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7.8.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 182 Srüvausgabe

185. Jahrgang

Montag, 7.AugusN933

(k r> chrlni «ägttch, autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, monats«Be$ngsprel$:

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m Gießen.

Neber 2 Millionen Arbeitslose wieder in Arbeit.

Die Entwickelung der Beschäftigtenzahl im ersten Halbjahr 1933.

Barlin. 5. Qhig. (XU.) Der jetzt in der Krankenkasfen-Statistik veröffentlichte Stand der Deschäftigungsziffer mit dem Stichtag des 30. Juni bestätigt voll die vor einiger Zeit gemachte Voraussage, das) bis Ende Juli seit der Regierungsübernahme durch Adolf H i t - l e r rund zwei Millionen Volksgenos- senwieder in den Arbeitsprozeß ei n- gereiht worden find. Die Beschäftigten-Ziffer beläuft sich für Ende 3uni auf 13 378 030, gegen­über 11 487 000 Ende Januar dieses Jahres. Zu der sich hieraus ergebenden Zahl der Mehr­beschäftigten von 1,9 Millionen ist der statistisch noch nicht erfaßte Veschäftigten-Zugang des Mo­nats Juli hinzuzurechnen, so das) die Zahl von 2 Millionen zweifellos Ende Juli bereits über­schritten war.

Interessant ist der Vergleich mit der Entwick­lung während des gleichen Zeitraumes des Jahres 1932. Damals betrug der Zugang an Veschästig- ten während der Monate Februar bis Juni 694 030 Köpfe, und zwar von 12 085 000 Ende Januar auf 12 779 030 Ende Juni 1932. In Jahre ist es also gelungen, die Differenz aufzu­holen, die am 30. Januar dieses Jahres gegen­über dem gleichen Zeitpunkt des vorigen Jahres bestand und dazu über den Stand vom 30. Juni 1932 hinaus noch rund 600 000 Erwerbslosen wieder Beschäftigung und Erwerb zu geben. Wie groß die Zahl der Wiederbeschäftigten, so­genannten unsichtbaren Erwerbslosen ist, ergibt sich daraus, das) der Rückgang der Arbeitslosen bei den Arbeitsämtern vom Februar bis zum 20. Juni d. I. 1 190 000 betrug, während, wie oben mitgeteilt, die Zahl der Beschäftigten in ber gleichen Zeit um 1,9 Millionen gestiegen ist. Nur ehrenvolle Männer in Oen nationalen Wehrverbänden.

Berlin, 5. Juli. (TU.) Wie der Parlaments» dienst der Telegraphen-Union erfährt, hat der preußische Fustizminister folgende Anord­nung an die Justizbehörden ergehen lassen:Werden Angehörige der SA. (e i n s ch 1. des Stahl­helm) und der SS. zu Freiheitsstrafen von mindestens 3 Monaten verurteilt, so ist das rechtskräftige Urteil mit Gründen dem zu­ständigen Standartenführer der SA. und der SS. (dem Regimentsführer beim Stahlhelm) mitzuteilen. Um Verzögerungen in der Ucberfenöung tunlichst zu vermeiden, ist schon während des Strafverfah­rens festzustellen und aktenkundig zu machen, wel­cher Standarte der SA. (Regiment beim Stahlhelm) oder Schutzstafsel der SS. der Befchuldigte an­gehört."

Der Minister weist zur Begründung dieser An­ordnung darauf hin, daß die Aufrechterhaltung der Manneszucht in der SA. und SS. und deren An­sehen zwingend erheischen, daß ihnen nur Per­sönlichkeiten von lauterem Charak­ter und untadeliger Lebensführung ongehören. Wer entehrende Strafen erleidet, sei r i 41 würdig, Mitglieder dieser Formationen zu sein. Der Minister hat diese Anordnung getroffen, um den Führern der Kampfsormationen em weite­res wirksames Mittel zu geben, Unwürdige rechtzeitig zu erkennen und auszuschließen.

Französischer Racheakt gegen Eaarturner.

Neunkirchen (Saar), 5. Aug. (CNB.) Saar­ländische Blätter berichten über eine rigorose Maß­nahme der französischen Verwaltung der Saar gruben : Wegen Teilnahme am Deut­schen Turnfest in Stuttgart sind auf den fron» ^fischen Saargruben sämtliche Teilnehmer entlassen worden. Unter den Entlassenen sind Angestellte, die 30 Jahre einem Turnverein ange­hören und auf der Grube stets in vorbildlicher Weise ihre Pflicht getan hatten.

Ocr preußische Kultusminister an Landesbischof Müller.

Berlin, 5. Aug. (WTB.) Der preußische Kultusminister hat an den Landesbischof Müller folgendes Telegramm gerichtet:Zu ihrer Wahl zum Landesbischof der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche aus. Möge die Entwicklung der kirchlichen Neugestaltung, wie sie h dem Wahlausgang des 23. Juli 1933 und in Ihrer Wahl zum Landesbischof Ausdruck gefunden hat, Um Heil der Deutschen Evangelischen Kirche zu zücklicher Vollendung geführt werden."

Oie Untersuchung der Rundfunk-Korruption.

B e r l i n , 5. Aug. (WTB.) In der Rundfunk- Korruptionsangelegenheit ist von der Kriminalpolizei ein Verfahren eingeleitet wor- ä«n, welches sich gegen Alfred Braun, den In- renbanten F l e s ch , Dr. Magnus sowie gegen den Ministerialrat Giesecke richtet. Ihnen wurden die Passeabgenommen. Außerdem wurden Haus- luchungen durchgeführt, bei denen erhebliche Mengen rlufzeichnungen aller Art beschlagnahmt worden sind.

Der Führer spricht vor den Reichs- und Gauleitern der ASDAp.

Das Streben nach dem Herzen des Volkes. Mit Zuversicht und Vertrauen weiter.

Berchtesgaden, 5. Aug. (TU.) Die Reichs- Pressestelle der NSDAP, teilt mit:

Die Führertagung der NSDAP, nahm am Samstag auf dem öbersalzberg bei Berchtes- gaben ihren Fortgang. Im Mittelpunkt stand die große Rede, die

der Führer

vor den versammelten Reichsleitern und Gauleitern hielt. In seinen groß angelegten dreistündigen Aus­führungen, die sich mit der innerpolitischen, wirt­schaftspolitischen und außenpolitischen Lage befaß­ten, erinnerte der Führer einleitend daran, daß er hier an einer für d i e NSDAP, histori- s ch e n Stätte spreche. Hier in diesem Hause seien einst die Pläne entworfen worden zur ersten Er­hebung der Partei im November 1923, die zwar noch nicht zum Erfolg geführt habe, aber dennoch für die Entwicklung der Bewegung von großer Bedeutung gewesen sei. Wenn man damals nicht wenige Tage vor dem Losschlagen der Anderen gehandelt hätte, wäre das Gesetz des Handelns auf die andere Seite übergegangen, was voraussichtlich das Ende des Reiches bedeutet haben würde. Hier sei ferner der Zufluchtsort gewesen für viele Flüchtlinge der Bewegung, insbesondere auch für unseren unvergeß- lichen Dietrich Eckart. Hier habe man auch später die Pläne zur Reorganisation der Partei gemacht. Man sehe hier oben in den Bergen viel klarer als unten unter den Menschen, und auch in der Zeit, die er jetzt hier oben verbringe, würden wieder große Entschlüsse reifen.

Zur innerpolitischen Lage führte Adolf Hitler u. a. aus: Die letzten 6 Monate, Vie uns in den Besitz der gesamten Staats­gewalt gebracht hätten, feien Vie Rechtfertigung für fein Handeln im letzten Jahr gewesen, zu­gleich aber auch die Rechtfertigung für das Der- trauen, das die Führung in die Partei sehe. Hieraus ergeben sich auch die Konsequenzen für die Gestaltung der Zukunft.

Der Führer lieh keinen Zweifel darüber, dah die Partei die Macht auch mit allen Mitteln zu verteidigen entschlofsen fei. Ordnung im eigenen Hause fei das letzthin Entscheidende auch für unsere Stellung in der Well, wesent­lich sei, daß die Herrschaft im Staate von einer den Zufälligkeiten entzogenen stabilen Institu­tion garantiert werde. Unabhängig von Per­sonen müsse daher die Macht der Bewegung für alle Zukunft gefestigt werden. Darum sei eine Organisation notwendig, die so geartet fei, daß sich aus ihr heraus die Führung immer wieder von selbst erneuere und ergänze. Die Partei werde sich ihre Führungshierarchie aufbauen in einem Senat der ältesten, bewähr­testen und treuesten Parteigenossen. Sie müsse in ganz großen Zeiträumen denken, denn sie fei dazu berufen, das Leben des Volkes zu garantieren. Mitgliedschaft bei der Partei dürfe nicht Genuß, sondern könne nur Opfer bedeuten. Diese heroische Idee der Bewegung müsse das ganze Volk beherrschen.

Es müsse Wert darauf gelegt werden, allmäh­lich eine Tradition der Bewegung zu schaffen. Schon aus diesem Grunde werde die Leitung der Bewegung für immer in München bleiben, ebenso wie die Parteitage auch für die Zukunft, und zwar alle zwei Jahre, in Nürnberg abge­halten werden sollen. Aus der inneren Ehrfurcht vor dieser Tradition und dem Geleisteten würden der Bewegung für die Zukunft unerhörte Kräfte erwachsen.

3n seinen Ausführungen über die wirt­schaftlichen Probleme ging der Führer insbesondere auf den Generalangriff ge­gen d i e Arbeitslosigkeit ein, dessen Durchführung die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre fei. Dieser Generalangriff vollziehe sich in drei großen Wellen. Die erste Welle in den bisherigen 6 Monaten habe 2 Millionen Arbeitslose von der Straße geschafft, die zweite Welle, die ab September beginne und für die die materiellen und finanziellen Unterlagen sicherge- stellt seien, habe das Ziel, die im Somm e r er­reichten Erfolge zahlenmäßig im Winter mindestens zu halten. Die dritte Welle des Angriffs werde im nächsten Frühjahr beginnen und die Arbeitslosigkeit wei­ter in entscheidender Weise zurückdrängen.

Er fei fest überzeugt, daß ein endgültiger (Er­folg gegen die Geißel der Arbeitslosigkeit innerhalb der nächsten Jahre zu verzeichnen fein werde. Aus der Lösung des Arbeits­losenproblems, mit dem unsere weltanschau­lichen Gegner nicht fertig geworden seien, würde die NSDAP, einen ungeheuren Ge­winn an Autorität ziehen. Eine Autorität, wie sie noch kein Regiment vor uns besessen habe. Denn wir das Problem der Arbeitslosigkeit endgültig gelöst haben würden, dann kämen wir damit zugleich auch zu einer national­sozialistischen Auffassung der Arbeit selbst, zu jenem nationalsozialistischen Grundsatz, daß der Staat nicht dazu da sei, Renten auszu­teilen. sondern Arbeitsmöglichkeiten.

Wenn man bedenke, in welchem Zustande sich die Nation befinben könne, wenn sie die ungeheuren

brachliegenden Arbeitskräfte (jährlich 9 Milliarden Arbeitsstunden) praktisch für unser Volk verwertet hätte, dann könne man erst ermessen, was die­jenigen verschuldet hätten, die vor uns regierten. Die NSDAP, werde diese entscheidende Frage an­fassen und lösen, weil sie eine ethische Derpflich- tung sei.

Der Führer ging dann des Näheren auf das in Angriff genommene gewaltige Straßenbau- Projekt ein, das noch nach Jahrhunderten Zeug­nis ablegen werde für die Kühnheit und die Leistun­gen der nationalsozialistischen Bewegung. Er sei überzeugt, daß die Nachwelt unsere Zeil einmal als eine der geiftig umwälzend st en bezeich­nen werde.

Zum Schluß sprach der Führer seinen Mitkämp­fern seinen Dank aus für die geleistete Arbeit. Wenn die alte Garde ihren Bund mit ihm für alle Zukunft so aufrechterhalte, wie in der Zeit des bisherigen Kampfes, bann werbe auch ber Erfolg in der Zu­kunft so fein, wie er bisher gewesen fei.

Daß wir die Macht besähen, fei wunderbar, doch noch wunderbarer aber fei er, daß wir auch das her; des Volkes besäßen. 3n die kommende Zeit hinein gehe er mit einem unerhörten Gefühl der Zuversicht und des vertrauens.

Der Schluß der heutigen Tagung vereinte die Teilnehmer zu einem Beisammensein im Hause des Führers auf dem Öbersalzberg.

Der Abschluß der Tagung.

Berchtesgaden, 6. Aug. (TU.) Die Reichs­pressestelle der NSDAP, teilt mit:

Die Führertagung der NSDAP, fand am Sonn­tag ihren Abschluß in Berchtesgaden. Um 10 Uhr vormittags fand am Königsee unter Leitung dcs Stabsleiters ber PO, Dr. Ley, eine Sitzung ber Gauleiter statt, auf ber Fragen organifn« torischer Art besprochen würben. Anschließenb tagten bie Abteilungsleiter, bie sich mit Problemen ihrer Sonbergebicte befaßten. Uever ben Reichspar­teitag würbe mitgeteilt, baß auf ihm auch Sonber- tagungen ber einzelnen Abteilungen ber PO. statt- finben werben. Am Nachmittag erschien ber Füh - r e r am Königsee. Bereits seit ben Morgenstunden wartete eine freubig gestimmte Menge auf ben Füh- rer, ben sie mit nicht enbenroollenbem Jubel be­grüßte. Bei prächtigstem Wetter führte eine Boots­fahrt bie Tagungsteilnehmer mit bem Führer über ben See, woran sich ein Spaziergang zum Oberfee anschloß. Für bie aus allen Gauen Deutschlands zu- (ammengetommenen Teilnehmer bildeten diese Stunden inmitten der gewaltigen Gebirgswelt einen unvergeßlichen Abschluß der glänzend verlaufenen Führertagung.

StabschesRöhmüberdie Ausgaben derSA.

Lieber 80000 SA.-Männer zum Generalappell in Berlin aufmarschiert.

Berlin, 6. Aug. (TTl.) Die Reichshauptstadt stand am Sonntag im Zeichen des gewaltigen Aufmarsches der Gruppe Berlin-Bran­denburg der SA. zum Generalappell auf dem Tempelhoferfeld. Zum ersten Male mar­schierte diese Gruppe in einer solchen Stärke vor dem obersten Stabschef, Hauptmann a. D. Röhm, auf. Von 18 Plätzen in den verschie­densten Stadtteilen setzten sich teils schon gegen 6 Tlhr früh die Kolonnen der Braunhemden zum Aufmarschgebiet in Bewegung. Auch das Publi­kum lockte der riesige Aufmarsch schon früh auf die Straßen ober zumindest an die Fenster.

Um 7 Uhr früh herrschte in der im Regie­rungsviertel gelegenen Voßstraße regster Betrieb. Die sechs alten Standartenfeldzeichen der Ber­liner Bewegung werden vom SA.-Gruppenkom- mando feierlich eingeholt.

Fast genau zu den festgelegten Zeiten erreichen die 18 Säulen ber braunen Sturmsolbaten bas Tempelhofer Feld. Um 9.30 Uhr war bas braune Heer vollzählig zur Stelle.

lieber 80 000 Kämpfer Adolf Hitlers, darunter auch einige Taufend SA.-Anwärler, die nach Ablauf ber vorgefchriebenen Probezeit heute in ben verband der SA. vorgenommen wer­den sollen, insgesamt sind 29 Standarten, zusammengefaßt in vier Berliner und zwei Brandenburger Brigaden, versammelt.

Cs ist anzunehmen, daß bie Zahl ber Zu­schauer bie ber Braunhemben noch weit über­trifft. Dom nahen Flughafen steigen große Ver­kehrsflugzeuge und Sportmaschinen auf, in einer bcwon auch Gruppenführer Ernst, ber so die Organisation des Anmarsches überwacht.

Der Aufmarsch ist beendet. Gruppenführer E r n st übernimmt bas Kommanbo unb meldet dem Führer der Obergruppe III, Obergruppenführer Heimes (Breslau):81 933 Mann zur Stelle!"

Darauf beginnt der Feldgottesdienst. Die weihevollen Klänge des Niederländischen Dankge­bets werden vom leichten Wind über das sonnen­bestrahlte Feld getragen. Pfarrer Tausch (Tempel- Hof) hält eine kraftvolle Feldpredigt an die SA.- Kameraden unb bie übrigen Volksgenossen. Der Geistliche schließt mit bem Vaterunser, bas vom braunen Heer leise mitgesprochen wirb. Das Luther- lieb beendet den Gottesdienst.

Gruppenführer Ernst

ruft dann die Namen ber 3 9 Gefallenen ber Berliner unb Brandenburger SA. auf. Bei jeder Namensnennung ruft bas gesamte braune Heer laut unb vernehmlichHier!" Dann nimmt ber Gruppenführer bie Verpflichtung ber SA. -Anwärter vor. Nach bem Kommanbo: SA.-Anwärter stillgestanden!" verliest er das feierliche Bekenntnis des SA.-Mannes, das die An­wärter gemeinsam nachsprechen. Schließlich gibt der Gruppenführer die Erhebung von acht Berliner Sturmbannen, sowie einem Brandenburger Sturm­bann zu Standarten bekannt. Weiter teilt er mit, daß ber oberste SA.-Führer in Anerkennung ihrer teilweise jahrelangen Verbienste zwei Stanbar- tcnführer zu Oberführern, fünf Sturmbannführer zu Stanbartenführern unb eine große Reihe von mitt» lern SA.-Führern in höhere Stellen beförbert hat. Gegen 10.45 Uhr trifft im Kraftwagen

Oer Stabschef Oer SA. Röhm

ein. Er entbietet ber SA. ben Heilgruß unb hält bann folgenbe Ansprache:Als Chef bes Stabes unb Stellvertreter bes obersten SA.-Führers ist es mir 1 an biesem Tage, wo ich bas erste Mal nach ber sieg- |

reichen Revolution ber SA. vor Ihre Front trete, Pflicht unb Bebürfnis, Ihnen für bas, was Sie in ben vergangenen Jahren unb Monaten bes Kamp­fes geleistet haben. Dank unb vollste Anerkennung auszusprechen.

Das, was heute in Deutschland ist, Ist das Ergebnis eines zähen, beharrlichen und uner­bittlichen Kampfes.

Wenn ich heute vor 80 000 Männern dieser deut­schen Truppe Berlin-Brandenburg stehe, so möchte ich aussprechen, daß, es mit das Verdienst jedes einzelnen, schlichten, einfachen SA.-Mannes ist, wenn heute ein anderes Deutschland der Welt gegenübersteht. Die Revolutionen entschei­den sich immer in der Hauptstadt des Landes, und so war auch die Verantwortung, die Ihnen übertragen war, eine über den Rahmen Ihrer Kameraden in den anderen Gauen des Reiches .hinausgehende. Wie Sie an der Front von Mann zu Mann den erbittertsten Kampf zu führen und die schwersten Opfer zu geben hatten, so hat auch in den Tagen der Entscheidung die größte Last des Kampfes und der Verantwor­tung auf Ihnen gelegen. Wenn ich nun gerade Ihnen, den Kameraden der Gruppe E r n st, Dank und Anerkennung im besonderen ausspre­chen kann, so weiß ich, daß alle die vielen Hun­derttausende unserer Kameraden draußen im Lande dies verstehen werden. So haben Sie Ihre Pflicht erfüllt und durch den Einsatz Ihrer Per­son und durch Ihre Selbstlosigkeit dazu mitge­holfen, das neue Vaterland zu schaffen.

Eine Etappe in den großen Ausgaben, bie Ihnen gestellt finb, Ist vorüber. Eine neue Etappe des Kampfes unb der Arbeit liegt vor uns. Keines- wegs ist bie Aufgabe ber SA. beenbeL Sie ist schwieriger, verantwortungsvoller und wichtiger denn vorher, heute handelt es sich darum, diesen SA.-Geist, ber Deutschland gesammelt hat, bis in bie letzten Schichten bes Volkes hineinzutragen. Gan; Deutschland muß von diesem Geist durch­drungen und erfüllt werden. Dann werden wir die Aufgabe erfüllen, die uns der Führer ge­stellt hat: Garant ber nationalsozialistischen Re­volution unb bes Sieges für immer ;u fein.

Wir haben als Solbaten bes tämpfenben Deutschland das Recht, dafür zu sorgen, daß dieser Kampfgeist, der ben Sieg errungen hat, auch ben e n b g ü 11 i g e n Sieg verbürgt. So ist es Ihre Ausgabe, nunmehr in diesem Kampfabschnitt daraus acht zu geben, daß bie Truppe selbst bie gleiche bleibt wie vorher. Halten Sie sich f e r n o o n allen Aeußerlichkeiten! Lehnen Sie es ab, darauf zu sehen, daß nach außen hin ein Eindruck erweckt wird. Legen Sie den Wert auf das Innere. So geht Ihre Aufgabe dahin, zu werben unb zu wirken im ganzen Volk und auch dort die­sen ihren Geist zu verankern. Es muß dahin kom­men, daß dieser SA.-Geist auch in ben büfteren Amtsstuben und Dürostuben Einzug hält.

Wenn wir heute nach wenigen Monaten ber durchgeführten Revolution vielleicht da und dort noch Verhältnisse sehen, die uns Soldaten wir müssen bas offen aussprechen nicht passen, so wollen wir bas weitere tun, baß biese Verhältnisse sich grunb» legend ändern. Ich habe bie Forderung gestellt unb ben Befehl an bie unterstellten Führer gegeben, baß alle bieAngehörigenberSA., bie dieses Gei st es nicht finb, aus unseren Reihen aus­geschlossen werben.

Dir erfragen es nicht, daß Männer, bie in unsere Front eingekreten finb, ber Oeffentlich- keit einen anberen Geist zeigen, als ben, ben