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Nr. 50 Erstes Matt

189. Jahrgang

Dienstag,28.8ebruar 1939

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Der Beschluß des französischen Ministerrates

Der neue Geschäftsträger war fünfzehn Monate lang britischer Hauptagent in Burgos. Es ist nicht das erste Mal, daß er die Führung der Geschäfte in einer neu eingerichteten englischen Botschaft über­nimmt. In den Jahren 1924 bis 1927, zur Zeit der damaligen englisch-sowjetrussischen Spannungen, war Hodgson Geschäftsträger in Moskau. Der neue britische Botschafter in Nationalspanien wird aller Voraussicht nach kein Politiker, sondern ein Berufsdiplomat sein. Wie aus gut unter­richteten Kreisen erlaufet, hat sich Lord Halifax nach langen Besprechungen, die er mit politischen Persön­lichkeiten, darunter Lord Swinton und Lord Willington hatte, entschlossen, einen höheren Beamten des Auswärtigen Amtes mit diesem Posten zu betrauen. Seine Wahl soll auf S i r George Mounsey gefallen sein, der bisher als Ministe­rialdirektor die südeuropäische Abteilung leitete. Mounsey, der im 60. Lebensjahre steht, hat bisher ausschließlich in der Londoner Zentrale gewirkt. Wenn seine Ernennung zum Botschafter von Cham­berlain bestätigt wird, würde dies sein erster Aus­landsposten sein. Er gilt als genauer Kenner der spanischen Fragen.

vor. Bei der Weiterfahrt stürzte der leere Zug die Böschung hinunter, da die Eisenbahnschienen zerstört waren. Der Maschinist und zwei andere Araber wurden schwer verletzt. *

Bomben, die am Montagmorgen von jüdischem Gesindel im arabischen Stadtteil von Haifa zur Explosion gebracht wurden, waren, um ihre furchtbare Wirkung zu vergrößern, m i t Z e i t - zündern versehen. Amtlicherseits wird die Zahl der Toten mit 24, die der Verwundeten mit 37 angegeben, sämtlich Araber. Die Gesamtzahl der in verschiedenen Bombenanschlägen zum Opfer ge­fallenen Personen beträgt 73, davon 26 Tote und 47 Schwerverletzte. Man befürchtet eine Verschlim­merung der Lage. Die arabische Kreise in Tel Aviv unterstreichen, daß die extremistischen jüdischen Ele­mente jetzt wegen ihrer Enttäuschung über die Lon­doner Palästina-Verhandlungen zu Gewaltaktionen schreiten.

Paris, 27. Febr. (Europapreß.) Der franko* fische Ministerrat hat am Montagnachmittag ein­stimmig beschlossen, die Regierung des Generals Franco de jure anzuerkennen. Die E r - nennung eines Botschafters in Burgos wird im Laufe der Woche erfolgen. Der Name der Persönlichkeit, die künftig Frankreich in Burgos ver­treten wird, wird in dem amtlichen Beriä)t Nicht genannt. Das entspricht den diplomatischen Gebräu­chen, da man erst das Agreement bei der national- spanischen Regierung einholen muß. Es, verlautet, die Wahl werde höchstwahrscheinlich auf eine diplo­matische Persönlichkeit entfallen. Falls Senator Berard auf seiner'Weigerung bestehen sollte, nach Burgos zu gehen, dürfte Botschafter Peyrouton oder der Warschauer Botschafter Noel ernannt werden.

Ueber die Aufnahme der diplomatischen Beziehun­gen ist am Montagabend folgende gleichlau­tende Erklärung der französischen und der Regierung Franco in Paris und Burgos aus- gegeben worden:Der Meinungsaustausch, der in

Armee sei machtvoller denn je; das habe sich vor allem gezeigt bei der eindrucksvollen Parade der nationalen Truppen in Barcelona. Noch vor kurzem seien die nationalen Spanier in einem großen Teil des Auslandes alsRebellen" bezeichnet worden. Erst nachdem die Roten unsägliche Greueltaten be­gangen und Ströme unschuldigen Blutes vergossen hatten, überstürze sich das Ausland mit Anerkennun­gen. Die Anerkennungen seien eine notwendige Folge des heldenhaften Einsatzes der Jugend Spa- niens, die sich allen Widerständen zum Trotz durch­gesetzt habe. Der Sieg über die Roten bedeute gleich­zeitig einen Sieg über Freimaurer und internatio­nalen Kommunismus.

Der Staatschef gedachte dann jener Nationen, die seit Anbeginn des Krieges sich vorbehalt­los auf die Seite der nationalen Sache stellten: der Schwesternation Portugal und der befreundeten Mächte Italien und Deutschland. Franco schloß mit dem Dank an die Mütter der spanischen Soldaten und ihre heldenhaften Söhne. Die Rede Francos wurde von der Menge mit begeistertem Jubel ausgenommen. Besonderen Beifall fand aber die Stelle, an der Franco den befreundeten Na­tionen den Dank Nationalspaniens zollte.

erklärten sie dort Azana gegenüber jeden weiteren Widerstand für nutzlos, und Alvarez del Vayo mußte seinem Herrn Negrin nach Valencia den Bescheid überbringen, daß Azana nicht mehrziehe".

Jetzt hat die französische Regierung den vollzogenen Tatsachen gegenüber Rechnung tragen müssen. So­viel man sehen kann, hat sie keine einzige der von ihm vorgebrachtenBedingungen" bei Franco durch­setzen können. Man empfindet das hier nicht gerade angenehm, und es fehlt nicht an herben Kritiken gegen die Spanienpolitik des Quai d'Orsay, die vor allem an dem einen Grundübel litt, daß sie im Zeichen der Volksfront eingeleitet worden war. Zu­sammen mit großen Teilen der französischen öffent­lichen Meinung war diese Politik die Gefangene der Schlagworte von der angeblichen Bedrohung der militärischen Sicherheit Frankreichs durch ein natio­nales Spanien.

Bis zu allerletzt hat dieses Schlagwort standge­halten, und vor wenigen Tagen erst noch hat eine mit Sowjetspanien sympathisierende Vereinigung links­stehender Kammerabgeordneter, die angeblich 300 Mit-

Der Eindruck in London.

Eine merkwürdige Uuterhaus-Erklärung Macdonalds.

abs. London, 27. Februar.

Die Palästina-Konferenz fand am Mom tagvorrnittag mit englisch-arabischen Besprechungen ihren Fortgang, während am Nachmittag die bri­tische Abordnung mit der jüdischen Vertretung zu- sammentraf. Wie aus gut unterrichteten Kreisen ver­lautet, standen die Vormittagsbesprechungen völlig unter dem Eindruck der blutigen Er­eignisse in Palästina. Die Bomben-Attentate in Haifa und Jerusalem sowie die übrigen Anschläge und Ausschreitungen, die sich während des Wochen­endes in Palästina ereignet hatten, hätten einen überaus tiefen Eindruck auf die Teilneh­mer an den Besprechungen gemacht. Wie weiter ver­lautet, hat man sich in erster Linie mit der neu ge­schaffenen Lage befaßt, jedoch den neuen britc

Der amerikanische Botschafter in London wird im Interesse der Aufrechterhaltung der jüdischen Einwanderung bei Halifax vorstellig.

Burgos zwischen Außenminister I o r d a n a und dem außerordentlichen Delegierten der französischen Regierung, Berard, in der Atmosphäre der größ­ten Freimütigkeit stattgefunden hat, hat den beiden Regierungen den Abschluß eines Abkom­mens über die sie interessierenden Fragen aeftat- tet. Die französische Regierung hat sich infolgedessen bereiterklärt, der nationalspanischen Regierung die Rückbeförderung der der spanischen Nation gehörenden Güter nach Spa­nien zu erleichtern. Die beiden Regierungen haben ihren gemeinsamen Willen bekundet, zwischen ihnen freundschaftliche und gutnachbarliche Beziehungen herzustellen."

In Paris erwartet man für Montag die Räu­mung der bisherigen rotspanischen Botschaft. Am Nachmittag empfing der rote spanische Botschafter Pascua eine Abordnung linksstehender französischer Parlamentarier. Diese übergab Pascua eine Erklärung, die an Azana und Negrin gerichtet ist. Ueber den Inhalt dieser Erklärung ist noch nichts bekannt.

Rauch und Asche.

Von unserem E.I -Korrespondenten.

Francos Anerkennung durch Frankreich und England

Chamberlains Mitteilung im britischen Llnierhaus.

glieder also die Hälfte der gesamten Kammer­abgeordneten zählen will, einen Beschluß gefaßt, der sich selbst angesichts der unabweisbaren Tatsache des Endsieges Francos gegen jede Anerkennung der nationalspanischen Regierung aussprach. Ueber solche Verblendung aber geht die harte Sprache der Tat­sachen hinweg. Auf dem schönen Botschaftsgebäude in der Avenue George V. wird nun die rotgoldene Flagge des nationalen Spaniens gehißt werden, und tausend Illusionen zerstieben im Winde.

Siegeskundgebung in Burgos.

General Franco

dankt den befreundeten Nationen.

Burgos, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) In den Abendstunden des Montags fand in Burgos eine große Kundgebung zu Ehren des siegreichen Genera­lissimus Franco statt. Der Platz war mit den Flaggen Nationalspaniens und der befreundeten Na­tionen ausgeschmückt. Die gesamte Bevölkerung der Stadt hatte sich versammelt. General Franco richtete eine kurze Ansprache an die Volksmenge, die ihn mit stürmischem Jubel begrüßte.

Heute fühle jeder in Spanien wieder den Stolz, Spanier zu fein, erklärte Franco. Die spanische

Paris, 27. Februar 1939.

In diesen Tagen geht das spanische Drama seinem Ende entgegen. Neben den beiden spanischen Lagern Burgos-Barcelona und Madrid-Valencia hatte Paris zu gewissen Zeiten beinahe die Bedeutung eines selbständigen, dritten Zentrums erlangt, wohin das Spiel der gegnerischen Kräfte, das jetzt mit dem Sieg des nationalen Spaniens endet, sich verlagert hatte. Frankreich war durch seine geographische Lage den Auswirkungen des spanischen Konfliktes am unmittelbarsten ausgesetzt, und die Gegensätzlichkeiten in seiner Innenpolitik haben dafür gesorgt, daß die Wechselfälle des spanischen Krieges die Leidenschaften erhitzten.

Jetzt sind die südfranzösischen Grenzgebiete von einem Strom geflüchteter roter Milizen und den Scharen der sog. Zivilflüchtlinge, die die Milizen vor sich hergetrieben hatten, überschwemmt. Ihre Unter­bringung und die Unterbindung jeden Kontaktes zwischen den anarchistischen Elementen und der fran­zösischen Bevölkerung sind ein Gegenstand ernster Sorge. In Paris aber hat sich während drei Wochen der unterirdische Kampf zwischen den nach Frank­reich geflüchtetenKöpfen" Sowjetspaniens abge­spielt; dieser Kampf hat die verschiedensten Stufen ratloser Verzweiflung, nutzlosen Ausbäumens gegen die harten Tatsachen und schließlich des letzten Zö­gerns vor dem letzten Schritt durchlaufen. Die Pariser Presse und die Diplomatie, kurz die gesamte Oeffent- lichkeit, waren erstaunte Zeugen dieser Vorgänge, die in der Geschichte wohl nur wenige Beispiele haben dürften.

Der Schauplatz dieses Kampfes war die sowjet­spanische Vertretung in der Avenue George V., einst der Sitz der spanischen Botschaft, zu der sie wieder werden wird, sobald das nationale Spanien Francos von ihr wieder Besitz ergreift. Seitdem in dem Ge- .bäude der geflüchtete sowjetspanischeStaatspräsi­dent" Azana abgestiegen war, glich es einem auf­geschreckten Ameisenhaufen: Reporter drängten sich vor den Eingangstüren des sonst einer stillen Beschau­lichkeit gewidmeten Hauses in der eleganten, baum­bestandenen Avenue, wo die Autos in zwei Reihen parken. In den Tagen, als der von Valencia gekom­mene Alvarez del Vayo, der den stolzen Titel eines sowjetspanischenAußenministers" führte, in den Räumen der Botschaft sich mit Azana über die Wetter­führung des Widerstandes gegen Franco oder die Kapitulation herumstritt, war das Gebäude von Dutzenden von Polizisten bewacht, und ihre Zahl ist auch in den folgenden Tagen nicht wesentlich geringer geworden.

In jenen Tagen konnte man auch das merkwürdige Schauspiel beobachten, wie eine ins Exil gegangene Gruppe verunglückter Politiker, die sich den Namen einerrepublikanischen Regierung" gab, ihre Akten verbrannte, die sicherlich manche schmutzige Wäsche enthalten haben. In der Umgebung des Gebäudes, in einem gediegenen Teil des Pariser Westens, zwi­schen den Champs-Elysees und der Alma-Brücke, wo gegenüber sich das Direktionsgebäude der französischen Luftfahrtgesellschaft Air-France befindet, und wo der geschäftliche Betrieb sonst nur noch durch einige Kunsthandlungen und diskrete Bars angedeutet wird, wurde die Aufmerksamkeit der Bewohner tagelang durch einen feinen, in der Luft versprühenden Aschen­regen gefesselt, in den sich hin und wieder kleine Papierfetzen mengten: eine volksbeglückende, demo­kratischeRegierung" verwischte sozusagen die Spuren hinter sich und schuf alles aus der Welt, was sie hätte kompromittieren können.

An solchen Dingen hat es sicherlich nicht gefehlt. Es war gerade genug, was man gelegentlich aus allerlei Andeutungen erfuhr über die dunklen Ge­schäfte, die hier in den letzten zweieinhalb Jahren unter dem Deckmantel Spanien von allen möglichen dunklen Elementen gemacht worden sind. Es fmg schon im Sommer 1936 mit den von dem damaligen Luftfahrtminister Cot für Sowjetspanien zur Ver­fügung gestellten französischen Militärflugzeugen an, und von da führt es weiter zu einer Kette mehr oder weniger zweifelhafter Waffenschiebungen, den spa­nischen Gold- und Bankdepots, in denen sich die Geschäfte derRegierung" und die persönlichen Transaktionen der einzelnen Machthaber oft nicht mehr auseinanderhalten ließen. .

Nebenher lief das Spiel der Beeinflussung der französischen öffentlichen Meinung mit allen mög­lichen Mitteln. Auf dem Boulevard Madeleme unter­hielten die Sowjetspanier bis zuletzt em riesiges Propagandabüro, in den Schaufenstern waren Greuelplakate gegen Franco und ruhmrederische Schilderungen der Heldentaten der Milizen ausge­stellt, und abends lief eine elektrische Wanderschrift, die jeden Tag sowjetspanische Siege bis zum völligen Zusammenbruch meldete. In den Straßen von Paris wurden fast jeden Sonntag Sammlungen für Sowjet spanien veranstaltet, um von der Arbeiterbevölkerung ein paar Franken zu erbetteln, die angeblich für die notleidende Bevölkerung in Sowjetfpanien bestimmt waren. In Wirklichkeit sind diese Gelder, wie man jetzt erfahren hat, ganz anderen Zwecken zuge- sührt worden, denn die angekauften Lebensrnittel wurden in Barcelona und in anderen sowjetspanischen Städten für teures Geld an den Mann gebracht.

Das alles hat nun ein schlimmes Ende für ine sowjetspanischen Machthaber gefunden. Die Miliz- generale" hatten sich in den letzten Tagen nicht mit besonderem Ruhm bedeckt. DieGenerale Row, und wie sie sonst hießen, haben es vorgezogen, in Südfrankreich sich mit dem Schicksal der internierten Milizen zu befassen, anstatt in Zentral)Pamen Gele­genheit für neue Heldentaten zu suchen. Als man ote Generale" in die Avenue George V. gerufen hatte,

fition sogar das Verlangen äußerte, Chamberlain als Verräter an Großbritannien anzuklagen, kam es zu minutenlangen Kundgebungen. Chamberlain gab schließlich bekannt, daß am Dienstag eine Aussprache über die Spanienfrage stattfinden werde. Die La- bour Party wird einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung einbringen.

Englands Mitteilung in Burgos.

Bor Ernennung des Botschafters.

London, 27. Febr. (Europapreß.) Der bri­tische Agent in Burgos, Sir «Robert Hodgson , hat dem nationalspanischen Außenminister, General I o r ö a n a , den Beschluß seiner Regierung über die formelle diplomatische Anerken­nung der Franco-Regierung zur Kennt­nis gebracht. Die britische Regierung hat gleichzeitig mitteilen lassen, daß sie vermutlich schon in einigen Tagen ihren Botschafter der nationalspanischen Regierung bekanntgeben wird. Bis dahin wird Sir Robert Hodgson als Geschäftsträger der britischen Regierung in Burgos tätig sein.

Heue jüdische Bluttaten in Palästina.

I e r u s a l e m , 27. Febr. (DNB.) Aus dem gan­zen Lande treffen Nachrichten über neue j ü d l- sche Bluttaten ein. Jüdisches Gesindel, das sich im Schutze der britischen Soldaten geborgen fühlt warf in die dicht gedrängte Menschenmenge auf dem arabischen Gemüse markt eine Bombe. Durch die Explosion wurden mehrere Araber getötet, zahlreiche Marktbesucher, darunter meh­rere Frauen, wurden verletzt. Ein Eisenbahn­zug der Strecke Jaffa-Lydda, der ausschließlich von Arabern besetzt war, wurde durch einen Sabotage­akt zum Entgleisen gebracht. Sofort nach der Ausfahrt aus Jaffa hatten die Araber, die natio­nale Lieder fangen und Hochrufe auf den Mufti aus­brachten, den Zug mit Fahnen und Orangenbluten geschmückt. B r i t'i s ch e s Militär hielt den Zug an und ging in brutalster Weise gegen die Araber

London, 27. Febr. (Europapreß.) Ministerprä­sident Chamberlain kündigte am Montagnach­mittag im Unterhaus an, die britische Regierung habe sich entschlossen, die nationalspanische Regie­rung d e jure anzuerkennen. Diespanisch­republikanische Regierung", deren Mitglieder zer­streut seien, und die nicht länger eine begründete Autorität ausübe, könne nicht länger als die sou­veräne Regierung Spaniens betrachtet werden. Un­ter diesen Umständen habe sich die englische Regie­rung entschlossen, General Franco davon zu unter­richten, daß sie sich entschieden habe, seine Regierung als die Regierung anzuerkennen. Nach dem Fall von Barcelona und der Einnahme Kataloniens be­herrsche General Franco jetzt den größeren Teil des spanischen Gebiets, sowohl auf dem Festlande als außerhalb. In diesem Gebiet lägen die meisten der spanischen Produktionsquellen und die bedeutendsten industriellen Mittelpunkte.Selbst wenn die repu­blikanischen Streitkräfte in dem südlichen Abschnitt fortfahren wollten, einen gewissen Schein des Wi­derstandes aufrechtzuerhalten", fuhr Chamberlain fort,kann jetzt kein Zweifel mehr an dem End­ausgang des Kampfes bestehen, dessen Verlängerung nur zu weiteren Leiden und Menschenverlusten füh­ren kann." Chamberlain fügte hinzu:Ich bin un­terrichtet, daß die französische Regierung ihre Entscheidung in dieser Frage gleichfalls heute ankündigen wird. Die englische Regierung hat mit Befriedigung die offiziellen Erklärungen General Francos zur Kenntnis genommen, wonach er selber und seine Regierung entschlossen sind, die über­lieferte Unabhängigkeit Spaniens zu sichern und gerichtliche Schritte nur gegen solche Personen zu unternehmen, denen g e meine Ver­brechen zur Last gelegt werden."

Die Ankündigung Chamberlains von der Anerken­nung der nationalfpanifdyen Regierung wurde auf den Bänken der Arbeiterpartei mit Zwischenrufen, wieSchande", begleitet. Der kommunistische Ab­geordnete Gallacher rief:Ein weiterer Verrat an der Demokratie." Der Führer der Labour-Oppost- tion, Attlee, verlangte zu wissen, w a n n der Be­schluß der Anerkennung gefaßt worden fei und ver­suchte, dem Premierminister zu unterstellen, daß er letzten Donnerstag gelogen habe, als er ausweichend geantwortet habe. Chamberlain erklärte darauf, die britische Regierung habe die Entscheidung in seine Hände gelegt, er und Halifax hätten über das Wochenende den Beschluß gefaßt. Als Attlee dies unwahr nannte und ein anderes Mitglied der Oppo-