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Deutschlands Recht auf seine Kolonien.

Die geistreichen britischen Wirtschaftsartikler, die vorher davon schrieben, daß öie Vernichtung Deutschlands den Reichtum jenes einzelnen eng­lischen Menschen erhöhen würde und der Wohlfahrt ihres Landes zugute käme, mußten wenigstens eine gewisse Zeitlang nach dem Kriege bald durch die Wirklichkeit zu sehr Lügen gestraft schweigen.

Erst in den letzten Monaten beginnen ähnlich geniale Erkenntnisse in den Reden britischer Poli­tiker und den Leitartikeln ebensolcher Zeitungs­schreiber wieder aufzutauchen. Warum wurde der Weltkrieg geführt? Um die am zweiten Platz stehende deutsche Seewaffe zu vernichten? Das Er­gebnis war jedenfalls, daß vor die und an^die Stelle Deutschlands nunmehr zwei andere Staaten getreten sind. Oder um den deutschen Handel zu liquidieren? Die Vernichtung des deutschen Handels hat England mindestens ebenso viel Schaden zuge­fügt, wie Deutschland selber. England und die Engländer sind nicht reicher gewor­den. Oder um das Deutsche Reich aus irgendeinem anderen Grunde zu beseitigen? Das Deutsche Reich ist heute stärker als je zuvor. (Lebhafter Beifall.) Oder um etwa die westliche Demokratie in der Welt zu verankern? Diese De­mokratie ist in großen Teilen der Welt in der frühe­ren Ausgabe eingezogen und eingestampft worden. (Heiterkeit.) Don den Gestaden des Stillen Ozeans, im Osten Asiens bis zu den Fluten der Nordsee und an die Küsten des Mittelmeers breiten sich mit rapider Schnelligkeit andere Staaten und Systeme aus. Jeder auch nur denkbare Nutzen des Krieges ist restlos ausge­löscht worden durch die ungeheuren Opfer, nicht nur an Mnschenleben oder Gütern, sondern durch die fortdauernde Belastung aller Produktionen und vor allem der Staatshaushalte. Dies war aber eine Tat- sachs, die schon nach dem Kriege einzusehen' war und eingesehen werden konnte. Hätte man dies berücksich­tigt, dann wäre man wohl zu anderen Schlüssen für die Gestaltung der Friedensverträge gekommen. Es wird z.B. für alle Zukunft der Beweis für eine außer­ordentlich beschränkte Einsicht gerade in der Beur­teilung wirtschaftlich^ Möglichkeiten sein, die Sum­men nachzusehen, die im Jahre 1919 und 1920 als mögliche Reparationsleistungen veranschlagt worden sind. Sie liegen so sehr außer jeder wirtschaftlichen Vernunft, daß man nur einen allgemeinen Weltzer st örungstrieb als einzig verständ­liche Ursache dieses ansonsten nur als Wahnsinn zu bezeichnenden Verfahrens annehmen kann. Denn folgendrrckiaßen war damals die Lage: Erst führte man den Krieg, um Deutschland vom Welthandel auszuschließen. Damit hätte in der Verfolgung dieses Kriegszieles der Friedensschluß Deutschland in eine Autarkie verwandeln müssen, d. h. also, die übrigen Staaten, die sich durch den deutschen Welt- handelt bedroht fühlten, hätten nach Ende des Krie­ges dem deutschen Volke einen für eine autarke Lebensführung geeigneten Raum zur Verfügung stellen müssen mit der Auflage, in ihm nun das Auskommen zu suchen und die Welt im Übrigen wirtschaftlich nicht mehr zu berühren. Das tat man nun nicht, sondern man führte einen Weltkrieg, um Deutschland aus dem Welthandel das war der einzige reale Grund für das Verhalten der damali­gen Kriegstreiber auszuschließen und verpflich­tete nun den unterlegenen Staat mit einer inter­nationalen Reparationslast, die nur durch eine ge­radezu verdoppelte Tätigkeit auf dem Weltmarkt realisiert werden konnte. Ja, nicht nur das: Um Deutschland von jeder autarken Betätigung zurück­zuhalten vder an ihr zu behindern, geht man her und nimmt dem Reich sogar den eigenen einst durch Kauf und Verträge erworbenen Kolonialbesitz weg. Das heißt also: Das stärkste Volk Mittel­europas wird durch eine Reihe wahr­haft genialer Manipulationen ver­pflichtet, sich noch vielmehr als früher koste es, was es wolle äls Export­nation zu betätigen. Denn nun muß ja der deutsche Export nicht nur ausreichen, um die deut­schen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um noch zusätzliche, wahrhaft wahnsinnige Reparationssum­men herauszuwirtschaften, wobei natürlich, um eine Mark abzuliefern, praktisch für drei und vier Mark exportiert werden mußte, denn auf die Dauer waren diese gigantischen Summen nur vom Gewinn und nicht aus einer Substanz zu leisten. Da Deutsch­land nicht in der Lage war, diesen Verpflichtungen nachzukommen, bevorschußten die Sieger­nationen sogar noch durch Darlehen das Auf­treten der deutschen Wirtschaftskonkurrenz auf dem Weltmarkt, für dessen Säuberung vom deutschen Handelsfeind vorher zehn oder zwölf Millionen Manschen auf den Schlachtfeldern verbluten mußten. Daß nun endlich dieser Wahnsinn zu einer Ueber- steigerung führte und letzten Endes alle National­wirtschaften durcheinanderbrachte, zu schwersten Währungskrisen zwang, sei nur nebenbei erwähnt.

Das ganze Verhalten der sogenannten Sie- germächle nach Beendigung des Weltkrieges war ebenso unvernünftig wie unverantwortlich. Der Raub der deutschen Kolonien war moralisch ein

der Billigkeit und damit auch der Ver­nunft, dann müssen Billigkeit und Vernunft aber auch wirklich der Gerechtigkeit und damit letzten Endes der Zweckmäßigkeit dienen.

Anzunehmen aber, daß es einigen Völkern vom lieben Gott gestattet sei, erst durch Gewalt eine Welt in Besitz zu nehmen und dann mit moralischen Theorien den Raub zu verteidigen, ist für den Besitzenden vielleicht beruhigend und vor allem bequem, für den Richtbesihenden aber ebenso belanglos, wie uninteressant und unverbindlich! (Stürmische Zustimmung.) Das Problem wird auch nicht dadurch gelöst, daß ein ganz großer Staatsmann dann mit höhni­schem Grinsen einfach erklärt, es gäbe Ratio­nen, die Besitzende seien, und die anderen wären deshalb nun einmal für immer die Ha­li e n i ch t s e. Diese erschöpfenden Ansichten kön­nen vielleicht im Inneren der kapitalistischen Demokratien bei der Lösung ihrer sozialen Fra­gen als Richtlinien gelten, die wirklich volks­regierten Staaten lehnen solche Theorien so­wohl im Inneren als auch nach außen hin ab. Kein Volk ist zum Habenichts und Volk zum Besitzend en geboren, son­dern die Vesihverhältnisse auf dieser Welt haben sich im Laufe der gesch-chtlichen Entwicklung er­geben. (Lebhafter Beifall.)

Es ist denkbar, daß im Laufe langer Zeitläufe Völker durch innere Krisen vorübergehend vorn Schauplatz des geschichtlichen Geschehens abzutreten scheinen, allein zu glauben, daß in Europa Völker, wie die Deutschen oder Italiener, für ewige Zeiten als gleichberechtigte Erscheinungen der Geschichte, und zwar nicht nur als passive, sondern auch als aktive Kräfte der Lebensgestaltung verschwinden würden, dürfte ein ganz großer Trugschluß sein.

Die Lage ist, soweit sie Deutschland betrifft, eine sehr einfache. Das Reich zählt 80 Millionen Men­schen. Das sind über 135 heute auf den Quadrat­kilometer. Der große deutsche Kolonial­besitz, den das Reich einst im Frieden durch Ver­träge und Kauf sich erwarb, ist geraubt worden, und zwar entgegen den feierlichen Zusicherungen des

amerikanischen Präsidenten Wilson, die bte Grundlage unserer Waffenniederlegung bildeten.

Der Einwand, daß dieser koloniale Besitz ohnehin keine Bedeutung hätte, könnte nur dazu führen, ihn uns erst recht leichten Herzens zurückzugeben. Der Einwand, daß das aber nicht möglich sei, weil Deutschland damit nichts anzufangen wüßte, da es damit auch früher nichts angefangen hätte, ist lächerlich. Deutschland hat seinen kolonialen Besitz erst spät bekommen, in nur verhältnismäßig kurzer Zeit entwickeln können und stand vor dem Kriege nicht vor der zwingenden Not von heute. Dieser Einwand ist deshalb genau so dumm, als wenn jemand einem Volk die Fähigkeit zum Bauen einer Eisenbahn bestreitet, weil es vor hundert Jahren auch noch keine Bahn gehabt hat.

Der weitere Einwand, daß der koloniale Besitz nicht zurückgegeben werden könnte, weil Deutschland damit eine strategische Position bekäme, ist ein un­geheuerlicher Versuch, von vorneweg einer Nation, einem Volk allgemeine Rechte streitig zu machen.

Denn nur darum kann es sich handeln. Deutsch­land war ohnehin der einzige Staat, der sich keine koloniale Armee aufgezogen hatte im Vertrauen auf die von den Alliierten später gebrochenen Ab­machungen der Kongoakte. Aber Deutschland be­nötigt seinen kolonialen Besitz überhaupt nicht, um sich dort Armeen aufzustellen, dazu genügt der Dolks- reichtum unsrer eignen Rasse (Zustimmung), sondern zu seiner wirtschaftlichen Entlastung. Allein wenn man uns dies nicht glauben sollte, so ist dies gänz­lich belanglos und ändert nichts an unse­rem Recht. Ein solcher Einwand würde erst dann berechtigt sein, wenn auch die übrige Welt ihre Stützpunkte aufgeben wollte und nur durch die Wiederaufrichtung deutscher Kolonien gezwungen wäre, diese aufrechtzuerhalten.

Es ist nun einmal so, daß auf die Dauer eine 80-MillionenRation nicht anders bewertet fein will, als irgendein anderes Volk. Alle diese Argumente zeigen in ihrer Anwabrheit und Dürftigkeit so recht, daß es sich im Grunde nur um eine Machtfrage handelt, bei der Ver­nunft und Gerechtigkeit gänzlich außer Acht fallen.

Unsere Lase zwingt nns znm Lkport.

Denn vorn Vernunftstandpunkt aus gesehen spre­chen dieselben Gründe, die einst gegen den Raub der Kolonien angeführt werden konnten, heute für die Rückgabe derselben. Das Fehlen eines eigenen wirtschaftlichen Entwicklungsgebietes zwingt Deutschland, seine Lebensbedürfnisse durch eine st e i- genbe Teilnahme am internationalen Welthandel und damit am Güteraustausch zu decken. Denn über etwas müssen sich doch gerade die Länder im klaren sein, die selber über die ungeheue­ren wirtschaftlichen Möglichkeiten, sei es infolge der eigenen Ausdehnung des Mutterlandes oder infolge großer zusätzlicher kolonialer Gebiete verfügen, daß ohne eine genügende Lebensmittel­versorgung und ohne gewisse unumgänglich notwendige Rohstoffe die wirtschaftliche Existenz eines Volkes nicht aufrechterhalten werden kann. Fehlt beid"S, so zwingt man damit ein Volk, unter allen Umständen an der Weltwirtschaft teilzuneh­men, und zwar in einem Ausmaß, das vielleicht an­deren Staaten dann sogar ungelegen sein mag.

Noch vor wenigen Jahren, als Deutschland unter dem Zwang der Verhältnisse den Vierjahresplan in Angriff nahm, konnten wir zu unserem großen Er­staunen aus dem Munde englischer Politiker und Staatsmänner den damals so aufrichtig klingenden bedauernden Vorwurf hören, daß Deutschland sich damit aus dem Bannkreis der internationalen Welt­wirtschaft, ja der weltwirtschaftlichen Beziehungen überhaupt, löse und damit in eine bedauerliche Vereinsamung begebe. Ich habe Mr. Eden ent­gegengehalten, daß diese Befürchtung wohl etwas übertrieben, und wenn überhaupt aufrichtig gemeint, nicht zutreffend wäre. Die heutigen Umstände machen es Deutschland gar nicht möglich, sich aus der Weltwirtschaft zu entfernen. Sie zwingen uns, an ihr. schon aus der Not heraus, unter allen Umständen teilzunehmen, auch dann, wenn die Formen unserer Teilnahme vielleicht dem einen oder anderen nicht passen.

Im übrigen wäre auch dazu noch folgendes zu sagen: Der Vorwurf daß durch die deutschen Me­thoden eines gegenseitigen Warenaustausches der Welthandel sich im Zeichen eines Rückschrittes be­wege, könnte wenn überbauet richtig dann nur diejenigen treffen, die d i e Schuld an dieser Entwicklung tragen. Dies sind jene international- kavitaliftisch eingestellten Staaten, die durch ihre Währungsmanivulationen jede feste Relation zwi­schen den einzelnen Währunaen je nach ihrem egoi­stischen Eigenbedarf willkürlich zerstörten. Unter diesen Umständen aber ist das deutsche Sy­

stem, für eine redlich geleistete Arbeit eine ebenso redlich erarbeitete Gegenleistung zu geben, eine anständigere Praxis, als die Bezahlung durch Devisen, die später um so und soviel Prozent entwertet werden.

Wenn gewisse Länder die deutsche Methode bekämp­fen, so geschieht es wohl in erster Linie aus dem Grund, weil durch diese deutsche Art der Reglung des Handelsverkehrs die Praktiken internationaler Wäh- rungs- und Börsenspekulationen zugunsten eines redlichen Handelsgeschäfts beseitigt worden sind. (Lebhafte Zustimmung.) Im übrigen zwingt Deutsch­land seine Handelsmethoden niemanden auf, es läßt sich aber auch nicht von irgendeinem parlamenta­rischen Demokraten vorschreiben, nach welchen Prin­zipien es selber verfahren soll oder darf. Wir sind der Abnehmer von guten Lebensrnitteln und Roh­stoffen und der Lieferant ebenso guten Waren!

Es ist klar, daß alles, was eine Wirtschaft im inneren Kreislauf ihres Währungsgebietes nicht er­zeugen kann, nur durch einen erhöhten Umsatz nach außen als zusätzliche Lebens­güter hereinzubekommen vermag Da aber wie schon betont bei einem Volk ohne genügende eigene wirtschaftliche Ausweichmöglichkeit die Her­einnahme fremder Rohstoffe und Lebensrnittel eine zwingende Notwendigkeit ist, han­delt damit auch die Wirtschaft unter dem zwingend­sten Befehl, den es geben kann, nämlich unter dem Befehl der Not! Indem das deutsche Volk einen großen Teil seiner Bedürfnisse gerade durch den Vierjahresvlan im eigenen erstarkten Wirtschaftsraum zu lösen versucht, entlastet cs da­durch fremde Märkte von der deutschen Konkurrenz.

was aber in diesem uns heule nun einmal zur Verfügung stehenden Raume nicht feine wirlschafllich befriedigende Lösung finden kann, muh durch Teilnahme am Dell- Handel feine Erledigung erfahren. Der Zwang, unter dem hier die deutsche Wirtschafts- potitik stehl, ist fo groß, daß keinerlei Drohung mit kapitalistischen Mitteln uns vor dieser Wirtschaftsbetätigung lurückhalteu kann, denn der Antrieb liegt, wie schon betont, nicht im Gewinnstreben einiger kapitalistischer Unternehmer, sondern in der ohne zwingenden Grund* einfach durch fremdes verfchutden uns aufoktroyierten Rot einer ganzen Volksgemein­schaft.

Die produklionsttast bestimmt den Wert der Währung.

eines Volkes liegt, daß das steigende Pro­duktionsvolumen eine Währung hält, ja sogar unter Umständen äufwertet, während jede sinkende Produktionsleistung früher oder später zur zwangs­läufigen Entwertung der Währung führen muß. So hat der nationaljozialiftsche Staat in einer Zeit, da die Finanz- und Wirtschaftstheologen der an­deren Länder uns viertel- od^x halbjährlich den Zusammenbruch prophezeiten, den Wertseiner Währung stabilisiert, indem er die Pro­duktion auf das Außerordentlichste steigerte. Zwi­schen der sich steigernden deutschen Produktion und dem im Umlauf befindlichen (Selbe wurde ein natürliches Verhältnis hergestellt. Die mit allen Mitteln festgehaltene Preisbildung war nur ermöglicht durch die st a b i l geblie­benen Löhne. Was aber in Deutschland in diesen letzten sechs Jahren an steigendem National­einkommen ausgeschüttet wird, entspricht der gesteigerten Produktion, d. h. der ge- steigerten Leistung. So ist es möglich geworden, diese 7 Millionen Erwerbslose nicht nur verdienen zu lassen, sondern ihrem erhöhten Einkommen das mögliche Auskommen zu sichern, b. h. jeder Mark, die ihnen ausbezahlt wird, entspricht ein in der­selben Höhe lausend geleisteter Wertzuwachs unserer Nationalproduktion. In anderen Ländern geht man umgekehrte Wege. Man vermindert die Produktion, erhöht das Volkseinkommen durch steigende Löhne,

Es ist dabei gänzlich belanglos, welches Regime die Interessen der deutschen Nation wahrnimmt? Das heißt: auch ein anderes Regime könnte nicht an diesen wirtschaftlich bedingten Notwendigkeiten vor­beigehen. Es müßte genau so handeln, wie das der­zeitige, wenn es nicht pflichtvergessen eine große Nation dem Verderben, d. h. nicht nur dem wirt­schaftlichen, sondern auch dem menschlichen Verfall aussetzen wollte. Das deutsche Volk, ist durch die Wirksamkeit der Reparationspolitik nicht nur von vielen Illusionen geheilt, sondern auch von zahl­reichen wirtschaftlichen Ideologien und förmlich theo­logisch geheiligten Finanzauffassungen befreit wor­ben. Wenn je die Not Menschen sehend macht, dann hat sie dies am deutschen Volk getan Wir haben unter dem Zwang dieser Not vor allem gelernt, das wesentlich sie Kapital einer Kation in Rechnung zu stellen, nämlich d i e Arbeitskraft. Dor dem Fleiß und der Fähig­keit einer planmäßig angesetzten nationalen Arbeits­kraft eines Volkes verblassen alle Gold- und Devi- scnbestände. Wir lächeln heute über eine Zeit, in ber unsere Nationalökonomen allen Ernstes der Meinung waren, daß der Wert einer Währung durch die in den Tresors der Staatsbanken liegen­den Gold- und Divisenbestände bestimmt und vor ollen Dingen durch diese garantiert sei Wir haben stattdessen erkennen gelernt, daß der Wert einer Währung in der Produktionskraft

Unrecht. Wirtschaftlich ein Heller Wahnsinn! Politisch in seiner Motivierung so gemein, daß man versucht ist, sie einfach als albern zu be­zeichnen. (Stürmischer Beifall.)

Im Jahre 1918 hätte man wirklich nach der Be­endigung des Krieges die Autorität gehabt, eine vernünftige Regelung internationaler Probleme her- bei/ufüfjren. Es kann das Ausbleiben einer solchen ( Regelung nicht damit entschuldigt werden, daß die > Vplker zu sehr verhetzt gewesen wären, um auf die l Stimmen vernünftiger Staatsmänner zu hären. 1 Dies würde ja auch gerade nicht für die Demokra- l lien sprechen. Die Staatsmänner selbst hatten keine Vorstellung von dem. was sie taten und von den ! Folgen, die daraus entstehen mußten. Tatsächlich \ war das entscheidende Problem am Ende des Krie- < ges noch schärfer gestellt worden, als es vor dem ' Kriege der Fall war. Es lautete ganz kurz: W i e kann eine gerechte und vernünftige Teilnahme aller großen Nationen an ! b<n Reichtümern der Welt sicherge­stellt werden? Denn daß man auf die Dauer, wie im Falle Deutschland, eine Masse von 80* Mil­lionen hochstehender Menschen einfach zu Parias wird verdammen, oder durch das Vorhalten irgend­welcher lächerlicher, nur aus früherer Gewalt ent­standener Eigentumstitel zu ewigem Stillhalten würde veranlassen können, kann dach im Ernst nie­mand annehmen. Und dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern dies gilt für alle Völker in ähnlicher Lage.

Folgendes ist klar: Entweder die Reichtümer der Welt werden durch Gewalt verteilt, dann wird diese Verteilung von Zeit zu Zeit immer wieder durch die Gewalt eine Korrektur erfahren Oder die Verteilung erfolgt nach dem Gesichtspunkt1

senkt dadurch die Kaufkraft des Geldes und landet endlich bei der Entwertung ber Währung. Ich gebe zu, baß der deutsche Weg ein an sich unpopulärer ist, denn er besagt nichts anderes, als daß jede Lohn­steigerung zwangsläufig nur aus einer Produktions­erhöhung kommen kann, daß also die Produktion das Primäre und die Lohnsteigerung das Sekundäre ist, ober mit anderen Worten, daß die Engliede- rung von 7 Millionen Erwerbslosen in den Arbeits­prozeß primär kein Lohnproblem ist ober war, son­dern eine reine Produktionsangelegenheit. Erst bann, wenn die letzte Arbeitskraft in Deutschland untergebracht ist, wird jede weitere Steigerung der Gesamtarbeitsleistung, die dann, sei es durch eine intensive Arbeit oder durch eine höhere Genialisie- rung der Technik der Arbeit noch zusätzlich zustande kommt, zu einer erhöhten Anteilnahme der ein­zelnen an dem nunmehr erhöht ermöglichten Kon­sum und dadurch zu einer praktischen Lohnerhöhung führen.

Wir sind uns aber darüber im klaren, meine Abgeordneten, daß auf einem Gebiet eine solch zusätzliche Leistungssteigerung nicht stattfinden fann, auf b e m Gebiet unserer (Ernäh­rung. Was der deutsche Bauer aus dem deutschen Lebensraum herauswirtschaftet, ist phantastisch und kaum glaublich. Er verdient unseren höchsten Dank! Einmal aber zieht hier die Natur die Grenze jeder weiteren Leistungssteigerung. D. h. die deutsche Konsumkraft würde, wenn hier nicht ein Wandel eintritt, an der Grenze der Le­bensmittelproduktion eine natürliche Beschränkung finden. Der dann eintretenbe Zustand ist nur auf zwei Wegen zu überwinden:

1. durch eine zusätzliche Einfuhr von Lebensmitteln, d. h. eine steigende Ausfuhr deutscher Erzeugnisse, wobei zu berücksichtigen bleibt, daß für diese Erzeugnisse zum Teil selbst Rohstoffe aus dem Auslände ein­zuführen sind, so daß nur ein Teil der Handels­ergebnisse für den Lebensmitteleinkauf übrig bleibt, oder

2. die Ausweiterung des Lebens rau­mes unseres Volkes, um damit im inneren Kreislauf unserer Wirtschaft das Problem der Ernährung Deutschlands sicherzustellen.

Da die zweite Lösung augenblicklich infolge der anhaltenden Verblendung der einstigen Sieger­mächte noch nicht gegeben ist, sind wir gezwungen, uns mit ber erften zu befassen, b. h. wir m ü s ° s e y exportieren, um Lebensmittel kaufen zu können, und zweitens, wir müs­sen, da dieser Export zum großen Teil Rohstoffe erfordert, die wir selbst nicht besitzen, noch m e h r exportieren, um diese Rohstoffe zusätzlich für unsere Wirtschaft sicherzustellen.

Dieser Zwang ist mithin kein kapitalistischer, wie das vielleicht in anderen Ländern der Fall sein mag, sondern die härteste Rot, die ein Volk treffen kann, nämlich die Sorge fürdastäglicheBrot. Und wenn hier nun von fremden Staatsmännern mit, ich weiß nicht was für wirtschaftlichen Gegenmaß­nahmen gedroht wird, so kann ich hier nur versichern, daß in einem solchen Fall e i n wirtschaftlicher Verzweiflungs­kampf einsehen würde, der für uns sehr leicht durchzufechten ist, leichter als für die über­sättigten anderen Rationen, denn das Motiv für unseren Wirtschaftskampf würde ein sehr einfaches sein, nämlich: Deutsches Volk lebe, d.h. exportiere ober stirb. Und ich kann allen internationalen Zweiflern versichern, das deutsche Volk wird nicht ft erben, auf kei­nen Fall dadurch, sondern es wird leben! Es wird seiner Führung, wenn nötig, die ganze Arbeitskraft der neuen nationalsozialistische^ Gemeinschaft zur Verfügung stellen, um einen solchen Kamps aufzunehmen und durchzufechten. Was aber die Führung betrifft, so kann ich nur versichern, daß sie zu allem entschlossen ist.

Eine endgültige Lösung dieses Problems, und zwar im vernünftigen Sinn, wirb allerdings erst bann eintreten, wenn über die Habgier einzelner Völker die allgemeine menschliche Vernunft siegt, b.h. wenn man einsehen gelernt haben wirb, baß bas Beharren auf einem Unrecht nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich nutzlos, ja wahnsinnig ist.

Wie wirtschaftlich unvernünftig sich eine so ver­bohrte Intoleranz auszuwirken vermag, kann man aus folgendem ersehen: 1918 geht ber Krieg zu Ende. 1919 werden Deutschland die Kolonien weg­genommen. Sie sind für die neuen Besitzer wirt­schaftlich ganz wertlos. Sie können weher erschlos­sen noch tatsächlich intensiv ausgenutzt werden. Ihre Wegnahme bildete aber einen Teil der in den 447 Artikeln des Versailler Diktates niedergelegten Dis­kriminierung eines großen 80-Millionen-Volkes. Man war damals entschlossen, dem deutschen Volk bas gleichberechtigte Leben unter den anderen Na­tionen für alle Zukunft unmöglich zu machen. Was war nun d i e Folge dieser Politik des Hasses? Wirtschaftlich als Folgeerscheinung: die Zerstörung jeder vernünftigen Wieberherstellung des Welthan­dels. Militärisch: Die Aufrechterhaltung einer Ru- stungsunterlegenheit für den Besiegten, die früher ober später zur gewaltsamen Abschüttelung reizen mußte. Ich habe nun in den Jahren 1933 auf 1934 zur vernünftigen Begrenzung der militärischen Rü­stungen ein Angebot nach dem anderen gemacht. Sie erfuhren genau so wie die Forderung nach Rückgabe des geraubten deutschen Kolonialbesitzes eisige Ablehnung. Wenn heute die genialen Staats­männer und Politiker dieser anderen Länder einen Kostenüberschlag machen über den Reinge­winn, der aus der von ihnen nun beharrlich ver­fochtenen Rüstungs- und kolonialen Ungleichheit und damit der allgemeinen Rechtsungleichheit erwachsen ist, bann werden sie vielleicht nicht gut bestreiten können, daß ihre vermeintliche Rüstungsüberlegen- beit und der'wunderbare, Deutschland abgenommene koloniale Besitz schon heute wesentlich überzahlt sind. Es wäre gerade wirtschaftlich klüger gewesen, politisch und kolonial mit Deutsch­land eine Abmachung ber billigen Ver­nunft zu finden, als einen Wea einzuschlagen, der vielleicht den internationalen Rüstungsgewinnlern enorme Dividenden abwirft, den Volkern aber schwerste ß a ft en aufbürbet. Ich schätze, daß die 3 Millionen Quadratkilometer deutschen Kolonial­besitzes die an England und Frankreich gefallen sind, in Verbindung mit der Ablehnung der deutschen po­litischen und militärischen Gleichberechtigung Eng­land allein schon in kurzer Zeit mehr als 20 Milliarden Goldmark Foften werden. Und ich befürchte, daß sich dieser Betrag in abseh­barer Zeit noch ganz anders auswachsen wird, so daß, wenn schon die ehemaligen deutschen Kolonien kein Gold einbringen, sie auf jeden Fall aber um fo mehr Geld kosten!

Schluß der Führer-Rede im 2. Blatt.