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5.8.1933 Frühausgabe
 
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Kr. 181 FeüvauSgabe

185. Jahrgang

Samstag, 5. August 1933

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Athener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monat, vezugspretr:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 lluch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern msolge höherer Gewalt.

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SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drrd und Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Vuch. und Steinöruderet R. Lange in Sieben. Schriftlettung und Seschästrstelle: Schulftrabe 7.

Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20° , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn, zeigenteil i.D.TH.Kümme!

sämtlich in Gießen.

Oer Staat sirast wieder.

Zunächst ist für Preußen eine Verschärfung des Strafvollzugs angeordnet worden, wo- b.'i als sicher anzunehmen ist, daß die anderen Lan- d.-r nun aus dem Fuße folgen werden. Es handelt s.ch hier nicht nur um einen Gestaltwandel des Lirasrechis und des Strafvollzugs, denn es kommt nicht nur in Frage, daß an Stelle der Erziehung d?s «Strafgefangenen wieder die Vergeltung für alle rntrelen soll, die die Strafgesetze oder die Rechts» s cherheit irgendwie verletzt haben. Was aus dem Strafvollzug in der November-Republik geworden r <r, läßt sich nicht mehr als Erziehung, oder auch n «r als Versuch zur Erziehung bezeichnen, sondern t-i handelte sich um eine Auflösung der G e - sittung überhaupt. Daß die Strafen lässig oder I zir nicht vollstreckt wurden, war nicht der eigent- I i:!)e Fehler, sondern daß sich immer mehr die Auf- scssung durchsetzte, Strafrecht und Strafvollzug seien eigentlich nebensächliche Dinge. Vonchier aus war c i nur ein Schritt, daß die Strafe keine Furcht mehr einflößte, zumal dann nicht, nenn der Uebeltäter über politische oder gar parla­mentarische Beziehungen verfügte. Wenn der Dar- rr.it» Skandal, der doch einen ungeheuren Fäulnis» Ijerö aufdeckte, damit erledigt wurde, daß die Schie­ber und ihre Helfershelfer buchstäblich frei aus- gingen, während die Staatsanwälte und Richter, bie dem Gesetz Genüge tun wollten, verfolgt und bestraft wurden, so stellte der Staat, der dies zu» ließ und beschönigte, allen wirklichen Verbrechern einen Freibrief aus. Soweit aber die Strafen irgendwie vollzogen wurden, hatte die parlomenta« fische Demokratie selbst dafür gesorgt, daß der Voll­zug in jeder Hinsicht unwirksam blieb. Es war den politischen Parteien, also auch den Kommunisten, »gar möglich, Vertrauensmänner aufzu- Icllen, die die Gefängnisse und Zuchthäuser beauf- ichtigten, um so Durchstechereien und dem llnge- »orsam Tür und Tor zu öffnen. Die Flucht von Sträflingen war an der Tagesordnung, sie hätte auch noch größeren Umfang angenommen, wenn es sehr vielen Sträflingen im Gefängnis oder im Zuchthaus nicht besser gegangen wäre, als in der Freiheit.

Der Grundsatz der Vergeltung im Strafrecht will den Täter treffen, dem auch die ganze Schuld für seine Tat beigemessen wird. Dagegen Dill der Grundsatz der Erziehung den Rechts­brecher gewissermaßen als Opfer sozialer und wirtschaftlicher Verhältnisse werten, so daß es die Pflicht des Staates und der Gesellschaft sei, an diesen Opfern nachträglich durch Erziehung die Un­gunst der Verhältnisse wieder gutzumachen. Der eine, wie der andere Grundsatz kann unter gegebe­nen Verhältnissen und zu gegebener Zeit richtig oder falsch fein, aber es kommt in beiden Fällen darauf «n, den Grundsatz folgerichtig durchzuführen. Das i-ft in der parlamentarischen Republik nicht geschehen, b.-nn was hier als Erziehung der Rechtsbrecher ge- 1 rieben und geleistet worden ist, war nicht eine Er» jiiebung, sondern die Preisgabe der Rechts­sicherheit und der öffentlichen Ord­nung. Dazu trug auch bei, daß von Zeit zu Zeit umfangreidje Amnestien die Strafrechtspflege ein- f ich torpedierten, denn es war ja fast mit Sicher­et zu erwarten, daß selbst schwere und schwerste Verbrechen keine Sühne fanden. War es überhaupt noch eine Strafrechtspflege, wenn die Kommunisten e; sich leisten durften, in jedem Strafprozeß Richter unb Staatsanwälte zu verhöhnen und emzuschuch- ! m, weil die Strafrechtsbehörde einfach nicht wagen durfte, ohne oben anzustoßen, die unbedingte Ach» t-jnq vor Gesetz und Recht sicherzustellen! Tatsächlich nuchs in den 'letzten vierzehn Jahren die Zahl der Verbrechen und Vergehen ständig, denn die Rechts­brecher rechneten mit milder Strafe oder, wenn es hhon einmal nicht anders ging, mit einem atro f - Vollzug i»n Stufen, wobei die letzte Stufe ikdenfalls viel besser beschaffen war, als Rot und Llend vieler Volksgenofsen, die niemals mit dem Qesetz in Streit geraten waren.

Der neue Staat, in dem die Staatsgewalt wirklich vom Volke ausgeht, aber nur um Sem Volke z u dienen, mußte mit diesem Strafvollzug aufräumen, um zunächst einmal wie- Lbr in Erinnerung zu bringen, daß der Staat nicht iuf einer papiernen Verfassung beruht, sondern euf Gesetz und Recht, auf Ordnung und Sicherheit. Aus diesem Grunde war es notroen- Big, alle Verbrechen und Vergehen gegen den Staat nnb seine sichtbaren Träger am härtesten und un­nachsichtig zu bestrafen, nicht etwa deshalb, weil die Staatsgefinnung, die daraus spricht, hart und grau- . Run ist, sondern deshalb, weil die Novemberrepublik .dies getan hatte, um jede ft a a 11 i d) e Gesin - iung 3u vernichten. Der neue Staat ist keine parlamentarische Demokratie, sondern er ist auf sich fi.lbjt gegründet, um allen Volksgenossen eine Aid) ere H eirnst a 11 zu sein. Es soll aber eine .Heimstatt fein, in der sich nicht nur wohnen läßt, Rindern die auch unter dem zwingenden Gesetz der j Höherentwicklung steht, so daß aus diesem Grunde ßhon jedes Abweichen von der Norm Strafe unb Sühne finden muß. Indem der Staat ankündigt, B.i6 der Strafvollzug wirklich eine Strafe in wird, warnt er vor einer Verletzung io n Gesetz und Recht. Niemand ist von der Härte des Strafvollzugs bedroht, wenn er nicht zum Rechtsbrecher wird, zumal auch der Grundsatz der Vergeltung im Strafvollzug zuläßt, daß Rechts­brecher erzogen und gebessert werden können, schon deshalb, weil sie wissen, daß jeder Rückfall mit den i Eärtcftcn Strafen geahndet wird. Die V e r g e l - tu n g ist auch deshalb notwendig, um die Kosten des Strafvollzugs herabzubrücken, die ja nicht nur Darin bestehen, baß ber einzelne Strafgefangene im Durchschnitt eine Mark achtzig je Tag koste:, sondern auch darin, daß immer neue Strafanstalten errichtet oerben müssen, wenn den Rechtsbrechern nichts

Reue Deuischeuverfolgungen in Oesterreich.

Oie Regierung Dollfuß laßt reichsdeulsche Zeitungskorrespondenten in Wien verhaften.

Wien. 4. Aug. (TU.) Der ftorresponbenk ber Germania". Riedel, der in der österreichi­schen Iungkalholischen. Bewegung eine führende Rolle spielt, ist heute vormittag verhaftet unb im Verwaltungswege mit 14 Tagen Arrest bestraft worden, weil er in Zeitungsartikeln bas öster­reichische System angegriffen hat.

DieWiener TNittagszeitung" berichtet:Gestern nachmittag haben Organe ber Staatspolizei zwei bekannte wiener reichsdeulsche Korrespon­denten in einem Kaffeehaus am Ring v e r h a s - t c t. Es handelt sich um den Chefkorrespondenten des Scherlvertages. Schepky unb um den wiener Korrefponden derMünchener Zeitung", h. f) ö - n i g. Die beiden wurden wegen ihrer Bericht­erstattung über Oesterreich in haft genommen, was mit ihnen geschehen wirb, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Die Polizei erklärt, daß die Untersuchung gegen beibe noch nicht soweit fort­geschritten ist. daß schon jetzt Einzelheiten gemelbet werden können."

Es wurden auch andere Journalisten verhaftet, unter ihnen auch der frühere Chef­redakteur der Jrauenfels-Blätter, Egon Kott, ber auch ber Chef des zentraleuropaifchen Pressebüros gewesen sein soll.

Unter den verhafteten Personen befinben sich u. a. ber Rechtsanwalt Dr. Otto wächter, der Zahnarzt Dr. Herbert Schneider und sein Assistent Dr. Dietz. Die beiden letzten haben Brüder in Deutsch­land, die dort in öffentlicher Stellung tätig fein ollen.

wegen der Verhaftung des reichsdeutschen Jour­nalisten Christoph S ch e p k y, des wiener Vertreters des Scherlvertages, hat die deutsche Gesandt­schaft in Wien bereits nachdrücklich st in­tet oenlert unb bie Zusage erhalten, daß die Angelegenheit so schnell als möglich erledigt wer­den soll.

Der Vorsitzende der Vereinigung der Vericht- erstattet der deutschen Presse in Wien hatte heute mit Genehmigung des Polizeipräsidiums Gele­genheit, die verhafteten Verichterstatter der reichs­deutschen Presse, Herrn Schepky (Scherl-Ver­lag), Honig iMünchener Zeitung), Riedel und von 3n der Maur, im Polizeigefan­genenhaus zu sprechen und sich nach ihren per­sönlichen Wünschen zu erkundigen. Die Verhaf­teten wußten bei Gelegenheit d^s Gesprächs nicht anzugeben, warum sie eigent­lich in Haft genommen worden seien, und gaben dem Vorsitzenden Dr. Hartmeyer ihre Wünsche wegen Bestellung eines Rechts­anwalts bekannt.

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Herr Dollfuß hat mit seinem Intrigen­spiel gegen Deutschland einen bösen Reinfall erlebt. War man auch am Quai d'O rsay zuerst bereit, Otl ins Feuer zu gießen und den deutsch-österreichischen Kon­flikt durch eine Einwirkung von außen her aus die Spitze zu treiben, so haben doch London und Rom keine Reigung gezeigt, gegen den G^ist des Viermächtepaktes zu verstoßen und die Reichsregierung mit einer gemeinsamen De­marche zu beglücken. Dollfuß, wenig entzückt über die vorbeigelungene diplomatische Aktion, von der Paris im entscheidenden Augenblick plötzlich energisch abrückte, hat zudem noch in einigen englischen und französischen Zeitungen lesen können, für wie wenig aussichtsvoll und

zukunftsreich man seine Regierung hält. Ihm ist mit schlichten Worten bescheinigt worden, daß er nicht viel mehr als ein Offizier ohne Soldaten ist.

Wir sehen nun, daß Dollfuß, der schon längst den Eindruck eines kopflosen Politikers machte, seine Wut von neuem an seinen eigenen Volksgenossen ausläßt. Oesterreichs Gefängnisse, ohnehin schon zum Bersten voll, haben neuen Zuzug erhalten. Reben zahllosen neuverhaf­teten Rational soziali st en haben sich jetzt auch hinter einigen reichsdeutschen Pressevertretern die Gefängnistore ge­schlossen. Gelang es nicht, auf dem llmtoege über Paris dem Konflikt mit Deutschland noch einige besondere Schärfen zu geben, so holt das Dollfuß eben selbst nach.

Ausweisung mißliebiger Oesterreicher ausDeutschland.

Berlin, 4. Aug. (WTB.) Rachdem in Oesterreich erneut eine Deutschenver­folgung eingesetzt hat, hat das Geheime Staatspolizeiamt seinerseits eine Anzahl Oe st erreiche r, die sich in Deutschland als mißliebige Ausländer betätigt haben, ausgewiesen.

Zu dieser Mitteilung hört der Eonti-Dienst noch, daß nicht anzunehmen ist, daß damit die deutscherseits ergriffenen Maßnahmen abgeschlos­sen sind Sollten in Oesterreich die Ver­folgungen der Deutschen fortgesetzt werden, so ist damit zu rechnen, daß gegebenen»-

aufbaues.

Die innere und äußere Reugestaltung ber deutschen Schule, so schreibt das Blatt, ist eine der nächsten großen Aufgaben, die das Reichs­ministerium des Innern im Einvernehmen mit den Tlnterrichtsverwaltungen der Länder lösen wird. Ein Wille wird künftig die einheitliche Gestalt der deutschen Bildungsstätten formen:

Berlin, 4. Aug. (ERD.) Der .Völkische Beobachter" berichtet ausführlich über die Pläne des Reichsinnenministeriums zur völligen Reugestaltung des deutschen Schul-

Neuer deutscher Schulaufbau

Die nächsten großen plane des lieichsinnenministeriums.

len würde, ist es Pflicht des Staates, nur die besten aus dieser Schar in der benötigten Zahl auszulesen unb die übrigen in andere Derufsbcch- nen abzuleiten. Für die Erfüllung der Ausgaben und Pflichten in den akademischen Berufen sind die am meisten Befähigten gerade gut genug, ganz gleich, aus welchen Ständen sie yerstammen.

Der Staat wirb es sich daher angelegen sein lassen, die Förderung der werwollen, über­durchschnittlichen Begabungen hinreichend zu unterstützen, wenn sie nach ihrem Herkommen die erforderlichen Wittel nicht selbst aufzu­bringen vermögen.

Die Idee des Ständestaates fordert, daß jeder Stand aus seinen eigenen Reihen Führer hervorzubringen vermag, die den be­rufenen Vertretern der anderen Stände an Fähigkeit nicht nachstehen. Die Entvölkerung der Dolksschuloberstuse von jeder Begabung ist ein unbedingt auszurottender Krebsschaden. Das aka­demische Wissensgut, das der Volksschullehrer erwirbt, soll er für seine Person fruchtbar machen zur Vertiefung seiner Erziehungsarbeit. Rur so unb nicht anders kann die Volksschule ihre Be­deutung unb ihr.Ansehen wiedergewinnen.

Die Tatsache einer Fehlentwicklung infolge un­gesunder Verbreiterung des höheren Schulbesuches ist bekannt, bie vielfachen schädlichen Folgen ber Bilbungsüberspannung liegen offen zutage. Runb 32 000 männliche und 11 000 weibliche Abiturienten je in den Schuljahren 1931/32 unb 1932/33 sind eine ungeheure Zahl. Wenn ein Drittel ber männlichen Abiturienten ein Studium beginnt, genügen sie zur Deckung des Ersatzbedarfes in den akademischen Berufen.

Die Feststellung von wissens- und Leistungs­mängeln genügt nicht zur Entfernung der An­geeigneten, zwei Drittel aller Sitzenbleiber wie­derholen die Klassen undersitzen" den Ausstieg. Diesem Ballast soll künftig zum größeren Teil durch eine gesunde, aber strenge Auslese von vornherein der Zutritt zu den höheren Schulen verriegelt werden. Eine weitere wirksame Aus­lese wird trotzdem noch im verlause der ganzen

Schulbahn vonnöten sein.

Unb schließlich werden die Maßnahmen, die zwischen dem Schulabschluß und dem Stubienbc» ginn eingebaut sind, eine letzte Sonderung herbeiführen.

Der Wille, die Jugend von frühauf in den nationalen Geist und Staat hineinwachsen zu lassen.

Falscher Geltungstrieb unb künstlich genährter Aufstiegswahn haben die Volksschule, bie Schule des deutschen Volkes, entleert und ent­wertet. Sie muh wieder zu Geltung unb Wert kommen. Der Gesetzgeber wirb bie erfor­derliche gesunde Auslese für den Dildungsauf- stieg der Begabten regeln.

Wie gründlich der neue Staat selbst bei der Stoff­sammlung für die vorbereitenden Beratungen über den Neuaufbau des Schulwesens vorgeht, ersieht man daraus, baß das Reichsinnenministerium in den nächsten Tagen eine Druckschrift oon nahezu 300 Seiten Umfang herausgibt, die einen statistischen Bericht über denGesamtstanb des höheren Bildungs- wesens im Deutschen Reich darstellt.

Der neue Ständestaat kennt feine vertikale Rangordnung der Volksschichten, also auch keinen Aufstieg und Abstieg im Sinne des alten Klassenstaates. Der Uebergang der llad)- kommen in einen anderen Stand ist nur ein wechsel in horizontaler Ebene. Dieser wechsel vollzieht sich unvorberechtet nur nach Eignung und Leistung.

Die Beschränkung ber Zulassung nach bem Be­darf sichert jedem Stande sein berufliches Be­tätigungsfeld. Die Auswahl nach der Eignung bietet der Allgemeinheit Gewähr für die Lei­stungshöhe jedes Standes im Rahmen der Arbeit des Dolksganzen. Der Staat und das Volk brau­chen für bie Ausübung der Funktionen und die Erfüllung der Ausgaben, die eine besondere Schu­lung durch Hochschulbesuch und Studium erfor­dern. nur eine begrenzte Zahl von Personen, die t ü ch t i g st e n und in mehrfacher Beziehung be st e n. Selbst wenn uns die Ratur ein Mehr­faches der notwendigen Kräfte zur Verfügung stel-

roeiter in Aussicht steht, als eine stufenmäßige Er- ziehung. .

Der Staat Kraft wieder! Das ist kein Rückschritt, auch bann nicht, wenn die härteste Strafe, also die Todesstrafe, angewendet werden muß, sondern im Gegenteil, der A b s ch l u ß ei n er Strafrcchtsverwilberung, dis sich noch etwas darauf einbildete, daß kein Todesurteil mehr vollstreckt wurde. So konnte es kommen daß ab­scheulichste Mordtaten ungesühnt blieben, daß selbst die feige Abschlachtung des Freiheitshelden Horst W e s s e l nur mit sechs Jahren Zuchthausgesühnt wurde. Die Zuchthausstrafe war in der ytODenwcr- rcpublit für niemand eine Abschreckung, sondern höchstens ein Anreiz, wieberzukommen. Damit ist es nun zu Enbe.

Erfundenes Goebbels-Interview

B e r l i n , 4. Aug. (WTB ) .Lsoestija" bringt ein Inter vie w, bas Reichsminister Dr. ® o e^b b e l s einem Vertreter ber Conboner Zeitung ,,-sunday Referee" gegeben haben soll, worin er sich abfällig über ben Rapallo-Vertrag geäußert habe.

Amtlich wird hierzu festgestellt, baß em solches ober ähnliches Interview von Reichsminister Dr. Goebbels überhaupt nicht gegeben worben ist. Daher entfallen auch bie von berIsveftßa gezogenen politischen Folgerungen.

Moskau, 4. Aug. (WTB.) Der deutsche Bot­schafter v. Dirdfen hatte heute eine Unterredung mit dem Vorsitzenden des Rats der Volkslommijsare

M o l o t o f f über die deutsch-sorojetrussi- schen Beziehungen.

Wehrkreispfarrer Muller wird Landesbischof von Preußen.

Berlin, 4. Aug. (WTB.) Der Kirchenfenal der Altpreußischen Union hat am Freitag den Wehrkreispfarrer Müller einstimmig zum Lan­de s b i s ch o s gewählt.

Die Glaubensbewegung Deutsche Christen hat dem neuen Landesbischof ein Glückwunschtelegramm ge­sandt.

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Wer Wehrkreispfarrer Müller ist, weiß die evangelische, weiß die deutsche Oeffentlichkeit. Man weiß, baß er in Gütersloh (Westfalen) geboren würbe; man weiß, baß er unter der liebevollen Pflege unb Obhut seiner frommen Großeltern in seiner Geburtsstadt bas bekannte evangelische Gym­nasium besuchte, während seine Eltern vielfach den Wohnsitz wechselten, wie es ber Beruf des Vaters, eines Reichsbahnbeamten, mit sich brachte. Man weiß, daß er in Halle und Bonn Theologie studierte, bei ©eneralfuperintenbent Jöllner in Münster sein Examen machte, Pfarrer in Röbingshausen wurde, 1914 als Marinepfarrer ins Feld kam, unb bann in Cuxhaven, Wilhelmshaven unb Königsberg wirkte.

Heber bie Begegnung mit Adolf Hitler heißt es: Wehrkreispfarrer Müller lernte ben Führer des Nationalsozialismus tennen. Lange wanderten die

beiden Männer an der einsamen Ostseeküste, vom deutschen Schicksal zu reden. Sie wußten, daß sie zusammengehörten. Adolf Hitler hatte seine Be­wegung auf ben unerschütterlichen Felsen des posi­tiven Christentums gegründet. Unb er kämpft gegen bas Böse für ein reines Deutschland. Wehrkreis- Pfarrer Müller sagt selbst über jene denkwürdige Begegnung an ber Samländischen Küste 1926: ,^Ich sah sofort, baß wir zusammengehörten, weil ich wußte, baß in Hitler ein Mann von einer ganz großen Verantwortung vor Gott zutiefst bewegt ist, unb weil ich erkannte, baß dieser Mann die letzten unb innersten Kräfte zu seinen übermenschlichen Aufgaben aus einem ganz schlichten, aber felsenfesten Gottoertrauen nimmt!

Heute ist Wehrkreispfarrer Müller Bevollmäch­tigter des Reichskanzlers für bie Angelegenheiten ber Evangelischen Kirche. Ein Mann der Tat, ein Kämpfer für bas Tatchristentum, ein Seelsorger für Männergemeinden.

Glückwunschtelegramm der Deutschen Christen.

Berlin, 4. Aug. (TU.) Die Glaubensbe­wegung Deutsche C h r i st e n fanbte aus An- laß ber Wahl von Wehrkreispfarrer Müller zum preußischen Lanbesbischof an diesen folgendes Tele­gramm:

Dem neuernannten er ft en Landesbischof ber Altpreußischen Union ruft die Glaubens« beroegung Deutsche Christen ein drei­faches Siegheil zu. Möge der ewige Gott Ihr Wirken im Volke segnen. H o s s e n f e ld e r.