aus dem Schlaf geweckten Nachbarn bald bemerkt, so daß sie die Feuerwehr rufen konnten, die rasch zu Hilfe eilte. Als sie aber zum Psarrhof kam, öffnete den Wehrmännern niemand das Tor, weil die Insassen des brennenden Hauses noch f e st sch l i e f e n. Sie mußten erst geweckt werden, bevor die Löschaktion beginnen konnte.
Die größte Stadt der Welt.
Eben wird bekanntgege5en, daß London 8 650 000 Einwohner zählt und damit vor N e u - york mit 7 000 000 Einwohnern noch immer den Vorrang als größte Stadt der Welt behauptet. In London wohnt rund ein Fünftel der Gesamtzahl aller Einwohner Englands, was sicherlich ein recht ungesundes Verhältnis ist. Noch schlimmer ist es, wenn die Zahl der Engländer in Großstädten mit über 100 000 Einwohnern verglichen wird mit der entsprechenden Zahl von Deutschen in Großstädten, natürlich immer nur im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl des Landes. In den letzten Jahren stellt der Luftschutz einer solchen Riesenstadt wie London besondere Probleme, die um so empfindlicher sind, als die Breite der Straßen nach Maßstäben bestimmt sind, die 100 oder 70 Jahre alt sind. Das eigentliche Gefchäftsviertel von London, die City, hat nur knapp 14000 ständige Einwohner. Aber auch „London" im gewöhnlichen Sprachgebrauch stellt- keinen einheitlichen Begriff dar. Die eigentliche Grafschaft London zählt nur 4,5, der PolizeibezirkLondon oder „Groß-London" dagegen die erwähnten 8,65 Millionen Einwohner. Infolge des Dorwiegens des Einfamilienwohnhauses kommen nur 7 bis 8 Personen auf das Haus. — Als Kuriosum wird angeführt, daß es 1936 im örtlichen Stadtbezirk von London .loch 36 Kuhställe mit etwa 150 Kühen gab. 121 Menschen lebten im Stadtgebiet von der Landwirtschaft. Es gab auch noch 13 Pferdedroschken.
Ein rüstiger Trompeter.
In den Reihen des Oelberger Jnstrumentalvereins, des ältesten und berühmtesten bergischen Liebhaber- Orchesters, gegründet 1812 als Musikalische Akademie zu Burscheid, beging der Trompeter Hugo Müller ein überaus seltenes Jubiläum. Rund 65 Jahre sind vergangen, seit Müller als Trompeter in die Reihen des weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannten Orchesters eintrat. Und heute noch bläst der 81jährige in alter Frische sein Instrument, das ihm ein kostbarer Besitz geworden ist.
Die nützlichen Mäuse.
Eine merkwürdige Diebsgeschichte wird aus Mosigkau bei Dessau gemeldet. Dort wurden einem Bauern nachts einige Sack frischgedroschenen Getreides gestohlen. Während sonst die Mäuse im allgemeinen zu den Schädlingen gehören, so waren sie diesmal nützlich genug, die Diebe zu stellen. Die Mäuse nämlich hatten Löcher in einen der Säcke genagt. Das weitere kann man sich denken. Beim Abtransport der Säcke krümelte Getreide heraus und zeichnete den Weg der Diebe genau nach, und so konnte der Verbleib des Getreides rasch festgestellt werden. Die Diebe werden sich bald vor dem Strafrichter verantworten müssen.
Sechs Todesopfer tollwütiger Hunde in Bosnien.
In Bosnien sind im letzten Monat sechs Personen am Biß toller Hunde gestorben. Der letzte Fall war der des Bauern Risto Kozitsch, der durch den Biß eines tollen Hundes selbst tobsüchtig geworden ist und nur mit schwerer Mühe von sechs Wachmännern überwältigt und ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Dort starb er unter größten Qualen. Durch den Biß toller Hunde wurde auch
Hausvieh von Tollwut erfaßt und mußte getötet werden.
Dolfplage in Lettland.
In einigen Gegenden Lettlarcks sind die Wölfe wieder zudringlicher geworden. Ein Dauer, dem sie bereits ein Fohlen gerissen hatten, kam gerade zurecht in den Stall, wo eben ein Schaf von einem Wolf weggeschleppt wurde. Es gelang dem Verfolger, den Räuber einzüholen, der seine Beute fallen ließ und das Weite suchte. Das Schaf war jedoch bereits versendet. Nun haben sich die Bauern der Gegend züsammengeschlossen; sie veranstalten regelrechte Feldzüge gegen die Wölfe.
Büchertisch.
— Conan Doyle: Das getupfte Band. (7. Band der Sherlock-Holmes-Serie.) 195 S. Kart. 2 RM., Leinen 3 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (113) — Sherlock Holmes gehört zu den unvergänglichen Gestalten der Literatur. Der Gedanke, Conan Doyles Sherlock-Holmes-Bücher in Neuausgaben einer'breiten Leserschaft zugänglich zu machen, kam einem Bedürfnis entgegen. „Das getupfte Band" verrät in besonderem Maße die erzählerische Raffinesse des Engländers: klar durchdachte Fälle, geheimnisvolle Milieuschilderungen, immer neue Spannungsreize.
— Reiseland Württemberg. Herausgegeben von Adolf Mauer. 120 Seiten mit 92 Photos, 8 farbigen Tafeln und einer bunten Landkarte. Großformat. Halbleinen 3,70 RM. Verlag Knorr & Hirth, München. — (217) — Das Reiseland Württemberg ist der vielgerühmte Schwarzwald, der Bodensee mit seinen lieblichen Dörfern
und Städtchen am Ufer, die Donau, die Schwäbische Alb, das Paradies der Wanderer. Es ist auch das Neckartal mit seinen weltberühmten Städten der Arbeit, mit seinen Rebhängen' und Weindörfern. Es sind die gesunden, fleißigen, geschäftlich wie industriell bedeutsamen Städte und Dörfer, die bekannten Luftkurorte und Bäder, an deren Spitze das herrlich gelegene Stuttgart, die Stadt der Ausländsdeutschen. Und dazu gehört der schwäbische Mensch, der diese gesegnete Erde bewohnt, die Deutschland und der Welt Kepler, Schiller, Hölderlin, Mörike, Zeppelin und viele andere große Denker, Dichter und Erfinder geschenkt hat. Rund 100 Photos und farbige Kunstblätter und eine bunte Landkarte zeigen all diese mannigfachen Schönheiten in herrlichen Bildern. Schwäbische Dichter kommen gebührend zu Wort. Alles in allem ein verführerisches Reisebuch.
Zeitschriften.
— Die neueste Nummer der Leipziger Jllu- strirten Zeitung wird durch einen Beitrag von Dr. Johannes Stoye „Deutschland—Südosteuropa" eingeleitet. Eine Statistik unterrichtet genau über die Wirtschaftsbeziehungen Großdeutschlands zum Donauraum. Prächtige Farbaufnahmen zeigen die malerische Schönheit Jugoslawiens als lockenden Reiselandes. Ein Beitrag von dem Generalsekretär des in Berlin stattfindenden VI. Internationalen Archäologen-Kongresses Dr. Max Wegener berichtet über „Die neuen Forschungen deutscher Archäologen". Ein interessanter bebilderter Artikel des bekannten Tierfreundes und Erzählers Paul Eipper schildert eine „Filmpirsch auf Gemsen".
Die Partei jenseits der Memel.
Ein halbes Jahr Aufbau. - Oie Organisation steht.
Als im Frühjahr dieses Jahres für unsere deutschen Brüder jenseits der Memel die Befreiungsstunde schlug und der Führer an der Spitze seiner Soldaten dieses kerndeutsche Land heimholte ins Reich, da war ein langjähriges Sehnen dieser deutschen Menschen in Erfüllung gegangen. Die Hoffnung, wieder mit dem Mutterlande vereint zu werden, war gerade in den letzten Jahren ständig größer geworden. Mit stolzer Freude verfolgten die Me-meldeutschen den gewaltigen Ausstieg Großdeutschlands unter der Führung Adolf Hitlers.
Das besondere Interesse der Memeldeutschen galt in dieser Zeit naturgemäß mit in erster Linie der von Adolf Hitler geschaffenen Partei und ihren Gliederungen. Mit ihnen sich vertraut zu machen, sah jeder als eine Ehrenpflicht an. Wenn fie auch wußten, daß es ihnen unter fremder Herrschaft niemals erlaubt war, der Bewegung zu dienen, so konnte ihnen doch niemand verwehren, sich das notwendige innere Rüstzeug zuzulegen.
Noch wenige Wochen vor der Heimführung des Memellandes ins Reich erhielten diese deutschen Menschen einen für sie erschütternden und zugleich beglückenden Beweis von der Hilfsbereitschaft des Nationalsozialismus. Eine große Kolonne von Lastkraftwagen des Winterhilfswerkes, bis zum letzten Platz beladen mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken, brachte Freude in viele tausend Familien, denen es am Nötigsten fehlte.
So war es kein Wunder, daß, nachdem die Befreiungsstunde geschlagen hatte, der Aufbau der Partei und ihrer Gliederungen mit Riesenschritten vorwärts ging. Bereits in den ersten Tagen kamen Tausende und aber Tausende, um sich für den freiwilligen Dienst in der Bewegung des Führers zu melden und damit ihren Dank abzustatten für das, was Adolf Hitler für sie getan hatte.
Die organisatorische Entwicklung der Partei sah die drei Kreise Memel-Stadt, Memel-Land und Heydekrug vor, die zum Gau Ostpreußen der NSDAP, aehören. Die Arbeit, die in diesen drei neuen Kreisen bereits geleistet, worden ist, hat gezeigt, wie tief das Ideengut des Nationalsozialismus hier schon verankert war. Es war für die vielen hundert Politischen Leiter, die hier, auf vorgeschobenem Posten, ihre Pflicht tun, ein Ehrentag, als sie am Geburtstag des Führers feierlich vereidigt wurden. Zur Zeit werden in den drei Kreisen des ehemaligen Memellandes alle Vorbereitungen für den Reichsparteitag getroffen, an dem selbstverständlich nicht nur die Politischen Leiter, sondern auch Angehörige der SA., ff usw. teilnehmen werden.
Die SA., die am 23. März 1939, dem Tage, da Adolf Hitler nach Memel tarn, gegründet worden ist, hatte ihren Vorläufer in dem Memelländischen Sicherheitsdienst, der zu Beginn dieses Jahres aufgezogen worden war. Heute zählt die SA. bereits über 5000 Angehörige.
Die ff entstand aus dem Memeldeutschen Ordnungsdienst, der im November des vergangenen Jahres von dem Führer des Memeldeutschtums, ^-Oberführer Dr. Neumann, ins Leben gerufen worden war. Die Arbeit, die Dr. Neumann hier unter den schwierigsten Verhältnissen leistete, hat sich glänzend bewährt und reiche Früchte getragen. So war es möglich, daß die Gründung der ff schnell und ohne Schwierigkeiten bewerkstelligt werden konnte.
Auch der Aufbau des NSKK. vollzog sich glatt und reibungslos. Korpsführer Hühnlein konnte sich vor geraumer Zeit persönlich davon überzeugen, daß diese Gliederung der Bewegung restlos ihren Mann steht. Das NSFK. hatte seine Grundlage in dem ebenfalls von Dr. Neumann gegründeten Se
gelfliegerverein. Es verfügt jetzt schon über mehrere Segelflugzeuge, mit denen oft geübt wird.
Besonders hervorgehoben zu werden verdient auch die selbstlose Arbeit der NS.-Frauenschaft, wobei vor allem anerkannt werden muß, daß die memeldeutschen Frauen schon vor der Heimkehr ins Reich stets zur Fahne Adolf Hitlers gestanden haben und nun stolz darauf sind, ihren Glauben nicht nur mit Worten, sondern auch durch die Tat beweisen zu können. Daß die Hilfe, die das Reich vor der Befreiung dem Memelland durch Lebensmitteltrans, porte des Winterhilfswerkes zukommen ließ, auf fruchtbaren Boden fiel, beweist nicht zuletzt die Tat- jache, daß jeder zweite Haushalt der NS.-Dolks- wohlfahrt angehört.
Es erübrigt sich, zu betonen, daß auch die Hitler- Jugend und die Deutsche Arbeitsfront eine gleiche Aufwärtsentwicklung genommen haben. Gerade die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" hat besonders erfolgreiche Arbeit geleistet, indem sie viele Memeldeutsche in andere Gaue des Reiches geführt hat, wo sie sich von der von Adolf Hitler geleisteten Aufbauarbeit haben überzeugen können.
Noch nicht ein halbes Jahr ist seit der Heimkehr des Memellandes ins Reich verflossen. Wenn in dieser kurzen Zeit der Aufbau der Partei und ihrer Gliederungen so planmäßig durchgeführt werden konnte, daß man sagen kann „Die Organisation steht!", so ist das mit in erster Linie auf die Treue und Einsatzbereitschaft dieser deutschen Menschen zu- rückzuführen, die nunmehr ihren größten Stolz darin sehen, unter der Fahne Adolf Hitlers für Großdeutschland zu schaffen. Ob Politische Leiter, SA.- oder ^-Männer, sie alle wetteifern mitein- ander, das Ideengut des Nationalsozialismus bis in die letzte Familie hineinzutragen, auf daß der Füh- rer die Gewißheit haben kann, sich auf diese Deutschen genau so verlassen zu können, wie auf alle anderen. St.
Wetterbericht
Deutschland liegt am Südhang eines Hochdruck- rückens, wobei sich bisher im Westen und im Süden des Reiches fast ungestörtes Schönwetter gehalten hat. Mit steigender Erwärmung bei gleichzeitiger Druckverflachung kann jedoch sttzt mit dem Auftreten gewittriger Störungen gerechnet werden.
Vorhersage für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst vielfach heiter, Neigung zu örtlicher Gewitterbildung, tagsüber warm, Winde meist um Ost.
Vorhersage für Sonntag: Warmes und vielfach heiteres Wetter, jedoch nicht allgemein stö- rungsfrei.
Lufttemperaturen am 17. August: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 18. August: morgens 15,7 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum heute nacht 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. August: abends 21,5 Grad; am 18. August: morgens 17,4 Grad. — Sonnenscheindauer 10 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIL 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste 9lr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
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Gießen (Bahnhofstraße 10), den 17. August 1939.
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Gießen, den 18. August 1939.
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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heim
gang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem
Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders danken
wir dem Herrn Pfarfer für die trostreichen Worte am
Grabe, der Betriebsführung und Gefolgschaft der Fa
Rudolf Rüdiger, sowie dem Gro&’schen Männerchor.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen :
Lina Menne geb. Ockel.
Wir bedauern den Heimgang unseres
lieben Altersbruders
Carl Schmidt
Die Beerdigung findet am Samstag, dem
19. August, vormittags ll3/< Uhr, von
der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt.
Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
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