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8.8.1933 Frühausgabe
 
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Geschichte in Wachs.

Von Carl Dietrich Carls.

Sn seinerGeschichte der französischen Revo­lution" schildert Carlyle, wie zwei Tage vor Erstürmung der Vastille eine Volksmenge, empört über die Entlassung des Ministers Recker, in ein Wachsfigurenkabinett eindringt und sich der Figuren Reckers und des Herzogs von Orleans bemächtigt. Sie werden mit schwarzem Krepp um­wunden und mit dem RusEs lebe Recker und der Herzog von Orleans" über die Boulevards getragen. Militär tritt der Menge entgegen und dringt mit gezogenem Säbel auf sie ein. Die Träger der beiden Wachspuppen werden nieder­geworfen. Aber immer und immer wieder werden die Figuren hoch aufgerichtet, bis zuletzt die­jenige Reckers, in Stücke geschlagen, zu Boden fällt.

Das Wachsfigurenkabinett, um das es sich da­bei handelt, gehört Johann Christoph C u r t i u s. Er stammte aus Bern, war Arzt gewesen und hotte aus Liebhaberei kleine Porträtköpfe aus Wachs modelliert- Der Prinz de Conti, ein Vetter Ludwigs XV., wurde auf die bildnerische Begabung des jungen Arztes aufmerksam gemacht und lieh ihn nach Paris kommen. Curtius gab den Beruf des Arztes auf und widmete sich ganz der Wachsbildnerei.

Er lieh seine Schwester nach Paris kommen und adoptierte ihre Tochter. Marie lernte bei ihrem Onkel die Wachsbildnerei und wurde ihm eine unentbehrliche Gehilfin. Als Curtius starb, übernahm sie die Wachsfigurensammlung. Ihr Leben während der Revolutionstage war nicht beneidenswert. Sie wurde gezwungen, vom Schafott ihr blutig zugetragene Köpfe in Wachs nachzubilden. Sie sah Marie Antoinette sterben, besuchte Charlotte Corday im Gefängnis, und als später auch die Köpfe Dantons, Huberts, Car­riers und Robespierres fielen, modellierte sie auch diese.

Sm Sahre 1802, kurz nach dem Frieden von Amiens, machte sich die kleine entschlossene Frau, zu dieser Zeit zweiundvierzigjährig, mit ihrer Wachsfigurensammlung nach London auf. Sie hatte durch eine vorübergehende Ehe den Ramen Tussaud erhalten und als Madame Tussaud ist sie den Londonern durch ihre Sammlung auch heute noch unvergessen.

Da die Ausstellung Figuren enthielt, die eine Rolle spielten in der französischen Revolution, damals noch immer täglicher Gesprächsstoff ganz Europas, so sand sie viel Beachtung und ver­

drängte bald die übrigen Unternehmungen ver­wandter Art, die alle wesentlich unmoderner waren. Madame Tussaud besah untrüglichen Spürsinn. Als die vom Publikum vergötterte Sängerin Malibrcrn starb, fand man sie bald daraus in dem neueröffneten Wachsfigurenkabi­nett wieder. Dadurch wurde eine solche Zahl von Besuchern in die Ausstellung gelockt, dah Ma­dame Tussaud entschied, fortan solle jede neue Berühmtheit sofort in ihrer Sammlung gefunden werden. Das ist bis heute beibehalten worden. Wie zählebig auch heute noch diese Ausstellung ist, geht daraus hervor, dah in den letzten vier Sahren annähernd drei Millionen Menschen sie besuchten.

Man glaubt, eine riesenhafte Bergröherung jener alten Sahrmarktsdarstellungen vor sich zu haben, die Haupt- und Staatsaktionen und ihre älrheber für den Kinderverstand zuschneiden. Aus den Gängen drauhen ertönt Lautsprecher­musik, hallt wie Sahrmarktsgedudel. Dort sitzt Macdonald mit seinen Ministerkollegen am Re- gierungstisch. Es folgen bekannte englische Par­lamentarier der Vergangenheit und Gegenwart, unter ihnen Chamberlain, Churchill, Baldwin. Die Gesichtszüge aller dieser Männer erscheinen in der Wachsnachbildung überscharf, die Charak­tere gespenstisch überbetont. Dann Generale, die vom Weltkrieg her bekannt sind, die englische Königsfamilie, eineGruppe 1914/18, in ihr u. a. Lloyd George und Asquith, außerdem eine Figur des einfachen Mannes, der den Krieg ge­wann, und als einzige Frau Edith Cavell.

So geht die Reihe weiter durch die Länder und Sahrhunderte: amerikanische Präsidenten, be­kannte Minister der englischen Vergangenheit, Männer der Kirche. Sn der zuletzt genannten Gruppe, eng beieinander, der Papst, derMor­genstern der Reformation" Wyclif, Martin Lu­ther und General Dooth. Sn derfranzösischen Abteilung fällt eine nach dem Leben model­lierte Figur Voltaires auf, deren Gesicht zu einer diabolisch lächelnden Maske vertrocknet ist. Zwi­schen Shakespeare, Milton, Scott, Vyron, Thomas Hardy sitzt in der literarischen Ecke Bernard Shaw im Hellen Strahenanzug. Man erkennt ihn allerdings mehr am langen weihen Bart als am Gesicht. Auch die Sportgrößen von Lind- bergh bis Campbell sind vollzählig beisammen.

Cs ist amüsant, neben dem Modell einer Schlafenden Schönheit, deren Drust sich, wie wir es aus Sahrmarktsbuden kennen, im Schlafe hebt und senkt, Madame Tussaud selbst stehen zu sehen, von einem ihrer Söhne modelliert. Als ältliche Frau schaut sie durch ihre grohe Drille»

sie trägt ein langes Taftkleid und eine wunder­liche Haube, die mit großer Schleife unter dem Kinn zusammrngebunden ist.

Sn einer besonderen Abteilung sind ganze Szenen aus der englischen Geschichte dargestellt, die Hinrichtung Mary Stuarts, der Tod Relsons im Zwischendeck derVictoria" bei Trafalgar, die Ermordung der Prinzen im Tower. Die Halle der Könige zeigt alles, was von Wilhelm dem Eroberer bis zu den Häusern Hannover und Sachsen-Koburg in England König war. Shre historische Echtheit ist wohl nicht eben zu­verlässig, niemals aber fehlt ihnen die grohe Herrschergeste. Heinrich VIII. hat um sich seine Frauen versammelt, deren er sich bis auf die sechste stets nach einiger Zeit durch Ehe­scheidung oder Hinrichtung entledigte. Man blickt unwillkürlich auf die sechste, Catherine Parr, die selbst vorher bereits zweimal Witwe es fertig brachte, ihn zu überdauern.

Es ist, als ob diese Ausstellung sich über sich selbst mokierte. Die Geschichte wird theatralisch, bis dem Beschauer die Absurdität dieses Theatra­lischen ganz aufgeht. Vielleicht ist nicht mehr viel echt an allen diesen Figuren, auch an denen nicht, die als nach dem Leben modelliert bezeichnet sind: denn die Ausstellung wurde mehrmals vom Feuer heimgesucht. Doch das ist belanglos vor der überwältigenden Sahrmarksstimmung, die diese Sammlung hervorzaubert. Wir werden zu Kin­dern voll Reugier und Lust, Abenteuer und Helden zu sehen. Helden, an die wir in dieser Pracht freilich nicht immer glauben.

Abenteuer im Engadin."

Eine recht erfrischende, tiefgekühlte Angelegenheit in diesen Hundstagen: der Aafa-FilmAben­teuer im Engadin", der seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses läuft. Die Idee stammt von Dr. Arnold F a n ck, der ja ein Spezialist in Schnee und Eis und Hochgebirge ist. Die Hauptrolle spielen Guzzi L a n t s ch n e r und Walter R i m l, Pat und Patachon von der Water­kant, die unzertrennlichen Hamburger Zimmerleute Tedje und Fietje, dte mitHummel, Hummel!" und ..Das freut einen denn scha auch!" durch das Enga° diner Wintersportparadies sausen und auf Stiern wie auf dem Eise, im Zweierbob wie im Skijöring Vortreffliches leisten. Die Regie von Max D b a I schwelgt in riesigen Perspektiven, rasanten Abfahr­ten und komischen Episoden. Die Aufnahmetechnik ist sehr gut; der Film ist mit sportlichem Ehrgeiz und einem oft unheimlichen Tempo gedreht. Von den übrigen Darstellern: Hella H a r t w i ch, Arnold

Hasenclever und Uli Ritzer. Den Freunden des Wintersports muh, wenn sie diese Wunder des Schneeschuhs im Engadin auf sich wirken lassen, schon jetzt im August das Herz aufgehen. Bei­programm: Wochenschau, ein Bildbericht aus dem modernen Afrika (zum Ausgleich) und zwei Proben aus kommenden Filmen der Aafa und der Ufo.

Zeitschriften.

Den großen Fragengebieten um Gold und Geld ist das Augustheft derSüddeutschen Monatshefte (München)Die Zukunft des Geldes gewidmet. Die Zeitschrift findet damit den Anschluß an den Zusammenbruch der Lon­doner Weltwirtschaftskonferenz. Der national­sozialistische Wirtschaftstheoretiker Alfred Pfaff führt in seinem einleitenden Aufsatz diesen grund­legenden Wandel der Wirtschaftsgesinnung auf die eine entscheidende Wurzel zurück: die Be­ziehung des Menschen und der Wirtschaft zum Golde. Friedrich Zimmermann unterzieht diesen Liebergang einer umfassenden Untersuchung. Er stellt in seinem AufsatzDie Zukunft des Geldes das Gold und den mit ihm verbundenen modernen Geldbegriff als den Ausdruck und das Herrschaftsmittel der liberalen Weltwirtschaft hin, die richtiger alsGoldene Snternationale be­zeichnet werden könne. Aus der Verbindung des stofflichen Goldes mit dem begrifflichen Gelbe entstand die Goldwährung internationalen Cha­rakters. deren Problematik eigentlich im Mittel­punkt der Londoner Konferenz stand und deren endgültiges Versagen im Grunde auch diese Kon­ferenz zum Scheitern brachte. An die große ge­schichtliche Linie knüpft in seinem Rachwort Leo Friedrich Hausleiter an und hebt in diesem Zusammenhang die weltpolitische Bedeutung und geschichtliche Mission des Rationalsozialismus hervor: der romanisch-westlichen TheseGold ist wichtiger als Vertrauen" steht das deutsche Emp­finden gegenüber:Vertrauen ist wichtiger als Gold!" Hier liegt die Zukunft dort die Ver­gangenheit.

Sochscbulnacbrickten.

Dem Kieler Ordinarius Professor Dr. Her­mann D o l d ist die durch die Emeritierung von Geh. Rat Prof. Dr. Kruse freigewordene Pro­fessur für Hygiene an der Universität Leipzig angeboten worden.

Der Leipziger Privatdozent Dr. Paul R i t t e r b u s ch hat einen Ruf als Ordinarius für Staatsrecht an der Llniversität Königs­berg angenommen.

Kassel 7. Aug. (WER.) Rach ihrem Marsch | erringen, der ihnen nach ihrer Geschichte, ihrer i'rck d e i'm Flaagenschmuck prangenden Haupt- Lebenskraft und ihrem Lebenswillen gebührt.

Die Wühlarbeit der KpO

durch die im Flaggenschmuck prangenden Haupt­straßen der Stadt, bei dem die italienischen A v a n g u a r d i st e n, wie überall in Deutsch­land, begeistert von der spalierbildenden Be­völkerung begrüßt wurden, erfolgte um 10.30 Llhr der Einmarsch in den Tanzsaal des Präsidenten- Palais. Der Oberpräsident begrüßte die Offiziere und den italienischen G e ne r al - konsul in Frankfurt a. M. Darauf brachte der Führer der Sungfaschisten, Gig li ein Drei» facheseja auf die Prinzessinnen Mafalda und Maria aus, worauf der italienische Gene­ralkonsul in Frankfurt a. M., Paquali, Herz- liche Worte der Begrüßung im Ramen der Sungfaschisten an den Oberpräsidenten richtete. Kommandant G i g l i brachte dann ein drei­facheseja auf den Oberpräsidenten aus.

den ift es wohl klar, wo in dieser Hinsicht mehr geschehen ist. Eine derartige Einmischung, wie sie sich seit langem der Straßburger Sender in innerdeutsche Verhältnisse leistet, ist jedenfalls durch deutsche Sender noch niemals in das deutsche Oesterreich hin begangen worden.

Berlin, 7. Aug. (WTD.) Nachdem das Ge­heime Staatspolizeiamt die beiden KPD.-Führer Cosca und Putz, sowie 15 kommunisti­sche Funktionäre, gegen die vom Verneh­mungsrichter wegen hochverräterischer und staats­feindlicher Umtriebe Haftbefehl erlassen worden ist, festgenommen hatte, sind im weiteren Verlauf der Ermittelungen folgende Feststellungen gemacht worden:

Es hat sich herausgestellt, daß der Reichsleiter der Roten Hilfe, die noch immer über ein aus­gedehntes internationales Agenten- und Spio- nageneh verfügt, in Deutschland konterrevolu­tionäre Umtriebe in die Wege zu leiten versucht.

Auch das Reichsbauernkomitee der KPD. ver­sucht, seine Wühlarbeit erneut auszunehmen. Ob­wohl durch das Geheime Staatspolizeiamt die früheren Bureaus der Roten Hilfe geschlossen worden sind, konnte in letzter Zeit ferner die Be­obachtung gemacht werden, daß sich die ausein­andergetriebenen Funktionäre der Roten Hilfe langsam wieder zusammenfanden. Bei der Ver­haftung von Cosca und Putz kam man drei Geheimbureaus auf die Spur, die sich im Osten und Westen Berlins befanden. Wie ein­wandfrei feststeht, haben dort wiederholt Zusam­menkünfte in nächtlichen Stunden stattgefunden.

von diesen Geheimbureaus ging ein groher Teil der Greuelnachrichten ins Ausland.

Als in Erfahrung gebracht worden war, daß sich Cosca mit seinen Helfershelfern in einem dieser Geheimbureaus wieder ein Rendezvous gab, dran-

OieFungfaschisten in Kassel

Empfang beim Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen.

geistert einftimmten.

Die Musik spielte die Faschistenhymne, ..Deutsch­land, Deutschland über alles" und das Horst-Wessel- Lied

Snzwischen hatten auf dem Friedrichsplatz vor dem Residenzpalais die SA., SS., Hitlerjugend, das Sungvolk und der Stahlhelm in einem gro­ßen Viereck Aufstellung genommen. Die Avan- guardisten marschierten aus dem Schloß heraus in das Viereck ein, worauf der

LandcSpropagandaleiter

MüIlerScheld, Frankfurt a. M.

ausführte: Als 'Vertreter des Ministeriums für Dolksaufklärung für Hessen-Äassau begrüße ich euch und heiße euch in meiner Heimat herzlich willkommen. Sch begrüße auch hier in Kas­sel die italienische Königstochter, die Prinzessin Maria.

gen die Beamten des Geheimen Staatspolizei­amtes. nachdem vorher alle Fluchtmög­lichkeiten abgeschnitten worden waren, überraschend in das Geheimbüro ein und nahmen die völlig überraschten kommunistischen Funktio­näre fest, die sich kampflos ergaben. Flle Festge­nommenen trugen falsche Pässe und Pa­piere bei sich.

Aus dem beschlagnahmten Material geht hervor, dah die nunmehr verhafteten sich in intensiver Arbeit mit staatsfeindlichen Plänen beschäftigten.

Auch der frühere kommunistische Abgeordnete Putz ist, wie aus dem beschlagnahmten Material hervorgeht, bemüht gewesen, das Reichsbau­ernkomitee wieder aufzubauen. Aus Doku­menten geht hervor, daß Putz bemüht war, unter der Landbevölkerung Einfluß zu gewinnen, um Llnzufriedenheit gegen die nationalsozialistische Regierung zu säen.

31 Kommunisten in Berlin verhaftet.

Berlin, 7. Aug. (WTD.) Das Berliner Geheime Staatspolizeiamt teilt mit: Rachdem Be­amte des Geheimen Staatspolizeiamtes am Sonn­tag 6.35 Ahr demonstrierende Kommu­nisten in der Langestraße bemerkt hatten, wurde auf Grund dieses Vorfalles in der Rächt vom Sonntag zum Montag durch 'die Polizeitruppe Wecke in der Lange- und Krautstraße eine ein­gehende Razzia durchgeführt. 31 Perso­nen, die mit der Aktion der KPD. in Zusammen­hang stehen, wurden fest genommen und in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert. Bei der Durchsuchung fand man eine

Mit diesem Wunsche grüße ich euch in dieser Stunde. Ich verbinde damit den Ausdruck meiner Bewunde­rung für euren großen König, der sich mit eurem großen Führer verbunden hat und Schulter an Schulter mit ihm für den Ausstieg seines Landes kämpft und für euren großen Führer Mus­solini, der Italien zu dem gemacht hat, was es heute ist, und der sich die Bewunderung seiner Freunde und die Achtung seiner Feinde errungen hat Der Oberpräsident brachte zum Schluß ein, drei­faches Sieg-Heil auf ben Italien isch en König und Mussolini aus, in das die Anwesenden be-

blatter über österreichischen Orten abgeworfen, die sich gegen die jetzige österreichische Regierung wandten. Ferner sind Rundfunkvorträge an das österreichische Volk gehalten worden.

wer feit Wochen den Straßburger Sender ver­folgt und feststellt, was er in diesen letzten Mo­naten alles nach Deutschland gegeben hat, für

Darauf nahm der

Dberpräfiöenf prinzphilipp von Hessen das Wort und führte erst in italienischer und dann in deutscher Sprache u. a. aus: Es ist mir eine ganz besondere Freude, daß ihr meiner Einladung Folge geleistet und entgegen dem ur­sprünglichen Reiseplan mich auf meinem Amtssitz Kassel auf eurer Reise durch Deutschland besucht habt. Fühle ich mich doch eurem schönen Lande aufs engste verbunden und zu Dankbarkeit ver­pflichtet.

3d) war Zeuge jenes gewaltigen Umschwunges der italienischen Geschichte, des Marsches auf Rom, habe mit heißem Herzen die ganze Ent­wicklung des Faschismus mitoerfolgt und von ihr entscheidende Eindrücke empfangen. Dann habe ich als einer unter Tausenden in der Ge­folgschaft unseres großen Führers Adolf Hit­ler als Rationalsozialist mit dafür gerungen, auch in Deutschland den Umschwung des Den­kens und Fühlens aller Volksgenossen herbei­zuführen, den Italien schon vor über zehn Jah­ren erlebte und der die Grundlage des völki­schen Aufstiegs ist.

Um so mehr freue ich mich, euch heute an der Spitze einer deutschen Provinz, im Namen Hessen-Nassaus, begrüßen zu können. Sind auch der Faschis­mus in Italien und der Nationalsozialis­mus in Deutschland verschiedene Bewegungen, so legen die Ziele beider Bewegungen doch nahe beieinander. So sind unsere Länder nicht nur durch gleiche politische Interessen miteinander ver­bunden, sondern vor allem durch die gleiche Grund­haltung der den Staat tragenden politischen Be­wegung.

Wir sind eurem großen Führer Mussolini besonders dankbar, daß er gerade euch, die Jugend, als Vertreter seiner Bewegung in das neue natio­nalsozialistische Deutschland gesandt hat. Denn es ist die Jugend unserer beiden Länder, auf der unsere Führer die Zukunft aufbauen wollen, und es ist die Heranwachsende Jugend, die die Bewegung be­festigen soll, die wir in den Jahren des Kämpfens und Opferns errungen haben

Ich hoffe, ihr habt in diesen Tagen Gelegenheit gehabt, mit der Jugend unseres Volkes und unserer Bewegung Kameradschaft und Freundschaft zu schließen.

Denn wenn die Jugend aller Völker über alle Konferenztische hinweg zueinander findet, ist die Freundschaft Italiens und Deutschlands für fernere Zeiten gesichert. Möge diese Freund­schaft dazu führen, dah beide Völker den Platz

Avanguardisten! Euer Führer M u s s o l m i hat das italienische Volk vor dem Zerfall be­wahrt, unser Führer Adolf Hitler hat das deutsche Volk vor dem Zusammenbruch und dem Bolschewismus bewahrt.

Durch diese beiden Führer suhlen sich das deutsche und das italienische Volk verbunden. Wir Rationalsozialisten wisseri, dah eine solche Umformung eines Volkes, wie sie Mussolini be­gonnen hat, nicht in wenigen Augenblicken voll­endet sein kann, und wir wissen, dah auch wir in Deutschland noch weitere Kämpfe zu bestehen haben, bis wir sagen können:Es ist vollbracht!"

Aus diesem Gefühl des gleichen Kampfes unserer beiden Völker fordere ich die SA., SS., Hit­lerjugend und Kameraden vom Stahlhelm auf, mit mir einzustimmen in den Ruf:Unseren Italien i- schen Freunden und ihrem großen Füh­rer ein dreifaches Sieg-Heil!"

(591 = Oberführer Dippel

brachte ein dreifachtes Sieg-Heil auf Mussolini aus, das die gleiche Begeisterung auslöste. Dann erfolgte ein Vorbeimarsch der SA., des Stahl­helms und der SS. vor dem Oberpräsiden­ten, dem Kommandanten G i g l i und den gela­denen Gästen, woran sich auch die italienischen Avanguardisten beteiligten.

Die Italiener begaben sich alsdann zum Aue-Park zum Einnehmen des Mittagessens, woran sich ein Besuch der Wilhelmshöhe, des Herkules und der Wasserkünste anschloß. Abends verbrachten die italie» nischen Jungfaschisten im Quartier gemeinsam mit der Hitler-Jugend einige Spiel- und Sing­stunden.

Dank an Kastel.

WSR. Kassel, 7. Aug. Der Führer der italienischen Sungfaschisten, Centurione G i g l i, hat der kurhessischen Hauptstadt für den ihnen bereiteten herzlichen Empfang folgenden Dank ausgesprochen:

Die Avanguardisten Mussolinis, die in das Hitler-Deutschland gekommen sind, danken der Be­völkerung von Kassel für den enthusiastischen Emp­fang, der ihnen bereitet wurde und grüßen auf römische Art die jungen Braunhemden. Sie hof­fen auf eine innige und treue Freund­schaft der beiden großen Rationen."

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Dlumschein.

Radio-SenJe- und Cmpfangvan- l a g e.

Es hat sich übrigens herausgestellt, dah die Kommunisten, nachdem die SA. infolge des Ge­neralappells in Tempelhof zusammengezogen war, die Gelegenheit benutzten, an verschiedenen Stel­len Berlins Demonstrationszüge, wenn auch ge­ringeren Llmfanges, zu bilden.

Weitere 60 Personen ins Konzentrationslager.

Berlin, 7. Aug. (WTB.) Wie das Geheime Staatspolize'iamt mitteilt, wurden im Verfolg der in der letzten Nacht vorgenommenen Durchsuchungs­aktion in den Wohnungen von früheren KPD.-An- gehörigen im Osten Berlins heute nachmittag wei - tereHäuserblocks durch Beamte des Geheimen Staatspolizeiamtes und einen SA.-Sturmbann durchsucht. Bei der Haussuchung wurde zahlreiches kommunistisches Propagandamaterial, sowie einige Hiebwaffen gefunden. In diesem Zusammenhang wurden gleichzeitig 60 Personen, darunter die, in deren Wohnung eine Radio-Sende- und emp- fangsanloge gefunden wurde, fe ft genommen und in das Konzentrationslager Oranienburg ein­geliefert.

Verhaftungen bei Magdeburg.

Magdeburg, 7. Aug. (WTB.) Im Zufam- menhang mit der vor einigen Tagen im Kreise Sten­dal von der politischen Polizei entdeckten Neuorgani­sation der KPD. wurden heute in Burg bei Magde­burg weitere 41 Kommunisten feftgenom« men. Im Verlause der Ermittlungen wurden außer­dem in Burg folgende W aff enund Spreng, körper beschlagnahmt: 1 Maschinenpistole, 4 98er Gewehre, 3 Armeepistolen, 14 Dynamitpatronen, 10 Sprengpatronen und 350 Schuß Munition.

Aus aller Welt.

Die französischen Ozeanfliegec brechen den Langstrecken-Weltrekord.

Bagdad,?. Aug. (TU.) Die französischen Flieger Eodos und Rossi sind in Rayak in Syrien, nördlich von Beiruth, um 16.25 Uhr nach einem Fluge von 54 Stunden 45 Minuten glatt getan»

Die französischen Flieger Rossi und Codas.

bet. Sie haben damit den W e l t f l u g r e k o r d für die lange Strecke um920Kilometergeschla- gen. Um 13.30 Uhr hatten die beiden Flieger Aleppo passiert und damit bereits den Weltrekord für Langstreckenslüge Überboten. Die Flieger haben nach den bisherigen Schätzungen von Neuyort bis Rayak eine Strecke von insgesamt 9300 Kilomerer zurückgelegt.

Frauen mit geschminktem Gesicht ist der Zutritt verboten.

Die Kreisleitung Breslau teilt in einer Dr- kanntmachung in der nationalsozialistischen schle­sischen Tageszeitung mit, dah Frauen mit ge­schminktem Gesicht der Zutritt zu allen Veranstaltungen der RSDAP. verboten ist. Die Amtswalter sind angewiesen, eine entspre­chende Kontrolle durchzuführen.

hundert Kinder in Bengalen ertrunken.

Ein mit Kindern dicht besetztes Fährboot ist, wie aus Äookhali (Bengalen) gemeldet wird, auf dem Meghna-Fluß gekentert. Hngefätjr 10) Kinder fanden dabei den Tod.