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„... Annemarie!
Es braucht ja nicht — grad einer sein — von meiner Kompanie
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sie den Vers singen, in dem .
wird, nicht zu meinen und zu klagen, wenn lhM< Soldat nicht wieder kehrt. M
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Auf Gefechtsvorposten im Westen.
Männer aus Biedenkopf und Dillenburg im Bunker 00 an -er Westfront
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„Araonnerwald, Argonnerwald, ein stiller Friedhof wirst du bald. In deiner stillen Erde ruht So manches tapfere Soldatenblut
„Dein Sohn und der muß sterben, im weit und breiten Feld. Ärn weiten und breiten allvorwärts vor dem Feind, dieweil ein schwarzbraun Mädel so bitter um ihn weint."
,Ha, Kamerad" — so meint der Halbzugführer, ein Gymnasiallehrer aus Biedenkopf — „das ist unsere Stimmung hier in der vordersten, kämpfenden Front. Alles zu seiner Zeit. Die fröh-
deutsche Flugabwehr dafür sorgt, daß den Aus» Hörern der Spaß gründlich verdorben wird. Sit A drehen daher schnell ab und suchen ihr Heil in bet JJW1 Flucht. Hermann Leitz. ff t '
Das war das nächste Lied. Wie doch alle bit Worte gut kennen, so, als wären es lauter ölte Kriegsteilnehmer, die dieses Lied schon vor $?r« K dun gesungen haben. Dann folgt „Im Feldquartier At5n auf hartem Stein", und es i"
fern. Die Menschen schreiten durch die Natur, wie durch einen Park, in dem uns alles verttaut ist, die Landschaft entzieht sich allmählich der nctturwissen- schaftlicken Kontrolle und wird angebaut in dem Reiche des Traums, in dem ein Novalis sie sah.
Wie aber in der Kulturlandschaft sich ablesen lassen die Taten und Werke der Ahnen, wie die ganze Vergangenheit — betrachten wir sie recht — auf uns zuschreiten kann, das hat wohl keiner prächtiger geschildert als Stefan George, wenn er auf einem Spaziergange (in „Taten und Tage") durch die ländliche Welt meint, in den Fußstapfen der Sippe zu schreiten, und aus ihnen schließt die Schicksale der Gewesenen und der Kommenden. Das hebt die Kulturlandschaft freilich heraus aus dem Raume jeder Natur, so wird zerschlagen die mystisch-mythische Angst der Kreaturen, und der Mensch wird zum Gott über alles Lebendige. Es bleiben in der Tat dann inmitten der Welt nur jene vier Straßen, von denen der Dichter sagt: „Vier sonntägliche Straßen gibt es auf einem Lande: die Straße der blauen Erinnerung, die Straße der wiederaufgenommenen Tat, die Straße der unabwendbaren Verzweiflung und die Straße des möglichen Glückes".
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Nur er konnte mit feinen Schritten bezwingen, nur er konnte es ergreifen und verstehen und feiner Herrlichkeit ganz inne werden."
Ernst Wiechert steht der Naturlandschaft in magischer Erkenntnis gegenüber. Sein größtes Erlebnis ist der Wald, der Wald feiner ostpreußischen Heimat. Aus seinem mystischen Dunkel treten fast alle seine Helden in die Welt. Für Wiechert ist die Natur aanz und gar personifiziert, sie ist selber Gestalt, selbst Wesen. „Nun lagen", so heißt es einmal bei ihm, „Tal und Hügel im Gebet, mit goldenen Händen strich die Sonne lautlos über des Waldes sinkende Augen". Voller urweltlicher Geheimnisse ist bei Wiechert der Wald. Eisgraue Frauen brechen aus ihm hervor, und in ihm treffen sich gespenstische Tiere. Der Jürgen Doskozil ist der Mensch völlig ungebrochener Urinstinkte, solch ein Mensch ist in der Landschaft Stehrs oder Mechows unmöglich: er ist der Ahnherr, der in Eis und Frost und Wasser steht, ein Geschöpf der Vorzeit, wenn er auch alle Versuchungen kennt, die aus dem Schatten treten.
Dieser Art verwandt, wenn auch im Empfinden nordischer als Wiechert, ist Friedrich Griese. Seine Bilder sind vielfach angesiedelt im Zwischenreich der Zeiten, da noch Natur unverbildet auf den Menschen einwirkte, die selbst mit allen Poren bereit sind, sie aus erster Hand zu nehmen. Wie entsetzlich ist doch der Hauch des Eises in „Winter", da alle Kreatur unter der grausamen Hand von Eis und Frost erstarren muß ober der Regen pausenlos rinnt; wie hat alles, Mensch und Tier, zu leiden unter diesem Gesetz! Wild und entfesselt wie ein Oger wirkt sich das Grausame der Natur aus, so daß wir in der Tat nicht mehr wissen, in welcher Landschaft und unter welchen Menschen wir uns befinden: die Natur redet ihre Ursprache. Diese Menschen sind nur lebendig in dem vom Dichter erschauten Natur-Raume, anderswo könnten sie nicht leben, nicht einmal atmen.
Haust Griese in der schauervollen Nähe des Mythischen, in dem die Horizonte der Natur sich verschieben, auch sie freilich nur Symbole des Göttlichen, wie des Satanischen, so kehren Dichter wie K. H. Waggerl in die wärmende Nähe des tätigen Lebens, also unauffällig bewußt in die Kulturlandschaft unseres Daseins zurück. Hier durchwirkt sich die Natur mit dem tätigen Fleiße geruhsamer Bauern, sie wird der schöne Hintergrund für den geschäftigen Tag.
Romantische Umschreibungen liebt der nachdenkliche und besinnliche Friedrich Schnack, ein echter Nachfahr der Eichendorff und Mörike. Er hat ein recht kameradschaftliches Verhältnis zu der Natur, feine Helden sind auf Du und Du mit ihr, sie haben zwar dann und wann fabelhafte Erlebnisse, aber das urweltliche Grauen Grieses oder Wiecherts ist ihnen
feld fremder Länder führe. Die Stimme der American Legion müsse auch ins Parlament gelangen, um zu betonen, daß der Weltkrieg für die Vereinigten Staaten vor 20 Jahren in Frankreich ab* geschlossen worden sei. Der Waffenstillstandsgedenktag müsse in diesem Jahre Gelegenheit bieten, um die amerikanischen Bürger vor der Hysterie der Kriegspropaganda zu warnen.
Bon A bis 3 erfunden und erlogen.
„News Chronicle" fälschte Führer-Besprechung mit Sven Hedin.
Berlin, 23. Ott. (DNB.) Die Londoner Zeitung „News Chronicle" bringt eine Darstellung der kürzlich stattgefundenen privaten Unterredung zwischen dem Führer und Sven Hedin, die von A bis Z erfunden und erlogen ist. Der Zweck dieser- neuen Fälschung ist leicht ersichtlich. Es soll abermals mit allen Mitteln versucht werden, zwischen Deutschland und Rußland wenn irgend möglich Mißtrauen zu säen.
Sven Hedin gibt folgende Erklärung bekannt: „Die englische Zeitung ,News Chronicle' veröffentlicht eine Unterredung, die ,ich mit ihrem Stockholmer Korrespondenten über meinen Besuch beim deutschen Reichskanzler gehabt habe. Ich muß feststellen, daß die ,News Chronicle' meine Ausführungen völlig falsch wiedergegeben hat, und meine persönlichen Auffassungen und Ansichten fälschlicherweise als Erklärungen des deutschen Reichskanzlers dargestellt hat. Besonders diejenigen Stellen, die sich auf Sowjetrußlund beziehen, sind keine Aeußerungen des Reichskanzlers, sondern meine private Meinung. (gez.) Sven Hedin."
Palästinas Kampf um feine Freiheit.
Der Grotzrrrufti von Jerusalem in Bagdad.
Nie seit dem Weltkrieg habe ich Soldaten wieder so innig fingen hören, als-hier in diesem Erdloch, hundert Meter vor dem Feind. Es ist wie damals im großen Krieg, er st die vor der st e Front, die ständige Ge,ahr, das gemeinsame, große, auch sckwere Erleben, Entbehrungen und Strapazen schweißen einen zu jener unverbrüchlichen Kameradschaft zusammen, die als eine einmalige, wundervolle Offenbarung in vorderster Kampffront erblüht und auch gerade hier ihre höchste und schönste Bewährung findet.
. Jetzt sitzen die Landser — wenige Schritte davon die Posten am Gewehr, den Blick unverwandt zum Gegner gerichtet, in ihrem Loch zwischen Schanzen, Wachen und Kämpfen beisammen. Ihre aus der Tiefe des deutschen Gemüts entsprossenen Volkslieder füllen den Raum. Eine Mundharmonika klingt auf, und die Männerstimmen fallen ein. Der Chor der Männer singt das wehmütige Soldatenlied Straßburg, der wunderschönen Stadt ...
Das Dorf wird beschossen.
Wett hinter der französischen Stellung dröhnen Abschüsse feindlicher Artillerie auf, Kaliber 10,5! Heulend ziehen die Geschosse ihn Dahnen über uns, um sich dann jaulend und gire gelnd hinabzustürzen in das Tal, wo die Häusir eines traulichen, deutschen Dorfes stehen.
Die ersten Schüsse liegen zu weit am jenseitigem Hang. Jetzt aber! Volltre ffer mitten auf die Straße, ein anderer in ein Haus, und nun kommen sie an gewirbelt, stürzen sich wie ein RM heulender Wölfe über die Häuser einer ganzen Straßenzeile. Dachsparren wirbeln empor, und dos Krachen der berstenden Granaten bricht sich an beit Hängen des Tales. Dicke Staub- und Rauchwolken hängen über dem Dorf. Wo noch vor meniaeit Wochen deutsche Familien im Frieden ihrer doch lichen Gemeinschaft wohnten, haust jetzt das ©raun
Was aber suchen sie nun eigentlich dort oben \n Wald? Jetzt schlagen die Granaten des Feindes etwa 1000 Meter weiter rückwärts an einem Wald«
Bücheriifch.
— Otto Weber-Krohse: Sieben Preußen als Bahnbrecher des deutschen Gedankens. Preis Seinen 8 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Preußentum ist jene innere Hal- tung, die ihre besten Kräfte aus dem Boden der Landschaft zieht. Sie bestimmt das Ewige der Politik und die gelassene Harmonie des alten Preußen, um nach zwei Jahrhunderten in ruhigem Rhythmus ins Deutschtum zu münden. Preußische Menschen in diesem staatspolitischen, völkischen und landschaft- lichen Sinne zeichnet Weber-Krohse. Im Sande der Mark exerzieren Grenadiere in blauen Monturen. Inmitten, einer kargen Landschaft entfaltet sich der metallische Glanz einer Armee ohnegleichen. In der Festung Küstrin rollt das Haupt eines irregeleiteten jungen Offiziers in den Sand. Schuld und Leid formen den künftigen Souverän. Ein deutscher Korpsführer Napoleons kämpft einsamen Kampf, ehe er sich vom verbündeten Erbfeinde lossagt und gegen den König für den König rebelliert. Ein märkischer Landjunker wächst an seiner preußischen Aufgabe und schmiedet mit Blut und Eisen die deutsche Einheit. So erstehen vor uns die Linien eines neuen Geschichtsbildes im politischen Geiste unserer eigenen Zeit.
— Adalbert Norden: „Flügel am Horizont". Vorn Leben und Kämpfen der ersten
Rom, 24. Oft. (Europapreß.) Aus Bagdad wird gemeldet, daß der Großmufti von Jerusalem von der irakischen Regierung empfangen wurde. Die Presse des Irak weist darauf hin, daß seine Anwesenheit in Bagdad mit den Besprechungen über die endgültige Lösung des Palästinaproblems in Zusammenhang zu bringen sei. Der Mufti werde auch noch von dem Regenten des Irak empfangen werden, dem er die Loyalität Palästinas gegenüber der Familie der Haschemiten zum Ausdruck bringen werde.
Aus Jerusalem meldet der „Tevere", in arabischen Kreisen verfolge man mit größter Aufmerksamkeit die Besprechungen des Großmuftis. Man betone, jetzt fei der Augenblick gekommen, um ein für allemal eine Lage zu regeln, die nicht nur vom politischen, sondern auch vom wirtschaftlichen und sozialen Standpunkt aus unhaltbar geworden fei. Gleichzeitig stelle man ein merkliches Auf- leben des jüdischen Terrors im Innern des Landes, besonders in den südlichen Gebieten, fest. Zwei Araber seien wegen nationaler Propaganda und Aufreizung der Bevölkerung eines Araberdvrfes im Bezirk Samaria zum Aufstand zu lebenslänglichen Zuchthausstrafen verurteilt worden.
Französische Marinekreise zum deuffchen U-Boot-Krieg.
Rom, 24. Oft. (Europapreß.) In französischen Marinekreisen weist man darauf hin, daß die deutschen U-Boot-Erfolge sich nur durch eine genaue Kenntnis der Schis fsgeleitzüge durch die deutsche Admiralität, also durch einen äußerst vollkommenen Nachrichtendien st er- klären ließen. In der Tat sei festzustellen, daß die englischen und französischen Verluste in erster Linie in Petroleumtankschiffen neuester Bauart, Passagierdampfern von beträchtlicher Tonnage und schnellen, erst kürzlich erbauten Handelsschiffen bestünden.
Flieger. Mit 32 Bilderseiten. Ganzleinen 5,80 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (278) — Der Anfang der deutschen Fliegerei war für die Pioniere der Flugsportgedankens, ob sie nun Konstrukteure oder Piloten waren, schwer, hart und mühsam. Von div sen Zeiten, da Fliegen noch eine Sensation mac, erzählt Norden. In Johannisthal bei Berlin erstehen die ersten Ansätze einer deuffchen Flugzeugindustrie, in einer anderen Ecke des Flugplätze»- hausen Erfinder und Konstrukteure, die auf eigen* Rechnung ihre Pionierarbeit wagten. Und ihr Leben wagten! Norden erzählt von diesen Anfängm in lebendiger Sprache, mit genauer Sachkenntnis Im Mittelpunkt der Darstellung steht die erste Siegerin Deutschlands: Melli Beese, deren bewegtes und tragisches Schicksal packend geschildert wird.
— Roland Buschmann: Hinter de» Maginotlinie. Mit vielen Abbildungen, kartoniert 1,— RM. Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW. 68. — (275) — Im Augenblick, wo Englanv den Krieg unter dem Vorwand der Hilfe für Polen entfesselt, erscheint diese Schrift, die in den Sommermonaten 1939 während einer Fahrt durch Frankreich entstand. Die systematische Kriegshetze, die seit Jahren gegen Deutschland betrieben wird», war bestimmt, eine kriegerische Auseinandersetzung nach dem Wunsche der internationalen jüdischen unD plutokratischen Kreise heraufzubeschwören, um dos Deutschland Adolf Hitlers zu vernichten. Zweck des Hetze war, die Weltöffentlichkeit glauben machen, daß Deutschland im Bewußtsein der Völker das Land des Hungers, der Greuel und Dee sozialen Rückschritts wurde. Dazu gehörte, daß lebe positive Nachricht aus dem Nazi-Deuffckland durch eine negative ersetzt wurde. Wie man oabei vorging, nach welcher fein ausgeklügelten Methode man arbeitete, zeigt sich sehr deutlich gerade im Frankreich. Dies alles erklärt die kleine Schrift am eklatanten Beispielen. Außerdem behandelt ein wichtiger Abschnitt den Westwall und seine Überlegenheit über die Maginot-Linie.
— Neue LohnsteuertabeUen miß Kriegszuschlag und kurzen Auszügen aus den wichtigsten Bestimmungen. Verlag Wilh. Stoll- fuß in Bonn. 0,60 bis 1 RM. — Die Ausgabe enthält bereits die neuen Kriegszuschläge in übersichtlicher und zuverlässiger Form Die beträgt können einfach abgelefen werden und eine Errech» nung fällt weg. Es sind wieder Einzeltabellen erschienen: für monatliche, für 14-tägliche, tägliche und 4-stündliche Entlohnung, für wöchentliche Entlohnung und eine Gesamtausgabe aller Vorkommen« den Lohnzeiträume, sodann auch die Tabelle zum Ablesen der Einkommensteuer.
(PK. Sonderbericht.) Es ist gewiß nicht so, daß der deutsche Soldat in den Bunkern an der Westfront ein beneidenswertes Dasein führe, so ein frischfröhliches Soldatenleben, das nur angenehme Seiten kennt. Wer das glaubt, der irrt gewaltig. Acht Tage Bunker könnten ihn schnell eines Besseren belehren.
Daß der Landser es versteht, auch dem Bunkerleben angenehme Seiten abzugewinnen, das ist nur selbstverständlich und richtig. Die Heimat gönnt ihm das auch von Herzen und freut sich darüber. Aber weit vor den Bunkern liegen in behelfsmäßigen Löchern die deutschen Gefechts- p osten, die wahren Helden dieser Tage. Was weiß die Heimat schon, was es heißt, Tage und Nächte — und Wochen da vorn zu liegen, fast ohne Schlaf und Ruhe, nahezu schutzlos den Unbilden der Witterung ausgesetzt, im Angesicht des Feindes. In einer Stellung womöglich, in der jede Bewegung gegnerisches Artilleriefeuer heraufbeschwört. In ständiger Bereitschaft zum Kampf mit dem Feind, die Handgranate am Koppel, die Pistole in der Rocktasche, das Gewehr griffbereit! — Da liegt man sich gegenüber, der Poilu auf der anbeten Seite ebenso im Lehm und Dreck, und weiß, daß im nächsten 21ugenblicf das gegenüberliegende feindliche MG. loshämmern kann. Vielleicht yat es hie für dich bestimmte Kugel schon im Lauf? SBielL v,t wird auch die nächste Salve einer feuernden feindlichen Batterie nicht auf das rückwärtige Dorf im Tal, sondern hierher auf deine Stellung gerichtet sein? Vielleicht, daß der nächste Granatemschlag dir gilt, deinem Kampf ein Ende setzt. Vielleicht..? Wer weiß es!"
Entschlossen und doch fröhlich.
Hier in dieser vordersten, kämpfenden Front ist daher die Stimmung nicht weniger zuversichtlich und entschlossen, aber naturgemäß nicht so voll lauter Fröhlichkeit, als dies weiter rückwärts gelegentlich der Fall sein mag.
„Bunker 00", so nennen sie scherzhaft das Vorpostenloch, das sich die hier liegenden Männer aus dem Gau Hessen-Nassau, den Kreisen Biedenkopfund Dillenburg^, in einer weit vorgeschobenen Stellung der Westfront leidlich eingerichtet haben. Ein paar Balken darüber und etwas Erde, ein Loch zum Hineinkriechen, und der „Bunker" ist fertig!
stützung erhält. Da ein Pfund heute knapp 10 RM. wert ist und 20 Schillinge zählt, so beträgt der Wert eines Schillings 50 Pfennige oder die erwähnte gesetzliche Wochenunt^rstützung für eine Frau mit vier Kindern ganze 17,50 DNR. Der Abgeordnete gab nun eine Aufstellung über die zwangläufigen Ausgaben. Danach gehen 14 Schillinge als Mietzahlung ab, 10 Schillinge für Heizung, Licht und Versicherung und zum eigentlichen Leden bleiben diesen Soldatenfrauen mit ihren vier Kindern ganze 5,5 Schilling oder 2,75 RM. nach unserem Gelde. Dabei sind die Preise im englischen Handel in ständigem Steigen. Sogar aus den Reihen der konservativen Regierungspartei wurde — allerdings von einer der wenigen Frauen, die dem Unterhaus angeboren — rund heraus erklärt, es sei ganz unmöglich, auch nur ein einziges Kind mit solchen Unterstützungssätzen zu ernähren. Telegraphisch wurde schon gemeldet, daß das englische Schatzamt sogar mit den Zahlungen von Gehältern und Besoldungen so sehr im Rückstand fft, daß viele Offiziere seit Kriegsausbruch kein Gehalt mehr erhalten und ihre Familien überhaupt noch keine Unterstützungen erhalten haben. Ebenso klagen die Lieferanten, daß der Staat mit der Bezahlung der Rechnungen überaus säumig ist, sodaß zahlreiche Firmen ihren Betrieb nur unter starker Inanspruchnahme von Bankkredit in Gang halten und Entlassungen vermeiden können. Auf der anderen Seite wird in der englischen Presse und auch im englischen Unterhaus jeder Betriebs- führer, der unter diesen Umständen feine Belegschaft vermindert oder auf Kurzarbeit setzt, als sozialer Störenfried an geprangert.
London schlug die Friedenshand des Führers zurück.
Deutschland hat kerne Ursache, erneut die Friedensinitiative zu ergreifen.
Berlin, 23. Oft. (DNB.) Trotz wiederholter und nachdrücklicher Richtigstellungen von deutscher Seite bringen gewisse ausländische Blätter immer wieder völlig abwegige Kombinationen mit der Behauptung, daß von Deutschland aus irgendwelche Friedensbemühungen unternommen oder Friedensoorschläge präsentiert würden. So heißt es in Meldungen ausländischer Blätter im Zusammenhang mit einer Reise des belgischen Politikers van Zeeland nach Amerika, Zeeland kenne die Bedingungen, „unter denen Deutschland und die Alliierten bereit wären, eine Friedensinitiative Roosevelts ernstlich zu erwägen."
Hierzu können wir nur folgendes feststellen: Ob Herr van Zeeland die Bedingungen der Alliierten kennt, wissen wir nicht. Was aber die deutschen B edingungen betrifft, so kann es sich dabei nur um die in der R e i ch's t a g s r e d e des Führers niedergelegten Grundsätze handeln, in denen der Führer der Welt einen Weg zum Frieden gewiesen hat. Diese ausgestreckte Friedenshand des Führers hat man in London brutal zurückgeschlagen. Chamberlain hat den Frieden n i«f) t gewollt, sondern sich für den Krieg entschieden! Damit ist für uns die Situation ein für allemal geklärt, und wir haben nicht die geringste Ursache, von uns aus irgendwelche neuen Bedingungen für eine Friedens- initiative aufzustellen. Bei den deutschen Bedingungen, die Herr van Zeeland kennen will, kann es sich also nur um die Reichstagsrede des Führers handeln, denn eine andere kennen wir selbst nicht.
Oer amerikanische Zrontkämpfer- verband gegen jede Intervention.
W a f b f n g t o n, 24. Ott. (Eyropapreß.) Der Kommandant der American Legion, Raimond Kelly, hielt erneut eine Rundfunkansprache gegen die Intervention. Er sagte, der amerikanische Frontkämpfer- Verband sei entschlossen, jede Bewegung zu bekämp- i sen, die die neue Generation auf das Schlacht- ।
Landschaft in deutscher Dichtung.
Von Hans Franke.
Der Dichter sieht die Landschaft — ob sie Kulturlandschaft oder Naturlandschaft ist — als Natur schlechthin. Er will den Menschen einschließen in jenen ewigen Ablauf des Göttlichen, er will den Atem Pans an unser Ohr bringen lassen, will uns zu spüren geben die Hand des bildenden Meisters, der auch unser Leben in wägender Schwebe hält, er will widerspiegeln die Harmonie, die aus dem unruhvollen Dasein der Städte verschwunden ist. Nach dem Empfinden des Dichters wird diese Begegnung sich geben als eine romantische Befeuerung, als magische Beschwörung ober als realistische Beschreibung dessen, was um uns sich rounberbar aufbaut. Aber sie alle haben eine Quelle: bie ber Anbacht vor den Erscheinungen ber Natur!
Wie rounberbar und unvergeßlich beginnt Hermann Stehr sein schönes Buch vom „Heiligenhof"! Er vergleicht bas Münsterland mit einer im Lauf erstarrten Herbe urroeltlicher Rinber, bie zur Tränke am Fluß roanberte; aber unterwegs, so nahe am Ziel .... würbe bie unabsehbare Schar von ber Welt- allsmübigfeit befallen. Sie legten sich nieber, um ein wenig zu rasten. Allein ihr Schlaf ging unmerklich in bie große Erbenruhe ein, bie nur einmal im Jahre ein- unb ausatmet, im Frühjahr unb Herbst. Die Köpfe ber Urweltskühe sanken in ben Boben, ihre weitauslabenben Hörner vermorschten, unb nur ihre unförmigen Leiber ragen noch als Hügel aus dem ebenen Lande. Ihr Fleisch ist Erbe geworben, ihre Gerippe oerfteinten ..." Hier wird ber Mensch gleich- , sam Zeuge einer mystischen Verwanblung. Aehnlich vergleicht Stehr im „Begrabenen Gott" einmal ben Nebel mit Tieren, bie sich an ben steilen Hängen stoßen, versuchen über bie Gebirge zu kommen unb ihre plumpen Leiber zurück ins Tal rollen.
Das Bilb ber Riesen, bie bie Landschaft schufen (übrigens eine typisch arisch-germanische Anschauung), finben wir auch bei K. B. v o n M e ch o w. Im „Vorsommer", jenem Buche, in bem menschliche Schicksale ganz eng unb in fast romantischer Beziehung mit ber Lanbschaft verknüpft werben, seufzt Ursula, bie Heibin, angesichts ber norbbeutschen Tiefebene einmal: „Was ist bas auf ber Höhe? Das muß ein Riese sein ... Es waren aber nicht Riesen sichtbar geworben", so fährt ber Dichter fort, „wenn auch bie Landschaft ringsum weit sich nun ausbreitete, weiter unb immer größer würbe, je höher sie auf ber anfteigenben Straße kamen ... unb wenn man Denn wollte, war es boch eines Riesen Reich.
ranb ein. Salve um Salve liegt dort, aber es fielt beileibe nicht so aus, als ob sich in ber Gegend auih nur ein deutscher Soldat oder gar irgendeine Stellung befände.
„Fliegerdeckuna!" hallt ein Ruf! Natürlich, biG- feindlichen Aufklärer sind auch schon ta 1 Unsere Flak setzt ihnen kräftig zu. Rechts uni FW1 links, über unb unter ihnen zerspringen mit schar- fern Knall die Granaten, und das Rattern einiger Maschinengewehre beweist ebenfalls, daß schon Die Jynt
Der Kopf des Postens vor Gewehr erscheint bem Loch: „Eine Kuh vor bem Drahtver hau!" Schnell hinaus! Wahrhaftig, da trollt [k über die Wiese am Wald entlang. Der Frau, zvse hat sie vorgetrieben; von ungefähr kommt das Tier nicht hierher, wo sich sonst kein Vieh mehr befindet. Der Franzmann will sich« feststellen, ob oi-e Wiese vermint ist, eine Frage, bie ihn natürlich sehr bewegen muß, auch wenn er nur beabsichtigen sollte, einen kleinen Spähtrupp vorzutreiben. Da heißt es also, heute ganz besai,,»-'^ ders gut aufgepaßt. Es sind Beispiele bekannt, m der Franzmann ganze Herden von Kühen durch Wälder unb über verminte Wiesen getr«, $P5rr ben hat. Unsere Kuh tut nun aüerbings bem Franz, - - mann nicht den Gefallen, sie trottet seitwärts in eine Senke und bleibt verschwunden.
licken Ulk-Lieder imponieren hier nicht mehr, |ie r «eben unseren Männern auch nicht das, was if)nen )$■ so ein rechtes deutsches Soldatenlied bedeuten mto] M Sie werden hier in der vordersten, fämpfenien ? Front wohl kaum andere Lieder hören!" ;
Wahrlich, er hat Recht! Wenn ich es nicht ou, ' alter Fronterfahrung selbst gewußt hätte, die MI satzung" des Bunkers Null Null hätte es mir be, ■ wiesen. ; 1 ,j!r *


