rasch herbeigerufene Feuerwehr konnte den bedauernswerten Knaben nur noch als Leiche bergen.
Kreis Büdingen.
lD Nidda, 7. Dez. Der Gemeinderat be- tchloh in seiner jüngsten Sitzung, daß die als Notwohnungen angetansten Elsenbahnwagenkasten in der Hopfengafse zur Aufstellung kommen. Der bereits -getätigte Ankauf des Kasinogebäudes, das der" hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, (die die Mittel für den Ankauf auch aufbringt) zur völligen Benutzung überlassen wird, fand die Zustimmung des Gemeinderats. Es soll in dem Gebäude auch ein Raum für wandernde 5)3. eingerichtet werden. Die Gemeinde wird sich an der geplanten O b st - baum-Schädlingsbekämp'fung beteiligen. Es ward weiter beschlossen, sich dem staatlichen Vorgehen hinsichtlich der Regelung der Steuerruck- stände anzuschließen. Verschiedene Gesuche um Unterstutzungsgewährung werden abgelehnt. — Die Sammlung für bas Eintopfgericht brachte hier einen Ertrag von 352,12 Mark gegenüber 332,80 Mark im November. — Von der Vergünstigung durchG e Währung eines Reichs- Zuschusses für den Ausbau von Wohnungen wird hier reger Gebrauch gemacht; bis jetzt find acht Anträge mit je 1000 Mark genehmigt.
Kreis Spotten
* Schotten, 7. Dez. 3n einem Schulungskurs für die Amtswalter und Pg. des Kreises sprach Pa. Dr. Schmidt (Darmstadt). Nach einem kurzen Ueberbticf über das Wunder her Volkwerdung der Deutschen sprach der Redner über außenpolitische Probleme, besonders über Oesterreich unb ben Fernen Osten. Als erfreulich bezeichnete er die Tatsache, baß im Auslanb Stimmen laut würden, bie bas neue Deutschlanb zu verstehen suchen. Unter Gegenwartsfragen behanbelte er besonders den Sozialismus der Tat, der sich in dem einheitlichen Eintopfgericht aller Deutschen zeige. Hauptsächlich waren aber seine Ausführungen eingestellt auf die Nassenfrage.
* Ober-Schmitten, 7. Dez. Die hiesige NS.-Frauenschaft (Führerin Frau Tbekla Z ° n a e r l i n g) hat ihre Mitgliederzahl auf 20 erhöht. Es ist sehr erfreulich, zu sehen, wie unter dem Einfluß des großen Führers die vordem stark links orientierte Bewohnerschaft des Dorfes innerhalb kurzer Zeit sich unter dem Hakenkreuzbanner gefunden hat. Die Wahl am 12. November bestätigt diesen Wandel.
* Ob er-Schmitten, 7. Dezember. 3n einer Versammlung d e r hiesigen Zelle der NSDAP., zu der die Führer der übrigen lokalen nationalsozialistischen Organisationen erschienen waren, wurde die Veranstaltung eines „Deutschen Abends" am 28. Januar beschlossen. Alle Erschienenen sagten die Mitwirkung ihrer Formation zu Mit ber_ Zusammenstellung bes Programms unb der Einübung der Darbietungen wurde Lehrer 3. Diehl beauftragt. Anschließend wurden organisatorische Fragen besprochen. — Zum 1. Advent- fonntag wurden Arme und Kranke der Gemeinde von der N S. - F r a u e n s ch a f t mit Kaffee und Kuchen bedacht. Am Abend traf sich die Frauen- schaft in ihrem Lokal, das festlichen Schmuck aufwies, zur Adventsfeier. Lieder und Vorträge gaben der Veranstaltung den passenden Rahmen.
Slrcie /risicir».
ll. Merlau, 7. Dez. Die N S. - Gaukampfbühne unter Leitung von Kurt Richter veranstaltete hier im Saale von Hörle einen Theaterabend. Zur Aufführung gelangte bas Schauspiel von Hch. Bartholomäus: „Erst dann wird Deutschland frei". Das Stück hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Nach einer kurzen Ansprache von Pg. Richter bildet, ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und auf das deutsche Vaterland, sowie der Gesang des Horst-Wessel-Liedes ben Abschluß bes Abenbs. — Auch hier wurde eine Schar des B. d. M. gegründet. 19 junge Mädchen erklärten ihren Beitritt. Zur Scharführerin wurde Fräulein Marie Schneider bestimmt.
ch Kirtorf, 7. Dez. Von den Reitern der S A.° Reiterschar Kirtorf wurde hier und in den
Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld
eine
itische Tagung ab, zu der
£ Alsfeld, 7. Dez. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l f i n g hielt am Dienstag die Kreisabteilung Alsfeld des Hess. Ge- metnbetages im Gasthof „Vaterland" kommunalpolil.sch. .
die Beamten des Kreisamts, der stellvertretende Kreisleiter und Kreisbauernführer Geiß (Vaden- rod), sowie der Vorstand des Hochbauamtes Alsfeld, Baurat O h a u s, der kommissarische Vorsitzende des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. Lift und der Syndikus der Handwerkskammer Gießen, Dr. Keim und Obstbautechniker Kurz (Schadges) als Gaste erschienen waren.
Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag von Regierungsrat Dr. L i st über
Arbeitsbeschaffung durch Jnsiandsehungs- und Ergänzungsarbeiten.
Der Vortragende gab zunächst einen Ueberbüd über ben Stand der Arbeitslosenziffer im Bezirk des Arbeitsamts Gießen, die durch die planmäßige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von 17 500 auf 7500 nach dem Stand vom 1. Dezember 1933 zurückgegangen fei. Allein in der Zeit vom 15. November bis 1. Dezember 1933 konnten 1600 Arbeitslose in Arbeit gebracht werden. Nach einigen weiteren allgemeinen Ausführungen über bie Landhilfe, bie voraussichtlich im nächsten Fahre beibehalten werben würbe, gab Dr. L i st eine Darstellung ber Grund- 3uge ber Bestimmungen über bie Reichszuschüsse für Jnstandsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an Ge- bäuben. Er wies insbefönbere barauf hin, baß bei Teilung von Wohnungen, ober bei bem Umbau sonstiger Räume in Wohnungen ber Reichszuschuß 50 v. 5). in bar unb sechs Zinsvergütungsscheine für 4prozentige Verzinsung ber zweiten 50 v. H. auf bie Dauer von sechs Fahren beträgt. Der Zweck dieser Maßnahmen, mehr Menschen in den Arbeitsprozeß wieder einzuspannen, dürfe dabei aber von dem Grundstückseigentümer nicht umgangen werden. Baurat Ohaus gab dazu einige erläuternde Ausführungen. Don Interesse war dabei die Mitteilung, daß von der für den Kreis Alsfeld zur Verfügung gestellten S u m m e von 100 000 Mark nur ein verhältnismäßig geringerTeil in Anspruch genommen sei, so daß weitere Anträge noch gestellt werden könnten.
Syndikus Dr. Keim von der Handelskammer Gießen gab einleitend einen Ueberblick über bie Auf- gaben ber Handelskammern im neuen Staate unb sprach bann über den Zweck und die Bedeutung der kürzlich gegründeten
Elektco-Gemeinschaft und Eleklro-Front.
Mit dieser Maßnahme wolle man dem Handwerk der Elektro-Fnstallateure wieder Arbeit beschaffen und zugleich die arbeitslosen Elektroinstallateure wieder in Arbeit bringen. Es fei festgestellt, daß in Hessen 50 000 elektrische Anlagen erneuerungsbebür= tig seien. Zu der Fnstandsetzung der elekrtschen Hausanlagen gewähre das Reich 40 v. H. der Kosten. Die Arbeiten würden bereits schon bei einem Mindest- betrag von 32 Mark unterstützt. Dr. Keim erläuterte sodann noch den Zweck des Rhein-Maini- schen Garantieoer Landes, der die Aufgabe habe, Kredite zu gewähren für die Finanzierung des für die Fnstandsetzung und Ergänzung von
Wohnungen von dem Eigentümer aufzubringenden Kosten. Die Kredite werden in Form von Wechseln bis auf die Dauer von zwei Jahren zu 7 Prozent Zinsen gewährt. Die erforderlichen Mittel werden durch Verpflichtungs- (Zeichnungs-) Scheine von industriellen Betrieben aufgebracht. Der Redner forderte auf, in den Gemeinden dafür zu werben. Hierauf folgte ein Vortrag von Obsioautechniker Kurz (Schadges) über
Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragsfähigkeit der Obstbäume lm Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms.
Er bezeichnete die seitherigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Obstbaumscyädlinge als ungenügend. Es sei erfreulich, daß nunmehr bie Regierung bie Maßnahmen zur Hebung ber Obstzucht in bie Hand genommen habe, zwecks erfolgreicher Bekämpfung der Konkurrenz bes Auslanbes. Nach dem für den Kreis Alsfeld aufgestellten Programm könnten 150 Erwerbslose in zehn Kolonnen zu je 15 Mann bis Zum April mit der Reinigung und Instandsetzung der Obstbäume in ben einzelnen Gemeinden beschäftigt werden. Bis jetzt hätten sich 39 Gemeinden bes Kreises Alsfeld hierfür angemeldet. Von ben Kosten ber Maßnahmen werben 75 v. H. vom Reiche getragen, 25 v. H. haben die beteiligten Obst- baumbefitzer zu tragen. Mit den Arbeiten kann alsbald begonnen werden. Um eine zusammenhängende Durchführung der Maßnahmen zu ermöglichen, ist die Einführung entsprechender Polizeiverordnungen ins Auge gefaßt.
Regierungsrat Strack vom Kreisamt Alsfeld sprach sodann über
die Durchführung des Reichserbhofgesehes auf Grund der vom Hessischen Staatsminister über bi« Aufstellung ber Gemeindenverzeichnisse erlassenen Bestimmungen, wobei er auf bie Einzelfragen über die Voraussetzungen für ben Begriff bes Erbhofs in ausführlicher Weife einging unb diese an einzelnen Beispielen erläuterte. Kreisbauernführer Geiß (Vadenrod) gab hierzu nähere Auskunft auf zahl- reiche, aus ber Mitte ber Versammlung gestellte Fragen.
Verwaltungsinspektor Dippel vom Kreisamt Alsfeld berichtete über die Durchführung ber vom hessischen Staatsministerium erlassenen
Richtlinien über die Verminderung der Steuerruckstände hinsichtlich der Gemeindesteuern unter näherer Darlegung der einzelnen Bestimmungen. Er empfahl den Gemeinden, sich dem Vorgehen des Staates anzuschließen, jedoch die Steuerpflichtigen ausdrücklich darüber zu belehren, daß aus Grün- den der Steuermoral ein teilweiser Erlaß von Steuerrückständen nur bei pünktlicher Entrichtung der laufenden Steuern und nur als einmalige Maßnahme in Betracht kommen könne. Die von der hessischen Regierung angeordnete Maßnahme diene zur Gesundung bes Steuerwefens und könne nicht wiederholt werden.
Nach reger Aussprache, welche sich auf verschiedene Gebiete ber Gemeindeverwaltung erstreckte, wurde die anregend verlaufene Tagung nach restloser Erledigung der Tagesordnung von dem Vorsitzenden mit einem dreimaligen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler geschlossen.
Nachbargemeinden für das Winterhilfswerk eine Büchsensammlung durchgeführt, die ben Betrag von 45,98 Mark erbrachte. Im einzelnen ergab die Sammlung in Kirtorf, Wahlen und Gleimenhain 13,54 Mark, in Ober-Gleen 6,25, in Lehrbach 7,00, in Erbenhausen ebenfalls 7,00, in Appenrod 5,75, in Maulbach 4,05 und in Dannenrod 2,40 Mark. Die am vergangenen Sonntag vorgenommene Sammlung für das Eintopfgericht erbrachte hier 48,55 Mark. Bei ber Entleerung ber in den Gefcyäftsläden aufgestellten Büchsen zur Sammlung für das Winterhilfswerk war hier füt den Monat November ein Betrag von 4,88 Mark zu verzeichnen.
Preußen.
Kreis Werrlar.
_L Waldgirmes, 6. Dez. Gestern Vormittag gingen die Pferde des Landwirts Lenz auf Hof Haina im Biebertal beim Mistlaben im Hofe durch. Der befabene Hinterwagen riß am Eingangstor bes Hofes ab, mit bem Vorberwagen rasten bie Pf erbe bie steile Straße entlang am Forsthaus Haina vorbei ins Schwalbenbachtal burch Waldgirmes. Hier würbe versucht, sie zum Stehen zu bringen, aber ber mitgelaufene große Hofhunb fprqng ben Leuten an bie Brust. Ein beherzter Fuhrmannsjunge von 18 Jahren jagte von hier mit einem Fahrrab ben Ausreißern nach unb I
überwältigte in Dorlar erst den Hund, dann dos Gefährt. Der Knecht bes Lanbwirts trug schwere Verletzungen am Kopfe bavon unb mußte nach Gießen in bie Klinik gebracht werben. — Dieser Tage würbe hier von ber NSDAP, ber Tonfilm „Blutenbes Deutschlanb" mit bem Bilbstreifen „Bauerntag in Sßefjlar" gegeben.
Buntes Allerlei.
Bei Deutschen und Mestizen im Innern Südamerikas.
3n Brasilien allein lebt mehr als eine halbe Million Menschen beutscher Abstammung unb in ben Lahren 1857 bis 1914 sinb über 60 000 Deutsche nach Argentinien ausaeroanbert Kein Wunder, daß ein Gelehrter, der in bas Innere Sübamerikas vordringt, hier öfters mit Deutschen zusammenkommt. Einige Erlebnisse mit solchen Sieblern beutfdjen Blutes im Innern Südamerikas erzählt Prof. 5)ans Krieg in ber „Frankfurter Wochenschrift" „Die Umschau". „Wir waren einmal," schreibt er „weit im menschenarmen Norben von Paraguay bet einem beutfdjen Ehepaar zu Gast, bas bort feit über 30 Jahren eine Vieh-Estancia betrieb, weitab von irgenbroeldjen Landsleuten oder anderen Menschen, mit denen sie hätten verkehren können. Und diese beiden waren glühende Deutsche geblieben, hatten nicht ein Iota von ihrer deutschen Kultur dem Leben in der Wildnis geopfert, wenn auch ihr einfaches Haus nur aus Lehm bestand und ihre Verbindung mit der Außenwelt mehr als kümmerlich war . . . Weit im Innern des nördlichen Ehaco, auf paraguayischem Gebiet, liegen 26 einfache Hüttendörfer. In jebem dieser Dörfer wohnen 20 Familien deutscher Mennoniten, fleißiger, bescheidener Bauersleute. Ihre Großeltern unb (Eltern sind aus Deutschland um ihres Glaubens willen nach Rußland aus- gewandert, ein Teil von ihnen und ihren Nachkommen wurde später nach Kanada verschlagen, ein anderer floh aus Sowjetrußland nach Deutschlanb. Diese heimatlosen kanadischen unb — wie sie sich nennen — „rußlänbischen" Mennoniten haben sich, von spekulativen Köpfen veranlaßt, teilweise später im Ehaco miebergefunben. Sie hofften, bort endlich in Ruhe nach ben Regeln ihrer Sekte leben zu können. Schwere Typhusepibemien haben sie beinige» gesucht, bittere Enttäuschungen haben sie erlebt. Ihre Zukunft ist unklar. Wir haben biese Leute besucht unb mit ihnen deutsche Lieder gesungen. Abends versammelten sich die Großen und Kleinen bes Dorfes, in bem wir gerade waren, um unser Grammophon unb hörten mit größter Begeisterung zu, wenn ber herrliche Tenor Julius P a tz a k s in die Nacht hinausklang ober Backhaus etwas von Lrstzt spielte; bann kamen Volkslieder an die Reihe und zum Schluß stieg jedes mal das Deutschlandlied, das von allen stehend und mit großem Ernst gesungen wurde". Die dünne Bevölkerung Paraguay besteht vorwiegend aus Mestizen, Mischlingen zwischen Weißen unb Jnbianern unb bereu Nachkommen. Die Sitten ber indianischen Vorfahren haben sich ebenso wie ihre Sprache, bas Guarani, bei ihnen noch vielfach erhalten. (Eigenartig ist z. B. bie Totenfeier, bei ber ber Verstorbene angefleibet auf ben meinst einzigen — Tisch gelegt wirb, unb wenn bie Angehörigen und Klageweiber ihrer Heulpflicht genügt haben, dann sietzt man manchmal tagelang um die Leiche herum, unterhält sich, trinkt etwas Zuckerrohrschnaps, unb wenn es „gemütlicher" geworben ist, beginnt ein lautes unb luftiges Treiben, bei dem auch nicht selten geschossen wird."
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