Ein Weltwanderer in der Weltenwende, das ist in des Wortes wahrster Bedeutung wie kaum ein anderer Deutscher seiner Generation zeit seines Lebens Paul Rohrbach gewesen, der am 29.Juni seinen 70. Geburtstag begeht. Als Sohn des Baltenlandes sind das volksdeutsche Erlebnis und die genaue Kenntnis des alten Rußlands bestimmende Eindrücke für seine politische Arbeit geblieben, die sich nach geschichtlichen und theologischen Studien ganz der Auslandskunde zuwandte. Rohrbach ist alter Afrikaner, der als Siedlungskommissar in Südwest den Herero-Aufstand niederschlagen half und in Kamerun zusammen mit unserem unvergeßlichen Gießener Hygieniker Philalethes Kuhn die Bekämpfung der Schlafkrankheit studiert hat. Seitdem zieht es ihn immer wieder zum Schwarzen Erdteil, und auch nach dem Kriege haben ihn mehrere Reisen durch alle Teile Afrikas geführt. Seine Erfahrungen hat er in einer Reihe kolonial- politischer Bücher niedergelegt, deren jüngstes „Afrika heute und morgen" Entwicklung und Grundlagen künftiger afrikanischer Kolonialwirtschaft systematisch darstellt. Wir werden auf dies bedeutsame Werk noch zurückkommen.
Heute gilt es uns, des Mannes zu gedenken, der lange Zeit hindurch, als Außenpolitik in Deutschland so gut wie ausschließlich Sache zünftiger Diplomaten oder — Phantasiebegabter Dierbank- politiker war, in der deutschen Publizistik eine Sonderstellung eingenommen hat, weil er die Gründlichkeit des gelehrten Forschers mit dem nüchternen unb klaren, das Ganze sehenden und erfassenden Blick des geborenen Politikers verband und zudem die Begabung besaß, seine Erkenntnisse und Forderungen ebenso verständlich wie faszinierend einer breiten Oeffentlichkeit darzulegen. Dazu befähigte ihn eine umfassende Bildung und das Streben, niemals stehen zu bleiben. Rohrbach ist
'IV
eiiwanderer in der Welienwende.
Paul Rohrbach zum 70. Geburtstag.
Das zweite Äalien.
Ferrara, den 2. April 1930.
„... xprirne lo spazio a mille a mille, non sol per abitarvi in sicurezza: ma in operosa libertä!“
Es waren die Verse aus dem Schluß von Faust, II. Teil:
„Eröffn' ich Räume vielen Millionen, nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen!"
Wir standen ein Deutscher und ein Italiener, auf dem hohen Damm mitten in den Valli di Comachio bei Ravenna, und unsere Blicke gingen über eine unabsehbare Fläche von grauem Schlick, den noch blanke Wasserfäden durchzogen. Sie dehnte sich weit landeinwärts, bis an den Rand eines grünen Deichs, hinter dem die roten Dächer ganz neuer Bauernhäuschen hervorschauten. Es war ein Stück mitten aus der Arbeit der Bonifica Integrale, ber großen Landbesserung in Italien. Ihre Anfänge sind nicht von heute, aber sie hat durch Mussolini einen mächtigen Antrieb bekommen.
Aus dem Maschinenhaus dicht neben uns klang im Takt das Arbeiten der ungeheuren Pumpen, die in zwei Wochen aus der eingedeichten Fläche schon das meiste Wasser fortgesaugt hatten. Mein Nachbar, der eben auf Italienisch den Faust zitiert hatte, fuhr fort: „Wenn ich heute gefragt würde, ob für uns Italiener Goethe oder der Diesel-
von Haus aus Theologe, theologisch-historische Stu- dien führten ihn zum ersten Mal ins Ausland, nach Dorderasien, und religiöse Probleme finden auch heute noch seine ganze Aufmerksamkeit, wovon sein 1937 erschienenes schönes Buch „Der Gottes- gedanke in der Welt" Zeugnis ablegt. Seit dieser ersten Reise nach Dorderasien vor mehr als vierzig Jahren hat er die ganze Welt durchwandert mit dem gediegenen Rüstzeug, das ihm die deutsche historische, geographische und wirtschastskundliche Wissenschaft zur Verfügung stellte, aber auch mit dem offenen Blick und der Kombinationsgabe des Politikers und einem feinen Verständnis für die Eigenart fremder Völker und ihrer Lebensbedingungen. Diele seiner Bücher von dem 1912 erschienenen „Der deutsche Gedanke in der Welt", das geradezu sensationelles Auftehen erregte, von seiner packenden „Geschichte der Menschheit" und dem „Weltpolitischen Wanderbuch" — diese drei in einer Auflage von fast einer halben Million verbreitet — bis zu seinen letzten Schriften über Amerika, Asien unb Afrika und der 1938 erschienenen ausgezeichneten „Politischen Weltkunde fürdenDeutschen" find mahnend und erziehend nicht ohne tiefgreifenden Einfluß geblieben. Wenn einst Rohrbach als ein Prediger in der Wüste erscheinen mochte, so begreifen heute seine Volks- genossen Idee und Realität seiner Lebensarbeit. Paul Rohrbachs Versönlichbett kennen unsere Leser aus zahllosen Reiseberichten und politischen Tagesaufsätzen, die der Gießener Anzeiger in den letzten beiden Jahrzehnten veröffentlicht hat. Wir möchten dieser treuen Lesergemeinde nun heute mit dem Abdruck einiger Reiseskizzen aus dem Buch „W eltwandern in der Weltenwende" (Verlag Oldenbourg, München) eine Freude machen. Sie zeigen, als Ganzes genommen, am besten Paul Rahrbach, den Mann und sein Werk. Fr. W. L.
motor das wichtigere Jmportstück aus Deutschland ist — ich wüßte es wirklich nicht zu sagen. Unsere Pumpen arbeiten mit Dieselmotoren, die in Deutschland gekauft sind, und sie machen eine technische Begleitmusik zu Goethe:
„Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. Zum Augenblicke dürst ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdentagen Nicht in Aeonen untergehnl"
Wir hatten über den Duce gesprochen, und der italienische Gastfteund hatte versucht, mir die Seele des Mannes mit dem tiefen Wort des alten Revolutionärs Mazzini zu erklären: „Ideal, du große Realität!" Das Ideal und die Verwirklichung — für den Duce sei es ein und dasselbe. Wie zum Beweis streckte er beide Hände gegen das vom Wasser befreite Land aus, aus dem nun noch der Regen die Salze herauswaschen mußte, die von der einstigen Meeresbedeckung her- rührten. Haben erst die Naturkräfte auch diese Arbeit vollführt, dann mögen Hunderte und Aberhunderte von Bauernfamilien kommen, um auf dem neugewonnenen Boden zu leben.
Bonifica Integrale! Im Grunde ist es ein seltsames Gefühl, jetzt, nachdem man Italien von Venedig bis Syrakus gesehen hat, von Bodenmeliorationen sprechen zu sollen. Unwillkürlich
men werden. Die Telegrapdiergeschwindigkeit tft sehr hoch und beträgt etwa 300 Wörter in der Minute. Sie ist weit größer als die der beiden atlantischen Dorkriegskabel zusammen. 1929 wurde die Kabel- verbindung Emde n—D i g o wiederhergestellt. Dieses Kabel hat gerade während der Kämpfe in Spanien — Vigo hat immer zu Nationalspanien gehört — dem deutschen Handel wertvolle Dienste geleistet. Die Zahl der auf den Kabeln der Deutsch- Atlantischen Telegraphengesellschaft in den letzten Jahren übermittelten Telegramme betrug rund eine Million, die Zahl der gebührenpflichtigen Wörter 18 bis 19 Millionen jährlich. Das heutige Kabelnetz hat eine Länge von 3300 Seemeilen. Ob es die Ausdehnung des ehemaligen Netzes jemals erreichen wird, erscheint bei dem heutigen Stande der Funtentelegraphie ftaglich.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Leiter der Reichswirtschaftskammer und Präsidenten der Industrie- und Handelskammer München, Ingenieur Albert P i e tz s ch, aus Anlaß der Vollendung seines 65.Lebensjahres den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Widmung: „Dem Führer und Förderer der deutschen Wirtschaft" verliehen.
Nach den soeben im österreichischen statistischen Landesamt zusammengestellten vorläufigen Ergebnissen der ersten großdeutschen Volkszählung am 17. Mai 1939 beträgt die ortsan- wefende Bevölkerung in der Ostmark insgesamt 7 003 000 Einwohner, das sind rund 9 v. H. der Reichsbevölkerung (ohne Protektorat).
König Boris hat dem zur Zeit als Gast in Bulgarien weilenden Reichsminister Dr. Frank sein Bild in silbernem Rahmen mit einer herzlichen Widmung überreicht.
Nach dreitägigem Aufenthalt in Estland hat der Ehef des Gsneralstabes des deutschen Heeres, General der Artillerie Halder, Reval verlassen, um sich zu einem Gegenbesuch beim finnischen Armeebefehlshaber, General Oesterman, nach H e l s i nk i zu begeben. Er richtete an den Oberbefehlshaber der estnischen Armee, General Lai- boner, ein Telegramm, in dem er in Dankbarkeit und aufrichtiger Verbundenheit der estnischen Wehrmacht und iyres Oberbefehlshabers gedachte.
Wie bekanntgegeben wird, soll der Besuch Graf C i a n o s in Spanien in der ersten Hälfte des Juli erfolgen. Als Ort der Besprechungen ist San Sebastian ausersehen worden. Wahrscheinlich wird auch der Caudillo den italienischen Gast in San Sebastian begrüßen. Man nimmt an, daß Graf Ciano an den Befreiungsfeiern in Madrid am 18. Mi, anläßlich des Jahrestages der nationalen Erhebung teilnehmen wird.
König Georg von Griechenland ist jur Teilnahme an der Hochzeit seiner Schwester Irene mit dem Herzog von Spoleto an Bord der Jacht Hellas" in Venedig ein getrosten, wo er von einer Delegation der italienischen Regierung und des Königshauses empfangen wurde. Nach kurzem Aufenthalt reiste er im Sonderzug nach Florenz weiter, wo die Hochzeit stattfinden wird.
Aus aller Wett.
Neue Explosionen und Brände in London.
Die Brandherde des Großfeuers in der ßonboner City boten am Mittwochmorgen ein trauriges Bild. Noch immer steigen dichte Rauchwolken aus den Trümmern der ausgebrannten Speichergebäude auf. Ein Teil der Außenmauern der ausgebrannten Häuser stürzte in die Barbican genannte Straße, eine der Hauptverkehrsadern ber Londoner City, die für den Verkehr gesperrt werden mußte. Während das Feuer in der City noch im Gange war, wurde die Londoner Feuerwehr von einem neuen Brand verständigt, der nach mehreren Explosionen in einer Schokoladenfabrik im- Stadtteil Islington ausgebrochen war. Nach den Explosionen flüchteten sich zahlreiche Einwohner der umliegenden Ortschaften in notdürftiger Bekleidung aus ihren Häusern, weil sie neue Bombenanschläge der irischen Extremisten vermuteten. Ob die Bombenanschläge und das Feuer tatsächlich von diesen verursacht worden sind, ist noch nicht geklärt. Dem Eingreifen der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf das Fabrikgebäude zu beschränken. Gin drittes Feuer brach in der Upperhames- Street aus. Hier waren zwei Speicher in Brand geraten, kurz nachdem die Arbeiter und Angestellten die Lagerräume verlassen hatten. Don ber Polizei ist sofort eine Untersuchung eingeleitet worden, da man als Brandstifter auf in diesem Falle wieder Angehörige der irischen Extremisten vermutet.
Die 4. Deutsche Pflanzenzüchtertagung in Wien.
In Wien wurde vom Vorsitzenden des neuaegrün- beten Reichsoerbandes der Pflanzenzucht, Landes- bauernführer Graf Grote, die 4. Deutsche Pflanzenzüchtertagung eröffnet. Das Streben der Pflanzenzüchter konzentriere sich jetzt auf eine Steigerung des Futtermittel- und Oelpflanzenanbaus. Jede Neuzüchtung, die in Deutschland ermöglicht wird, sei ein Baustein für die Sicherung der Nahrungsmittelfreiheit unseres Volkes. Landeshauptabteilungsleiter Dr. Feich- i i n g c r hob hervor, daß die Ostmark auch klimatisches Grenzland sei, ein Kampfgebiet zwischen dem Seeklima und dem Steppenklima Osteuropas. Das vannonifche Gebiet fei besonders geeignet für die Pflanzenzucht. Große Bedeutung haben alpine Landsorten für die Blutauffrischung, Neuzüch-
tung und Huchtrichtungsänderungen in andere Getreidebaugebieten des Reiches, Zur Auswertung der alpinen Getreidelandsorten durch Deredelungszüch- tung bestehen neun Zuchtftellen in den Alpen- ländern. Weitere Zuchtstellen werden mit Unterstützung des Forschungsdienstes errichtet. Es wird auch ein Versuchsfeld im Odenwald angelegt, auf dem Versuche über die Eignung der alpinen Getreidelandsorten in den rauhen Sagen der Mittelgebirgslandschaft gemacht werden.
Autofallensteller zum Tode verurteilt.
Das Sondergericht Halle a. b. S. verurteilte in Haldensleben den 20iährigen Willi Grathenauer wegen Stellens einer Autofalle in räuberis cher Absicht zum Tode und die Mitangeklagte 17jährige Else Brandes aus Hillersleben wegen Stellung einer Autofalle in räuberischer Absicht zu fünf Jahren neun Monaten Gefängnis. Die beiden Angeklagten hatten in der Nacht zum 3. Februar vom Marktplatz in Haldensleben aus den Kraftwagenbesitzer Ohlendorf telephonisch zu einer Mietfahrt nach Dahlenwarsleben bestellt. Das Paar trat die Fahrt in ber Ab- sicht an, den Fahrer unterwegs x u ermorden. Unterwegs wollte zunächst Grathenauer den Ohlendorf erschießen. Im letzten Augenblick fehlte ihm jedoch der Mut. Im Verlaufe einer längeren Irrfahrt forderte er nun die Brandes zur Ausführung der Tat auf. Aber auch ihr fehlte der Mut. Das verbrecherische Vorhaben kam dadurch heraus, daß der Kraftwagenbesitzer das Fahr- gelb nicht erhielt und daraufhin Anzeige gegen die beiden erstattet hatte.
19 Menschen bei einer Hochwasserkatastrophe in einem serbischen Dorf ertrunken.
Infolge plötzlichen Hochwassers kamen 19 Personen im serbischen Dorf Subotinac in der Nähe ber Stadt Aleksinac ums Leben. Durch einen nächtlichen Wolkenbruch schwoll der durch diesen Ort führende Gebirgsbach in kürzester Zeit so an, daß eine 8 Meter hohe Flutwelle das ganze Dorf überschwemmte. Die meisten Häuser wurden 1 z e r st ö r t Fast das ganze Vieh ist ertrunken. Die
Katastrophe übertrifft in ihren Ausmaßen noch diejenige, welche vor vier Wochen bas Nachbardorf Beli Palanka heimgesucht und elf Menschenleben gefordert hatte.
Zwei Tiger ausgebrochen.
Bei einer Zirkus-Vorführung für Schulkinder brachen in Birkenhead, in der Nähe von Liverpool, zwei Tiger aus ihren Käfigen aus und entkamen in b i e Stadt. Während bas eine Tier kurze Zeit später wieder eingefangen werden konnte, tauchte der zweite Tiger in Gärten auf, klopfte mit feinen Pranken bei harmlosen Bürgern ans Fenster und trieb auch sonstigen Unfug. Schließlich gelang es aber, auch diesen Tiger in seinen Käsig zurückzubringen, nachdem man ihn in einer Garage eingefangen hatte.
Gewissenlosigkeit eines französischen Kraftfahrers.
Die französische Polizei fahndet nach einem Kraft- fahrer, ber in ber Nähe von Caen an der Kanalküste eine ganze Familie überfahren hat ohne anzuhalten. Während bas 9 Monate alte Kind auf die Straße flog, wurde der Vater mit einem Schädelbruch in den Straßengraben geworfen. Erst mehrere Stunden später entdeckte ein Taxichauffeur in der Nähe von Caen die Leiche der 28jährigen Mutter, die fürchterlich verstümmelt war. Es stellte sich heraus, daß ber flüchtige Fahrer die Leiche der Frau am Wagen hängend über drei Kilometer mitgeschleift hatte. Augenzeugen bekunden, daß er an der Wegkreuzung, wo man die Leiche fand, in eine Seitenstraße einlenkte und mit gelöschten Lichtern beim Wenden die furchtbar zugerichtete Leiche nach einmal überfuhr.
Gasmasken für die Herren Dsputes.
Die französischen Abgeordneten haben am Dienstagnachmittag in der Kammer ihre Gasmasken in Empfang genommen, nachdem der größte Teil der Pariser Bevölkerung bereits seit längerer Zeit im Besitz der Gasmasken mar. Die Gasmasken sind den Abgeordneten aus Beständen ber französischen Armee geliefert worden, zum Unterschied von den Gasmasken der übrigen Bevölkerung, die zum größten Teil aus
möchten sich doch zuerst die großen alten Dinge erheben, das Historische, Heroische, die Basiliken von Ravenna, das Kolosseum in Rom, die Hohenstaufengräber in Palermo, der Normannendom in Monreale, die Burg des Dionysius über dem alten Syrakus — wie in Empörung dagegen, daß vor ihnen die Schöpfmaschinen im Haff von Comachio und dis Meliorierung des Agro Romano bewundert werben sollen.
Für den Besucher Italiens, der historisch und politisch zu fühlen weiß und zugleich doch auch den wirtschaftlichen Fragen zugewandt ist, liegen diese Dinge auch wirklich in stetem Kamps. Aber wo sind heute Dionysius und wo sind die Normannen» röntge von Sizilien? Was blieb von ihren Reichen, außer den Ruinen einer Festung und einer Kirche, wie es sie nur einmal auf der Welt gibt? Und was wird bleiben, wenn nach Jahrzehnten durch aanz Italien das nüchterne Werk der Bonifica Integrale getan ist und für 5 Millionen Italiener mehr eine Heimaterde im Vaterlande geschaffen wurde?
Ideal, du große Realität! Eine Paradoxie für den oberflächlichen, ein Herztreffer für den nachdenklichen Hörer. Gibt es eine stärkere aktive Kraft als den Mann, der von einem großen Ideal besessen ist und den sein Glaube unaufhaltsam treibt, e i n e Wirklichkeit aus ihm zu machen? Der italienische Faschist glaubt an seinen Duce als an eine solche Kraft, und auch ber Fremde spürt, welch ein unerbittlich treibender Wille die große Melioration Italiens vom Fuß der Alpen bis an die Küsten, die nach Afrika hinübersehen, im Gange hält.
Aber es gilt nicht nur die Landgewinnung in den Sümpfen und Haffs an der Pomünbung, in Toscana, in Latium, auf Sizilien. Es gilt auch die Battaglia del Grano, die Kornschlacht, dis jedes Jahr wiederkehrt und die darum geschlagen wird, Italiens ganzes Brot vom italienischen Acker zu gewinnen.
Bonifica und Battaglia! Ich habe gesehen, wie ein versumpftes Stück der römischen Campagna, 4000 Hektar groß, man nennt es die Maccarese, wo vor wenigen Jahren nur ein einziges, von Malaria verseuchtes Dorf lag, in Kulturland umgewandelt ist. Hier leben und nähren sich jetzt 4000 Menschen, und 60 000 Liter Milch werden täglich nach Rom geliefert. Drei verschiedene Kanalsystems arbeiten. Das eine führt die Frühjahrshochwasser unschädlich ab; das zweite sammelt das Grund- wasser und führt es zu den Pumpen, die es ins Meer heben; mit dem dritten werden vom Tiber her die Felder bewässert, auf denen bas Futter für die Tausende von Kühen wächst. Noch viel großartiger wird der Landgeminn in den Valli di Comachio sein, wenn in Jahr und Tag die Dieselmotoren dort ihr ganzes Werk getan, alle Ein» deichungen leergepumpt haben werden. Und zwischen diesen Arbeiten sieht man die Riesenmotorwagen fahren, in denen ganze landwirtschaftliche Wanderschulen durchs Land reifen. Gebt mir ein paar Quadratmeter von eurem Acker, sagt ber Wanderlehrer zu den Bauern in einem Dorf, ich will sie auf meine Art düngen und will meine Saat einsäen; wenn sie reif ist, komme ich wieder. Dann wollen wir vergleichen, welches Korn beste« steht, eures oder meines!
Und hinter alledem steht Mussolinis größte Bonifica, die Erziehung des italienischen Volkes zu stärkerer nationaler Einheit und stärkerem Willen.
dem Ausland bezogen worden sind. Die Blätter berichten, die Wandelgänge der Kammer hatten am Dienstaanachmittag ein recht ungewohntes Bild geboten. Zahlreiche Abgeordnete hätten sich gar nicht mehr von ihren Gasmasken trennen wollen; einige hätten sogar damit in den Sitzungssaal ein» bringen wollen. Aber die Saaldiener hatten strenge Anweisung erhalten, keinen Abgeordneten mit ber Gasmaske in ben Sitzungssaal einzulassen.
Eine Lektion für Schmierfinken.
Es gibt Menschen, die sich überall, wo es schon ist, verewigen müssen. Diese Unsitte hat schon manchen schonen Platz arg verschandelt. Eine durchgreifende Maßnahme gegen die Schmierfinken hat die Verwaltung der Rübeländer Hohlen im Harz jetzt getroffen. Sie hat alle die Anschriften in den Höhlen gesammelt und die Schmierer polizeilich ermitteln lassen. Erfreulicherweise haben viele Besucher ihre volle Adresse angegeben ober wenigstens den Wohnort vermerkt, so daß ihre Feststellung keine großen Schwierig* feiten bereitet. Die Betreffenden werden jetzt ersucht, einen nochmaligen Höhlenbesuch vorzunehmen und hierbei ihre Sudeleien zu entfernen. Wenn sie sich weigern, erfolgt Strafanzeige wegen 23ert schandelung von Naturdenkmälern.____________'
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: H. L. Neuner. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. 23.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner, Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939t 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen, Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
ME AM
UerlangervSie die neuere Vudding-R&eptblätter von
fflan bringt die milch mit Zucker und UcuMnzucks M» Rochen. Sobald sie bockt, nimmt man sie von der Rockstelle, gibt das mit mild) und Eigelb verquirlte Sossenpulver unter Rühren hinein und lässt noch einige Male uufkocken. Damit fick keine staut bildet rührt man die Sosse toähttti) des Erhaltens häufig um. fiurj vor drmDnrickttv tolch oas Eiweiss za Schnee geschlagen anö unter 6Ü Sosse gezogen.
Man reicht sie ju frischem, grZUcköttSM Obit l-U. uwtfiB, Johannisbeeren, fjimbeeren, entsteinten ssirsckS? ufio. UQfic Obstsalat aus beliebigen feuchtem BUtcMiusfchnelbaiil
Etwas Seines: tjrÜchtE mitVcUlÜleSUßß
aus5)t. Oetkee SoßenpulverVaniUe- Geschmack
nadi der Seörrmcksomoeifung ober oerfeinett noch folgendem Rezept: 3/41 milch,
50 8 (2 gehäufte Essl.) Zucker,
1 Päckchen vc. Oetker Oanlllinzucker.
1 päckcken Dt Oetker Sossenpulver ÜaniUe-fiefchmaA
5 Efll Milch (Master). 1 EL


