Ausgabe 
4.7.1933 Erstes Blatt
 
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von Pillau nach Swinemünde. Diese Fahrt i*t in ihrer Programmgestaltung sehr geeignet, Len Teilnehmern die eigenartige Schönheit ostpreußi- scher Landschaft vor Augen zu führen. Dar viele Deutsche befinden sich heute in einem ernst­haften Widerstreit zwischen Pflicht und Neigung. Die allen Germanen eingewurzelte Sehnsucht nach der Fremde kämpft mit dem Bedenken, ob es recht und vaterländisch sei, gerade in dieser Zeit ins Ausland zu reisen. Hier bringt die Reise 14 Tage rund um die Ostsee" eine ideale Lösung. Auf deutschen Schiffen wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten, die Stätten uralter germani­scher Kultur und die malerischen Küstenstriche der in der deutschen Geschichte so schicksalsschweren Ostsee zu besuchen. Die Seefahrt ohne jede Lieberfüllung an Bord gestattet eine geruhsame

Oie Hauptversammlung.

Am Samstagabend hielt die Baugenossen­schaft 1 8 9 4 zu Gießen imPostkeller" ihre dies­jährige Hauptversammlung ab. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende H. Fourier bekannt, daß ein Teil der Vorstands- und Aufsichtsratsmit- glisder ihre Aemter zur Verfügung gestellt habe; die geschäftsfübrende Verwaltung bestehe zur Zeit nur noch aus den Herren: Fourier, Müller, Allendörfer, Bergen und Schneider. Sodann gab er einen Rückblick auf die Vereinsge­schichte und verbreitete sich über das Geschäftsjahr 1932. Das vergangene Jahr fei für die Baugenos­senschaften kein angenehmes gewesen, denn es be­standen für viele große Schwierigkeiten. Die Bau­tätigkeit stockte, da die Stadt Gießen keine Zuschüsse leistete und das Erbbaurecht zeitweise aussetzte; das letztere sei für die gemeinnützigen Baugenossen­schaften hinsichtlich des Erwerbs von Baugelände zu mäßigem Zinsfuß besonders wichtig.

Obwohl der Bauindex in 1932 gegen dem frührer Jahre bedeutend gesunken sei, kam trotzdem die Bautätigkeit nicht in Gang. Die Beschaffung von Baukapital zu günstigen Bedingungen sei kaum möglich. Durch die herrschende große Not war die Aufbringung der Wohnungsmiete für viele Mieter äußerst schwierig.

Die TNietsähe könnten gegenüber anderen Bau­genossenschaften als niedrig bezeichnet werden.

Ab 1. April 1933 seien die Mieten für nach 1924 errichtete Wohnungen abermals gesenkt worden. Weitere Mietsenkungen würden durch Verhandlun­gen mit den in Frage kommenden Körperschaften angestrebt. Die Frage der Bereitstellung größerer Summen für Reparaturen, zum Teil durch Um- , züge bedingt, trete immer mehr in den Vordergrund. > Im Jahre 1932 wurden vier Doppelhäuser (acht I

S ? 6uter reichlicher Verpflegung. Der Aufenthalt in den Häfen ist so bemessen, daß es zu einer Besichtigung der Städte, und zu Aus- slugen in die malerische Umgebung ohne jede Llebersturzung genügt. Die Fahrten beginnen in Stettin und fuhren über Zoppot, Reval, Wiborg, Helsingfors, Stockholm, Wisby und Kopenhagen. Anmeldungen und Auskünfte er­teilt das hiesige Hapag-Reisebureau, Selters- weg 89. Auf die heutige Anzeige sei besonders htngewiesen.

, ** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterie. Die Lose zur vierten Klasse müssen bei Verlust des Anrechts bis zum 5. Juli, 18 Uhr, bei der zuständigen Lotterieeinnahme zur Einlösung ge­langen.

Wohnungen) in dem Gelände hinter der Eisenbahn- strecke GießenFulda^ zwischen Licher Straße und Altem Steinbacher Weg errichtet; diesen Bauten folgten im Jahre 1933 zwei weitere Doppelhäuser. Die Errichtung dieser Häuser sei nur dadurch mög­lich gewesen, daß Mitglieder einen Teil des Bau- kapltals.Zur Verfügung stellten. Zur Zeit seien aber die flüssigen Mittel der Baugenossenschaft 1894 für Neubauten erschöpft.

2en Kassenbericht erstattete der Rechner H. Wölfer, indem er die einzelnen Posten der Bilanz für 1932 eingehend erläuterte.

Cs betrug die Aktiva: Unbebaute Grundstücke 7000 Mark, im Eigentum der Genossenschaft ver­bleibende Häuser: a) vor 1918 erbaute Häuser 36 960 Mk., b) nach 19181923 erbaute Häuser 151 686 Mk., c) nach dem 1. Januar 1924 erbaute Häuser 2 043 017,05 Mk., d) Erwerbshäuser ohne Kaufanwärteroerträge 7 440 Mk., e) im Bau be­findliche Häuser 26 211,02 Mk., Geschäftseinrichtun- gen 2,40 Mk., eigene Hypotheken und Restkaufgel- der 11 700 Mk., Bank- und Sparkassenguthaben 11965,35 Mk., Kafsenbestand 1 486,59 Mk., Rück- ständige Nutzungs- und Mietgebühren 4 567,50 Mk., zusammen 2 302 035,91 Mark.

Die Passiva verzeichnet: Geschäftsguthaben der Mitglieder 109 698,15 Mark, Rücklagen: gesetz­liche Rücklage 10 731,34 Mk., Hilfsrücklage 99 159,66 Mk., Erneuerungsrücklage 32139,08 Mk., Aufwer­tungsrücklage 32 719,67 Mk., Hypothekenschulden 1 933 364,31 Mk. Schuldverschreibungen 8 550 Mk., von Hausanwärtern geleistete Zahlungen 27 054,88 Mk., Zwischenkredite und kündbare Anleihen 450 Mk., Spareinlagen 4 290,85 Mk., sonstige Schulden 5 789,14 Mk., gestundete Straßenkostenbeiträge 19 838,60 Mk., gestundeter Geländekaufpreis 9 454,38 Mk., Reingewinn 8 795,85 Mark, zusammen 2 302 035,91 Mark.

Die Gewinn, und Derlustrechnung weist aus: Soll: Noch zu zahlende Zinsen für auf- genommene Kapitalien 1 537,50 Mark, Zinsen für aufgenommene Kapitalien 84 222,15 Mk., Zinsen ür Spareinlagen 748,65 Mk., Steuern und Ab- ;aben 36 937,40 Mk., Derwaltungskosten 3 580 Mk., vnstige Ausgaben 2034,67 Mk.. Unterhaltungs­kosten für Wohnhäuser 15 823,39 Mk., Abschreibun- gen auf Geschäftseinrichtungen 95 Mk., Abschrei­bungen auf Wohnhäuser 30 964 Mk., Reingewinn 8 795,85 Mk., zusammen 184 738,61 Mark. Haben: Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 1 638,82 Mk., Miete von Wohnungen 177 700,40 Mk., noch aus­stehende Mieten 4 308,50 Mk., sonstige Einnahmen 1090,89 Mk., zusammen 184 738,61 Mark.

Die Zalll der Mitglieder betrug zu Beginn des Jahres 78«, der Zugang 7, der Abgang 22, der Be­stand Ende 1932: 773. Das Mitgliederouthaben be­trug 1932: 109 698,15 Mark, d(e Haftsumme der Mitglieder 277 500 Mark. Der Verlauf des Ge­schäftsjahres in bezug auf Finanzgebarung war be- friedigend.

Die Herren Direktor Bergen und Schnei- der gaben den Revisionsbericht, der die Kassrnfüh- rung als gewissenhaft und mustergültig bezeichnet und den Antrag auf Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats im Gefolge hatte.

Die Aussprache war sehr lebhaft, die Senkung der Mieten stand im Mittelpunkt der Diskussion.

Dem Vorstand und Aussichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die Verteilung des Reingewinns von 8795,85 Mark erfolgte dem Vorschläge des Vor­standes gemäß.

Weiter wurden die Anweisungen für die Ge­schäftsführung und Satzungsänderungen angenom­men. Der Vorstand setzt sich in Zukunft aus fünf, der Aufsichtsrat aus sieben Personen zusammen; der letztere wählt auch den Vorstand. Als Vertreter der Stadt Gießen kommt je ein Mitglied in den Dor- stand und Aufsichtsrat.

In den Aufsichtsrat wurden folgende Herren ge- wählt: Diplomingenieur Kronjäger, O. Wer- ner, Schneuker, Siegel, Pfeif und H. Schneider, letzterer wurde als Vorsitzender des Aufsichtsrates bestimmt. Durch die Neuwahl der Ge­nannten wurde auch in der Leitung der Baugenos- senschaft di» Gleichschaltung durchgeführt.

Wirtschaft.

Frankfurt behauptet.

Frankfurt a. TL, 4. Juli (WTB. - Drahtmel- düng.) Die Lage an den heutigen Aktienmärkten konnte im allgemeinen als nicht unfreundlich bezeich­net werden. Die Gefährdung der Weltwirtschafts­konferenz war von keiner nachhaltigen Wirkung. Die Aufwärtsbewegung der amerikanischen Börsen war dagegen mehr beachtet, auf der anderen Se'te machte sich die Orderlosigkeit auf allen Gebieten hemmend

Baugenossenschaft 1894 zu Gießen

Bekanntmachungen des NS.-Lehrer- bundes (Kreis Gießen).

hessische Erziehertagung am 8. und 9. Dull zu Darmstadt.

An der Hessischen Erziehertagung, die am 8. Juli, 20 Uhr, im Städtischen Saalbau Darmstadt mit einem Begrüßungsabend beginnt (Programm siehe Schulbote für Hessen", Nr. 19, vom 29. Juni 1933) beteiligen sich die Mitglieder des NSLB. geschlossen. Sofortige Anmeldung mit Angabe, ob Wohnung ge­wünscht wird (Hotel oder Privat und wieviel Betten) hat sofort an die Geschäftsstelle des NSLB. Darm­stadt, Wendelstadtstraße 15 p. zu erfolgen. Sonntags- karten werden gegen Lehrerausweis schon am Sams- tagoormittag ausgegeben. Die Teilnehmergebühr für die ganze Tagung beträgt 1 Mark.

Der Kreisobmann: Dr. H e n ß.

Arbeitsgemeinschaft für Lesebuchsrugen.

Im Rahmen des NS.-Lehrerbundes, Kreis Gie­ßen, wird eine Arbeitsgemeinschaft für Lesebuchfragen gebildet, die die Aufgabe hat, die grundsätzlichen Forderungen an ein zeitgemäßes Lesebuch zu erarbeiten. Als Leiter dieser Arbeits- geminschaft ernenne ich den Lehrer Dr. Kam m e r. Villingen. Lehrer, die in dieser Arbeitsgemeinschaft Mitarbeiten wollen, werden aufgefordert, sich um­gehend schriftlich bei dem unterzeichneten Kreisob- mann zu melden.

Der Kreisobmann: Dr. H e n ß.

bemerkbar. Die Ausschläge gingen jedoch selten über 1 v. H. nach beiden Seiten hinaus. Innerhalb dieser Grenze lagen höher JG.-Farben, Licht und Kraft, Mannesmann, Phönix und Buderus, schwächer da­gegen Scheideanstalt, Gesfürel, Deutsche Linoleum, Nheinstahl und Hapag. Höher gewannen Bekula, mit plus 1,25 v. H. Höheren Verlust verzeichneten Zell­stoff Walühof (2,25 v. H.) und Klöckner-Werke ( 1,25 v. H.).

Der Rentenmarkt zeigte eine uneinheitliche Tendenz auf. Von Reichsanleihen gaben Neubesitz 0,20 v. H., Altbesitz 0,40 v. H. nach. Von Industrie- Obligationen tendierten Stahlverein 0,75 o. H. schwächer, dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,50 v. H. höher. Infolge der Währungs-Erholung in Mexiko, einer entsprechenden Bewegung am Silber« markt und auf festere Pariser Notierung hin, er­schienen 5prozentige innere Mexikaner nach Plus- Plus-Zeichen um 2 v. H. und 3prozentige Mexika­ner um 1^0 v. H. fester. Rütgerswerke kamen auf die Reichsgerichtsentfcheidung 2 v. H. - höher zur Notiz. Der Pfandbriefmarkt lag 0,25 bis 0,75 v. H. abgeschwächt und seine Verfassung beeinflußte auch die übrigen Renten im Verlauf nach unten.

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