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Deckung. Noch einmal deckt sie das konzentrische Feuer aller Abwehrwaffen zu, dann ist von dem roten Angriff nichts mehr übrig. Leer liegt wieder das Gelände, übersät mit Granattrichtern, aber fest in der Hand der Verteidigung.

Schon eine halbe Stunde später ist der Führer wieder auf der Fahrt. Nun gilt die Inspektion der Pfälzer Südgrenze. Dicht wie die Bäume des Waldes stehen hier die Werke nebeneinander, oftmals noch nicht zehn Meter voneinander entfernt. Werk liegt neben Werk. Und vor diesen Werken er- sirecken sich die Sperren und die Fallen, Gräben und Mauern, die jeden Panzerwagenein­satz unmöglich machen, in mächtiger Tiefen­ausdehnung. Schon dunkelt der Abend. Noch immer prüft der Führer und inspiziert, beugt sich über Kar­ten und Baupläne, um dem deutschen Volk den Frieden zu erhalten. Erst die völlige Dunkelheit be­endet die heutige Inspektion. Don der Bevölkerung jubelnd begrüßt, trifft der Führer schließlich i n Karlsruhe ein, das festlich zum Empfange ge­schmückt ist.

Der Führer im Kreise von Partei und Wehrmacht.

Der Führer verbrachte den Mittwochabend in Karlsruhe imKreise derReichsleiterund Gauleiter der NSDAP., die anläßlich des Ab­schlusses ihrer Besichtigungsreise zu den Westbe- festigungen Gäste des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch , waren. Dieser be­grüßte den Führer mit einer Ansprache, in der er von der engen Verbundenheit von Par- tei undWehrmacht sprach, die diese Fahrt der Parteiführerschaft zum Westwall zu einem beson­deren inneren Erlebnis habe werden lassen. Die beiden tragenden Säulen des Reiches, Partei und Wehrmacht, seien ausgerichtet nachdem ge­meinsamen Vorbild, das soldatisches und politisches Führertum in höchster Vollendung in sich vereine. Der Generaloberst schloß mit dem Ausdruck des gemeinsamen Gelöbnisses, für olle Zu­kunft in u n e r s ch ü t t e r l i ch e r D e r b u n - denheit hinter dem Führer zu stehen.

Im Verlauf des Abends ergriff dann der Füh­rer das Wort zu Ausführungen, in denen er ein­leitend die Bedeutung des gewaltigen Schutzwalles im Westen umriß. Nach einem Ueberblick über die politische Lage gab er in eindrucksvollen Worten s-einerZuoersicht undseinem Glauben an die Unüberwindlichkeit des Rei­ch es Ausdruck. Wie er, so seien Volk. Partei und Wehrmacht von diesem Gla'uben erfüllt. Der Führer schloß mit einem Sieg- Heil auf die Zukunft des deutschen Volkes, in das die versammelte Führerschaft von Partei und Wehr­macht begeistert einstimmte.

Zwischen Schwarzwald und Rhein

Der Führer und Oberste Befehlshaber inspizierte am Himmelfahrtstage die Verteidigungsanlagen i m Raume zwischen Karlsruhe und Kehl. Bereits die ersten Morgenstunden bringen uns an den Rhein heran. Mächtig rauscht der gewaltige Strom dahin, eingerahmt von den weiten grünen Wiesen und den zahllosen Gehölz- und Gebüschgruppen, den viel­fältig verschlugenen Altwasser- und Sumpfgebieten, die den Rheinauen links und rechts des Stromes ein charakteristisches Gesicht verleihen. Die erste deutsche Befestigungslinie verläuft u n m i t t e Pb a r a m Stromufer. Schwere und schwerste Werke wechseln in kürzesten Abständen miteinander auf der ganzen Länge des Stromufers ab. Allein schon zahlenmäßig übertreffen die deutschen Befestigungs­anlagen dieser vordersten Linie die gegenüberliegen­den französischen um ein Vielfaches. Ein einziger Blick beweist diese Tatsache. Zwischen den deut­schen Panzeranlagen ziehen sich außerdem Sper­ren besonders hin. Hinter dem Panzerwerk staffeln sich in großer Tiefe weiter« vier hervorra­gend ausgebaute Abwehrlinien, die an Mächtigkeit und geschickter Benutzung und Steige­rung der natürlichen Hindernisse den großen Sperr- l'mien, die wir an den voraufgegangenen Besich­tigungstagen kennenlernten, nichts nachgeben.

Gegen Mittag schwenkt die Fahrtroute vom Rhein ostwärts sich in den Schwarzwald hinein. Hier liegen außer den großen Riegelstellungen der Panzerwerke und Gefechtsstände die Batteriestellun­gen, die Geschütze schwerer und schwerster Kaliber verbergen. Die Fahrt führt von einer Artillerie­stellung zur anderen. Immer schwerer werden die Geschütze, bis schließlich Geschütze größten Kalibers einen besonderen Höhepunkt bilden. Mehrfach holten in den einzelnen Werken sowohl der Kommandie­rende General der Grenztruppe, General der In­fanterie Waeger, als auch der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General der Infanterie von W i tz l e b e n , dem Führer eingehend Vortrag.

Dann geht die Fahrt wieder dem Rheine zu. Kehl ist das Ziel, die Stadt, die Straßburg gegenüberliegt. Die Plattform des das Stadt­bild beherrschenden Werkturmes einer Zellftoffabrik ist ein willkommener Platz, um von ihrer Höhe aus einen umfassenden Ueberblick über die deutschen Der- teidigungsanlagen in diesem Sektor zu gewinnen. Lange verweilt der Führer auf diesem Turm und betrachtet aufmerksam das Gelände, während die tosenden Heilrufe der Kehler Bevölkerung selbst bis in diese Höhe des Turmes hinaufschallen, wo der Führer steht, ein aufmerksamer Wächter über die Zukunft der deutschen Lande am Rhein, über die Sicherheit des großdeutschen Reiches.

Madrid

zur Siegesfeier gerüstet.

Madrid, 18. Mai. (Europapreß.). Seit Mitt­woch ist Madrid in ein Meer von Flaggen getaucht. Die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt Spaniens schickt sich an, mit ungeheurer Begeisterung den Einzug der siegreichen Truppen des Generals Franco bei der am Freitag erfolgenden großen Siegesparade zu feiern. Aus allen Schaufenstern grüßen Bilder des Caudillo und des von den Rotspaniern ermordeten Gründers der Fa- lanae, Ios6 Antonio Primo de Rivera. Hundert- tausende sind aus allen Teilen Spaniens in Ma­drid zusammengeströmt, um der Siegesparade bei­wohnen zu können. Man schätzt die Zahl der bis Himmelfahrt in die Hauptstadt gekommenen Men­schen auf 500 000; sie wird sich ,edoch am Freitag noch dadurch wesentlich erhöhen, daß dann auch die Bewohner der weiteren Umgebung der Hauptstadt in Madrid eingetroffen fein werden. Die Presse aller Länder ist vertreten. Ferner nehmen alle fremden Diplomaten teil. An der Parade sind unter Führung von Generalen, deren Namen nach 32 Kriegsmonaten aller Welt bekannt geworden sind, Abordnungen aller Armeekorps

in einer Stärke von über 200 000 Mann beteiligt. Einen besonderen Ehrenplatz werden die deut­schen und italienischen Freiwiligen einnehmen. Die Parade wird angeführt vom Ober­befehlshaber der Zentralarmee, General S a l i - q u e t. Die historische Bedeutung dieser Heerschau geht aus der Teilnahme aller Traditionsfah­nen der spanischen Geschichte hervor, unter denen Spaniens Unabhängigkeit geschmiedet wurde. So wird man die historische Fahne des Cid, die Fahne von Lepanto mit den Wappen des Columbus, sowie die Fahnen der einstigen spanischen Kolonien sehen. Unter den Fahnen aus dem letzten Kriege werden

die Fahne des Alkazars von Toledo, sowie die Fahne der Belagerten von Oviedo getragen werden. Der spanische Innenminister hat den 19. Mai zum Tag des Sieges" erklärt. Er wird in allen spanischen Städten und Dörfern festlich begangen. Am Vortage sollen religiöse Feiern veranstaltet wer­den. AmTage des Sieges" selbst wird in allen spanischen Garnisonen die Proklamation, die Gene­ral Franco vor Beginn des Kampfes in Spanien an das Volk gerichtet hatte, und der letzte Heeres­bericht mit der Meldung des endgültigen Sieges ücrlefen werden.

Der Gauleiter zumTag des Deutschen Handwerks

Männer und Frauen des deutschen Handwerks

In einer Zeit von gewaltiger geschichtlicher Be­deutung für unser Volk versammeln sich in der alten Reichs- und Handwerkerstadt Frankfurt a. M. erstmals im Rahmen des Großdeutschen Rei­ches die Vertreter des deutschen Handwerks. Ihnen gilt mein Gruß. Mit besonderer Freude begrüße ich die ins Reich zurückgekehrten deutschen Brüder aus dem Sudetenland, aus Böhmen und Mähren und aus dem Memelland. Unser deutsches Volk hat seit dem letzten Reichshandwerkertag eine große Bewährungsprobe durchlebt und sie in stärk­stem Einsatz durch Deutschlands Wehr- und Wirt­schaftsfreiheit b e ft a n b e n. Auch das deutsche Handwerk hat an dem großen Geschehen tätig mit- gearbeitet. Mit feinen Leistungen bei der Errichtung des Westwalles, beim Ausbau einer einsatzbereiten Organisation in der wieder zum Reich zurückgekehr­ten Ostmark und im Sudetenland hat es seine Lei­stungskraft, seinen Wert und Nutzen-r Volk und Reich unter eindeutigen Beweis gestellt.

Die (Erneuerung des Handwerks ist Wirklichkeit geworden. Sie ist das Werk der natio- nalsozialistischen Idee, das Werk des Füh­rers. Nur unter nationalsozialistischer Führung gemäß den Grundsätzen von Arbeit und Ehre und durch Leistungssteigerung auf allen Gebieten konnte das Handwerk wieder ein wichtiges und wertvolles Glied der deutschen Wirtschaft werden. Leistungs­steigerung: das muß auch immer weiter das bestim­mende Ziel des Handwerks sein. Alle Kräfte müssen für die ständige Verwirklichung dieser nationalsozia­listischen Grundforderung eingesetzt werden.

Im Gau Hessen-Nassau war das Hand­werk an den großen Aufgaben unserer Zeit beteiligt. Viele Betriebe haben als Einzelunternehmer oder als Arbeitsgemeinschaften mit anderen Betrieben mit ihrer Gefolgschaft im Westen gearbeitet. Landesliefe­

rungsgenossenschaften und Bauträgergesellschaften haben weiterhin als Instrumente zur Bewältigung von Groß-Aufträgen sich bewährt. Um die Leistung jedes einzelnen Handwerkers zu steigern, wird in unserer Gauhauptstadt demnächst die Landes- Gewerbeförderungsanstalt des rheiP- mainischen und kurhessischen Handwerks erstehen, tn der die Handwerker fachliche Förderung und Schu­lung erhalten werden, und die mit dazu beitragen wird, der handwerklichen Wertarbeit ihren Anteil an der deutschen Produktion zu sichern und zu er­weitern.

Die geschlossene Betriebseinheit der im Handwerk Schaffenden ist weiter vertieft worden durch die Betreuungsarbeit der handwerklichen Dienststellen in der DAF. Im Rahmen der deut­schen Schicksalsgemeinschaft werden auch in unserem Gebiet soziale Selb st Hilfegemeinschaften des Handwerks ins Leben treten. Sie geben die Ge­währ, daß der Handwerksbetrieb in gemeinschaft­licher Arbeit die Lage seiner Berufsangehörigen in jeder Hinsicht fördern und verbessern kann. Die leben» die Einheit von Meister, Gesell und Lehrling, ge­tragen und geführt von der völkischen Schicksals­gemeinschaft wird das deutsche Handwerk befähigen, auch die kulturellen Aufgaben, die immer fein Wesen bestimmten, zu erfüllen, denn ohne Leistung gibt es keine Kultur.

So wird der Reichshandwerkertag 1939 die neuen Aufgaben und das ständige Ziel des Handwerks Her­ausstellen, ein wichtiges Glied im Kampfe des deut­schen Volkes und seiner Wehr- und Wirtschafts­freiheit zu fein, zugleich aber auch ein wertvoller Träger deutscher Kultur im Rahmen der Volks­gemeinschaft.

Gez.: Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter.

Oie Leistung der Reichsbahn.

Erfolge und Pläne im Spiegel

Der Geschäftsbericht der Deutschen Reichs­bahn für 1938 enthält wieder interessante Einzel­heiten. Das Jahr war insofern auch für die Reichs­bahn von geschichtlicher Bedeutung, als ihr die An­gliederung der Ostmark und des Sudstenlandes große Aufgaben übertrug, nicht nur durch den Transport der Truppen, sondern auch durch die Eingliederung neuer Strecken, wodurch sich technisch erhebliche Leistungen ergaben, die noch längst nicht abgeschlossen sind. Das Streckennetz hat durch die Gebietserweiterung und durch den An­kauf einiger Privatbahnen um 17,4 v. H. auf über 64 000 Kilometer sich erweitert. Auch wirtschaftlich gesehen war 1938 ein Jahr der Erfolge. Der Per­sonenverkehr stieg um rund 12 v. H., der Güter­verkehr um 10,1 v. H. Der Personalbestand der Bahn stieg um 10,4 v. H. 75 000 Eisenbahner hat die Ostmark der Reichsbahn zugeführt, 32 000 das Sudetenland. Ende 1938 waren insgesamt 922 000 Volksgenossen bei ihr beschäftigt, davon 38,8 v. H. als Beamte. Die Personalausgaben betrugen rund 3091 Millionen, sie bilden den größten Posten der Abrechnung.

Die Frage, was dieser Großbetriebverdient" hat, ist nicht leicht zu beantworten. Die Betriebs­rechnung weist für das Altreich und das Sudeten-

des Geschäftsberichts für 1938.

land einen Ueberschuß von 310 Millionen auf, für die Ostmark einen Fehlbetrag von 58 Millionen, durch die Angleichung der Tarife an die niedrigeren des Altreiches sowie die Heraufsetzung der Löhne und Gehälter auf Reichsstand. Dazu aber kommt die Beförderungssteuer, die die Reichsbahn an das Reich abliefert mit rd. 286 Millionen RM., ferner die Abgabe an die allgemeine Reichskasse mit 120 Mill. RM. Außerdem zwingt der Umbau der gro­ßen Bahnhöfe in Berlin und München zu einem beschleunigten Tempo in der Abschreibung der alten Anlagen, was wiederum in den Abschlußziffern zur Auswirkung gelangt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann man sagen, daß der Gewinn der Reichsbahn zwischen 800 bis 900 Mill. RM. liegen wird. Ein Ergebnis, wie es in der Welt einzigartig dastehen wird. Dabei wird aber immer der Grund­gedanke beachtet, daß die Bahn fein Erwerbsunter- nehmen ist, sondern in erster Linie der Allgemein­heit dient.

Mancher mag die Frage aufwerfen, tvas die Reichsbahn im Durchschnitt von den Reisenden für den Kilometer Bahnfahrt einnimmt. Es find das 2,37 Pfennig, obwohl der niedrigste Fahrpreis 4 Pf. pro Kilometer beträgt und die 1. und 2. Klaffe dar­über hinaus bezahlt wird. Dieser Abstand zwischen

Fahrpreis und durchschnittlicher Einnahme entsteht durch die vielen Verbilligungen, die in steigendem Maße durch Ausnahmetarife eingetreten sind. Der Arbeiter- und Vorortverkehr, die Ferienkarten, die Urlauberkarten und andere soziale Vergünstigungen drücken auf die Einnahmen, daß nicht einmal der niedrigste Preis der 3. Klasse als Durchschnitt er­reicht wird. Aehnlich ist es beim Güterverkehr, rund 70,6 v. H. aller beförderten Güter wurden zu ver­billigten Ausnahmetarifen gefahren, im Personen­verkehr wurden 72,7 v. H. aller Reisenden zu er­mäßigten Tarifen befördert.

Abgesehen von dem Zuwachs aus der Ostmark hat sich der Bestand an Fahrzeugen nur wenig er­höht, der Fahrzeugpark bedarf also einer Erneue­rung. Während nun seit 1935 die Kapitalinvestitio­nen und die Schuldentilgung der Reichsbahn aus eigener Kraft erfolgen konnte, ist dies jetzt in An­betracht der neuen Aufgaben nicht mehr möglich. Zur Finanzierung der Neubaurechnungen muß sich also die Deutsche Reichsbahn an den Kapitalmarkt wenden, nachdem dessen Sperrung aufgehört hat. Es dürfte im Laufe des Sommers mit einem zusätz­lichen Kapitalbedarf der Reichsbahn in Höhe von mindestens 500 Millionen Mark zu rechnen fein. Es werden für rund 635 Millionen Mark Fahr­zeuge aller Art im Jahre 1939 gebaut werden, darunter 1094 Dampflokomotiven, 44 elektrische Lo­komotiven, rund 700 Triebwagen, 1121 Personen­wagen, rund 11 500 Güterwagen und 8000 Kraft­fahrzeuge. Auch an diesem Programm kann man ermessen, was die Reichsbahn in der zweiten Hälfte 1938, ohne daß ihr diese erst im Jahre 1939 zur Ab­lieferung kommenden Fahrzeugbestände zur Verfü­gung standen, geleistet hat. Die dabei auch von der Ge- folgschaft vollbrachte Leistung wird in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn ein Ruhmesblatt darstel­len, ein Zeugnis für die Disziplin und Einsatzbereit­schaft einer Riefengemeinschaft von 922 200 Män­nern und Frauen, von denen jeder wußte, was von seiner Einsatzbereitschaft obhing.

Das englische Königspaar in Kanada.

London, 19. Mai (Europapreß). Das englische Königspaar hat am Mittwochmorgen in Quebec kanadischen Boden betreten und damit, wie die englische Presse schreibt,einen historischen Schritt" getan. Zum Empfang hatten sich sämtliche Mit­glieder der kanadischen Regierung eingefunden. Ministerpräsident Makenzie King begrüßte den König und die Königin. Anschließend schritt das Königspaar eine Ehrenfront ab und begab sich dann im offenen Kraftwagen ins Parlamentsge. bäube. In Chateau Frontenac veranstaltete die ka­nadische Regierung zu Ehren des Königspaares dann ein Essen, bei dem König Georg eine erste Ansprache hielt, die von sämttichen kanadischen und amerikanischen Sendern verbreitet wurde. Der Kö­nig dankte» für die Begrüßung und bezeichnete es als «in historisches Ereignis, daß zum ersten Mal« in der britischen Geschichte ein englischer König den Atlantik überquert habe. Die Reise sei gleichzeitig der erste Besuch, den ein englischer Souverän einem überseeischen Dominion abgestattet habe. Anschlie­ßend sprach im Namen des Parlaments in fran­zösischer Sprache der Vertreter der Regierungs- Partei, Senator Dandurand, worauf König Georg in französischer Sprache dankte und die enge Verbundenheit zwischen Kanada und dem Mutter­land feierte.

Bei den Empfangsfeierlichkeiten in Montreal waren auch eine Anzahl Rothäute mit ihren Häupt- lingen vertreten, die in ihreKriegsrufe" aus­brachen. Allein diese Indianer sind in chrem Zivil­beruf Arbeiter der Montrealer Stahlwerke. Sie hatten wohl zum ersten Male in ihrem Leben die blauen Kittel abgelegt und sich mit Kriegsfarben bemalt, die Gewänder ihrer Vorväter angezogen und sich Adlerfedern in die Haare gesteckt. Das englische Königspaar befindet sich auf dem Wege nach Ottawa.

Deutschland fordert mit seinen Kolonien deutsches Eigentum zurück.

Witter von Epp auf der Gchlußkundgebung des Reichskolonialbundes in Wien.

W i e n t 18. Mai (DNB.) Mit einer Kundgebung auf dem Helden platz erreichte die Tagung des Reichskolonialbundes ihren Abschluß. Die Feier be­gann mit dem Einzug der Fahnen und Standarten. Die Ehrenzeichen des Reichskolonialbundes tragen schwarzen Trauerflor, bis die Kolonien wieder zum Reiche zurückgekehrt sind. Der Bundesführer Reichs­leiter General Ritter von Epp ging in seiner Ansprache davon aus, daß der Führer in unermüd­licher Arbeit das Schanddiktat von Versailles Zug um Zug außer Kraft gesetzt und damit die Grundlagen für einen Frieden der Gerechtigkeit in Mitteleuropa aeschaffen habe. Aber die Schaffung Großdeutschlands schwächt den seit langem bestehen­den Anspruch des deutschen Volkes nach Besitz eines Eigentums in Ueberfee keineswegs ab, sondern sie macht ihn erst recht dringlich. Diese besondere Dringlichkeit ergibt sich daraus, daß die dem Reich nun wieder angegliederten Teile genau so dicht, zum Teil noch dichter, besiedelt sind, als der Durchschnitt Deutschlands, und daß die Menschen durch Fleiß und Tüchtigkeit auch in diesen Teilen ihren Raum bis zum Letzten ausge­nutzt haben. Das geschlossen beieinander lebende W-Millionen-Dolk der Deutschen verlangt nach Völkerrecht und Naturrecht den ihm zustehenden Anteil an den R e f e r d e r ä u m e n der Welt. Auf diese Teilhaberschaft, auf seine Mit­arbeit und auf die ihm zustehende Nutzung will und kann es niemals verzichten. Der Anspruch ist lebensnotwendig für das deutsche Volk.

Das Großdeutsche Reich und sein Führer wollen und erstreben eine Wiederherstellung Deutschlands und eine Konsolidierung der Welt auf Grundlage der Lebensnotwendigkeiten der Volker. Darauf ist die Politik des Führers gerichtet. Daraus ergibt sich fein Kampf um die Beseitigung des Unfriedens von Versailles, daraus seine Forderung der Rückgabe des uns dort geraubten überseeischen Lebensraumes. Hinter dieser Forderung steht Großdeutschland. Durch den Führer spricht ein politisch und weltanschaulich geeintes Volk von 80 Millionen Men-

s ch e n, ein Volk, das durch Leistung und Können zu den ersten Kulturvölkern der Welt zählt, ein Volk auch, das durch Bündnis und Freundschaft verbun­den ist mit dem ihm benachbarten, im faschistischen Sinne geeinten italienischen Volke, das darüber hin­aus mit all den Völkern freundschaftliche Beziehun­gen pflegt, die die gleichen politischen und welt­anschaulichen Ziele zur Grundlage ihres Handels gemacht haben und noch machen. Dieses deutsche Volk ist darauf angewiesen, und zwar le­bensnotwendig, zu dem, was es aus eigenem schafft, Güter aus anderen Räumen zum Unterhalt heran- zubringen. Seine in Ueberfee gelegenen Räume können den Bedarf weitgehend befriedigen, die Lage Deutschlands wesentlich erleichtern.

Deutschland zählt heute seine Kolonien zu seinem Eigentum. Sie sind friedlich und nach geltendem Recht einwandfrei erworben, durch deut­schen Fleiß und deutsches Kapital entwickelt und ausgebaut. Darüber hinaus wurden sie durch den Heldenkampf deutscher Soldaten und ihrer eingeborenen Helfer und Freunde zu deut­schem Boden. Unser überseeisches Eigentum ist reich an allen Gaben der Natur. Wir wissen, daß «s unter unserer Herrschaft einmal weiter entwickelt werden wird, wie wir auch wissen, daß es uns nur vorenthalten wird, um uns zu schwächen, um un­seren Zustand der Abhängigkeit zu erhalten.

Dem Kampf um den lebensnotwendigen Besitz entspringt die deutsche Kolonialforderung. Der Füh­rer hat sie zu' wiederholten Malen, mit ganz be­sonderem Nachdruck aber in seiner letzten Red« vom 28. April gestellt. Sie ist eine Forderung an die Räuber unseres überseeischen Lebensraumes zur Herstellung der Gesetze eindeutig verletzten Völker­rechts, zur Aufhebung einer niederträchtigen Ehr­verletzung des deutschen Volkes. Diejenigen, die fein Eigentum im Besitz haben, haben es hinzuqenom- men zu an sich schon gewaltigen Uebersee-Reichen und halten es in Händen mit der schlechten Legiti­mationV e r s a i l l e s". Sie bilden eine Gruppe non Mächten, die sich als Herren der Räume ohne Volk der Wiederherstellung eines natür­

lichen Gleichgewichts durch eine Befriedigung der Existenzbedingungen widersetzen und so dem Zu­standekommen friedlicher Verhältnisse. Sie glauben, dem natürlichen Beoölkerungsdr.uck durch Ein­kreisung begegnen zu können.

So steht es um Forderung und Verweigerung. So ist die Lage. Die Kolonialforderung und Kolo- nialpolitik ist ein Teil der Gesamtpolitik. Di« Ge­samtpolitik ist eine Angelegenheit des Führers. Im Zuge feiner Gesamtpolitik hat er die Verfolgung unserer Kolonialforderung ausgenommen. Wir haben, so schloß Ritter von Epp, die absolute Zu­versicht, daß auch diese Frage, die auf uns lastende Frage des Lebensraumes von heute und mehr noch von morgen, von den unvergleichlich geschickten Händen des Führers zu einem guten Ende gebracht wird.

Auftakt zuni.Tag des deutschen Rechts^

DerTag des deutschen Rechts", der vom 19. bis 21. Mai 20 000 deutsche Rechtswahrer in Leip­zig vereint, erhielt seinen Auftakt durch eine Ehrung der Ermordeten der Bewe­gung. Der Reichsführer des NS.-Rechtswahrer- bundes, Reichsleiter Reichsminister Dr. Frank, legt« im Ehrenhain der Bewegung auf dem Sud- friedhof^. wo 200 Mann alte Gard« angetreten waren, einen Kranz nieder. In der Alten Börfe wurde dann die AusstellungFilm und Recht" er­öffnet. Rechtsanwalt Dr. Spoerl wies nach, in welch hohem Maße das Recht und feine Einfluß­nahme auf das Leben eines jeden einzelnen im Film zur Darstellung kommt. Mehr als di« Hälfte vller Filmstoffe rühre irgendwie an Dinge des Rechts. Abends fand im Rathaus ein Empfang statt, an dem der Reichsführer des NS.-Rechtswah- rerbundes Reichsminister Dr. Frank aus Anlaß der 10. Wiederkehr des Gründungstages des 915.» Rechtswahrerbundes von der Stadt Leipzig in Anerkennung feiner Verdienste um die 9ceugeftal« hing des deutschen Rechts zu ihrem Ehrenbür­ger ernannt wurde.