Nr.87 KrübauSsabe
183. Jahrgang
Mittwoch, 12 April 1933
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General-Anzeiger für Oberhessen
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W-
Göring in Rom
Rom.
Vizekanzler v. Popen. Deutsche Botschaft.
Funkbild: Reichsminister Hermann Göring (links) wird nach feiner Landung auf dem Flugplatz in Rom von dem italienischen Luftfahrtministcr Balbo begrüßt. — Auf der Flugstrecke München—Rom hatte Göring selbst das Steuer geführt.
Oie Gleichschaltung der preußischen Hochschulen.
In Äöln Neuwahl des Rektors und der UniversttätSbehörden.
Berlin, 11. April. (ERB.) In den nächsten
Berlin, 11. April. (WTB.) Vizekanzler von Papen hat an den Reichskanzler unter dem 7. April folgendes Schreiben gerichtet:
Sehr verehrter Herr Reichskanzler!
Mit der am heutigen Tage vom Reichskabinett verabschiedeten Vorlage eines Gesetzes zur Gleichschaltung aller Gänber mit dem Reich ist ein Gesetzgebungswerk begonnen, das für die staatspolitische Entwickelung des Deutschen Reiches von historischer Bedeutung sein wird. Der Schritt, den die mir seinerzeit unterstellte Reichsregierung am 20. Juli 1932 zur Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen getan hat, erhält seine Krönung durch die nunmehrige neue enge gesetzliche Verflechtung der Interessen des LandesPreußen mit denen des Reiches. Sie, Herr Reichskanzler, werden, wie einst der Fürst Bismarck, nunmehr in der Lage sein, die Politik des größten der deutschen Länder in allen Punkten mit der des Reiches gleichzuschalten. Nachdem das neue Gesetz Ihnen die Möglichkeit gibt, den preußischen Ministerpräsidenten zu ernennen, bitte ich Sie, den Herrn Reichspräsidenten die Mitteilung machen zu wollen, daß ich das Amt des Reichs- I o m m i s s a r s für das Land Preußen gehorsamst in seine Hände zur ü (liege.
In vorzüglicher Hochachtung Ihr aufrichtig ergebener (gez.) v. Papen.
Der Reichskanzler hat dem Herrn Reichspräsidenten diesen Brief mit nachstehendem Schreiben übermittelt:
hochverehrter Herr Reichspräsident!
Der Vizekanzler v. Popen hat an mich ein Schreiben gerichtet, das ich zu Ihrer gütigen Kenntnisnahme diesem Briefe beilege. Herr v. Papen teilte mir schon in den letzten Tagen mit, er fei m i t 2U i - nister Göring übereingekommen, von sich aus zurückzulreten, sowie durch das neue Gesetz der Gleichschaltung der Politik in Reich und Ländern die Einheitlichkeit der Führung der Regierungsgeschäste in Reich und Preußen gewährleistet fei. Am Abend nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes über die Einsetzung der Reichsftatt- halter sah Herr v. Popen dieses Ziel erreicht und bat mich, nunmehr die Ernennung des preußischen ZHinifterpräfibcnten vorzunehmen, wobei er sich selbst zur weiteren Mitarbeit an der Reichsregie- rung nunmehr voll zur Verfügung stellte.
Herr v. Papen hat sich durch die Uebernahme der kommissarischen Leitung Preußens in dieser schwe- ren Zeit feit dem 30. Januar ein großes Verdienst fürdieDurchsehungdesGedon- (cns der Gleichschaltung der Politik in Reich und Ländern erworben. Seine Mitarbeit im Reichskabinett, für die er nunmehr seine ganze Kraft zur Verfügung stellt, ist eine unendlich wertvolle, mein inneres Verhältnis zu ihm ein f o herzlich freundfchoftli ch e s, daß ich mich aufrichtig freue über die große Hilfe, die mir nunmehr dadurch zuteil wird.
In tiefer Verehrung
(gez.) Adolf Hitler.
Darauf hat der Herr Reichspräsident Vizekanzler v. Papen von seinem Amt als Reichs- kommissar für das Land Preußen entbunden und ihm mit folgendem Telegramm f cmen Dank für die in diesem Amte geleisteten Dienste ausgesprochen:
landung beflogen werden kann, dürfte wohl noch unter sechs Stunden liegen. Zum weiteren Ausbau des Luftverkehrs zwischen Deutschland und Italien werden auch italienischerseits moderne Maschinen eingesetzt werden.
Eine weitere Frage, die geklärt werden soll, bezieht sich auf die erste Zwischenlandung in Deutschland, die bei dem italienischen Geschwaderflug unter Führung Balbos nach Nordamerika vorgenommen werden soll. Die Möglichkeit der Wasserung des umfangreichen Geschwaders in Deutschland muh genau festgelegt werden. Ob auch der Rückflug über Deutschland erfolgen wird, steht noch dahin. Sehr wichtig ist für die Italiener ferner die Tlnterstützung durch deutsche Meteorologie. Der Fernmeldedienst über die Wetterlage soll dem italienischen Geschwader von Hamburg aus bis zur amerikanischen Küste hinüber zugutekommen.
Gebührenermäßigung für den Krast- sahrsührerschein.
Berlin, 11. April. (WTB.) Im Arbeitsausschuß des Beirates für das Kraftfahrwesen wurden u. a. Fragen der Gebühren und des Fahrschulwesens behandelt. Die Erlangung des Führerscheins und die Zulassung der Kraftfahrzeuge sollen in mehrfacher Hinsicht, insbesondere durch Herabsetzung der Gebühren, erleichtert werden. An der strengenHand- habung der praktischen Führerprüfung ist nach Meinung des Ausschusses s e st - zuhalten.
Das neue Studentenrecht ist ferner dem Reichsinnenministerium übermittelt worden, das es empfehlend an die übrigen Lände r - regierungen weiterleiten will, die vermutlich das preußische Studentenrecht sich für ihre Hochschulen z u eigen machen werden.
Oie weiteren Ziele für die Zugendertüchtigung.
Berlin, 11. April. (WTB.) Zur uswertung der Erfahrungen hatte der Präsident des Reichskuratoriums für Iugendertüchtigung, Major a. D. v. Neufville, die Zweigstellenleiter des Reichsturatoriums aus den verschiedenen Provinzen nach Berlin berufen, um in eingehender Besprechung di e weiteren Ziele für die Iugendertüchtigung im Sinne der nationalen Erhebung festzulegen. An den Besprechungen nahmen auch Vertreter der SA. und des Stahlhelms teil. Die Zweigstellenleiter und Verbandsführer waren sich, darin einig, daß zur Durchführung des so dringend notwendigen und so lange vernachlässigten Werkes der Iugendertüchtigung von feiten der Reichsregierung größere Mittel in 7>en Etat einge ft eilt werden müssen.
Oas neue preußische Gtudeuteurecht.
Berlin, 11. April. Der vom preußischen Kultusminister Rust mit der Schaffung eines neuen Studentenrechts beauftragte Referent im preußischen Kultusministerium Dr. Haupt hat seine Arbeiten abgeschlossen. Das neue Studentenrecht wird noch im Laufe des heutigen Tages unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt werden. Das neue Studentenrecht stellt die Anerkennung der Studentenschaften an den Uniücrfitätcn wieder her; es berücksichtigt ganz besonders das volksbürgerliche und das Führerprinzip. An den einzelnen Universitäten werden sogenannte b ü n- dische Kammern entstehen, die die organisierten Studenten, d. h. die einzelnen Organisationen zusammensassen. Diese hündischen Kammern erhalten beratende und kontrollierende Rechte gegenüber dem Führer der Studentenschaft der einzelnen Tlniversität. Der Führer der Studendenschast ist gehalten, die Hälfte seiner Mitarbeiter aus der hündischen Kammer zu entnehmen.
Das neue Studentenrecht beruht nicht aus dem Prinzip des Staatsbürgers, sondern desVolks- bürgert Damit wird nicht nur das Reich erfaßt, sondern es werden auch die öfter- reichischen Studenten einbezogen. Die neue Lösung des Studentenrechtes ist g r ostdeutsch. Für die nächsten Fahre werden auch die Astawahlen ausgeschaltet, die das Tlniversitätsleben in den letzten Jahren immer wieder beunruhigt haben. Die gegenwärtig leitenden Studenten werden in ihren Stellungen zunächst autoritär eingesetzt. Sie geben dann ihr Amt weiter. Damit tritt an die Stelle des demokratischen das Führerprinzip.
Vizekanzler von papen bittet um Enthebung von seinemAmt atsRe.chskommiffar fürpreußen. --
Herzliche Anerkennung feiner Arbeit in Schreiben des Reichspräsidenten und 3ieu60fan$ler0. minmod, tnu i„ .
Göring bei Mussolini.
Luftfaßrtverhandlungen mit Balbo.
Rom, 11. April. (TTl.) Am Dienstagnachmittag wurde Reichsminister Göring vom Chef der italienischen Regierung im Palazzo Venezia empfangen. Der Besuch dauerte etwa l1/.- Stunden und trug einen äußerst herzlichen Charakter. Mm 18 Mhr empfing Mussolini noch den deutschen Botschafter von Hassel zu einer Unterredung. Am Abend fand bei dem deutschen Botschafter beim Quirinal ein Festessen statt, an dem der Chef der italienischen Regierung, der preußische Ministerpräsident Göring und Vizekanzler von Papen teilnahmen. Am Mittwoch- vormittag werden Vizekanzler von Papen und der preußische Ministerpräsident Göring vom Pap st in besonderer Audienz empfangen werden.
Die Verhandlungen des Reichsministers Göring dieiien vor allem Fragen der Luftfahrt und zwar im besonderen der Luftverbindung zwischen Deutschland und Italien. Auf der Strecke Berlin—Rom soll der neue dreimotonge Iunkers-Typ „3u 5 2“ mit einem von Den Bayerischen Motorenwerken nach einer amerikanischen Lizenz gebauten Motor eingesetzt werden. Es handelt sich um dasselbe schnelle Flugzeug, das bereits im Winter zwischen Venedig und München Dienst tat und mit Dem auch Minister Göring mit seiner Begleitung nach Rom gekommen ist. Die Zeit, in Der d i e Strecke Berlin —Rom ohne Zwischen-
Ministerialdirektor Baien tiner von Der Hochschulabteilung wird auf feine bisher noch nicht besetzte Stelle als Kurator der Universität Göttingen zurückkehren. "Boni preußischen Kultusministerium wird unterstrichen, daß Ministerialdirektor Valentiner eine allgemein geschätzte Persönlichkeit ist und daß die Veränderung nur Damit zusammenhängt, daß auf diesem Posten im preußischen Kultusministerium eine jüngere Kraft gestellt werden soll. Sein Nachfolger wird Professor Gerulis, Der bisherige verantwortliche Leiter Der sächsischen Hochschulen in Dresden. Er wird die Leitung, her Hochfchulabteilung im preußischen Kultusministerium bereits am Mittwoch übernehmen.
Reichsmtnister Göring zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt
Preußen. Ich bitte Sie, Ihre Geschäfte am 20. April in Berlin übernehmen zu wollen. Ich fühle mich glücklich, Ihnen diesen Beweis meines vertrauens un d meiner Dankbarkeit geben zu können für die so großen Verdienste, die Sie sich um die Diedererhebung des deutschen Volkes seit über zehn Jahren als Kämpfer nuferer Bewegung für die siegreiche Durchführung der nationalen Revolution als kommiffarischer Minister des Innern in Preußen erworben haben, und nicht zuletzt für die einzige Treue, mit der Sie Ihr Schicksal an das meine schlossen.
Reichskanzler Adolf Hitler.
0er neue Ministerpräsident von Preußen.
Der getreueste Paladin "Adolf Hitlers.
Berlin, 11. April. (ERB.) Aus Anlaß der Ernennung des preußischen Ministerpräsidenten Göring hielt Oberregierungsrat Sommer- s e l d t im Rundfunk eine Ansprache. Er erinnerte daran, daß mehr als zehn Iahre vergangen seien, seit sich Adolf Hitler und Hermann
Lieber Herr v. Papen! Ihrem Anträge um Entbindung von dem Amte des Rerchskommissars für das Land Preußen habe foeben entsprochen. Es drängt mich, Ihnen bei dieser Gelegenheit namens des Reiches wie eigenen Namens aufrichtig für großen Verdien st e z u danken, die Sw sich durch die Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen für die Durchsetzung des Gedankens einer einheitlichen politischen Führung in Rerch und Ländern erworben haben. Daß nunmehr Ihre ganze Arbeitskraft der ^eichsregie- rung zur Verfügung steht, begrüße ich mit Genugtuung. , . r . . „
Mit den besten Grüßen bin ich m treuer Kameradschaft
Ihr ergebener
(gez.) v. Hindenburg, Reichspräsident.
Der Reichskanzler hat am 11. ^11 öen xur Zeit in Rom befindlichen Reichsminister Goring mit folgendem Telegramm zum Ministerpräsidenten ernannt:
An Minister Göring
Rom, Deutsche Botschaft.
Ich ernenne Sie mit Wirkung vom heutigen Tage zum Ministerpräsidenten von
. Diese Konferenz wird für Die Gleichschaltung des ®Öring begegneten. Ser Kommandeur Des Hochschulwesens von besonderer Bedeutung sein. Der
Ä5 £r » für
Einsamkeit der Tiroler Berge geflohen, um sein Kunst und Volksbildung, Rust, hatte heutt bmib Vaterland und seinen Glauben, um sich selbst eine Unterredung mit Dem .h e f t o r Dir wiederzusinden. Als Die StaDt München gegen Unioerfität'Berlin, in Dem er seinen StanD- Die Auslieferung Der Deutschen punkt einDeutig zum AusDruck brachte, Daß Die na- Heerführer protestierte, war Hermann tianale Revolution sich auch im Hochschulwesen aus» Göring Dabei. Das Schicksal wollte es, Daß er lDirtcn
an Diesem Tage Adols Hitler sah Gin praktisches Beispiel Der hiermit angebahnten unö ihn am uachsten Tage s p r e ch e n horte Entwicklung hat sich am Dienstag bereits in K o l n An lenem Abend. schrieb Gor ng m «n w vollzogen. Rektor, Senat unD Dekane buch, daß er Adolf Hitler mit e Der Kölner Universität sind mittags zuruckge- und Haaren ergeben sei. Das deutsche , . unb Qm ybcnD sind aus Der Lehrerschaft
Schicksal hat es gewollt, daß von dieser stunde I der Unioersität bereits ein neuer Rektor, ab der berühmte Pour-le-Merite-Flieger Her- jcr e k a ne und Der Senat aus Der nativ- mann ©Dring d e r g ° t - e u e st e D «/ ? d ' n Vorschlag aus Der Universität her.
des „unbe annten Gefreiten des Weltkrieges „^gewählt roorDen. Das Beispiel von Köln
Hitler Kanzler des Deutschen Reiches sei und schaltung an Den llmDcrfüaten bis zum sein treuester Paladin Hermann Göring Minister- suberall vollzogen sein.
Präsident von Preußen. Ieht werde Deutschland und Preußen regiert werden wie es im letzten Willen des großen preußischen Königs stehe: »Mit Gerechtigkeit, mit Weisheit und mit Kraft!“


