wissen und Wollen der Kommunl- stischen Parteileitung geschah und daß sie eine gegenteilige Parole nur ausgab, um sich vor den amtlichen Stellen zu decken.
Vorsitzender: Angeklagter Torgier, wie erklären Sie sich, daß so viele Waffen, Munition und «Sprengftoffe bis zur letzten Zeit von Kommunisten angesammelt worden sind? Wie ist das zu erklären, wenn die KPD. tatsächlich jeden Terror ablehnte?
Toraler: Ich bin nicht imstande, darüber irgendeine Auskunft oder Erklärung zu geben.
Dimitroff: Der Zeuge Minister Goebbels hat gesagt, daß so viele kommunistische Ueberfälle auf die Nationalsozialisten stattgefunden hätten. Haben die Nationalsozialisten in dieser Zeit vor dem Januar 1933 nach seiner Meinung das Recht gehabt, sich bewaffnet gegen solche Ueberfälle zu verteidigen? (Lachen im Zuhörerraum.)
Dr. Goebbels: Die NSDAP, hat damals vielleicht die schwerste Nervenprobe bestanden, die es überhaupt gegeben hat. Allerseits gingen die Kommunisten bewaffnet gegen uns vor. Anderseits muhten wir, um die Le-
Wer Adolf Hitler und die NSDAP, ab« lehnt, unterstützt Aufrüstung und Krieg!
galität zu wahren, unsere Parteigenossen auffordern, die Waffen niederzulegen. Die meisten haben es auch getan, aber die, die drauhen in den roten vororten sahen und ständig bedroht wurden, die hätten doch Fischblut in den Adern haben müssen oder sie mühten Selbstmordkandidaten gewesen sein, wenn sie sich nicht mH allen IHlfteln dagegen zur wehr gesetzt hätten. Ich habe noch nicht davon gesprochen, wie oft fettens der KPD.-Parteigänger gegen mich Anschläge versucht worden sind. Ich habe damals beim Polizeipräsidenten beantragt, mir einen Waffenschein zu geben, damit ich mein Leben schützen konnte. Zur Charakterisierung des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten muh ich mitleilen, dah der Antrag a b g e l e h n t wurde, weil keine Gründe dafür als vorliegend betrachtet wurden.
Dimitroff: haben sich die Nationalsozialisten verteidigt?
Dr. Goebbels mit lauter Stimme: S e l b st - verständlich haben wir uns verteidigt. Glauben Sie, wir lassen uns von Ihnen ohne Widerstand abschlachten?
Dimitroff ebenfalls mit erhobener Stimme: Glauben Sie jetzt, daß auch die Kommunisten das Recht, hatten, sich zu verteidigen?
Vorsitzender: Halt! Wenn Sie sich nicht anständig benehmen, dann werden Sie allein wegen Ihres Tones ausgeschlossen.
Dr. Goebbels: Es handelt sich hier darum, wer ist Angreifer und wer ist Verteidiger. Es ist niemals festzustellen gewesen, daß Nationalsozialisten Polizeibeamte niedergeschossen hätten, oder daß seitens der nationalsozialiischen Parteileitung eine Parole ausgegeben worden wäre: „Schlagt die Kommunisten, wo ihr sie trefft!" Wir haben immer, auch im Kampf, die Parole der Legalität bewahrt. Herr Präsident, ich habe mich vernicht, mit ziemlicher Genauigkeit die im Braunbuch gegen die NSDAP, und die deutsche Regierung erhobenen Beschuldigungen zu widerlegen. Ich stelle mit Bedauern fest, und das tut die ganze deutsche Reichsregierung, daß diese Lügen des Braunbuches immer noch vom Auslande verbreitet werden. Ich erwarte von der Auslandspresse, daß sie nun, nach die - s e r Schilderung des wirklichen Tatbestandes, auch diese Schilderung mit derselben Genauigkeit wiedergibt. Es geht nicht an, daß die Regierung eines anständigen und ehrlichen Volkes so von der ganzen Welt in unwahrhaftiger Weise weiter verdächtigt wird. (Lebhaftes Beifallsklatschen.)
Nach einer Pause trägt der Berichterstatter eine Auskunft des bulgarischen Justizministeriums über die Vor st rasen des Angeklagten Dimitroff vor. Danach ist Dimitroff u. a. 1926 wegen eines Ueberfalles zum Tode durch den Strang und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für alle Zeiten verurteilt worden. Diefe Strafe ist durch Amnestie außer Kraft gesetzt worden. Schließlich ist Dimitroff zu 15 Jahren verschärften Kerkers (Zuchthaus) und Der- lüft der bürgerlichen Ehrenrechte für 20 Jahre wegen Aufstandes verurteilt worden. Diese Strafe würde er noch abzubüßen haben.
Dimitroff: Alle diese Vorstrafen sind in meiner Abwesenheit ausgesprochen worden. Ich erkläre, daß ich bereit bin, nach Beendigung des jetzigen Prozesses nach Bulgarien zurück zukehren, um dort vor dem bulgarischen Gericht über meine ganze Tätigkeit Rechenschaft abzulegen und die volle Verantwortung dafür zu übernehmen.
Es werden dann die Zeugenvernehmungen über die Verhaftung der Bulgaren fortgesetzt. Der Kellner R ö h m e r vom Bayernhof erklärt, daß ihm Lubbe nicht bekannt sei, er könne nicht sagen, daß er ihn etwa im Lokal gesehen habe.
Der Kellner H a f e m a n n vom Dayernhof hat ben Angeklagten van der Lubbe ebenfalls nie im Lokal gesehen.
Vorsitzender: Vor dem Untersuchungsrichter haben Eie das so bestimmt nicht gesagt.
Zeuge: Nachdem ist Lubbe gestern und heute nochmals gesehen habe, weiß ich ganz bestimmt, daß dieser Mann nicht bei uns gewesen fein kann.
Popoff: Was hauen auf Sie die Ausländer im Bayernhof für einen Eindruck gemacht?
Zeuge: Einen verdächtigen nicht, aber etwas geheimnisvollen, da fie sich immer sehr lene unterhielten. _ ,
Dimitroff: Haben Sie in meiner Gesellschaft einen Mann mit einem kleinen Gesicht und einem roten Haarschopf gesehen? , „ .
Zeuge: Ja, der war öfter da, er hatte auch kleine Hände.
Dimitroff: Es war Jakobus Rohner.
Auch die Kellner Rösch, Koch, Geßler und Winkel sowie der Geschäftsführer Münkner vom Bayernhof erklären, daß van der Lubbe nie im Bayernhof gewesen sei.
Die Verhandlung wird auf Donnerstag vertagt; der Freitag soll sitzungsfrei bleiben.
Oie deutsche Presse in der Einheitsfront des 12. November.
Ein Aufruf an die deutschen Zeitungsvrrleger.
Berlin, 8.Nov. (VDZ.) Nur wenige Tage trennen uns von der Entscheidung des 12. November. Die ganze weit erwartet mit Spannung das Ergebnis. Das deutsche Volk wird durch die Bekundung feiner völligen Geschlossenheit vor der Geschichte feierlichst feinen Anspruch auf Gleichberechtigung erneut erheben. Es wird die Aebernahrne jeder Verpflichtung, die feine Ehre fchändet, für alle Zukunft ablehnen.
Der deutschen Presse fällt die Aufgabe zu, die von der Reichsregierung ins Volk getragene Aufklärung durch ihre TTlitarbeit wirksam z u unter st ü h e n. Die deutschen Zeitungen erblickten in dieser Aufgabe schon bisher eine Ehrenpflicht und empfanden ihre 2H i t a r b e i t aIß ihr vornehmstes Recht. Gerade jetzt in den letzten lagen vor den Abstimmungen gilt es, jedem Leser ihre geschichtliche Bedeutung immer wieder klar und eindringlich vor Augen zu führen.
Jeder muh wissen, daß er es mit feiner Stimme in der Hand hat, an der Gestaltung des deutschen Schicksals zu seinem Teil
mitzuwirken, kein deutscher Volksgenosse darf darum am kommenden Sonntag an der Urne fehlen. Es geht um die Sicherung von Ehre und Frieden für Deutschlands Zukunft. Die deutschen Zeltungen mühten mit der ganzen wacht ihrer inneren Ueberjeugung diese Tatsache immer wieder in das Gewissen ihrer Leser rufen.
Der Führer will, dah dieser Befenntnistag des deutschen Volkes auch den inneren Ausgleich und die Versöhnung bringt, die alle ehrlichen Deutschen zu einer festen Front zusammenschlieht.
Ich gebe der Erwartung Ausdruck, dah jeder deutsche Zeitungsverleger in diesen Tagen seine Pflicht tut. Der Kampf des Führers gilt dem Lebensrecht der Nation, er gilt zugleich auch dem endlichen Frieden der Welt. Das einmütige Bekenntnis zu ihm und seinen Zielen wird ein Ehrentag des deutschen Volks sein, heil Hitler.
gez.: Amann,
Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungsverleger.
Warum Neichstagöwahl?
Eine Unterredung mit Reichsminister Dr. Goebbels über den doppelten Sinn des 12. November.
Berlin, 9. Nov. (WTB.) Reichsminister Dr. Goebbels gewährte einem Vertreter des Wolff- schen Telegraphen-Büros folgendes Interview über das Thema: „Warum Reichstagswahl?"
Frage: Was hat nach der Beseitigung der Parteien und der Ueberwindung des Parlamentarismus die Wahl des neuen Reichstags für einen Sinn?
Antwort: Die Wahl eines neuen Reichstags ist genau so wie die Volksabstimmung eine bedeutsame außenpolitische Entscheidung des gesamten deutschen Volkes. Dem Ausland wird durch diese Bekundung des Dolks- willens bewiesen, daß das deutsche Volk die Männer als seine Vertreter anerkennt, die die Politik Adolf Hitlers bejahen.
Frage: Das geschieht doch schon durch die Volksabstimmung. Warum muß dafür ein neuer Reichstag zusammentreten?
Antwort: Dieser Reichstag hat eine weitergehende Bedeutung. In den acht Monaten ihres Bestehens hat die nationalsozialistische Regierung weit mehr geschafft als sämtliche Regierungen der letzten 14 Jahre zusammen. Und doch ist das bisher Erreichte nur ein Anfang des großen Reformwerks Adolf Hitlers. Durch die Taten des Führers sind die Grundlagen gelegt, der Ausbau von Staat und Reich beginnt jetzt e r ft. Hier- für aber bedarf die Regierung einer bevollmächtigten Körperschaft des ganzen Volks, die ihr in der Gesetzgebung zur Seite steht. Es werden außerdem in Zukunft auch Stunden kommen, da der Führer des Reichs einer Verkörperung des ganzen Volks bedarf, vor die er hintreten wird, um der Welt die Einheit von Volk und Staat zu beweisen. Dieser historischen Aufgabe aber war der vergangene Reichstag nicht mehr gewachsen. Er war noch im Zeichen des Parlamentarismus gewählt, umschloß noch ein Mosaik von Parteien, darunter eine Menge Marxisten, und war zum Schluß nur noch ein Rumpfparlament. Mit ihm war keine Politik mehr zu machen. Es genügt darum auch nicht, nur einmal zu wählen, wie man es gelegentlich hört. Jeder, der in der Volksabstimmung mit „3az' stimmt, muß auch der Liste Adolf Hitlers sein Kreuz geben, ober er entwertet seine eigene Stimmabgabe.
Frage: Wenn es aber außer der Nationalsozialistischen keine Parteien mehr gibt, welchen Zweck hat bann bie Stimmabgabe?
Antwort: Diese Reichstagswahl ist etwas völlig Neues in der deutschen Geschichte. Sie soll und wirb zum erstenmal bas ganze deutsche Volk in einer noch nie dagewesenen Einheitsfront zeigen. Der 12. November wirb ein Werkstein der deutschen Geschichte werden, wir werden endlich einmal einen Reichstag haben, ber aus einem Guß ist. Das ist der Sinn ber von Adolf Hitler geführten Einheitsliste, die auch eine Reihe bester deutscher Männer von einwandfreier nationaler und sozialer Gesinnung ohne Rücksicht auf ihre frühere Liste enthält. Schon die Zusammensetzung dieser Liste ist von dem hohen Gedanken der Versöhnung und Zusammenarbeit getragen, von dem Adolf Hitler sich bei seinem werk stets hat leiten lassen. Stimmt das deutsche Volk dieser Liste einheitlich und geschlossen zu, dann ist endlich die unselige Zwietracht und Parteizerspliiterung der deutschen Vergangenheit überwunden. Darin liegt die hohe Verantwortung, bie auf jedem Wähler am 12. November ruht.
Frage: Rechnet man im Ausland mit einer starken Opposition?
Antwort: Das ist genau das, worauf das Ausland spekuliert. Jahrzehnte- und jahrhundertelang hat es mit dieser deutschen Uneinigkeit seine politischen Geschäfte gemacht. Waren es in früheren Jahrhunderten bie zahllosen kleinen Souv e- ränen, bie, stets auf ihre Selbständigkeit bedacht, dem Ausland erwünschte Mächtegruppierun- gen Herstellen konnten, so war es Im Reiche Bismarcks die Zwietracht ber Parteien, ber soziale Gegensatz zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenben sowie ber religiöse Gegen- s a tz, die bas Einigungswerk bes großen Kanzlers nicht zur Vollenbung kommen ließen. Dazu kam bie Zügellosigkeit unb Unbisziplinke rth e i t ber Presse unb ber parlamentarischen Opposition, die dem Ausland meist die wirksamsten Waffen für bie Propaganda gegen bas beutsche Volk lieferten. Eine Opposition im Reichstag ist nunmehr ausgeschaltet. Umso größer ist bie Pflicht jedes einzelnen Deut- schen, in ber Volksabstimmung und bei der Reichs- tagswahl hinter Adolf Hitler zu treten
mit einem unumwundenen „3a". Dann wird die Zeit der billigen Siege des Auslandes über ein uneiniges unb in sich zerrissenes deutsches Volk endgültig vorbei fein.
Frage: Welche Aufgaben wird nun der neue Reichstag als Volksvertretung haben?
Antwort: Keine Regierung ist so unmittelbar mit dem Volk verwachsen, wie bie Regierung des nationalsozialistischen Staats. Sie hat ein Herz für bas Volk, für den Arbeiter wie den Bauern,
Flaggenschmuck von Freitag bis Sonntag.
Berlin, 8. Nov. (TU.) 3m Hinblick auf die bedeutsame Ansprache des Reichskanzlers Adolf Hitler an das beutsche Volk hat der Reichsminister des Innern angeordnet, dah die Reichsdienstgebäude schon von Freitag, den 10. November, 12 Uhr ab bis einschließlich Sonntag, den 12. November, zu flaggen haben. Die Landesregierungen werben gebeten, für bie Dienstgebäude ber Länder unb Gemeinden eine gleiche Anordnung zu treffen. Gleichzeitig fordert die Reichsregierung bas ganze deutsche Volk auf, sich dem Vorgehen der Behörden anzuschliehen. Wie bereits mitgeteilt, überträgt der beutsche Rundfunk am 10. November die große Kundgebung für Frieden, Ar beit und Brot mit der Rede bes Reichskanzlers aus der Maschinenhalle eines großen Berliner Fabrikbetriebs. Die Ueber- (cagung beginnt bereits um 12.50 Uhr.
den Handwerker wie den Angestellten, weil sie selbst aus dem Volk flammt. Aber der Reichstag wird auch in Zukunft in den wichtigen Fragen des Staats gehört werden. Auch der ein- fache Mann kann in die neuen Volksvertreter das Vertrauen fetzen, daß sie das Wohl des Volks kennen und wahren. Denn dieses Mal geht es nickst um die Interessen von Einzelnen oder Gruppen. Das unterscheidet den neuen Staat von der Interessen- wirtschaft des alten. Im natio na ls oz iali s ttj chen Staat herrscht das Gemeinwohl.
Frage: Damit wäre also die Reichstagswahl eine Probe auf den gefunden Sinn und die innere Disziplin des deutschen Wählers?
Antwort: Allerdings. In der Reichstagswahl wird das deutsche Volk vor eine Lntschei- düng von größter Tragweite gestellt. Geht es bei der Volksabstimmung um die Zustimmung zu den außenpolitischen Entscheidungen der Regierung, dann geht es bei der Reichstagswahl um nicht mehr und nicht weniger als die klare Entscheidung zum Gesamtwerk Adolf Hitlers. 14 Jahre lang ist dieser Mann unbeirrt durch Widerstände und Verlockungen den Weg seiner Ueber- zeugung gegangen, bis er das Volk für seine Idee gewonnen hat. Nie besah ein Politiker mehr Lharaktergröße als Adolf Hitler. Gerade die Reichstag--wahl gibt jedem deutschen Volksgenossen die Möglichkeit, dem Führer und Retter der Nation das persönliche Vectra u en zu bekunden.
Ausruf des Evangelischen Bundes in Hessen am 12. Aovernber.
EPH. Der Evangelische Bund vertritt im Dienst am deutschen Volkstum unb im Geiste des Evangeliums von jeher bie aus ber Reformation erwachsene Auffassung, „daß der Staat als bie von Gott gewollte Grunblage jeglicher Drbnung seine Aufgaben zum Schutz unb Wohl bes beutschen Volkstums zu erfüllen unb bereu Grenzen nach eigenem Recht zu bestimmen hat", (Wartburgprogramm 1921). Der Evangelische Bunb forbert, „baß bie Regierung alle Kräfte einsetzt für bie Freiheit unseres Volkes" unb erhebt als beutsche Aufgabe, „ber grauenhaften Verlogenheit, bie seit dem Kriege bie Beziehungen ber Völker zueinanber vergiftet, eine Politik ber Wahrhaftigkeit entgegenzustellen" (Kasseler Forberungen 1932). Don tiefem klaren, festen Standort aus, begrüßt er den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, beglückwünscht er Deutschlands Volk zum Durchbruch deutscher Geradheit, Redlichkeit unb Ehrenhaftigkeit, gelobt er Deutschlanbs tapferem Kanzler unentwegte Treue und unbedingte Gefolgschaft.
Lustbombardement aus Havanna
Neue Revolution auf Äuba.- Wilde Stratzeukämpfe.
Die Hauptstadt Havanna unb ihre nähere Umgebung wurden heute morgen burch ein Lust- bombarbement unb durch bas Feuer von Fliegerabwehrgeschützen in Helle Aufregung verjetzt. Das Fliegerkorps unter dem Leutnant Roberto Mendes meuterte unb besetzte bie Kaoal- leriekaserne San Ambrosio. Bei dieser Aktion wurde es von den ABC.-Anhängern, einer linksrabikalen ötubentenorganifation unterstützt. Es setzte heftiges Maschinengewehrfeuer zwischen bem Prä- sidentenvalais unb dem Polizeihauptquartier ein, aas mehrere Tote forderte. Die Polizei, die sich im Bunde mit dem Fliegerkorps und den ABE.-Leuten befindet, sieht bem in den Straßen wütenden Maschinengewehrkampf tatenlosem Das Präsiden- tenpalais ist von Soldaten des Obersten Batists mit Maschinengewehren stark besetzt. Auf zahlreichen Kraftwagen durchfahren die ABC.-Leute die Stadt, wild um sich feuernd. Präsident Gran-San Martin hat den Kriegszustand für ganz Kuba erklärt. 32 Personen sollen getötet unb 100 verwundet worden sein.
Der König von Afghanistan ermordet.
London, 8. Nov. (Reuter) Der Gesandte von Afghanistan hat heute abend die Nachricht erhalten, daß der König von Afghanistan heute morgen ermordet worden ist. Der Sohn bes ermorbe- ten Königs ist heute nachmittag zum König ausgerufen worden. Das Telegramm besagt: Seine Majestät, Nadir Schah Ghasi hat heute nachmittag 15 Uhr durch die Hand eines Verräters den Mä rtyrertod erlitten. Die ganze Nation ist in Trauer um den Tob ihres geliebten Königs erfüllt unb erklärt feinem Sohne Mohamed Zahir Schah einmütig ihre Ergebenheit. I m Lande herrscht Ruhe.
Ich erwarte von jedem Evangelischen Bundes- mann, wie von jedem ehrenhaften Deutschen, daß er am 12. November seine Wahlpflicht mit Freuden erfüllt unb sich mit einem ganzen „Ja" zum Führer unb zur Regierung bes Deutschen Rei- ches stellt. Ich forbere von allen Evangelischen Bun- besgenossen, baß sie bet tiefer Entscheibung um unsere Zukunft, Volksgenossen unb Volksgenossinnen zu gleicher Tat, mit allen Kräften eintreten für Deutschland, für Deutschlands Ehre, Freiheit, Recht undFrieben!
Mit deutsch-evangelischem Gruß und Heil Hitler! Der Hessische Bundessührer: gez. Berck.
Offenes Bekenntnis zu Reich und Führer
Oppeln, 7. Nov. (WTB.) Der Landes- bauernführer von Oberschlefien hat an ben Reichsbauernführer ein Telegramm gerichtet, in bem er mitteilte, baß Oberschlesiens freie beutfche Bauern am 12. November ihr Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler unb zur Reichsregierung frei unb offen ablegen unb s i ch n i ch t ber von ßiberaliften unb Marxisten geschaffenen geheimen Wahl st eile bebienen. Den ersten Wahlkampf im Dritten Reich werde der Ober schlesische Bauer wie folgt beginnen: Gemeinsamer Gottesdienst, gemeinsame Totenehrung am Denkmal, geschlossener Marsch zum Wahllokal, um gemeinsam das Bekenntnis für Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung abzulegen.
Erdstöße in Tirol und Süddeuifthland
Meldungen, bie aus Nordtirol, bem Allgäu, Württemberg, Oberbaben unb ber Ostschweiz einlaufen, berichten von einem heftigen Erbstoß, ber Mittwochnacht gegen 1.45 Uhr in ben oerschiebensten Orten wahraenommen würbe. Der Erdstoß — einige Berichte sprechen von zwei Erdstößen — war von heftigem, dumpfem Rollen begleitet. Man vermutet, daß der Herd in ber Nähe von Berwang unb Namlos im Zugspitzgebiet zu suchen ist, wo schon am 8. Oktober 1930 ein Beben verzeichnet würbe. Das Beben war in Reu11e de- sonbers stark. In Vvrber-Hornbach, an ber Ein- münbung bes Namlosertals in bas Lechtal, würben burch bas Beben Kamine bis zu 12 Zentimeter verschoben, Häuser haben große Risse. Das Erdbeben ist in weiten Teilen des Landes Württemberg ebenfalls beobachtet worden. Besonbers stark würbe es in ber Tübinger unb Edinger sowie Schwenninger Gegenb verspürt. Auch in großen Teilen von Oberbaben würbe ber Erbstoß wahr- genommen, besonbers stark in Walbshut unb im Hegau. Die Bewohner würben aus bem Schlaf geschreckt, bie Möbel zitterten.
Kleine politische Nachrichten.
Der amerikanische Bunbesstaat Utah hat sich gegen Beibehaltung ber Prohibition ausgesprochen. Damit ist bie erforberlidje Zahl von 36 Staaten erreicht, bie zur Abschaffung bes 18. Versaffungs-Amenbments vvrge- fchrieben ist.
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Dom Reichs st and bes beutschen Handwerks wird festgestellt, daß bas Verbot bes Führens von Hakenkreuzfahnen burch bie Hanbwerksinnungen so aufzufassen sei, baß bie reinen Hakenkreuzfahnen nicht geführt werben bür- fen, wohl aber bie Hakenkreuzwimpel an ben Hanbwerksfahnen.
Wettervoraussage.
Unsere Wetterlage steht zur Zeit unter bem Einfluß bes hohen Druckes, ber sich nunmehr ganz auf das Festland verlagert hat. Nach Frühnebeln wird es daher tagsüber aufheitern, wobei auch Milbe- rung eintritt. In ber Nacht werben allerbings bei klarem Himmel infolge ber Ausstrahlung noch Temperaturwerte in Gefrierpunktsnähe unb auch bar- unter erreicht. Da das neue Tief über Jslanb aber an feiner Vorderseite eine Warmluftwelle östlich verschiebt, ist für später roieber mit (Eintrübung und besonders im nördlichen Teil bes Bezirks mit etwas Sprühregen zu rechnen.
Aussichten für Freitag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, nachts Temperaturen um ben Gefrierpunkt, im nördlichen Teil bes Bezirks Neigung zu etwas Sprühregen, sonst trocken.
Aussichten für Samstag: Im ganzen milber, neblig unb bewölkt mit Aufklaren, vereinzelt etwas Regen.
äODOL
Rat: ZAHNPASTA


