Ausgabe 
1.7.1933 Erstes Blatt
 
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sierteS Licht als Mittel zur ^Beifügung, mit deren Hilfe Schlüsse auf den submikroskopischen CBau der tierischen Substanzen gezogen werden lön- nen. Der Redner gab einen kurzen äleberblick über die physikalischen Grundlagen der Polari­sationsmikroskopie und berichtete dann an Hand zahlreicher Lichtbilder über Ergebnisse, die in letzter Zeit mit Hilfe dieser Methode, im wesent- liehen von ihm und seinen Schülern, erarbeitet wurden. Reue Einblicke in den Feinbau tierischer Substanzen und Gewebe wurden erhalten beim Thromatin des Spermienkopfes und der Radio- larien bei den feinen Plasmafortsähen mancher Einzeller, den Wimperplättchen der Rippen­quallen, den Fibrillen der glatten und der quer­gestreiften Muskulatur, beim markhaltigen Rer- den, den Sehstäbchen des Auges, dem Haar der Säugetiere und dem Chitin der Insekten. Don besonderem Interesse waren Ergebnisse über den Dau der leimgebenden Fasern und des Knochens (zu dessen Aufbau leimgebende Fasern und Kalk­salze in gesetzmäßiger Weise vereinigt sind), be­sonders im Zusammenhang mit neuen chemischen Erkenntnissen über die anorganische Knochen­substanz, über die in einer früheren Sitzung der Gesellschaft bereits berichtet wurde (Dgl. Gie­ßener Anzeiger vom 8. März 19331). Lebhafter Beifall der zahlreich erscheinenen Zuhörer dankte dem Redner, der zeigen konnte, wie eine neue Methode nach den verschiedensten Richtungen Dresche schlägt, alte Fragen beantwortet und neue aufwirft. A.

Reichsstatthalter Sprenger nimmt an der Lustfahrt-Werbewoche in Gießen teil

Der Reichsstatthalter in Hessen Sprenger wird am morgigen Sonntag in Gießen weilen, um im Laufe des Nachmittags an der großen Motorflug- oeranstaltung im Flughafen teilzunehmen.

Arzt und Volk."

Der Leiter des neuen Aufklärungsamtes für Be° völkerungspolitik und Rassenpflege bei der deutschen Aerzteschaft Dr. med. W. G r o ß-Berlin wird am kommenden Montag, 3. Juli, in der Reuen Aula der Universität einen Dortrag über das Thema Arzt und Volk" vor der Gießener Klinikerschaft und der gesamten Aerzteschaft halten. Die Vortrags« Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr.

Tödlicher Derkehrsunfall.

Die 32jährige Ehefrau Marie Sch e p p von Har­bach fiel im Laufe des gestrigen Abend einem schwe­ren Unfall zum Opfer. Als sie sich auf der Heimfahrt von Grünberg nach Harbach befand, geriet sie gegen einen Lastkraftwagen, stürzte vom Rade und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß sie sofort von der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen in die Chi­

rurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Die be­dauernswerte Frau hatte schwere Verletzungen am Kopf und außerdem innere Verlegungen erlitten, denen sie heute morgen erlag. Die Ursache des Un­falles ist noch nicht völlig geklärt.

** 100JahreSchreinereiKarlTränk- ner. Am heutigen Tage vor 100 Jahren wurde die Schreinerei Karl Tränkner in der Maigasse 11 gegründet. Der Gründer Georg Philipp Andreas Tränkner, ein im Jahre 1802 gebürtiger Gieße­ner, entwickelte das Geschäft aus kleinsten Anfängen heraus, um es dann seinem Sohne Georg Tränk­ner, dem Vater des heutigen Besitzers, zu über­geben. Bis vor 30 Jahren wurde das Geschäft als Bau- und Möbelschreinerei geführt, dann aber in ein Bcstattungsgeschäft umgewandelt, das sich weit über die Grenzen der Stadt hinaus des besten Rufs erfreut. Das Geschäft hat einen umfangreichen Kun­denkreis und beliefert insbesondere auch verschiedene Bestattungsvereine. Der Sohn des jetzigen Inhabers ist im Geschäft des Vaters tätig, und soll dereinst die Firma übernehmen und die 100jährige Tradition wahren.

* * Prooinzialverband derRuhe - und Warte st andsbeamten. Der Provinzialoer« band Hessen-Nassau der Ruhe- und Wartestands, beamten und Hinterbliebenen hielt hier seine Haupt­versammlung ab. Die Zahl der Ortsgruppen des Provinzialverbandes hat sich im abgelaufenen Be­richtsjahr von 38 auf 41, die Zahl der Mitglieder von 4700 auf 5100 erhöht. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden der 1. Vorsitzende Buder- Kassel und der 2. Vorsitzende Schneider- Frank­furt a. M. wieder-, als 1. Schriftführer Fischer« Marburg neugewählt.

* * Sperrung der Lahn st recke. Die Lahn auf der Strecke vom Wehr bis zum Felsen wird, wie aus einer Bekanntmachung im Amtsoerkündigungs- blatt hervorgeht, am 8. und 9. Juli in der Zeit von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in die- ser Zeit stattfindenden Regatta der Gießener Ruder« gesellschaft 1877 beteiligt sind, gesperrt.

* * Heinrich Schlusnus singt in Bad- Nauheim. Am kommenden Mittwoch, 5. Juli, fin­det im großen Bühnensaale des Kurhauses ein Lie­der- und Arienabend des großen deutschen Barito- niften Heinrich Schlusnus statt. Das ausgewählte Programm (Lieder von Schubert, Schumann, Brahms, Wolf und Strauß sowie Arien aus Opern von Tschaikowsky und Giordano) dürfte bei dem gesangliebenden Publikum besonderes Interesse er­wecken. Der Künstler wird von seinem ständigen Pianisten Franz Rupp (Berlin) am Flügel be­gleitet. Der Vorverkauf befindet sich an der Theater­kasse im Kurhaus. Auf die heutige Anzeige sei be­sonders hingewiesen.

Das Messest der LandesuniverW.

Im Beisein des Reichsstatthalters und des hessischen Ministerpräsidenten.

Zum erstenmal seit der nationalen Erhebung beging unsere Alma mater Ludoviciana in der althergebrachten Form ihre 2 a h r e s f e i e r, die durch die Anwesenheit des Herrn Reichs- statthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, des Herrn hessischen Minister­präsidenten und Chrensenators der Universität Professor Dr. Werner, mehreren Herren des hessischen Kultusministeriums, darunter Ministe­rialrat Ringshausen und Dr. D l a n k eine besondere Weihe erhielt. Die Feier wurde mit einem Einzugsmarsch eröffnet, bei dessen Klängen der akademische Lehrkörper die mit Lorbeeren und frischen Blumen festlich geschmückte und von einer großen Versammlung dicht besetzte Reue Aula betrat. Unter Leitung des Universitäts­musikdirektors Professor Dr. Temesvary brachte der Akademische Gesangverein dann Otto LudwigsMahnung" in einer Vertonung von Temesvary zu Gehör.

Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. A. Ieß begrüßte darauf die große Festversammlung, vor allem den Herrn Reichsstatthalter, den Herrn Ministerpräsidenten und die Herren des Kultus- ministeriüms.

Hierauf hielt er die Festrede über das Thema: Die Geschichte der Augenheilkunde und ihre Stellung im Rahmen der Ge­sa m t m e d i z i n". Der Redner führte u. a. aus:

Die Geschichte der Augenheilkunde ist so alt wie das Menschengeschlecht überhaupt, denn gerade das Auge als das edelste und wichtigste Sinnesorgan hat schon in vorgeschichtlicher Zeit die besondere Be­achtung primitiver Volksmedizin gefunden. Durch Ausgrabungen in Mofopotamien sind Instrumente aus Gold gefunden worden, die vor 8000 Jahren zur Behandlung von Augenkrankheiten benutzt wor­den sind. Die Gesetze des Königs Homurabi von Babylon, der 2500 Jahre vor Christi Geburt lebte, enthalten augenärztliche Vorschriften. Bei Ausgra­bungen in Aegypten fand man Grabinschriften von Augenärzten, die im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt an den Höfen der Pharaonen eine große Rolle gespielt haben. Die alten Griechen besahen eine hochentwickelte Augenheilkunde und kannten auch schon die Operation des grauen Stares. Zur höchsten Blüte aber kam die Augenheilkunde in der Zeit der Alexandriner. Don hier wurde die Wissenschaft in das römische Reich verpflanzt, wo sie aber im all­gemeinen sich vicht wesentlich weiterentwickelte. Als nach dem Untergang des weströmischen Reiches und während der Stürme der Völkerwanderungen das ganze Abendland in ein kulturelles Dunkel verfiel, übernahmen die mohammedanischen Araber in Asien und Afrika die von den Römern überlieferte grie­chische Augenheilkunde. Sie retteten die Überliefe­rungen aus der Zeit der Antike und übermittelten sie zur Zeit des Mittelalters den germanischen Län­dern. Wenn auch in der Zeit der Renaissance durch den deutschen Gelehrten Keppler eine neue und richtige Theorie des Sehens aufgestellt wurde, auch die Dioptrik des Auges richtig erkannt wurde, so verfiel doch bis in das 18. Jahrhundert hinein in Europa die Augenheilkunde in erstaunlicher Weise. Die gelehrten Aerzte wandten sich von ihr ab und überließen sie den sog.Starstechern", d. h. nicht ärztlich ausgebildeten Leuten, die von Stadt zu Stadt reiften, in marktschreierischer Weise die Blin« den an sich lockten und mit dem sog. Starstich die getrübte Linse des Auges in das Innere des Glas­körpers versenkten, so daß die Pupille wieder frei wurde. Durch diese Methode wurde zwar zunächst ein brauchbares Sehvermögen wieder erzielt, jedoch hielt die Heilung niemals lange an, vielmehr ver­loren die meisten der auf diese Art operierten Men­schen nach kurzer Zeit das Sehvermögen Dollftänbig.

Den Anstoß zur Wiedergeburt der Augenheil«

künde als eines wissenschaftlichen medizinischen Fachs gab die Erkenntnis, daß das Wesen des grauen Stars in einer Trübung der Linse selbst bestand, un* daß die operative Entfernung der getrübten Linse und nicht der fog. Starstich dem erblindeten Auge dauerndes Seyvermögen wieder beschaffen könnte. So entstanden im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, Frank­reich, England und Italien neue Lehrer und neue Schulen der Augenheilkunde. In Deutschland kam es der Augenheilkunde zustatten, daß sie als besonderes Fach in den akademischen Unterricht ausgenommen wurde. So wirkte u.a. in den Jahren 1742 bis 1777 der aus Gießen stammende Professor Ernst Neu- bauer in Jena, der eigentlich Anatom war, jedoch auch die Augenheilkunde pflegte. Die entscheidende Wendung aber erfolgte durch die große Tat eines deutschen Mannes, dessen Name ewig in der Ge­schichte der Wissenschaft unvergänglich sein wird. Im Jahre 1850 entdeckte der Königsberger Professor Hermann von Helmholtz den Augenspiegels der es ermöglichte, das Innere des Auges, Linse, Glas­körper, Netzhaut, Aderhaut und Sehnerven zu über­sehen unb bei stärkerer Vergrößerung krankhafte Veränberungen jeber Art zu erkennen. Mit dieser Erfindung war eine neue Welt dem Augenarzt er­schlossen. Alles, was man bisher unter dem Namen schwarzer Star" zusammengefaßt hatte, d. h. alle die vielen Erblindungen, bei denen im Gegensatz zum grauen und grünen Star die Pupille ihre nor­male Schwärze behielt, wurde jetzt als eine Unzahl von Erkrankungen des inneren Auges aufgedeckt. Es war ein besonderes Glück für die Wissenschaft, daß ein genialer Augenarzt, der Berliner Professor Albrecht von Graefe, die Entdeckung des Augen­spiegels miterlebte, sofort die große Wendung in der Augenheilkunde erkannte und sich mit Eifer und Erfolg der Begründung der modernen Augenheil­kunde widmete. Als dritter Mitbegründer in der neuen Wissenschaft ist der Holländer D o n d e r s zu nennen, der in Utrecht lehrte und die Anomalien der Refraktion und Akkommodation des Auges und ihre Korrektion durch Brillen von modernen Ge­sichtspunkten aus reorganisierte.

Die folgenden Jahrzehnte brachten die Selb­ständigkeit der Augenheilkunde und die Errichtung eigener Augenkliniken an sämtlichen Universitäten des In- und Auslandes. Der Zusammenhang der Augen- und Allgemeinleiden wurde immer mehr erkannt, viele neue Operationen gegen den grauen und den grünen Star, gegen äußere und innere Augenleiden, in neuester Zeit auch insbesondere gegen die Netzhautablösung, wurden eingeführt und zahllose, sonst unrettbar der Erblindung Anheim- gefallene dürsten dem Aufschwung der Augenheil­kunde die Rettung ihres Augenlichtes verdanken. Gewarnt muß aber dringend werden vor einer sich jetzt gerade in Deutschland besonders verbreiten­den Kurpfuscherei von Laienbehandlern, die unter dem NamenAugendiagnose" viele Unwissende an sich lockt und schwersten Schaden anzurichten im­stande ist. Während des Weltkrieges hat die mo­derne Augenchirurgie unzählige Augen vor der Er­blindung retten können. Die Zahl der Augenver- letzungen war infolge der Art des Schützengraben­kampfes, sowie infolge der Wirkung der Brisanz­granaten, insbesondere auch der Hand- und Ge- wehrgranaten bis auf 10 vH. sämtlicher Kriegs­verletzungen emporgeschnellt, während sie im Kriege 1870/71 kaum 1 v. H. ausmachte. Auch im Gaskampf waren die Augen ganz besonders ge­fährdet, und wenn wir auch leider über 3000 Kriegsblinde zu verzeichnen haben, so muß doch be­tont werden, daß diese Zahl ohne augenärztliche Versorgung sich zweifellos verzehnfacht haben würde. Durch augenärztliche Ueberwachung der Truppe ist es auch gelungen, die schlimmste Seuche, die in früheren Kriegen von den Heeren Napoleons über die ganze Welt verbreitet wurde, nämlich tue

Körnerkrankheit ober das Trachom sowohl vom Heere selbst als auch von der Heimat fernzuhalten. Ebenso kam es trotz der langen Hungerjahre, wel- chen unser Volk und unser Heer ausgesetzt war, nicht zu der sogen. Ernährungsnachtblindheit an­gesichts der Erkenntnis, daß selbst bei ungenügen­der Ernährung das Vorhandensein gewisser Vi- tamie diese Erkrankung verhindern kann.

Die Forderungen der Eugenik werden in Zu­kunft dahin gehen, daß eine Anzahl vererbbarer Leiden, die zu allmählicher Erblindung in früheren oder späteren Jahren führen, nicht durch 93er- wandtenehen an Zahl weiter zunehmen. Eine Zäh­lung hat ergeben, daß trotz des Hochstandes der Augenheilkunde in Deutschland immer noch über 30 000 Blinde vorhanden sind, ganz abgesehen von den Hunderttausenden, die durch Erblindung eines Auges oder Herabsetzung des Sehvermögens beider Augen in ihrer Erwerbsfähigkeit schwer geschädigt sind und den öffentlichen Haushalt durch notroen- bige Unfallrenten stark belasten.

Die statistische Durcharbeit aller Fälle von Er­blindungen hat gezeigt, daß bei sachgemäßer Hilfe, die aber leider durch die Erkrankten und Ver­letzten nicht immer ausgesucht wurde, von dieser großen Zahl von Erblindungen fast die Hälfte als vermeidbar, ein Viertel als bedingt vermeidbar und nur das letzte Viertel als völlig unvermeidbar angesehen werden muß. Volksaufklärung, Bekämp­fung des Kurpfuschertums und Unterstützung der auf vorbeugende und überwachende Maßnahmen gerichteten Tätigkeit der praktischen Aerzte in enger Zusammenarbeit mit den speziell ausgebildeten Augenärzten findet hier ein dankbares Feld, um die immer noch zu große Zahl der völlig Erblin­deten und das gewaltige Heer der teilweise Er­blindeten zu verringern.

Im Anschluß an die Festrede gab der Rektor einen Auszug aus der Iahreschronik der Llniversität und teilte die Ergebnisse der Bear­beitungen der Preisaufgaben mit, wobei er die Hoffnung aussprach, daß auch im kommen­den Iahre die neuen Preisaufgaben eine so gute Bearbeitung finden möchten. Er nahm dann das Wort zu folgender

Schlußansprache:

Deutsche Männer und Frauen!

Nach der Jahreschronik unserer Alma mater (je- ziemt es sich, am heutigen Tage der großen Ereig- nisse zu gedenken, die in der zweiten Hälfte des zurückliegenden akademischen Jahres über unser Land dahingegangen sind und ihren Abschluß noch nicht gesunden haben. Wir erlebten einen Um­

schwung und einen Aufbruch des Volkes von er­schütternder Gewalt. Wir sehen unsere alte, rühm- reiche Fahne wieder über unseren Häuptern wehen und neben ihr das Hakenkreuzbanner der erwach- len deutschen Nation. Endlich nach 14 Jahren der Erniodriguna soll sich erfüllen, was die Vorbe- dingung unseres Wiederaufstiegs und unsere (Bet­tung unter den Völkern der Erde fein muß. Eine einzige wahre Volksgemeinschaft aller Deutschen unter Führung unseres ehrwürdigen Reichsvräsi- deuten v. Hindenburg und unseres Volks- kanzlers Hitler sehen wir erstehen. Der Par­teienstaat verschwindet und mit ihm verschwinden die Klassengegensätze, die Deutschlands Kraft zer­mürbten. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau muß sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen.

Wir alle kennen nur ein Ziel: das große, freie und im Nationalsozialismus geeinte deutsche Vaterland.

Nach dem Gesänge des Deutschlandliedes richtete

der Vorsitzende der Gießener

Studentenschaft stud. jur. H. I- Adam eine kurze Ansprache an seine Kommilitonen, in der er auf den großen Wandel dieser letzten Mo­nate hinwies, der namentlich auch an der Hoch­schule und unter der Studentenschaft nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich vollzogen werden müsse. Es könnte nicht geleugnet werden, daß zwi­schen einem großen Teil der Dozentenschaft und der studentischen Jugend Gegensätze klafften, die es nicht gelte zu überbrücken, sondern durchzukämpfen. Es bedeute eine Selbsttäuschung, wollte man dies heute verschweigen. Die nationale Revolution sei zwar beendet, die soziale stehe indessen erst am Anfang. Gefährlicher als der Marxismus, der mit offenem Visier gekämpft habe, sei die Reaktion, die aber trotz ihrer Tarnung unterdrückt werden müsse. Die Zeit des Individualismus, das habe man eben erst bei den Wehrsportübungen gesehen, sei vorbei. Für die studentische Jugend gelte es, dem Gedanken der Gemeinschaft zum Siege zu verhelfen, für sie sei die Parole: Durch Sozialismus zur Nation.

Mit einem von der Versammlung freudig auf­genommenenSieg-Heil" auf den Herrn Reichs­statthalter Sprenger, den Herrn Minister­präsidenten Dr. Werner und den Herrn Mi­nisterialrat Ringshausen schloß der Vor­sitzende der Studentenschaft seine Ansprache. Die Versammlung sang das Horst - Wessel - Lied, worauf die stimmungsvolle Feier mit dem Vor­trag von Robert ReinicksMorgenhymne" durch den Akademischen Chor wiederum in der Ver­tonung von Temesvary ihren Ausklang fand.

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