die Einführung des vom österreichischen Volk dringend gewünschten M i l i z s y st e m s ermöglichen würde. Oesterreich erblicke in dem Milizsystem die entscheidende Bedeutung für die allgemeine Sicherheit. Das Milizsystem entspreche weit mehr als eine Berufsarmee der Gesinnung und der besonderen Lage Oesterreichs.
Gras Albert Apponyi f.
Genf. 7.Febr. (2BI23.) Graf Apponyi. der Führer der ungarischen Delegation auf der Abrüstungskonferenz. ist heute nachmittag nach kurzer Krankheit im 87. Lebensjahr g e st o r b e n.
Mit dem Grafen Albert Apponyi ist der „Grand old Man“ Ungarns und zugleich seine markanteste Figur der neueren Geschichte dahingegangen.
Am 29. Mai 1846 in Wien geboren, gehörte Graf Albert Apponyi dem ungarischen Parlament seit 1872, als Kammerpräsident von 1901 bis 1904
an. Von 1906 bis 1910 wirkte er als Unter- richts Minister, von manchen Seiten angefeindet, aber schon damals als eine überragende Figur in der ungarischen Regierung. 1917 nach Tiszas Rücktritt war er wiederum für kurze Zeit Kultusminister. Wahrend des Kriegsjahres wirkte er in der Roten-Kreuz-Mission besonders in der Kricgsgefangenenfürsorge. Nach Beendigung des Krieges wurde Apponyi Vorsitzender der ungarischen Friedensabordnung. Er bezeichnete die Friedensbedingungen der Entente als unannehmbar und trat, als er die Erfolglosigkeit seines Widerspruchs erkannte, noch vor Unterzeichnung des Trianoner Vertrages von seinem Amt zurück. 1924 wurde er Ungarns erster Vertreter beim Völkerbund. Hier widmete er seine Kraft dem Kampf um die Revision und um die Abwendung der schlimmsten Vertragsfolgen. Seine Redekämpfe mit T i - tulescu in der Optantenfrage zogen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf diese hohe imponierende Greisengestalt, die mit schier unheimlicher Vollkommenheit in mehreren Sprachen im Natssaul die Sache Ungarns zum Siege zu führen wußte. Ehrungen aller Art hatten sich auf sein greises Haupt gehäuft, und in den Straßen von Budapest ebenso wie säst allen europäischen Hauptstädten kannte fast jedermann diesen schlanken, fast hageren großen Mann mit der Hakennase und dem weißen Bart. Sein 75. und sein 80. Geburtstag waren nationale Festtage, und unmittelbar an diesen zweiten anschließend begab sich Graf Apponyi aus eine Orientreise, von der er in meisterhaftem Stil Zeugnisse von seiner scharfen Beobachtungsgabe und seinem schriftstellerischen Talent ablegte. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes i n den Sielen gestorben. Nicht zu Hause, sondern aus dem Kampfplatz seiner letzten Lebensjahre, in Genf, hat ihn ein sanfter Tod hinweggerafft. Sein Tod entbehrt trotz der Fülle des Erlebten und Geleisteten, trotz der Fülle der Jahre eines tragischen Zuges nicht, weil Graf Apponyi das Ziel feines zähen Ringens die Erleichterung des ungarischen Schicksals,'die Revision von Trianon nicht erleben durste.
Trauerkundgebung der Abrüstungskonferenz,
Genf, 7. Febr. (£il ) 2lm Dienstagnachmittag fand im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz zu Ehren des verstorbenen ungarischen Staatsmannes Graf Apponyi eine feierliche Trauerkundgebung statt. Der Präsident Henderson machte dem Hauptausschuh die Mitteilung. daß „sein alter treuer Freund, Graf Apponyi" soeben verschieden sei. Die Konferenz hörte darauf stehend eine Erklärung des Vertreters der ungarischen Regierung, General T a n c z o s, an. Der Tod des Grafen Apponyi bedeute nicht nur einen schweren Schlag für die gesamte ungarische Ration, sondern gleichzeitig einen herben Verlust für den Völkerbund. Graf Apponyi sei stets ein treuer Anhänger des Völkerbundes gewesen. Graf Apponyi sei als ein wahrer Patriot und Kämpfer für die Ehrs und den Ruhm Ungarns auf dem politischen Schlachtfeldc geblieben. Henderson ersuchte den Vertreter Ungarns?;, der ungarischen Regierung und der Familie des Verstorbenen die Gefühle tiefsten Veilcids für den schweren Verlust zu übermitteln. Die Sitzung wurde sodann zum Zeichen der Trauer unterbrochen.
Die Leiche des Grafen Apponyi soll vorläufig in der Genfer Rotre Dame-Kirche beigeseht und sodann nach einigen Tagen nach Ungarn überführt werden.
Das Urteil gegen Mitglieder des Deutschtumsbundes vom Posener Appellaiionsgericht bestätigt.
Posen, 7. Febr. (TA.) Am Dienstagvormittag begann vor dem Strafsenat des hiesigen Appellationsgerichts die neuerliche Berufungs- Verhandlung gegen Mitglieder des aufgelösten Deutschtumsbundes. Dasselbe Gericht hatte am 30. 3uni 1931 den Abgeordneten Graebe, Studienrat H e i d e l ch und weitere neun Angeklagte wegen „Anmaßung von Amtsbefugnissen" und „Verhinderung von Gesehen mit ungesetzlichen Mitteln" z u Gefängnis bis zu sechs Monaten verurteilt. Von der Anklage der Spionage, des Hochverrats und der Vorbereitung zum Hochverrat, weswegen die erste Instanz des Vrombergcr Landgerichts teilweise Zuchthausstrafen verhängt hatte, wurden die Angeklagten in Posen seinerzeit freigesprochcn. Die von der Verteidigung gegen das genannte Urteil beim obersten Warschauer Gericht beantragte Kassation hatte Erfolg und die Sache wurde an den neu zusammenzufetzenden Strafsenat des Posener Appellationsgerichts zurückverwiesen.
Die neue Verhandlung begann mit der Verlesung des Urteils des höchsten Gerichts. Abg. G r a e b e , der allein von den Angeklagten erschienen war, erklärte, daß sämtliche Handlungen des Deutschtumsbundes streng legal gewesen seien. Von der Verteidigung wurde ein Antrag aus Wiederaufnahme desDeweisver- f ährens gestellt, da inzwischen das neue polnische Strafgesetzbuch in Kraft getreten fei, das für die angeblich von den Angeklagten begangenen Vergehen erheblich mildere Strafen vorsieht. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen diesen Antrag Widerspruch.
Das Gericht fällte schließlich folgendes Urteil: Der Antrag der Verteidigung wird a b g e l e h n t und das Urteil des Appellationsgerichts Posen vom 30. Juni 1931 in vollem Umfange bestätigt.
Gegen dieses Urteil wird voraussichtlich noch - malsKassation seitens der Verteidigung angemeldet werden.
penona.DeranOerunflen in der Reichswehr
Berlin, 7. Febr. (TU.) Das Reichswehrministerium teilt folgende Personalveränderungen in der Reichswehr mit: Befördert mit Wirkung vom 1. Februar 1933 zum Generalleutnant der Generalmajor von Bon in, Inspekteur der Nachrichtentrupps; zum Generalmajor der Oberst Professor Dr. ph’l.
Leber Walter Gramatte.
Zur bevorstehenden Aufstellung im Oberhessischen Kunstverein.
Von der Leitung des Oberhessischen Kunstvereins werden uns folgende Zeilen zur Verfügung gestellt.
Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet in der Zeit vom 12. Februar bis zum 5. März eine Ausstellung der Arbeiten des jung verstorbenen Malers Walter Gramatte, der am 9. Februar 1929 nach schwerem Leiden im Alter von 32 Jahren starb. Er wurde 1897 in Berlin von Eltern, die aus Schlesien und Ostpreußen stammen, geboren. Der Rame ist, so lange die Familiengeschichte zurückverfolgt werden kann, in Deutschland nachzuweisen, aber hugenottischer Abstammung. 1914 geht der kaum Siebzehnjährige als freiwilliger Soldat ins Feld. Als der Reun- zehnjährige schwer verletzt wieder in die Heimat kommt, sind seine Arbeiten der erschütternde Aufschrei einer in ihren tiefsten und empfindlichsten Stellen getroffenen Seele. Seine eigene Kunst fängt erst an, als er sich in sich selbst zurück- zieht, und aus einer reinen und tiefen Seele erschütternde menschliche Bekenntnisse ablegt. Dieser Wendepunkt kommt mit seiner Frau, der Komponistin Sonja Gramatte. — Die Verhältnisse in Deutschland, vor allem die Wohnungsnot, zwangen das Ehepaar Gramatte, auszuwandern. 1924 gehen sie nach Spanien in der Hoffnung, daß er im Süden auch für ein immer stärker fühlbar werdendes Leiden Linderung finden würde. Dort hat er auch die letzte Reife in seinen Arbeiten gesunden. Rach Deutschland zurückgekehrt, war es ihm nur noch zwei Jahre vergönnt, zu schaffen. Es entstanden die letzten ganz reifen Radierungen von sich und seiner grau. 3n feinem letzten ' Lebensjahre entstand nur noch das Bildnis seiner Frau nach ihrem Kosenamen „Mein Hullele- Bild" genannt, das reifste und zugleich ausdrucksstärkste seiner Werke. Am 9. Februar 1929 ist er dann im Hamburg gestorben. —
Wir geben hier eine von Dr. Ferdinand Eckhardt, Berlin, dem Biographen Gramattes, der auch am 12. Februar hier den Einführungsvortrag halten wird, zusammengestellte kurze Auswahl von Briefstellen wieder.
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„Wenn ich nur erst wieder malen könnte I Ich bin so angefüllt, daß ich bald sprechen muß, ich kann es kaum noch so herumtragen, und dann
habe ich so Angst, daß die Eindrücke sick) verwischen könnten und dabei müssen sie in Ekstase gemalt werden, direkt plötzlich. Sonst wird es nichts. Wenn ich nur alles rein ertrage. —
Es war nicht möglich zu schreiben. Ich liege nun seit Wochen von morgens bis abends auf der Straße und suche nach hohen Dächern und wenn ich eins finde, dann nach dem Hauswirt, und wenn ich den finde, dann nach dem, der mir eine Wohnung baut. Und das tut niemand. Langsam fange ich an, verrückt zu werden! Hermsdorf ist so maßlos kalt, daß es eine Unmöglichkeit ist, dort zu arbeiten. So wohne ich jetzt bei Bekannten auf Sofas herum. . . Unfet Häuschen (Barcelona) ist herrlich. Hoch über der Stadt das Meer, die Dreitausend-Meter-Berge, alles das Tag um Rächt, aus jedem Fenster und man sagt mir, daß wir bei klarem Wetter die Bergspihen der Balearen sehen werden. Ich werde in einer Veranda malen oder im Garten, der ringsherum geschlossen ist. Sonja spielt unten im großen Salon. Der Garten ist so ganz klein, hat aber so viel Blüten, wie in Deutschland in einem Riesenpark vorhanden sind. And in einem Tempo geht das! Vor vier Tagen sind die Kastanienbäumchen auf gebrochen, heute sind die jungen Triebe fünfzehn Zentimeter lang, die Blätter sind entfaltet, in der Mitte ganz frei schoil die Blütenknospen, es ist so schwer zu denken, daß mit Mühe und Rot im Hamburger Botanischen Garten die ersten Schneeglöckchen blühen, während hier die Rosen herumschaukeln.. .
Mein Hüll! Mein Engelchen, gräme dich nicht um Dinge, die höchst beklagenswert sind. Du selbst hast ja längst den Gedanken nach lautem Ruhm aufgegeben. Du denkst noch zuweilen daran, w eil du Ruhm als paradiesisch erachtest, nie aber warst du so klein, wie fast alle anderen Musiker. Ruhm zu erstreben aus Eitelkeit. Ach, wie sie sich alle großartig finden, sich aufblafen und lieber Mist fressen würden, ehe ihren für ihr kümmerliches Geistesleben so wertvollen Ruhm hergeben. Mit all diesen hast du nichts gemein. Richts. Ganz hoch unerreicht, aber fest für alle schwebst du engelgleich. Wir werden leben, wir beide, und bald besser leben, ich fühle es, weiß es, selbst ohne daß ich Metteur en scene sein muß. Wir werden arbeiten und das Gluck, was Menschen überhaupt genießen können, es wird bei uns fein. Königliche Kinder sind wir, und durch eigene Erkenntnis. And wenn die schön gepflegten Knochen all der großen, klugen reichen Meister, die heute auf uns niederlächeln, einst unter der Last ihrer prunkvollen Mausoleen zerpulvern, dann werden über unsere bescheidenen Gräblein unsere Werke
Oie Explosions-Katastrophe in der pariser Autofabrik Renault.
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Blick in die völlig zerstörte Elektrizitäts-Zentrale.
h. c. Dr.-Ing. Becker, Leiter des Prüfwesens beim Heereswaffenamt; zu Obersten: die Oberstleutnants Hoepner, Chef des Stabes der 1. Division; Weyer, Abteilungsleiter im Reichswehrministerium; zum Oberstleutnant der Major Detme- ring, Infanterie-Regiment 16.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident hat dem aus seinem Amte scheidenden Staatssekretär Z w e i g e r t in einem herzlichen Handschreiben seinen besonder c n D a n k für die während der zehnjährigen Tätigkeit als Staatssekretär im Reichsministerium des Innern in schwieriger Zeit geleistete Arbeit ausgesprochen und ihm gleichzeitig sein Bild mit eigenhändiger Anterschrift übermittelt.
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Der König von Dänemark, der sich auf der Durchreise nach dem Süden in Berlin auf» hielt, stattete dem Herrn Reichspräsiden- t c n einen privaten Besuch ab. Der König und die Königin nahmen anschließend beim Reichs- auhenminister und Frau von Reurath das Frühstück ein.
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Der neugewählte Lippische Landtag wählte zum Landtagspräsidenten mit den Stimmen der Rationalsozialisten und der Bürgerlichen den Abgeordneten Helms, zum Vizepräsidenten den bisherigen sozialdemokratischen Fraktionsführer Linne. Als Mitglieder der Landesregierung wurden die beiden nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Krappe, Adolf Wedderwille und Landwirt K 1 ö p p e r (parteilos) gewählt.
Landtagsabgeordneter Köhler (RSDAP.) hat beim badischen Staatsministerium schriftlich die Auflösung des badischen Landtags auf Grund der Dietramszeller Rotverordnung beantragt. Die Reuwahlen sollen gleichzeitig mit der Reichstagswahl am 5. März statt- finden.
In M ü n st e r wurde der Hamburger National- ötonom Professor Heimann, der auf Einladung
schweben, unser Geist, und man wird jammern und auf die zerflossene Generation schimpfen, die uns so fremd behandelt hat und sich dicke tun, uns entdeckt zu haben, und so fein, wie es immer ist und immer war. Rur erraten werden sie nicht, daß wir auch zu Lebzeiten schon wußten, was wir taten und daß wir glücklich waren, und niemanden brauchten.
Mein Hüll, mein Aepfelchen, wie sehr liebe ich dich und achte ich dich und erkenne ich dich, wie sehr reich bin ich durch dich, welch ein herrliches Schicksal ist mir gesandt worden, Hüll." —
Goethe-Bund.
IV. Dichterabend: Fetix Timmermans.
Der flämische Dichter Timmermans, dessen jüngstes Buch über den heiligen Franziskus von Assisi wir vor Weihnachten an dieser stelle besprochen haben, ist in Gießen auch persönlich kein Unbekannter mehr; viele der gestrigen Zuhörer werden sich noch mit Freuden an seinen ersten Besuch bei uns und seine erste Vorlesung im Goethe-Bund erinnert haben. Wohl jeder aus der großen und andächtigen Gemeinde kennt wenigstens eines seiner schönen Bücher; und es war sicher ein glücklicher Gedanke des Dichters, seinen Lesern und Freunden, ivie es im ersten Teil dieses Abends geschah, von sich selber zu erzählen, aus seiner Kindheit und seiner Erinnerung, vorn Ursprung und von, Reifen seines Werkes und von den lebendigen Gestalten, die durch seine Bücher gehen und uns seit langem vertraut sind. In schlichter und von stiller Heiterkeit durchwirkter Erzählung (der das gebrochene Deutsch der Rede nichts von ihrer ursprünglichen Anschaulichkeit nahm) berichtete Timmermans von seinen frühen dichterischen Versuchen; von einem siebenaktigen Trauerspiel, das nach herber Kritik grausam amputiert wurde; vom Laientheater auf dem Lande, von seiner im bloßen Nachthemd gespielten ersten Rolle; von der erdichteten Landschaft des „Pallieter", die aus einem armseligen Blumen- stöckchen erblühte, und von den lebendigen Vorbildern zu den Gestalten des herrlichen Buches, dem Helden, dem Pfarrer und dem Dichter Franzoo. Wir hörten auch von der Entstehung der zarten und feinen Erzählung „Die Delphine", und wie die Intuition dieser Geschichte aus der guten alten Zeit auf ein Biedermeierbild und auf ein bei Nacht von der stillen Straße zum Dichter hereindringendes Lied zurückging, dessen sanfte Melodie aus der schwermütigen Weite der russischen Steppe
der sozialistischen Arbeitsgemeinschaft des staats- wissenschaftlichenInstituts der Universität einen Vortrag über sozialistische Planwirtschaft halten wollte, gleich zu Beginn am Reden gehindert. Die Vorlesung wurde daraufhin abgebrochen. Während die Teilnehmer das Universitätsgebäude verließen, kam es vor dem Gebäude zu einer Schlägerei, bei dem mehrere Personen verletzt wurden.
Aus aller Well.
Wagner-Gedenkfeier im Leipziger Gewandhaus.
Am kommenden Sonntag um 11.30 Uhr findet im Leipziger Gewandhaus eine Wagner-Gedenkfeier statt, an der Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsfingnzminifter Graf Schwerin-Krosigk, Reichsinnenminister Frick und Reichsminister Göring teilnehmen werden. Die genannten Mitglieder der Regierung begeben sich bann nach Weimar, wo um 18 Uhr im dortigen Nationaltheater anläßlich des Wagner-Jahres die Festaufführung „Tristan und Isolde" gegeben wird.
Wiederaufnahmeverfahren im wordprozeß Dr. Richter obgelehnt.
Das Oberlandesgericht Bonn hat den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens imMord- Prozeß D r. Richter, der bekanntlich die Krankenschwester Mertens aus Bonn vergiftet hatte, 'deswegen zum Tode verurteilt und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden ist, a b gelehnt. Das Oberlandesgericht hält auch die Beschwerde eines Mainzer Rechtsanwalts gegen die Ablehnung der beantragten Wiederaufnahme des Verfahrens durch die Bonner Strafkammer für unbegründet. — Damit dürfte der Fall Dr. Richter endgültig erledigt fein.
Bluttat in Preußisch-Skargacd.
Im Verlaufe eines Streites zwischen vier Arbeitern in Preußisch-Stargard (Korridor-Gebiet) wurde der 29jährige Erich Hartung durch Axthiebe getötet und ein gewisser P e l p 1 i n s k i durch einen Schlag mit einer Eiscnstangc schwer verletzt. Die beiden Täter, zwei Brüder namens Äanta, sind bereits verhaftet worden.
herzukommen schien. Mit dein Bild und dem Lied tauchten auch die Gestatten und Motive der „Delphine" auf und begannen Beziehung zueinander zu gewinnen: Anna Marie und die Erbschaft in Lier, der Notar Piruhn und der wettlustige Onkel mit der Magenerweiterung. Die Reihe der Bücher vom „Licht in der Laterne" bis zum „Franziskus" beschwor in (Erinnerung und Phantasie des Dichters eine Fülle lebendiger Gestalten herauf, die alle ein wenig Anteil und mitgeschaffen haben an seinem Werk: der Vater, der seine Kinder in Schlaf singt, die fröhlichen Begräbnismusikanten und die beiden Kerle, die zu zweit für drei Cents ein Fäßchen Schnaps aussaufen. Lauter schöne kleine Geschichten: von der Reise mit dem Frachtwagen nach Antwerpen; von der beglückenden ersten Begegnung mit dem Werk der großen Landsleute Rubens und Brueghel; vom unverhofften 'Almosen in der Kirche, das der Herr den Seinen im Schlafe gibt; von? Großvater und vom Apfelsinenbäumchen; von der Sehnsucht nach Italien, von den „Blümlein" des heiligen Franziskus und von Mariechen, der Frau des Dichters. — Den Abschluß bildete nach der Pause die Vorlesung von drei Erzählungen. Zuerst gab es das Mittelstück aus dem „Triptychon von den heiligen drei Königen", die mit ihrem Stern durch das winterlich verschneite Flandern ziehen und das Christkind finden: eine kleine, heitere, weihnachtliche Legende. Dann die groteske Geschichte vorn Bäcker Ambiorix in Lier, der ein haariger und muskelstarker, gewalttätiger und ruhmsüchtiger Mensch ist und seine arme und schlampige Ehefrau (Emma schrecklich tyrannisiert. Und zuletzt die an unsere Legende vom Distelfinken erinnernde, paradiesische Geschichte vom Schweinchen, dem der liebe Gott mit einer an den Sternen erhitzten Brennschere das Schwänzchen lockt als einzigen Zierat seines sonst nackten und rosigen Leibes. — Die Zuhörer dankten mit herzlichem Beifall und gingen heim in der Getvißheit, bei einem wirklichen Dichter zu Gast gewesen zu sein.
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Hochschulnackrichten.
Aus einen Lehrstuhl der Rationalökonomie in Berlin wurde Professor Dr. Constantin von Diehe in Jena berufen; er wird dem Auf Folge leisten.
Professor Dr. Hans Eppinger von der Ani- versität Köln erhielt einen Ruf auf einen Lehrstuhl für innere Medizin an der Aniversität Wien.


