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Reichsgaue in der Ostmark und im Gudeienland.

Reichsgaues ist. Für die bisherigen Sonderver­waltungen, die an die Dienststelle des Reichs­statthalters angegliedert sind, liegt die Vertretung des Reichsstatthalters beim bisherigen Letter der be­treffenden Dienststelle. Denn bei dem weitgespannten und vielseitigen Aufgabenbereich des Reichsstatthal­ters wird sich dieser gegenüber den ihm angeglteder- ten Verwaltungen praktisch auf die allgemeine Steuerung beschränken, so daß das Schwer­gewicht der laufenden Verwaltungsführung beim bisherigen Behördenchef verbleiben wird.

Reichsernährungsminister Darre eröffnet die 3. Reichsgartenschau in Stuttgart.

Aus den Vielheiten die Einheit.

In den demokratischen Staaten schwankt man zwischen der Anhäufung aller Regierungsgewalt in der Hauptstadt und einer weitgehenden Dezentra­lisation. Letzteres hat in den USA. zum Ueber- wiegen der Interessen jedes einzelnen Bundesstaates geführt, so daß man in dem einen Staat sich leicht scheiden oder schwer betrinken oder ungestraft sonstige Ausschreitungen begehen darf, während man in anderen Staaten verfolgt wird. Hier hat England im größeren amerikanischen Roum seine Vorbilder gegeben, die sich jedoch zu wahren Monstren aus» wirkten.' Umgekehrt kann in der französischen Pro­vinz kein Beamter eine Schreibfeder mehr ver­brauchen, ohne daß es nicht von Paris aus kon­trolliert und beanstandet würde. Der französische Zentralismus ist nach der französischen Revolution eingeführt worden und hat jedes provinzielle Eigen­leben erstickt, dafür aber den Wasserkopf Paris un­geheuerlich anschwellen lassen. Die weitgehende angelsächsische Dezentralisierung mar auch das deutsche Erbübel und führte nicht nur in der Vor­kriegszeit zu geradezu grotesken Zuständen, sondern in .der Nachkriegszeit geradezu zu separatistischen Regungen. Ihnen setzte Adolf Hitler seine Reichs- i d e e entgegen.

Die Schäden dieser beiden Systeme hat das einige Dritte Reich beseitigt, indem es alles das, was nickt die besonderen stämmischen Belange betrifft, also Justiz, Finanzen, Bahn, Post und ähnliche Dinge als besondere Reichsverwaltung bestehen läßt, im übrigen aber die zufälligen Grenzen innerhalb Deutschlands durch die natürlichen Wirtschafts- und Stammesgrenzen ersetzt und die Reichsgaue schafft, in denen die wirtschaftlichen und kulturellen, kurzum die völkischen Grundlagen je nach ihrer Artung einer besonderen Pflege teilhaftig werden. Damit ist der goldene Mittelweg zwischen Zentrali-

Die Aussicht über den Reichsgau führt d e r Reichsmini st er des Innern. Für Wien, das ebenfalls einen Reichsgau, aber gle-ichzeitig eine Einheitsgemeinde bildet, sind die dieser Doppelstel­lung entsprechenden Folgerungen im Gesetz gezogen.

Das Sudetengau-Gesetz folgt in feinen Grundsätzen der für die Ostmark geschilderten Neu­ordnung, insbesondere hinsichtlich der Stellung des Reichsstatthalters. Die Durchführungsvorschviften des Reichsministers des Innern zu beiden Gesetzen finb in Kürze zu erwarten.

sation und Dezentralisation beschritten worden, wo­bei in allen entscheidenden Fragen selbstverständlich dem Reich als dem Gesamtinbegriff aller Einzelteile die Entscheidung obliegt.

Die über den Verwaltungsaufbau der Ostmark und des Sudetengaus jetzt erlassenen zwei Gesetze bestimmen nach einer Zwischenzeit vom 1. Mai bis 30. September 1939 für die ostmärkischen Landes­teile Re-ichsstatthalterschaften und sehen für den Sudetengau, der sich ja über eine geographisch und kulturell sehr weitgespannte und dennoch verhält­nismäßig schmale Fläche ausdehnt, außerdem die bisherige Dreiteilung in die Regierungsbezirke Aussig, Eger und Troppau vor. In den neuen Reichsstatthaltergebieten wird die Einheitlichkeit aus der Vielheit der Verwaltungszweige klar erwachsen. Die Reichsstatthalter werden die oberste Behörde sein mit einem ausgedehnten Weisungsrecht inner­halb der Reichsgesetze, und nicht, wie bisher in den preußischen Provinzen, die Oberpräsidenten. Die Befugnisse jedes Reichsstatthalters zerfallen in die staatliche Verwaltung, wo er sich durch einen Reichsbeamten, der den Titel Regierungspräsident führt, vertreten lassen kann, und in die Gauselbst­verwaltung, die vom Gauhauptmann, der auch Be­amter des Reichsgaues ist, in Vertretung des jewei­ligen Reichsstatthalters ausgeübt wird. So bleibt z. B. die kommunale Selbstverwaltung Sektor des Gaues. Mit dieser Gliederung ist ein wesentlicher Schritt getan, um den Einheitsstaat auch in den neuen Gebieten durchzuführen, gleichzeitig aber die­sen Einheitsstaat derartig elastisch zu gestalten, daß er auf die Eigenart des betreffenden Gebietes weit­gehendste Rücksicht nimmt, sofern sie die Einheit nicht gefährdet. Dadurch ist der alte Grundsatz er­füllt worden: Aus den Vielheiten die Einheit!

derwaffen vielleicht recht nachdenklich geworden fein und nun erst einen wahren Begriff von dem im­ponierenden Machtinstrument mit nach Hause ge­nommen haben, das Deutschland zum Schutz des Friedens einzusetzen in der Lage ist. Wenn in der gesamten Auslandpresse, vor allem auch in Paris und London, diese gewaltige Heerschau des Groß­deutschen Reiches ein so ungeheures Erstaunen her- vorgerusen hat, so möchten wir nur wünschen, daß der Eindruck nachhaltig genug sein wird, um alle Feinde des Friedens rechtzeitig zur Besinnung zu bringen. Denn wer könnte von so wahnwitziger Selbstüberschätzung verblendet sein, daß er das Wagnis auf sich nehmen würde, die Entfaltung der hier vor Augen geführten militärischen Schlagkraft eines Achtzig-Millionen-Volkes gegen sich leichtfertig herauszufordern?

Aber die ausländischen Ehrengäste und Korre­spondenten haben nicht nur ein höchst eindrucksvolles Bild der militärischen Bereitschaft des Grohdeutschen Reiches bekommen, sie hatten auch Gelegenheit, zu sehen, wie das deutsche Volk und sein Führer ihre ganze Tatkraft auf den sozialen und kulturellen Ausbau des Reiches gerichtet hat, wie es Werke des Friedens von gigantischem Ausmaße find, die der Führer in genialem Wurf geplant und das deutsche Volk mit beispiellosem Elan in Angriff ge­nommen hat. So stellt sich für viele unserer Gäste das Bild des neuen deutschen Lebens im national­sozialistischen Reich, wie sie es an diesem denkwürdi­gen 20. April aus eigener Anschauung gewinnen konnten, sicher sehr viel anders dar, als die ge­hässigen Karikaturen, mit denen übelwollende Leit­artikler und Parlamentsredner die öffentliche Mei­nung ihres Landes vergiften, um für ihre Kriegs­hetze die richtige Atmosphäre zu schaffen.

Am gleichen Tage, an dem Deutschland das Ge­burtsfest seines Führers als eine wahre Friedens- feier beging, legte auch die andere Macht der Achse ein eindrucksvolles Bekenntnis zum Frieden ab. Italien rüstet zur Weltausstellung, die im Jahre 1942 in Rom alle Nationen zu einerOlympiade der Kultur" vereinigen soll.Wenn mir wirklich die Absicht hätten, die Lunte in Brand zu setzen", so sagte der Duce in feierlicher Sitzung des Organi­sationskomitees der Weltausstellung,wenn wir wirklich jene versteckten aggressiven Absichten hätten, die man uns andichtet, würden mir nicht ein so groß angelegtes Werk wie die Organisation der Weltausstellung beginnen."Wenn mir uns trotz der Gewitterwolken am Horizont an diese Arbeit gewagt l)aben", so-sagte er weiter,und sie tatkräf­tig fortsetzen, muß das als ein verheißungsvolles Zeichen dafür gewertet werden, daß mir niemand angreifen rnollen und im Gegenteil die Absicht haben, unsere Arbeit in Ruhe fortzusetzen." Auch der Duce bekräftigte noch einmal die vielfachen Aeußerungen des Führers, daß die Politik der Achse eine Politik des Friedens und der Zusammenarbeit ist. So bietet heute die Welt das höchst merkwür­dige Bild, daß die von einer dem jüdischen Finanz­kapital und der Rüstungsindustrie hörigen Presse alsAngreifernationen" verschrienen autoritären Staaten ihre ganze Energie an große Werke der Kultur setzen, zu deren Vollendung es eines langen Friedens bedarf, während die westlichen Demokra­tien im Bunde mit den hochkapitalistischen Vereinig­ten Staaten und dem bolschewistischen Rußland unter der falschen Flagge einerFriedens- und Antiaggressionsfront" anscheinend nur noch ein einziges Ziel kennen: maßlose Aufrüstung, Kriegs­oorbereitung ihrer eigenen Völker und Bündnisse mit aller Welt. Um das Ziel zu kaschieren und dem Kriege, auf den man hinarbeitet, schon heute nach bewährtem Muster ein moralisches Mäntelchen um­zuhängen, hat Roosevelt seine berüchtigte Bot­schaft ausgeheckt, deren ebenso anmaßende wie hinterhältige Vorschläge Mussolini in seiner letzten Rede bereits ebenso kurz wie treffend demaskiert hat.

Deutschland und Italien werden in ruhiger Ge­lassenheit ihren Weg fortsetzenim Glauben an die Kraft" um noch einmal mit den Worten Musso- linis zu sprechen,den Frieden auf dauerhafter und unerschütterlicher Grundlage der Gerechtigkeit aufzubauen, die ihre ewigen Gesetze mit denen des Lebens zu vereinigen weiß." Wir sind sicher, auch vielen andern Völkern, die im trügerischen Nebel öer heuchlerischen Phrasen von Einkreisungspoli­tikern und Kriegshetzern nach einem Weg suchen, merbcn sich noch zur rechten Zeit die Augen öff­nen für die Gefahren eines Bundes mit dem Bol­schewismus, den man ihnen in Washington, Paris und London so warm ans Herz legen möchte und ste werden die wahren Freunde eines europäischen Friedens erkennen, der allen Völkern die ihrer na­tionalen Eigenart gemäße Entwicklung sichert. Der 20. April, für das deutsche Volk ein Tag der Freude eine Demonstration seiner Kraft und seines Frie- denswillens, möge den andern Anlaß zu ernster toelbftprüfung und Besinnung auf ihre Verantwor- dem völkischen und kulturellen Gesamt- fchrcksal Europas werden. Dann werden auch sie in dem 20. April den Baustein eines wahren Friedens erkennen.

Fr. W. Lange.

Uniformen für Beamte.

Berlin, 19. April. (DNB.) Im Reichsgesetz- ^att wird ein Erlaß des Führers vom 30. März über die Einführung einer B e - a m t e n u n i f o r m veröffentlicht. Danach sind Beamte der obersten Reichs - und Lan­desbehörden, Behördenvorstände und ifjre ständigen Vertreter verpflichtet, die Beamtenuniform zu tragen, wenn sie als Vertreter ihrer Behörde oder Verwaltung an öffent­lichen Beran st altungen teilnehmen, oder wenn dies besonders angeordnet wird. A u s - genommen von dieser Verpflichtung bleiben die Beamten, die a l s P o l i t i s ch e L e i t e r oder An­gehörige von Gliederungen der NSDAP, das Recht haben, eine Parteiuniform zu tragen. Auch bei außerordentlichen Gelegenheiten darf die Beamtenuniform getragen werden, wenn Zweck und Art der Veranstaltung dies rechtfertigen. Der Reichsminister des Innern wird im Benehmen mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei eine Uniformvorschrift erlassen, die über die Be­amtenuniform und die Dienstgradabzeichen das Nähere bestimmt. Die zum Tragen der Uniform verpflichteten Beamten erhalten zu den nachge­wiesenen Anschaffungskosten eine einmalige Bei­hilfe und zur Instandhaltung ein jährliches Klei­dergeld. Der neue Erlaß gilt nicht für Beamte, die zum Tragen einer Dienstkleidung verpflichtet sind. Bestehende Vorschriften, nacy denen Beamte berechtigt sind, die Uniform ihrer Verwaltung zu tragen, gelten weiter, ebenso die besonderen Vorschriften für die Beamten des Aus­wärtigen Amtes.

Berlin, 21. April. (DNB.) Die Reichsregierung hat soeben zwei Gesetze beschlossen, die die Grund­lagen für den Ausbau der Verwaltung in der Ost­mark sowie im Sudetenland enthalten. Hatte be­reits das Gesetz vom 1. Oktober 1938 durch Aus­lösung des Burgenlandes die Gesamtzahl der ehe­mals österreichischen Länder einschließlich Wien a u f a ch t beschränkt, so werden nunmehr diese Ge­bietskörperschaften mit Ausnahme von Vorarlberg, das als eigener Verwaltungsbezirk und als Selbft- verwaltungskürperfchaft bis auf weiteres erhalten bleibt und vom Reichsstatthalter in Tirol geleitet wird Reichsgaue, d. h. Verwaltungsbezirke des Reiches und zugleich Selbstverwaltungskörper­schaften. Die Reichsgaue decken sich mit den bereits festgelegten Parteigauen, so daß auch in gebietlicher Hinsicht die Einheit von Partei und Staat in den heimgekehrten Gebieten hergestellt ist.

An die Spitze eines jeden neuen Reichsgaues tritt ein Reichs statthafter, der in der Stufe des Reichsgaues die staatliche Verwaltung als Reichsverwaltung unter d i e Dien st aufsicht des Reichsmini st ers des Innern nach den fachlichen Weisungen der Reichsminister inner­halb ihres Geschäftsbereiches führt. Mit dieser Re­gelung ist der Grundsatz der Einheit der Ver­waltung in weitem Umfange der Verwirklichung zugeführt worden: Zunächst werden eine Reihe von Sonderoerwattungen des Reiches an die Dienststelle des Reichsstatthalters angegliedert, so daß der Reichsstatthaler diese verschiedenen Verwaltungs­zweige im Reichsgau in der Spitze zusammenfaßt. Das Neben- und Gegeneinander einer Vielzahl von Verwaltungsdienststellen in der Neichsmittelinstanz ist überwunden. Führung und Verantwortung für die gesamte öffentliche Verwaltung im Reichsgau liegen beim Reichsstatthalter, der als Gauleiter zugleich auch die Befehlsgewalt über sämtliche Par­teidienststellen des Reichsgaues hat. Don der An­gliederung an die Dienststelle des Reichsstatthalters sind ausgenommen lediglich die Reichs­justiz - D e r w al t u n g. Aber auch gegenüber diesen Reichssonderoerwattungen sowie gegenüber sämtlichen öffentlichen Dienststellen der gebietlichen und berufsständischen Selbstverwaltung innerhalb seines Bezirkes hat der Reichsstattholter ein um­fassendes Weisungsrecht.

Die Dienststelle des Reichsstatthalters gliedert sich in die st a a t l i ch e Verwaltung, die Reichs­verwaltung ist, und in die Gausei b st verwal- tung. In der ersteren wird der Reichsstatthalter durch den Regierungspräsidenten einen Reichsbeamten! in der letzteren durch den Gauhauptmann vertreten, der Beamter des

Ein Gartenparadies im schwäbischen Land.

Stuttgart, 22. April. (DNB.) Stuttgart, die Stadt der Ausländsdeutschen, zwischen den Weinberghängen des Neckars und prächtigen Wäl­dern harmonisch mit der Landschaft verbunden, ist für den Sommer dieses Jahres der Schauplatz der 3. Reichsgartenschau. Am Fuße des Killes- berges, einem der schönsten Höhenzüge, die Stutt­gart umgeben, mit einem herrlichen Blick auf die Stadt und die Täler und Höhen ringsum, ist aus alten Steinbrüchen und Geröllhalden in mehrjäh­riger Arbeit eine Leistungsschau der deutschen Gartenbaukunst erstanden.

Das Ausstellungsgebiet, das Höhenunterschiede von 60 Meter aufweist, mußte von Grund auf um- gestaltet werden, um den grünen Gürtel der Stadt bis zu den Vorstädten Feuerbach und Bad Cannstatt hin zu einem dieser herrlichen Stadt würdigen Ge­lände zu gestalten. Da auf dem Steinschuttboden außer einem schönen Akazienwald kein nennens­werter Pflanzenbestand vorhanden war, wurden große Wälder, zum Teil mit 20 Meter hohen und alten Bäumen Linden, Ahorne, Buchen, Birken und Eichen neben den immergrünen Zierhölzern, Stauden und Blumen neugepflanzt.

Es ist außerordentlich schwer, die Schönheit die­ser Schau in ihrem ganzen Umfange zu beschreiben; Man blickt vom Haupteingang aus in eine ge­räumige Ausstellungshalle, die' den Ehrenhof flan­kiert und in der als E r ö f f n u n g s s ch a u erlesene Azaleen, Eriken und Alpenveilchen aus weltbe­rühmten deutschen Züchtereien aufgebaut sind. An­schließend gelangt man in die H a l l e d e s R e i ch s- nährftandes, einen prachtvollen Buntsandstein­bau, dessen Stirnseite ein schwerer schmiedeeiserner Hoheitsadler krönt. Dann wandelt man auf stillen versonnenen Wegen, durch schattige Wäldchen, an bunten Beeten blühender Primeln und Samm­lungen aller nur denkbaren Pflanzenfamilien, an

Bei der Eröffnung der Reichsgartenschau hielt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauernführer Darre, am Samstagvormittag eine bemerkenswerte Rede, in der er erklärte:

Es mag als Wagnis erscheinen, daß nun .schon die dritte Reichsgartenschau ihre Tore öffnen soll, nachdem vor wenigen Monaten erst die zweite Reichsgartenschau in Essen geschlossen wurde. Denn Aufbau und Durchführung einer so großen und über fünf Monate laufenden Schau stellen an die Stadt und an den gärtnerischen Berufsstand außergewöhn­liche Anforderungen. Abgesehen von den Dauer­anlagen erscheinen diese Anforderungen nur dann gerechtfertigt, wenn man mit einem ausrei» ch e nden Besuch der Ausstellung rechnen darf. Die bei früheren Gartenausstellungen gesammelten Erfahrungen sprechen aber durchaus für diese An­nahme. stellen doch bei den Gartenbauausstellungen nicht die im Erwerbsgartenbau Tätigen das Haupt­besucherkontingent, sondern die breite Masse des Volkes, die zum sehr großen Teil selbst irgendwie gartenbaulich tätig ist, denn allein die Tatsache, daß z. B. im Altreich von 17,5 Millionen Haushaltungen über 5,5 Millionen einen Garten besitzen den sie nach den gleichen Grundsätzen hegen und pflegen wie ste auch beim Gärtner und Landwirt für den

schimmernden See- und Teichterrassen mit luftigen Wasserspielen vorüber. Musterobstanlagen und Mustergärtnereien wechseln mit zweckmäßigen Klein- und Siedlungshäusern, Heilpflanzengärten und blu­migen Wiesen.

Neben diesen Stätten des Lebens auch eine Stätte der ewigen Ruhe: Ein Musterfriedhof als Beispiel dafür, wie harmonisch sich eine solche Anlage in die natürliche Umgebung einfügen läßt. Auf bequemen Wegen steigt man den Killesberg empor, von dessen fahnengeschmückfem Aussichtsgerüst aus man die ganze Reichsgartenschau zu Füßen sieht, darunter das Tal der Rosen und dieRosenvergleichs- schau, die im Juni, im Rosenmonat, den Haupt­anziehungspunkt der Reichsgartenschau bilden wird, wie überhaupt in jedem Monat die gerade blühende Pflanze mit einer Sonderschau im Vordergrund tehen wird. Eine Reichsautobahnschau, Ausstellun­gen der einschlägigen Industrie, Plan- und Modell- chauen und immer wieder Sammlungen von Blu­men runden das Bild. Selbst ein Freilicht­theater für Tausende von Zuschauern iff vorhan­den, ferner ein modernes Freibad mit Liege­wiesen und Kinderspielplätzen, Gaststätten, Cafes, einer Ladenstraße usw. Und zwischen allem schlän­gelt sich die Ausstellungskleinbahn auf 3,5 Kilometer langem Schienenwege dahin. Nicht zu vergessen ist, daß in sinnvoller Weise auch dasTier in den Rahmen der 3. Reichsgartenschau einbezogen wor­den ist. Farbenprächtige Kronenkraniche, Flamin­gos und die verschiedensten Entenarten werden die Wasserflächen beleben. Eine Anzahl Waschbären und die Insassen einesTierkindergartens" werden sich durch ihr niedliches Benehmen sehr rasch die Herzen der Ausstellungsbesucher erobern.

Die 3. Reichsgartenschau 1939 in Stuttgart bietet so mit ihren Fachausstellungen, den zahlreichen Sonder- und Lehrschauen nicht nur einen über­zeugenden Querschnitt durch die deutsche Gartenbau­kunst, sondern sie ist zugleich auch ein vorbildliches Beispiel dafür, wie bisher unbenutzbares Gelände der Landschaft eingefügt und neuem Nutzen zuge­führt werden kann.

Anbau von Gartenerzeuanissen gelten, muß zwangs­läufig ein aktives Interesse auch an dem belehrenden Teil der Gartenbauausstellungen auslösen. Es kommt noch hinzu, daß überall i m Volk der Wunsch besteht, sich immer wieder in der ge­drängten Zusammenballung der Darbietungen der­artiger Reichsgartenschauen über d i e Fort­schritte des Gärtnerwerkes und über neue Ver­wendungsmöglichkeiten des Reichtums an Blumen und Zierpflanzen zu unterrichten und so neue Anregungen f ü r das eigene Heim und den eigenen Garten zu er­halten. \

Der Bedarf an Gemüse und Obst steigt ständig und nachhaltig. Der Verbrauch an Ob st und Südfrüchten ist von 38 Kilogramm je Kopf und Jahr im Jahrfünft 1909 bis 1913 auf 42 Kilo­gramm im Jahrfünft 1933/37 g e ft i e g e n. Der Gemüseverbrauch je Kopf erhöhte sich in der gleichen Zeit sogar von 37 Kilogramm auf 51 Kilo­gramm im Jahr. Dabei ist es besonders erfreulich festzustellen, daß wir im Durchschnitt der Jahre 1933 bis 1937 bei einigermaßen ausreichenden Ernten bereits 86 v. H. des deutschen Ob st Ver­brauches aus eigener Erzeugung decken konnten gegen nur 79 v. H. Selbstversorgung in den Jahren 1929 bis 1933. Bei Gemüse stieg der An­

teil der deutschen Erzeugung trotz steigenden Ver­brauches in der gleichen Zeit von 89 v. H. auf 93 v. H.

Obst und Gemüse ist heule nicht mehr eine Zukost, die man sich je nach dem Umfang fei­nes Geldbeutels leistek. Obst und Gemüse muß heule in Deutschland in jeder Beziehung als Volksnahrungsmittel betrachtet wer­den. Alle verantwortlichen TUänncr der Gefund- heilssührung und Ernährungspolitik sind sich aber darin einig, daß das deutsche Volk noch mehr Ob st und Gemüse an Stelle von Fleisch und Fett verbrauchen muß, wenn es ge­sund und leistungsfähig erhalten bzw. in feiner Leistungsfähigkeit gesteigert werden foll.

Angesichts dieser damit für den deutschen Garten­bau gegebenen Aufgaben können wir uns nicht damit abfinden, daß es in Deutschland Jahre gibt, in denen wie im Jahre 1938 der Obstverbrauch entweder stark eingeschränkt werden muß oder zeitweise womöglich sogar ganz ausfällt. Wir können es auch nicht als einen Dauerzustand hinnehmen, daß alljährlich in Deutschland in einigen Monaten des Jahres Obst und Gemüse deutscher Erzeugung gar nicht mehr oder nur noch in der Konservendose zur Verfügung steht. Ich weiß, daß der deutsche Gartenbau so wie viel­leicht kein anderer Zweig der pflanzlichen Erzeu­gung witterungsbedingt ist. Ich bin aber der Ueberzeugung, daß der menschliche Wille die Mög­lichkeit finden wird, die Mängel in der Obst- und Gemüseversorgung des deutschen Volkes zu über­winden. Es ist notwendig, daß wir beim Gartenbau nicht nur nach hohen Erträgen streben. Wir müssen gleichzeitig auch danach trachten, die hohen Erträge m ö g l'i ch st sicher zu gestalten. Wir werden also beispielsweise im Obstbau immer auch darauf sehen müssen, daß unsere Sorten nicht nur ertragsreich, sondern auch gleichzeitig möglichst wider standsfähig gegen Frost und Schädlinge sind. Soweit diese Widerstandsfähigkeit gegen Frost durch Züchtung nicht erreicht werden kann, erscheint es mir notwendig, zu einer größeren Risikoverteilung im Obstbau zukommen. Zu dieser Forderung veranlaßt mich vor allem die mehrfach gemachte Beobachtung, daß diejenigen Ge­biete des Reiches, die, wie z. B. die norddeutschen Küstengebiete, von Natur aus einen stärkeren Früh» jahrsbesuch haben, verhältnismäßig befriedigende Obsternten hatten, während die eigentlichen Obst­baugebiete West- und Südwestdeutschlands fast rest­los ausfielen. Der Grund hierfür war einfach darin zu finden, daß die Bäume in solchen Gebieten ver­hältnismäßig spät, also nach der Zeit der üblichen Frühiahrsfröste, tur Blüte kommen.

Neben diesen Maßnahmen zur Sicherung gleich­mäßiger Ernten brauchen wir aber noch weitere Maßnahmen zur Lagerung von frischem Obst und Gemüse. Ich denke hierbei ebenso sehr an die Einrichtung von Lagerräumen beim Erzeuger wie auch an die Einküh 1 ung von Obst und Gemüse. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten für das Einkühlen, die vom Reichsinstitut für Le­bensmittelfrischhaltung unter Leitung von Prof. P1 an ck in Karlsruhe durchgeführt wurden, find soweit gediehen, daß nun an die llebertragung in die Praxis herangegangen werden kann. Das Ein­lagern und Einkühlen frischer Früchte setzt aber pfleglich behandelte Rohware voraus. Damit berühre ich auch hier ein überaus ernstes Gebiet; denn auch im Obst- und Gemüsebau wie überhaupt im Gartenbau, der ein H ö ch st m a ß von Handarbeit fordert, beginnt sich jetzt ebenfalls die Landflucht nachteilig auszuwir­ken. Mit ernster Sorae stelle ich beim landwirt» schafllichen Massengemüsebau einen Rückgang

Der Obst- und Gemüsebau braucht Nachwuchs, tkin Appell des Reichsbauernführers an die städtische Jugend.