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gemeint. Deutschland seinerseits kann nicht mit ge­falteten Händen dieserVölkerbunds"- Politik zu­sehen, die von vornherein auf Vergewaltigung an­gelegt ist.

Daß im übrigen gerade der Artikel 16 nur den Großen in ihren Nöten Helsen soll, daß er aber niemals Anwendung findet, wenn es sich um macht­lose Staaten handelt, hat gerade Lord Halifax mit der ganzen Ungeniertheit, die die englische Politik nun einmal aufwendet, bewiesen. Der Vertreter des Marschalls Tschiangkaischek, Wellington Ko,- hatte soeben in Genf eine lange Rede gegen Japan gehalten und den Verein aufgefordert, doch endlich Sanktionen gegen den21 n g r e i f e r" zu verhängen. Darauf erhob sich der englische Außen­minister, sprach über die Nützlichkeit des Friedens und über Englands festen Willen, ihn allerwege zu bewahren, aber was der Delegierte der chinesi­schen Regierung vom Genfer Verein verlange, das ginge doch nicht, da England zur Zeit wichtigere außenpolitische Dinge zu regeln habe und leider nicht eingreifen könne. Woraus zu ersehen: 1. daß der Genser Verein nur die Fassade ist, hinter der England und Frankreich falschspielen, und 2. daß die kleinen Staaten zwar im Notfall den großen helfen sollen, aber bei jeder Gelegenheit von diesen im Stich gelassen werden.

Llm den Ruffenpakt.

Das englische Kabinett soll sich entscheiden.

P a ri s , 24. Mai. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet und der englische Außen­minister Lord Halifax reisten am Dienstagabend acmeinfam von Genf nach Paris zurück. Die Ent­scheidung über den Russenpakt, so wird in Pariser amtlichen Kreisen erklärt, liege jetzt bei Eng­land. Die britische Regierung werde durch ihren Botschafter in Moskau neue Vorschläge un­terbreiten lassen. Wenn Stalin und Molotow ihre Zustimmung zu diesen Vorschlägen gäben, sei eine gemeinsame englisch-französijch-sowjetrussische Er­klärung noch vor Ende der Woche zu erwarten/ In Paris heißt es, es sei wünschenswert, daß die bri­tische Regierung der Sowjetunion gegenüber die gleichen Verpflichtungen übernehme wie Frankreich.

Auch die Londoner Morgenpresse steht im Zeichen der Rückkehr des Außenministers Lord Halifax aus Genf und sieht der heutigen Kabinetts­sitzung, die sich ausschließlich mit der Frage der Ein- kreisungsverhandlungen beschäftigen wird, mit größter Spannung entgegen. Mit deutlicher Nervo­sität versuchen es die Blätter klarzumachen, daß nunmehr alles von der Stellungnahme des britischen Kabinetts abhängen werde. Lord Halifax, so

schreibt die Times aus Genf, werde die jüngsten Vorschläge für die Einreihung Sowjetrußlands in dieFriedensfront" dem Kabinett im einzelnen unterbreiten. Die drei Mächte sollten erklären, daß ein Angriff auf eine von ihnen als ein Angriff auf alle drei gelten solle, der sofortige Zusammenarbeit notwendig machen würde. Weiter sollten die drei Mächte die Lage gewisser kleinerer

Staaten prüfen und beschließen, was sie im Falle eines Angriffes auf einen von diesen tun wollten. Es scheine, daß in den jüngsten Vorschlägen, die in der Hauptsache von französischer Seite stam­men, außer Polen, Rumänien und Griechenland, auch andere Staatenals die Interessen Englands, Frankreichs oder Sowjetrußlands berührend" ent­halten seien.

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Unser Bild zeigt den Führer mit Reichsaußenminister v. Ribbentrop und Graf Ciano während des festtichen Abends im Hause des Reichsaußenminifters. (Presse-Jllustrat.-Hoffmann-M.)

Graf Ciano auf der Heimreise.

B e r l i n, 23. Mai. Nach Beendigung seines zwei­tägigen Staatsbesuches verließ der kgl. italienische Minister des Aeußeren, Graf Ciano, mit Staats­sekretär General Pgriani im L-onderzug wieder die Reichshauptstadt, von dem Reschsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop zum Bahnhof geleitet. Die Berliner Bevölkerung bereitete ihm einen triumphalen Abschied. Aus dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Füh­rers, Staatsminister Dr. Meißner, die Abschieds- grüße des Führers.

Auf der Rückfahrt nach Rom traf Graf Ciano um 20.32 Uhr in München ein. Die Hauptstadt der Bewegung bereitete ihm während des kurzen Aufenthaltes einen begeisterten Empfang. Der Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von Epp. hieß den Grafen willkommen. Hierauf schritt Graf Ciano die Front der Ehrenkompanie und des Fascio sowie der italienischen Kolonie ah. Im Fürstensalon stellte der Reichsstatthalter dem Außen­minister die zu seinem Empfang erschienenen Ehren­gäste vor. Dann verließ um 20.47 Uhr der Sonder, zug wieder die Münchener Bahnhofshalle.

Das Staatsbegräbnis für General Graf von der Schutenburg.

Der Führer bei der Trauerfeier im Potsdamer Lustgarten. Oie Gedenkrede des Oberbefehlshabers der Wehrmacht.

Potsdam, 23. Mai. (DNB.) Der große Staatsakt für- den verewigten General der Kaval­lerie a. D. ^-Obergruppenführer Friedrich Graf non der Schulenburg im Lustgarten der Soldatenstadt Potsdam gestaltete sich in An­wesenheit des Führers und Obersten Be- sehlshbbers der Wehrmacht zu einer eindrucksvollen militärischen Trauerfeier. Aon der Kaserne des Regi­ments Garde du Korps, an dessen Äpitze der Ver­storbene als letzter Dorkriegskommandeur gestanden hatte, bewegte sich die Trauerparade unter gedämpf­ten Marschklängen und feierlichem Glockengeläut durch die Straßen von Potsdam, voran ein Mpsik- korps und eine Ehrenkompanie des Infanterie- Regiments Nr. 9. Zwei Stabsoffiziere trugen das Ordenskissen, flankiert von zwölf Stabsoffizieren folgte die Lafette mit dem Sarg, den die Renhs- kriegsflagge deckte. Den Abschluß bildete wieder eine Ehrenkompanie des Regiments. Im Lustgarten wurde der Sarg vor dem Denkmal des Soldaten­königs Friedrich Wilhelm I. aufgebahrt. Sechs Stabsoffiziere übernahmen die Ehrenwache. Ein Bataillon des Infanterie-Regiments 9, drei Batail­lone des Infanterie-Regiments 23, eine Kgvallerie- fchwadron und eine Kompanie der -Verfügungs­truppe in Paradeuniform hatten im Lustgarten Auf­stellung genommen. Um 12.30 Uhr "trifft der Führer ein und ehrt mit dem Deutschen Gruß feinen toten Mitkärnvfer.

Nunmehr nimmt der Oberbefehlshaber des Hee­res, Generaloberst von Brauchitsch, das Wort zu seiner Gedächtnisrede. In Schmerz und Iraner, so sagte er, stehen mir an der Bahre eines Solda­ten, wie die Geschichte des preußisch-deutschen Hee­res nur wenige auszuweisen hat. Nach kurzem Stu­dium in Heidelberg als junger Offizier ins volle Licht des Lebens gestellt, führten nahe Begabung und eiserner Fleiß ihn in schnellem Aufstieg 'm den Generalstab und in verantwortungsvolle Stellen im

In- und Auslande. Das schicksalsschwere Jahr 1914 sieht ihn als Kommandeur an der Spitze des Re­giments der Karde du Korps, in dem er seine mili­tärische Laufbahn begann. Das Regiment im Kriege zu führen, ist ihm nicht vergönnt, der Mobll- inachungsbefehl ruft ihn zu schwererer Verantwor­tung, er wird zum Chef des General st ab es des Gardekorps ernannt. Nun leuchtet fein Stern geführt und beseelt von seinem Geist, stürmt die preußische Garde von Sieg zu Sieg und windet neuen Lorbeer um ihre alten Fahnen. Zahl­los die Schlachten und Gefechte, die sie in unver­gänglichen Ehren besteht. Im Frühjahr 1916 wird Graf Schulenburg zum Oberkommando der in schwer hin- und herwogenden Kämpfen vorVerdun rin­genden Armee versetzt. In wenigen Tagen formt sich ihm das Bild: klar und gegen alle Widerstände tritt er mit seinem Oberbefehlshaber zur Einstellung des nutzlos gewordenen Angriffes ein. Nach kurzer Ver­wendung als Armeechef wird er im Herbst 1916 zum Chef des General stades der neugebil­deten Heeresgruppe Deutscher Kron­prinz ernannt. Dort an der Aisne und in der Champagne bereitet der Feind den Angriff vor, der die deutsche Westfront endlich zerbrechen soll. Im Frühjahr bricht der Sturm los, auf den Frankreich seine Hoffnung setzt. Er zerschellt am Opfermut der Truppe, nicht minder aber am wachen Geist des Mannes, der ihn kommen sah, so wie er kam.

Neue Arbeit steht und neue Sorge. Das deutsche Heer rüstet, die Entscheidung im Westen zu erzwin­gen. Wie ein Uhrwerk läuft die Arbeit an der Vor­bereitung des großen Angriffs unter der ge­wohnten ruhigen und festen Hand, wie em Uhr­werk, rollt der gewaltige Stoß des deutschen Heeres im Frühjahr 1918 ab. Weit über die ersten Ziele hinaus führt er die Sturmdlvifionen der Heeres­gruppe. Dann steht er vor der unerschöpflichen Masse der feindlichen Reserven still. Und noch ein­

mal ringt die Heeresgruppe um den Sieg. Noch einmal wird der Franzose übemfnnt. Der Chemin des Dames wird im Sturm genommen, die Aisne durchschritten und die Marne erreicht, dann ist es zu Ende.

Der Rückmarsch hinter die Aisne, die furchtbaren Novembertage und der Marsch in die von Gott und der Welt verlassene Heimat stellen die letzte und die schwer sie Ausgabe. Als vor den Drohun­gen der Verführer eines ausgehungerten, verhetzten Volkes, als vor der Verzagtheit zu kleinmütiger Vorsicht mahnender Ratgeber der Thron der preu­ßischen Könige ins Wanken gerät, da tritt in ragen­der, tragischer Größe Graf Schulenburg noch einmal vor seinen Kriegsherrn und vor feinen Eid. Mit aller Kraft beugt sich der eine Mann, der vier Jahre lang diese Kraftunausgesetzt am Schwersten erproben mußte", noch einmal gegen das Schicksal, das der einzelne doch nicht mehr zu meistern ver­mag! Er handelt furchtlos, wie Ehre und Treue gebieten aber das giltjetztnichts. Er weist die Mittel und Wege, die Heimat zur Ordnung zu bringen man l e h n t i h n a b. In tiefstem Her­zen ist er getroffen, aber den Kamps gibt er nicht auf. Und als fein Glaube und sein Hoffen Wahr­heit wird,als das Unglück des Vaterlandes end­lich den Mann gebiert", der berufen ist, es hinaus zu führen zu neuem Licht, da tritt er ent­schlossen an feine Seite. Zum Soldaten ge­boren und als Soldat in tausend Feuern gehärtet und bewährt sieht er im Nationalsozialismus und in feinem Schöpfer und Führer den einzigen Weg 3uv Rettung feines Volkes. Wortlos und selbstver­ständlich tritt der fast 70jährige als einfacher Kämp­fer in die Reihen der politischen Front. Wenn heute sich die alten Fahnen senken auf seinem Sarge, Graf Friedrich von der Schulenburg, dann streift der Lorbeer auch deine Stirn, die unermüdlich für ihren Ruhm gedacht im Gruße dieser Fahne grüßen alle dich, die Lebenden und die Toten , die du so oft.zum Siege geführt und Im Rau­schen ihrer sturmzerfetzten Seide klingt dein Name mit, her nicht vergessen werden soll, so lange es deutsche Männer gibt!

Als Generaloberst von Brauchittch geendet hat, legt der Führer den von zwölf Unteroffizieren getragenen Kranz am Sarge nieder. Die Fahnen senken sich, das Lied vom guten Kameraden er­klingt. Gleichzeitig rollt bumpf der Trauersalut der Batterie über den weiten Platz. Nacheinander legen dann die Oberbefehlshaber der Luftwaffe, des Heeres und der Marine sowie die anderen Vertre­ter der Wehrmacht, des Staates, der Partei ihre Kränze nieder. Dann schreitet der Führer, während das Trompeterkorvs den Parademarsch des Regi­ments Garde du Korps gedämpft erklingen läßt, zu den Angehörigen des Verstorbenen, um ihnen fein Beileid auszudrücken. Noch einmal grüßt der Füh­rer den toten Mitkämpfer und verläßt dann den Lustgarten. Anschließend erfolgte die Ueberführung der sterblichen Hülle Graf von der Schulenburgs durch die Straßen von Potsdam am Bornstedter Feld vorüber in feine mecklenburgische Heimat.

Ausbilbungsverkürzunq

für dichter und Staatsanwälte.

Ndz. Durch eine Verordnung des Reichsjustiz- und des Reichsinnenministers wird die Laufbahn des höheren Iustizdienstes mit dem Ziele einer Ver­kürzung der Ausbildung neugeftaltet und zugleich einheitlich für das ganze Reichsgebiet geregelt? Be­sonders wichtig ist die Beseitigung des bis­herigen Probedienstes der Gerichtsaffef- soren. Bisher mußte der Assessor nach der großen Staatsprüfung zunächst in den Probedienst über­nommen werden, und erst nach entsprechender Be­

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le^en Gruß an den Toten. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Währung wurde er Anwärter für den Richter- oder Staatsanwaltsberuf. Jetzt kann der Assessor s o - fort nach Bestehen des großen Staatsexamens Anwärter für das Amt des Richters und SMats- anwalts werden. Er wird sofort planmäßig a n g e st e l l t und unmittelbarer Reichsbeamter. Diese frühere Sicherstellung ermöglicht ihm auch die frühere Eheschließung. Die Verordnung beläßt es dabei, daß der Gerichtsassessor Beamter auf Widerruf ist. Neu ist aber, daß nunmehr die Möglichkeiten seiner Entlassung beschränkt werden. Der Widerruf darf nur noch ausgesprochen werden, wenn der Dienst nicht unverzüglich angetreten wird, wenn Umstände vorliegen, welche die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis rechtfertigen, schließlich zum Ablauf des ersten und zweiten Jahres nach der Uebernahme.

DerMersaufbau des Handwerks

Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat mit dem Stichtag vom 1. Januar 1939 eine Erhebung über das Alter der Betriebsinhaber des Handwerks vorgenommen, die auch für die weitere Durchführung der Altersversorgung von großer Bedeutung ist. Seit 1933 ist die Zahl der auf die jüngeren Altersklassen entfallenden Handwerker ganz bedeutend zurückgegangen. Durch den Aufschwung der Wirtschaft bot sich für viele jüngere selbständige Handwerker die Möglich­keit, bei mangelnder Existenzmöglichkeit in eine Stelle als Geselle, Facharbeiter oder Werkmeister zurückzukehren. Außerdem wurde dem Zustrom von sehr jungen Menschen zum Handwerk durch das Erfordernis der Meisterprüfung ein Riegel vorgeschoben.

Die Zahl der un ter 3 0 Iahre alten selb­ständigen Handwerker ist von 267 000 oder 20,1 v. H. der Gesamtzahl der Betriebsinhaber auf 140 000 oder 9,2 v. H. z u r ü rf g c g a n g e n. An­dererseits ist die Zahl der Handwerker in den höheren Altersklassen beträchtlich gestiegen. Während 1933 rund 187 000 oder 14,1 v. H. der selbständigen Handwerker über 60 Jahre alt waren, sind es jetzt 283 000 oder 18,7 v. H. Die Zunahme ist vor allem auch auf die starke Aus­dehnung der Handwerksbetriebe überhaupt zurück- zuführen, von 1,4 Millionen auf 1,65 Millionen feit 1933. An dem Rückgang, der inzwischen feit 1936 wieder eingesetzt hat, waren die höheren Allersttassen wesentlich geringer beteiligt, als die jüngeren.

Rund 60 000 selbständige Handwerker stehen i m Alter von über 70 Jahren. Keine andere Feststellung kann deutlicher die Notwendigkeit einer Altersversorgung der selbständigen Handwerker be­gründen. Aus einigen charakteristischen Handwerks­zweigen wird noch vermerkt, daß es jetzt beispiels­weise nur noch 1700 selbständige Friseure unter 25 Jahren gibt, während es vor "sechs Jahren nahe­zu 12 500 waren, davon fast 2 400 unter 20 Jahren. Damals gab" es auch 134 selbständige Damen- schneiderinnen im Alter von 16 bis 18 Jahren und mehr als 5000 unter 20 Jahren. Jetzt gibt es insgesamt 9000 unter 25 Jahren.

Die Gesundheitspflicht derMend.

Braunschweig, 22. Mai. In dem Führer­lager der HI. sprach der Reichsgesundheitsführer, Hauptdienstleiter Dr. Conti, über die Maßnahmen gegen den Rückgang der Bevölkerungszahl und be­tonte nachdrücklich die Pflicht, besonders auch der geistig führenden Schicht, Kinder großzuziehen. Der Kraftaufwand, der heute vom jedem Deutschen, auch von der Jugend, gefordert werde, sei ungeheuer. Daher müsse alles Erdenkliche getan werden, die Gesundheit zu erhalten und nicht leicht­fertig gegen sie zu verstoßen. Insgesamt dürfe man mit dem Gesundheitszustand des deutschen Volkes noch nicht zufrieden fein. Der Reichsgefund- heitsführer kam auch auf die Umstellungen in der Ernährung zu sprechen, die durch den vorübergehenden Mangel an Obst und durch die Fettlücke notwendig geworden seien. Wichtig sei auch die Erkenntnis, daß fast der gesamte Erfolg beim Rückgang der Säuglingssterblichkeit auf richtige Ernährung zurückzuführen sei, nicht aber auf einen Rückgang der Infektionen. Ebenso anhaltend werde die Tuberkulose be­kämpft. Den schlechten Zu st and der Zähne nannte Dr. Conti ein ganz düsteres Kapitel. Zum großen Teil fei die Vernachlässigung der persön­lichen Zahnpflege daran schuld, doch sei hierbei auch eine richtige Methode des Brotbackens wichtig. Der Reichsgesundheitsführer richtete an die HI.-Führer bann den Appell, stets daran zu denken, daß sowohl langes Stehen wie auch langes Sitzen ober eine langandauernde Kraftanstrengung schädlich für den jungen Menschen seien. Dauerleistungen seien erst ein Vermögen größeren Alters. Schließlich wandte er sich gegen Nikotin und Alkohol.

Die Iugenddienstpflichi.

Ausführliche Erläuterungen zum Gesetz über die Hitler-Jugend veröffentlicht die Reichsjugendführung in ihrem amtlichen Organ. In der Allgemeinen HI. werden alle Jugendlichen erfaßt, die im Sinne der Nürnberger Gesetze Reichsbürger sein können und auch zum Arbeits- und Wehrdienst eingezogen wer­den. Für die Stamm-HI. gelten die rassischen Vor­aussetzungen, die die NSDAP, an ihre Mitglieder stellt. Die Dienstleistung in der Stamm-HI. wird nach Beendigung des 18. Lebensjahres Voraus­setzung fein für die Zugehörigkeit zur NSDAP, und zu deren Gliederungen, während die Dienstleistung in der Allgemeinen HI. die Voraussetzung für die spätere Einordnung in die Volksgemeinschaft und die Stellung im Staat, Wehrmacht und Wirtschaft fein wird. Die Angehörigen der Allgemeinen HI. haben nach einjähriger Dienstzeit die Möglichkeit, auf Grund freimütigen Entschlusses in die Auslese­gemeinschaft her Stamm-HI. aufgenommen zu werden. Damit wird das Prinzip der Freiwilligkeit in der HI. auch fernerhin gewahrt. Vom Jahrgang 1938/39 find rund 972 000 Jungen und Mädel, das sind 90,7 v. H. auf Grund freiwilliger Meldung auf­genommen worden. Die Stamm-HI. erhält als be­sonderes Kennzeichen auf der rechten Brusttasche den gewebten Bannadler. Die Allgemeine HI. erhält nicht die HI.-Armbinde. Das HI.-Abzeichen wird am Dienstanzug der Hitlerjungen wegfallen, kann als Zivilabzeichen jedoch weiter getragen werden.

Von den Difziplinarmitteln der gelten­den Disziplinarordnung entfalt künftig die Strei­chung aus den Listen her HI. wegen Interesselosig­keit am Dienst, da diese der Jugenddienstpflicht wi­dersprechen würde. Verwarnung, Verweis, Fahrten- messer- und Schulterriemenverbot, Strafbeursau- bung, Beförderungssperre, Degradierung und Aus­schluß werden voraussichtlich auch künftig al$