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Huis reichen Beifall.

laust wird uns voraussichtlich auch eine Versorgung mit Gemüse bringen. Dor

Der Au-

reichliche L , o v allem werden Blumenkohl, Tomaten und Gurken

Gauleiter Sprenger weihte das jüngste Erbhöfedorf des Gaues.

GroßartigeMng"-Aufführung in Bayreuth.

DKK. Nach einem spielfreien Tage hat am Sams- tg in Bayreuth die erste zyklische Aufführung von 9 chard WagnersRing des Nibelungen" ir. Rahmen der diesjährigen Festspiele mit einer 9l;uinszenierung desR h e i n g o l d" begonnen. 2 e Veränderungen erstrecken sich vor allem auf d-s Bühnenbild. Während Emil Preetorius

Vom Olivenbaum zum Speiseöl

Agrarwirtschastlicher Veisebrief aus Spanien.

Wucht zum Ausdrr

Erlebnis gefangengenommen verließen die begeistere | ten Besucher dos Festspielhaus.

Unsere Ernährung im August

Von Oberregierungsrai Or. Wolfgang Clauß.

gedacht ist, daß die Wartburg die alte Wortburg geblieben ist". Denn immer wiesen ihm das Ver­ständnis für die historische Bedinaheit und die innere Gesetzmäßigkeit den Weg bei allen seinen Restau- rierungsplänen und Arbeiten.

Ritgen kam erst auf Umwegen zu seiner Lebens­aufgabe alsBaudoktor". Bei dem 1811 geborenen Sohn des Professors der Medizin an der Ludo- viciana August von Ritgen hatten zwar schon die Lehrer des Gymnasiums denverderblichen" Hang zur Geometrie festaestellt, doch widmete er sich zunächst ber medizinischen Wissenschaft unb ver­tauschte später erst bas Medizin-Studium mit dem der Architektur. In dem in Darmstadt auf der Höhe seines Schaffens stehenden Hofbaudirektor Georg Moller fand Rügen den stärksten Anreger. War doch Moller nicht nur der geniale Baumeister, sondern auch einer der ersten Deutschen, die sich der Erforschung der mittelalterlichen Baudenkmäler wid- meten. Ihm ist auch die Wiederauffindung ber Pläne für bie Fassade des Kölner Domes in Darm­stadt und Paris zu danken.

Als Repetent, Privatdozent unb Professor der Baukunst an der Gießener Unioerfiät bevorzugte Ritgen in seinen Vorlesungen natürlich auch bie Baugeschichte bes Mittelalters und entfaltete da­neben eine gewaltige Tätigkeit als Architekt unb Restaurator. So baute er Wohnhäuser in Gießen (z. B. Ostanlage 4, Frankfurter Straße 6, Villa Gail in ber Wilhelmstraße), 1833 bie Leichenhalle auf dem Gießener Alten Friedhof im dorischen Stil, schuf Grabdenkmäler wie das für die Familie Gail, restaurierte Kirchen in Gießen, Lich, Großen- Linden, Schlitz, Jena, Eisenach, Burgen und Schlos­ser in Laubach, Eisenbach, Gleiberg usw. Eine ge­plante vollkommene Wiederherstellung der Münzen­berg unterblieb aus Mangel an Mitteln. Aus seiner literarischen Tätigkeit seien bie Geschichte ber Bur­gen Gleiberg, Münzenberg, Staufenberg hervor- gehoben unb Untersuchungen über bie erste Anlage Gießens unb seine Befestigungen.

Ueber vierzig Jahre aber baute er mit urwer- broffenem Eifer unb mit nie erlahmender Begei­sterung die Wartburg wieder auf, kaum einer der vielen hundert Pläne, ber nicht von seiner eigenen Hand stammte. Fast unvorstellbar ist diese Arbeits­leistung, wenn man bedenkt, daß bis zur Neu­errichtung der polytechnischen Schule in Darmstadt er allein das Fach der Baukunst an ber Universität vertrat. Nur für das Jngenieurfach wirkte noch ein Professor neben ihm.

Wenn man auch heute in vieler Hinsicht zu an­deren Kunstanschauungen gelangt ist, und manche die Wartburg lieber als Ruine, aber ohne Erneue­rungen sähen, so hat sie sich doch die Liebe des ganzen deutschen Volkes errungen und bewahrt. Sie ist und bleibt in unbeschreiblich schöner Lage das vollkommenste Bild eines romantischen Fürsten- sitzes, ber viele Höhepunkte deutscher Geschichte er­lebt hat. Und mit dieser Erneuerung wird der Nome Hugo von Ritgens für immer verknüpft fein. Aber auch Gießen hat allen Grund, den Namen eines ihrer bekanntesten Professoren nicht zu ver­gessen. Jürgen Rauch.

Hugo von Mgen, Professor der Baukunst an der Ludoviciana. 3u seinem 50. Todestage am 31. Juli.

Mit einer besonders festlichen Aufführung ber Walkür e" wurde am Sonntag die ersteRing". Vorstellung fortgesetzt. Bei strahlendem Sommer- weiter waren bie Auffahrtsstraßen von einer un­übersehbaren Menge besetzt, die z. T. von weither gekommen war, um den Führer auf seinem Wege von der Villa Wahnfried zum Festspielhaus zu begrüßen. Die Begeisterung ber bis zur Heim- fahrt bes Führers am Festspielhügel ausharrenden Menschen führte in jeder Pause zu herzlichen Kund- gedungen, für die ber Führer wieberholt am Fenster dankte. Hochstimmung herrschte auch im Theater. Eine erlesene Gemeinschaft erstrangiger Künstler, die durch ihr jahrelanges Zusammenwirken an dieser Stätte die Voraussetzungen für eine ideale Wiedergabe derWalküre" geschaffen hat, setzte sich mit äußerster Hingabe für das bezwingende Musik- brama ein. Nach dem Bericht der DKK. ging die begeisternde Wirkung sowohl von der inneren Ge­schlossenheit der Aufführung aus, zu der sich unter der musikalischen und szenischen Leitung Heinz T i e t j e n s in den unübertrefflichen Bühnenbildern von Emil Preetorius eine Reihe von foliftischen Meisterleistungen verdichtet hat, wie auch von der persönlichen Ausdruckskraft jedes einzelnen Durfte!» lers. Der Siegmund Franz Volkers eine der Glanzrollen des Künstlers und bie hinreihenbe Sieglinde Maria Müllers, die hoheitsvolle unb zugleich erschütternde Gestaltung des Wotan durch Rudolf Bockelmann neben der tief ergreifenden Brünhilde von Martha Fuchs sowie bie mit reif­ster Kunst charakterisierten Gegenspieler Marga­rethe Klose (Fricka) und Ludwig Hoffmann (Hunding) brachten am Schicksal der germanischen Gotter, unb Heldengestalten die menschliche Wahr-

ftme bisherige Ausstattung im ersten Rheinbild nur n wesentlich abgemanbelt hat, ist in derfreien (J-genb auf Bergeshöhen" der frühere Felsencharak- ic ber Landschaft burch lieblichere Züge gelockert norben. Die Nibelheimszene erscheint jetzt räumlich wd) stärker zusammengedrängt unb durch bas 1t räghegenbe schiefrige Urgestein stilistisch enger mit du Felsen in der Tiefe des Rheines verbunden. Die 9*gie Heinz Tietjens, der als Dirigent auch für d- musikalische Form der Aufführung verantwort- ist, hat sich mit wenigen Aenberungen auf bie ntien Dekorationen eingestellt, ohne bie Grundsätze sm er bewährten Inszenierung aufzugeben.

Die Aufführung zeigt im übrigen das vertraute Ö sicht mit den gesanglich unb barstellerisch über* rgenben unb künstlerisch beherrschenden Leistungen Bin Rudolf Bockelmann als Wotan unb Mar- gcrethe Klose als Fricka. Neben ihnen kehren Isef von Manowarda unb Ludwig Hof- um n n als bas Riesenpaar, Fritz Wolff als Loge, Kte Heidersbach als Freia unb bie Rhein- Wer von Hilde Scheppau, Elfriede Mar- h rr, Ruth Berglund wieder. Neu fügen sich ii das beispielhaft aufeinander abgestimmte En- sinble ein Hans Reinmar als stimmgewaltiger 2mner, Benno Arnold mit hellem Tenor als ^ioh und Ria Focke, die als Erde vor allem dich die innige Tiefe ihres Alt aufhorchen läßt.

Die Ernte ist nunmehr in vollem Gange, obwohl ks unbeständige Wetter im allgemeinen zu einer Lirzogerung geführt hat. Ueber bas Ergebnis kann fr tute noch nichts Zuverlässiges gesagt werden. Wir vsssen jedoch, daß bie Getreideernte ausreichen D-rb, um den Brotbedarf des deutschen Volkes zu Men. Darüber hinaus haben die bisher vorliegen- kin Berichte über den Stand der Ernte wieder ein» nil gezeigt, daß der Roggen das Brotkorn unseres hmas unb Bodens ist. Es muß deshalb immer D\?ber betont werden: Roggenbrot und Roggen» ecAkornibrot ist beim Verbrauch von Backwaren jenenüber dem Weizen gebäck zu bevorzugen. Der taggen weist nämlich in diesem Jahr im allgemei­nem einen recht guten Stand auf. Der Weizen ist liegen weniger einheitlich und hat die im Winter irittenen Frostschäden nicht oder nur teilweise aus» ii .Äen können. Dieser Lage trägt im übrigen auch it Vorschrift Rechnung, daß dem ganz Hellen, neu iiZeführten Weizenmehl der Type 630 jetzt 10 v. H. ievnders Helles Rogaenmehl beigemischt werden. ?i Beimischung von Kartoffelstärkemehl zum Wei- -rumehl ist dafür in Fortfall gekommen.

Der letzte amtliche Saatenstandbericht meldet fer- -r baß sich die Kartoffeln sehr gut entwickelt Auen. Ihr Stand wird jetzt sogar erheblich besser Erteilt, als in Normaljahren. Diese Tatsache er» T*rt uns erneut an bie volkswirtschaftliche Not- imbigteit, die Kartoffel m immer stärkerem Maße -ü Grundlage unserer Ernährung zu machen, ob» Ayl nicht unberücksichtigt bleiben soll, daß die Pa- 3.'?, den Kartoffelverzehr zu steigern, auch dann -ii'ehalten werden könnte und müßte, wenn die stssichten für die Kartoffelernte weniger günstig ciren. Zur Befriedigung des Bedarfs an Speife- [feoffeln werden heute kaum noch 25 v. H. der Genrnttartoffelernte benötigt. Vox Beginn der Er- jTgungsschlacht, als die Kartoffelernten hn allge- Temen noch niedriger waren als jetzt, war bei k'ech hohem Speisekartoffelverbrauch mitunter fast in Drittel ber Kartoffelernte hierfür erforderlich, itije Gegenüberstellung zeigt, in welchem Maße U KaMlleloeMWÄ ücheMkt MÜM ta

Jahr zu Jahr steigert sich der Ertrag, bis ber Baum die Kraft verliert und durch Pfropfung neuen Austrieb erhält. So ist es möglich, einen Olivenbaum viele Jahrzehnte lang ertragreich zu erhalten. Der Olivenbaum stellt einen großen Sektor der landwirtschaftlichen Erzeugung Spaniens dar, in dem viele Menschen beschäftigt sind. Die Haupt, arbeit erfordert natürlich die Ernte, die infolge der großen Empfindlichkeit der Frucht sorgfältigst ge- schehen muß. Schon der kleinste Druck genügt, um die Olive verderben zu lassen. Die Pflücker und Pflückerinnen müssen deshalb ganz kurz geschnittene Fingernägel und eine leichte Hand haben. Die besonders ölarme Frucht dient als Speiseolive, die andere, ölreiche Sorte dagegen zur Oelgewinnung. Nachdem die für Speisezwecke bestimmten Oliven der Größe nach sortiert sind, werden sie gewaschen, in eine Lauge gelegt, entwässert, um danach in einer Salzlauge konserviert zu werden. Dieser ganze Konservierungsprozeß dauert'nur wenige Tage. Em Teil der Oliven wird mit Kernen eingelegt, während ber andere entfernt und mit Mischungen aus rotem Pfeffer, Anschovis usw. gefüllt wird.

An erster Stelle die Oelolive.

Wichtiger aber als bie Speiseolive ist für die Ausfuhr die Oelolive. Während die ölarme Speise- olive in Fässern vor allem nach Nordamerika ver­schifft wird, hat das Olivenöl sich einen größeren Markt erobert. Die Oelolive wird ungefähr zur gleichen Zeit, geerntet wie die Speiseolive, nämlich ab Ende Oktober. Je nach der Gegend, ob im Ge- birge oder in den wärmeren Gebieten, verschiebt sich der Erntebeginn. Im November oder Dezember beginnt bann bis Erzeugung an OlisenÄ un ßrofceti

voraussichtlich etwas abfallen, ebenso auch die An­lieferungen von Kälbern. Für denjenigen, der nicht glaubt, feine Ernährung in den Sommermonaten auf den verstärkten Verzehr pflanzlicher Kost umstellen zu können, stehen im August an Stelle des Fleisches vor allem auch frische Heringe, Bückinge und Ma­rinaden reichlich zur Verfügung. Da die Fischdampfer sich im August hauptsächlich an der Heringsfischerei in der Nordsee beteiligen, ist ein erhöhter Verbrauch von frischen geringen und den daraus hergestellten Erzeugnissen sehr erwünscht, um die zu erwartenden großen Heringsfange unterzubringen. Kabeljau, Rot. barsch und Seelachs werden in den kommenden Wochen ber Jahreszeit entsprechend in geringerem Umfang zur Verfügung stehen.

Aehnlich wie auf dem Fleischgebiet liegen die Verhältnisse auch beim Fett. Der Fettverbrauch bes beutschen Volkes stieg von 1 268 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 1 793 000 Tonnen im Jahre 1938. Die alte Parole, beim Fettverbrauch zu sparen, muß also immer wieder betont werden. Immer wieder kann auch darauf hingcwiesen werden, daß ein verstärkter Verbrauch an Stelle von Fleisch und Fett grundsätzlich erwünscht ist bei Kartoffelstärkemehl, Sago, deutschem Puddingmehl, Haferflocken, Grau- pn, Zucker, Marmelade, Kunsthonig, Buttermilch, entrahmter Frischmilch (soweit zu bekommen), Käse, insbesondere Harzer, Mainzer und Schimmel-Käse sowie von Quarg. Der Tisch ist uns also auch im August wieder reichlich gedeckt.

tWSG. Ein neues stolzes Werk nationalsozialisti- fter Aufbauarbeit im Gau Hessen-Nassau ist wieder e:ieHt worden. Im Kreis Gelnhausen ist das Ji'igfte hessen-nassauische Erbhöfedorf Wald, r d e erstanden, das gleich den Erbhöfedörfern im Hs fischen Ried durch Gewinnung neuen Ackerlandes brch den Reichsarbeitsdienst geschossen worden ist. 2n Samstagnachmittag wurde es im Rahmen des foeistages des Kreises Gelnhausen von Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger feierlich ein- flveiht.

Acht schmucke Erbhofe bilden das neue Erbhofe- 2irf Waldrode, das ber Gemeindeverwaltung (:oßenhaufen untersteht. Drei weitere Erbhofe t:rben in der nächsten Zeit noch gebaut. An einem Antertag im Jahre 1936 legte Gauleiter Sprenger bn Grundstein zu diesem neuen Dorf. Die unermüd- Itftc Schaffenskraft des Reichsarbeitsdienstes, der fr dieses Projekt eingesetzt war, wandelte Wald- bi.oen in fruchtbares Ackerland um, das bereits J)(ite reiche Früchte trägt. Ein weiterer Schritt in 6r Verwirklichung des Meliorations- und Sied­ln igsorogrammes wurde mit dem Bau des neuen Ebhöftdorfes getan, dessen Bauern voll Dank an bei Führer nun alle Kräfte mit für die Sicherung br Ernährung des deutschen Volkes einsetzen ttirben.

Zur Einweihungsfeier bes neuen Erbhöfedorfes raren auf dem Dorfplatz die Formationen der Par» k und die Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes ^getreten. Vor dem Dorfbrunnen, in dessen Sockel bi Urkunde über die Grundsteinlegung des Dorfes s/fbewahrt ist, hatte sich eine große Zahl Vertreter br Partei, ihrer Gliederungen, ber Wehrmacht und bis Reichsarbeitsdienstes eingefunden. Den Platz nfäumten die neuen Erbhofbauern mit ihren Ge- ilUschaftsmitgliedern, die dem Gauleiter einen Herz. Ibien Empfang bereiteten.

Zu Beginn der Feier begrüßte Kreisleiter flia u f e m a n n den Gauleiter und die Gäste. In Inner Ansprache dankte er vor allem dem Gauleiter fr die Unterstützung zum Bau bes Dorfes und dem

in einem so großen Umfange zur Verfügung stehen, daß sie beim Verbrauch besonders bevorzugt werden sollten. Bei den Tomaten fällt im Monat August mindestens ein Drittel ber deutschen Ernte an. Außerdem ist noch mit ausländischen Zufuhren zu rechnen. Auch Blumenkohl und Gurken stehen im Monat August aus deutscher Erzeugung in größe­rem Umfange zur Verfügung. Nicht ganz so reich­lich wie bie Gemüseversorgung wird die Versorgung mit Obst sein. Die Hausfrauen werden hier zu dem greifen müssen, was der Markt bietet. Besondere Empfehlungen können hier kaum ausgesprochen wer­den. Die Erdbeerernte war leider nur mittelmfeig. Verhältnismäßig gut, jedoch auch unterschiedlich, war die Ernte an Süßkirschen. Nunmehr steht das Beerenobst an erster Stelle. Johannisbeeren, Stachel­beeren und Wildbeeren stehen zur Wahl. Außerdem werden geringe Mengen des ersten einheimischen Steinobstes die Obstversorgung erweitern helfen. Bei Pflaumen ist allerdings pur mit einer mäßigen Ernte zu rechnen. Die Apfelernte dürfte voraussicht­lich einen mittleren bis guten, die Birnenernte einen mittleren (Ertrag bringen.

Diese reiche Auswahl an Gemüse unb Obst, bie wir in den nächsten Wochen zu erwarten haben, sollte für die Derbraucherschaft Veranlassung sein, den Küchenzettel jetzt in möglichst großem Umfange auf pflanzliche Kost einzustellen und jeden über­mäßigen Fleischverbrauch zu vermeiden. Professor Dr. Vogel hat kürzlich in einem vielbeachteten Auf­satz darauf hingewiesen, dafe der Fleichoerbrauch in Deutschland in den letzten Jahren so stark geftiegen sei, daß man zweifellos vielfach von einemFleisch- mifebrauch" reden müsse. Tatsächlich ist der Fleisch­verbrauch des deutschen Volkes im Altreich von 3 004 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 3 928 000 Ton­nen im Jahre 1938 gestiegen. Von dieser Zunahme des Fleischverbrauches entfällt der größte Teil au bie letzten Jahre, denn im Jahre 1932 betrug der LLeiMMnuch SWM Tonnen. Weva tei tinft

ober ber andere glaubt, auf Grund feiner eigenen Beobachtungen diese Zahlen anzweifeln zu müssen, o muß demgegenüber darauf hingewiesen werden, " lafe ber einzelne immer doch nur in ber Lage ist, einen sehr engen Kreis selbst zu beobachten. Er wird Überseyen, bafe ein großer Teil bes deutschen Volkes dank der Erfolge der Arbeitsschlacht heute in der Lage ist, wesentlich mehr Geld für Nahrungsmittel aus» zugeben, als noch vor einigen Jahren. Außerdem haben naturgemäß auch ber Aufbau ber Wehrmacht, bes Arbeitsdienstes, KdF. und sonstige Gemein- chaftsveranstaltungen zu einer Erhöhung des Fleischverbrauches geführt. Jeder sollte aber, und vor allem die körperlich nicht schwer Arbeitenden, aus der Entwicklung des Fleischverbrauches für sich in der Zeit des reichlichen Anfalls von frischem Obst und Gemüse die Schlufefolgerung ziehen, daß eine Verminderung des Fleischverbrauches nicht nur der Volkswirtschaft, sondern auch der eigenen Gesund­heit dient.

Je mehr in den Sommermonaten der Fleischver­brauch vermindert wird, desto stärker ist es möglich, die unseren Rindviehbeständen im oerganenen Jahr zugefügten Lücken wieder aufzuftillen und Reserven für den erfahrungsgemäß verstärkten Bedarf im Winter zu bilden. Dies wird bei einer entsprechenden Vermeidung des Fleischmifebrauches seitens der Ver­braucher um so eher möglich sein, als wir im August an sich mit ausreichenden Schweinelieferungen rech­nen können. Die Rinderauftriebe dürften allerdings

Spanien ist ein ausgesprochenes Agrarland, bas einen Teil seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Weltmarkt bringt. Zu den spanischen Aus­fuhrgütern gehören in erster Linie Fischereierzeug­nisse, Früchte und Olivenöl. Dieses Olivenöl stellt mit einer jährlichen Durchschnittserzeugung von 450 Millionen Kilo 60 v. H. ber Welterzeugung an Olivenöl dar. Von dieser Menge gelangen rund 100 Millionen Kilo zur Ausfuhr.

keine Olivenhaine.

Zur Gewinnung dieser großen Menge Del sind riesige Anbauflächen erforderlich. Diese Gebiete sehen aber ganz anders aus, als wir sie uns ge­wöhnlich vorstellen. Sie haben nichts mit der fal» schen Romantik ber Olivenhaine zu tun, sondern die Bäume stehen in Reih und Glied ausgerichtet da. Sie sind mittelgroß, haben rissiae Stämme und eine flache, breite, meist vierteilige Krone. Die Blät­ter sind schmal und von graugrüner Farbe. Der Untergrund, auf dem bie Bäume stehen, ist sorg­fältig von allem Unkraut gesäubert und umgepflügt, denn eine Olioenbaumkultur erfordert große Sorg- falt, wenn bie Ernte zufriedenstellend ausfallen soll. Der Anbau der Olive erfolgt vor allem in Anda­lusien, von Jaen bis nach Toledo hinauf und an die Mittelmeerkiste. In diesen Gebieten findet man häufiger etwa einen Meter hohe Sandpyramiden, aus denen hin und wieder ein kleines Oliven- bäumchen herausschaut. Das sind die Stecklinge, die vor Schädlingen unb Ziegenfrafe mit Lehm und Sand geschützt werden.

Jahrzehntelang ertragreich.

Nach fünf Jahren trägt ber mit gelblichgrünen TrMbchm bMend» Baum fcit ersten Früchts. Mm

Wer einmal von berHohen Sonne" aus einen Blick auf die tannenumrahmte Wartburg geworfen hat, wer einmal ehrfürchtig burch die Räume dieser Burg des Lichtes" gewandert ist, sollte dankbar des Gießener Professors gedenken, dem die Wartburg ihre Erhaltung und pietätvolle Erneue­rung verdankt: Hugo von Ritgen.

Ein Lustschloß plante man in den vierziger Jah­ren des vorigen Jahrhunderts an Stelle des Aus- xangspunktes deutscher Sangeskunst und deutscher Religionsfreiheit, ohne historischen Zusammenhang mit der altehrwürdigen Burg. Und das 30 Jahre nachdem die Wartburg erneut bie Augen ganz Deutschlands auf sich gelenkt hatte durch das Drei- hundertjahrfeft der Reformation, auf dem die beut» chen Studenten gewaltig ihre Stimmen erhoben für die deutsche Einheit, für ein großdeutsches Reich gegen die kalte Staatskunst Metternichs.

Aber bereits auf den Architekten-Verfammlungen äu Gotha und im Herbst 1847 zu Mainz stand der junge Gießener Professor der Baukunst gegen diese verschandelnden Pläne auf als auch gegen das drohende Schicksal ber Wartburg als Ruine. War boch ber majestätische Bergfrieb längst zusammen­gestürzt, und der ganzen Burg drohte das gleiche Ende.Deutschland hat ein geistiges Eigentumsrecht an die Wartburg errungen durch Jahrhunderte schwerer Kämpfe um die deutsche Poesie und die Freiheit des Glaubens" rief er aus.Trauernd müßte Deutschland zusehen, würde bie alte glor­reiche Burg, gleich so mancher ehemaligen Feste, in bas romantische Lustschloß, die reizende Villa selbst bes edelsten Fürsten umgewandelt. Denn damit wäre sie ausgelöscht aus der Zahl der ehrwürdigen Denkmäler deutscher Vorzeit. Aber ebenso dürfte man sie nicht zur Ruine zerfallen lassen."

Vor ber Mainzer Versammlung fgnnte ber Ge­lehrte bereits Vorschläge für eine Neugestaltung machen, bie die begeisterte Zustimmung ber Fach­leute fanden. Sie beeindruckten auch den damaligen Erbgroßherzog Carl Alexander von Weimar- Eisenach derart, daß er bie früheren Pläne zurück­ziehen ließ und Ritgen d i e Aufgabe anvertraute, die sein Lebenswerk und Lebensruhm werden sollte. Auf Grund mehrjähriger sorgfältiger Forschungen über die Baugeschichte der Wartburg und der gründ­lichen Untersuchung von über 60 Burgen Hessens, Thüringens, Bayerns usw. wurde nun nach den Worten Ritgensdas Vorhandene erhalten, das Fehlende ergänzt, das Verschwundene mit möglich­ster Treue wieder aufgeführt".

Man muß sich die Zeitumstände vorstellen, um das Werk Ritgens voll zu würdigen. Hatten doch die Romantiker das glänzende Bild des Mittelalters wieder heraufbeschworen, das Bild einer Zeit, in der die Nation einig, mächtig, über alle Maßen herrlich erschien. Die Baumeister als Nutznießer und Mitläufer aber fingen vielfach an, ihrer Phantasie freien Spielraum zu lassen unb sich im Bau von nie vorhanden gewesenen Burgen, ja Ruinen auszu­toben. Ri t gen jedoch ging vollkommen andere Wege. Er trat an seine Aufgabe mit dem ganzen kunsthistorischen Rüstzeug der damaligen Zeit heran und erreichte, obwohlsicherlich manches daran aus-

Reichsarbeitsdienst und allen Arbeitern, die oft unter schwierigen Verhältnissen das Werk vollendet haben.

Weiter Sprenger

ging von dem Ausspruch des Führers in bei Kampf­zeit aus:Das deutsche Volk wird ein Volk von Bauern fein, oder es wird nicht fein." Diese Er­kenntnis, die der Führer aus der deutschen Geschichte gezogen hat, sei die Grundlage für die Siedlungs- pläne gewesen, die in den Jahren des Kampfes be­reits reiften und einmal verwirklicht werden sollten. Dieser Wille fei nach der Machtübernahme des Füh­rers in die Tat umgefetzt worden. Aus Sumpf und Moor feien im Gau Hessen-Nassau zahlreiche Bauern- und Erbhöfe erstellt worden.

Gauleiter Sprenger dankte dann Kreisleiter Kaule- mann für seinen Einsatz zur Schaffung des Erbhöse- borfes. Sein Dank galt auch besonders ber uner- müblichen Arbeit bes Reichsarbeitsdienstes, dessen Aufgabe es ist, an dem stolzesten Werk zu schaffen, das in Deutschland begonnen worden ist. Wenn heute, so fuhr der Gauleiter fort, noch nicht alle Erbhöfe des Dorfes stehen, so sei dies nur eine gesunde Entwicklung. Es ginge nicht allein darum, viele Bauernhöfe zu bauen, sondern für die erstell­ten Erbhöfe erst einmal eine ausreichende Acker­nahrung zu schaffen, damit kinderreiche Familien darauf leben können unb ein wirklicher Blutsquell im Volke sind. Grundforderung müsse immer sein, wer Bauer ist, muß genug Ackernahrung haben.

An die neuen Erbhofbauern gewandt, ermahnte er sie zum Schluß, sich stets bewußt zu fein, daß sie freie Bauern auf freier Scholle sind, daß sie im Dienst des deutschen Volkes stehen, bie Ernährung sicherzustellen und mit Kinderreichtum die Zukunft der Nation zu garantieren. Der Gauleiter übergab hierauf das Dorf dem Ortsgruppenleiter und dem Bürgermeister, denen er es zur Pflicht machte, die neuen Erbhofbauern in bie Obhut der Partei zu nehmen und in ihren Belangen zu unterstützen.