Ausgabe 
4.8.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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rpIEjanbels, mag dieser auch nach Ge-

ei:

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,!o > >'gezeichnet.

Hot aber auch die weich gekochten Körner m? Erster von den Kolben abtrennen und Btätt r und Petersilie gedünstet als Beigabe

einmal oertagungsreif.

rs Hal unser Führer die Sache angepackt, ich morgen verwirklichte er seine gigan- ;e. Wie geht er der Arbeitslosigkeit zu cum glaublich kurzer Zeit hat er durch aen Willen Millionen wieder zu Arbeit rholfen. Deutschland, seit 14 Jahren der elbischer Nachbarn, kann wieder oer- jn die Zukunft sehen. Jeder einzelne darf

jertl noch glaubt, die Mitarbeit in seinem hi« Fachverband nicht nötig zu haben, der

Kanal. - Sieben lote.

aus Amsterdam, die sich ch Andyk begeben hatten en waren, sind mit ihrem dholländischen Sa« leschlossene Personenkrast« rmißten Amsterdam Der« der vergangenen Aächte im Äordholländischcn s dem Wasser gezogen assen sind sämtlich er« fe des Wassers dort lang es nur mit Mühe, Kranes ans tem 'SM-

!sr:?ektil-Einzelbandel6 Geschäfte!

teT-n Dorsitzenden der Ortsgruppe Gießen des 5 Leides des Textileinzelhan« «5m Erich Schulte (Marktplatz 9 10) i--- isfshrieben:

CMaruppe Gießen des Reichsbund des - Wandels e. V., Berlin, hat sich am i w an alle ihr noch fernstehenden Textil- aaiMsiirmen in Gießen gewandt und sie

(i, wir müssen nur alle dazu beitragen, mseres Dolkskanzlers zu fördern, und & iner Mark können wir mithelfen am

ler Welt.

ieReichslagsbrandDer

drandstiftungssache 'n die Anklageschrift e umsaht mehrere hundert

:n und seine sieben er« anenhasien Anblick. Die sunden wurden, ergab, nach ihrem Sturz ins Glichen Todeskamps ge« ei von den Ertrunkenen en einer verheiratet und ix war. Der genaue her« sich nicht mehr seststellen, i der Nahe waren. M xi ist durch mhrere scharfe

tesn ^ben.

g1u- schmecken die Körner als Gemüse mit Hi Mehlschwitze aufgekocht auch als mit Erbsen geeignet. Besonders zu h daß man zweckmäßigerweise den Topf, > an den Mais kocht, mit den Lieschen

iU i cn.

gl Hm Hoffnungen besprachen die Zeitungen t.rlt. rzusammenkünfte vorher, mit vieloer« le de erfolgte jedesmal die Eröffnung, die nttn der Vorsitzenden usw. wurden oer« imstiluierten sich Unter- und Arbeitsaus« Damit war das so schwungvoll Begon«

»äs daß tr ,

y kn #*6,6 lctIi"ÄUein -denn derN'nicht 3r ^ld s°r§?^ den et 'Ile bS«*" «säs 1008 Schiff .

m Londoner ^egraphi^

* ateftÄ* 'ich NZS

18 iUt Hitler unk er fürchtet, dah es n werde, wie in Deutsch. E« die dieAachtaus. Urbarer Avlokobau, der Prosessor Reinhardt hat .^gebaut- in dem er seme Gaste zu deran«

br «ns geschrieben:

c:ilni(f)|ten Zeit wird durch das Institut ilH'ntau und Pflanzenzüchtung der Lan- kWü . wieder Speisemais auf den Markt

Wir machen auf dieses schmackhafte, teilSsmüse, welches unseren Speisezetteln «chme Abwechslung bringen wird, auf- ny Die Maiskolben werden halbreif ge« win' sind in diesem Zustand reich an Vita«

Ncilehydraten und Eiweiße leicht be« ch< md schmackhaft sind die jungen Mais« Mnders geeignet für die Kinderernäh- Dlfe Zubereitung geschieht folgendermaßen: Mio Iben werden in Salzwasser % Stde., , ujer, sonst werden sie hart, gekocht und als tieften aufgetragen. Mit etwas Salz be- jnt mit etwas Butter bestrichen, ißt man mH von den Kolben ab. Diese Art der Zu- igp isi sehr einfach und billig und der Mais

Rückschau auf die Zmkeriagung in Bad-Nauheim.

7000 Besucher der bienenwirtfchaftlichen Ausstellung.

Bad-Nauheim, 3. August. Die Imker« t a g u n g und die bienenwirtschaftliche A u 5 ste llung in Bad-Nauheim, die sich zu einem großen Erfolg gestalteten, sind vorüber Die Zahl der Besucher der hochinteressanten Schau wurde auf etwa 7000 geschätzt, lieber die Ausstellung konnte man aus Fachkreisen, wie aus den Kreisen der der Bienenzucht fernerstehenden Besucher nur ein ein­mütiges Lob hören. Die Ausstellung war nicht nur ein großer ideeller, sondern für viele der unmittel­bar Beteiligten auch ein finanzieller Erfolg. Manche der ausstellenden Geschäftsleute konnten vollständig ausverkaufen. Die gesamte Veranstaltung sand ihren Abschluß mit der Verteilung der zahlreichen wert« vollen Ehrenpreise, die gestiftet worden waren. Un­ter den Preisträgern wurde von der zuständigen Kommission an erster Stelle die Firma Alberti- Amöneburg genannt. An zweiter Stelle der Imker Franz Fritzel von Bruchenbrücken, an dritter Stelle Frau Pfarrer A i s ch für ihre Honigküche Viele Imker fanden für ihre Leistungen ehrende Anerkennung. Außer den Ehrenpreisen gelangten noch verschiedene goldene Medaillen zur Vergebung. Mit goldenen Medaillen wurden die Herren Hil- de b r an d und Pfarrer A i sch - Bad-Nauheim, fer­ner die Firma A lb e r t- Amöneburg, der Frank­furter Imkeroerein, der Wette rauer und der Kurhessische Imkeroerein aus­gezeichnet. Neben diesen Ehrungen wurden an zahl­reiche Imker silberne Medaillen als Anerkennung für ihre hervorragenden Leistungen vergeben.

Deutsche Woche" in Friedberg.

WEN. Friedberg, 3. Qlug. 3n der Stadt Friedberg (Hessen) wird in der Zeit vom 16. bis 21. September 1933 eineDeutsche Woche" der* Kunden mit landwirtschaftlichen und gewerblichen Ausstellungen abgehal^

Wrbritsbeschaffungslotterie, ie ZSDAP. herausgebracht hat, gibt uns qiitifit dazu: der Ertrag dient dem be- irriei Derk und hilft, die arbeitslosen sMofeu wieder in den Dirtschaftsbetrieb einzugliedern.

bilUi sich ausschließen, jeder muß mithelfen, U|iffti nen Willen zum Wiederaufbau bekun« 3 lvkitsbeschasfungslos« kaufen. Einer für ) i Rät einen.

Krcheucht die düst're Wolke

!0r Arbeitslosigkeit!

f ifi, daß dem deutschen Volke

Irblühe beffre Zeit!

|te Arbeitslose bringen bin Arbeitslosen Brot, iii^t drum nicht lang euch zwingen, ?npft gegen Leid und Not!

tz weihtdem deutschen Volke"

-i diese Lotterie!

forgt, daß die düst're Wolke lifji bald vorüberzieh'!

Speisemais.

Irslitut für Pflanzenbau und ffln zu chtung an der hiesigen Unioersi«

msdeschaffung ist Dienst am Volke'

Jeder kann Helfer sein ...

Iijlb'v waren wir gewohnt, alle Monate von i nahem Konferenz, die in irgendeiner Form e^jng der Weltwirtschaftskrise beitragen

II l welche den Kolben einschließen) aus- ü|ij Kolben auch während des Kochens .Qjifien bedeckt Nur so bleiben Farbe und ölt- Maises erhalten.

xv Imäßige Art die Kolben zu verzehren, bei denen dieses Gericht schon länger nrb beliebt ist: man steckt 2 Stäbchen

i an die Enden des weichgekochten . .tru-fit an ihnen den Kolben und führt ihn fiiT.be, dann bleiben die Finger beim iulI r.

P-oben nm Miederbeschästigung ie« hessischen Staatsdienst.

Glast sprossest eile teilt mit: Bei -«hatatthalter in Hessen sind zahlreiche ton aus dem Staatsdienst entlassenen " tiirgegangen, die eine Wiederbeschäfti- i Entlassenen oder eine nochmalige Prü- \ kixtlassungsgründe bezwecken. Die cm- | rig aben werden einer gewissenhaften Ji w.terzogen, die allerdings einige Zeit wm nehmen wird. Aus diesem Grunde fit: einzelnen Besuche seither noch nicht "tcrben. Erledigung kann auch vorerst fm|e». Aach Abschluß der Ermittelungen |i|>itcr die Eingaben einzeln beantwortet

** Hessische Personalien. Das Hessi­sche Personalamt Darmstadt teilt mit: Auf eigenes Aachsuchen wurden in den Ruhestand verseht: Der Kommunalforstwart Georg Paul VI. zu Groß- Eichen mit Wirkung vom 1. August, der Mini- sterialkanzlei-Inlpektor Heinrich Herpel zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober und der Dauoberinspektor Friedrich Freudenberger zu Friedberg, ebenfalls mit Wirkung vom 1. Ok­tober. Auf Grund des Gesetzes über die Alters­grenze tritt am 1. September der Oberregierungs­rat Ludwig Scriba bei der Brandversiche­rungskammer zu Darmstadt in den Ruhestand.

** Straßensperrungsnachricht, mit­geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (AvD.). Gießen: Die Straßensperre auf der Strecke LauterbachSchlitz, Abtlg. S ch l i tzW i l l o f s, 'wird ab 5. August aufgehoben.

** Der D e u tl ch e Techniker-Berband, Ortsgruppe Gießen, hält am Samstag, 5. Aug., 20 Uhr, pünktlich, seine Mitgliederversamm- lung im Gewerkschaftshaus, Gießen, Schanzenstr., ab. Es sprechen Bezirksführer Pg. D i l l i n g-Frankfurt a. Main überOrganisatorische Fragen" und Pg Bartholomäus« Gießen überDer stän­dische Ausbau im nationalsozialistischen Reich". Für die Mitglieder ist die Teilnahme an dieser Sitzung Pflicht. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß auch die Chemiker, Ingenieure, Vermessungsbeamte und im Angestelltendienst stehende Techniker, die sich noch nicht dem Technikerverband angeschlossen und somit sich noch nicht in die Deutsche Arbeits­front eingegliedert haben, zu dieser Versammlung eingeladen sind. Selbstverständlich ist es, daß auch die erwerbslosen Techniker willkommen sind. Das Ziel des Techniker-Verbandes ist es, alle deutschen Techniker zu einer machtvollen Techniker-Organi­sation zusammenzufassen, um sie als geschlossene Macht in den Dienst des Vaterlandes und des Be­rufsstandes zu stellen. Für Gießen und darüber hinaus für Oberhessen ist zunächst die Ortsgruppe Gießen zuständig.

darf sich nicht wundern, wenn späterhin zwischen ihm und denjenigen Mitgliedern, die schon vorher berufsständischen Gemeinschaftsgeist gezeigt haben, unterschieden werden wird.

Anmeldungen sind einzureichen an die Ortsgruppe Gießen im Reichsbund des Textil-Einzelhandels e. V., durch den Ortsgruppenführer.

Bauwirtschaftsbelebung öurd) die Brauerei Oenninaboff.

Man schreibt uns: Daß auch am hiesigen Platze das von der Reichsregierung ins Leben gerufene Werk der Arbeitsbeschaffung in tatkräftigster Weise gefördert wird, beweisen u. a. die Maßnahmen, die die Firma Gießener Brauhaus und Spi­ritusfabrik A. & W. Denninghoff in Gießen gegenwärtig trifft. Die Firma, deren Ge« bäude und Betriebseinrichtungen in den letzten Jah­ren dauernd vergrößert und erneuert worden sind, hat sich jetzt zur Beschaffung eines neuen Sud­hauses entschlossen und die hierzu erforderlichen Arbeiten und Lieferungen bereits vergeben. Es han­delt sich um ein Objekt, dessen Ausführung an die Firma ganz erhebliche Anforderungen stellt. Ein­mal wird hierdurch der Warenaustausch gefördert, andererseits findet eine größere Anzahl Arbeiter auf Monate hinaus Arbeit und damit lohnenden Verdienst. Seit Wochen ist man bereits dabei, die notwendigen Vorarbeiten auszuführen. Die Firma trägt hierdurch in besonderem Maße dazu bei, das große Ziel der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit zu erreichen.

Mit der Errichtung dieses neuen Sudhauses, bei dem alle Errungenschaften des modernen Sudhaus­baues Anwendung finden, vollendet die Firma den vor einigen Jahren begonnenen Um« und Ausbau ihrer Betriebsanlagen. Dadurch kommt sie in die Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden, die an einen zeitgemäßen Brauereibetrieb und ein daraus hervorgegangenes Produkt zu stellen sind.

Nachahmenswerte Spenden!

Als freiwillige Spende der Inhaber, sowie der Angestellten und Arbeiter hat die Firma Ben­ner, Krumm & Sauer den Fonds: zur För- berung der nationalen Arbeit 250 Mark, der Adolf- Hitlerspende der deutschen Wirtschaft 150 Mark, der Hitlerspende für die Opfer der Arbeit 100 Mark, zu­sammen 500 Mark, zur Verfügung gestellt und den Betrag an das Finanzamt abgeführt.

BornoNzcn.

Tageskalender für Fr ei tag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Kaiserwalzer".

it; l!B.: Ernst Slumfjem.

00 Jahre alte Schirm auj » mit denen ObeMenttb-

arah aus der Mm!«» ; dabei augenlchemluh M Lh Aus 2Ilt-3frael Wj e Wunden ausdrückte u öen Gesängen Mers stn

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eitfil ru ihr aufgefordert. Eine größere x2In« U e v... - tftiet richt organisierter Einzelhandelsfirmen

eine som , sM, ^ufe Folge geleistet. Andere Firmen ' - öi.-Si tisber noch nicht getan, ja noch nicht

MsteN- . -mann8 Jner von ®e ^nC sMNiel' ringt Aärendiich tisher noch nicht getan, ,a noch nicht 'N'wnisK" Jolksv^ ciW Äntwort für nötig gehalten.

«nagen- W1 'Ä fxekn hiermit nochmals alle bisher unserer

n Sanblu" ipq5(ril^t angeschlosjenen Firmen des Textil- JbhandlE. °(en iaÄl5 aus, ihren Beitritt zu ihr ungesäumt Heinrich,&1 rtIaut-an*i unb nicht zu warten, bis die zwangs- i^ra Siebers der jung«* f^ ^erung erfolgen wird.

^An eine A nXitr- veisen mir darauf hm, daß der Reichs- Är Lindes!' ?eUtf$e N, >es> lettil-Einzelhandels für die Zukunft der Äbund fur einet ®fl* (e steiihsfachverband für alle Angehörige Äebnisse aU Join?? AArrchastszweiges ist und die Zugehörigkeit .Adlungen- n b eW eiiM Ortsvereinen oder Landesverbänden des Sr, Sieglrlxgnl >i-Glhandels, mag dieser auch nach Ge-

>Dnnnn HE ibeit n*d|en gegliedert sein, van der Zugehörigkeit lte de- E M evHsachve?band nicht entbindet.

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tcn werden. Der Friedberger Herbstpferde- markt soll gleichfalls in dieser Zeit, und zwar am Dienstag, 19. September, stattfinden. An die­sem Tage wird auch eine Tierschau, bei welcher Pferde, schwarzbuntes Riederungsvieh sowie Fleckvieh, Ziegen usw. gezeigt und prämiiert werden, zur Durchführung kommen. Für Sonntag, den 17. und Montag, den 18. September, sind große Reiter-Turniere vorgesehen.

Don einem 30 Zentner schweren Stein erschlagen.

Wirges (Westerwald), 3. Aug. (WSN.) In den früheren seit einiger Zeit stilliegenden Chamotte« werken der Bereinigten Stahlwerke war eine An­zahl Arbeiter mit dem Abbruch eines im Freien stehenden Brennofens beschäftigt. Durch den nieder­

gegangenen starken Regen müßen sich von der be­reits größtenteils abgerissencn Decke Steinmassen gelockert haben, die sich nlöftlidj in Bewe­gung segten. Kaum hatte der Leiter der Arbeiten, di: Gefahr erkennend, Warnrufe ausgestoßen, als auch schon große S»einmassen in den Ofen hinab st ürzten. Wahrend fünf Arbeiter durch Zurucklpringen im letzten Moment einem schrecklichen Los entgingen, wurde der 36jährige Ar­beiter Franz Schlotter aus Wirges von einem 20 bis 30 Zentner schweren Steinkoloß getrot- s e n. Trotz sosortiger Rettungsaktion vermochten die Arbeiter nicht mehr, ihren Kameraden lebend zu bergen. Das Unglück ist um so tragischer, als be­reits vor zwei Jahren ein jüngerer Bruder des Ver­storbenen in einem hiesigen tonbergroerf ebenfalls tödlich verunglückte.

Oer Phönix, der aus der Asche stieg.

Zur Erinnerung an das Zeppelinunglück bei Echterdingen vor 23Jahren.

Von Or. Nudolf Oammert.

Wir heutigen Menschen sind maßlos verwöhnt. Ueber unseren Häuptern kreisen nicht nur die Schwalben und Möven, sondern auch die großen Brummfliegen, die Flugzeuge mit ein, zwei und mehr Motoren. Und wenn ein Luftschiff über uns dahinschwebt, regt uns das gar nicht mehr auf. Eigentlich müssen wir Aelteren die heutige Jugend bedauern, die in die Zeitepoche der eroberten Luft hineingeboren ist. Wir haben noch die Erhebung des Menschen über den Erdboden erlebt, die un- geheure seelische Spannung und Erschütterung, als der Mensch den Wettflug mit dem Vogel aufnahm. Vor unseren Augen hat sich der Vorhang dieser Epoche geöffnet, wir haben den berauschenden Stolz erlebt, daß die Erde auf ihre Schwerkraft

mit seinem lenkbaren Luftschiff vom Bodensee aus den Rhein abwärts zu fliegen und in einer vier- undzwanzigstündigen Fahrt deutsche Städte und Länder zu besuchen und dann in den Heimathafen zurückzukehren. Am 4. August begann die Fahrt. Graf Zeppelin war selbst am Steuer, außer ihm weilten elf Personen in der Gondel. Ganz Deutsch­land hielt den Atem an. Die Zeitungen waren um­lagert und meldeten in immer neuen Extrablättern den Standort des Luftschiffes. Ein unvergeßliches Erlebnis war das Erscheinen des Luftschiffes für alle diejenigen, die es über ihrem Haupte dahin- gleiten sahen. Ruhig und sicher schwebte es dahin und gab jedem, der es sah, die Gewißheit, daß die Eroberung der Luft geglückt sei, daß diesem Luft­

Der Zeppelin-Gedenkstein am Rheinufer regenüber Oppenheim.

verzichten mußte. Es war etwas viel, was auf die heute Fünfzigjährigen in ihren jungen Jahren ein­stürmte. Unter dem milden Schein der Petroleum­lampe ausgewachsen, (ernten sie zunächst die feuer­speienden, gespenstischen Arme der Gasrohre ken­nen, bann flammten auf einen Fingerdruck vor den staunenden Augen die elektrischen Lichter auf, die handlichen eifrigen Lichtspender, die festlichen Girlanden der Nacht. Straßenbahnen setzten sich In Bewegung. Der Verkehr nahm ein stürmisches Tempo an. Aus komischen knatternden Kutschen ohne Pferde saßen Herren im Zylinder und Da­men in bauschigen Röcken. Die Fahrstraße wurde mit Automobilen belebt, der Fußgänger lernte das Schreckwort kennen: Rette sich, wer kann!

Aber das alles mar selbstverständlich. Beflügelt wurde die Phantasie von dem alten Traum und der unstillbaren Sehnsucht der Menschheit, von der Erde loszukommen und über dem Dasein dahin­zuschweben. Viel menschliche Tragik hat sich an dieses Götterrecht herangewagt. Die Erfindung des Benzinmotors machte die Luft sturmreif. Nach der Vorarbeit L i k i e n t h a k s gab es immer neue Sensationen. Die Brüder Wright erhoben sich mit einem Gestell aus Stangen und Segeltuch als erste Menschen über den Boden. B 16 riot flog über den Kanal, Major von P a r s e v a l baute für Militärzwecke lenkbare Luftschiffe, die den Vor­zug hatten, transportabel zu sein Korb, Motor und Hülle wurden mit der Eisenbahn in das Ma- nöoergelänöe gefahren, an der gewünschten Stelle mit Gas aufgeblasen und dann auf die Erkun­dungsfahrt geschickt. Dieseshalbstarre" System hatte abe- wenig praktische Bedeutung, es war leichtem Geschützfeuer ausgesetzt, und jeder kräfti­gere Wind konnte mit dem schwachen Motor sein Spiel treiben.

Das auf technische Eroberung eingestellte deut­sche Gemüt wurde in jenen Jahren aber immer wieder mit einer anderen wundersamen Mär ve- schastigt: am Bodensee sollte ein verrückter Graf mit dem Bau eines Luftschiffes beschäftigt sein, das Sturm und Wetter trotzt und viele Menschen über weite Länder hinführen kann. Unter unsäg­lichen Opfern, mit einer unbeugsamen Energie hat Graf Zeppelin in Friedrichshafen seine Er« sindung entwickelt und ausprobiert. Von den Reichsbehörden fand er keine Unterstützung, man erkannte dort nicht den überlegenen Vorteil des starren" Luftschiffsystems an, das Graf Zeppelin vertrat. Nur der Erfolg konnte dem schwäbischen Grafen die Durchführung seines Werkes ermög­lichen Mit fast spöttischer Neugier verfolgte man die ersten Bauversuche und die Errichtung der schwimmenden Luftschisfhalle auf dem Bodensee. Die Naturkräfte ließen sich das Eindringen in den Aether nicht so ohne weiteres gefallen. Sie korri­gierten mit einem energischen Bruch manchen Feh­ler des Rechenstiftes. Doch der Graf schreckte vor dem gewaltigen Gegner nicht zurück, der die träge Masse des Wassers hoch aufpeitschen, Bäume, Häufer niederlegen und, wenn sich der Sturm zum Tornado entwickelt, ganze Erdstriche verwüsten kann. Das erste Luftschiff des Grafen Zeppelin war im Januar 1906 bei einer Versuchsfahrt über dem Bodensee einem orkanartigen Sturm zum Opfer gefallen, Motoren und Steuer waren ihm nicht gewachsen gewesen. Aber es war ein neues Luftschiff entstanden, und der Graf hatte es so ver- beffert und seine Bewegungskraft so verstärkt, daß er es wagen konnte, die erste Fahrt über Deutsch­land anzutreten.

Und' nun verstummten die Spötter. Es war ein Feiertag in Deutschland, als bekannt wurde, daß der kühne Eroberer der Lüfte es wagen würde.

schiff eine unübersehbar bedeutungsvolle Aufgabe zukomme.

Früh um vier Uhr hatte es sich vom Bodensee erhoben, abends um sechs Uhr ging es auf dem Rhein bei Oppenheim nieder, da eine kleine Repa­ratur am Motor vorgenommen und Benzin auf- gefüllt werden mußte. Nach kurzer Unterbrechung wurde die Fahrt fortgesetzt. Morgens sechs Uhr war auf dem Rückweg Stuttgart überflogen war- den, man hoffte bereits auf eine glückliche Heim­kehr. Da stellte sich ein neuer Schaden am Ge­stänge des Motors ein. Graf Zeppelin mußte sich zu einer zweiten Landung entschließen und wählte hierfür dieFilder Ebene bei Echterdin - g e n in Württemberg. Sie ging glatt von statten, und zwei Kompagnien Grenadiere hielten das Un­getüm an den Haltetauen. Von Stuttgart waren drei Eisenbahnwagen mit Gas unterwegs. Im weiten Umkreis begann eine Völkerwanderung nach der Landungsstelle, um das Flugzeug der Zu­kunft in Augenschein zu nehmen. Da plötzlich, nachmittags drei Uhr, als die Vorbereitungen zur Weiterfahrt fast abgeschlossen waren und der Graf sich in einem Gasthofe ausruhte, geschah das Un« erwartete. Eine plötzlich autretenbe Gewitter« böe nahm das Luftschiff in ihre Gewalt, entriß es dem Anker und den Haltetauen und schleuderte es zweihundert Meter weiter fort Der Monteur, der in der Gondel geblieben war, fand nicht mehr Zeit, die Ventile zu ziehen. Plötzlich war der Ko« loß in Feuer gehüllt, und wenige Minuten später ein wüster Trümmerhaufen. Es konnte als Glück bezeichnet werden, daß nur zwei Schwer« verletzte, ein Monteur und ein Soldat, von der Katastrophe mitbetroffen waren. Bleich, in schmerz- lichster Erregung stand der herbeigecifte Gras Zep­pelin vor den Ueberreften seiner Hoffnungen. Alles schien verloren, denn er hatte für dieses Schiff sein Letztes gegeben, und er mußte fürchten, daß seine Gegner nunmehr endgültig triumphieren würden.

Aber dieser Brand wurde zum leuchtenden Fa- nal für sein Werk. Das deutsche Volk sah nicht die Trümmer, es fühlte, ,daß diefes Mißgeschick noch mit den Kinderkrankheiten des abenteuerlichen Schiffes zusammenhing und für die Zukunft oer- meidbar gemacht werden konnte, es sah nur den Zeppelin, der siegreich durch die Lüste geeilt war, als Symbol deutschen Glaubens, deutscher Tat­kraft, eines echt deutschen kühnen Wagens. Eine nie erlebte Begeisterung riß das deutsche Volk em­por und griff weit über die deutschen Grenzen. Es stand sofort bei allen fest: der Zeppelin, der am 5. August 1908 bei Echterdingen in einer Gewit­terböe gescheitert war, war in den Herzen nicht untergegangen, sondern wie ein Phönix neu er­standen. Die Regierung stiftete sogleich 50000G Mark und jeder im deutschen Volke griff in sei­nen Beutel, um ein Scherflein für den Bau eines neuen Zeppelins beizutragen. Aus der ganzen Welt kam ermunterndes Beileid, hilfreiches Geld. Graf Zeppelin, der durch die tiefste Stunde feines Lebens geschritten war, stand im hellen Sonnen­schein des Erfolges, umringt von der Liebe und Bewunderung seines Volkes, das in ihm einen der größten Deutschen erkannt hatte.

Zeppeline erstanden in großer Zahl, trugen in schwerer Kriegszeit den deutschen Angrisssgeist furchtgebietend in die feindlichen Länder, brachten den Helden in Afrika Grüße und Hilfe. Zeppeline umflogen die Welt, durchforschten die unzugäng- liche Arktis, sind zu zuverlässigen, pünktlichen Verkehrsmitteln zwischen den Kontinenten gewor­den. Echterdingen wurde zum Ausgangspunkt be­glückenden deutschen Erlebens.