Einzelbild herunterladen

ttr.95 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag. 24.Apri!MY

Gutes soziales Hilfswerk der Eisenbahner

Milämsseier des Liseobchnverrins Gießen

Ende 22.30 Uhr.

frei

heute beginnet?, mit in den Familienblättern mit dem Abdruck der großen historischen Er- ZahlungDer Heilige", der Geschichte König Heinrichs II. von England und seines Kanzlers und Günstlings Thomas Deckelt, den man Conrad Ferdinand Meyers tiefste Gestalt, sein größtes Wagnis und seinen größten Ruhmestitel als Menschenbildner genannt hat.

setzen."

Am anderen Tag brachte die Stadt dem mittigen Bäckermeister einen Fackelzug.

Bezirksfürsorgetagung der Reichsbahnkameradschastewerke im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt am Main.

Lademeister i. R., Eberhard Schmidt, Sekre­tär i. R., Georg Schmidt, Inspektor, Ludwig Schmidt, Zugführer i. R., Adam Zinn, Zug­führer i. R., Mathäus Althaus, Zugführer t. R., Karl Alt, Lokomotivführer i. R. und Karl März­häuser, Oberinspektor i. R.

Reichsbahn-Oberrat Wilke beglückwünschte die Jubilare und stellte sie der Äugend als Vorbilder der Treue vor Augen. Berufskamerad Luh dankte im Namen der Äubilare dem Vereinsvorstand für die Ehrung und gelobte, daß die Mitbegründer des Eisenbahnvereins auch dem Reichsbahn-Kamerad­schafts-Werk die Treue und stete opferbereite Mit- cu'beit nicht versagen werden. Än kurzen Worten würdigte er auch die Arbeit des Dereinsführers. Schließlich sprach er noch aus persönlichen Erinne­rungen über Erlebnisse aus der Gründungszeit des Vereins. Anschließend wurde ein Glückwunschtele­gramm des Nachbarvereins Grünberg verlesen.

Reichsbahn-Oberrat Krug (Frankfurt a. M.)

Walzer für Dich".

Sladtthealer Gießen.

allen Regeln der Bärenpsychologie hätte er bei ! meinem Anblick die Flucht ergreifen müssen. Aber i er tat es nicht. Er stand still und betrachtete rpid) : neugierig. Plötzlich hell wach tauchte ich in das Zelt zurück nach meiner Büchse. Aber der Bär kam hinter mir her. Er war so nah, daß ich keine Zeit hatte, das Gewehr an die Backe zu nehmen. Äch schoß' von der Hüfte und in meiner Aufregung völlig daneben. Hätte er feine Chance wahrgenom­men, hätte er mich mit einem Hieb seiner Tatze zu Boden strecken können. Aber glücklicherweise hatte der Knall der Büchse ihn erschreckt, und er nahm Reißaus. Ich zielte rasch, feuerte, und er brach tot zusammen.

Eine Woche später fand Shorty, einer unserer Kameraden abends bei der Heimkehr sein Zelt in Fetzen gerissen, Tee und Mehl überall verstreut, Konservenbüchsen aufgeschlitzt, äls wären sie mit der Axt gespalten. Shorty hatte kein Gewehr bei sich und sein Zelt war von den unseren durch einen dichten Busch getrennt, der bei Dunkelheit nicht ge­heuer zu durchqueren war. So mochte er. sich em großes Feuer an und verbrachte die Nacht in einem Schlafsack. Morgens wachte er vom Krachen eines Zweiges auf. Etwa 100 Schritt von ihm entfernt stand ein riesiger Grizzlybär. Shorty ergriff die Art und schlug aus allen Kräften damit auf die Bratpfanne, um einen fürchterlichen Lärm zu ma­chen. Der Bär betrachtete ihn eine Weile ruhig, dann trollte er sich langsam davon.

Tom Keating, ein alter, fast tauber Goldgräber, arbeitete ein paar Kilometer von uns entfernt. Eines Tages wollte er Korporal Allen von der Distriktspolizei einen Quarzfund zeigen. Keating ging mit seinem Gewehr voran, Allen mit einer Doppelaxt, aber ohne Gewehr, hinterher. Plötzlich tarn aus einem Tannendickicht unmittelbar hinter Keating ein riesiger Grizzlybär.Achtung, Tom!" schrie der Korporal. Aber der Alte war zu taub, um ihn zu hören. Der Bär stürzte sich auf Kea­ting und riß ihm mit einem Hieb seiner Tatze den halben Skalp herunter. Als der Alte stürzte, kauerte der Bär sich über den Körper. Allen rannte herbei und versetzte dem Tier mit der Axt einen furcht­baren Hieb auf den Kopf. Halb betäubt, drehte der Bär sich um und tief fort. Allen beugte sich ZU dem Alten nieder, aber der war noch bet Be- , wußtsein und murmelte:Kümmere dich nicht um . mich. Nimm mein Gewehr. Gib acht. Er wird : wiederkommen." Tatsächlich hatte der Bär schon : wieder Kehrtgemacht und ging zum Angriff über, i Allen ergriff das Gewehr, schoß rasch und zer- i trümmerte dem Bär eine der Vordertatzen. Der > Bär zauderte, und Allen konnte ihm drei weitere

Kugeln in den Leib jagen, die ihn erledigten. Kea­ting hatte 52 Wunden in der Kopfhaut, ein Bein war an zwei Stellen gebrochen und drei Rippen eingedrückt. Aber es gelang, ihn rechtzeitig genug ins Hospital zu bringen, um sein Leben zu retten.

Als wir im Herbst Squaw Creek verließen, legten wir das letzte Stück im Auto zurück. Ein Mischling steuerte, und ein aufgeregter kleiner Kerl, den wir Cookie nannten, saß neben ihm. Plötzlich stoppte der Mischling kurz. Mitten auf der Straße stand ein großer schwarzer Bär. Der Fahrer tutete, aber der Bär rührte sich nicht. Da schoß Cookie. Der Bär brach zusammen, scheinbar tot. Cookie rannte hin, der Hund des Mischlings mit ihm. Plötzlich sprang der Bär auf, lebendig wie je, stürzte sich auf den Hund. Der Hund flüch­tete zu Cookie, Cookie ließ sein Gewehr fallen und rannte davon, indem er schrie:Schießt ihn!" Aber der Bär war so dicht hinter ihm, daß keiner von uns es wagte. Schon griff der Bär nach ihm, warf feinen Hut herunter und riß ihm das Sitzteil aus feinen Hofen heraus. Aber da fing*Cookie erst richtig an zu rennen. Als er eine Lichtung über­querte, gewann er genug Zwischenraum, um uns zu Schuß kommen zu lassen. Zwei von uns schossen gleichzeitig, und der Bär fiel, mausetot. Aber Cookie hatte nicht einmal die Schüsse gehört. Er rannte immer weiter, bis er an einen Baum kam, an dem er hochkletterte. Er war schon halb oben, als er zum erstenmal wagte, zurückzublicken, und da sah er, daß sein Verfolger erledigt war." B.

Die Einnahmen im Geschäftsjahr 1938 beliefen sich auf 394 772,38 Mark, dazu kommt der Kaiien- bestand vom Vorjahr mit 84 583,95 Mark, so daß zusammen 479 356,33 Mark auf der Einnahmeseite zu verzeichnen waren. Die Ausgaben erforderten 417 290,42 Mark, es verbleibt also arh Schluß des Geschäftsjahres ein Kassenbestand von 62 065,91 Mark.

Reichsbahnrat Weber als Gaustellenleiter 1 des Amtes für Beamte sprach für die gute soziale Arbeit des Bezirksverbandes herzlichen Dank und volle 2IncHennung aus und forderte alle Kameraden der Reichsbahn auf, an diesem segensreichen Werk weiter tatfroh mitzuardeiten und mitzuhelfen zum Besten der fürsorgebedürftigen Berufskameraden.

Oberreichsbahnrat Krug sprach noch dem Be­zirksfürsorgeleiter Knaupp Dank und volle An­erkennung für sein Wirken aus und schloß dann die Tagung in üblicher Weise.

Stadtrundfahrt - Ausflug zum Schiffenberg.

Am Samstagnachmittag hatten die Tagungsteil­nehmer Gelegenheit, die Stadt Gießen bei einer ausgezeichnet organisierten Rundfahrt und unter sachverständiger Führung kennenzulernen. Die Fahrtteilnehmer, die in fünf Omnibussen unterwegs waren, erhielten in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit einen umfassenden Ueberblick und Ein­druck von unserer Stadt. Nach der Rundfahrt wurde noch dem Schiffenberg ein. Besuch abgestattet, der am Samstag von stürmischen Winden umbraust war. Trotzdem wurde von den Gästen der schönen landschaftlichen Umgebung von Gießen alle Auf­merksamkeit gewidmet. Frostrat Nicolaus hieß , die Gäste im Namen der Heimatvereinigung Schif- ; fenberg willkommen und Stadtbaurat G r a v e r t gab einen interessanten geschichtlichen Rückblick.

Aus der Stadt Gießen.!

Erlebnisse mit Kindern.

Die Kinderfürsorge erforderte eine Auf­gabe von rund 82 300 Mark. Für 760 Kinder wurden Kinderkuren in Heilstätten und Erholungs­heimen gewährt.

Für sonstige Heilfürsorge wurden 124191 Mark abgegeben. Jeder Berufskamerad, der eine Kur braucht, kann sie durchführen, die Kosten übernimmt die Bezirksfürsorge.

Die Mütterfürsorge brachte im Berichts­jahr eine Ausgabe von rund 9500 Mark. In jedem Jahre wird eine Anzahl von kinderreichen und von gesundheitlich geschwächten Müttern in das eigene Erholungsheim in Ems-Lindenbach geschickt. Im Berichtsjahr wurden 141 Mütterkuren durchgefuhrt. Jede Kur dauert durchschnittlich 21 Tage. 3n Ibietcm Zusammenhgng wies der Vertreter der NS-V., Pg. I o h , auf die von der NS.-Frauenschaft und dem Deutschen Frauenwerk geschaffene Nachbar­schaftshilfe hin, die es erholungsbedürftigen Müttern ermöglicht, sich einmal für eine Kur von zu Haufe freizumachen. ..

Kuren für Erwachsene in Heilstätten und in Erholungsheimen wurden in 370 Fällen gewährt, Ernährungsbeihilfen für Tuberkulosekranke usw. in 753 Fällen, Arbeitererholungskuren von je 7 Tage in 421 Fällen, Hauspflegen und Betten in 80 Fal­len. Krankenhausfürsorge wurde vorschußweise in 632 Fällen geleistet, Ausgesteuerten-Fursorge in 74 Fällen. r c .

Wirtschaftliche Fürsorge erforderte einen Kostenaufwand von rund 25 000 Mark, die Fürsorge für ausgesteuerte Arbeiter kostete rund 15 500 Mark, für sonstige Fur - sorge maßnahmen wurden rund 54 400 Mark ausgegeben. Zu Weihnachten würden 165 Familien beschert, Säuglingspakete, die sehr begehrt sind, wurden 191 verausgabt, Bettwäsche in elf Fallen, meist für Tuberkulöse, die Karenztage wurden in 1525 Fällen vergütet.

Der gestrige Sonntagnachmittag brachte in den Räumen des Gesellschaftsvereins die Feier des 40jährigen Befteheris des Eisenbahn­oereins Gießen, an der die Mitglieder und deren Angehörige sehr zahlreich teilnahmen und die ganz im Zeichen der Kameradschaft und der ge­schichtlichen Rückschau stand. Die festliche Veranstal­tung fand ihren Auftakt mit ausgezeichneter Musik der Kapelle K r e n g e l, die auch den weiteren Ver­lauf des Festes verschönte. Der Lokomotivführer- Gesangverein fang unter der Leitung von Chor­meister Nicolai ein Lied und leitete damit zur Ansprache des Vereinsführes Reu sch über, der einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte des Vereins gab und dabei die Leistungen des Vereins im Dienste der Kameradschaft und der Fürsorge für die Eisenbahner und deren Familien würdigte. Ab­schließend sprach er von den großen politischen Taten unseres genialen Führers und von den hohen Verpflichtungen, die auch von den Eisenbahnern als Dank an den Führer zu erfüllen seien

Reichbahn-Oberrat Wilke nahm sodann die Ehrung der 15 Mitgründer vor, deren Verdienste er in nachhaltigen und ernsten Worten würdigte. Die Jubilare wurden mit einer schönen Plakette lReliesbild des Führers) bedacht. Folgende Berufs­kameraden wurden damit ausgezeichnet:

Karl Andreas, Oberinspektor, Heinrich Berg, Schrankenwärter, Ludwig Jung, Ladeschaffner, Georg Kühn, Obersekretär, Karl Luh, Oberin­spektor Georg Meininger, Zugführer, Georg Neurath, Dreher i. R., Ludwig Pfeiffer,

Zeitschriften.

Die ersten Schwierigkeiten beim Füttern des kleinen Kindes tauchen auf, wenn mit der Breikost begonnen wird. Die Brust oder die Flasche sind dem Säugling ja vom ersten Tage an bekannt, an den Löffel dagegen muß er sich erst langsam gewöhnen, und so manche junge Mutter muß hier ein großes Maß an Geduld aufbringen. Wie füttert man also das Kind am besten, und wie gewöhnt man es an Breikost bzw. überhaupt an feste Kost? Hierüber lesen wir einen lehrreichen Beitrag in der neuesten Ausgabe der ZeitschriftMutter und Kind (Verlag Elwin Staude, KG., Berlin W 30 und Osterwieck). Ebenso interessant sind für alle jungen Mütter auch die weiteren Beiträge des Aprilheftes, wie z. B.:Hygiene des Schulkindes",Oh Peterle , Den Müttern der Schulneulinge",Warum Lasten- ausgleich für Kinderreiche?" usw. usw. Praktische Winke für die Mutter und Hausfrau, eine Bucher- schau und Hinweise auf praktische Kinderkleidung beschließen das Heft.

Oer freimütige Bäckermeister.

Von Karl Neurath.

In einer schönen und tätigen Stadt in der Nähe des Rheins lebte ein gelehrter und tüchtiger Bürger­meister, aber seitdem ihm der Fürst gestattet hatte, seine Gänse mit denen des Hofes auf derselben Weide gehen zu lassen, weil das Gras in dem Platanenhain nicht so hoch in den Halm schießen sollte war er eitel und hochmütig geworden und ceRet sich darin, die kleinen Leute bös anzula sen, wenn es einer an der gehörigen Ehrfurcht fehlen ließ. Aber auch den reichen Bürgern machte er das Leben sauer und ließ sie seine Macht und Herrlich­keit fühlen. Nun war da auch ein Bäckermeister in der Stadt, ein ehrlicher und rechtlicher Mann, den alle wegen seines Freimutes und feines Witzes liebten. Dem war der Bürgermeister besonders qram, denn obwohl sie nicht miteinander verwandt waren, trugen sie doch denselben Namen und der Fürst liebte es zuweilen, den Bürgermeister damit aufzuziehen, daß er sich nach seinem Zwillingsstuck

Gloria-Palast (Seltersweg):Urlaub auf Ehren­wort". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Em

Für die Vorstellung am Donnerstag, 27. April, Minna von Barnhelch" sind noch Karten im freien Verkauf abzugeben. Anfang der Vorstellung 20 Uhr,

Männer und Bären.

Goldgräber-Abenteuer in Kanada.

Wenn auch diegroßen" Zeiten des Goldgräber- tums, wo viele Tausende von Abenteurern in das gelobte Land des Reichtums zogen und hier Städte aus dem Boden schossen, vorüber sind, so gibt das Schürfen nach Gold in gewissen Teilen Alaskas und Kanadas immer noch einer stattlichen Anzahl von Männern ihr Brot, und kürzlich erhielt es durch frische Funde sogar einen neuen starken Auf­trieb. Es müssen Männer von Eisen sein, die mit dem Gewehr ebensogut umzugehen wissen wie mit Schaufel und Hacke, die sich diesen Beruf erwählen. Das beweisen die Abenteuer, die A. R. W i ll i s aus der Zeit seines Goldgräbertums in der Zeit­schriftAnswers" erzählt:

Kürzlich verlebte ich einen Sommer als Gold­gräber in dem wilden kanadischen Hinterland von Yukon. Die Indianer hatten uns vor Bären ge­warnt, und tatsächlich sahen wir Dutzende von frischen Bärenspuren längs des Tatschenschml-Flus- ses. Aber wir erreichten Squaw Creek, ohne em Fell zu Gesicht zu bekommen. Es heißt, daß im all­gemeinen der schwarze Bär nicht ohne Not Men­schen angreift, ebenso wenig der Braunbär. Manche Kenner behaupten sogar, daß selbst der Grizzlybär nach Möglichkeit den Menschen meidet. Ich persön­lich möchte keine bestimmten Behauptungen über die Temperamente der einzelnen Bären auf|tellen; sie sind zu unberechenbar.

Unsere erste Begegnung geschah ein paar Tage, nachdem wir das Lager aufgeschlagen hatten. Kurz nach Sonnenaufgang erwachte ich von einem Kratzen dicht an meinem Kops. .Durch mein Mos­kitonetz sah ich einen großen Schatten auf dem Zelt­dach gerade über mir. Noch halb im Schlaf stand ich auf und blickte hinaus. Der Kopf eines großen Braunbären tauchte über dell Zeltstangen aus. Nach

^Das^ war keine Freude für des Bürgermeisters Herz, aber noch verdrießlicher war es daß der Bäckermeister feinen Laden dicht neben dem Rat haus hatte und zu jeglicher.Zeit.'wenn erjum Dienst ging, breit und mit aufgeregter Gelassenheit in feinem Fenster lehnte. Als heiteres Gegenstück zu dem frostigen Bürgermeister dehnte er sich m dem Rahmen, rührte sich nicht um einen Zoll, sondern legte nur einen Finger an die Stirn uno sagte mit gelassener Miene seinen Gruß. Der lautete edesmal: Seiner Herrlichkeit einen Gruß von sei­nem geringen Namensvetter. Dann dankte der Bür­germeister mit mühsam verhaltenem Zorn.

9 Eines Tages aber, da er nach einer erregten Siyunq das Rathaus verließ und der Bäckermeister wie immer breit und mit aufreizender Gelassenheit inU feinem Fenster lehnte, sprang ihm der Zorn iäh ins Herz und während sich der andere mit einem gewöhnlichen Gruß empfahl, blieb ber Bür­germeister zur Verwunderung seiner Begleiter plotz. lich stehen? noch hitzig von der heftigen Ausein­andersetzung mit dem Rat der Stadt, und schrie mit -zitternder Stimme:Es geziemte euch bester' eure gemeine Kehrseite aus dem Fenster zu strecken als eure vermaledeite Fratze!" friTA(,r

Seinen Freunden stockte der Atem ob solcher Unüberlegtheit, die doch zugleich eine bösliche Le schimpfung des Bäckermeisters war Der aber bl eb in seiner Gelassenheit, verneigte sich ein wenig und sagte mit mildem Lächeln:Das habe ich gesten

bahnfürsorge zu wenden.

auf den Tag getan. Da sagten alle Leute: Guten Tag, Herr Bürgermeister!"

Der begriff nicht gleich, aber dann stürzte er davon, tobend vor Wut, um sich bei dem Fürsten zu beklagen. .

Ohne ein Lid zu rühren hörte der ihn an, dann schlug er dem Bürgermeister auf die Schulter und sagte leichthin:Merkwürdig, was manche Leute für ein scharfes Auge haben. Wir wollen den Bäcker­meister zum Obersten über unsere Rechnungskammer

Wir sind imHeidi"-Film. Um uns herum sitzen viele Kinder, die bald fröhlich, bald traurig den Ereignissen auf der Leinwand mit Spannung fol­gen Als das kleine Heidi einmal ganz allein ist und feinen Großvater sucht, ruft eine kleine Zu-, fthauerin tröstend zu ihm hinaus:Heidi"! Dem frohen Abend der Eisenbahner am Freitag,

Wir sind beim Einkäufen. Ein kleiner, niedlicher über den wir am Samstag bereits berichteten, folgte c Iunae hält sein Geldtäschchen der Verkäuferin ent- um Samstagvormittag im Speisesaal der Lahnhofs- i gegen und verlangt stürmisch ein Pfund Erbsen. Gaststätten zu Gießen die B e z i r k s f u r s o r g e- Am Ende sollen es Linsen fein?" meint diese, was tagung des Bezirksverbandes Der aber nur ein Hohngelächter bei ihm auslöst.Wem Reichsbahn kameradschaftswerke i m gehörst du denn?" ist die nächste Frage.Ei, meiner Reichsbahndirektionsbezirk Frank - Mamma!" sagt der kleine Mann stolz. f u r t a. M. Zu der Tagung waren die Vertreter .

Auf der Straße begegnen uns viele kleine Mäd- aller Reichsbahnkameradschaftswerke des Bezirks er- chen und Buben mit ihren neuen Schulranzen. Sie schienen, ferner von der Kreisamtsleitung der N^V. kommen sich sehr wichtig vor, man sieht es ihrem in Gießen Pg. Joh und vom Sozialamt der otaöt Gang ordentlich an. Die kleineren, sonst sehr be- Gießen Verwaltungsamtmann Pg. Keitzer. liebten Spielgefährten, die sich bemerkbar machen Der Leiter des Bezirksverbandes, Oberreichsbayn- wollen, werden heute nicht beachtet; das ist unter rat Krug (Frankfurt a. M.), leitete die Arbelts- ihrer Würde. Plötzlich lautes Geheul: em kleines tagung der Fürsorgeleiter mit einer kurzen richtung- Mädchen hat ihre Mutti verloren und sucht sie nun weisenden Ansprache ein. Danach stand Der unter Anteilnahme Der gesamten Straßenbevölke- runq. Alle Tröstversuche scheitern bei diesem Kum- ^aiigrcuevei uwi

mer, bis die Gesuchte endlich aus einem Laden aus- Ü6er btt RunOWflrbClt

tauch, mid da- Küken unter di- schützenden Mg--i Mittelpunkt der Beratungen. Hierzu sprach

find schon grab und

st-indig. kEN b t chren UL'°nUÄnd in berichtenden Darlegungen.

schon Kaffee- und TeezahneI und zusätzliche WohlfahrtSeln-

KavitäN (Schmehl 70 Jahre alt. richtung für alle Bediensteten der Reichsbahn. . .. , _r . I sie foll als freiwillige Fürsorge alle Reichsbahn'

Am 27. y wirb her ue^nD7boe^X behienftrien und deren Angehörige irn Rahmen der rungsrat a. D. Karl S chm e h l m Berlin 70 Jahre Mittel betreuen und insbesondere da

alt. Kapitän Schmehl, ein geborener Gießener, ist I wo die Fürsorge der Versicherungstrager

rin alter Seemann von echtem Schrot und Korn, der öffentliche Fürsorge Lücken lassen. Die Be-

sich vielfach bewährt hat, sich auch in unserer Stadt ^fürsorge ist auch eine W o h 1 s a h r t s e i n - in weiten Kreisen hoher Wertschätzung erfreut und Achtung Des Gefolgfchaftsführers, hier einen großen Freundeskreis^ besitzt In Ane^ Reichsbahnoerwaltung einen großen Teil der kennung seiner Verdienste nn Verlaufe feines See- ^sten zur Durchführung der Futsorgemaßnahmen mannslebens, über die im Gießener Anzeiger wie- Mrforqe ist aufgebaut auf kamerad-

d erholt eingehend berichtet wurde, und in dankbarer . ^.xer Grundlage und im Gemein- Würdigung der von ihm allezeit bekundeten treuen s^gftsgedanken der gegenseitigen Anhänglichkeit an seine Vaterstadt Greßen verlieh s- mirb erhalten durch Spenden und Bei-

ihm Oberbürgermeister Ritter im Jahre 1936, an- . mi(I iI)re Arbeit nicht neben den übrigen

läßlich der 50. Wiederkehr des Tages Des Eintritts Fjjrsöraetinrichtunqen ausüben, sondern m i t ihnen Schmehls in den Seedienst, als äußeres Welchen der o 19 Gemeinschaft, also mit der NSV. und den Hochschätzung die Ehrenplakette der Stckdt Gießen, Mchen Fürsorgeeinrichtungen. Ihre Aufgabe als die nur für befondere Leistungen Dienste der All- herufsstandische freiwillige Fürsorge besteht auch gemeinheit gegeben wird. Im Jahre 1337 wurde an tiefer Einrichtung Beteiligten mit

dem verdienten Seeoffizier m Anerkennung ferner Gedanken zu erfüllen, bei diesen Fürsorgemaß- hervorragenden Beteiligung an den Kämpfen gegen [eid) ,bcm Volksganzen zu Helsen,

die Spartakisten im Jahre 1910 ln Berlin von dem Sod^n berichtete her Redner an Hand des Bundesführer des Damaligen Deutschen Reichskne. Hgjiresberichts ; ü r das Geschäftsjahr gerbundesKyffhäüser", dem fetzigen Reichskriegs- 1938 über bie praktische Arbeit im verflossenen sichrer des NS.-Reichskriegerbundes, General R ein- ^s dem Bericht und den Ausführungen

Hard, ritte entsprechende Ehrenurkui^v überreicht, Redners ist folgendes mitzutellen: während der Berliner Gaufuhrer des NS.-Deutschen Tuberkulosefürsorge wurden im

Marinebundes, Admiral von ^^vtha, Kapitan ^^richtsjahr 83398 Mark ausgegeben. 70000 Mark Schmehl Die Ehrennadel mit Der Zahl40 üben omecf qab bie Reichsbahnverwaltung, aus

reichen ließ und ihn gleichzeitig zum Ehrenmitglied ' 'emftteln ^urben runb 13 000 Mark gegeben, der Berliner Marlne-Kameradschaft ernannte Kapi- jn Tuberkuloseheilstätten für Erwachsene fän Schmehl ist auch schon fett melen Wen rourben 130 Bedienstete, ehemalige Bedienstete Ehrenmitglied her Gießener Marine-Kameradschaft beren Angehörige, ferner für 18 Kinder durch- unb noch sechs anderer Marine-Kameradschaften. ;übrt $ic Erfassung der Tuberkulosekranken des Zu feinem 70. Geburtstage bringen auch wir dem ^riorqeroer£5folgt in engster Zusammenarbeit

alten Seemann unse-en herzlichen Glückwunsch Dar. «Ärzteschaft des Bezirks. Es wird bei

Bornotizen. diesem Kamps gegen die Tuberkulose großzügig ge-

» e , v £ . w handelt. Der Vertreter der Kreisamtsleitung der

Tageskalender für INontag. NSB in Gießen, Pg. Joh, hob in diesem Zu-

" ' ' ' """ scunmenhang die gute Zusammenarbeit der N^V.

mit der Reichsbahnfürsorge hervor. Bezirksfürsorge­leiter Knaupp stellte auch die gute Zusammen­arbeit mit der Gauamtsleitung der NSV. fest. Der Kameradschaftswalter für den Gießener Bezirk, Pg. Reusch, empfahl Den Berufskameraden, sich in allen Fürsorge fachen immer zuerst an die Reichs­