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Nr. 272 Erstes Matt

189. Jahrgang

Montag, 20. November 1939

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jeden

Tag noch weiter ausgebeut.

ischen

Frankreichs Luftwaffe

unter britischem Oberbefehl

Oer interalliierte Oberste Kriegsrat beschließt wirtschaftliche Zusammenarbeit.

irre

Krieg

machen lassen.

Französische Befestigungen hinter der Maginot-Linie.

Französische Finanzsorgen

Wachsende Belastung des französischen Volkes.

sicher die Finanzlage selbst von durchaus wohl­wollenden Politikern angesehen wird, ergibt sich u. a. aus dem Hinweis eines rechtsstehenden Blattes, des Journal", daß es nur den von Paul Rcynaud teil­weise schon vor Kriegsausbruch ergriffenen steuer­lichen und sonstigen Maßnahmen zu verdanken ge­wesen sei, daß Frankreich ein allgemeines Moratorium mit allen seinen schwerwiegenden Folgen erspart geblieben ist.

In der französischen Presse, die so lange immer etwas Neues über die bevorstehenden Ab­sichten Deutschlands, über phantastische militärische Pläne gegenüber den Neutralen usw. zu berichten mußt, ist es um all diese Dinge ziemlich still gewor­den. Manche Kreise empfinden nach denLeistun­gen" auf journalistischem Gebiet, die man in der letzten Zeit in dieser Hinsicht erlebt hat, eine leichte Beschämung. So macht sich imOeuvre" ein unab­hängiger Journalist über die Lawinen von Falschmeldungen, die sich in den letzten Wochen in bezug auf die angeblichen militärischen Absichten Deutschlands und angeblichen Vorgänge in Deutschland über die Pariser Presse ergossen haben, lustig. Der Journalist stellt, die Frage, wor­auf dieserunglaubliche Alarm" beruht habe, der die Angehörigen und die Leiter von vier Nationen durcheinandergewirbelt habe. Die Antwort könnte dem erwähnten Journalisten vielleicht von manchen Stellen der französischen und der englischen Propa­gandabüros erteilt werden. Sie werden sich aber wohl davor hüten.

Paris, 19. Nov. (Europapreß.) DerPetit Pa- rifien" berichtet, daß hinter der Maginot-Linie eine durchgehende Linie von Befestigun-

über dem gef amten französ

der inneren französischen Front der sog.Defai­tismus" darstellt, hat die Regierung in einer neuen Verordnung Maßnahmen getroffen, die es ihr erlauben sollen, mitaller Schärfe und ohne große Prozeduren" durchzugreifen. In Paris sind 150 Organisationen, die in dem Ver­dacht stehen,defaitischen" Verbänden ang.efd)loffen zu sein, durch Gerichtsbeschluß aufgelöst wor­den, an der Spitze der Verband der Arbeiterge­werkschaften von Paris und Umgebung, die Spitzen­organisation aller Arbeiterverbände.

In dem allgemeinen Kampf gegen die Urheber des Defaitismus in Frankreich sollen sich nunmehr auch die französischen Gewerkschaften aktiv beteiligen. In jeder Woche soll von nun ab ein Aufruf durch den Rundfunk verbreitet wer­den, in dem die Arbeiter davor gewarnt werden sollen, dem Defaitismus zu erliegen. In dem ersten Aufruf heißt es, die schnelle Aufeinanderfolge der Ereignisse zwinge die Hilfstruppe der Moskauer Regierung, in Frankreich ihre Bemühungen zu ver­doppeln. Die Bevölkerung dürfe sich aber durch die in den Flugschriften ausgegebenen Parolen nicht

Berlin, 18. Nov. (DNB.) Dr. Rodert Ley erließ an die Schaffenden Großdeutschlands folgen- den Ausruf:

Arbeiter und Arbeiterinnen!

Vereitelter Luftangriff auf Wilhelmshaven.

Deutsche Flugzeuge über dem gesamten französischen Luftraum.

Berlin, 18. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3nt Westen geringe örtliche Spät)trupptätig- feit. Der Versuch dreier britischer Flugzeuge, Wil­helmshaven anzugreifen, wurde durch recht­zeitig einsehende Abwehr vereitelt. Bomben wurden nicht abgeworfen. Eigene Flugzeuge klärten

ren und schwierigeren Aufgaben zu meistern, das bedeutet etwas.

Ich greife aus der unendlichen Fülle nur einige wenige Beispiele heraus:

Die Ernährung unseres Volkes. Wir wissen, daß die Ernährung unseres Volkes einen Engpaß in der Inneren Front bedeutet. Besonders bann, wenn uns England durch feine teuflische und hundsgemeine Hungerblockade die Gurgel abdrehen will. Deshalb war die erste Kriegsmaßnahme die Einführung der Bezugscheine und Le­bensmittelkarten. Um ja dem Volke keiner­lei falsche Hoffnungen vorzutäuschen, legte man die engsten Stellen des Engpasses, b. h. die kleinsten Portionen von Fleisch, Fett und Brot usw. an den Beginn bes Krieges. Heute, nach zehn Wochen Krieg, stellen wir alle mit Genugtuung unb auch mit Stolz fest, bah sich bie Portionen er­höht haben, daß alle satt werben und baß Lang- unb Nacht-, Schwer- unb Schwerstarbeiter besonders gut unb unbedingt reichlich beliefert wer­ben. 1914 bis 1918 war es leiber umgekehrt. Erst aßen und lebten wir aus dem Vollen, bann wurde rationiert, die Portionen verkleinerten sich mit je- bem neuen Kriegsmonat, unb schließlich mußten wir aus Hunger unb aus Mangel an Voraussicht kapitulieren. England, wir Deutsche haben gelernt, beine Blockade schreckt uns nicht mehr!

Probuktions-, Wirtschafts- und So» z i a l p o l i t i k. Die Umstelluna der normalen Wirt­schaft und Produktion auf die Kriegswirtschaft, d. h. die Verminderung der Produktion ledensum

gen geschaffen worden sei. An manchen Stellen liege hinter dieser zweiten Linie noch eine dritte Verteidigungslinie. Diese Anlagen würden

Betriebsführer unb Gefolgschaft! Schaffende in Stadt und Land!

Der uns von England aufgezwungene _ dauert nun zehn Wochen. Es ist also möglich, eine vorläufige Zwischenbilanz über den Erfolg und über die weiteren Aussichten zu machen. Unser unverrückbares Ziel ist: Sieg, Sieg und nochmals Sieg und damit die endgültige Niederwerfung Englands und der Herr­schaft seines Geldsackes über die übrigen Völker des Erdballes. Sozialismus gegen Kapita­lismus! Das ist unser Schlachtruf.

Ziehen wir als klar denkende Menschen bie Zwi­schenbilanz ber ersten zehn Wochen.

1. In einem beispiellosen Blitzkrieg war die polnische Armee von der bas belgische Militärblatt noch am 3. September 1939 schrieb, daß sie eine der stärksten Armeen ber Welt unb ber deutschen Armee bei weitem überlegen sei v ö l - lig vernichtet.Englanb ist keine Insel mehr! Die Erfolge unserer Flotte, msonderhett ber U-Boote, unb bie Siege unserer Luft­waffe reihen sich roürbig an bie einmaligen (Er­folge im Osten. Unb der W e st w a l l? Nun, es hat sich gelohnt, daß Ihr Westwallarbeiter seit Jahren Opfer unb Entbehrungen, Dienstverpflichtung und Mehrleistung auf Euch genommen habt!

2. Die englische Einkreisung ist ge­brochen. Armes England! Wie schön war es doch

An die Schaffenden Großdenischlands

Ein Aufruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley.

im Jahre 1914, wo man mit 45 Bundesgenossen eine frisch-fröhliche Treibjagd auf das edle deutsche Wild abhalten konnte. Vorbei, vorbei ...

3. Die Innere Front! Der Weltkrieg hat uns gelehrt, daß es nicht genügt, tapfere Soldaten zu haben unb gute Waffen zu besitzen, fonbern daß ein moberner Krieg ein totaler Krieg ist, baß alle baran teilnehmen, und baß beshalb bas gesamte Volk in ber besten seelischen und körperlichen Ver­fassung zu sein hat und darin erhalten wer­ben muß. Jeber Krieg bebeutet eine völlige Um­stellung bes Lebens. Alle Bedürfnisse und Wünsche ber Menschen müssen vor dem einzigen Ziel: Stär­kung der militärischen Kraft der Nation, zurück­stehen. Aber ebenso müssen alle Quellen zur Er­haltung und Entfaltung der Gesamtkraft der Na­tion erschlossen werden. Das hat man 1914 nicht erkannt. Zum Beispiel: Welche Kraft liegt darin, in einer solchen schweren Zeit bem Volke ben uner­schöpflichen Born seiner herrlichen Kultur zugänglich zu machen. 1914 untersagte man jede Freude, heute Öffnet man bie Tempel ber Kunst, und man stellt fest, baß die Nation in vollen Zügen aus bem Quell seiner Natur trinkt unb in Anstand genießt. D i e Innere Front steht!

Jehl muß die Partei Adolf Hitlers wieder mal ihr Daseinsrechl beweisen. Und sie b e w e i st es! Was bedeutet es schon, wenn eine Organisation in einer normalen Zeit ihre Aufgaben löst? Gar nichts! Jedoch jetzt mit weit verringertem Apparat die weitaus große-

Raum auf.

Lebhaftes Sewehrfeuer an der Oberrheinfront.

Berlin, 19. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der O b e r r h e i n f r o n t an einer Stelle beiderseits lebhaftes Waschinengewehr- und Gewehrfeuer: an den übrigen Stellen der Front Ruhe; nur örtliche Artillerielätigkeil. Die Luftwaffe setzte ihre Ausklarungstaligkeit über Frankreich fort.

Der Montagsbericht:

Keine besonderen Ereignisse.

Berlin, 20. November. (DNB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

keine besonderen Ereignisse.

Südostsrankreich unter dem Eindruck des großen Lustalarms.

Genf, 19. Nov. (Europapreß.) Die gesamte fran- zösische Provinzpresse stand unter bem Eindruck bes großen ßu ft al ar ms, unter bem bas Gebiet zwischen ben Alpen unb ber Rhone am Freitag zweimal gestanden hat. Die Zeitungen ber südostfranzösischen Provinzstäbte, in denen zum größten Teil erstmalig seit Beginn bes Krieges bie Alarmsirenen in Tätigkeit gesetzt würben, tadeln das schlechte Verhalten der Bevölke­rung wahrend bes Luftschutzalarms. Der Ober­bürgermeister von Grenoble hat strengste Stra­fen angebroht, wenn keine Aenberung in bem Ver­halten ber Bevölkerung eintrete. Der Aufruf ver­weist besonders auf die Splitter der Flak- geschosse. lieber 500 berartiger Granaten seien über ber Stabt krepiert und ihre Splitter in bie Stadt gefallen. Daß bei ben vielen Tausenden bieser Splitter, die manchmal bis zu 1 kg wögen, keine Opfer zu verzeichnen seien, sei ein reiner Zufall.

Im allgemeinen hat nach den Meldungen der süd­französischen ZeitungNouvelliste" und desPetit Dauphinois" (Lyon) ber Luftschutzalarm die Bevöl­kerung in ungeheure Aufregung versetzt. Bisher hätte man ihr nämlich erzählt, daß sie vor Luftangriffen geschützt sei. Zum Teil sei durch die Luftabwehrgeschütze erheblicher Schaden angerichtet worden. Dagegen habe man von den Flugzeugen, die man in den Städten zwi­schen der schweizerischen Grenze und Marseille ge­hört habe, keine Spur mehr entdecken können.

Paris, 19. Nov. (Europapreß.) Die französische presse hat bisher kaum mit einer Andeutung er« »ahnt, auf welche Weise der Krieg finanziert »erden soll, der von der Regierung auf Anstiften Englands gegen das Deutsche Reich geführt wird. Mit vielen schmeichelhaften Worten hat man über ie Einbringung des Budgets für das Jahr 1940 in ber Finanzkommission der Kammer berichtet. Der Staatshaushalt ist auf dem Papier mit je 9 Milliarden Franken in Einnahmen und Aus­gaben ausgeglichen. Von den eigentlichen Kriegs- Ausgaben umfaßt dieser Haushalt jedoch lebig« ich bie Familienunterstützungen für die zum Heeves- : ienft eingezogenen Soldaten in Höhe von etwa 5 Milliarden Franken, die zu alledem nur sehr unregelmäßig ausgezahlt werden, sowie die Milliar- .'-enkosten, die die Räumung des Gebietes hinter : er Frontlinie, d. h. also des größten Teiles von Asaß-Lothringen verursacht hat. Ueber die Methoden ;ur Deckung der militärischen Ausgaben, die etwa .5 bis 30 Milliarden Franken im Monat betragen tiirften, hüllt man sich vorläufig in Schweigen.

Dem französischen Steuerzahler werden täglich neue P o st e n der Rechnung präsentiert, die ber Krieg für bas französische Volk bedeutet. Nachdem <ft' vor einigen Tagen bie Preise für bie Tabakwaren um 30 bis 40 v. H. erhöht mor­gen sind, wird jetzt eine neue Erhöhung der 3o st gebühren angefünbigt, die schon seit ber Zeit ber Volksfrontregierungen mehrfach höher ge« Atzt worben waren. Wie weit bei allem bie Be« Qftung des französischen Volkes geht und wie un-

Ein frommer Selbstbetrug.

Äon unterer Berliner Schristleiiung.

Englische und französische Zeitungen bekommt man in Deutschland nicht zu lesen. Das ist eine selbstverständliche Folge des Kriegszustandes. Ader aus den neutralen Ländern wissen wir, wie die Feindpresse heute aussieht. Sie besteht zu einem Teil aus weißen Flecken, den Svuren des gestrengen Zensors, zum andern Teil aus Leserbriefen, veschwo- renben Mahnungen und Untersuchungen, die sich mit den Mißständen in den alliierten Ländern befassen, zum dritten Teil aus phantasievollen Berichten über die angeblich von Tag zu Tag schlechter werdenden Verhältnisse im Deutschen Reich. Es sind im wesent­lichen diese drei Bestandteile, aus denen sich bie gei­stige Nahrung für bas Leserpublikum in ben krieg« führenden Demokratien zusammensetzt.

Die Mischung kommt, wie man leicht einsehen wird, nicht von ungefähr. Denn es ist klar, daß die Tintenkulis der westlichen Plutokratie um so hef­tiger auf die Tube ihres Lügengeistes drücken, je mehr die Mißstimmung bei den Untertanen der Gelddiktatur und damit auch der unbcbriufte Raum in den Gazetten wächst. So haben sich auch in den letzten Wochen wieder wahre Sturmfluten der Lüge über das englische und französische Volk ergossen, Sturmfluten, von denen man wohl hoffte, daß in ihnen der kritische Sinn der Massen vollends erstickt werde. Denn diese Lügen beschäftigten sich ja mit Deutschland und konnten daher von ben einfachen Leuten in London und Paris auch nicht nachgeprüft werden. Sie dienten mir einem inner- politischen Zweck und hatten allenfalls die Aufgabe, auch die öffentliche Meinung in den neutralen Län­dern zu beeinflussen. Wir wurden durch diese arm­seligen Manöver nicht berührt, ja wir erblicken in ihnen geradezu ein Zeichen dafür, daß in Eng­land und Frankreich höchst unerfreuliche Dinge pas­siert sein müssen.

Der Inhalt der neuen feindlichen Hetz- und Greuelmeldungen bewegt sich in dem seit Jahren üblichen Rahmen. Es wird von Meutereien, Un­stimmigkeiten unter den führenden Persönlichkeiten Deutschlands, Erschießungen hoher Offiziere, Er­müdungserscheinungen in der Bevölkerung usw. ge­fabelt. Was sich die bezahlten Kreaturen des inter­nationalen Rüstungskapitals da aus ihren schmutzi­gen Pfoten gesaugt haben, bedarf kaum einer Widerlegung. Der Hinweis etwa auf die hervor­ragenden Sammelergebnisse des Winterhilfswerkes, auf die ständig ausverkauften Vorstellungen unse­rer Theater und Kinos, auf die steigenden Ge­burtenziffern und andere Ausdrucksformen ber deut­schen Zuversicht bürste auch für neutrale Augen genügen. Alle biefe Aeußerungen unseres öffent­lichen und privaten Lebens sind wahre Volks« a b ft i m m u n g e n , die den demokratischen Ver­leumdern die nötige Antwort erteilen.

Aber eine andere Beobachtung ist sehr interessant. Erinnern wir uns beispielsweise an die feindliche Lügenagitation im Februar 1938. Damals sollte es in Berlin zu Straßenkämpfen zwischen dem revol­tierenden Militär unb ber ff gekommen sein, ba« mals sollten Stachelbrahtverhaue auf bem Wilhelm- platz stehen, bamals sollten beutsche Generalstabs- offiziere über die Grenze geflüchtet sein und genau vier Wochen später erlaubte sich dieses von Aufruhr erfüllte, zusammenbrechenoe Reich die Kühnheit, aus der Dölkerbunbskolonie Oesterreich eine beutsche Ostmark zu machen. Aehnlich waren auch bie Ereignisse, bie von anberen Angriffen der bemo» kratischen Lügenhetzer ausgelöst würben. Wir ziehen aus bieser merkwürdigen Verquickung ber Dinge auch heute unsere Schlüsse. Uns scheint, ber jüngste Lügenfeldzug ber Feinbpresse war nichts anderes als ein frommer Selbstbetrug, geboren aus der Angst vor bem Kommenden. H. Evers.

London, 19. Nov. (Europapreß.) Der Inter- i Iliierte Oberste Kriegsrat hat am Freitag in London eine Sitzung abgehalten. Es wurde eine Mitteilung ausgegeben, in der es heißt, daß Fragen ter Luftkrieaführung, der Rohstoffversorgung und ter wirtschaftlichen Kriegführung besprochen war­ten seien. Die gesamte Kriegswirtschaft ter Westm ächte soll nach den bestehenden Plänen io ordiniert werden. Außerdem soll bas ganze Transport- und Konvoiwesen gleich- isschaltet und einheitlich verwaltet werden.

Das wichtigste Ergebnis des Obersten Kriegs- icites in Lonvon vom Freitag voriger Woche auf nilitär ifefjem Gebiet dürfte die Errichtung eines gemeinsamen Oberbefehls über iEe englischen und französischen L u f t st r e i t - > Izräfte in Frankreich sein. Oberbefehlshaber wird lüraussichtlich ein hoher Offizier der englischen Luftwaffe werden. Diese Lösung würde den englisch- r-anzösischen Generalstabsbesprechungen aus bem Frühjahr 1939 entsprechen. Damals war verein- hrt worden, daß bei Kriegsausbruch die oberste Leitung der Landstreitkräfte in den Händen tes Generals G a m e I i n liegen sollte, während (n englischer Luftmarschall bie ver« (nigten Luftstreitkräfte beider Mächte aus bem westlichen Kriegsschauplatz führen sollte. Benn bisher der zweite Teil der Vereinbarungen richt in die Tat umgesetzt worden ist, so hat das Limit in Zusammenhang gestand en, baß die Zahl ter bisher hinter ber Westfront stationierten eng« lßchen Fliegerformationen nicht ben französischen (rwartunaen entsprach und daß auch auf dem Ge­ltet des Luftkrieges bie Franzosen bah er den (cöfcten Teil ber Last auf sich nehmen muhten.

Die Opfer gerecht verteilt."

Französische Forderung in London.

Rom, 19. Nov. (Europapreß.) Die römische reffe berichtet: Während die Westmächte bisher i e geistigen und materiellen Hilfskräfte Deutsch- l nds unterschätzt und geglaubt hätten, es tinne einen langen Kampf nicht durchstehen, hätten fie sich jetzt zu ber Ueberzeugung bekehren müssen, daß bas totalitäre Regime und der Opfergeist bes putschen Volkes bas Deutsche Reich im Gegenteil dnzu befähigten, auch einen langen Krieg ZL führen. Die Alliierten seien baher gezwungen ge­wesen, diesen schwerwiegenden Feststellungen Rech­nung zu tragen. Sie glaubten, diese Möglichkeit ir einer Verstärkung ber gegenseitigen Zusammenarbeit zu finben. Es sei wohl an« ^nehmen, daß Frankreich in diesem Zusammen- (nng in London England gegenüber eine ziem° l ch deutliche Sprache geführt haben dürfte, liie römischen Blätter sprechen davon, auf der Kon- firenz des Obersten Kriegsrats sei ausdrücklich ver- einbart worden,daß bie Opfer eines Kampfes unter ben beiben Nationen gerecht verteilt wer­den müßten". Das neue Abkommen stelle praktisch ene Art Zoll-Union für viele Waren und Er- zmgnisse dar und solle vor allem ben Versuch machen, eine Reihe von geradezu unerträglichen Rei­bungen abzustellen, die bisher zwischen ben beiben Staaten aufgetreten waren.

Gegen den ^Defaitismus" in Frankreich.

B r ü f f e 1, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ange« fchts der immer stärker werdenden Gefahr, die in