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Mlldsunkansprache Molotows.

Oie ganze Bevölkerung der Sowjetunion steht hinter der Regierung.

existieren, weshalb die mit Polen abgeschlossenen Verträge hinfällig seien, so stellt Moskau damit klar, nüchtern und ohne Umschweife vor aller Welt eine Tatsache fest, der sich unter dem Eindruck des völligen Zusammenbruchs der polnischen Armee unter den wuchtigen deutschen Schlägen und des Auseinanderfallens des ganzen staatlichen Gefüges in Polen sich schon in der vergangenen Woche nie­mand länger entziehen konnte. Sie wird noch be­sonders erhärtet durch die Flucht der bislang an der Spitze des polnischen Staates stehenden Männer, die außer Landes gegangen sind und in Rumänien der weiteren Dinge harren, die da kommen müssen. Sie haben damit in bitterer Stunde ihr Volk im Stich gelassen, das durch ihre Unfähigkeit und Ver­dung in die Katastrophe geführt worden ist.

Der Führer hatte immer wieder versucht, ihnen Brücken zu bauen, um noch in letzter Minute aus der Sackgasse herauszukommen, in die sie ihre Poli­tik, die im blinden Vertrauen auf England alle Maßstäbe verloren hatte, hineinmanöveriert hatte. Roch das letzte Verständigungsangebot des Führers harte die Lebensinteressen des polnischen Volkes und das politische Prestige seiner Regierung in wahrlich unverdienter Weise aeachtet. Aber die damaligen Machthaber in Warschau haben alle wohlgemeinten Warnungen in den Wind geschlagen. Sie fuhren fort mit ihrer PoliUk unerträglicher Provokationen, an gestachelt von größenwahnsinnigen Militärs wie Rydz-Smigly, der als ein rechter Prahlhans die deutsche Armee vor den Toren Berlins in Stücke hacken wollte und nun erleben muß, daß binnen 14 Tagen dieselbe Armee ganz Westpolen in fester Hand hält und vom polnischen Heer nur noch ver­einzelte Gruppen ohne jeden Zusammenhang unter­einander, eingekreist und von allen Reserven ab­geschnitten, verzweifelt um eine ehrliche Niederlage ringen, während die Verantwortlichen für diese bei­spiellose Katastrophe über die Grenze flüchten. Sie haben in sturem Eigensinn die Lehren mißachtet, die ihnen der Gründer des modernen polnischen Staates, der Marschall Pilsudski, in seinem politischen Testament ans Herz gelegt hatte. Er wußte, welche Gefahren seinem Volke drohen muß­ten, wenn es nicht lernen würde, Maß zu halten und einem Chauvinismus Valet zu sagen, der sich in der polnischen Geschichte immer schon, als unheil­voll erwiesen hatte. Einer der engsten Mitarbeiter des Marschalls, Oberst Slawe?, hatte das Ver­derben klar vorausgesehen, das der Bruch mit der Politik Pilsudskis über Polen heraufführen mußte. Er hat in seiner Verzweiflung über die Verblendung der Epigonen seinem Leben ein Ende gemacht. Aber auch dies Menetekel blieb auf die Machthaber in Warschau ohne Eindruck. So konnte der Zusammen- bruch nicht ausbleiben, für dessen Folgen sich das polnische Volk nun bei seiner geflüchteten Regierung und den deutschen Scharfmachern bedanken muß, die statt zu weiser Mäßigung zu raten, immer und immer den damaligen Machthabern den Rücken steiften. >

Der polnische Staat hat ausgehört zu exzistieren, diese lakonische Feststellung aus dem Munde des sowjetrussischen Außenkommissars trifft ein Gebilde, das seinen künstlichen Charakter niemals hatte ver­leugnen können. DieFriedensmacher" in Versail­les hatten nicht die moralische Kraft, den hem­mungslosen Aspirationen der Polen Gründe der Vernunft entgegenzusetzen und so haben sie wider besseres Wissen und in der Ueberzeugung, den Keim zu neuer Konflikten zu legen, ein Gebilde geschaf­fen, das unter polnischer Herrschaft mindestens 40 v. H. fremde Nationalitäten umfaßte. 14 Millionen fremde Volksgruppen hätte auch ein innerlich stärkerer und konsolidierter Staat, als es das neue Polen war, nicht verdauen können. Nur zu bald sollte es sich zeigen, daß Polen sich übernommen hat. Der Ueberfall auf die West- Ukraine (die ostgalizischen Wojwodschaften) im Jahre 1919 und der der Sowjetunion 1920 aufge- zwungene Friedensschluß ließ die Polen auch nach Osten weit über ihre ethnographischen Grenzen hinausgreifen, wie sie ja schon im Westen Deutsch­land gegenüber sich altes deutsches Kulturland un­geeignet hatten. Mehr als 7 Millionen Ukrainer und über IV2 Millionen Weißrussen kamen unter die polnische Herrschaft und Polen sorgte ebenso wie in seinen neugewonnenen Westmarken auch hier in seinen Ost- und Südostprovinzen mit bru­taler Niedertracht und gänzlicher Verständnislosig­keit für die Eigenart der fremden Volksgruppen dafür, daß das polnische Terrorregime auch bei Ukrainern und Weißrussen aus tiefste Erbitterung und wachsenden Widerstand stieß. Besonders die Drangsalierung der um alle Rechte der ihnen feier­lich versprochenen Kultur- und Verwaltungsautono- mie schnöde geprellten Ukrainer ist aus zahlreichen Bluturteilen polnischer Gerichte in Lemberg, Tar- nopol und Stanislau bekannt geworden. Aber auch hier hat Polen auf keine Warnung hören wollen. So muß es sein ihm von unfähigen politischen Füh­rern bereitetes Schicksal auf sich nehmen. Die deutsch­russische Revisionsfront, die sich einst vor Jahren schon auf der Konferenz von Genua am politischen Himmel abzuzeichnen begann, ist Wirklichkeit gewor­den. Wie Deutschland mit seinem Feldzug in Polen nichts anderes will, als die Revision des unmöglichen Friedensdiktats von Versailles, so stellt nun der Zer­fall des polnischen Staates, der unter der Wucht des deutschen Schwertes ebenso zerbrach, wie an seiner inneren Unwahrhaftigkeit, den russischen Nachbar vor die Aufgabe, die Interessen seiner Volksgrup­pen in Ostpolen in Schutz zu nehmen, um in diesem Raum damit ein völliges Chaos zu verhindern. Die deutsch-russische Zusammenarbeit wird hier jene Ordnung und jenen Frieden schaffen, der allen Völkern eine glückverheißende Zukunft sichert.

Fr. W. Lange.

polen verwendet Gelbkreuz.

Flagrante Verletzung internationaler Abmachungen.

Berlin, 16. Sept (DNB.) Das Oberkommando des Heeres teilt mit: Beim Wegraumen einer Baumsperre auf der 3 a f i 011 a - B r ü (f e in 3 af lo am 8. September gegen 20 Uhr durch eine Pionierkompanie kamen in die Brücke eingelassene Gelbkreuzminen zur Ex­plosion. Zwei Pioniere starben kurz darau an schweren Gelbkreuz Vergiftungen, der eine an Luftödem und an schweren Verbren­nungen an Scrofum, der andere an Lungenödem. Awöls Soldaten Hegen mit teilweise schweren Gelbkreuzschaden im Lazarett in 3asto. Davon ringt ein Pionier infolge schwerer Schädigung der Atemwege mit dem Tode.

Eine Kommission, bestehend aus sachverständigen Offizieren, Aerzten und Chemikern, begab sich sofort im Flugzeug von Berlin nach 3aslo. Sie stellte au Grund eingehender Untersuchungen einwand­frei die Perwendung von Gelbkreuz

Moskau, 17.Sept. (DNB.) Arn Sonntagvor- mittag hielt der sowjetrussische Regierungschef und Außenkommissar Molotow eine über sämtliche owjetischen Sender verbreitete Rundfunkan- p r a ch e, in der er den heute früh erfolgten E i n- marsch der Roten Armee in O st polen der Oeffentlichkeit bekanntgab. Nach einer kurzen Schilderung der durch den raschen Vormarsch der deutschen Truppen in Osteuropa entstandenen neuen Lage und des eingetretenen Bankrottes des bisherigen polnischen Staatsgebil­des sagte der Außenkommissar, die letzte Phase des Zusammenbruches Polens habe einen für die Sowjetunion als Nachbarstaat Polens in zuneh­mendem Maße bedrohlichen Charakter angenommen. Trotzdem sei die Sowjetunion bis zur letzten Stunde neutral geblieben, aber sie könne der Entwicklung nunmehr nicht weiter tatenlos z u s e h e n. Außerdem könne niemand von der Moskauer Regierung verlangen, daß sie dem Schicksal der Unterdrückten und von den Polen entrechteten weißrussischen und ukraini- chen Bevölkerung Ostpolens gleichgültig gegenüberstehe. Die Moskauer Regierung halte es vielmehr für ihre heilige Pflicht, der flamme5= und blutsverwandten Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands ihre brüderliche Hand zur Hilfe zu reichen.

In Anbetracht dessen habe die Sowjetregierung der polnischen Botschaft in Moskau eine Note über­reichen lassen, worin mitgeteilt wird, daß das Ober­kommando der Roten Armee angewiesen wurde, den sowjetrussischen Truppen den Befehl zu er­teilen, die bisherige sowjetrussisch-polnische Grenze zu überschreiten, um Leben und Eigentum der Be­völkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands unter ihren Schutz zu nehmen.

VerlegenhettinpansundLondon

London, 17. 9. (DNB.)Preß Association" chreibt, das Foreign Office schenke den Berichten über die Ereignisse in Polen namentlich in bezug auf den russischen Einmarsch die größte Auf- me r k s a m k e i t. Man erwarte umfassendere, genauere Mitteilungen der diplomatischen britischen Vertretungen in Moskau und in anderen Hauptstädten.Preß Association" bemüht sich so-- dann, in ausführlicher Form glauben zu machen, daß die englische und die französische Regierung über das sowjetrusiische Vorgehen nicht sonder­lich überrascht^?!) gewesen seien. Die Pariser Agentur Havas versucht im Zusammenhang mit dem Einmarsch der russischen Truppen in Polen klarzumachen, daß diese Nachricht in Paris keine besondereUeberraschung ausgelösthabe.(!) Havas hat aber schon wieder vergessen, daß der größte Teil der französischen Presse in den letzten Tagen die Mobilmachung zahlreicher russischer Re­serven als gegen Deutschland gerichtet darzustellen versuchte. Wir verstehen daher, daß die Agentur ihre Meldung mit den beschwichtigenden Worten beschließt: Außerdem rNüsse berücksichtigt werben, daß das Ziel Moskaus trotz des militäri­schen Eingreifens beschränkt sei. Denn Sowjet- rußland habe angekündigt, daß es in dem euro­päischen Konflikt neutral zu bleiben beabsichtige. Der Chef des diplomatischen Kabinetts des franzö- sischen Ministerpräsidenten, der ehemalige franz ö- ische Botschafter in Berlin, Coulondre, emp- ing am Sonntag den polnischen Botschaf­terin Paris. Es sicht außer Zweifel, daß die Un­terredung der durch das Eingreifen Sowjetruß­lands geschaffenen neuen Lage galt.

Starker Eindruck in Tokio.

Tokio, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Ein­marsch der Russen in Ostpolen hat in Tokio starken Eindruck hervorgerufen. Militärische Kreise sind angesichts der neuesten große Erfolge der deutschen Truppen und des Eingreifens der russischen Streit­kräfte davon überzeugt, daß der endgültige militärische Zusammenbruch Polens nur noch eine Frage von Tagen ist. Man ist in politischen Kreisen der Ansicht, daß der Ein­satz der russischen Streitkräfte im Westen im Zu­sammenhang mit dem japanisch-russischen Abkom­men für die Lage im Fernen Osten von entscheidender Bedeutung sei. Das Ab­kommen echalte dadurch noch ein besonderes Ge­wicht, daß nunmehr, wie auch der Sprecher des auswärtigen Amtes in der Pressekonferenz am heu­tigen Montag mitteilte, eine Wiederaufnahme der vor Jahren angestrebten allgemeinenGrenz- r e g e l u n g zwischen Japan-Mandschukuo und der Sowjetunion keineswegs ausgeschlossen sei. Der

fest. Damit hat Polen das Gaskriegabkornmen vom 17.3uni 1925, das jede Verwendung von Kampf­stoff verbietet, gebrochen.

Die Türkei und Moskau.

Zur Reise des türkischen Autzenministers.

Ankara, 16. Sept. (DNB.) Auf Einladung von feiten der sowjetrussischen Regierung wird der türkische Außenminister Saracoglu sich nach Moskau begeben, um verschiedene in Ankara gemachte Besuche zu erwidern. Während seines Aufenthaltes in Moskau werden die beide Länder interessierenden Fragen besprochen werden.

Die türkische ZeitungTan" schreibt: Die Er­klärung des Ministerpräsidenten, daß unsere Beziehungen zur Sowjetunion freund­schaftliche sind und bleiben werden, hat in der Be­völkerung Beruhigung ausgelöst. In einer noch so gespannten Zeit sind unsere Beziehungen zur Sowjetunion wichtiger als die zu den Völkern der ganzen Welt. Denn unsere Freundschaft stützt sich auf solide Grundlagen, und diese alte Freundschaft zwischen den beiden Völkern wird sich ohne Zögern fortsetzen und ist die beft e Garantie für die Festigkeit unserer Läge. Die Erklärung des Ministerpräsidenten be­weist, daß selbst in noch so schweren Tagen die Politik der Türkei normal ist und daß die Türkei OS dans io dm Krieg eintreten würde, wenn

Die Sowjetregierung wäre zudem immer bereit, dem polnischen Volk zu helfen, der furchtbaren Katastrophe zu entrinnen, in die es durch die abenteuerliche und gewissenlose Politik seiner Regierung geraten sei. Die der polnischen Botschaft bereits übermittelte Note werde gleich­zeitig allen Regierungen zur Kenntnis gebracht, mit denen die Sowjetunion diplomatische Bezie­hungen unterhält, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die Sowjetunion gesonnen sei, gegen­über allen diesen Staaten auch weiterhin ihre Politik der Neutralität aufrecht zuerhalten.

Die Role Armee, so fuhr Molotow fort, stehe jetzt vor einer ehrenvollen Aufgabe. Die Sowjet­regierung fei gewiß, daß ihre Truppen diese Auf­gaben in voller Disziplin und entsprechend ihrer ruhmvollen Tradition bewältigen werden. Die Be­völkerung der Sowjetunion werde aufgefordert, die Armee bei dieser Aufgabe durch ehrliche und auf­opfernde Arbeit jedes einzelnen zu unterstützen. Die Regierung beabsichtige nicht, die Versorgung der Bevölkerung Mit Lebensmitteln oder anderen Waren Beschränkungen zu unterwerfen. Selbst in dem Falle, wenn die Operationen des Heeres sich längere Zeit hinziehen sollten. Die Re­gierung denke nicht daran, zur Einführung des Kartensystems auf Lebensmittel oder andere Wa­ren zu schreiten, da die Sowjetunion mit allem Notwendigen ausreichend versorgt fei. Die ganze Bevölkerung der Sowjetunion stehe, so schloß Molotow, in «dieser Stunde hinter der Regierung und könne neuen, noch nie dagewesenen Erfolgen auf dem Gebiet des friedlichen Aufbaues ihrer Industrie und Landwirtschaft entgegensetzen, sowie neuen Ruhmestaten der Roten Armee an den Fronten des Kampfes.

Sprecher des auswärtigen Amtes erklärte auf An­frage, daß vorläufig keine Einzelheiten über das Abkommen bekannt seien. Eine sinngemäße Erweiterung des Abkommens auf die übrigen Grenzen sei jedoch durchaus möglich. Im übrigen betonen japanische Kreise, daß Japan fest entschlos­sen sei, sich vollkommen auf die Beendigung d e s Chinakonfliktes zu konzentrieren, wo­für die Stillegung der ausländischen Hilfsquellen Tschiangkaischeks als wichtigste Voraussetzung angesehen wird.

Rumänien wahrt seine stritte Neutralität

Bukarest, 17. Sept. (DNB.) Wie der Vertre­ter des DNB. von maßgeblicher Seite erfährt, wird der Einmarsch der russischen Truppen in Polen keine Reaktion in Rumänien auslö- s e n. Rumänien ist zwar mit Polen durch einen Beistands- und Militärpakt verbunden, der bei einem sowjetrussischen Angriff auf Polen in Kraft treten soll. Rumänien vermag aber nach Kenntnisnahme der russischen Begründung aus dem unter voller Wahrung der russischen Neutralität er­folgten Einmarsch in Polen keinerlei A n - grisfshandlungen abzuleiten. Ferner liegt kein Anzeichen dafür vor, daß Polen gegen den russischen Einmarsch Widerstand leistet. Eine pol­nische Regierung bestehe de facto nicht mehr. Unter diesen Umständen bleibt Ru­mänien bei der bisher verfolgten Politik der strikten Neutralität.

Litauens Haltung bleibt unverändert.

Kaunas, 17. Sept. (Curopapreß). Der Ein­marsch russischer Truppen in Ostpolen gibt der litauischen Regierung keinen Anlaß, ihre bisherige Neutralitätspolitik auf- zugeben. Sie wird vielmehr weiterhin an dem Grundsatz strikter Neutralität festhatten und ihre Ansprüche territorialer und sonstiger Art er ft bei der Friedenskonferenz geltend machen. Die Mttel zur Sicherung der Neutralität sollen jedoch in einer auch der neuen Situation angemessenen Weise v e r st ä r k t werden. Infolgedessen wurde die Einberufung von zwei Reservejahrgängen beschlossen, um den Grenzschutz wirksamer durchführen zu können.

Wie aus Wilna gemeldet wird, haben sich ver­schiedene litauische und polnische Organisationen an die litauische Regierung gewandt mit der Bitte, das Wilnaer Gebiet in den litauischen Staatsverband aufzunehmen.

sie selb st das Opfer eines Angriffes oder wenn ihreJnteressen bedroht wären.

Lettland verstärkt Ueberwachung der polnischen Grenze.

Riga, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der let­tische Gesandte in Moskau hat ebenso wie die diplomatsichen Vertreter der übrigen Staaten --- die Versicherung erhalten, daß Sowjetrußland gegen­über Lettland die Neutralitätspolitik fortsetzen werde. Außer der bereits vollzogenen Verstär­kung öer Armee treffe Lettland, so wird in diesem Zusammenhang betont, keine weiteren militärischen Maßnahmen. Die lieber« machung d e r lettisch - polnischen Grenze ist seit einigen Tagen beträchtlich verschärft worden und wird von den Militär­behörden ausgeübt. Bisher wurde aber kein b e s 0 nderer Zustrom von polnischen Flüchtlingen festgestellt. Die lettischen Be­hörden werden keinen Versuch dulden, den in Lett­land in Kraft befindlichen Gesetzen zuwider die Grenze zu überschreiten. Die strickte Neutralität Lettlands werde auch in diesem Falle bewahrt werden.

Japanische Militärabordnuna in Berlin

Berlin, 17. Sept. (DNB.) Am Sonntagabend traf der japanische General Graf Terauchi, von Italien kommend, mit drei hohen japa- njfchev Stabsoffiziexes in Bexliy ein«

Er wurde am Anhalter Bahnhof von dem stellver. tretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von H a l e m, sowie dem Referenten für Ostasien Lego- tionsrat von Knoll empfangen. Von feiten der Wehrmacht hatten sich der Kommandant von Ber­lin, Generalleutnant Seifert, und Major von L 0 e b e l l eingefunden. Don japanischer Seite waren der Kaiserlich Javanische Botschafter Osbima und die Herren der Botschaft sowie zahlreiche Ver­treter der japanischen Kolonie zugegen.

Erfolgreicher deutscher Handelskrieg auf den Meeren.

Berlin, 17. Sept. (DNB.) Die Kriegsmarine führte in Ost-und Nordsee und im Alla n- lik den Handelskrieg erfolgreich fort. 3n der Ost­see griffen Seestreitkräfte mit ihrer Artillerie in den Kamps gegen die letzten noch Widerstand leisten­den polnischen Truppen bei Gdingen und Heia ein.

Nach bisher hier vorliegenden Meldungen des Auslandes find bis einschließlich 15. September a n britischen Schiffsverlusten 30 Damp- fe r mit etwa 190 000 Bruttoregisiertonnen als ver­senkt zugegeben worden. Dieses Ergebnis wurde erzielt unter strikter Einhaltung der internationalen Bestimmungen für die Führung des Handelskrieges.

Deutsches Ll-Bvvt schießt zwei englische Flugzeuge ab. DAS. Berlin, 17. Sepl. (Oft TD.) wie ein im Handelskrieg eingesetztes U-Boot meldet, hat es am 14. September während der gemäß Pri­senordnung vorgenommenen Unter­suchung des englischen Dampfers Fanadhead" zwei angreifende Flug­zeuge des englischen FlugzeugträgersArk Royal" zum Absturz gebracht und die Ueberlebenben (zwei Offiziere) der abgeschosfenen Flugzeuge ge­rettet.

FranzösischesLl-Book in schwedischem Hasen interniert.

London, 17. Sept. (DNB.) Ein beschädigtes französisches U-Boot ist, wie der Londoner Rund­funk berichtet, in einen schwedischen Hasen eingelaufen. Schiff und Besatzung wurden interniert.

Gnadenerlaß des Führers für die Zivilbevölkerung.

Berlin, 15.Sept. (DNB.) In Ergänzung seines kürzlich ergangenen Gnadenerlasses für die Wehr­macht hat der Führer auch für die Zivilbe­völkerung eine A m n e st i e gewährt. Er­lassen werden Geldstrafen, wenn die Ersatz- freiheitsfträfe drei Monate nicht übersteigt, Ord­nungsstrafen bis 1000 RM., Hast- u nd Festungshaft st rasen sowie Gefängnis- und Arreststrafen von nicht mehr als drei Monaten, diese letzteren jedoch nur, wenn der Täter bei Begehung der Tat noch nicht oder nur mit Geld­strafe oder Haft oder mit Festungshaft-, Gefäng­nis- oder Arresistrase von insgesamt sechs Monaten vorbestraft war. In gleichem Umfang und unter denselben Voraussetzungen werden Strafver­fahren wegen der vor dem Inkrafttreten der Am­nestie begangenen und noch nicht rechtskräftig ab» geurteilten Straftaten niedergeschlagen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie der Sowjetbotschafter in Berlin, Schk- w a r tz e w, dem slowakischen Gesandten in Berlin im Auftrage des Vorsitzenden der Volkskommissare der Sowjetunion und Kommissars für auswärtige Angelegenheiten, Molotow, mit- teilte, erkennt die Union der Sozialistischen Sowjet­republiken die Slowakische Republik de jure und de facto an und beabsichtigt, mit ihr diplomatische Beziehungen anzuknüpfen.

Der König von Afghanistan hat nach einem Beschluß der afghanischen Nationalversamm­lung sowie des afghanischen Herrenhauses be­schlossen, die Neutralität Afghanistans in den gegenwärtigen europäischen Feindseligkeiten zu wahren. Dieser Beschluß wurde allen in Kabul weilenden ausländischen diplomatischen Vertretern mitgeteilt.

Der bulgarische TO i n i ft errat beschloß fol­gende Neutralitätserklärung abzugeben: Angesichts der durch den Lauf der Ereignisse ge­schaffenen internationalen Lage verfolgt Bulgarien eine Politik des Friedens und bleibt neutral."

Das australische Kabinett, das als erstes unter den Ministerien der Dominien sich auf Cham­berlains Seite gestellt hatte, hat den Haushalt für Landesverteidigung um 12 Millionen auf 45 Millionen erhöht und ferner be­schlossen,für Militärdienste in Australien und Uebersee insgesamt eine Freiwilligen armer von 20 000 Mann aufzustellen.

Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist im Kampfe für Führer und Volk SA.-Obergruppenfüh­rer Meyer-Quade (Kiel) gefallen.

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Der italienische Ueberseedcnnpfer(Tonte dl Savoia" ist von Genua nach Neuyork ausge­laufen. Er war hauptsächlich mit amerikani­schen Passagieren besetzt. Mit dem Damp­fer reifte auch der amerikanische Sudpolforscher Lincoln Elsworth, der nach längerem Aufent­halt auf seinem Schloß Lenzburg in der Schweiz nach Amerika zurückkehrt, um eine Expedition in das Südliche Eismeer vorzub er eiten. Außerdem be­fanden sich berühmte italienische Musiker an Bord, die für die Winterspielzeit nach den Ver­einigten Staaten reifen, darunter der Direktor des Symphonieorchesters von Detroit, Franco GH io ne.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Pro­vinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. An« zeigenleiler: Hans Beck. Verantwortlich für den In­halt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Ver­lag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 M

Das Echo des russischen Einmarsches im Ausland.