Mussolini ।
Oberhessischer Adrehbuchverlag
Fernsprecher 2251
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der Autolenker und
REICHSVERBAND DER ADRESSBUCH VERLEGER
Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1933
Die japanischen Truppen sind südlich der Großen Mauer zur Offensive übergegangen, um die Chinesen vom rechten Ufer des Luan-Flusses zu vertreiben. Eine dem Auswärtigen Amt nahestehende Persönlichkeit erklärte, die Chinesen hofften, die japanischen Truppen zum Vorgehen gegen Peking und Tientsin zu verleiten, um auf diese Weise zu bewirken, daß Japan i n Verwicklungen mit den Großmächten gerät; die japanischen Befehlshaber würden aber nicht in diese Falle gehen.
Kleine politische Nachrichten.
Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes im Reichsarbeitsministerium teilt mit: Oberst a. D. Hierl ist unter dem 4. Mai zum Staatssekretär ernannt worden.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, daß neben der Hausliste eine Firmen- liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, daß fie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden.
Vereins- und Kassen - Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vor- gesehene Abteilung der Hausliste.
Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbefitzern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohnerausnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder elngesordert. - Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung derListen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden.
Slugzeug st u r z t e a b. -Der Insasse wurde unter den Trümmern des Flugzeuges begraben und war sofort tot.
die übrigen drei Insassen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Das Auto wurde völlig zertrümmert. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt.
Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei N. Lange, Gießen Schulstraße 7
Aus aller Welt.
polnischer Offizier überfliegt den Südatlantik im Sportflugzeug.
Der Hauptmann Stanislaus S k a rzv n s k i hat, tote die Polnische Telegraphenagentur in Warschau meldet, mit einem Spyr t fluazeua denSudatlantikvon Rordafrika nach
Sk°rztzn,Ii «artete am Sonn, tag um 23 Uhr von St. Louis, Senegal mit ^UE klemen etnsttziaen Sportflugzeug. einer nur 450 Kilogramm schweren Maschine polnischer Konstruktton, ausgerüstet mit einem 145 PS starken Motor An Bord befanden sich 750 Liter -öeu5tn. Er überflog den Ozean, erreichte Süd- amertka und landete Montag in Maceio (südlich von Pernambuco) und um 18.30 Uhr in San Salvador (Bahia). Hauptmann Skarzhnski trug bet dem Flug einen gewöhnlichen Straßen- anzug und einen weichen Hut. Er führte nicht das geringste Gepäck mit sich. An Proviant hatte er nur mitgenommen einen Extrakt aus afrikanischer Kolanuß, einige Tafeln Schokolade und 2,5 Liter Wasser mit Apfelsinensaft vermischt. — Skarzhnski ist 1899 geboren; 1932 führte er be- retts einen großen Flug von 25 000 Kilometer über Afrika durch.
Lastkraftwagen mit hitlerjungen verunglückt. — Elf Verletzte.
Infolge des außerordentlich starken Verkehrs, den der große SA.-Aufmasch nach Kiel mit sich brachte, verunglückte bei Rendsburg ein Lastkraftwagen mit Hitlerjuaend, der aus Allerdorf in Dit- marschen kam. Der Lastkraftwagen hatte einen zwei- raderigen Anhänger, der mit Hitlerjungen voll besetzt war. In einer großen Kurve mußte der Lastkraftwagen einem Personenkraftwagen ausweichen. Dabei geriet der Anhänger gegen einen Kantstein und stürzte um. Elf Hitlerjungen wurden verletzt. Sieben von ihnen mußten ins Rendsburger Krankenhaus geschafft werden, wo einer schwer darnieder- liegt. Die übrigen haben Knochenbrüche, Schnittwunden, Hautabschürfungen usw. davongetragen.
Der Vrieflrägermörder Reins hingerichtel.
Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Maurer Ernst Reins wurde am Dienstagfrüh tn ber Strafanstalt Plötzensee hingerichtet. Er hatte, wie erinnerlich im Fahre 1931 e n Briefträger Gustav Schwan in Schöneberg ermordet. Der Bollzug des Todesurteils wurde durch Anschlag an den Lit- sassaulen bekanntgegeben.
Seinen Onkel erschlagen und beraubt.
Ein schweres Verbrechen wurde in Weißenborn- Aerobe (Elchsfeld) verübt. Der anläßlich einer Beerdigung dort weilende Kaufmann August Jütt- "US Berlin unternahm mit seinem Neffen ES"11e;,s L'.eh r im Auto eine Fahrt nach Bleiche- tinPm^Lblefer<?r5aI)rt hat Liehr seinen Onkel mit einem schweren Hammer den S ch ä d e l z e r t r Ü m° Leicknom'?n'h?'^?^ durchgeschnitten und den m m Straßengraben niedergelegt. Liehr ^nnte aber gefaßt'werden. Er behauptet, er habe mit seinem Onkel einen Streit DPrflirhi hnhn ; i™ ... dv- nachdem Jüttmann versucht habe, ihn zu erschießen. Die anaestellten Er- H Leb0d)' baK Liehr seinen Onkel
ericytagen und beraubt hat.
Autoverleiher vom Fahrgast erschossen und beraubt.
Landstraße von Klein-Rhüden nach Hahausen (Harz) ereignete sich eine graustg« Mordtat. Der 27 Fahre alte AutoverleM
Gerhard Bosse aus Groß-Rhüden wurde von einem unbekannten Fahrgast erschossen und beraubt. Passanten fanden den Ermordeten in einer Blutlache im Fnnern seines Wagens auf. Bon dem Täter fehlt jede Spur.
Beginn der Sondergerichtsverhandlung wegen des Altonaer Blulfonnlags.
Vor dem Altonaer Sondergericht begann der Prozeß wegen der blutigenVor fälle in Altona am 17. Juli 1932, bei denen anläßlich eines kommunistischen Ueberfalls auf einen großen Umzug der SA. 18 Todesopfer und 60 Verletzte zu beklagen waren. Man rechnet mit einer Hrozeßdouer von etwa drei Wochen. Angeklagt sind 15 Personen, die Zahl der geladenen Zeugen beträgt über 230. Von den Angeklagten sind zwei der am meisten Belasteten flüchtig.
Flugzeugabsturz. — Pilot gelötet.
Auf dem Flugplatz Fohannisthal bei Berlin ereignete sich in der Rähe des Tonfilmateliers ein Unglück. Ein Flugzeug der Deutschen Ber- suchsanstalt für Luftfahrt stieß bei einer Pilotenprüfung gegen einen Blechschornstein, der für Ton- filmaufnahmen aufgebaut worden war. Das
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Das Geheime Staatspolizeiamt hat das Verbot der „Täglichen Rundschau" auf Grund einer von der Redaktion abgegebenen Erklärung mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben. Die Chefredaktion des Blattes hat an Stelle von F. W. v. Oertzen Ferdinand Fried übernommen.
Nach einer Mitteilung des Kölner Arbeitsamtes wurde der als ehemaliges Mitglied des Arbeiter- mnd Soldatenrates berüchtigte Karl Schwarz, der beim Arbeitsamt Köln beschäftigt wurde, auf Veranlassung des kommissarischen Leiters des Arbeitsamtes durch die Kriminalpolizei verhaftet. Schwarz steht im dringenden verdacht, wahrend ber bamaligen Revolte in Kiel, bei der Offiziere der Kaiserlichen Marine erschossen wurden, eine führende Rolle gespielt zu haben. Die Ermittlungen sind im Gange.
Der Vernehmungsrichter beim Amtsgericht Char- lottenburg hat gegen den Ministerialrat a. D. Willi m 4.“ ® öor.ff Haftbefehl wegen schwerer passiver Bestechung im Amt erlassen. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre bei der Krankenkasse für Beamte der Deutschen Reichspost wegen der bereits der frühere Vorsitzende des Reichsverbands deutscher Post- und Telegraphenbeamten Kugler und der Dentist Griebel verhaftet worden sind.
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Der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstags- sraktlon Schmidt (Hannover) hat an Frau Dr. Oberfohren folgendes Telegramm gesandt: Zu dem tragischen Tod Ihres Gatten spreche ich Ihnen namens der deutschnationalen Reichstagsfraktion aufrichtiges Beileid aus. Wir werden der Kämpfernatur des Heimgegangenen, der die Fraktion in schwierigen Zeiten zielbewußt geführt, stets ein ehrendes Andenken bewahren. — Dr. H u g e n b e r g richtete an Frau Dr. Oberfohren folgendes Telegramm: Tiefbewegt durch den plötzlichen Tod Ihres Gatten spreche ich Ihnen im Namen der Deutsch- nationalen Front aufrichtiges Beileid aus. Dr Hugenberg. ,
©ouberneur (S^erten^ Dr. Schnee sandte als I ber »Deutschen Gesellschaft ^^undsfragen" (früher: 5)eut-
Völkerbund) an Reichskanzler Hitler N^bes Telegramm: „Zum Vorsitzenden der Deu schen Gesellschaft für Dölkerbundsfragen ge- W^?b^nlttle ich den festen Willen bet Ge-
Reichskanzler, in Ihrem De- itre&en, an ber Sichtung des Weltfriedens zu ar- beiten, nach besten Kräften zu unterstützen."
des Reaierungsblocks und jetzigen Staatspräsidenten Prof. Moscicki wiedergewählt. Moscicki erhielt von den 343 abgegebenen Stimmen 332. Elf Stimmen waren ungültig, darunter sieben weiße Zettel, von denen sechs von den deutschen Abgeordneten abgegeben worden waren. — Wenn die Wahl auch im Lande kein allzu großes Interesse erregt Hut, so wird der Wiederwahl Moscickis eine weitgehende politische Bedeutung nicht abgesprochen. Be- ^nntlich steht dem jetzigen Parlament, in dem die Regierung über eine entscheidende Mehrheit verfügt als Hauptaufgabe noch die Aenderung der Staatsverfassung bevor. Da die Wahlperiode des Parlaments 1935 zu Ende geht, ist anzunehmen, daß das Reformwerk bis dorthin vollführt fein wird. Sodann dürfte eine Neuwahl des Staatspräsidenten und des Parlaments erfolgen, wobei man annimmt, daß dann vielleicht Marschall P i l s u d s k i Staatspräsident werden wird.
Rußland bietet Japan die Ostchinesische Bahn an.
WTB. Tokio, 8. Mai. (Reuter.) Der Volkskommissar des Auswärtigen Litwinow hat das Angebot gemacht, daß entweder der Mandschurei st aat oder Japan die russischen Interessen an ber Ostchinesiscyen Eisenbahn erwerben mögen. Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Vorbedingung zu einer Annahme dieses Angebotes in der amtlichen Anerkennung des Mandschurei st aates bestehe, antwortete er: „Die Sowjetregierung hat das Abkommen des Völkerbundes über die Nichtanerkennung des Mandschureistaates nicht unterzeichnet. Die Anerkennung macht uns also nichts a u s." Eine der japanischen Regierung nahestehende I Persönlichkeit hat zu erkennen gegeben, daß die Annahme des russischen Vorschlages durch Japan zweifelhaft sei.
Aus öer provinzialhauptstadt.
Maienzauber!
»Nun bricht aus allen Zweigen bas maienfrische Grün..."
So singt ber Dichter, und wir wollen mit ihm singen in diesen Tagen der Fülle unb bes Reichtums ber Ratur. Man kann boch nicht überlegen lächelnd vorübergehen, wenn draußen im Garten, im Feld und im Wald sich alles mit einem neuen Kleid schmückt, wenn die Vögel jubilieren und Bäume und Büsche sich im leich- Maienwinde wiegen. Man möchte stehen bleiben beim kleinsten Blümlein, man möchte verweilen im Anblick der blühenden Sträucheri Wohin das Auge schaut, zeigt sich junges, sprossendes Leben. „Es blüht bas fernste, tiefste Tall"
Da liegt ber Wiesengrund, noch vor wenigen Wochen eine verlassene graubraune Fläche, jetzt aber prangt er wie ein köstlicher Teppich, durch - stickt mit den goldnen Blüten des Löwenzahns. Und weiter nach dem Bache zu schimmert es violett. Hier blüht das Wiesenschaumkraut. Fauchzend pflücken die Kinder dicke Sträuße. Auch am Dache leuchten goldne Blüten. Es sind Sumpfdotterblumen mit den saftiggrünen Blät- tern, dazwischen die ersten blauen Blütchen des Vergißmeinnichts, die die Ufer bekränzen. Schwertlilien strecken ihre scharfen Blätter wie Spieße in die Luft, bald werden auch ihre zarten Blüten erscheinen.
So rauscht das Bächlein in munteren Sprüngen durch das junge maiengrüne Land, grüßt die alten verkrüppelten Weidenbäume, die auch schon längst wieder von jungen Schößlingen geziert werden, an dunklen Erlen vorbei, hin zum Dörf- lein. Die Hausfrauen stehen da und holen Wasser um zum erstenmal im Fahre auf dem frischen Grase zu bleichen.
Fm Garten aber bringt jeder Tag neue Wunder. Alle Obstbäume sind nun abgeblüht, nur noch einzelne späte Apfelsorten stehen fm ?7tmudJ$rcä schönsten Kleides. Wohl haben die kalten Rächte vor kurzer Zeit manche Blüte, manche Hoffnung vernichtet. Aber wir werden sIon Obst in Fülle erhalten, wenn nur die c die in den ersten Maitagen erschienen, befruchtet und schwellend weiterwachsen. Schon
Begrüßung
der „Phöbus'-Mannschaft in Deutschland.
In Harburg-Wilhelmsburg fand an Bord des Motorschiffes „Phöbus" die Begrüßung der heimge- kehrten „Akron"-Retter durch die Behörden unb den Harburger Magistrat statt. In einer Begrüßungsansprache betonte Oberbürgermeister Dr. Dy es, daß gerade in dieser Zeit der Verhetzung eine solche Heldentat von besonderer Bedeutung sei. Die Rettung der wenigen überlebenden Besatzungsmitglieder des Luftschiffes „Akron" habe dem Ausland gezeigt, wie hilfsbereit und opferwillig Deutschland sei, gegen das man mit Namen wie „Barbaren" und „Greuelverbrecher" vorgehe. Deshalb sei es ihm eine besondere Freude, dem Kapitän, dem Ersten Offizier und einem Bootsmann, die sich besonders um die Rettung bemüht hätten, eine Anerkennungsmünze zu überreichen.
Autounglück im Zillertal.— Ein Toter, vier verletzte.
Ein mit fünf jungen Burschen aus Mairhofen im Zillertal besetzter Kraftwagen stürzte auf ber Fahrt von Zell am Zitter nach (Berlos über eine steile Böschung ungefähr 50 Meter tief ab. Der 25 Jahre alte Bergführer Hermann Wegscheider aus Mairhofen wurde sofort getötet, während
Am Samstag, 13 ftellung dieser v sührung des -cha Spieldauer von 1 lerpreise.
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2)er Tierschutzverein Butzbach, einer ber ältesten Vereine im Deutschen Reich, hat den hessischen Staatspräsidenten Dr. Werner zu seinem Ehrenmitglied ernannt. In einem Schreiben an den Vorstand des Vereins hat Staatspräsident Dr. Werner bekundet, daß er die Ehrung des Tierschutzoereins ebenso hoch schätze wie irgendeine andere. Innerstes Bedürfnis sei es ihm je und je gewesen, in selbstlosem Kampfe für die leidende Kreatur zu stehen. Er betrachte es als ein Glück {eines Gebens, nach jahrzehntelangem Bemühen tausendfach geübter Tierquälerei ein Ende gemacht 3» sehen. Wenn er über etwas Stolz unb Bestie- bigung empfinde, so sei es dies, daß er in dem Rin- gen um das Recht der Kreatur ganz vorne und, politisch gesehen, fast allein gestanden habe.
Nationaler Großflugtag in Gießen.
Arn kommenden Sonntag findet auf dem Flug- Platz Gießen der erste nationale Flugtag statt, der von der Südwestdeutschen Sportfliegeroereinigung im Einvernehmen mit der Ortsgruppe Gießen im Deutschen Luftsport-Verband und mit Unterstützung der SA. durchgeführt wird. Besonders sportliche Momente werden die verschiedenen Wettbewerbe dieser Veranstaltung bringen. In der Ballonjagd wird die Südwestdeutsche Sportfliegervereinigung gegen die Fliegergruppe Friedberg konkurrieren. Zum Geschicklichkeits/lug werden Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich und Chefpilot Maier starten. Es wird hierbei eine vollständig . neue Art von Bodenakrobatik" — Geschicklichkeits- flöge in Bodennähe — gezeigt'werden. Des Weiteren werden Luftrennen, Staffelflüge, Kunstflüge im Verbände sowie andere Lustspiele das Programm vervollständigen. Der Abschuß eines großen Fesselbal- Ions vom Flugzeuge aus und ein Fallschirmabsprung des Piloten W i e g m a i e r, Braunfels, dürften ganz besonderes Interesse finden, so daß auf jeden Fall ein vielseitiges Programm, zu dem sich auch noch Segelflugvorführungen gesellen, gezeigt wird.
31. Mai letzte Frist für Steuergutscheine.
Die Frist zur Beantragung von Steuergutscheinen für eine Mehrbeschäfti- gung, die im letzten Vierteljahr 1932 stattgefunden hat, .war nach einem Erlaß ber Reichsregierung über den 31. Fanuar hinaus verlängert worben. Wie bas VDZ.-Büro melbet, ist jetzt als letzter Tag der Antragsfrist ber 31. Mai 1933 bestimmt worben. Gleichzeitig ist bis zu demselben Zeitpunkt die Frist zur Beantragung von Steuergutscheinen für eine Mehrbeschäftigung verlängert worben, die im ersten Vierteljahr 1933 stattge- funden hat.
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteteten Süßrahmbutter 120 bis 125 Pf das Pfund, Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 20 bis 25, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 10 Spinat 15 bis 20, Spargel 30 bis 50, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50, Hebeln io bis 15, Meerrettich 30 bis 50. Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 12 bis 15 Kartoffeln 3, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Käse 5 bis 10, Eier 8, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30; Radieschen 10 bis 12 Pf. das Bündel; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag- Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „Die deutschen Klein- städter . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Teilnehmer antwortet nicht!"
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 31. Vorstellung im Dienstag- 'Abonnement kommt heute in neuer Inszenierung das Lustspiel „Die deutschen Kleinstädter" von Kotzebue unter der Spielleitung von Peter Fas- sott mit Frau Auguste P r a s ch - G r e v e n- b e r g als Gast erstmalig zur Ausführung. Gewöhn- liche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Mittwoch, 10. Mai, vorletzte Aufführung des Volks- stücks: „Die vier Musketiere" von Siegmund Graff: Spielleitung Peter Fafsott. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Das letzte Operngastspiel dieser Spielzeit findet am Freitag, 12. Mai, statt als 30. Vor- stettung im Freitag-Abonnement. Zum Gedächtnis
50. Todestages Richard Wagners gelangt fein Werk „Tristan und Isolde" als Operngastspiel des Stadttheaters Mainz einmalig zur Aufführung in ber Inszenierung Paul Weisleders und unter der musikalischen Leitung von Hans Schwieger. Opernpreise, Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. Anfang 19 Uhr, Ende nach 23 Uhr.
sehen wir hier und da die kleinen Früchtchen.
Der Flieder drängt sich mächtig hervor. Rur noch wenige Tage, und er wird in voller Blüte stehen. Auch der Schneeball will kommen. Ziersträucher in allen Farben grüßen am Zaun. Mit schweren Trauben schmücken die Glyzinien die Hauswände und den Balkon. Ein Duft von Blüten und von frischem Grün durchdringt die Luft.
Und in den Zweigen der Bäume jubiliert und schmettert es. Amseln, Drosseln, Finken und Meisen, fie wissen sich kaum zu fassen vor- Freude. Und erst die Lerchen draußen im freien Felde!
Kann man in diesen Tagen im Zimmer hocken? Muß man jetzt nicht zum Wanderstab greifen und hinauspilgern in die schöne Ratur? Der Wald halt seine grüne Hochzeit. Der Boden, die Wege, die Bäume, sie alle glänzen im neuen Schmuck. Saftige Moospolster laden zum Ruhen ein, die ersten Maiblumen senken ihre weißen, duftigen Glöckchen. Der Geruch des Maikrautes erfüllt die Luft. Buchen und Birken entfalten ihre zarten Blättchen, auch die knorrigen Eichen kommen nun.
Unerschöpflich ist die Ratur. Tag für Tag- schasst und wirkt fie, und immer neue Wunder lassen uns staunend stillestehen. Und wenn die Vöglein ihre Lieder fingen, wenn goldner Sonnen- schein die junge Welt verschönt, können auch wir Menschen nicht stumm bleiben. Da springt auch dem härtesten Menschen ein Türchen im Herzen auf, daß er wieder neue Hoffnung schöpft, daß er gläubig in die Zukunft schaut, und seins Augen glänzen, wenn er die Kinder singen hört:
Wie sich die Bäume wiegen im lieben Sonnenschein!
Wie hoch die Vögel fliegen, ich möchte hinterdrein!
Möcht jubeln über Tal und Höh'n:
O Welt, du bist so wunderschön Fm Maien! B«
Staatspräsident Or. Werner über den Tierschutz.


