-Wilhelmsburg, der Polizeipräsident in Stettin Maier, der Polizeipräsident Shaiß in Breslau, der Polizeipräsident Wende (SPD.) und der Polizeioberstleutnant Meyer in Wal­denburg, der Regierungsvizepräsident in Han- HOöer ®r. Masur (SPD.), der Regierungs- Vizepräsident C 0 r n e e l in Merseburg, der Poli­zeipräsident Oexle (Staatspartei) in Halle, der Polizeipräsident Krüger (SPD.) in Weißen­fels und der Oberregierungsrat Friedberg (SPD.) beim Polizeipräsidium Halle sind von der kommissarischen preußischen Regierung bis auf weiteres von ihren Aemtern beur­laubt worden.

Oie deutsche Lustfahrtindustrie bei Minister Göring.

Völlige Ncbercinstinnnung.

Berlin, 13. Febr. (WSB.) Der Reichskom- rnissar für Luftfahrt Reichsminister Göring empfing am 13. Februar die Führer der deut­schen Luftfahrtindustrie zu einer Be­sprechung über die Fragen der künftigen Zu­sammenarbeit. Die Erörterung der wichtig­sten technischen und wirtschaftlichen Probleme der deutschen Luftfahrt ergab in allen Punkten völ­lige Übereinstimmung.

Stahlhelm und Wahlen.

Ein Aufruf der Bund sführer.

Berlin, 13. Febr. (TU.) Die Bundesführer des Stahlhelms, Bund der rzrontsoldaten, er­lassen folgenden Aufruf:

Die Neuwahlen haben den Sinn eines Volksentscheids für oder gegen die nationale Regierung. Nachdem die Aufstellung einer Ein­heitsliste mit der NSDAP, leider gescheitert ist, hat der Stahlhelm im Sinne seines alten überpartei­lichen Zieles der Sammlung aller nationalen Kräfte über Parteigrenzen hinweg, die Kampffront schwarz- weiß-rot mitgebildet. Unsere Ehrenmitglieder, Gene­ralfeldmarschall v 0 n M a ck e n s e n , der Vizekanz­ler von Papen, der Reichsminister für Arbeit und Jugendertüchtigung, unser erster Bundesführer, Kamerad Franz Seldte und der Reichsminister für Wirtschaft und Ernährung, Geheimrat H u g e n- berg, haben sich an die Spitze gestellt. 14 Jahre haben wir für schwarz-weiß-rot gekämpft. Wir wis­sen, daß jeder Stahlhelmkamerad den Ernst der po­litischen Lage begreift und im Stahlhelmgeist der Sammlung aller nationalen Kräfte am 5. März seine Pflicht ausüben wird. Diese Front soll im gemeinsamen Kampf zusammen mit der Front der NSDAP, auch die letzte nationale Stimme für den Sieg der nationalen Regierung mobilmachen."

Franz Seldte. ft erber g.

Mackensen kandidiert nicht?

Stettin, 13. Febr. (TU.) Aus Kreisen, die dem Generalfeldmarschall von Mackensen nahe- stehen, wird demStettiner Generalanzeiger" mit- geteilt, daß Mackensen nicht zur Reichs­tagswahl kandidieren werde.

Das Wahkabkommen

des christlich-nationa'en Blocks.

Berlin. 11. Febr. (WSB.) Wie die Presse­stelle der DVP. mitteilt, ist an die Deutsche Volks­partei oder die anderen in Betracht kommenden Parteien niemals die Frage eines Wahlbündnisses mit der schwarz- weiß-roten Front ge st eilt worden. Viel­mehr sei das Wahlabkommen zwischen den christ­lich-nationalen Parteien erst wirksam geworden, als d i e D R V P. die Anregung des Vizekanzlers v. Papen zur Bildung eines großen nationalen Wahlblockes durch eine ablehnende Er­klärung beantwortet habe. Das Wahl­

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