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Nr. 176 viertes Blatt

Aus der Stadt Gießen.

Erste Dahlie.

Sie stand hinter einem grauen Zaun und war -ot wie Purpur. Es war die erste Dahlie, die ich in diesem Sommer sah. Neben ihr lagen ein paar welke Blätter, wer weiß woher geweht ...

Die Dahlie war noch hoher Sommer. Die welken Blätter drohten schon mit Herbst.

Andere lieben die Rose in vollen betäubenden Beeten. Manche mögen die prächtigen Hortensien «der die fremdartigen Blüten der Rhododendronbüsche. 3d) kenne keine schönere Blume als dich, Sommer- nlume Georgine, farbenfrohlockende, herbstahnende, chreiende und in aller Grellheit schon jubelnden Äbschied bedeutende Blume Dahlie.

Die Züchter haben die exquisitesten Färbungen ind Formen hervorgebracht. Sie seien bedankt für !>ie Augenweide. (Wogende Dahlienfelder in Sep- ,emberabenden!) Aber selbst wenn es die vielen Spielarten nicht gäbe, wenn es dich nur gäbe, pur­purrot« Dahlie, grellrot flammende, sanftgelbe und lief orangefarbene Dahlie, so wäre es schon genug.

Am schönsten sind sie in Bauerngärten, in diesen Lagen. Der Bauer hat jetzt keine Zeit. Er geht früh ufs Feld, und todmüd fällt er am Abend ins Bett.

Ln dieser Zeit des Erntens verschwendet sich der . Zauerngarten am meisten. Er hat ja alles: Rosen, Schwertlilien, Rittersporn, Studentenblumen, Hecken­rosen und das sanfte Geleucht der Steinpflanzen.

Die Herrscherin aber, aus fettem grünen Gesträuch «ochschießend und prahlend entfaltet, bist immer nieder du, Dahlie. Juliblume, Künderin des Ab- chieds, Freundin der Sommerliebe.

*

Wir wollen sie in dicken Sträußen heimwärts tagen und sorgsam pflegen. Sie machen die trübste Stube heller. Sie sind ein Gewicht gegen Schwermut, Hwohl sie Schwestern, Vorfahren der Astern sind.

r. k.

Hitler-Jugend Bann 116.

Stamm 1/116.

Am Donnerstag, 3. August, morgens 8 Uhr, treten i®n sämtlichen Einheiten des Stammes 1/116 je ! Igg. zum Erntehilfeeinsatz in Nieder-Bessin- e n bei Lich am Bahnhof in Gießen an. Führer: ^ameradschastsführer Gilbert, Marine-Gef. 1/116. üenstanzug: HI.-Sommeruniform. Wasch- und Schlafzeug sowie ein Arbeitsanzug können mitge- iommen werden. Die Hälfte des Fahrgeldes 60 RM. haben die Igg. vorzulegen, es wird non der Gemeinde Rieder-Bessingen zurückerstattet. iür die Unterbringung und Verpflegung der Igg. während des Einsatzes (Donnerstag und Freitag) ist Sorge getragen.

Wichtig für Tannenbergfahrer!

Alle Tannenbergfahrer, die am Staatsakt anläßlich !*r 25-Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg am leichsehrenrnal teilnehmen wollen und während Leser Zeit in der Nähe des Reichsehrenmals zu gbernachten wünschen, müssen sich so bald als mög- !xh unter Angabe der Uebernachtungsdaten beim [ uartieramt für die 25-Jahrfeier, Hohenstein (Ost- ireußen) anmelden. Wer ohne eine solche Anmel- ! Lung die Fahrt unternimmt kann nicht damit rech- ; iLn, daß er ein Nachtquartier finden wird.

Diese Notiz gilt nicht für Teilnehmer der Sonder­lüge, für die besondere Quartiere bereitgestellt sind.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Entführt".

"EhrenvolleErnennung. Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck hat den Biblio- chekar Dr. W a l b r a ch in Gießen in ihrer Jahres­versammlung zu ihrem Mitglied ernannt.

Marburger Festspiele.

Romeo und Julia."

In zwölf Spielzeiten sind Shakespeare-Aufführun- sen auf der Marburger Schloßbühne zur Tradition «worden. DerSommernachtstraum" als das Realste der wenigen ausgeprägten Freilichttheater- Stücke steht auch in dieser 13. Spielzeit wieder auf !sem Programm: er wird sich stets am natürlichsten, Ungezwungensten, poetischsten unter freiem Himmel nntfalten; ähnliches gilt für denSturm", das tief» innige Alterswerk, dessen romantische Naturszenerie ebenfalls schon unter den drei gotischen Bogen vor km Marburger Schloß erstand. WasRomeo und itulia" angeht, so wird man zunächst, alter Gewöhn­et folgend, an Aufführungen im geschlossenen h aume senken und, vielleicht, wenn man den Text riieber einmal durchsieht, leise überrascht feststellen, luß hier die Szenen unter freiem Himmel (ltraße, Platz, Balkon den im geschlossenen liaume spielenden Capulets Haus, Lorenzos grelle, Julias Gemach und Totenarust fast die Waage halten. Uebrigens hat die Marburaer Bühne, t:sonders bei hereingebrochener Dunkelheit, soviel Raumwirkung, daß der Phantasie des Beschauers nirgends Unbilliges zugemutet wird, zumal dann r cht, wenn, wie gestern, Mond und Sterne über b-r Szene stehen in einer warmen Nacht und in das romantische Spiel hineinleuchten, das zu den großen, unvergänglichen Liebesgeschichten aller Zeiten ge- , f)iirt: ein Stück der reinsten und innigsten Poesie, b:r einfachsten und edelsten Menschlichkeit. Seit irshr als dreihundert Jahren hat dieses Drama die kurzen bewegt und angerührt, und wie die zarte Kraft einer ganz jungen und reinen Liebe von Z-nbeginn schon vom Flügelschlage eines dunklen uib feindlichen Schicksals beschattet und unausweich­lich in den Tod verschlungen ist, das dringt immer i eher, in jeder neuen Aufführung, mit der groß- difigen Wucht der Tragödie an Auge und Ohr des Zuschauers.

Was schon früher oft als ein unbezweifelbarer Verzug der Marburger Bühne gerühmt wurde, be­rührte sich auch diesmal wieder: die Weiträumigkeit i d Tiefe des Spielfeldes gestattet ein pausenlos in- iianbergreifenbes Spiel von Szene zu Szene, von U t zu Akt mit mühelos-fließenden Verwandlungen, irnem die Scheinwerfer jeweils einen neuen Schau- j p!vtz aus dem Dunkel herausschneiden und abgren- ;m. Die Inszenierung des Festspiel-Intendanten

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11. August-

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Montag, 31. Juli 1939

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

günstigen Raum- und Bewegungsmöglichkeiten ge-lmit der schon seine ersten Szenen^belastet smd. schickt zu nutze, vor allem in den Straßenkampf- Sprachlich erschien er übrigens im gedampften Ge- u . . a. * » r r. rr- « . _ r. ff,... f w« f i rhnr itnh nor i ntl I or rt 16 IN Nk>N

Zeitschriften.

Toni van Eyk. (Aufnahme: Ufa.)

Balkonszene schöne lyrische Höhepunkte dichterischen Theaterspieles erreichte. *

Seit undenklichen Zeiten gilt die Balkonszene als Prüfstein für jede Julia. Toni van Eyk gehört zu den wohl nicht sehr zahlreichen deutschen Dar­stellerinnen, die für diese Figur von Natur geschaf­fen scheinen: man glaubt ihr unbedenklich die noch fast kindliche Anmut und Unschuld, die Shakespeare hier darstellen will; sie gibt alle Zartheit und Zärt­lichkeit in Haltung, Gebärde und Sprachklang, die eine Julia haben muß, und auch die unheimliche Kraft der Bereitschaft zu jedem Opfer aus der Unbeirrbarteit des Herzens und der Leidenschaft eines großen, unwandelbaren Gefühls.

dachte, zumal das friebliebenbe deutsche Volk an einen Krieg nicht glauben wollte, geht allein aus dem Anzeigenteil desGießener A n z e i g e r s" hervor, in dem noch in der zweiten Hälfte des Juli Reklame für dieReisezeit" gemacht, auf dieSom­merausverkäufe" hingewiesen wurde und die Ver­eine auf ihre kommenden Festlichkeiten aufmerksam machten. Der Verein der 116er feierte auf der Liebigshöhe sein traditionelles Sommerfest, und in den Räumen der Alten Klinik fand dieGewerbe­ausstellung" statt, die wohl zu den schönsten Aus­stellungen gezählt werden kann, die Gießen ver­anstaltet hat. In der Stadtverordnetenversammlung wurde nach lebhaften Auseinandersetzungen der Be­schluß gefaßt, mit einem Kostenaufwand von rund 180 000 Mark die Alte Klinik zur Bürgermeisterei umzubauen. Mit solchen Dingen hätte man sich nicht beschäftigt, wenn man hätte Krieg führen wollen. Man konnte es einfach nicht glauben, daß es zu

Es grollte von Ost, es grollte von West, Am Himmel zuckt es von Flammen.

Wir standen, die Faust um die Schwerter gepreßt Und bissen die Zähne zusammen."

Das war die Stimmung, die auch uns Gießener in den Tagen der ungeheuren Spannung beseelte, die während des Monats Juli 1914 in immer mehr steigendem Maße die Gemüter ergriff. Wird es zum Kriege kommen, oder wird es noch einmal gelingen, den Frieden zu erhalten? Das war die Schicksals­frage, die auf allen lastete. An ein ruhiges Arbeiten war kaum noch zu denken; mit fieberhafter Er­regung wurden die Nachrichten aus den europäischen Hauptstädten verschlungen und bildeten den Ge­sprächsstoff in allen Familien, Büros, Fabriken, auf der Straße, an den Stammtischen, in der Eisen­bahn und Trambahn.

Daß man immer noch an eine friedliche Lösung

sprächston eindringlicher und persönlicher als in den wilden Ausbrüchen des Schmerzes und der Ver­zweiflung, in denen er zu einer leichten stimmlichen

szenen und beim Maskenfest in Capulets Hause. Der Spielleiter mischte auch, wie es Shakespeare ansteht, unbefangene Heiterkeit in den schweren Ernst der Liebeshandlung, die in der ersten Begegnung des jugendlichen Paares und in der mondbeleuchteten

Oie Altersversorgung für das deutsche Handwerk

Oie Durchführungsverordnung zum Gesetz.

Von Versicherungsinspektor K. Heß, Städtisches Versicherungsamt.

Gießen vor 25 Jahren.

Erinnerungen an die entscheidungsschweren Augusttage 1914

Übersteigerung neigt. *

Seppi Litsch gab einen recht individuell gefaß­ten Mercutio von komödiantischem Schwung und sarkastischem Witz. Adalbert Gausche war in schwerem väterlichen Groll und Zorn der alte Ca- pulet, Ruth 3nesXErfermann, früher in Gießen, die Gräfin Montague. Hans C o f s y war ein leiden­schaftlich aufbrausender Tybalt, Robert Forsch sprach milde und menschlich den hilfsbereiten Lo­renzo. Vera C o m p l o j e r machte Julias kupp­lerische Amme mit behaglicher Geschwätzigkeit zu einer volkstümlichen Figur.

Das Bühnenbild, das den feststehenden Rahmen stilgerecht füllte, stammte wie alle Jahre von Franz Mertz. Dem Text war die Uebersetzung von August Wilhelm Schlegel zugrundegelegt. Leider begann die Aufführung so unpünktlich, daß eine Anzahl aus­wärtiger Besucher, um rechtzeitig nach Hause zu (ommen, auf die letzte Szene verzichten mußten. Der Berichterstatter kann aus diesem Grunde nichts über die Aufnahme sagen, vermutet aber, daß der Beifall, zumal das Theater sehr gut besetzt war, nichts zu wünschen übrig ließ.

Hans Thyriot.

gestützt werden, wenn für die Witwe mindestens fünf Zehntel und für jede Waise mindestens vier Zehntel der dem Handwerker selbst zustehenden Rente und die Gewährung einer Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zugesichert ist. Versicherungsfreiheit ober Halbversicherung bestehen auch nach Beginn der Rente weiter.

Angesammelte Gewinnanteile dürfen nicht früher ausgezahlt werden als die Versicherungsleistung selbst. Beträgt die Versicherungssumme mindestens 10 000 RM., so brauchen etwaige Gewinnanteile nicht zur Erhöhung der Dersicherungsleistung ver­wendet werden.

Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung tritt ferner nur ein, wenn das Kapital außer beim Tode oder bei Eintritt der Berufsunfähigkeit frühestens bei Vollendung des 65. Lebensjahres fällig wird. Versicherungsfreiheit oder Halbversiche­rung können jedoch auch dann geltend gemacht wer­den, wenn der Lebensoersicherungsvertrag so ab­geschlossen ist, daß bei Eintritt der Berufsunfähig­keit unter Wegfall der Prämienzahlung bis zum Tode oder bis zur Fälligkeit der Versicherungs­summe Rente gezahlt wird, die mindestens 10v.H. der Versicherungssumme beträgt.

Endet die auf Grund eines Lebensversicherungs­vertrags geltend gemachte Dersicherungsfreiheit nach Vollendung des 50. Lebensjahres, so wird beim Eintritt des Versicherungsfalles der Grundbetrag nicht gewährt. Bei der Halbversicherung besteht im gleichen Falle Anspruch auf den halben Grund- bctrag.

Handwerker, die vor dem 1. 7. 1939 Lebensver­sicherungsverträge abgeschlossen haben, die den Er­fordernissen des Gesetzes nicht entsprechen, können Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung gleich­wohl mit Wirkung vom 1. 1. 1939 geltend machen, wenn der Vertrag vor dem 1. 10. 1939 den Vor­schriften des Gesetzes angepaßt wird.

Der Handwerker, der einen Lebensversicherungs­vertrag abgeschlossen hat, kann zunächst die Versiche­rungsfreiheit und dann die Halbversicherung geltend machen oder umgekehrt. Eine Wiederholung dieses Wechsels ist aber dann nur auf Grund eines neuen Lebensversiche­rungsvertrags zulässig. Ist der Hand­werker zur Vollversicherung übergegangen, so kann er später Dersicherungsfreiheit oder Halbversiche-

Einträgliche Serienvergnügungen.

Tu Geld in deinen Beutel, heißt es im allge­meinen, wenn man auf Serienreifen aeht. Aber die praktischen Engländer haben es verstanden, in ziemlich großem Umfange das Vergnügen einträglich zu gestalten, ja es hat sich sogar zu einer Art Sport entwickelt, sich in den Ferien irgendwie als Schatz- sucher zu betätigen. So hat die Perlfischerei für viele besondere Anziehungskraft, und man kann ihr in vielen Gegenden Schottlands mit recht guter , Aussicht auf Erfolg obliegen. Die Perlen, in der üblichen Farbe, werden in zweischaligen Süßwasser­muscheln gefunden. Wenn auch die schottische Perle durchschnittlich nur etwa einen Wert von einem Pfund hat, so hat der amtlich festgestellte Höchst­preis für manche Exemplare doch schon 20 bis 30 Pfund erreicht. Der Tay ist vielleicht der für Per- lenftscherei berühmteste Fluß Englands. Hier kann man den Perlenfischern in ihren stachen Booten zu- schauen, wie sie, Kannen mit gläsernem Boden in Händen das Flußbett nach Muscheln durchsuchen. Neben den Berufsftschern haben auch viele Ama­teure in den letzten Jahren einen glücklichen Fund getan. Andere, die ihre Ferien in den Küsten­gebieten von Yorkshire verbringen, versäumen nicht, die Cornelian-Buch zu besuchen, die dort zwischen zwei Badeorten gelegen ist, wo viele zwischen dem Kieselgeröll echten Jaspis, Achatsteine und Karneole gefunden haben. Derbyshire ist in England der ein­zige Fleck, wo der seltene blaue Flußspat entdeckt werden kann; dieser liebliche durchsichtige Stein wird für Vasen- und Schmuckbilder hochgeschätzt.

Müßige, die in den alten vulkanischen Hügeln von Perthshire herumstöbern, richten ihr Augenmerk auf Granatsteine. Dies Edelgestein hat die verschieden-- ften Farbtöne aufzuweisen, doch den ganz Findigen kann das Glück blühen, die tiefste und kostbarste Art zu Tage zu fördern. In der Nachbarschaft von Crianlarich war bisher die ergiebigste Fundgrube dafür. Bernstein ist auch ein sehr beliebtes Fund­objekt, der sich an den verschiedensten Küsten an­findet; doch auch die Kiesgruben in Londons Nähe lieferten seltene Schätze. Großes Glück hatten Schatz­sucher in den Sanddünen an der Südküste Corn­walls, die Silberdollars auftanden; ein Schiffbruch im Jahre 1785 hatte sie dorthin verschlagen. Eines Tages wird vielleicht ein Schatzsucher noch mehr vom Glück begünftigt sein und jenen unwahrschein­lich großen Diamanten finden, wegen dessen der Schmuggler Prothero sein Leben einbüßte. Nach der Ueberlieferung gelang es Prothero jedenfalls, ihn hier in der Gegend über einen Klippenrand . Werfen, ehe ei jelbst getPief öuM / * *

rung ebenfalls nur auf Grund eines neuen Les bensversicherungsvertrags geltend machen.

Macht der Handwerker auf Grund einer Lebensversicherung die Versicherungsfreiheil gellend, so ist er nicht berechtigt, sich in der Rentenversicherung der Angestellten weiter zu versichern oder in diesem Versicherungszweig freiwillig einzutreten oder Beiträge für zurück-

Der vorstehende Absatz gilt indessen nicht, liegende Jahre (19241939) nachzuentrichten, wenn die Weiter, oder Selbstversicherung vor dem 1. 1. 1939 begonnen hat.

Hinsichtlich der Erstattung von Beiträgen ist die Regelung getroffen, daß der Erstattungsanspruch im Falle des Todes oder der Heirat einer Hand­werkerin auch im Falle der Halbversicherung geltend gemacht werden kann. Erstattet wird die Hälfte der tatsächlich geleisteten Beiträge.

Das Gesetz gilt auch für die Witwe des Hand­werkers, die den Betrieb nach dem Tode ihres Ehemannes fortführt. Sie wird auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit, wenn sie eine Wit­wenrente aus der Rentenversicherung der Arbeiter oder der Angestellten bezieht, oder wenn aus der Lebensversicherung ihres Ehemannes eine Versiche­rungsleistung gewährt wird, oder wenn sie den Be­trieb binnen einem Jahre nach dem Tode ihres Ehemannes aufgibt. Der Antrag kann nur binnen zwei Jahren nach dem Tode des Handwerkers ge­stellt werden.

Das Gesetz gilt nicht für Inhaber einer Unter­nehmung des Handels, der Industrie, der Land­wirtschaft oder einer sonstigen Gruppe der Wirt­schaft, der einen handwerklichen Nebenbetrieb hat. Es gilt auch nicht für Bezirksschornsteinfegermeister.

Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß Handwerkern, die auf Grund der Verordnung über die Durchführung des Vierjahresplans auf dem Ge­biet der Handwerkswirtschaft vor dem 1. 1. 1943 in der Handwerksrolle gelöscht werden und bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden Kalender­jahres keine rentenoersicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, auf Antrag die auf Grund des Gesetzes zur Rentenversicherung der Angestellten entrichteten Beiträge erstattet roeroen. Der Antrag ist nur bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden zwei­ten Kalenderjahres zulässig.

Zur Wiederkehr des Weltkrieasbeginns vor 25'Jahren gibt die Leipziger Illustri rte Zeitung einen Rückblick auf das große Ge­schehen. Ein Beitrag des bekannten Historikers Professor Dr. Erich Brandenburg stellt die Frage, Wer hat den Weltkrieg verschuldet?" Generalleut­nant z. V. von Metzsch gibt eine Darstellung des Soldaten von 1914. Dom Einsatz der Luftwaffe be­richtet General der Flieger v. d. Lieth-Thomsen. Die Kriegsmarine im Weltkrieg schildert Admiral z. V. Prentzel. Weitere interessante Beiträge sind u. a.:Wandlung der Strategie" van Thorbald von Schäfer, dem Direktor der Kriegsgeschichtlichen For­schungsanstalt des Heeres, undIn treuer Waffen- brüdellchaft" von Major v. Heimburg, der die Lei­stungen unserer bulgarischen und ungarischen Waf­fengefährten im Weltkriege würdigt. Sämtliche Bei­träge find mit reichem Bildmaterial illustriert. Ein Querschnitt durch die deutsche Wehrmacht von heute ! bildet den Abschluß bei

(Fortsetzung und Schluß.)

Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherunq wer­den nicht dadurch berührt, daß die für die Lebens­versicherung zu zahlende Prämie während der eingangs erwähnten Ersatzzeiten gestundet wird. Doraussetzung ist hier, daß der Versicherungsschutz nicht unterbrochen wird, daß die nach Beendigung der Ersatzzeit zu zahlende Prämie die erforderliche Höhe hat und daß im Falle der Kapitaloer­sicherung außerdem die Versicherungssumme die Höhe, die das Gesetz vorsieht, behält. Dersicherungs­freiheit ober Halbversicherung werden auch dadurch nicht ausgeschlossen, daß die Prämie durch ein­malige Zahlung von entsprechender Höhe abgelöst wird. Voraussetzung ist hierbei, daß die einmalige Zahlung zur Versicherung eines Kapitals oder einer Rente ausreicht, die sich bei laufender Zahlung der Prämie ergeben würde, und daß bei einer Kapital­versicherung die oben mehrfach erwähnten Mindeft- beträge (5000 und 2500 RM.) erreicht werden. Er­höht sich das Einkommen des Handwerkers so, daß die Prämie nicht mehr die volle oder bei Halb­versicherung die halbe Höhe des Beitragssatzes zur Angestelltenversicherung erreicht, so enden Ver- sicherungsfteiheit oder Halboersicherung e r st drei Monate nach Ablauf des Kalendermonats, in dem der neue Steuerbescheid rechtskräftig wird, wenn die Lebensversicherung nicht bis dahin an die neue Sachlage angepaßt wird.

Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung wer­den auch nicht dadurch ausgeschlossen, daß die Lei­stung aus dem Lebensversicherungsvertrag nicht alsbald bei Vollendung des 65. Lebensjahres, son­dern erst einige h ö ch st e n s 6 M o nu te später fällig wird.

Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung kön­nen im übrigen erst daun auf einen Lebensversiche- rungsoertrag gestützt werden, wenn die Versiche­rung begonnen hat. Dies gilt nicht in den Fällen, in freuen, ber Antrag a u f A b - schluß eines Lebensversicherungsver- trags vor dem 1. 7. 1939 ge ft eilt und vordem 1. 10. 1939 angenommen wird? In diesem Falle tritt Befreiung ab 1. 1. 19 39 ein.

Sofern der Lebeusversicherunasoertrag auf Zah­lung einer Reute gerichtet ist, fo können Dersiche­rungsfreiheit oder Halbversicherung auf ihn nur

einer solchen Katastrophe kommen würbe. Aber frid Lawine war ins Rollen gekommen, sie konnte von niemanben mehr aufgehalten werden, ba Frankreich, Englanb und Rußlanb ben Krieg wollten. Die Nachrichten über dieBemühungen", ben Krieg zu verhindern, überstürzten sich, bie Spannung nahm in ben letzten Julitagen von Stunbe zu Stunde zu und wurde schier unerträglich. Dor der Schrift­leitung desGießener Anzeigers" standen Tag und Nacht Gruppen in lebhafter Unterhaltung, um bie neuesten Nachrichten aus erster Hand ent­gegennehmen zu können. AenMiche Gemüter, bie es ja wohl immer in solchen Zeiten gibt, suchten sich mit Lebensmitteln einzudecken, oder ihr Gut­haben auf Bank und Sparkasse abzuheben, so daß von amtlicher Seite gegen dieseHamsterer" ener­gische Maßnahmen getroffen werden mußten. Ganz besonders scharf ging man gegen die Lebensrnittel-'

Wilfried Herz spielte den Romeo in der äußeren Erscheinung wie in der Steigerungskraft des Empfindens der berühmteren Partnerin nicht unebenbürtig, dabei weder einer gewissen höfischen , _ . ~ -

Eleganz noch jener stillen Melancholie entbehrend. I bildet den Abschluß bei Dummer,

essen.