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Nr. 176 viertes Blatt
Aus der Stadt Gießen.
Erste Dahlie.
Sie stand hinter einem grauen Zaun und war -ot wie Purpur. Es war die erste Dahlie, die ich in diesem Sommer sah. Neben ihr lagen ein paar welke Blätter, wer weiß woher geweht ...
Die Dahlie war noch hoher Sommer. Die welken Blätter drohten schon mit Herbst.
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Andere lieben die Rose in vollen betäubenden Beeten. Manche mögen die prächtigen Hortensien «der die fremdartigen Blüten der Rhododendronbüsche. 3d) kenne keine schönere Blume als dich, Sommer- nlume Georgine, farbenfrohlockende, herbstahnende, chreiende und in aller Grellheit schon jubelnden Äbschied bedeutende Blume Dahlie.
Die Züchter haben die exquisitesten Färbungen ind Formen hervorgebracht. Sie seien bedankt für !>ie Augenweide. (Wogende Dahlienfelder in Sep- ,emberabenden!) Aber selbst wenn es die vielen Spielarten nicht gäbe, wenn es dich nur gäbe, purpurrot« Dahlie, grellrot flammende, sanftgelbe und lief orangefarbene Dahlie, so wäre es schon genug.
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Am schönsten sind sie in Bauerngärten, in diesen Lagen. Der Bauer hat jetzt keine Zeit. Er geht früh ufs Feld, und todmüd fällt er am Abend ins Bett.
Ln dieser Zeit des Erntens verschwendet sich der . Zauerngarten am meisten. Er hat ja alles: Rosen, Schwertlilien, Rittersporn, Studentenblumen, Heckenrosen und das sanfte Geleucht der Steinpflanzen.
Die Herrscherin aber, aus fettem grünen Gesträuch «ochschießend und prahlend entfaltet, bist immer nieder du, Dahlie. Juliblume, Künderin des Ab- chieds, Freundin der Sommerliebe.
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Wir wollen sie in dicken Sträußen heimwärts tagen und sorgsam pflegen. Sie machen die trübste Stube heller. Sie sind ein Gewicht gegen Schwermut, Hwohl sie Schwestern, Vorfahren der Astern sind.
r. k.
Hitler-Jugend Bann 116.
Stamm 1/116.
Am Donnerstag, 3. August, morgens 8 Uhr, treten i®n sämtlichen Einheiten des Stammes 1/116 je ! Igg. zum Erntehilfeeinsatz in Nieder-Bessin- e n bei Lich am Bahnhof in Gießen an. Führer: ^ameradschastsführer Gilbert, Marine-Gef. 1/116. üenstanzug: HI.-Sommeruniform. Wasch- und Schlafzeug sowie ein Arbeitsanzug können mitge- iommen werden. Die Hälfte des Fahrgeldes — „60 RM. — haben die Igg. vorzulegen, es wird non der Gemeinde Rieder-Bessingen zurückerstattet. iür die Unterbringung und Verpflegung der Igg. während des Einsatzes (Donnerstag und Freitag) ist Sorge getragen.
Wichtig für Tannenbergfahrer!
Alle Tannenbergfahrer, die am Staatsakt anläßlich !*r 25-Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg am leichsehrenrnal teilnehmen wollen und während Leser Zeit in der Nähe des Reichsehrenmals zu gbernachten wünschen, müssen sich so bald als mög- !xh unter Angabe der Uebernachtungsdaten beim [ uartieramt für die 25-Jahrfeier, Hohenstein (Ost- ireußen) anmelden. Wer ohne eine solche Anmel- ! Lung die Fahrt unternimmt kann nicht damit rech- ; iLn, daß er ein Nachtquartier finden wird.
Diese Notiz gilt nicht für Teilnehmer der Sonderlüge, für die besondere Quartiere bereitgestellt sind.
Vornotizen.
Tageskalender für Montag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Entführt".
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"EhrenvolleErnennung. Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck hat den Biblio- chekar Dr. W a l b r a ch in Gießen in ihrer Jahresversammlung zu ihrem Mitglied ernannt.
Marburger Festspiele.
„Romeo und Julia."
In zwölf Spielzeiten sind Shakespeare-Aufführun- sen auf der Marburger Schloßbühne zur Tradition «worden. Der „Sommernachtstraum" als das Realste der wenigen ausgeprägten Freilichttheater- Stücke steht auch in dieser 13. Spielzeit wieder auf !sem Programm: er wird sich stets am natürlichsten, Ungezwungensten, poetischsten unter freiem Himmel nntfalten; ähnliches gilt für den „Sturm", das tief» innige Alterswerk, dessen romantische Naturszenerie ebenfalls schon unter den drei gotischen Bogen vor km Marburger Schloß erstand. Was „Romeo und itulia" angeht, so wird man zunächst, alter Gewöhnet folgend, an Aufführungen im geschlossenen h aume senken und, vielleicht, wenn man den Text riieber einmal durchsieht, leise überrascht feststellen, luß hier die Szenen unter freiem Himmel — (ltraße, Platz, Balkon — den im geschlossenen liaume spielenden — Capulets Haus, Lorenzos grelle, Julias Gemach und Totenarust — fast die Waage halten. Uebrigens hat die Marburaer Bühne, t:sonders bei hereingebrochener Dunkelheit, soviel Raumwirkung, daß der Phantasie des Beschauers nirgends Unbilliges zugemutet wird, zumal dann r cht, wenn, wie gestern, Mond und Sterne über b-r Szene stehen in einer warmen Nacht und in das romantische Spiel hineinleuchten, das zu den großen, unvergänglichen Liebesgeschichten aller Zeiten ge- , f)iirt: ein Stück der reinsten und innigsten Poesie, b:r einfachsten und edelsten Menschlichkeit. Seit irshr als dreihundert Jahren hat dieses Drama die kurzen bewegt und angerührt, und wie die zarte Kraft einer ganz jungen und reinen Liebe von Z-nbeginn schon vom Flügelschlage eines dunklen uib feindlichen Schicksals beschattet und unausweichlich in den Tod verschlungen ist, das dringt immer i eher, in jeder neuen Aufführung, mit der groß- difigen Wucht der Tragödie an Auge und Ohr des Zuschauers.
Was schon früher oft als ein unbezweifelbarer Verzug der Marburger Bühne gerühmt wurde, berührte sich auch diesmal wieder: die Weiträumigkeit i d Tiefe des Spielfeldes gestattet ein pausenlos in- ’iianbergreifenbes Spiel von Szene zu Szene, von U t zu Akt mit mühelos-fließenden Verwandlungen, irnem die Scheinwerfer jeweils einen neuen Schau- j p!vtz aus dem Dunkel herausschneiden und abgren- ;m. Die Inszenierung des Festspiel-Intendanten
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Montag, 31. Juli 1939
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
günstigen Raum- und Bewegungsmöglichkeiten ge-lmit der schon seine ersten Szenen^belastet smd. schickt zu nutze, vor allem in den Straßenkampf- Sprachlich erschien er übrigens im gedampften Ge- ’ u . . a. * » r r. • rr- « . _ r. ff,... f w« f i rhnr itnh nor i ntl I or rt 16 IN Nk>N
Zeitschriften.
Toni van Eyk. — (Aufnahme: Ufa.)
Balkonszene schöne lyrische Höhepunkte dichterischen Theaterspieles erreichte. *
Seit undenklichen Zeiten gilt die Balkonszene als Prüfstein für jede Julia. Toni van Eyk gehört zu den wohl nicht sehr zahlreichen deutschen Darstellerinnen, die für diese Figur von Natur geschaffen scheinen: man glaubt ihr unbedenklich die noch fast kindliche Anmut und Unschuld, die Shakespeare hier darstellen will; sie gibt alle Zartheit und Zärtlichkeit in Haltung, Gebärde und Sprachklang, die eine Julia haben muß, und auch die unheimliche Kraft der Bereitschaft zu jedem Opfer — aus der Unbeirrbarteit des Herzens und der Leidenschaft eines großen, unwandelbaren Gefühls.
dachte, zumal das friebliebenbe deutsche Volk an einen Krieg nicht glauben wollte, geht allein aus dem Anzeigenteil des „Gießener A n z e i g e r s" hervor, in dem noch in der zweiten Hälfte des Juli Reklame für die „Reisezeit" gemacht, auf die „Sommerausverkäufe" hingewiesen wurde und die Vereine auf ihre kommenden Festlichkeiten aufmerksam machten. Der Verein der 116er feierte auf der Liebigshöhe sein traditionelles Sommerfest, und in den Räumen der Alten Klinik fand die „Gewerbeausstellung" statt, die wohl zu den schönsten Ausstellungen gezählt werden kann, die Gießen veranstaltet hat. In der Stadtverordnetenversammlung wurde nach lebhaften Auseinandersetzungen der Beschluß gefaßt, mit einem Kostenaufwand von rund 180 000 Mark die Alte Klinik zur Bürgermeisterei umzubauen. Mit solchen Dingen hätte man sich nicht beschäftigt, wenn man hätte Krieg führen wollen. Man konnte es einfach nicht glauben, daß es zu
„Es grollte von Ost, es grollte von West, Am Himmel zuckt es von Flammen.
Wir standen, die Faust um die Schwerter gepreßt Und bissen die Zähne zusammen."
Das war die Stimmung, die auch uns Gießener in den Tagen der ungeheuren Spannung beseelte, die während des Monats Juli 1914 in immer mehr steigendem Maße die Gemüter ergriff. Wird es zum Kriege kommen, oder wird es noch einmal gelingen, den Frieden zu erhalten? Das war die Schicksalsfrage, die auf allen lastete. An ein ruhiges Arbeiten war kaum noch zu denken; mit fieberhafter Erregung wurden die Nachrichten aus den europäischen Hauptstädten verschlungen und bildeten den Gesprächsstoff in allen Familien, Büros, Fabriken, auf der Straße, an den Stammtischen, in der Eisenbahn und Trambahn.
Daß man immer noch an eine friedliche Lösung
sprächston eindringlicher und persönlicher als in den wilden Ausbrüchen des Schmerzes und der Verzweiflung, in denen er zu einer leichten stimmlichen
szenen und beim Maskenfest in Capulets Hause. Der Spielleiter mischte auch, wie es Shakespeare ansteht, unbefangene Heiterkeit in den schweren Ernst der Liebeshandlung, die in der ersten Begegnung des jugendlichen Paares und in der mondbeleuchteten
Oie Altersversorgung für das deutsche Handwerk
Oie Durchführungsverordnung zum Gesetz.
Von Versicherungsinspektor K. Heß, Städtisches Versicherungsamt.
Gießen vor 25 Jahren.
Erinnerungen an die entscheidungsschweren Augusttage 1914
Übersteigerung neigt. *
Seppi Litsch gab einen recht individuell gefaßten Mercutio von komödiantischem Schwung und sarkastischem Witz. Adalbert Gausche war in schwerem väterlichen Groll und Zorn der alte Ca- pulet, Ruth 3nesXErfermann, früher in Gießen, die Gräfin Montague. Hans C o f s y war ein leidenschaftlich aufbrausender Tybalt, Robert Forsch sprach milde und menschlich den hilfsbereiten Lorenzo. Vera C o m p l o j e r machte Julias kupplerische Amme mit behaglicher Geschwätzigkeit zu einer volkstümlichen Figur.
Das Bühnenbild, das den feststehenden Rahmen stilgerecht füllte, stammte wie alle Jahre von Franz Mertz. Dem Text war die Uebersetzung von August Wilhelm Schlegel zugrundegelegt. — Leider begann die Aufführung so unpünktlich, daß eine Anzahl auswärtiger Besucher, um rechtzeitig nach Hause zu (ommen, auf die letzte Szene verzichten mußten. Der Berichterstatter kann aus diesem Grunde nichts über die Aufnahme sagen, vermutet aber, daß der Beifall, zumal das Theater sehr gut besetzt war, nichts zu wünschen übrig ließ.
Hans Thyriot.
gestützt werden, wenn für die Witwe mindestens fünf Zehntel und für jede Waise mindestens vier Zehntel der dem Handwerker selbst zustehenden Rente und die Gewährung einer Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zugesichert ist. Versicherungsfreiheit ober Halbversicherung bestehen auch nach Beginn der Rente weiter.
Angesammelte Gewinnanteile dürfen nicht früher ausgezahlt werden als die Versicherungsleistung selbst. Beträgt die Versicherungssumme mindestens 10 000 RM., so brauchen etwaige Gewinnanteile nicht zur Erhöhung der Dersicherungsleistung verwendet werden.
Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung tritt ferner nur ein, wenn das Kapital — außer beim Tode oder bei Eintritt der Berufsunfähigkeit — frühestens bei Vollendung des 65. Lebensjahres fällig wird. Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung können jedoch auch dann geltend gemacht werden, wenn der Lebensoersicherungsvertrag so abgeschlossen ist, daß bei Eintritt der Berufsunfähigkeit unter Wegfall der Prämienzahlung bis zum Tode oder bis zur Fälligkeit der Versicherungssumme Rente gezahlt wird, die mindestens 10v.H. der Versicherungssumme beträgt.
Endet die auf Grund eines Lebensversicherungsvertrags geltend gemachte Dersicherungsfreiheit nach Vollendung des 50. Lebensjahres, so wird beim Eintritt des Versicherungsfalles der Grundbetrag nicht gewährt. Bei der Halbversicherung besteht im gleichen Falle Anspruch auf den halben Grund- bctrag.
Handwerker, die vor dem 1. 7. 1939 Lebensversicherungsverträge abgeschlossen haben, die den Erfordernissen des Gesetzes nicht entsprechen, können Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung gleichwohl mit Wirkung vom 1. 1. 1939 geltend machen, wenn der Vertrag vor dem 1. 10. 1939 den Vorschriften des Gesetzes angepaßt wird.
Der Handwerker, der einen Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen hat, kann zunächst die Versicherungsfreiheit und dann die Halbversicherung geltend machen oder umgekehrt. Eine Wiederholung dieses Wechsels ist aber dann nur auf Grund eines neuen Lebensversicherungsvertrags zulässig. Ist der Handwerker zur Vollversicherung übergegangen, so kann er später Dersicherungsfreiheit oder Halbversiche-
Einträgliche Serienvergnügungen.
Tu Geld in deinen Beutel, heißt es im allgemeinen, wenn man auf Serienreifen aeht. Aber die praktischen Engländer haben es verstanden, in ziemlich großem Umfange das Vergnügen einträglich zu gestalten, ja es hat sich sogar zu einer Art Sport entwickelt, sich in den Ferien irgendwie als Schatz- sucher zu betätigen. So hat die Perlfischerei für viele besondere Anziehungskraft, und man kann ihr in vielen Gegenden Schottlands mit recht guter , Aussicht auf Erfolg obliegen. Die Perlen, in der üblichen Farbe, werden in zweischaligen Süßwassermuscheln gefunden. Wenn auch die schottische Perle durchschnittlich nur etwa einen Wert von einem Pfund hat, so hat der amtlich festgestellte Höchstpreis für manche Exemplare doch schon 20 bis 30 Pfund erreicht. Der Tay ist vielleicht der für Per- lenftscherei berühmteste Fluß Englands. Hier kann man den Perlenfischern in ihren stachen Booten zu- schauen, wie sie, Kannen mit gläsernem Boden in Händen das Flußbett nach Muscheln durchsuchen. Neben den Berufsftschern haben auch viele Amateure in den letzten Jahren einen glücklichen Fund getan. — Andere, die ihre Ferien in den Küstengebieten von Yorkshire verbringen, versäumen nicht, die Cornelian-Buch zu besuchen, die dort zwischen zwei Badeorten gelegen ist, wo viele zwischen dem Kieselgeröll echten Jaspis, Achatsteine und Karneole gefunden haben. Derbyshire ist in England der einzige Fleck, wo der seltene blaue Flußspat entdeckt werden kann; dieser liebliche durchsichtige Stein wird für Vasen- und Schmuckbilder hochgeschätzt.
Müßige, die in den alten vulkanischen Hügeln von Perthshire herumstöbern, richten ihr Augenmerk auf Granatsteine. Dies Edelgestein hat die verschieden-- ften Farbtöne aufzuweisen, doch den ganz Findigen kann das Glück blühen, die tiefste und kostbarste Art zu Tage zu fördern. In der Nachbarschaft von Crianlarich war bisher die ergiebigste Fundgrube dafür. Bernstein ist auch ein sehr beliebtes Fundobjekt, der sich an den verschiedensten Küsten anfindet; doch auch die Kiesgruben in Londons Nähe lieferten seltene Schätze. Großes Glück hatten Schatzsucher in den Sanddünen an der Südküste Cornwalls, die Silberdollars auftanden; ein Schiffbruch im Jahre 1785 hatte sie dorthin verschlagen. Eines Tages wird vielleicht ein Schatzsucher noch mehr vom Glück begünftigt sein und jenen unwahrscheinlich großen Diamanten finden, wegen dessen der Schmuggler Prothero sein Leben einbüßte. Nach der Ueberlieferung gelang es Prothero jedenfalls, ihn hier in der Gegend über einen Klippenrand . Werfen, ehe ei jelbst getPief öuM / * *
rung ebenfalls nur auf Grund eines neuen Les bensversicherungsvertrags geltend machen.
Macht der Handwerker auf Grund einer Lebensversicherung die Versicherungsfreiheil gellend, so ist er nicht berechtigt, sich in der Rentenversicherung der Angestellten weiter zu versichern oder in diesem Versicherungszweig freiwillig einzutreten oder Beiträge für zurück-
Der vorstehende Absatz gilt indessen nicht, liegende Jahre (1924—1939) nachzuentrichten, wenn die Weiter, oder Selbstversicherung vor dem 1. 1. 1939 begonnen hat.
Hinsichtlich der Erstattung von Beiträgen ist die Regelung getroffen, daß der Erstattungsanspruch im Falle des Todes oder der Heirat einer Handwerkerin auch im Falle der Halbversicherung geltend gemacht werden kann. Erstattet wird die Hälfte der tatsächlich geleisteten Beiträge.
Das Gesetz gilt auch für die Witwe des Handwerkers, die den Betrieb nach dem Tode ihres Ehemannes fortführt. Sie wird auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit, wenn sie eine Witwenrente aus der Rentenversicherung der Arbeiter oder der Angestellten bezieht, oder wenn aus der Lebensversicherung ihres Ehemannes eine Versicherungsleistung gewährt wird, oder wenn sie den Betrieb binnen einem Jahre nach dem Tode ihres Ehemannes aufgibt. Der Antrag kann nur binnen zwei Jahren nach dem Tode des Handwerkers gestellt werden.
Das Gesetz gilt nicht für Inhaber einer Unternehmung des Handels, der Industrie, der Landwirtschaft oder einer sonstigen Gruppe der Wirtschaft, der einen handwerklichen Nebenbetrieb hat. Es gilt auch nicht für Bezirksschornsteinfegermeister.
Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß Handwerkern, die auf Grund der Verordnung über die Durchführung des Vierjahresplans auf dem Gebiet der Handwerkswirtschaft vor dem 1. 1. 1943 in der Handwerksrolle gelöscht werden und bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden Kalenderjahres keine rentenoersicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, auf Antrag die auf Grund des Gesetzes zur Rentenversicherung der Angestellten entrichteten Beiträge erstattet roeroen. Der Antrag ist nur bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden zweiten Kalenderjahres zulässig.
— Zur Wiederkehr des Weltkrieasbeginns vor 25'Jahren gibt die Leipziger Illustri rte Zeitung einen Rückblick auf das große Geschehen. Ein Beitrag des bekannten Historikers Professor Dr. Erich Brandenburg stellt die Frage, „Wer hat den Weltkrieg verschuldet?" Generalleutnant z. V. von Metzsch gibt eine Darstellung des Soldaten von 1914. Dom Einsatz der Luftwaffe berichtet General der Flieger v. d. Lieth-Thomsen. Die Kriegsmarine im Weltkrieg schildert Admiral z. V. Prentzel. Weitere interessante Beiträge sind u. a.: „Wandlung der Strategie" van Thorbald von Schäfer, dem Direktor der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres, und „In treuer Waffen- brüdellchaft" von Major v. Heimburg, der die Leistungen unserer bulgarischen und ungarischen Waffengefährten im Weltkriege würdigt. Sämtliche Beiträge find mit reichem Bildmaterial illustriert. Ein Querschnitt durch die deutsche Wehrmacht von heute ! bildet den Abschluß bei
(Fortsetzung und Schluß.)
Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherunq werden nicht dadurch berührt, daß die für die Lebensversicherung zu zahlende Prämie während der eingangs erwähnten Ersatzzeiten gestundet wird. Doraussetzung ist hier, daß der Versicherungsschutz nicht unterbrochen wird, daß die nach Beendigung der Ersatzzeit zu zahlende Prämie die erforderliche Höhe hat und daß — im Falle der Kapitaloersicherung — außerdem die Versicherungssumme die Höhe, die das Gesetz vorsieht, behält. Dersicherungsfreiheit ober Halbversicherung werden auch dadurch nicht ausgeschlossen, daß die Prämie durch einmalige Zahlung von entsprechender Höhe abgelöst wird. Voraussetzung ist hierbei, daß die einmalige Zahlung zur Versicherung eines Kapitals oder einer Rente ausreicht, die sich bei laufender Zahlung der Prämie ergeben würde, und daß bei einer Kapitalversicherung die oben mehrfach erwähnten Mindeft- beträge (5000 und 2500 RM.) erreicht werden. Erhöht sich das Einkommen des Handwerkers so, daß die Prämie nicht mehr die volle — oder bei Halbversicherung die halbe — Höhe des Beitragssatzes zur Angestelltenversicherung erreicht, so enden Ver- sicherungsfteiheit oder Halboersicherung e r st drei Monate nach Ablauf des Kalendermonats, in dem der neue Steuerbescheid rechtskräftig wird, wenn die Lebensversicherung nicht bis dahin an die neue Sachlage angepaßt wird.
Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung werden auch nicht dadurch ausgeschlossen, daß die Leistung aus dem Lebensversicherungsvertrag nicht alsbald bei Vollendung des 65. Lebensjahres, sondern erst einige — h ö ch st e n s 6 M o nu te — später fällig wird.
Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung können im übrigen erst daun auf einen Lebensversiche- rungsoertrag gestützt werden, wenn die Versicherung begonnen hat. Dies gilt nicht in den Fällen, in freuen, ber Antrag a u f A b - schluß eines Lebensversicherungsver- trags vor dem 1. 7. 1939 ge ft eilt und vordem 1. 10. 1939 angenommen wird? In diesem Falle tritt Befreiung ab 1. 1. 19 39 ein.
Sofern der Lebeusversicherunasoertrag auf Zahlung einer Reute gerichtet ist, fo können Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung auf ihn nur
einer solchen Katastrophe kommen würbe. Aber frid Lawine war ins Rollen gekommen, sie konnte von niemanben mehr aufgehalten werden, ba Frankreich, Englanb und Rußlanb ben Krieg wollten. Die Nachrichten über die „Bemühungen", ben Krieg zu verhindern, überstürzten sich, bie Spannung nahm in ben letzten Julitagen von Stunbe zu Stunde zu und wurde schier unerträglich. Dor der Schriftleitung des „Gießener Anzeigers" standen Tag und Nacht Gruppen in lebhafter Unterhaltung, um bie neuesten Nachrichten aus erster Hand entgegennehmen zu können. AenMiche Gemüter, bie es ja wohl immer in solchen Zeiten gibt, suchten sich mit Lebensmitteln einzudecken, oder ihr Guthaben auf Bank und Sparkasse abzuheben, so daß von amtlicher Seite gegen diese „Hamsterer" energische Maßnahmen getroffen werden mußten. Ganz besonders scharf ging man gegen die Lebensrnittel-'
Wilfried Herz spielte den Romeo — in der äußeren Erscheinung wie in der Steigerungskraft des Empfindens der berühmteren Partnerin nicht unebenbürtig, dabei weder einer gewissen höfischen , _ . ~ -
Eleganz noch jener stillen Melancholie entbehrend. I bildet den Abschluß bei Dummer,
essen.


