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Meta Brix
Roman von
CARL DUNCKER VERLAG■BERLIN
(Nachdruck verboten.)
6. Fortsetzung.
iber sein klug' dem Chemiker
Wieseck, ernannt. w_ //n. , x
Sodann gab Kreischormeister Blaß (Gießen) einen Ueberblick über die Sängerbewegung im Reich, den er aus einer Schulungstagung m Thüringen gewonnen hat. Mit besonderer Freude wurde u. a. die Mitteilung ausgenommen, daß die Sanger- kreise Gießen und Wetzlar nach einem Urteil aus
11 Vereine 20—29 „ w * •
18 * 30—39 „ w , w
12 N 40—49 „ „ »
9 - 50—59 N , * •
7 „ 60—69 w •
3 ,, 70—79 w r» » j*
Nicht weniger interessant ist das Verhältnis, rn die Zahl der Mitglieder der Gesangvereine zur Gesamtzahl der Bevölkerung der Dörfer und Städte steht. Hier wurden folgende Hundertsätze errechnet:
Gießen 0,7 v. H., Alten-Duseck 2 v. H., Wieseck, Wißmar und Sich 2,5 v. H., Mendorf, Lollar, Reiskirchen und Treis 3 v. H., Staufenberg 3,5 wH., Beuern, Großen-Bufeck, Großen-Linden, Kirchgons, Launsbach, Odenhausen und Salzlröden je 4 v. H., HeucheHeim und Lang-Göns 5 v. H., Haufen 5,5 v. H., Burkhardsfelden und Leihgestern 6 0.5)., Klein-Linden und Oppenrod 6,5 v. H., Elbach, Bersrod, Rödgen und Ruttershausen 7 v. H., Lirtden- struch und Steinbach 8 v. H., Climbach, Grüningen und Watzenborn-Steinberg 9,5 v. H., Daubringen 10,5 v. H. und Garbenteich 11,5 v. H.
Eine Reihe von Vereinen konnte im vergangenen Geschäftsjahr Jubiläen feiern. Es bestehen: 75 Jahre
Parole: Weitersingen!
Kreissängertag in Gießen.
Briefe an deutsche Kriegsgefangene
Vorsicht, der Feind liest mit!
um, ^jrehm", sagte Luise. „Irgendwie haben wahrscheinlich auch diese Spießer recht. Melleicht kam mein Entschluß wirklich aus einem unbändigen Trotz ... bereut habe ich ihn nicht! Ich bin nämlich hier mit Freude bei meiner Arbeit! Hier ist ein» andere Welt, gewiß ... aber ferne kleine Welt! Unser Haus arbeitet für die Märkte
2. Die Nachrichten dürfen nur persönlichen Inhalts sein. Es empfiehlt ich, zunächst nur kurzgefaßte Postkarten zu übersenden.
3. Die Sendung ist Mit der deutlichen Aufschrift „Internierten-Sendung, gebührenfrei" zu versehen.
4. Für vermutlich internierte Personen in Feindesland, deren Anschrift noch nicht bekannt ist, sind zunächst amtliche Ermittlungen nach deren..Aufenthaltsort notwendig, bevor eine Nachricht übermittelt werden kann. Diese Ermittlungen werden aus Antrag kostenfrei von dem Auswärtigen Amt, Ber- lin W 8, Kronenstraße 10, durchgeführt. Der Schrift wechsel Mit dem Auswärtigen Amt über Internierte oder vermutlich Internierte ist gebührenfrei. Derartige Sendungen an das Auswärtige Amt find mit dem Vermerk „Jnterniertenfendung, gebührenfrei" zu versehen.
5. lieber die Form der Nachrichtenübermittlung an nicht internierte Angehörige in Feindesland er' folgt eins weitere Pressenotiz.
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Wer Briefe an Kriegsgefangene oder Internierte ins Ausland schreibt, muß sich darüber klar sein» daß alle Sendungen dort geöffnet und kontrolliert weriren. Man unterlasse früher Mitteilungen jeder Art, aus denen der Feind Material für seinen Nachrichtendienst oder seine Propaganda entnehmen kann. Auch harmlos gemeinte Bemerkungen über innerdeutsche Verhältnisse oder über persönliche Nöte können vom Gegner aufge- bauscht und zu einem Kampfmittel gegen Deutschland ausgenutzt werden. Jeder Briefschreiber sei sich daher bewußt, daß er für die Verhinderung feind- licher Propagandalügen mitverantwortlich ist. Er bedenke auch, wie sehr er einem kriegsgefangenen Deutschen sein Los erschwert, wenn er ihm Mitteilungen macht, die ihn seelisch belasten.
Weitersingen! ...
Nachdem Sängerkreisführer Muller noch otö Führung eines Ehrenbuches der Sänger, die an der Front stehen, zur Aufgabe gemacht hatte und aus der Versammlung heraus mitgeteilt wurde, welche Vereine die Singstundentätigkeit wieder auf- nehmen, nachdem auch die Liebesgabenattion für die an der Front stehenden Sänger besprochen war, fand die Versammlung mit dem Gruß an den Fuh^ rer ihren Abschluß.
Waldemar Heitfeld winkte ab: ,Zst ja nicht so wichtig. Herr Jäckel. Mein Vater soll selbst eMschei- den."
Der Maskenbildner erhob sich: „Alsdann, mein lieber Herr Doktor, darf ich Sie jetzt zu unserem Merckessen bitten .. •"
Matthias Heitfeld war groß und breitschultrig wie fein Sohn und hatte die gleichen hellen Augen.
Er strich mit einer gewohnten Bewegung durch das volle silbergraue Haar und erhob sich aus seinem Stuhl vor dem Riesenschreibtisch, aus dem neben Briefen und Zeitschriften eine Anzahl schöner Glasflaschen standen, Luxusparfüme des Hauses Heitfeld.
Der junge Mann ihm gegenüber, klein, wendig, mit flink umhergehenden klugen Augen, sprang ebenfalls sofort auf. Er schob die Blätter nut den flüchtig skizzierten Zeichnungen in die Mappe.
„Kommen Sie also, Herr Brehm , sagte Heitfeld. „Gehen wir in das Laboratorium hinüber. Ich lasse Ihnen Muster von den in Frage kommenden Sorten mitgeben."
„Auf daß der Duft die Phantasie beflügle , lachte der Reklamezeichner Beppo Brehm. „Aber ... um noch einmal auf unser Gespräch zuruckzukommen, Herr Heitfeld ... Ihr Herr Sohn hat natürlich sehr recht: das Werbematerial für Parfüms muß gerade für den Export nach Südamerika eine augesprochene luxuriöse und charmante Aufmachung zeigen. Man wird in Rio und in Buenos Aires gerne diese Aufmachung mitbezahlen." „ .
Sie gingen durch helle Buroraume. Telephone klingelten, flinke Finger jagten über die Schrerb- maschinentasten. Dann öffnete Heitfeld eine hohe weiße Eisentür. Ein kleines Schild war daran: Dr. Mainz. Hier arbeitete der Chefchemiker der Firma.
Die nächste Tür stand offen. .
Man hörte eine tiefe schwingende Frauenstimme: ..... der Geruch erinnert an ein orientalisches Parfüm ... aber unsere Komposition hat eine weichere Note
der ganzen Welt!"
Brehm nickte. Das wußte er. „Darum will ich ja auch für euch arbeiten!"
Brehm konnte so sprechen. Sein Name hatte auf dem Gebiet der modernen Reklamezeichnung auch über Deutschland hinaus einen guten Ruf. Er hatte erst kürzlich den Preis eines großen deutschen Reisebüros erhalten, und das schöne Reiseheft mit den preisgekrönten Zeichnungen lag in allen Sprachen und in aller Welt aus.
Luise fuhr fort: „Sie müssen sich einmal unsere großen Werkstätten und Laboratorien anfehen. Dort arbeitet ein Heer von Leuten an der Herstellung der Erzeugnisse, die den Geschmack und die Güte des deutschen Parfüms, der deutschen Kosmetik beweisen."
„Und der zweite Chef des Hauses ... der Doktor Heitfeld ... wirkt er dauernd drüben in Amerika?
„Er kommt jetzt zurück, wie Sie hörten. Wahrscheinlich bleibt Doktor Heitfeld dann hier. Wir haben jetzt drüben ein eigenes schönes Gebäude. Der Juniorchef hat die Organisation in Schwung gebracht, ebenso in Buenos Aires und in Rio. Aber jetzt, lieber Herr Brehm ... jetzt müssen Sie gehen. Denn ich habe unglaublich viel Arbeit liegen."
„Verzeihung ... Brehm erhob sich. Er fragte aber doch noch: „Und wenn Bruder Konni demnächst von seiner Südsee-Film-Expeditton zurückkommt und wieder von der Entschwundenen redet..
„Er denkt aar nicht mehr daran!"
„Dann darf ich ihm wirtlich nicht sagen, wo sie stecken?"
„Nein! Wozu auch?"
(Fortsetzung fotzt.)
Im Kameradschaftsheim der Marinekameradschast Gießen wurden am gestrigen Sonntagnachmittag bet gutem Besuch durch Kameradschastsangehörtge, so- wie der Marine-SA., durch den Kameradschafts. sichrer Filmstreifen vorgeführt, die von der Kriegsmarine und von dem NSD.«Marinebund zur Verfügung gestellt waren. Die klaren Aufnahmen zeigten einen Tag aus dem Sportleben auf dem Panzerschiff „Deutschland", eine Begegnung mit ber U-Boot-Flottille Weddigen, sowie andere Elnzelhei- ten aus dem Leben unserer Kriegsmarine. 2m Anschluß daran wurde ein Film gezeigt, der in enger Zusammenfassung die letzten Tage vor Kriegsbegmn im deutschen Danzig zeigte, die Befreiung Danzigs mit der Räumung des polnischen Postgebaudes den Einmarsch in Polen, Gefechtshandlungen unserer Truppen, der Luftwaffe und nicht zuletzt der Kriegsmarine brachte. In einem kleineren Film wurde die seinerzeitige Reise des Führers nach Italien ms Gedächtnis zurückgerufen und insbesondere ausführlich die Parade der italienischen Flotte vor Führer, Duce und dem italienischen König gezeigt. Zwei lustige Erlebnisse des „Hein Priembacke" in Afrika mit ben Negern und mit einem Sägefisch erfreuten insbesondere die anwesende Jugend. Die gleichen Bildstreifen wurden bereits am Sonntag früh m Marineheim der Gießener Marine-Hitler-Jugend gezeigt und freudig ausgenommen.
fentlichkeit hinauszutragen. Ich arbeite hier richtig Habe ich mir nach Jahren ernster Arbeit hier eine efte und geachtete Stellung geschaffen, werde ich Oen Kampf um meinen Jungen zum anderen Male beginnen. Und dann habe ich meinen Gegnern jede Angriffsmöglichkeit entzogen ... die sie ja in der Unbeständigkeit meines früheren Lebens zu haben meinten."
Da drin stand Luise Domtat treten dem Chemiker Doktor Mainz und hielt die schmale Phiole mit der mattgrünen Flüssigkeit prüfend geaen das Licht. Sie bewegte die Glasröhre langsam dicht vor ihrem Gesicht. Sie sagte: „Da ist noch eine ganz eigenartige animalische Note dabei, Doktor ..."
Ein feines Lächeln spielte um den schmalen Mund des schlanken älteren Mannes. „Mag unsere neue Schöpfung die Entfaltung der Liebe begünstigen und vernefen! Wie sagte doch Rousseau ... der Geruch ist der Sinn der Phantasie ... Und ich hoffe, unser Doktor wird es auch fein. Ich schicke heute die Proben nach Neuyork ..."
„Haben Sie auch schon über einen Namen für unsere neue Schöpfung nachgedacht, Frau Domkat? fragte Matthias Heitfeld von der Tür her und trat mit dem Reklamezeichner ein.
Luise wandte sich um. Sie antwortete: „Nachgedacht schon ... aber ..."
Sie stockte. Sie erkannte den Mann, der da neben dem Chef stand.
Beppo Brehm wollte gerade lebhaft und sehr erstaunt auf Luise zutreten. Er wollte fragen, wieso Frau Domkat hier bei den Heitfelds Parfüme prüfte? Der Konni in Wien hatte sich damals vor mehr als einem Jahr ihre Mreise nach Unbekannt durchaus nicht erklären können.
Mer ein seltsam strenger und fordernder Ausdruck in den braunen Augen der Frau ließ ihn die Frage unterdrücken und schweigen.
Matthias Heitfeld wandte sich wieder an Brehm. Er machte ihn mit seinen Mitarbeitern bekannt. Er hatte ein freundliches Lächeln des Lobes, als er sagte: „Meine Sekretärin Frau Domkat hat ein außerordentlich sicheres Geruchsgedächtnis. Das findet man sehr selten. Wir hörten eben Ihr Urteil, Frau Domkat ... und wenn Sie einmal einen besonders originellen und künstlerischen Gedanken be- züglich unseres Werbematerials haben sollten .. - dafür ist von jetzt ab für unser Haus Herr Brehm zuständig." w _
Ein Angestellter trat ein: „Ein Telegramm, Herr
Brehm schüttelte den Kopf. Er verstand das nicht. „5>at man schon etwas erlebt ... eine im Ausstieg befindliche Künstlerin verschwindet auf einmal ... läßt einfach alle Chancen sausen ... und weshalb? Weil da ein paar ganz erbärmliche Spießer ...
„Seien Sie still, Brehm", sagte Luise. „2rgenö
Bauerscher Gesangverein Gießen; 70 2ahre „Polw Hymnia/Lieberkranz" Beuern und^ „Eintracht Watzenborn-Steinberg: 60 Jahre „Viktoria Garbenteich und „Germania" Großen-Lmden; 55 „Frohsinn" Quartettverein Gießen, „Eintracht Hausen, „Konkordia" Rödgen; 40 Jahre "A^rirui^ Odenh aus en; und 30 Jähre Gesangsabteilung der Lokomotivführer Gießen.
Im vergangenen Jahre konnte wieder eine Anzahl Sängerkaweraden mit Ehrenzeichen bedacht werden. Für 25jährige Vorstandstätigkeit wurden Wilhelm ©paar, Gesangverein Mainzlar, anheim Wadenpfuhl und Fritz L o tz v o m Bauer- schen Gesangverein Gießen und Heinrich Ko ob von der Sängervereinigung Lollar ausgezeichnet, tfur über 40jährige aktive Sängertätigkeit wurden mit Auszeichnungen bedacht: A. K u l bach, Gesangverein „Frohsinn" Garbenteich, Ludwig Schwan d t und Georg Häuser, „Eintracht" Watzenborn-Steinberg, Ludwig Schmidt IV. und Heinrich B u r - g e r, „Sängerkranz" Watzenborn-Steinberg, Justus Krafthöfer, Bauerscher Gesangverein Gießen, K. Bechthold und Ludwig Röhrshelm, Liederkranz" Odenhausen und Heinrich Bierau von der Sängervereinigung Lollar. Für 50 Jahre aktiver Sängerschaft wurden Karl S ch m i d t vom Bauer- schen Gesangverein, sowie Heinrich Esptch uno Peter Freudenberger von ber Sangervereini- gung Lollar ausgezeichnet. Zu Ehrenchormeistern des Gaues XII wurden Georg Burger, Watzenborn-Steinberg, und Heinrich Mayer, Gießen
ern schönes Bild ober eine bezaubernde Musik Hervorrufen ..." r.
„Und alle für liebliche Gerüche unempfindliche Menschen sind mittelmäßige Leute! ... erklärte ein Franzose in seiner Philosophie des Parfüms", jagte Luise.
Brehm lachte: „Man hat hier, fo scheint es, bie Kunst von allen Setten studiert!"
„Das hat man. Darauf können Sie sich verlassen!" bestätigte Matthias Heitfeld und fuhr fort: „Und, Herr Brehm, dabei haben Sie irgendwelche Fragen über Zusammenhänge, Herkunft, Herstellung, die Ihnen für Ihre Arbeit bienen können, fv wenden Sie sich nur an Herrn Doktor Mainz ober an Frau Domkat."
Luise zog den weißen Kittel aus, den sie immer hier im Laboratorium trug. Sie wandte sich nun ebenfalls an Brehm: „Wenn Sie nachher noch einmal zu mir hereinkommen wollten, Herr Brem ... ich möchte Ihnen bie letzte Nummer unserer Fachzeitschrift zeigen. Sie wird Sie interessieren. Sie enthält fabelhafte Abbildungen französischer Luxus- flaschen ..."
„Und da haben Sie nun gedacht, ich hätte irgend etwas ausgefressen!" sagte Luise Domkat etwas später mit einem kleinen Lächeln um den schönen Mund zu dem Zeichner.
Sie saßen in Luisens Arbeitsraum. Frische Blumen schmückten ben runden Tisch, ben ein paar <5effel umstanden.
Brehm hab abwehrend bie 5)anb: „Gar nix hab ich mir gedacht. Bloß maßlos erstaunt war ich vorhin babrinnen in eurer Zauberküche. Unb ich hätte Sie auch gleich freubig als alter Bekannter begrüßt ... grüß (Sott, gnädige Frau ..."
„Na ..." lächelte Luise, „alter Bekannter ..."
Beppo Brehm zwang das heitere, übermütige Gesicht zu einem vorwurfsvollen Ernst: „Na ja, damals in Magdeburg haben Sie mich mit meiner „Libelle" elendig aufsitzen lassen! Das Donner- weiter war grausig, als ich dem Konni melden mußte. Sie wären mir auf und davon unb kämen mit der Bahn unb natürlich einen Tag später nach Wien zurück ..."
Luise wehrte ab. Das waren alte Geschichten.
Beppo Brehm wollte nun bock wissen, wie das alles zusammenhing. Wie lange betätigte sich Luise Domkat benn hier schon als Mädchen im Vorzimmer?
„Als Mitarbeiterin der Parfümerie Heitfeld!" sagte Luise. In ihrer weicken, tiefen Stimme schwang ein ernster Ton, „Uno ich bitte Sie, Herr : Brehm» diese Begegnung mit mir nicht in die Oef-
ben. Er sprach dort in dem vollbesetzten großen Saale ber Gastwirtschaft von Schaum zu ben aufmerksam lauschenden Besuchern. Neben ben Männern der Formationen der Bewegung sah man aud) viele Soldaten und die Kameraden der Nv.-Krie- gerkameradschaft inmitten der großen Menschenmenge. Kreisleiter Backhaus gab den Männern unb Frauen einen umfassenden Ueberblick, bei dem er bie Entwicklung im Verlaufe ber letzten Monate mit ihren weitreichenden Entscheidungen, wie auch bie Stellung und die Verpflichtung der Heimat klar unb überzeugend schilderte. Er gab auch einen Einblick in das weitreichende Arbeitsfeld ber Partei, die mit ihren vielseitigen Betreuungsaufgaben im Dienste b-er Heimat front tätig ist. Die Darlegungen des Kreisleiters wurden mit starkem Beifall ausgenommen. ■ , ...
In Lich sprach am gestrigen Sonntagnachmittag in ber vollbesetzten Turnhalle Gauamtsletter Haug zu ben aufmerksam lauschenden Hörern Über das Thema „Das nationalsozialistische Deutschland im Kriege". Der Redner gab seiner Heimatgemeinde nach jeder Richtung hin ein erschöpfendes und klares Bild unserer politischen und militärischen Lage, zugleich machte er in überzeugender Weise bie besonderen Verpflichtungen der Heimatfront deut- sich. Starker Beifall dankte ihm für seine fesselnden Darlegungen.
3n Alten-Buseck sprach im Saale von Einhäuser Kreisgeschäftsführer Wagner (Gießen), in Leihgestern sprach Pg. Reitz aus Gießen Auch diese Versammlungen waren stark besucht und vermittelten den Hörern dankbar begrüßte Aufklärung.
KdF.-Varieie-Kunst für Soldaten.
2m Saale des Casö Leib verbrachten am Samstagnachmittag und am Samstagabend Zahlreiche Soldaten einige unterhaltsame Stunden. Die R^G. ^raft durch Freude" veranstaltete zwei Variete- Vorstellungen, die eine Fülle scköner künstlerischer Darbietungen brachten. Die Soldaten waren dankbare Zuschauer und Zuhörer. Die kleine Gemem- schäft der Künstler, die sich unter dem Titel „Die Grillenfänger" zusammen getan hatte, gab sich alle Mühe. Die beiden Schwestern Milto n erfreuten mit graziösen und sehr geschmackvollen Tanzschop- funaen. Die beiden Künstlerinnen Senta und Margot warteten mit musikalischen Leckerbissen auf und erwiesen sich als glänzend vertraut mit ihren Blasinstrumenten Piston, Saxophon, Posaune und Fagott. Eine weitere unterhaltsame Darbietung ©ermittelten die drei So undys, die mit klassischer Musik in humorvoller Verbrämung viel Beifall errangen Schließlich wurden auch bie Schattenspiele mit großer Geschicklichkeit aufgeführt, eine Quelle reiner Freude. Als Ansager wirkte C. H. Riehl mit, der mit lustigen Schnurren aufwartete.
Filme im Gießener Marineheim.
Heitfeld." ,, , m .
Matthias HeitseD öffnete den schmalen Papier- streifen. Ein froher Schein ging über fein kluges, energisches Gesicht. Er sagte zu dem Chemiker: „Die Proben des neuen Parfums können hierbleiben, Herr Doktor. Mein Sohn kommt her. Er kabelt von der .Bremen'. Er ist also schon auf dem Wege zu uns. Mer weshalb ich mit Herrn Brehm zu Ihnen kam ... er soll Proben von ben Parfüms bekommen, für bie er jetzt Werbematerial zeichnet."
Der schlanke Chemiker nickte: „Richtig! Die Eindrücke des Geruchs können mit denen wetteifern» die
Unter Beteiligung der Vertreter fast aller Der- ! eine des (Sängerfreifes Gießen, des Provinzfuhrers 1 Wendler - Bad-Nauheim, des Gauchormeisters Professor Dr. Temesväry und des Kreisvor- 1 ftandes des Sängerkreises Gießen fand am geftrt- , gen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld zu Gießen der Kreissängertag statt.
Sängerkreis führe r Müller (Gießen) h^eß bie Kameraden willkommen und hielt, nachdem ber Deutsche Sängergruß verklungen unb der im ver- gangenen Jahre verstorbenen Sanger, sowie Der gefallenen Helden gedacht war, eine kurze Ansprache. Er stellte dabei besonders bie Forderung heraus, unter allen Umständen das wertvolle Kulturgut des deutschen Liedes zu erhalten. Wenn es auch schwer sei, gegenwärtig einen regelrechten Sincsstundenbetrieb durchzuführen, so Dürfe doch Nichts versäumt werden, Den deutschen Mannerge- fang mit um fo mehr Hingabe weiter zu pflegen. Aus dem Sängerkreis Gießen stehen 700 Sanger und 8 Chormeister unter den Fahnen. SBo mehrere Vereine in einem Orte feien, lasse es sich bestimmt ermöglichen, regelmäßige Singstunden zu veranstalten. Sängerkreisführer Muller stattete zum Schluß seiner kurzen Ansprache allen Mit- arbeitem an der Sängersache herzlichen Dank ab.
Im weiteren Verkaufe der Versammlung gab Sängerkreisführer Müller den von Schriftführer Geldmacher verfaßten Jahresbericht Uber die Arbeit im Geschäftsjahre 1938/39 zur Kenntnis. Mit großer Freude wurde bie Mitteilung ausgenommen, daß ber Sängerkreis einen Zugang von Wer 100 Mitgliedern verzeichnen konnte. Im Jahre 1937 wurden 6540, im Jahre 1938 über 6649 Sänger gezählt. Im Kreis Gießen bestehen 61 Gesangvereine, die sich auf 37 Orte verteilen. Es wurden zwei Leistungssingen (in Großen-Linden und in Heuchelheim) durchgeführt, an denen sich insgesamt 40 Vereine bereinigten. Ein Wertungssingen sand in Rod- gen statt. Die Veranstaltungen trugen wesentlich zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls frei. Innerhalb des Kreises wurden 18 Konzerte abgehalten und 54 Unterhaltungsabende wurden als veranstaltet gemeldet. Bei 27 Parteiveranstaltungen wirkten lüe Gesangvereine mit, frei 46 weiteren Veranstaltungen trugen bie Sänger durch ihre Lieder zur Verschönerung frei. Auch für bas Winterhilfswerk setzten sich die Gesangvereine des Kreises Gießen nachdrücklich ein unb vermochten dem Winterhilfswerk den stattlichen Betrag von 1696,43 Reichsmark abzuführen. Aus Anlaß Des Tages des deutschen Liedes stellten fick sämtliche Vereine des Kreises in den Dienst der edlen Sache.
Im Rahmen des Geschäftsberichtes wurde den Dereinsveriretern auch ein zahlenmäßiger lieber, blick über den Umfang der Sängerfache innerhalb ■ der Volksgemeinschaft gegeben. Interessant war zu- : nächst die Ausstellung der Stärke der einzelnen Vereine. Hier ergaben sich folgende Zahlen:
, i Verein 10—19 aktive Sänger unb Sängerinnen
berufenem Munde als musterhaft innerhalb b« Gaues Hessen bezeichnet werden konnten. In kurzen Zügen berichtete der Kreischormeister noch über den Verlauf ber beiben Leistungssmgen, unb er stellte babei ben Kampfgebanken in ben Vordergrund, der zu immer besseren Leistungen °nsporne Er ermahnte bie Sänger, unbebmgt ihre Pflicht zu tun und all das zu erhalten, was bie Kameraden, bie nun an ber Front stehen, mit aufgebaut hatten.
Schatzmeister Latsch erstattete ben Kassenbericht, der einen günstigen Stand ber Kasse auswies. Nach bem Bericht ber Kassenprüfer würbe die Rechnung in bester Ordnung befunden und dem Schatzmeister einmütig Entlastung erteilt.
In ben Kreisvorstand wurden die Kameraden Seiffert (Presse) und Klöß (2.Schriftführer)
neu aufgenommen. . , ,
2m Rahmen der Versammlung unb des laufenden Geschäftsjahres wurden dann verschiedene Sänger durch bie Ueberreichung von Ehrennadeln ausgezeichnet. Für rsjithrtge Varstandstatigkeit wuroe Franz Adam vom Großschen Mannerchor geehrt. Ferner wurden Wilhelm Daß („Germania Lanq-Göns), Jakob Philipp („Frohsinn-Quar-
-Verein" Gießen), Wilhelm 2una unb ©eorg Selten („Eintracht" Leihgestern) für 40jal)rige aktive Sangestätiakeit ausgezeichnet.
2m weiteren Verlauf hielt der Gauchormeister Professor Dr. Teme svary eine aufmunternbe Ansprache, Provinzsängerführer Wendler (Bad- nauheim) sprach bem Sängerkreis Gießen tn seiner Gesamtheit Worte ber herzlichen Anerkennung für die geleistete Arbeit und ben Geist, der sie alle be. feele, aus. Seine Worte gipfelten in der Parolel
Den Angehörigen von kriegsgefangenen Soldaten in Feindesland soll der Postverkehr möglichst erleichtert werden. Es sind aber folgende Bestimmungen genau zu beachten:
Briefe haben bis auf weiteres bie Aufschrift „Kriegsgefangenenpost" und „gebührenfrei" zu tragen und Dürfen Nicht über 250 Gramm wiegen. Briefumschläge sollen nicht gefüttert fein und find vorteilhaft offen zu lassen. Ein Zwang hierzu besteht jedocy Nicht.
Einseitige Beschreibung von höchstens vier Bogen mit Schreibmaschine ober in lateinischer Handschrift ist erwünscht, 'jedoch nicht zwingend.
Die ben Angehörigen bekanntgegebene Anschrift des Kriegsgefangenen ist genau unb sorgfältig anzugeben (Name, Gefangenen- und Lagernummer, Land). Der Absender ist auf ber Rückseite zu vermerken. Die Briefe ober Postkarten werden portofrei befördert unb können in jeden Briefkasten gesteckt werden.
Es wird im Interesse des Kriegsgefangenen empfohlen, keine Mitteilungen ober solche Einlagen M machen, welche bie Beförderung des Briefes auf- halten könnten.
Geldsendungen an Kriegsgefangene sind vorläufig nicht zugelafsen. lieber Paketsendungen, die vorläufig noch nicht zugelassen sind, erfolgen demnächst Bestimmungen.
Die Zivilinternierten in Feindesland werden von der deutschen Dostverwaltung ben Kriegsgefangenen gleichgestellt, lieber die Form des Postverkehrs wird folgendes frekanntgegefren:
1. Driefsenbungen (Briefe und Postkarten) an Zivilinternierte, deren genaue Inter vierte nanf chrift bereits bekannt ist, können gebührenfrei bei jeder
Postanstalt aufgegeben werden._____________________


