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Nr. 69 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)

Mittwoch, 22. März 1939

Aus der Stadl Gießen.

Der Schnurrbart.

In der Straßenbahn hatte ein Mann mir gegenüber Platz genommen, der einen ansehnlichen Schnurrbart trug. Es war ein Prachtexemplar von einem Schnurr­bart. In der Mitte buschig und nach den Seiten in stattlicher Länge spitz auslaufend. Man sieht heutzu­tage selten einen solchen Schnurrbart, und deshalb wurde mein Interesse wach. Der Schnurrbart verlieh dem Gesicht etwas Würdiges und zugleich unendlich Kraftvolles.

Offensichtlich war der Mann auch von seinem Wert überzeugt. Er strich dann und wann wohlgefällig die Barthaare und sah dabei sehr selbstzufrieden in die Welt. Ich tastete dagegen verstohlen nach meiner glattrasierten Oberlippe und überlegte, was wohl besser fei: sich alle Morgen rasieren zu müssen, oder mit einem imponierenden Schnurrbart einherzugehen. Das Rasieren ist keineswegs ein Vergnügen, es kostet Zeit und außerdem kann man empfindlich daneben schneiden. Schließlich aber beraubt man sich dadurch auch um ein sichtbares Merkmal, mit der die Natur alle erwachsenen Männer deutlich gekennzeichnet hat. Mit welcher Begründung eigentlich?

Es gibt eine Geschichte des Bartes. Und in dieser Geschichte wird man lesen können, daß in früheren^ Zeiten der Bart der Männer eine hochgeschätzte Zierde war. Die Griechen ließen ihn bis zur Zeit Alexander des Großen in natürlicher Fülle sprießen, worin es ihnen die Römer zunächst gleichtaten, bis sie plötzlich die-bartlose Mode reizvoller fanden. Und daraus ergibt sich bereits, weshalb auch wir heute im allge­meinen weder den Schnurrbart noch den Backenbart pflegen. Es geschieht der Mode wegen. Aber nur deshalb? Noch unsere Großväter ließen ja den Voll- bart üppig gedeihen, und unsere Väter maßen einem tadellos gebürsteten Schnurrbart größten Wert bei. Gab es nicht in der Vorkriegszeit die herrliche Schnurr­bartbinde?

Gewiß, auch heute ist der Schnurrbart noch nicht ausgestorben, tote der Mann in der Straßenbahn zeigte. Und zwischen der bartlosen Mode und jenem martialischen Schmuck existieren noch unendlich viele Abstufungen, von der rauhen Zahnbürstenform bis zu dem mit nachlässiger Eleganz gepflegten Bärtchen. Aber sie deuten gewöhnlich nur noch diskret an, was einst dort in buschiger Fülle gedieh, und sicher werden sie sich auch nicht mehr zu jenem großartig aufge­zwirbelten Schnurrbart auswachsen. Denn offenbar hat unsere Zeit dafür kein rechtes Verständnis mehr. Sie legt mehr Wert auf echten Ausdruck, auf wirkliche Leistung, als auf hinderliche Dekoration und vorge­täuschte Fähigkeiten, was man wirklich nicht mehr als eine Modeerscheinung werten kann. Und hat unsere Zeit darin nicht recht, selbst wenn dabei die Pietät.für den früher so hochgeschätzten Bart flöten geht?

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadtthe-ater: 19.30 bis gegen 22 Uhr Festauf­führung zur Gießener Goethe-Festwoche "Torquato '.Tasso". Gloria-Palast (Seltersweg):Prinzessin 'Sissy". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Der ! grüne Kaiser". Frühjahrsmesse (Schaumesse) aus ! Oswaldsgarten.

Jestaufführung zur Gießener Goethe-Festwoche: Zum ersten MaleTorquato Tasso".

Das Stadttheater bringt im Rahmen der Gieße- mer Goethe-Festwoche als FestaufführungTor- aquato Tasso", Schauspiel in fünf Akten von Goethe. Dieses Werk ist bis jetzt in Gießen noch nicht auf- ggeführt worden. Die Spielleitung hat Hermann Schultze-Griesheim. Es wirken mit: Gisela ?Vollert, Rose Stirl, Hans Geißler, Victor von Wschmeidler, Erich Weiland. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 24. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr.

Schaffende sammeln

Letzte Neichsstraßeniammlung der DD

Mit der letzten Reichsstraßensammlung für das WhW.» die von der Deutschen Arbeitsfront durch­geführt wird, wollen wir ebenfalls dem Führer den Dank für feine großen Taten abstatten. Als Leit­spruch sollen uns dabei die Worte des Führers dienen, die er des öfteren schon aussprach:

Wer sein Volk liebt, beweist es einzig und allein durch die Opfer, die er bereit ist für dieses Volk zu bringen."

heil Hitler!

Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswaltung Wetterau.

Sonderanweisung für die Giehener Betriebe.

In den allgemeinen Richtlinien für die Sammel­aktion der DAF. wurde bereits bekanntgegeben, daß in allen Betrieben ein Sonderbetriebsappell anzu­setzen ist, bei dem die Betriebssammlung durchge­führt wird.

- Schaffende geben!

-. für das WHW. am 25. und 26. März

Die B ü ch s e n a u s g a b e für die Gießener Be­triebe erfolgt am Freitag, 24. 3., von 15 bis 16 Uhr, bei der Kreisamtsleitung der NSV., Gießen, Goetheftraße 34.

Die Abrechnung muß am Samstagvormittag bei der Bezirkssparkasse Gießen, Fohannesstraße, er­folgen.

Die Straßensammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 25.3., 15 Uhr, und am 26. 3.; 9 Uhr. Alle Betriebsführer, Betriebsobmänner, KdF.-Warte sowie Vertrauens­männer bitten wir, eine Stunde vor Beginn der Sammlung bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anwesend zu sein. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls in diesen Lokalen.

Gießen-Mitte: Württemberger Hof, Bahn­hofstraße, Inh. Pg. Ruhl.

G i e ß e n - O st: Ortsdienststelle der NSV., Kaiser­allee 34.

Gießen-Süd: Ortsdienststelle der NSV., Crednerstraße 24.

Gießen-Nord: Ortsdienststelle der NSV., Cafe Leib, Vorderhaus, Walltorstraße.

DAF.: Kreiswaltung Wetterau.

Blüten und Blätter aus Bernstein.

Auf der sechsten und letzten Reichs-Straßensamm­lung des WHW. 1938/39 am 26. März wird uns die DAF. fünf hübsche kleine Bernsteinabzeichen zum Kauf anbieten. Es find mehr als 30 Millionen die­ser Abzeichen angefordert worden, ihre Hersteller waren die Staatliche Bernstein-Manufaktur in-

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Bernsteinabzeichen für die ß.Reichsstrahenfammlung.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

nigsberg und die Bernsteinmanufaktur Danzig, auf die rund 4 Millionen entfielen.

Dasgermanische Gold", wie der Bernstein schon ehedem genannt wurde, war bereits zur Zeit des ägyptischen, griechischen und römischen Kulturreiches bekannt und hatte schon immer seinen besonderen Wert. Die vielen Schmucksachen und Kunstgegen­stände, die im Laufe der Jahrhunderte aus dem edlen Rohstoff gefertigt wurden, zeugen davon. Was aus diesemgermanischen Gold" an Hals­

ketten und Armbändern, an Anstecknadeln, Broschen und Anhängern, an Figuren, Schalen und anderen Schmuckgegenständen geschaffen wird, sind Kunst­werke besonderer Prägung und besonderer Schön­heit.

Wie jedes Kunsthandwerk, so hatte auch die einst­mals blühende Bernstein-Industrie in der Nach­kriegszeit einen ständigen Niedergang zu erleiden. Die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Manufak­turen verloren wegen der immer seltener werdenden Aufträge ihren Arbeitsplatz, und auch die Bern­steinfischer und die Arbeiter, die den Bernstein bei Palmnicken im Tagebau aus derblauen Erde" holten, wurden brotlos. Diesem ständigen Nieder­gang gebot der Nationalsozialismus bereits im Jahre 1934 Einhalt. Die Bernstein-Industrie im Osten Deutschlands erhielt damals vom Winterhilfs­werk einen ersten Auftrag zur Herstellung von 17,5 Millionen Abzeichen, wodurch 1000 Familien Arbeit und Brot fanden.

Wie wird nun der Bernstein gewonnen? Noch heute stampfen die Fischer der Samlandküste in ihrem schweren Oelzeug und in den hohen Schaft­stiefeln nach jedem ablaufenden Sturm in die heran­rollende Brandung hinein, um den schäumenden Wellen den Tang zu entreißen. Und was sie ihren Frauen und Kindern in den Keschern bringen, birgt den Bernstein, der nur noch herausgelesen zu wer­den braucht. Es ist jedoch kein Spiel, dieses Bern­stein-Fischen, es ist im Gegenteil ein ewiger Kampf mit den Naturgewalten. Der Ertrag dieser schwieri­gen und gefährlichen Arbeit ist nicht gering. Er be­läuft sich alljährlich auf 30000 bis 50000 Kilogramm.

Eine weit größere Menge Bernstein wird jedoch auf andere Art gewonnen, denn auch die Erde birgt an einigen Stellen Ostpreußens diesen kostbaren Rohstoff. So findet sich das versteinerte Harz, das Jahrmillionen aus den Wunden riesiger Nadel­bäume tropfte, auch in der sogenanntenblauen Erde" der Dftfeefüfte. Bei Palmnicken wird der Bernstein im Tagebau gefördert. Riesige Bagger tragen die mitunter bis zu 40 Meter starke deckende Sandschicht fort und arbeiten sich bann in die Mut­tererde des Bernsteins hinein. Kippwagen bringen die blaue Erde zur Wäsche. Die Erde wird aufge- schwernrnt und zum erstenmal gesiebt. Zurück blei­ben die größten und daher wertvollsten Stücke Bern­stein. Weitere Siebungen trennen auch die weniger großen und kleinen Bernsteinstücke. So werden im Verlaufe eines Jahres nicht weniger als drei Mil--

lionen Kubikmeter Erde bewegt und dadurch 700 000 Kilogramm Rohbernstein gewonnen. Der Bernstein wird ausgewählt und sortiert. Die größten und reinen Stücke werden der Schmuckherstellung zuge­führt, es sind dies nur etwa 20 Prozent der Ge­samtmenge, also im Jahresdurchschnitt 140000 Kilo­gramm. Die restlichen 80 Prozent und der Abfall bei der Herstellung des Bernsteinschmuckes gehen jedoch nicht verloren; Preßbernstein, Bernsteinlack, Bernsteinöl und Bernsteinsäure sind die Erzeugnisse, die daraus gewonnen werden.

Rund 1000 ostpreußische Familien sind von dek Bernsteinindustrie abhängig. Sonderaufträge sind nötig. Das Winterhilfswerk schaltete sich auch in die­sem Jahr wieder ein. Und so galt es, Millionen und aber Millionen Baggereimerblaue Erde" mehr auszuheben, um den für die 31 Millionen Abzeichen nötigen Rohbernstein herbeizuschaffen. In der Staat-

.... und wenn es etwas besonders Schönes, aber trotzdem preiswürdig sein soll, dann geht man ins U26A

. Stoffspezialhaus

BERNARD&SOHNÄ.,,.,«

lichen Bernsteinmanufaktur, in den Werkstätten her Kriegsbeschädigten in Königsberg und in der Manu­faktur Danzig konnte die'Arbeit nur mit Mühe bewältigt werden. Die Blüten und Blätter wurden aus dem Naturbernstein herausgeschnitten, die rohen Formen geschliffen, durchbohrt und poliert, und da die der Große der Abzeichen entsprechenden Roh­bernsteinstücke bei weitem nicht ausreichten, mußten zahlreiche, sogar faustgroße Stücke zersägt werden.

Wenn uns am 26. März die Männer der DAF. die erstenFühlingsboten", die Blätter und Blüten aus Bernstein, anbieten, wollen wir dazu beitragen, daß auch die sechste und letzte Reichsstraßensamm­lung des WHW. 1938/39 ein voller Erfolg wird!

Gauleiter Sprenger eröffnet den Gauentscbeid in Heffen-Tloffau.

NSG. Vom 24. bis 28. März wird in Frankfurt a. M. der Gauentscheid im Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen durchgeführt, bei dem die Kreissieger aus dem Rhein-Main-Gebiet ihr beruf­liches Können messen. Der Gauentscheid wird am Freitag, um 18 Uhr, durch Gauleiter Sprenger in einer großen Kundgebung im Schumanntheater feierlich eröffnet. Durch die Anwesenheit des Leiters des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer A x m a n n , erhält die Veranstaltung eine beson­dere Bedeutung.

Neuer Führer unserer83 ^-Standarte

Von dem Prefsereferenten der 83. ^-Standarte in Gießen wird uns mitgeteilt: An Stelle des vor einigen Wochen in einen anderen Wirkungskreis berufenen ^-Sturmbannführers Pg. Georg M ü l - l e r wurde der seitherige Führer des Sturmbannes 11/47. ^-Standarte (Weimar) ^-Obersturmbannfüh­rer Pg. Edmund Frosch mit der Führung bet 83. -Standarte beauftragt.

Hitler-Iugend Dann 116.

Sozialstelle.

Am Sonntag, 2. April, 10 Uhr, findet eine Schu­lung aller Sozialwarte und Sozialreferenten des Bannes, Jungbannes und Unter-Gaues 116 in Bad- Nauheim, Turnhalle, Hauptstraße 102, statt.

Da die Schulung nur einmalig ist, hat jeder So- zialwart und jeder Sozialreferent teilzunehmen. Eine Entschuldigung ist zwecklos.

Ich bitte um umgehende Rückgabe der übersandten Empfangsbestätigung, da ich diese zur Bestellung des Mittagessens und als Nachweis der übersandten Fahrpreisermäßigungsscheine unbedingt benötige.

Be,irksverwaltunqsaericht Gießen.

Am Samstag, 25. März, 8.30 Uhr beginnend, fin­det im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes ztt

Stunde habe ich sie doch noch gehabt? Wenn ich bloß wüßte.. Himmelherrgott, jetzt haben sie die

Zangen da sind. Ja, ich wäre nicht einmal über­rascht, wenn ich der einzige wäre, der weiß, was eine Zange ist.

Frag Emma!" Zu einer höheren Hirntätigkeit über diesen Punkt können sie sich nicht aufschwingen.

Wenn ich zu einer bestimmten Sorte von Men­schen gehören würbe, hätte ich einen rounberbaren Grunb zu einem Skanbal. Ich würde einen Skandal wegen der Zange machen. Es ist Zeit, baß in biefem Hause mal irgenb jemanb über irgend etwas Skan­dal macht. Es dürfte,nur wenig Zweck haben. Leute, die anständigen Hausvätern Zangen wegnehmen, haben eine derart dicke Haut, daß auch eine an­sehnliche Ladung Dynamit kaum einen Erfolg zei­tigen würde.

Wenn nur Ugenb jemanb ein gewisses Interesse an ben Tag legen würbe, bann konnte ich mich ja unter Umftänben herbeilassen, bie ganze Angelegen­heit nicht so tragisch zu nehmen. Aber niemanb tut bas. Alles, was sie tun können, ist, ihre eignen, selbstischen Angelegenheiten zu hätscheln. Soweit es sie betrifft, brauchte ich niemals eine Zange ge­habt zu haben.

Aber ich bin entschlossen, sie aufzustöbern. Nichts soll mich davon abhalten, bie Zange zu finben. Ich weiß ganz genau, baß sie irgendwo sein muß; unb wo werbe ich schon noch entdecken. Aber, was wich­tiger ist, ich werde auch den entlarven, der sie an sich genommen hat

Ein Exempel! Das ist es, was in diesem Hause, statuiert werden muß. Etwas, bas bie fahrlässige Gesellschaft für bie Zukunft sorgsamer macht.

Herrgott, hat benn nicht jemand bie Zange gesehen?"

Nein!"

Da haben Sie es roieber!Nein!" Keine Vor­stellung, kein Nachbenken. Gerabe nurNein!"

Na schon! Wenn bas Rabio nachher nicht funk­tioniert, bann funktioniert es eben nicht. Kein Mensch kann von mir verlangen, daß ich es ohne Zange wieder in Ordnung bringe. Wenn es ihnen Spaß macht, mir meine Zange fortzunehmen, bann wirb es ihnen ja auch Spaß machen, bas Radio allein wieder in Gang zu bringen. Ich habe keine Lust, zu hören.

Ich setze mich einfach hin, zünde mir meine Pfeife an. Das ist das beste. Werden die sich ärgern, wenn sie merken, daß das Radio nicht geht! Und alles bloß, weil sie meine Zange fortgenommen haben! Grün sollen sie werden! Mich geht's nichts an.

Wo ist nur meine Pfeife? Vor einer halben

Nie Zange.

Von Clemens Laar.

Hat jemand bie Zange gesehen?"

Nein!"

Das alte Lieb. Nein! Niemanb hat jemals die Zange gesehen. Soweit bie Mitbewohner meiner Häuslichkeit in Frage kommen, gibt es überhaupt /eine Zangen, hat es niemals welche gegeben!

Unb bas geht nicht nur mit ber Zange so!

Da nehme ich nur zum Beispiel, weil ich tat­sächlich im Augenblick eine diesbezügliche, schlichte, männlich sachliche Frage gestellt hatte.

Am Morgen hatte ich sie noch. Ich benutzte sie. Ich hatte ein Stück Draht um einen Pfosten zu wickeln, um das Drahtgitter über dem Loch im Ickrtenzaun durch bas eine Katze in ben Garten ichlüpfen könnte recht straff zu halten. Es war äine von jenen kleinen, nützlichen Arbeiten, bie ich immer verrichte, ohne auch nur ben geringsten Dank ha für zu ernten.

Aber bas berührt mich nicht. Ich erwarte keinen Dank. Alles, was ich verlange, ist. baß berjenige, !zer mir die Zange fortnahm, als ich fertig war, fce mir zurückgibt.

Unter uns, ich kann mir nicht vorstellen, warum Armand eine Zange stehlen sollte. Denn darauf läuft (» hinaus. Schließlich kann sie nicht aufstehen unb haderen gehen. Irgenb jemand hat sie einfach bei- |i*ite gebracht, das ist alles. Eine ganz niedrige An­liegenheit, eine Zange zu stehlen; Angelegenheit chne jedes Format.

Nicht als ob solche Gegenstände wertvoll wären; riitnichten. Eine Zange beispielsweise kann man tech sehr billig kaufen Und doch kommen da Leute ter und begehen ein Verbrechen, um sie zu be- bmmen.

Frag Emma, ob sie bie Zange gesehen hat!

Das 'ist's, was man zu hören bekommt. Als nenn es irgenbeinen. Zweck hätte, Emma zu fragen; (hmma weiß niemals, wo irgenb etwas ist.

Emma, sollten Sie zufällig wissen, wo bie 5aange ist?"

Rein!"

Run. was habe ich gesagt?Nein" gerabe nurNein". Keine freundlichen Fragen; keine Sym­pathie. Gerabe nurNein".

Sie meinen, eines anständigen Menschen Zangen f(Ilten boch in seinem eigenen Hause sicher sein, nicht wahr? Ich verstehe Zangen hier als Symbol f-jr alle Dinge Aber bu lieber Himmel Aller Twhrscheinlichkeit nach bin ich in biefem Hause _.;M ...

h2r überhaupt ber einzige Mensch, ber weiß, wozu mir auch noch fortgenommen... Selbstverstanblich.

Aber nein! Hier ist sie ja, in ber Tasche.

Nein, sie ist es nicht!

Es ist... Bei allen Göttern, es ist tatsächlich bie Zange!

Jetzt möchte ich aber wissen, wer sie ba hinein­gesteckt hat? Ich glaube, bas ist ihre Vorstellung von einem Scherz. Eine sehr armselige Vorstellung, wenn sie mich fragen! Na egal! Das Rabio kann ich ja trotzdem in Ordnung bringen. Sobald ich bie Pfeife in Branb habe.

Die Pfeife ...

Wo zum Donnerwetter...

Sagt mal, hat nicht jemanb meine Pfeife ge­sehen ... ?"

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Felgentraeger, Drbinarius für Römisches unb Deutsches Bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung unb Internationales Privatrecht an der Universität Marburg, hat einen Ruf an bie Universität Köln abgelehnt.

Es würbe übertragen: bem außerorbentlichen Professor an ber Hochschule für Welthandel in Wien Dr. Heinrich D e m e l i u s unter Ernen­nung zum orbentlichen Professor an ber Universität Wien ber Lehrstuhl für Hanbels- und Wechfelrecht sowie Bürgerliches Recht; bem beamteten außer­orbentlichen Professor Dr. med. Herbert Fuß in Graz unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an der Universität Wien der Lehrstuhl für Syphi- lidologie und Dermatologie; bem Dozenten unb außerorbentlichen Professor Dr. Leopolb Mayer unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Hochschule für Welthanbel in Wien ber Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre; bem nichtbeamteten außerorbentlichen Professor Dr. Josef Quint unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Uni­versität Breslau ber Lehrstuhl für Deutsche Philologie; bem nichtbeamteten außerorbentlichen Professor Dr. Richard Rößler unter (Ernennung zum ordentlichen Professor an ber Universität Wien ber Lehrstuhl für Pharmakologie.

Dem Dozenten Dr. Wolfgang Metzger an der Universität Frankfurt wurde bie Dienstbezeich­nung nbao. Prof, verliehen. Er war als Assistent am Psychologischen Universitätsinstitut in Berlin tätig und siedelte von dort 1931 in gleicher Eigen­schaft an das Psychologische Institut der Universi­tät Frankfurt über, dessen stellvertretender Direktor er von 1935 bis 1937 war. Im Sommer 1937 wurde er mit ber Vertretung bes freien Lehrstuhls für Psy­

chologie an ber Universität Halle beauftragt. Prof. Metzgers Arbeiten betreffen hauptsächlich bie allget meine theoretische unb experimentelle Psychologie.

Lichtspielhaus:Der arüne Kaiser".

Wahrscheinlich liegen die Dinge in dem Roman Der grüne Kaiser" von Hans Medin, nach dem Geza von Czifsra und Frank Thieß das Drehbuch schrieben, etwas übersichtlicher, aber der Film liebte von jeher, wie man weiß, ein gewisses Halbdunkels auch jene geheimnisschweren Jndustriemagnaten, bie über märchenhafte wirtschaftliche Machtmittel ver­fügen und mit Vorliebe im Flugzeug oder auf einer weißen Luxusjacht reisen, wie dieser Herr Mylius^ den das Programmheft mit Rechteine etwas um­strittene Persönlichkeit nennt, der eine Doppel­existenz führt und den romantischen Beinamender grüne Kaiser" führt. Als er nach einem stürmischen Fluge über den Kanal aus dem Flugzeug verschwun­den ist, fühlt man sich an zwei Fälle erinnert, die seinerzeit beträchtliches Aufsehen und Rätselraten verursachten. Doch sind offenbar keine Anspielungen solcher Art beabsichtigt; im leeren Flugzeug findet sich ein Revolver, aus dem zwei Patronen fehlen, und der einzige Mitreisende ist der Pilot, der alsbald verhaftet und auf Indizien wegen Totschlages ver­urteilt wird. Hier mündet das Abenteuer um den grünen Kaiser" in einen handfesten Kriminalfall, und dieser Fall ist interessanter als die damit zusam­menhängende Liebesgeschichte. (Mylius liebt dis Braut seines Piloten und hatte mit ihm überdies kurz vor dem Abflug einen heftigen Zusammenstoß.) Es taucht später die juristisch bemerkenswerte und wahrscheinlich nicht häufig gestellte Frage auf, ob jemand wegen einer Tat verurteilt werden kann^ wenn er zuvor wegen der gleichen Tat unschuldig verurteilt worden ist und seine Strafe verbüßt hat. Das Gericht im Film kommt zu einer Freisprechung; allerdings wird die Parallele insofern etwas ver­schleiert, als beim zweiten Male offenbar nicht Tot­schlag, sondern eine Notwehrhandlung vorlag. Unter der Regie von Paul Mundorf flehen sich in Gustav Diessl und Renö Deltgen zwei lebhaft charakteri­sierte Gegenspieler gegenüber; zwischen beiden Carola Höhn als die junge Braut im heftigen Widerstreit der Gefühle. Vom Ensemble wären ferner Paul Wester­meier, Ellen Bang und Hans Leibeltzu neunen. (Ufa.)

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Das Bechrogramm bringt Bilder von einer Rhein­reife und eine ganz aktuelle Wochenschau der Tobis mit Aufnahmen vom Einmarsch in Böhmen und Mähren.

Hans Thyriot.