Mlldsunkansprache Molotows.
Oie ganze Bevölkerung der Sowjetunion steht hinter der Regierung.
existieren, weshalb die mit Polen abgeschlossenen Verträge hinfällig seien, so stellt Moskau damit klar, nüchtern und ohne Umschweife vor aller Welt eine Tatsache fest, der sich unter dem Eindruck des völligen Zusammenbruchs der polnischen Armee unter den wuchtigen deutschen Schlägen und des Auseinanderfallens des ganzen staatlichen Gefüges in Polen sich schon in der vergangenen Woche niemand länger entziehen konnte. Sie wird noch besonders erhärtet durch die Flucht der bislang an der Spitze des polnischen Staates stehenden Männer, die außer Landes gegangen sind und in Rumänien der weiteren Dinge harren, die da kommen müssen. Sie haben damit in bitterer Stunde ihr Volk im Stich gelassen, das durch ihre Unfähigkeit und Verdung in die Katastrophe geführt worden ist.
Der Führer hatte immer wieder versucht, ihnen Brücken zu bauen, um noch in letzter Minute aus der Sackgasse herauszukommen, in die sie ihre Politik, die im blinden Vertrauen auf England alle Maßstäbe verloren hatte, hineinmanöveriert hatte. Roch das letzte Verständigungsangebot des Führers harte die Lebensinteressen des polnischen Volkes und das politische Prestige seiner Regierung in wahrlich unverdienter Weise aeachtet. Aber die damaligen Machthaber in Warschau haben alle wohlgemeinten Warnungen in den Wind geschlagen. Sie fuhren fort mit ihrer PoliUk unerträglicher Provokationen, an gestachelt von größenwahnsinnigen Militärs wie Rydz-Smigly, der als ein rechter Prahlhans die deutsche Armee vor den Toren Berlins in Stücke hacken wollte und nun erleben muß, daß binnen 14 Tagen dieselbe Armee ganz Westpolen in fester Hand hält und vom polnischen Heer nur noch vereinzelte Gruppen ohne jeden Zusammenhang untereinander, eingekreist und von allen Reserven abgeschnitten, verzweifelt um eine ehrliche Niederlage ringen, während die Verantwortlichen für diese beispiellose Katastrophe über die Grenze flüchten. Sie haben in sturem Eigensinn die Lehren mißachtet, die ihnen der Gründer des modernen polnischen Staates, der Marschall Pilsudski, in seinem politischen Testament ans Herz gelegt hatte. Er wußte, welche Gefahren seinem Volke drohen mußten, wenn es nicht lernen würde, Maß zu halten und einem Chauvinismus Valet zu sagen, der sich in der polnischen Geschichte immer schon, als unheilvoll erwiesen hatte. Einer der engsten Mitarbeiter des Marschalls, Oberst Slawe?, hatte das Verderben klar vorausgesehen, das der Bruch mit der Politik Pilsudskis über Polen heraufführen mußte. Er hat in seiner Verzweiflung über die Verblendung der Epigonen seinem Leben ein Ende gemacht. Aber auch dies Menetekel blieb auf die Machthaber in Warschau ohne Eindruck. So konnte der Zusammen- bruch nicht ausbleiben, für dessen Folgen sich das polnische Volk nun bei seiner geflüchteten Regierung und den deutschen Scharfmachern bedanken muß, die statt zu weiser Mäßigung zu raten, immer und immer den damaligen Machthabern den Rücken steiften. >
Der polnische Staat hat ausgehört zu exzistieren, diese lakonische Feststellung aus dem Munde des sowjetrussischen Außenkommissars trifft ein Gebilde, das seinen künstlichen Charakter niemals hatte verleugnen können. Die „Friedensmacher" in Versailles hatten nicht die moralische Kraft, den hemmungslosen Aspirationen der Polen Gründe der Vernunft entgegenzusetzen und so haben sie wider besseres Wissen und in der Ueberzeugung, den Keim zu neuer Konflikten zu legen, ein Gebilde geschaffen, das unter polnischer Herrschaft mindestens 40 v. H. fremde Nationalitäten umfaßte. 14 Millionen fremde Volksgruppen hätte auch ein innerlich stärkerer und konsolidierter Staat, als es das neue Polen war, nicht verdauen können. Nur zu bald sollte es sich zeigen, daß Polen sich übernommen hat. Der Ueberfall auf die West- Ukraine (die ostgalizischen Wojwodschaften) im Jahre 1919 und der der Sowjetunion 1920 aufge- zwungene Friedensschluß ließ die Polen auch nach Osten weit über ihre ethnographischen Grenzen hinausgreifen, wie sie ja schon im Westen Deutschland gegenüber sich altes deutsches Kulturland ungeeignet hatten. Mehr als 7 Millionen Ukrainer und über IV2 Millionen Weißrussen kamen unter die polnische Herrschaft und Polen sorgte ebenso wie in seinen neugewonnenen Westmarken auch hier in seinen Ost- und Südostprovinzen mit brutaler Niedertracht und gänzlicher Verständnislosigkeit für die Eigenart der fremden Volksgruppen dafür, daß das polnische Terrorregime auch bei Ukrainern und Weißrussen aus tiefste Erbitterung und wachsenden Widerstand stieß. Besonders die Drangsalierung der um alle Rechte der ihnen feierlich versprochenen Kultur- und Verwaltungsautono- mie schnöde geprellten Ukrainer ist aus zahlreichen Bluturteilen polnischer Gerichte in Lemberg, Tar- nopol und Stanislau bekannt geworden. Aber auch hier hat Polen auf keine Warnung hören wollen. So muß es sein ihm von unfähigen politischen Führern bereitetes Schicksal auf sich nehmen. Die deutschrussische Revisionsfront, die sich einst vor Jahren schon auf der Konferenz von Genua am politischen Himmel abzuzeichnen begann, ist Wirklichkeit geworden. Wie Deutschland mit seinem Feldzug in Polen nichts anderes will, als die Revision des unmöglichen Friedensdiktats von Versailles, so stellt nun der Zerfall des polnischen Staates, der unter der Wucht des deutschen Schwertes ebenso zerbrach, wie an seiner inneren Unwahrhaftigkeit, den russischen Nachbar vor die Aufgabe, die Interessen seiner Volksgruppen in Ostpolen in Schutz zu nehmen, um in diesem Raum damit ein völliges Chaos zu verhindern. Die deutsch-russische Zusammenarbeit wird hier jene Ordnung und jenen Frieden schaffen, der allen Völkern eine glückverheißende Zukunft sichert.
Fr. W. Lange.
polen verwendet Gelbkreuz.
Flagrante Verletzung internationaler Abmachungen.
Berlin, 16. Sept (DNB.) Das Oberkommando des Heeres teilt mit: Beim Wegraumen einer Baumsperre auf der 3 a f i 011 a - B r ü (f e in 3 af lo am 8. September gegen 20 Uhr durch eine Pionierkompanie kamen in die Brücke eingelassene Gelbkreuzminen zur Explosion. Zwei Pioniere starben kurz darau an schweren Gelbkreuz Vergiftungen, der eine an Luftödem und an schweren Verbrennungen an Scrofum, der andere an Lungenödem. Awöls Soldaten Hegen mit teilweise schweren Gelbkreuzschaden im Lazarett in 3asto. Davon ringt ein Pionier infolge schwerer Schädigung der Atemwege mit dem Tode.
Eine Kommission, bestehend aus sachverständigen Offizieren, Aerzten und Chemikern, begab sich sofort im Flugzeug von Berlin nach 3aslo. Sie stellte au Grund eingehender Untersuchungen einwandfrei die Perwendung von Gelbkreuz
Moskau, 17.Sept. (DNB.) Arn Sonntagvor- mittag hielt der sowjetrussische Regierungschef und Außenkommissar Molotow eine über sämtliche owjetischen Sender verbreitete Rundfunkan- p r a ch e, in der er den heute früh erfolgten E i n- marsch der Roten Armee in O st polen der Oeffentlichkeit bekanntgab. Nach einer kurzen Schilderung der durch den raschen Vormarsch der deutschen Truppen in Osteuropa entstandenen neuen Lage und des eingetretenen Bankrottes des bisherigen polnischen Staatsgebildes sagte der Außenkommissar, die letzte Phase des Zusammenbruches Polens habe einen für die Sowjetunion als Nachbarstaat Polens in zunehmendem Maße bedrohlichen Charakter angenommen. Trotzdem sei die Sowjetunion bis zur letzten Stunde neutral geblieben, aber sie könne der Entwicklung nunmehr nicht weiter tatenlos z u s e h e n. Außerdem könne niemand von der Moskauer Regierung verlangen, daß sie dem Schicksal der Unterdrückten und von den Polen entrechteten weißrussischen und ukraini- chen Bevölkerung Ostpolens gleichgültig gegenüberstehe. Die Moskauer Regierung halte es vielmehr für ihre heilige Pflicht, der flamme5= und blutsverwandten Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands ihre brüderliche Hand zur Hilfe zu reichen.
In Anbetracht dessen habe die Sowjetregierung der polnischen Botschaft in Moskau eine Note überreichen lassen, worin mitgeteilt wird, daß das Oberkommando der Roten Armee angewiesen wurde, den sowjetrussischen Truppen den Befehl zu erteilen, die bisherige sowjetrussisch-polnische Grenze zu überschreiten, um Leben und Eigentum der Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands unter ihren Schutz zu nehmen.
VerlegenhettinpansundLondon
London, 17. 9. (DNB.) „Preß Association" chreibt, das Foreign Office schenke den Berichten über die Ereignisse in Polen namentlich in bezug auf den russischen Einmarsch die größte Auf- me r k s a m k e i t. Man erwarte umfassendere, genauere Mitteilungen der diplomatischen britischen Vertretungen in Moskau und in anderen Hauptstädten. „Preß Association" bemüht sich so-- dann, in ausführlicher Form glauben zu machen, daß die englische und die französische Regierung über das sowjetrusiische Vorgehen nicht sonderlich überrascht^?!) gewesen seien. Die Pariser Agentur Havas versucht im Zusammenhang mit dem Einmarsch der russischen Truppen in Polen klarzumachen, daß diese Nachricht in Paris keine besondereUeberraschung ausgelösthabe.(!) Havas hat aber schon wieder vergessen, daß der größte Teil der französischen Presse in den letzten Tagen die Mobilmachung zahlreicher russischer Reserven als gegen Deutschland gerichtet darzustellen versuchte. Wir verstehen daher, daß die Agentur ihre Meldung mit den beschwichtigenden Worten beschließt: Außerdem rNüsse berücksichtigt werben, daß das Ziel Moskaus trotz des militärischen Eingreifens beschränkt sei. Denn Sowjet- rußland habe angekündigt, daß es in dem europäischen Konflikt neutral zu bleiben beabsichtige. Der Chef des diplomatischen Kabinetts des franzö- sischen Ministerpräsidenten, der ehemalige franz ö- ische Botschafter in Berlin, Coulondre, emp- ing am Sonntag den polnischen Botschafterin Paris. Es sicht außer Zweifel, daß die Unterredung der durch das Eingreifen Sowjetrußlands geschaffenen neuen Lage galt.
Starker Eindruck in Tokio.
Tokio, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Einmarsch der Russen in Ostpolen hat in Tokio starken Eindruck hervorgerufen. Militärische Kreise sind angesichts der neuesten große Erfolge der deutschen Truppen und des Eingreifens der russischen Streitkräfte davon überzeugt, daß der endgültige militärische Zusammenbruch Polens nur noch eine Frage von Tagen ist. Man ist in politischen Kreisen der Ansicht, daß der Einsatz der russischen Streitkräfte im Westen im Zusammenhang mit dem japanisch-russischen Abkommen für die Lage im Fernen Osten von entscheidender Bedeutung sei. Das Abkommen echalte dadurch noch ein besonderes Gewicht, daß nunmehr, wie auch der Sprecher des auswärtigen Amtes in der Pressekonferenz am heutigen Montag mitteilte, eine Wiederaufnahme der vor Jahren angestrebten allgemeinenGrenz- r e g e l u n g zwischen Japan-Mandschukuo und der Sowjetunion keineswegs ausgeschlossen sei. Der
fest. Damit hat Polen das Gaskriegabkornmen vom 17.3uni 1925, das jede Verwendung von Kampfstoff verbietet, gebrochen.
Die Türkei und Moskau.
Zur Reise des türkischen Autzenministers.
Ankara, 16. Sept. (DNB.) Auf Einladung von feiten der sowjetrussischen Regierung wird der türkische Außenminister Saracoglu sich nach Moskau begeben, um verschiedene in Ankara gemachte Besuche zu erwidern. Während seines Aufenthaltes in Moskau werden die beide Länder interessierenden Fragen besprochen werden.
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Die türkische Zeitung „Tan" schreibt: Die Erklärung des Ministerpräsidenten, daß unsere Beziehungen zur Sowjetunion freundschaftliche sind und bleiben werden, hat in der Bevölkerung Beruhigung ausgelöst. In einer noch so gespannten Zeit sind unsere Beziehungen zur Sowjetunion wichtiger als die zu den Völkern der ganzen Welt. Denn unsere Freundschaft stützt sich auf solide Grundlagen, und diese alte Freundschaft zwischen den beiden Völkern wird sich ohne Zögern fortsetzen und ist die beft e Garantie für die Festigkeit unserer Läge. Die Erklärung des Ministerpräsidenten beweist, daß selbst in noch so schweren Tagen die Politik der Türkei normal ist und daß die Türkei OS dans io dm Krieg eintreten würde, wenn
Die Sowjetregierung wäre zudem immer bereit, dem polnischen Volk zu helfen, der furchtbaren Katastrophe zu entrinnen, in die es durch die abenteuerliche und gewissenlose Politik seiner Regierung geraten sei. Die der polnischen Botschaft bereits übermittelte Note werde gleichzeitig allen Regierungen zur Kenntnis gebracht, mit denen die Sowjetunion diplomatische Beziehungen unterhält, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die Sowjetunion gesonnen sei, gegenüber allen diesen Staaten auch weiterhin ihre Politik der Neutralität aufrecht zuerhalten.
Die Role Armee, so fuhr Molotow fort, stehe jetzt vor einer ehrenvollen Aufgabe. Die Sowjetregierung fei gewiß, daß ihre Truppen diese Aufgaben in voller Disziplin und entsprechend ihrer ruhmvollen Tradition bewältigen werden. Die Bevölkerung der Sowjetunion werde aufgefordert, die Armee bei dieser Aufgabe durch ehrliche und aufopfernde Arbeit jedes einzelnen zu unterstützen. Die Regierung beabsichtige nicht, die Versorgung der Bevölkerung Mit Lebensmitteln oder anderen Waren Beschränkungen zu unterwerfen. Selbst in dem Falle, wenn die Operationen des Heeres sich längere Zeit hinziehen sollten. Die Regierung denke nicht daran, zur Einführung des Kartensystems auf Lebensmittel oder andere Waren zu schreiten, da die Sowjetunion mit allem Notwendigen ausreichend versorgt fei. Die ganze Bevölkerung der Sowjetunion stehe, so schloß Molotow, in «dieser Stunde hinter der Regierung und könne neuen, noch nie dagewesenen Erfolgen auf dem Gebiet des friedlichen Aufbaues ihrer Industrie und Landwirtschaft entgegensetzen, sowie neuen Ruhmestaten der Roten Armee an den Fronten des Kampfes.
Sprecher des auswärtigen Amtes erklärte auf Anfrage, daß vorläufig keine Einzelheiten über das Abkommen bekannt seien. Eine sinngemäße Erweiterung des Abkommens auf die übrigen Grenzen sei jedoch durchaus möglich. Im übrigen betonen japanische Kreise, daß Japan fest entschlossen sei, sich vollkommen auf die Beendigung d e s Chinakonfliktes zu konzentrieren, wofür die Stillegung der ausländischen Hilfsquellen Tschiangkaischeks als wichtigste Voraussetzung angesehen wird.
Rumänien wahrt seine stritte Neutralität
Bukarest, 17. Sept. (DNB.) Wie der Vertreter des DNB. von maßgeblicher Seite erfährt, wird der Einmarsch der russischen Truppen in Polen keine Reaktion in Rumänien auslö- s e n. Rumänien ist zwar mit Polen durch einen Beistands- und Militärpakt verbunden, der bei einem sowjetrussischen Angriff auf Polen in Kraft treten soll. Rumänien vermag aber nach Kenntnisnahme der russischen Begründung aus dem unter voller Wahrung der russischen Neutralität erfolgten Einmarsch in Polen keinerlei A n - grisfshandlungen abzuleiten. Ferner liegt kein Anzeichen dafür vor, daß Polen gegen den russischen Einmarsch Widerstand leistet. Eine polnische Regierung bestehe de facto nicht mehr. Unter diesen Umständen bleibt Rumänien bei der bisher verfolgten Politik der strikten Neutralität.
Litauens Haltung bleibt unverändert.
Kaunas, 17. Sept. (Curopapreß). Der Einmarsch russischer Truppen in Ostpolen gibt der litauischen Regierung keinen Anlaß, ihre bisherige Neutralitätspolitik auf- zugeben. Sie wird vielmehr weiterhin an dem Grundsatz strikter Neutralität festhatten und ihre Ansprüche territorialer und sonstiger Art er ft bei der Friedenskonferenz geltend machen. Die Mttel zur Sicherung der Neutralität sollen jedoch in einer auch der neuen Situation angemessenen Weise v e r st ä r k t werden. Infolgedessen wurde die Einberufung von zwei Reservejahrgängen beschlossen, um den Grenzschutz wirksamer durchführen zu können.
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Wie aus Wilna gemeldet wird, haben sich verschiedene litauische und polnische Organisationen an die litauische Regierung gewandt mit der Bitte, das Wilnaer Gebiet in den litauischen Staatsverband aufzunehmen.
sie selb st das Opfer eines Angriffes oder wenn ihreJnteressen bedroht wären.
Lettland verstärkt Ueberwachung der polnischen Grenze.
Riga, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der lettische Gesandte in Moskau hat — ebenso wie die diplomatsichen Vertreter der übrigen Staaten --- die Versicherung erhalten, daß Sowjetrußland gegenüber Lettland die Neutralitätspolitik fortsetzen werde. Außer der bereits vollzogenen Verstärkung öer Armee treffe Lettland, so wird in diesem Zusammenhang betont, keine weiteren militärischen Maßnahmen. Die lieber« machung d e r lettisch - polnischen Grenze ist seit einigen Tagen beträchtlich verschärft worden und wird von den Militärbehörden ausgeübt. Bisher wurde aber kein b e • s 0 nderer Zustrom von polnischen Flüchtlingen festgestellt. Die lettischen Behörden werden keinen Versuch dulden, den in Lettland in Kraft befindlichen Gesetzen zuwider die Grenze zu überschreiten. Die strickte Neutralität Lettlands werde auch in diesem Falle bewahrt werden.
Japanische Militärabordnuna in Berlin
Berlin, 17. Sept. (DNB.) Am Sonntagabend traf der japanische General Graf Terauchi, von Italien kommend, mit drei hohen japa- njfchev Stabsoffiziexes in Bexliy ein«
Er wurde am Anhalter Bahnhof von dem stellver. tretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von H a l e m, sowie dem Referenten für Ostasien Lego- tionsrat von Knoll empfangen. Von feiten der Wehrmacht hatten sich der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, und Major von L 0 e b e l l eingefunden. Don japanischer Seite waren der Kaiserlich Javanische Botschafter Osbima und die Herren der Botschaft sowie zahlreiche Vertreter der japanischen Kolonie zugegen.
Erfolgreicher deutscher Handelskrieg auf den Meeren.
Berlin, 17. Sept. (DNB.) Die Kriegsmarine führte in Ost-und Nordsee und im Alla n- lik den Handelskrieg erfolgreich fort. 3n der Ostsee griffen Seestreitkräfte mit ihrer Artillerie in den Kamps gegen die letzten noch Widerstand leistenden polnischen Truppen bei Gdingen und Heia ein.
Nach bisher hier vorliegenden Meldungen des Auslandes find bis einschließlich 15. September a n britischen Schiffsverlusten 30 Damp- fe r mit etwa 190 000 Bruttoregisiertonnen als versenkt zugegeben worden. Dieses Ergebnis wurde erzielt unter strikter Einhaltung der internationalen Bestimmungen für die Führung des Handelskrieges.
Deutsches Ll-Bvvt schießt zwei englische Flugzeuge ab. DAS. Berlin, 17. Sepl. (Oft TD.) wie ein im Handelskrieg eingesetztes U-Boot meldet, hat es am 14. September während der gemäß Prisenordnung vorgenommenen Untersuchung des englischen Dampfers „Fanadhead" zwei angreifende Flugzeuge des englischen Flugzeugträgers „Ark Royal" zum Absturz gebracht und die Ueberlebenben (zwei Offiziere) der abgeschosfenen Flugzeuge gerettet.
FranzösischesLl-Book in schwedischem Hasen interniert.
London, 17. Sept. (DNB.) Ein beschädigtes französisches U-Boot ist, wie der Londoner Rundfunk berichtet, in einen schwedischen Hasen eingelaufen. Schiff und Besatzung wurden interniert.
Gnadenerlaß des Führers für die Zivilbevölkerung.
Berlin, 15.Sept. (DNB.) In Ergänzung seines kürzlich ergangenen Gnadenerlasses für die Wehrmacht hat der Führer auch für die Zivilbevölkerung eine A m n e st i e gewährt. Erlassen werden Geldstrafen, wenn die Ersatz- freiheitsfträfe drei Monate nicht übersteigt, Ordnungsstrafen bis 1000 RM., Hast- u nd Festungshaft st rasen sowie Gefängnis- und Arreststrafen von nicht mehr als drei Monaten, diese letzteren jedoch nur, wenn der Täter bei Begehung der Tat noch nicht oder nur mit Geldstrafe oder Haft oder mit Festungshaft-, Gefängnis- oder Arresistrase von insgesamt sechs Monaten vorbestraft war. In gleichem Umfang und unter denselben Voraussetzungen werden Strafverfahren wegen der vor dem Inkrafttreten der Amnestie begangenen und noch nicht rechtskräftig ab» geurteilten Straftaten niedergeschlagen.
Kleine politische Nachrichten.
Wie der Sowjetbotschafter in Berlin, Schk- w a r tz e w, dem slowakischen Gesandten in Berlin im Auftrage des Vorsitzenden der Volkskommissare der Sowjetunion und Kommissars für auswärtige Angelegenheiten, Molotow, mit- teilte, erkennt die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken die Slowakische Republik de jure und de facto an und beabsichtigt, mit ihr diplomatische Beziehungen anzuknüpfen.
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Der König von Afghanistan hat nach einem Beschluß der afghanischen Nationalversammlung sowie des afghanischen Herrenhauses beschlossen, die Neutralität Afghanistans in den gegenwärtigen europäischen Feindseligkeiten zu wahren. Dieser Beschluß wurde allen in Kabul weilenden ausländischen diplomatischen Vertretern mitgeteilt.
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Der bulgarische TO i n i ft errat beschloß folgende Neutralitätserklärung abzugeben: „Angesichts der durch den Lauf der Ereignisse geschaffenen internationalen Lage verfolgt Bulgarien eine Politik des Friedens und bleibt neutral."
Das australische Kabinett, das als erstes unter den Ministerien der Dominien sich auf Chamberlains Seite gestellt hatte, hat den Haushalt für Landesverteidigung um 12 Millionen auf 45 Millionen erhöht und ferner beschlossen, „für Militärdienste in Australien und Uebersee insgesamt eine Freiwilligen armer von 20 000 Mann aufzustellen.
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Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist im Kampfe für Führer und Volk SA.-Obergruppenführer Meyer-Quade (Kiel) gefallen.
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Der italienische Ueberseedcnnpfer „(Tonte dl Savoia" ist von Genua nach Neuyork ausgelaufen. Er war hauptsächlich mit amerikanischen Passagieren besetzt. Mit dem Dampfer reifte auch der amerikanische Sudpolforscher Lincoln Elsworth, der nach längerem Aufenthalt auf seinem Schloß Lenzburg in der Schweiz nach Amerika zurückkehrt, um eine Expedition in das Südliche Eismeer vorzub er eiten. Außerdem befanden sich berühmte italienische Musiker an Bord, die für die Winterspielzeit nach den Vereinigten Staaten reifen, darunter der Direktor des Symphonieorchesters von Detroit, Franco GH io ne.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. An« zeigenleiler: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 M
Das Echo des russischen Einmarsches im Ausland.


