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25./26. November My

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Nr. 277 Zweites BIßtt

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Der echte Kurländer war von Geburt ein Origi- tal, nicht immer ein liebenswürdiges, meist das Degenteil eines ..aalglatten Höflinas", womit man auf kurischem Boden den aufgebügelten Formern Menschen zu ironisieren pffeafe, und manchmal war r auch um mit dem Dichter zu reden ..ein

Trost und Erhebung.

Aus den Briefen gefallener Studenten. ;

Liebe Mutter! Damit rechnet doch jeder, der , hns Feld zieht, daß er einsam draußen sterben mutz. \ Das ist doch nicht so furchtbar Schlimmes! Das - Sterben ist nichts Schlimmes mehr, wenn es erst cm einen herantritt. Das macht einem erst das Sterben schwer, wenn man weiß, daß die Angeho- crigen sich ganz nutzlos mit ihrer eigenen Phan­tasie quälen und sich die schrecklichsten Situationen cnusmalen; von denen die, die ihnen als die schreck- Uichste erscheint, tatsächlich die schönste, wenn auch äbie letzte Stunde unseres Lebens sein kann. Was Lst denn da Schlimmes dabei, wenn man ganz em- Ijam auf dem Felde liegt und weiß, es geht zu Dnde? Gar nichts Schlimmes. Da kann man so ruhig und friedlich fein, wie man feit feiner Kind­heit niemals mehr gewesen ist. Wenn man an das «sterben eines Sohnes denkt, so soll man es ruhig umb ohne quälende Bilder tun, wie der -vohn selbst ges auch tun wird. Wenn man das nicht tut, so ggießt man ihm in die letzte Stunde seines Lebens seinen bitteren Tropfen.

*

Das war ein Tag, an den ich nur mit Schrecken gurückdenken werde, dieser 21. Oktober. Unsere Ar- iiöerie war nicht zur Stelle, und wir mußten gegen feindliche Artillerie, Infanterie und Maschinen- vewehre vorgehen, nein, oorspringen und Deckung Mchen. Nicht einmal zum Schuß sind wir geronv arten, es war ein Spießrutenlaufen. Am Abend haben wir uns dann noch eingraben müssen: Die Minuten wurden zu Stunden, ein kleines Häus- fflein unserer Kompanie fand sich zusammen: ich war oauch zu einer anderen Kompanie versprengt worden. Mun die Totenstille, ringsum brennende Dörfer, Stöhnen von Leich- und Schwerverletzten: und ibann noch mannstief sich eingraben. Um 2 Uhr machts half ich noch, unseren schwerverwundeten Zugführer suchen. , <VV1

So geht's Tag um Tag. Fürchterliche Marsche ijunh tagelanges, untätiges Dahinvegetieren, Hitze mnd Kälte, zuviel Essen und wieder langes Hungern. Die Rede dreht sich nur noch um solche materiellen Dinge und um die Doktorfrage, ob wir morgen mach leben werden. Ich habe mich, so gut es geht. Damit abgefunben. Zuerst natürlich befiel mich ein -mächtiges Zittern: der Wille zum Leben ist doch .zu groß, aber der Unsterblichkeitsgedanke ist ein »erhabener Ersatz. Wenn ich auch nicht an die be­ikannte persönliche Unsterblichkeitsidee glaube, Der 'Anblick der funtelnben Sterne gestern abend und

grün gen wird der Soldat in allen Ländern .diesen Dreiwochenfeldzug mit seiner ineinandergreifenden Kette von Vernichtungsschlachten als das größte strategische Meisterwerk der bisherigen Kriegsge-

Ein (Befreiter vom Regiment 51 erzählt:Unsere ly. Kompanie lag am 26. September vor Warschau in Regimentsreseroe. Nachts um 2 Uhr wurden wir von unserem Kompanieführer, Leutnant Stolz, alarmiert. Er teilte uns mit, daß das 1. Bataillon den Befehl erhalten habe, das Fort II von Warschau zu nehmen. Er hätte sofort darum gebeten, daß die 10. Kompanie sich an dem Unter­nehmen beteiligen dürfte. Es gab dann noch prima Verpflegung, die ganze Kompanie bekam Schweine­braten, und als es allmählich bell wurde, begannen die Vorbereitungen zum Angriff.

Das erste Bataillon hatte für unsere 10. Kompanie eine Lücke im Angriffsraum gelassen. Ich wurde mit meinem Granatwerfertruvp vom Zua'übr"- ^r- gezogen, um die noch vor den eigentlichen Defesti- gungen liegenden polnischen MG-Nester zu be­kämpfen. Aus einem Wäldchen, das in unserer rech­ten Flanke lag, erhielten wir ziemlich heftiges Feuer, wobei Dt Schütze,2 meines G""natwer ^rs fiel. Der Zugführer wies mich daraufhin in eine neue Stellung ein. von der ich mit 35 Granaten die polnischen MG. zum Schweigen brachte. Den anschließenden Vorstoß der Kompanie gegen bas eigentliche Fort deckte ich durch flankierendes Feuer.

Ergänzend berichtet dann ein Unteroffizier der gleichen Kompanie von dem Vorstoß gegen die Kernwerke des Fort II.Wir stießen", so erzählt er, , unmittelbar vor den sBetonbefefti-'-una-m auf ein di-ei- fgches Drahthindernis. Das erste Hindernis, das übermannshoch war, konnte ich mit voller Wucht einreißen, und so zunächst eine Bresche von 20 bis

schichte bewundern.

Und selbstverständlich wird diese Bewunderung vor allem der operativen Gesamtleistung gelten ober den Armeeführern, die ihren Auftrag in mili­tärischem Gehorsam bei schnellster Anpassung an

Lettenvolk Die Grundlage einer ausbaufähigen Literatursprache schenkte. Mqn zog sick> gegenseitig tuf. aber man nahm sich nichts übel. Als ich Gym­nasiast in Mitau war. tagte dort einmal die kur- .ändische Synode. Während einer Verhandlung wurde gefragt:Hat niemand von den Amtsbrüdern ein Neues Testament bei sich?" Allgemeines Schwei­gen. Nachher beim aemeinfamen Ellen: ..Wer hat einen Korkzieher?" Zwanzig Hände holen einen her-

anches 1 für die >ekom. 'ert bei

nfame, leteTam, 40, wünsch! I infenm m.seriM i, eoentueS , pätere

3m Gottesländchen.

Von Or Paul Rohrbach.

Mitau, November 1939.

Von den drei einstigen russischen Ostseeprovinzen §sttand, Livland unb Kurland hatte jede chren iefonberen Eharakter. Estland lag am nächsten Petersburg und war mit ihm unmittelbar durch

>ieBaltische Bahn" verbunden. Die Residenz virkte stark hinein, und wenn auch die Mehrheit entschieden baltisch dachte, so war doch bei einem Teil des Adels eine Art Petersburger Atmosphäre u spüren, man hatte Verbindungen zum Hose. Livland und die Livländer galten alsvor- tefym"; hier gab es unter den Angehörigen der Ritterschaft auch den meisten Reichtum, und manche Schlösser waren Stätten einer geistig wie materiell verfeinerten Grandseigneur-Kultur. In diesen Kreis gehörte auch Graf Zeppelins baltische Derwandt- chaft. Eduard v. Dellingshausen, der letzte Mtterschaftshauptmann von Estland, in seinem Buch ,3m Dienste der Heimat" (Schriften des Auslands- mstituts in Stuttgart) und Jakob v. U e x k ü l l in EinemNiegeschaute Welten" haben die staats- nolitischen und originell geistigen Elemente der .eittsch-balttschen Kultur eindrucksvoll heraus gestellt. Riga mit seinem kaufmännisch-juristisch-literarischen Patriziat war neben den Provinzen ein Fctttor für id).

Kurland, dasGottesländchen", führte sein Leben eigner Art. Der Name Hat eine seltsame Ge- chichte. Iwan der Schreckliche suchte, um Livland gegen Polen und Schweden zu behaupten, Verbin­dung mit Dänemark und verheiratete eine Tochter an den dänischen Prinzen Magnus, dem er den Titel eines Königs von Livland gab.König" Mag- ius spielte eine klägliche Rolle. Er wußte sich bei einem moskowitifchen Schwiegervater nicht in An- «hen zu setzen, flüchtete einmal nach Kurland und chrieb dem schlechtgelaunten Zaren eine demütigen Vittbrief. Darauf, so heißt es, habe Iwan ihm ge- irrtmortet, er wolle für diesmalseines Gottes Ländchen" (so übersetzt die Chronik) noch schonen!

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Im Frühjahr 1791 erhielt Mozart, der um diese Zeit gerade an derZauberflöte" arbeitete, die ihm von dem Bühnendirektor Schikaneder auf- gedrungen worden war, eine seltsame Bestellung. War da eines Tages ein Fremder bei ihm erschie­nen, mit ernstem, unbeweglichem Gesicht, gekleidet mit düsterem Grau, der hatte ihn, ohne sich vor- zustellen, gebeten, ein 9tegutem zu schreiben. An das Honorar, das er tm voraus auf den Tisch legte, knüpfte er die Bedingung, daß man nie versuchen möge, den Namen des Aufttaggebers zu erfahren. Mozart, in argen Geldnöten, nahm den sonder­baren Auftrag an. Aber das Bild jenes geheimnis* vollen, oft mahnend wiederkehrenden Fremden wurde für die zerrütteten Nerven des mit noch nicht fünfunddreißig Jahren schon Kranken und Hinfäl­ligen zu einer Schreckgestalt, die in Halluzinationen an allen Orten vor ihm austauchte.

Die aufreibende Arbeitshast, zu der er sowohl von Schikaneder als auch von dem Fremden ange- trieben wurde, untergrub feine schwache Gesundhett noch mehr. Diesen drängenden Arbeiten gesellte sich nun gar noch der Dritte Auftrag hinzu, für die Böhmen eine Krönungsoper zu schreiben. Er begab sich nach Prag. In achtzehn Tagen war DerTitus geschrieben und aufführungsreif.

Krank, müde, mutlos war er nach Wien zuruck- gekehrt. Enttäuscht, denn der allzu eilig hingeschne- beneTitus" hatte keinen Anklang gefunden. Und dieZauberflöte"? Auch sie brachte keinen rechten Erfolg.

Im Krankenbett liegend, arbeitete er mit gerade­zu intuitiv drängender Hast mit letzter Anstrengung an Dem geheimnisvollen Requiem.Es ist meine Totenmesse! Ich weiß es!"

Am 4. September 1791 hatte er dem Requiem noch ein weiteres Stück hinzugeschrieben. Einige Sänger weilten bei chm, mit Denen er die Fort­setzungen Durchzuproben pflegte. Er selbst übernahm Dabei die Altstimme. Vis zu Den ersten Takten des Lacri'mosa fang er, Dann brach er plötzlich ab; Tränen traten in seine Augen ... langsam schlug er die Partitur zu ... <vrx. .

An Mozarts Begräbnistage heulte Der Wmd eine , schaurige Totenmesse. Furchtbares Schneetreiben

Oer ungenannte Held

Von $. Heißmann

Besitz polnischer S o l d a t c n m ä n 11\i zu setzen. Sie entweichen. Dringen zur Weicmel vor, auf Deren Nordufer sie mit Recht deutsche Truppen vermuten, überqueren Den Strom auf einem be­helfsmäßigen Fahrzeug, geben sich bei Den deut­schen Truppen zu erkennen, werden mißtrauisch empfangen und also zunächst zu einem höheren Stabe gebracht, wo erst ein längeres Verhör mit allen notwendigen Rückfragen die Richtigkeit ilfrer Aussagen eracht. Und nun kommt Das Heldmftuck:

Leutnant 'M. berichtet, Daß seinem Eindruck nach Das ganze polnische Artillerie-Regiment, dessen Obhut er zuletzt anoertraut war, bereit fei, s j ch zu ergeben, womit auch Dann die übrigen Gefangenen, die noch in Jlow geblieben waren, be­freit sein würden. Er erhätt den Auftrag, Die pol­nischen Truppen waffenlos über Die W e i ch- sel zu führen, unD mit Der gelassenen Selbstver­ständlichkeit Des echten Soldaten führt dieser kaum zwanzigjährige Mann nach den Strapazen uni) Entbehrungen Der voraufgegangenen sieben Tage Den Befehl aus. Er geht absolut ins Ungewisse, Denn er weiß ja nicht, ob Die Stimmung Drüben nicht von neuem umaeschlagen ist. Es könnte sein. Daß die polnische Führung ihre Truppen mieDer in Die Hand bekommen hat, und Da er außer ein vaar Worten roeDer polnisch spricht noch versteht, ist sein Auftrag Doppelt heikel. Leutnant M. aber geht, um seine zurückgebliebenen KameraDen zu befreien. Das Ungewisse, Das Unwahrscheinliche ge­lingt: Er bringt es zustanDe, daß mehr als 1400 Mann eines polnischen Arttllerie-Reaiments Die Waffen nieDerlegen und sich auf Das NorDuser Der Weichsel in Gefangenschaft begeben. Damit aber werben zugleich alle Deutschen Kriegsgefangenen dieses Abschnitts frei, unb der Zusammenbruch Des polnischen Widerstandes geht Danach unaufhaltsam vonstatten. Leutnant M., Der in acht schweren Tagen sein Herz fest in Der Hand behielt und Den Mut für sich unD seine Kameraden nicht sinken ließ, wurde mit Dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

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r°PieB °rbeua. Mwin. blecht^ »g. Stoff, ^genu. _ 6881.4 M. l.Ki

Am 9. September geriet Leutnant M. bei Dem großen polnischen Gegenangriff aus dem Raum von Kutno heraus in polnische Ge­fangenschaft. Zusammen mit anderen Leidensge­fährten wurde er noch am gleichen Tage zur Ver­nehmung vor einen höheren polnischen Stab ge­bracht. Mit seinen Kameraden verweigerte er jede Aussage. Man droht ihm mit Erschießen. Er bleibt standhaft. Schließlich wird er mit den anderen Kriegsgefangenen zum Stabe des Korpskomman- deurs gebracht, wo sich das Gleiche wiederholt. Alle Versuche aber, aus den ermüdeten und hungrigen deutschen Gefangenen etwas herauszuholen, bleiben vergeblich. Man schleppt sie im Kessel-von Kutno tagelang hin und her. An regelmäßige Verpflegung denkt natürlich niemand, und Die Qual Der Zer­mürbung wird noch DaDurch vermehrt, daß die pol­nischen Truppen in ihrer langsam steigenden Ver­zweiflung mehr als einmal daran denken, sich der Gefangenen durch Erschießen kurzerhand zu ent­ledigen. Es ist eigentlich ein reiner Zufall, daß es nicht dazu kommt.

Schließlich werden Die deutschen Gefangenen am 16 September i n Jlow, wenige Kilometer südlich der Weichsel, konzenttiert, nachdem sie in Dieser einen Woche ein paar hundert Kilometer kreuz und quer unter warmer Herbstsonne und -bei nächtlicher Kalte hatten marschieren müssen, ohne auch nur einmal aus ihren Kleidern und Schuhen herauszukommen. Heber Jlow aber, das ein wichtiger Straßen­knotenpunkt ist, wo sich also auch der Wirrwarr Der polnischen Kolonnen staut, prasselt am gleichen Tage Das verheerende Gewitter Deutscher Flugzeugbom­ben nieDer. Zufall oder richtige Erkenntnis Der Lage bei Den deutschen Bombenstaffeln wie Durch ein Wunder bleiben Die Deutschen Gefangenen unter Führung Des Leutnants M. vor dem Verderben bewahrt, während Die polnischen Truppen gründlich demoralisiert werden. Darauf baut Leutnant M. sein weiteres Planen und Handeln auf. Es gelingt ihm, sich mit zwei weiteren Gefangenen in Den

litäten vorhanden gewesen wären.

Die Welt kennt heute die Namen der siegreichen deutschen Heerführer, Die ihre hohen Kriegsauszeich­nungen mit Recht tragen. Aber eben diese Heer­führer wissen, daß die restlose Erfüllung ihres Au - träges nur durch eine Unsumme heroischer Einzel- leistungen möglich wurde, die der ungenannte Soldat aller Waffengattungen zu vollbringen hatte. Dieser ungenannte Held hat mit seinem Em-

sonstige Erinnerungen und Beobachtungen aus früherer Zeit, zumal aus Goethe, haben in mir l wieder die alte Theorie von Der Allseele, in der die , Einzelseele aufgeht, belebt. UnD so habe ich jetzt . schon ruhiger Die Granaten über mich hinsausen hören. Ich bin Der festen Überzeugung, daß ich, d.'h. meine Seele, nicht bloß dies eine Mal gelebt hat, sondern weiter und weiter leben wird: wie, male ich mir nicht aus, da es zwecklos ist. So bin ich beruhigt und gefeit.

Was man entbehren muß, wird ausgewogen durch manches, was ich vorher nicht geahnt. Nie habe ich solche Andacht bei einem Sternenhimmel emp- unDen und so mit der ganzen Natur gelebt. Mor­gen Abend, Mittag, Nacht bedeuten hier etwas. Heute ftüh zum Bespiel hatte es gereift, em kalter, dunstiger, weißer Wintermorgen. Ich ging mit Jo­sef ums Dorf rum zum Bäcker. Die Sonne ging gerade winterrot auf. Leute gingen auch ubers Feld um Brot zu holen. Es war ganz heimatlich, Die weißverschleierte Landschaft, Feld- unb Sawii gruppen und das liebliche Dors, die frische, kalte ^Seelisch bin ich wieder ziemlich in Drbnung, bin stolz, mitwirken zu Dürfen, kämpfen zu Dürfen für Eltern, Geschwister, fürs liebe Vaterland, für alles, was mir bisher das Höchste war. Für Dichtung, Kunst, Philosophie, Kultur geht ja Der Kampf. Er ist traurig, aber groß. Das ganze Leben hier im Feld durchdringt em erhabener Ernst. Der Tod ist täglicher Genosse, der alles wecht. Man nimmt ihn nicht mehr feierlich und mitt großen K^gen. Man wird einfach, schlicht gegenüber seiner Maie- tät Er ist wie manche Menschen, die man liebt, wenn sie auch Ehrfurcht und Schauer -'nfloß-n. - Es kommt feiner aus Dem Kriege, Der nicht em anDerer geworDen. . . ~ ~

Seid also fröhlich in Freiburg, wie mir im Felde es sinD. * *

Ich habe noch nicht genug auf Der Welt leisten können doch kann es auch fein, Daßem Krieg ich bei meinem Volke noch viele Enttäuschun­gen erleben muß und wir den Sieg nur dem zu danken haben, daß untere Feinde noch viel schlech- ' ter sind. Mit dieser Betrachtung tröffe ich mich, wenn mir wirklich Gottes Ratschluß was Ernst­liches vorbehalten hätte. Doch wir - ich fasse das . Wort im engsten Sinne der wenigen idealen Men° [ schen sind Deutsche; wir kämpfen für unser Vo k l und vergießen unser Blut und , hoffen, daß die t Ueberlebenden unserer Opfer würdig sind Es ist - für mich Der Kampf um eine 3Dee, die Fata Mor- - qana eines reinen, treuen, ehrlichen Deutschlands. , ohne Schlechtigkeit und Trug. UnD gehen mir zu-

daß dieses Wunder nur eine letzte Gnade Gottes war.Magdalena", sagte er leise und nahm ihre Hand,wo ich hingehe, da werde ich schönere Far­ben sehen und Musik hören, von der wir, Du unD ich, bislang nur geträumt haben. UnD schauen wird mein Auge Den Herrn selbst." .

Ein paar Stunden später traf ihn em Schlag- anfall. Nach achtzehn bewußtlosen Stunden schlug chmDte gewünschte Stunde".

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Als Anfang 1750 Der berühmte englische Wund­arzt John Taylor in Leipzig weilte, wurde er m das Haus Johann Sebastian Bachs ge­rufen. Dem greifen Thomaskanfor lagen die Alter- gebrechen im Gebein, als schlimmstes: sein Augen­licht verließ ihn, Taylor riet zu einer Operation. Wenig hoffnungsvoll lieferte sich Bach den chirur­gischen Instrumenten aus ... und war nach miß­glückter Behandlung vollends erblindet. Kein Lauf Der Klage kam über seine Lippen; ruhig, gefaßt, mit ergreifender Geduld ertrug er Den schweren Schlag, ja er wußte seinem Gott, Dem er in allen seinen Werken zu Lob und Preis gesungen hatte, Dank Dafür, daß er ihm diese läuternde Prüfung erst jetzt auf erlegte, Da er nach sünfundsechzig Jah­ren eines voll ausgeschöpften, tatenreichen Lebens seine hohe Berufung erfüllt hatte, A jetzt, nach­dem er auch noch seine letzte musikalische Großtat, das abschließende, grundlegende Werk überDie Kunst der Fuge" vollenden durfte. Er M nicht un­ter der Nacht seiner Blindheit, hafte abgeschlossen mit allem Irdischen, war bereit ...

Frau Anna Magdalena umgab ihn, ihr tiefes Leid verbergend, mit sorgender Liebe, und Christoph Altnikol, der treue Schüler und Schwiegersohn, war bei ihm, um seine Anordnungen auszuführen, Die der Blinde noch traf. So saß Altnikol, glaubend, der Kranke schliefe, eines Tages wieder wachend im Zimmer, als Bach sich plötzlich ausnchtete. Christoph, geh, hole Papier und Tinte. Ich höre Musik in meinem Kopf. Schreibe sie für mich auf. Und wie Altnikol neben ihm saß, diktierte ihm der Blinde mit einer Stimme, Die alles Weltliche ent­behrte, den ChoralVor Deinen Thron tret ich hiemit ..." Dann legte er sich zurück und sagte, kaum hörbar:Das war Jbie letzte Musik, Die ich in meinem Leben machte."

An einem Junitage geschah Das Wunder: ohne ärztliches Zutun, ohne nochmalige Operation sah Bach plötzlich wieder, sah die Sonne, Die Kinder, den treuen Altnikol, sah Die große rote Rose, Die ihm Anna Magdalena, Tränen Der Hoffnungsfteude in Den Augen, ans Bett brachte. Aber Bach mußte,

Der polnische FelDzug ist in Die Kriegsgeschichte aller Zetten eingegangen als das große Wunder an überragender strategischer Konzeption, an orga­nisatorischer Leistung und souveräner Beherrschung aller Waffen durch die Deutsche Führung. Ein zahlenmäßig etwa gleich starker Gegner wurde in weniger als Drei Wochen bei einem Minimum an eigenen Verlusten so vernichtend geschlagen, daß er auch nicht mit dem Schatten einer Vorstellung mehr Daran Denken konnte, ernsthaften WiDerstand zu leisten. Wo es Dennoch geschah, wie z. B. in Warschau, wurde fahrlässig und verbrecherisch Das Schicksal Der Zivilbevölkerung einer MillionenstaDt 1 "ufs Spiel gesetzt.

qrunDe mit Dieser Hoffnung im Herzen, ist es viel­leicht besser als Den Sieg errungen zu haben und zu sehen, Daß es nur ein äußerer Sieg war, ohne Die Menschen innerlich zu bessern.

Ausgewählt aus Den Kriegsbriefen gefal­lener Studenten, Verlag Langen/Müller, München.

Letzte Klänge.

Von Stephan Georgi.

fatz Den Endsieg ebenso erkämpft wie die höhere Truppenführung, Die Die Umsicht und Die Tapfer­keit Des einzelnen Kämpfers als sicheren Faktor in allen Ungewißheiten Des modernen Bewegungskrie­ges in Rechnung stellen konnte. Von Diesem unge­nannten HelDentum nur em paar Beispiele:

länhern als Der Schwäher. - , -. . ... . , n s

Man muß Diese Welt gekannt haben, um ihr Kind und Kegel eingezöisen sind, oder lettische Land- jetzt, da sie unwiederbringlich versunken ist, nach- wirtschaftsschuler ihren Nnterncht bekommen, zutrauern. Das Mitau s'che Gymnasium, in Auf dem Friedhof Der deutschen Tnnttattsge- Dem ich zur Schule gegangen bin, war von Herzog meinDe in Mitau man nennt ihn Den ßiteraten« Biron v. Kurland im 18. Jahrhundert als Academia Friedhof habe ich eine still- Stunde zugebracht. Petrina gegründet worden. Noch steht die lateinische Aus den Namen, ine ich auf den Kreuzen Der Widmung über seiner Eingangstür Zuerst wurde Denkmäler und Erbbegräbnisse las, ftiegen ur mich hier Latein gesprochen. Dann über hundert zahllose Familiengeschichten aus einer Reche von Jahre l a n q S e u t \ d), Dann zwangsweise Menschenaltern heraus. Alle Diese Toten hüben einst Russisch, jetzt Lettisch. Man sagt nicht mehr Die Luft im Gotteslandchen geatmet, haben seine Mttau, sondern lettisch Jelgawa In Der Akademie- Aecker und Wälder gepflegt, ferne ,Scherze belacht, straße steht ein hohes, altertümliches Haus. An ihm ffeine Kampfe, aekampfft semcWer e und

ist eine Tafel angebracht mit der InschriftK a - sw von Geschlecht zu Geschlecht weitergegeben, tharina von Bismarck, geborene Trotta 1

Kurland lag am weitesten ab von den Wegen Der großen Volitik. Die k'irische Lehsnsführuna war nm einfachsten, aber auch am faftiaften und original- Ren in Den drei Provinzen. Kurland war das, , .

Hunker- und ßiteratenlanb. Unter Literaten verstand aufs Spiel gesetzt, nan im Baltikum Die Angehörigen Der akademischen, Das enge Netz Der operativen OeDantengänge Berufe, Die in ihrer Art ein ebenso ausgeprägtes DeutschlanDs war von Anfang an über ganz Polen mb famofbereites Selbstgefühl besaßen, wie bie gespannt, unb Die Deutsche Führung zog es nttt »ockmütiasten Junker. Diese Verhältnisse sinb mit einer so uhrwerksmäßigen Präzision zur Vermch- ttraft unb Kunst geschilDert worden von Theodor tung der polnischen Armee zusammen, wie etwa Die Hermann Bauten ius, dem langjährigen Redak- Dampfwinde eines modernen Hochseefischbampfers icur DesDaheim". Seine Romane, von Denen einer in gleichmäßigem und raumgreifenden Zuge Das \.en Titel träatIm Gotteslänbcken", 2 Bände, Schleppnetz birgt. Abseits aller politischen Erwä- 1.880/81, sind dieses Hinweises wert; es gibt nicht' xiel ausland-deutsches Schrifttum. Das so stark wie dieses aus Blut und Boden geschöpft ist.

riften erb. 05152 m

Gieß. M

WW fahre, w Hanois ster Stell Mein cken bis ; Satiren ftWYiM zwecks

_ um mit Dem Dichter zu redenein larijcpem y>e-yui|uni uti

Rert täte SaTt u"b Seide, nur schade, daü er suM^die wechselnden Umstände des KrteEschehens Snorrin, Kerle waren auch die Olten kurilchen Pa. durchführten, bie ihren Truppen durch persönliches ltorem Sie hielten ihre Schäflein in der Furcht des Vordild immer von Neuem d,e Impuls t zu kühnem nerrn, waren oft praktische Landwirte, die jeden Zupacken zäher Vertetdtgung ff°dem Es st aber Bauern etwas lehren konnten, und manchmal auch wtederum für den Soldaten lelbstverstanriich, datz -lolkskundiae und Svrachqelehrte. wie jener Pastor das Metsterwerk des P°^uf°ldzuges mcht hatte Sielenstein in Dobleen. der in den lechziaer fahren gelingen können, wenn in der Gruppe nicht mit seiner zweibtmdiaen lettischen Grammatik d-m entsprechenden menschlichen und persönlichen Qua-

vor! Niemand lachte mehr als bie Bettoffenen, als I von Treyden, sttftete Dieses Haus zur Ehre Gottes Dies Gefchichtchen ftabtauf, ftabtab lief. 11768". Wer mag Dieser Bismarck gemejen fein?

Wo auf Der Wett gab es mehr Gastfreude und Eine baltische Adelige muß wohl nach Deutschland Gastfreundschaft als auf Dem Lande in Kurland! geheiratet haben und später in Die baltische Heimat Welche Freude fuhr durchs Haus, wenn im Winter zurückgekehrt sein, lieber ein halbes Jahrhundert plötzlich ein Schlitten voll Gäste mit hellem Ge- lang haben hier jeweils vierzig Stiftsdamen ein Hinget Die Anfahrt hinauffuhr, Die Herren zur beschauliches Altersbasem geführt. Jetzt, Da Der Ruf Whistpartie, auch die hohe Polttik Nicht zu ver-Heim ins Reich!" an alle baltischen Deutschen gessen, die Jugend zum Tänzchen. Dann galt, was erging, mußten auch diese alten Damen bie Raume in einem alten baltischen Kochbuch steift: Wenn man verlassen unb aufs Schiff gehen. Es wird schwer gar nichts weiter im Hause hat, so schneibe man für sie fein, im Reich von neuem Wurzel zu vom übriqqebliebenen Kalbsbraten auf! Ja, bas schlagen.

Leben hatte seine Breite im Gotteslänbchen, aber! Ich habe eine lange Abfchi^sfahrt Durchs Gottes­ein Schelm, wer Da sagt, daß es flach war. Nie- ländchen gemacht, mit Der Bahn unD tm Wagen, manD war mehrDrunter Durch" unter Den Kur- unD habe auch Den Fuß in Das eine ober andere Gutshaus gefetzt, in Dgs jetzt lettische Bauern mit ' ~ ,dgen sind, ober lettische Lanb-

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