ien an die Spitze der Gesamtwertung gesetzt hatte — Punkte werden vor Abschluß des Mehrkampfes nicht bekanntgegeben — blieb auch nach der Fahrprüfung vorn und führt nun vor Niederrhein und Kurpfalz, die im Borjahr siegreich waren. Südwest, Sachsen und Westfalen, die nach der Reitprufung noch in der vorderen Gruppe lagen, wurden später von Pommern und Nordmark überholt.
Oer Moderne Fünfkampf.
Mit dem Degenfechten, das in der Turnhalle im Haus des Deutschen Sports auf dem Reichssportfeld durchgeführt wurde, konnte am Donnerstag der Moderne Fünfkampf fortgesetzt werden. Wiederum erwies sich der Vorjahrssieger Rottenführer Wöl - selschneider (SA.-Gruppe Hessen) mit 15 Siegen und vier Niederlagen als weitaus bester Fechter. Sturmmann Severin (Ostmark), Oberführer Düver (Nordsee) und Rottenführer Müller (Thüringen) kamen auf je elf Siege und erhielten die Platzziffer 3. In der Klasse B erreichte Stubak. Lübker (Hansa) drei Siege. Alle anderen wurden mit zwei Siegen auf Platz 4 gesetzt. In der Gesamtwertung führt nach den beiden ersten Hebungen (Pistolenschießen und Degenfechten) in der Klasse A Sturmmann Severin mit Platzziffer 7 vor Ostuf. Philipp (Berlin-Brandenburg) mit 8,5 und Stubaf. Ohlendorf (Westfalen) mit 9,5.
In der Klasse B hat sich Stubaf. Lübker (Hansa) mit Platzziffer 3 vor Oscharf. Gamschniga (Alpenland) mit Platzziffer 5 an die Spitze gesetzt.
Wettkampf der Nachrichten-SA.
Harte Kämpfe gab es auch am vierten Tag bei unserer Nachrichten-SA. Im Telegraphen-Schulamt kam es zu einer großen Heberraschung, da es dem Sturm 1/83 Kassel, der im Vorjahr den Reichswettkampf gewann, gelang, mit einer Gesamtleistung von 582 für das Morsen alle übrigen Gegner weit zu übertreffen. Man kann gespannt sein, wie die Kasseler in den nächsten Tagen im Gelände abschneiden. .
Im Grünewald wurden am Donnerstag nur Drei Gruppenmannschaften ins Gelände geschiu.^. Der Re- servesturm 462 Hamburg als Vertreter der Gruppe Hansa erhielt beim Sießen 15 Minuspunkte und wurde außerdem wegen Zeitüberschreitens beim Anlegen des Nachrichtennetzes gestrichen. Für die Gruppe Kurpfalz startete der Sturm 1/23 Kaiserslautern. Die Mannschaft war nicht schlecht, erhielt aber beim Leistungsmarsch 30 Minuspunkte. 3/1 Breslau als Vertreter Schlesiens zeigte mit 35:55 Minuten für den 5-Kilometer-Leistungsmarsch die bisher drittbeste Zeit.
Wirtschaft.
Rbem-Mamische Börse.
TMttagsbörse uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 20. Juli. Der Mangel an geeigneten Anregungen, insbesondere das Fehlen von Aufträgen, verurteilte auch die heutige Börse zu nahezu völliger Geschäftslosiakeit. Daß Dabei die Entwicklung der Aktienkurse weiterhin uneinheitlich war, war eine Folge der zufälligen jeweiligen Dispositionen. Trotzdem erhielt sich ein freundlicher Unterton, und die Kurse zeigten im allgemeinen nur mäßige Abweichungen um Bruchteile eines Prozentes. Die führenden Werte lagen jedoch eher etwas leichter. IG. Farben 142,40 (143), Vereinigte Stahl 99 (99,50), Hoesch 106,13 (107), andererseits Reichsbank voll behauptet mit 180 (179,75). Motorenwerte etwas ansteigend, Daimler 118,75 (118,25), Adlerwerke 97,50 (97,25). Weiter befestigt Heidelberger Zement auf 141,50 (141) und Verein. Deutsche Metall auf 168,50 (168). Aschaffenburger Zellstoff gaben ihren gestrigen Gewinn wieder voll ab auf 82 (83,50) und nach Pause schwächer waren Feinmech. Setter mit 96 (97,25) und Lechwerke Augsburg mit 96,25 (97).
Am Rentenmarkt konnten sich Reichsaltbe- sitz nur knapp behaupten mit 131,65 (131,70). Steuergutscheine Serie II bei ruhigem Geschäft zunächst eher niedriger, später wurde der halbamtliche Stand des Vortages meist wieder erreicht. Serie I schwankten zwischen unverändert 99,13 bis 99,25. Von anderen Freiverkehrsrenten gingen Späte Schuldbücher auf 99 (99,25) und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung auf 88,50 (88,75), außerdem verschiedene 5proz. Industrie-Anleihen weiter etwas zurück. Die amtlich notierten Jndustrieobligationen waren kaum verändert. 5 v. H. Klein, Schanzlin 6- Becker wurden zu 100 v. H. recht fest neu eingeführt, wenn man berücksichtigt, daß die Kurse der 5 d. H er meist 0,50 bis 0,75 v. H. und teilweise mehr Darunter notierten. Pfandbriefe und Stadt- anleihen still.
Im Verlaufe ruhte das Geschäft, Kursabweichungen traten kaum ein. IG. Farben 0,13 v. H. höher mit 142,50. Bei den später notierten Werten hielten sich die Abweichungen innerhalb eines Prozentes.
Der Freiverkehr lag still, Dingler 0,25 v. H. nachgebend auf 101,75 bis 103,75, hingegen Katz & Klumpp 1 v. H. höher mit 94 bis 96. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H.
Abendbörse ruhig.
Die allgemeine Geschäftsstille dauerte auch an der Abendbörse fort, so daß nur in wenigen Wer
ten kleine Umsätze erfolgten, ebenso zeigten die vereinzelten Abweichungen kein stärkeres Ausmaß als 0,25 bis 0,50 v. H. Don Montanwerken bröckelten Rheinstahl und Stahloerein je 0,25 v. H. ab auf 135 bzw. 98,75, ferner IG. Farben mit 142,25 (142,40) nicht ganz gehalten, dagegen Scheideanstalt weiter etwas erholt auf 204,50 (204,25). Im übrigen notierten u. a. Reichsbank mit 179,75 (180), Bemberg mit 127,25 (127,50), Gesfürel mit 125,50 (125,13), Lahmeyer mit 107 (106,50) und Rheinmetall mit 113,75 (113,65). In Renten kam es zu keinem Geschäft, 6 v. H. IG. Farben waren zu unverändert 119,13 und Reichsbahn-Vorzugsaktien ZU unverändert 121,90 gefragt. Steuergutscheine I gingen wie mittags mit 99,15 bis 99,25 in kleinen Poften um, dagegen fehlte es in den Abschnitten der Serie II trotz etwas erhöhter Geldkurse an entsprechendem Angebot, so daß Abschlüsse ausfielen,' Juni 93,95 G., Juli und August 93,90 Geld.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 20.Juli. Auftrieb: Rinder 945 (gegen 997 am 13. Juli), darunter 135 (129) Ochsen, 197 (172) Bullen, 417 (487) Kühe und 196 (209) Färsen. Kälber 451 (685), Hämmel und Schafe 88 (208), Schweine 853 (726). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 41,50 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 37,50 (37,50), d) 29 (—). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b 40,50 (40,50), c) 35,50 (—). Kühe a) 42,50 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 37,50 bis 40,50 (38 bis 40,-50), c) 31 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 22 bis 2-5 (20 bis 25). Färsen a) 44,50 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 36,50 (36 bis 36,50). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 43 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 50 (50), b2) 44 bis 49 (44 bis 49), c) 32 bis 36 (40). Schase a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 36 bis 39 (36 bis 39), c) 24 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 62 (58), bl) 61 (57), b2) 60 (57), c) 56 (53). d) 53 (50), Sauen gl) 61 (58). Markt- verlauf: Rinder, Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.
Schweinemarkt in Vuhbach.
* Butzbach, 20. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 515 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten: bis sechs Wochen alte Ferkel bis 17 Mark, sechs bis acht Wochen alte 17 bis 22 Mark, acht bis zehn Wochen alte 22 bis 30 Mark je Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt.
Oer landwirtschaftliche Marktbeo-achter. »
Beginn der Roggenernte. — Seefische zum Ausgleich in der Fleischversorgung
In den warmen Gebieten des hessischen Riedes und am Rhein hat jetzt der Roggen schnitt begonnen. Nach allen Schätzungen erwartet man eine gute Ernte und ein volles Korn. Die Mühlen warten bereits auf die Lieferung von neuem Roggen, werden aber auch weiterhin zudem beträchtliche Mengen von Altroggen aus den Beständen der Reichsstelle verarbeiten müssen. Wintergerste wird flott umgesetzt, teils zur Verfütterung, in guter Beschaffenheit auch an die Malzkaffeefabriken. Von altem Getreide spielt nur Hafer eine größere Rolle. Die Futtermittel Versorgung ist auch im Hinblick auf die bevorstehenden Zuteilungen von Futtergerste, Mais, Kartoffelflocken und Schnitzeln ausgeglichen. Dafür erwartet man von bcr Landwirtschaft größere Heuabgaben. Die Kar- toffelversorgung des Rhein- Maingebietes wird bereits aus dem eigenen Gebiet fichergestellt, trotzdem die Marktanforderungen gegenüber früheren Jahren bedeutend gestiegen sind. Altvorräte sind kaum noch vorhanden oder werden jetzt zu Ver- sütterungszwecken abgegeben. Die guten Ernteergebnisse an Frühobst,' sowohl in den Stromtälern, wie auch in den Höhenlagen, sichern eine volle Belieferung der Frischmärkte, wie der Konservenindustrie. An diese werden jetzt hauptsächlich Sauerkirschen abgegeben, so daß das Angebot auf den Frischmärkten klein bleibt. Der einmachen- den Hausfrau bieten sich große Mengen von Beerenobst aller Art zum Kauf an. Die Frühernte von Pfirsichen, Pflaumen und Birnen setzte mit guten (Erträgen ein. In Gemüse können alle Wünsche erfüllt werden. Die Gärtner melden flotten Absatz in allen Sorten. Hebergroße Mengen gibt es in Kopfsalat, Gurken, Kohlrabi und Frühkohl.
Während also die Versorgung in allen Nahrungsmitteln pflanzlicher Art recht reichlich bleibt, zeigen sich bei den Erzeugnissen aus der Tierhaltung jahreszeitliche Schwankungen. Die Milcherzeugung fällt langsam, was 'sich auf die Butterherstellung auswirkt, während der stetige Frischmilchbedarf ohne Einschränkung gedeckt wird. Die Vorräte an vollfetten Hartkäsen' werden durch den hohen Verbrauch schneller gelichtet, als die Molkereien neu Herstellen können. Daher sollten Quarg und Sauermilchkäse, Die ohne Einschränkung geliefert werden können, noch häufiger als bisher das Käsebrot oder die Abendmahlzeit bestreiten helfen. Auf dem Lande, wie in der Stadt, werden jetzt fast für jedermann die Lücken im Rind- fle ischan gebot empfindlich. Wenn sie auch vorübergehend sind, also im Herbst mit beginnendem
Weideabtrieb die Großviehmärkte wieder reicher beschickt werden, so zwingt doch die jetzige Verknappung an Schlachtrindern zu einer gewissen Ver- brauchseinschränkung, die jedoch leicht durch Mehr- konsum an Seefischen aller A r t ausgeglichen werden kann. Den auch in anderen Tier- gattungen kommen jetzt die Auftriebe an den niedrigsten Jahresstand. Stellenweise wurden zwar Gefrierrinder zum Ausgleich gegeben. Der Sommerpreis für Schweine hat auch ihre Auftriebe wieder anfteigen lassen, Kälber find in leichter Qualität fast genügend aufgetrieben und Schafe kommen jetzt zunehmend auf die Märkte. So können die Verarbeiter zwar ihre Kontingente erhalten, aber bei der starken Kaufnachfrage werden Die Ladenvorräte überall rasch geräumt. Also bleibt für olle in diesen Wochen nur der Seefisch reichlich angeboten.
5.50: Bauer, merk auf!
nicht da war! 8.40: Froher
der Pause, 7: Nachrichten. Deutschland — Kinderland.
5 Uhr: Frühmusik.
6: Morgenspruch —
Rundfunkprogramm
Samstag, 22. Juli.
Nachrichten — Gymnastik.
6.30: Frühkonzert. In 8.10: Gymnastik. 8.25: Ja, so lange das Kind _____________ _____
Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. '10: Schulfunk. Nach Ostland woll'n wir reiten... Hörszenen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Hnterhaltungsorchefter des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: M'ttagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Jin in die Natur! (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: stimmen aus dem Alltag. 15.30: Lustige Lieder, Daju Musik gemacht, daß einem das Herz im Leibe x cn Es singen und spielen die Jungen und Mädel der Rundsunkspielschar Frankfurt a. M. der Reichs- lugendfuhrung. 16: Großglockner-Staffel. Vorn Höchts' Berg zum wärmsten See. Zur Eröffnung der Wörthersee-Sportfeste. Musik und Lieder aus Kärn- ten. 18: Uni) abends, wenn kein Dienst mehr druckt Unsere Luftwaffe. Musikchor und Sol- Datenchor der Fliegerhorst-Kommandantur Kassel. Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Buhne und Film im Rundfunk. '20: Nachrichten. 20.1.^: Schone Opernarien. 21.15: Unterhaltungskonzert 22: Nachnchten. 22.15: Großer Preis von Deutschland. „Am Vorabend vor Dem Großen Preis Snnn^eÄn2' ^30 bis 24: ^en in Den Sonntag! Nachtmusik,
Rätsel um den Mars.
Von Or. W. Sievert.
Der Sommer 1939 bringt eine sogenannte Marsopposition, das heißt dieser Planet kommt in den nächsten Monaten unserer Erde besonders nahe und wird daher gut zu beobachten fein. Damit wird das Thema „Mars" wieder einmal aktuell, das ja schon feit langem die Menschheit stark beschäftigt hat. Da ist die Frage der Bewohnbarkeit unseres Nachbarplaneten, das Problem jener viel diskutierten „Kanäle" und vieles andere — welche Antwort gibt uns die Wissenschaft auf diese Fragen? Der nachstehende Artikel berichtet darüber.
Die Französische Akademie der Wissenschaften hat einen Preis von 100 000 Franks für denjenigen ausgesetzt, der erstmalig eine Verbindung mit anderen Wetten ermöglicht. Der vor einiger Zeit verstorbene Entdecker der drahtlosen Telegraphie, Marconi, hatte schon erfolglos versucht, eine funkentelegraphische Verbindung mit dem Mars herzustellen, und bei der letzten Erdnähe des Mars hat ein amerikanischer Funk-Ingenieur mit Hilfe von Kurzwellen ähnliche Experimente unternommen — vergeblich. Erst kürzlich lief dann durch die Presse die Meldung von einer sensationellen Mitteilung, die der berühmte Gelehrte Nicolas Tesla (seinen Namen kennt jeder von den „Teslaströmen" her) gemacht hat. Er kündigte an, daß er in Kürze die Verbindung mit dem Mars aufnehmen wolle. Tesla erklärte, er habe seit 25 Jahren an diesem Problem gearbeitet uttd sei jetzt endlich in der Lage, diesen alten Traum der Menschheit zu verwirklichen. Die bevorstehende Marsnähe wird ihm ja gute Gelegenheit zu derartigen Experimenten geben, wenn sie auch aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso resultatlos verlaufen werden, wie die früheren Experimente dieser Art. Immerhin zeigen diese Meldungen, daß ernst zu nehmende Wissenschaftler das Vorhandensein von Leben — und zwar sehr hoch entwickeltem Leben — auf dem Mars für durchaus möglich halten. Fragen wir zunächst einmal die Astronomen, was sie uns über diesen in vieler Beziehung so geheimnisvollen Planeten berichten können. —
Wie sieht es auf dem Mars aus?
Der Mars ist sozusagen der ältere Bruder unsererErde, er ist ein Zukunftsbild für uns. Seine Meere sind keine gewaltigen Wasserbecken mehr, sondern ganz flache Gewässer, vielfach mehr Sumpflandschaften, die Gebirge sind schon weit mehr abgeflacht als bei uns. Aber alle irdischen Erscheinungen: Tag und Nacht. Luft und Wasser, Festländer mit (Ebenen und Gebirgen, Inseln und Meere, all das gibt es auch auf dem Ma r s, und aus diesem Grunde ist er uns immer so interessant gewesen. Deshalb hat auch die Frage nach dem Leben auf dem Mars, nach dem „Marsmenschen" weit über die Kreise der Wissenschaft hinaus die Menschheit immer wieder beschäftigt. Unfere Astronomen kennen heute den Mars verhältnismäßig gut — soweit man eben einen Wettkörper erforschen kann, der viele Millionen Kilometer von uns entfernt ist. Wir wissen, daß der Mars etwa den halben Durchmeter der Erde hat und rund ein Zehntel ihrer Masse besitzt.
Wie steht es nun aber mit den beiden wichtigsten Doraussetzun'gen für organisches Leben: einer geeigneten Atmosphäre und erträglichen Temperaturen auf dem Mars? Die Astronomen haben mit Sicherheit nachgewiesen, daß der Mars eine Atmosphäre besitzt, zuweilen hat man sogar — wenn auch selten — Wolken und Nebel fest- gestellt. Allerdings ist die Mars-Atmosphäre wesentlich dünner als die der Erde, vor allem enthält sie nur sehr wenig ©auerftoff — wahrscheinlich nicht einmal 1 Prozent der Lust unseres Planeten. Die Frage der Temperatur auf dem Mars ist in letzter Zeit durch außerordentlich „raffinierte" Meßmethoden ziemlich weitgehend geklärt worden. Das Thermometer, mit dessen Hilfe der Astronom sozusagen die „Fieberkurve" des Mars aufzeichnet, beruht auf dem thermoelektrischen Prinzip: eine geeignete Anordnung von Wismut- und Platinstäbchen erzeugt bei Zustrahlung von Wärme einen elektrischen Strom, der dann mit einem empfindlichen Galvanometer gemessen wird und so die Feststellung der Temperatur ermöglicht.
Der ganze Apparat wird nun, in winzigen
Dimensionen ausgeführt, in den Brennpunkt bei astronomischen Fernrohrs gebracht. Besondere Fil^ für die Messung verschiedener Farbenbezirke den Strahlung, Wasserzellen und vieles andere gehört noch zu diesen Messungen, die begreiflicherweisg die größten Anforderungen an Scharfsinn unb Exaktheit des Beobachters stellen. Man bedenke daß ein solches „Thermometer" zur Beobachtung des Mars kaum einen halben Millj, meter Durchmesser besitzt und so viel wiegt wie der tausendste Teil eines Wassertropfens! Uni doch kann man mit diesem Wunderwerk Der moder, nen Forschung Einzelheiten Der Oberfläche Des Mars, wie etwa feine Polkappen, Die Dunklen un!> Hellen Punkte seiner Oberfläche ufro., einzeln ftubie» ren — ja man kann sogar Die Temperaturen von Sternen Damit messen, die mit dem bloßen Auge überhaupt nicht zu sehen sind! Welche Ergebnisse haben nun Die Temperaturmessungen auf berg Mars gehabt?
Das Mars-Klima.
Zunächst hat es sich gezeigt, daß die Beschaffen, heit- der Marsluft ähnlich wie bei Der Erde zu dem den Meteorologen wohlbekannten „Treibhaus, e f f e f t" führt: die (kurzwellige) Tageseinstrahlung Dringt ungehindert zur Oberfläche durch, die in bet Nacht zurückgestrahtte (langwellige) Wärme-Stroh, lung aber wird zurückgehatten und die Temperas steigt daher. Derartiges ist bei Den atmofphäreloseij Körpern Mond und Merkur nicht möglich, während wiederum bei Venus und Jupiter die überaus dichte Wolkenhülle überhaupt undurchdringlich ist. Frühes glaubte man, daß die Marstemperatur sich stets unter Null Grad hatte und daß der Gefrierpunkt überschritten werde. Diese Ansicht haben die neuen Meldungen als irrig erwiesen. Sie ergaben sogag teilweise ganz unerwartet beträchtliche Wärmegrade, wie einige Zahlen zeigen mögen: Durchschnittlich^ Temperatur der Südpolargegend Des Mars wih, renD des Spätsommers 0 Grad, Der südlich gemäße ten Zone + 15 Grad, der Planetenmitte + 25 Grch er nördlich gemäßigten Zone + 10 Grad, Dagegen by Nordpolargegend —30 Grad und Der PolarkaM sogar bis zu —70 GraD. Dies zu Mittag: $ Sonnenauf- ober Sonnenuntergang jeDoch gehen bn Temperaturen meist unter Null herunter und btt Dingen sehr kalte Nächte. In jedem Falle aber liegen die Temperaturen der Sommerhalbkugel des Mars zweifellos über Dem Gefrierpunkt, nacht, finken sie allerdings bis auf — 45 Grad auch in Den „tropischen" Gebieten Des Mars herab.
Gibt es Leben auf dem Mars?
Dieser Planet hat also ein außerorDentlich extremes Klima mit enormen jährlichen unD tagt lichen Temperaturschwankungen. TrotzDem ist dis Wissenschaft heute ziemlich übereinstimmend Der An» sicht, Daß Lebensmöglichkeiten auf Dem Mars durch« aus vorhanden fein können; gewisse Teile Der Mars- Oberfläche roerDen sogar mit einer gewissen Wahr« scheinlichkeit als Vegetation geDeutet. Allerdings Dürften Die enormen TemperaturunterschieDe höheres Leben zuminDest in Der uns bekannten Form kaum ermöglichen — die Existenz von hochentwickelten Marsmenschen ist Daher ganz außerorDentlich unwahrscheinlich. NieDere Lebewesen Dagegen können unter Den auf Dem Mars herrschenDen Be- Dingungen Durchaus existieren.
Die berühmten „M a r s f a n ä I e" enDlich, über die eine stattliche Literatur existiert, sind nach der Ansicht der meisten heutigen Forscher nichts anderes als optische Täuschungen, die mit Der unregelmäßigen Formung Der Marsoberfläche und Der für diese ungeheure (Entfernung doch noch nicht genügend großen Leistungen Der Fernrohre zusammenhängt. Die Wissenschaft nennt Das „Kontrast- Phänomene". Also mit Den Kanälen ist es nichts, und die Funkverbindung mit dem Marsmenschen wird wohl auch in Zukunft nicht Zustandekommen. Trotzdem ist nicht zu leugnen, daß gerade nach Den neuesten Ergebnissen Der Forschung Venus unb Mars Die einzigen Planeten unseres Sonnen» systems sind, auf Denen nach dem heutigen Stand unseres Wissens Die Existenz von Leben möglich ist, und schon aus Diesem Grunde ocr« dient Der Mars zweifellos nach wie vor unser be< fonDeres Interesse.
Neues für den Biicheriisch.
— 3 u m Freuen und Lachen. Ein lusti- ges Kinderbuch mit zahlreichen Textbildern. In Halbleinen gebi^hm 2,50 Mark. Verlag Josef Müller, München 13. Eine Mciige hübscher Erzählungen und Märchen, nette luftige Fabeln, Geschichten und Scherze von vielerlei Getier in, auf, über und unter der Erde. Fröhliche Szenen und allerlei Schnickschnack in Prosa und in köstlichen Reimen, von lustigen Buben und Mädeln. Freund Kasperle, der unübertreffliche „Held" des Kinder- landes, darf natürlich nicht fehlen! UnD Das Netteste: Die luftigen Kasperle-Szenen lassen sich ganz leicht vom jungen Völklein selbst aufführen. Reizvoll wie Der Text ist auch Der BilDerschmuck. Rolf Winklers froher Stift unD anDere zeichneten zu all Den luftigen Geschichten unD Versen die passenden, anmutig- heiteren Bilder.
— Deutsche Kinder in Volkstracht. 18 farbige Vollbilder von Hanna Helwig-Goerke, mit Tert von Josef Steck. Preis 1,60 RM. Verlag Josef Müller, München 13. —(196)— Welch einen köstlichen Schatz Das deutsche Volk in seinen Trachten besitzt, bas zeigt uns das vorliegende Büchlein. Da können nun unsere Kinder schauen, was ihre kleinen Schwestern und Brüder in den weiten deutschen Gauen vorn Bodensee bis zum Meeres- ftrand, vom Breisgau, bis ins Tirol hinein tragen. Und sie werden staunen über die bunte Vielheit der Formen und Farben, der Schürzen und Röcke, Der Mieder und Mützen, Der Spitzen und Bänder. Aber daß unter den bunten Kleidlein doch überall das gleiche deutsche Kinderherz schlägt, das zeigen Die luftigen Geschichten, Die Josef Steck zu Den BilDern geschrieben hat.
— Der verkannte Simpf i. Zwölf farbige Silber unD Serslein von Iba Bohatta- Morpurgo. Preis 1,30 RM. Verlag Josef Müller, München 13. —(198)— Ist bas eine traurige Geschichte von bem armen Pilzerich, ber ba so stillvergnügt im Walbschatten steht. Aber ber gift- geschwollene Knolli, ber bem Simpfi zum Verwechseln ähnlich sieht, geht hin, vernichtet die armen Menschenkinder und bringt unser unglückliches Pilzchen in Den Verdacht, das Verbrechen begangen zu haben. Das. ist die Geschichte für Die Kinder, Die
aus Den schönen SilDbeigaben auch nach natur« wissenschaftliche Beratung ziehen, indem sie echtS Pilze von giftigen unterscheiden lernen.
— Schufti! Zwölf farbige Bilder und Vers« lein von Ida Bohatta-Morpurgo. Preis 1,30 RM- Verlag Josef Müller, München 13. — (197) - 3rt Diesem Büchlein wird in BilDern unD Versen von einem Drolligen HünDlein erzählt. Das wegen feiner äußeren Häßlichkeit verstoßen wirD unD nun auf Dem besten Wege ist, ein 'rechter Gassenhund unb Taugenichts zu werden. Wie „Schufti" bei seinem Gassenleben in schwerste Versuchung kommt, diese aber glänzend besteht und dadurch fein Glück macht, ist so fein geschildert, daß das Büchlein sicherlich den Beifall der kleinen Leser finden wird.
— Willy Kramp: Die Fischer von Lisi s a u. Roman. 444 Seiten. 6,80 RM. Hans von Hugo Verlag, Berlin. — (88) — Getragen und genährt von Den Kräften und Gaben der Schöpfung, eingebettet in das ewig gleiche Auf und Nieder des Jahreslaufes, fo leben die Fischer in dem einsamen Dörfchen Lissau am Frischen Haff ihr Leben, das sich in allen wesentlichen Begebenheiten vom Vater auf Den Sohn und vom Sohn auf den Enkel vererbt. Vom Tode bedroht, wenn sie mit ihren Booten auf Fang ausziehen, und oft auch von M Wassers- und Hungersnot heimgesucht in ihren Häusern an der Bucht spüren sie mehr als andere das Watten unerforschlicher Schicksals- und Lebensmächte über ihnen.
— Hansgerhard Weiß: Die S chwe- stern vom Hohenhaus. Die Frauen der Didp ter Carl und Gerhart Hauptmann. 280 Seiten mit 15 Bildtafeln. Gustav Weife Verlag, Berlin. — (62) — Der Titel klingt nicht ohne Beziehung art Gerhart Hauptmanns Lustspiel „Die Jungfern vom Bischofsberg" an. Auf dem ehemaligen Bischofssitz Hohenhaus an der Elbe leben die fünf Schwestern, von denen drei ihr Lebensschicksal mit bem der drei Brüder Georg, Carl und Gerhart Hauptmann verbinden. Das Buch erzählt in anziehender Form von diesen Dichter-Ehen und gibt zugleich einen Einblick in die Entwicklung des Naturalismus und des deutschen Theaters um die Jahrhundertwende.


