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2.9.1933 Erstes Blatt
 
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nr. 205 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Samstag, 2. September 1933

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Nürnberg im Epiegel des Auslandes.

Die Wett und wir.

Die letzten Tage haben Kundgebungen des nationalsozialistischen Deutschland gebracht, die die Welt zwangen, sich erneut mit der unge­heuren politischen und seelischen Wandlung aus­einanderzusetzen, die das deutsche Volk seit Be­ginn dieses Jahres sichtbar al'en denen, die ehr­lich und unvoreingenommen sehen wollen, durch- gemacht hat. Cs ist ja nicht so, daß das Aus- ind sich mit dem zufrieden gibt, was die Träger imb Nutznießer des am 30. Januar zusammen­gebrochenen Systems, die aus begreiflicher Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden, den Staub Deutschlands von ihren Füßen schüttelten, nun jenseits der Grenzpfähle über dieses neue natio­nalsozialistische Deutschland an Schauermärchen ausstreuten. Der wahrheitsliebende Ausländer, der abseits von der breiten Straße einer sen­sationshungrigen Doulevardpresse in die Tiefe zu dringen und den Kern des Reuen in Deutsch­land zu erfassen sucht, spürt das Verlogene und Verzerrte in den blutrünstigen Schilderungen der Emigranten sehr wohl, aber die alte Gewöhnung, über dem Zwiespältigen im deutschen Volks- charakter, durch den selbstmörderischen Hang zu nörgelnder Kritik und Besserwisserei allzu selbst­gefällig zur Schau getragen, den Willen hur Ge­meinschaft zu übersehen, über der individuellen Auffassung des Einzelnen vom Staat den Blick für den Staat als Ganzes zu verlieren, diese lieb- gewordene Gewohnheit macht es heute auch dem gutwilligen Ausländer begreiflicherweise schwer, die rechte Anschauung vom Zusammenschmelzen von Volk und Staat zur deutschen Ration, kurz von der Geburtsstunde des Dritten Reiches zu erhalten und über dem gewiß nicht zu leugnenden aber grundsätzlich bedeutungslosen Mancherlei garenden und richtungsuchenden Kleinkampfs im neuen Strombett deutschen Staatslebens das po­litisch Wesentliche, Bleibende und Zukunft­weisende ins Auge zu fassen und im Auge zu behalten. Da sind Gedenk- und Mahntage wie Tannenberg, Riederwald und Rürnberg will­kommene Dlickfängcr, weithin dringende Kund­machungen des politischen Wollens einer neu­gewonnenen deutschen Volksgemeinschaft.

Das gewaltige steinerne Ringmal, das von acht trutzigen Türmen ragend flankiert bei Tannen­berg, der Stätte folgenschwerster deutscher Rie­derlage und leuchtendsten deutschen Sieges, über Seen und Wälder ostpreußischen Landes weit hin- ausweist gegen die polnische Grenze, ist durch die Ostlandtreucsahrt der deutschen Kraftfahrer und die imposante Huldigung für den greifen Heer­führer im Kampf gegen die andringende Slawen­flut erneut Symbol geworden für den Willen des deutschen Volkes, hier im Osten treue Wacht zu halten und wenn es not tut, jeden Fußbreit müh­sam für deutsche Kultur eroberten deutschen Bo­dens bis zum letzten Blutstropfen gegen jeden Angriff beutegieriger Rachbarn zu verteidigen.

Tannenberg ist Erinnerung an den Verzweif­lungskampf des Deutschen Ritterordens, der nach der Riederlage von 1410 nur noch kurze Zeit dem Ansturm der Polenkönige zu widerstehen ver­mochte und bald ihre Oberhoheit über deutsches Land bis zu den Küsten der Ostsee anerkennen mußte. Tannenberg ist aber auch Erinnerung an den genialen Sieg Hindenburgs über die russi­schen Massenheere, der damit das deutsche Land westlich der Weichsel vor dem grauenvollen Schick­sal bewahrte, Okkupationsgebiet der Zarenarmeen zu werden. Was das bedeutete, haben die Ost­preußen in den wenigen Wochen russischen Vor­dringens schaudernd erleben müssen. Aber damals wurde auch schon der Grund gelegt für das vor­zeitige Ausscheiden Rußlands aus den Reihen unserer Gegner, denn von den Vernichtungsschlä- gen bei Tannenberg und an den masurischen Seen haben sich die Russen nie wieder erholt, für den Keim der bolschewistischen Zersetzung war durch die schweren Riederlagen des Zarentums auf den vstpreußischen Schlachtfeldern der Boden bereitet, ein aus der Sllufion eigener Unwiderstehlichkeit gerissenes Volk lag der Revolution offen. Es ist nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn in Ixm August» und Septembertagen 1914 dem deut­schen Volk hier im Osten nicht in Hindenburg der Retter erstanden wäre.

So ist Tannenberg, einst vor einem halben Jahr­tausend Ursprung deutscher Not und schmerzlichen Verzichts auf deutsches Land, in unseren Tagen zu einem frischen Quell seelischer Kraft für unser gan­zes Volk und eine stete Mahnung tiefster Schictsals- verbundenheit des Reiches mit dem deutschen Osten. Hier wird das Deutschtum einmal wieder, wie einst bei Tannenberg, den Beweis erbringen müssen, ob es als Volk Lebensberechtigung besitzt. Das Polentum hat seit demDiktat von Versailles, das ihm weite Gebiete alter deutscher Kultur überant­wortete, dank der Schwäche des Reiches in dem vergangenen Jahrzehnt mitten im Frieden feine Stellungen weit vorschieben können. Die erhöhte Aufmerksamkeit, die das nationalsozialistische Deutsch­land seinen Grenzgebieten im Osten schenkt, zeigt, daß die für das deutsche Schicksal schlechthin ent­scheidende Aufgabe der sturmfesten Untermauerung deutscher Widerstandskraft im Osten klar erkannt und frisch angepackt wurde. Des ostpreußischen Oberpräsidenten Koch beispielgebende Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die Inangriff­nahme großzügiger Pläne zu einer Festigung der ostdeutschen Wirtschaft durch Bauernsiedlung und Heranziehen einer bodenständigen Industrie, schließ­lich die Befruchtung ostdeutschen Kulturlebens durch besonderen Ausbau der Grenzhochschulen Königs­berg und Breslau, das alles sind verheißungsvolle Anfänge, die, symbolisch gefaßt in der rationalen Huldigung für einen großen Sohn ostpreußischer Erde, aller Welt zeigen mögen, daß das national-

Starker Eindruck in England.

London, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Reichsparteitag in Nürnberg steht im Brenn­punkt des englischen Interesses. Den Berichten der dorthin entsandten Sonderkorrespon­denten sowie den redaktionellen Kommentaren ist der größte Raum in der Morgenpresse eingeräumt. Bilder des Kanzlers bei seiner Eröff­nungsansprache sowie photographische Aufnahmen von Szenen in der Feststadt vermitteln der eng­lischen Leserschaft ein anschauliches Bild von der Bedeutung der Tagung. Die Proklamation des Führers wird ausführlich miebergegeben. Offensicht­lich haben die Feierlichkeiten auf die englischen Beobachter einen starken Eindruck gemacht. Ausführlich verweilen sie bei der ergreifenden Szene, wie Tausende das Dankgebet fingen und mit tiefem Schweigen die Namen derer anhören, die für die Bewegung gefallen sind. Sie beschrei- ben die blutgetränkte Flagge des Aufmarsches vor der Münchener Feldherrnhalle im Jahre 1923, die mahnend und erinnernd über der Versammlung wehte. Die Berichte heben insbesondere auch d i e Begrüßung der Vertreter des faschi- stischen Italiens hervor. Stark beachtet wird ferner der Satz aus der Rede von Heß, daß es sich nicht mit dem gesunden Menschenverstand der Nationen, die ihren Erfolg in friedlichem Fort­schritt erreicht haben, vertrage, einen Krieg zu wollen. Die Proklamation Hitlers erschien erst in den späten Nachmittaasstunden in den Londoner Tageszeitungen, so daß die Presse noch keine Ge­legenheit gefunden hat, Kommentare zu bringen. Die englischen Blätter stellen an den Anfang die Worte Hitlers, daß es zwar schön und nützlich wäre, die Macht in den Händen zu haben, daß es aber noch schöner und nützlicher sei, die Liebe und Zuneigung des ganzen Volkes zu be­sitzen. Hervorgehoben wird auch die Mitteilung, daß Deutschland um Haaresbreite einer kom­munistischen Revolution entgangen sei, woran noch jo viele Menschen im Auslande nicht glauben wollten.

Großes Zniereffe in Amerika.

Reuhork, 1. Sept. (TU.) Die Reuyorker Presse verfolgt die Rürnberger Parteitagung mit größtem Interesse. DieR e w y o r k Times" bringt auf ihrer Hauptseite eine eindrucksvolle Darstellung, in der besonders auf die glänzende Organisation hingewiesen wird. Die ganze Ver­anstaltung beleuchte in bestem Sinne das nativ- nalsozialistische Organisationstalent und die na­tionalsozialistische Leistungsfähigkeit. Für alles sei vorgeforgt. Der Vertreter derRewyork Ti­mes" ist besonders günstig beeindruckt durch die mustergültigen Vorbereitungen für die Ausländs­korrespondenten.

Eauerwein bewundert die nationale Disziplin.

Paris, 1. Sept. (TU.) DerParis S o i r" hat diesmal nicht feinen Berliner Vertreter, sondern den bekannten Außenpolitiker Jules Sauerwein nach Nürnberg entsandt, um der nationalsozialistischen Parteitagung beizuwohnen. Sauerwein ist bemüht, die Vorgänge in der alten Kaiserstadt objektiv darzustellen und unter- st r e i ch t insbesondere d i e unerhörte D i s z i p l i n, die in den Reihen der nationalsozia- liftischen Gruppen herrscht. Tausende von Frei­willigen, so betont er, seien zur Verfügung der ausländischen Gäste und der Journalisten gestellt worden und ständen ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Gerade den Journalisten habe man nicht nur Karten ausgehändigt, die es ihnen er-

sozialistische Deutschland im Bewußtsein seiner in neuer Einheit wiedergewonnenen Kraft niemals auf fein Recht verzichten wird, mannhaft und tapfer einzutreten für die Sicherung der deutschen Grenzen und eine Wiedergutmachung des ihm in Versailles auferlegten Unrechts. Die Welt muß ein- sehen lernen, daß die Zerreißung Obers-hlesiens, die willkürliche Grenzziehung in Posen und Westpreu­ßen, der Weichselkorridor, die Abtrennung T^nzigs und Memels im ohnehin gefährdeten Gebiet der großen Völkernaht zwischen Mittel- und Osteuropa einen Zündstoff aufgespeichert haben, der über kurz oder lang das mühsam errichtete und ängstlich ge­hütete Friedensgebäude Europas in die Luft spren­gen muß, wenn nicht mit aller Entschlossenheit eine vernünftige Bereinigung der blutenden Grenze im deutschen Osten in Angriff genommen wird.

Vom Osten zum Westen, von Tannenberg zum Riederwalddenkmal im sonnendurchflute­ten Rheingau, wo am gleichen Tage die Saar­länder in die Hand des Reichskanzlers den Schwur unwandelbarer Treue zu Volk und Reich leisteten. Hier am ehernen Denkmal einer auf den französischen Schlachtfeldern wiedergcwonnenen deutschen Einheit vernahmen die Saarländer das Treugelöbnis des Kanzlersweder kann das Reich Verzicht leisten auf euch, noch könnt ihr verzich­ten auf Deutschland". Und die jubelnde Zustim­mung, die der Führer des neuen Deutschlands bei diesen Worten fand, hat den Ausspruch Elernen- ceaus von den 150 000 Saarfranzosen vor aller Welt am treffendsten Lügen gestraft. Die Kund­gebung am Riederwalddenkmal und in lehrreicher Parallele dazu die kümmerlichen Demonstrationen kommunistischer und sozialdemokratischer Elemente haben jedem, der offenen Auges nüchtern und un­voreingenommen Die Dinge betrachtet, die letzten

laubten, überall hindurchzudringen, sondern man befördere sie auch mit Autobussen von der Festhalle bis zum Luitpoldhain. Viele Beamte sprächen zu ihnen in ihrer Muttersprache, wenn sie des Deutschen nicht mächtig seien. Alle ständen unter dem Befehl eines nationalsozialistischen Füh­rers, der bemüht sei, ihnen ihre Arbeit zu er­leichtern. Die Kundgebung des Führers, die bei der Eröffnungssitzung verlesen worden sei, hätte eine Eröffnungsansprache für einen philosophischen Kur­sus darstellen können, wenn die unerhörte Wirklichkeit dieser Worte nicht einen greifbaren Sinn gehabt hätten. Sauerwein stellt

Festabend in Nürnberg.

Frohes Menschcngetriebe in allen Straßen

Nürnberg, 1. Sept. (TU.) Nachdem am Freitagabend der weitaus größte Teil der Sonder­züge mit den Amtswaltern Nürnberg erreicht hat, hat das Nürnberger Straßenbild eine noch weitere Belebung erfahren, wie man sie' kaum für möglich halten möchte. In Stärke von vielleicht 2000 Mann marschierten die Träger der politischen Organisationen Schlesien mit weit über 100 blumengeschmückten NSBO.-Fahnen und in Begleitung von Bergmanns-Kapellen in vollen Uniformen von Jubel umbrandet an der dichten Menschenkette vorbei durch die Straßen der Alt- stadt in ihre riesigen Quartierhallen bei den Sie» mens-Schuckertwerken. Bei ausgezeichneter Stim­mung sind auch die Danziger, die in kleineren Trupps die Stadt durchziehen und unaufhörlich ihren Kampfruf erschallen lassen:Danzig bleibt deutsch!". Ihr glühendes Bekenntnis zum deutschen Danzig findet bei allen freudigen und begeisterten Widerhall.

Wie schon am Abend vorher sind die Hotels, Cafös und Restaurants bis zum letzten Platz besetzt. Jetzt sieht man in großen Scharen auch die Angehörigen der N S. - F r a u e n s ch a f t und das frische Jungvolk des Bundes Deut­scher Mädchen. Die Jugend fühlt sich so recht wohl in diesem feierlichen (Betriebe der Stadt und zeigt, so groß die Anstrengungen der Fahrt auch gewesen sein mögen, d i e größte Ausdauer bei der Erwartung der vor ihren Hotels an- und abfahrenden Führer. Mancherlei Trachten sieht man: Spreewälderinnen, Frauen aus Bückeburg, in ihrer malerischen Tracht, Mecklenburgerinnen fröhliche Hitlerjugend durchzieht singend und be­geistert die Stadt und möchte lieber zu spät als zu früh draußen im Lager fein. Bis gegen Mitternacht wogt das Menschengetriebe in den Straßen, die jetzt auch leichter zu begehen sind, weil der Auto- und Fahrradverkehr bis auf ganz wenige Ausnahmen mus der Innenstadt seit Mittag f a st völlig gebannt ist. Ein leiser Regen, der zeit­weise herniederrieselte, hat die fröhliche Stimmung nicht im geringsten trüben können.

Oie Teilnahme am Rundfunk.

Rürnberg, 1. Sept. (TU.) Die Parteileitung der nationalsozialistischen Bewegung gibt folgen­des bekannt:

Infolge der beschränkten räumlichen Verhält­nisse in Rürnberg ist es nur einem Teil der nationalsozialistischen Parteigenossenschaft mög­lich, das große diesjährige Parteitreffen persön­lich mitzumachen. Um hier wenigstens einen kleinen Ausgleich zu schassen, ist Vorsorge getroffen wor­den, daß die Hauptteile der Rürnberger Veran­staltungen durch den Rundfunk auf alle

Zweifel über den Ausgang der Abstimmung über das Schicksal des Saarlandes behoben. Die Stimme des Blutes, die enge Raturverbundenheit ihres Grenzlandcs mit der Mutter Germcmia wird den deutschen Volksgenossen an der Saar trotz wirt­schaftlicher Lockungen, französischer Kulturpropa­ganda und der neuerdings dort besonders regen Hetze marxistischer Emigranten zur rechten Stunde das rechte Wort auf die Lippen drängen: Zu­rück zum Reich!

Nach Tannenberg und Niederwald, deutschen Erenzlandkundgebungen in Ost und West, in der alten Reichsstadt Nürnberg mitten im Franken­lande der nationalsozialistische Reichsparteitag, Siegesfeier und Zukunftsprogramm zugleich, in den gewaltigen Eindrücken der ersten Tage aber auch schon Symbol einer neuen Volksgemeinschaft, die aus der auf Ostpreußens Schlachtfeldern und am vielumstrittenen Rheinstrom geweckten Erinnerung an große Taten deutscher Vergangenheit Glaube und Kraft schöpfte für den Kampf um eine deutsche Zukunft. Auch in Nürnberg wandten sich die Blicke des Führers und feiner Kampfgenoffen rückwärts auf die langen Jahre einsamen, zähen, oft verspot­teten, aber niemals aufgegebenen Ringens um die deutsche Seele, an deren Ende die Erfüllung des alten Traums vom Dritten Reich steht. Noch ein­mal deutet Adolf Hitlers Botschaft an den Parteikongreß den Weg des National­sozialismus zur Führung der Nation, um dann die weltanschaulichen Grundlagen des Regierungsprin­zips im neuen nationalsozialistischen Staat zu er­läutern und in die Zukunft weisend von den großen Aufgaben zu sprechen, die der Partei als der Träge­rin deutschen Schicksals gestellt sind. 2lber Nürnberg greift als Erlebnis weit über die Grenzen der na- tionalsoziakiftischen Bewegung hinaus. In den von

sodann fest, daß in der Eröffnungsansprache kein Wort von der Außenpolitik gesagt worden fei und daß die ganzen Gedankengänge in kurzer und prägnanter Form vorgebracht worden feien.

Habicht fährt Hofer entgegen.

Rürnberg, 1. Sept. (TU.) Der Landesleiter der RSDAP. in Oesterreich, Habicht, der sich zur Zeit in Rürnberg aufhält, hat, wie wir hören, die Absicht, nach Bozen zu fahren, um den aus der Haft entkommenen Gauleiter Hofer nach Rürnberg abzuholen.

Die Teilnehmer am Feffzug treffen MMnberg ein

Sender übertragen und damit dem gan­zen deutschen Volk zugänglich gemacht werden. Es ist der Wunsch der Parteileitung, daß alle Reichs-, Landes- und Kommu­nalbehörden sowie auch Arbeitgeber insbesondere den Mitgliedern der nationalsozia­listischen Bewegung dicMöglichkeit geben, am Samstag und Sonntag die Ueber- tragung der Rürnberger Veranstal- tung im Rundfunk mitanzuhören. Selbstverständlich muh das in Einklang ge­bracht werden mit wirtschaftlichen Er­fordernissen und ungestörter Durch­führung wichtiger Arbeiten. Sollte je­doch durch Verschiebung der Arbeitszeiten für Ra­tionalsozialisten ihre Teilnahme an den Rürnber­ger Veranstaltungen wenigstens am Rundfunk möglich gemacht werden können, so wird seitens der Parteileitung ersucht, davon in weit­gehendstem Maße Gebrauch zu machen.

Appell der Amtswalter.

Nürnberg, 2. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der Vormittag des vierten Tages des Reichsparteitages stand im Zeichen des Appells der Amts­walter auf der Zeppelinwiese am Dutzendteich. Schon in den frühen Morgenstunden marschierten die braunen Kolonnen, die sich gau- weise unter Vorantritt der Fahnen sammelten, in zwei großen Marschkolonnen über die Straßen des Triumphes zur Zeppelinwiese. Die Gaue traten in Zehnerreihen an und hielten eine vorbildliche Ordnung. Keiner der braunen Männer war ohne Blumenschmuck. Mit klingendem Spiel zogen die Säulen der Freiheitskämpfer durch die Straßen, von allen Seiten mit Jubel überschütt t e t. Das Aufmarschfeld, die Zeppelinwiese, war kilometerweit abgesperrt. Dem Gelände konnten sich nur die Inhaber von Karten nähern. So konnte der Aufmarsch reibungslos vonstatten gehen. Das Ge­lände selbst wird von der H a u p 11 r i b ü n e be­herrscht, auf der in etwa 35 Meter Höhe das Hoheitsabzeichen, flankiert rechts und links von gleichhohen Fahnenmasten, aufgebaut ist. Die Haupttribüne, an die sich Stehtribünen für 60000 Menschen ringsherum anschließen, be­sitzt drei Emporen, auf denen ein Wald von flat­ternden Fahnen aufgebaut ist. Der Aufmarsch der Gaue erfolgt nach einem genau eingezeichneten Plan. Zwischen den einzelnen Säulen war ein Abschnitt für die rund 1 10 0 0 Fahnen frei- gelassen, die einmarschierten, als der Anmarsch der Amtswalter beendet war. Das riesenhafte Feld, an­gefüllt mit der braunen Heerschar, umrahmt von den 60 000 Menschen auf den Tribünen, umstan­den im Hintergründe von hochstämmigen Kiefern­wäldern und überblaut von einem wundervollen Spätsommerhimmel, bot einen herrlichen Anblick.

Wenige Minuten nach zehn Uhr wird durch die Lautsprecher das Kommando gegeben: Achtung,

stolzer Tradition einer ruhmreichen Geschichte erfüll­ten altersgrauen Mauern der selbstbewußten Reichs­stadt feiert das deutsche Volk als Ganzes das Fest feiner Wiedergeburt und kündet der Welt, daß es sich zurückgefunden hat zur heroifchen Weltanschau­ung feiner Väter. Den Vertretern der Auslands- preffe hat der Reichspressechef der Partei dieses Erwachen der Nation eindringlich geschildert und für den aus dem Zusammenwirken von Idee und Persönlichkeit geschaffenen Wandel in der Haltung unseres Volkes um Verständnis geworben. Und der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat mit einer deutlichen Wendung an die Adresse des Aus­landes, das diese deutsche Wandlung mit einer aus Staunen, Bewunderung und Mißtrauen seltsam ge­mischten Aufmerksamkeit beobachtet hat, das über­ragende Interesse des neuen Deutschland an der Er­haltung des Friedens als der selbstverständlichen Forderung des gesunden Menschenverstands beson­ders unterstrichen, eines Friedens allerdings, wie wir hinzufügen dürfen, der Ehre und Gerechtigkeit für alle Völker. Oft genug hat ja der Reichskanz­ler es der Welt gesagt, daß gerade der national» sozialistische Staat als Ausfluß feines völkischen Prinzips der letzte wäre, der die nationalen Inter­essen anderer Völker verletzen könne. Aber das Ge­setz, dem er sich selbst beugt, wünscht er auch von den anderen beobachtet zu sehen. Und wie er selber das Selbstbestimmungsrecht anderer Völker achtet, hat er den Wunsch, das Ausland möge die Neuordnung im deutschen Hause mit der Unvoreingenommenheit prüfen, die allein die Brücke ju einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Völker zu schlagen vermag. So wird Nürnberg, das dürfen wir hoffen, eine neue Bresche schlagen in die Mauer von Verständnislosig­keit und Verhetzung, die heute noch in der Welt so Manche von uns trennt.