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Aus der engeren Heimat.

Jubiläumsfeier der Firma Georg Dietrich Bücking in Alsfeld.

Alsfeld, 15. April. Am gestrigen Freitag konnte Herr Georg Dietrich Bücking, Seniorchef der Firma Mechanische Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking, seinen 8 0. Geburtstag feiern. Dem Jubilar, der Ehrenbürger der Stadt Alsfeld ist, ging eine große Anzahl Glückwünsche aus allen Teilen des Reiches zu, ixk von der großen Bedeutung der Firma für die Textilbranche Zeugnis ablegen. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld und die SängeroereinigungLiederkranz-Harmonie", denen Herr Bücking seit langen Jahren angehört, brachten dem Jubilar einen Fackelzug und ein Ständchen. Bei der Feier für die Gefolgschaft, die im großen Saal desDeutschen Hauses" stattfand, gab Pro­kurist Reul in seiner Ansprache einen Ueberblick über die Entwicklung der Firma Georg Dietrich Bücking. Die Firma hat im Jahre 1907 in ganz kleinen Anfängen mit sechs Maschinen ihren Be­trieb begonnen. Heute beschäftigt der Betrieb, der zu den führenden Kleiderfabriken in Deutschland gehört, etwa 700 Angestellte und Arbeiter und be­sitzt Zweigwerke in Grebenau, Schlitz und in der benachbarten preußischen Stadt Neukirchen. Der Georg-Dietrich-Bücking-Stiftung wurde anläßlich des Jubiläums von den Inhabern ein namhafter Betrag überwiesen, so daß sich der Gesamtbetrag der Stiftung aus etwa 60 000 Mark beläuft. Die Stiftung dient der Attersversorgung der Angestellten und Arbeiter des Werkes. Die Feier, die von musikalischen und gesanglichen Vorträgen und humorvollen Darbietungen umrahmt war und an der der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Als­feld sowie Bürgermeister Dr. V ö l s i n g und Bür­germeister Ritter von Neukirchen als Gäste teil- ncthmen, zeigte ein schönes Bild guter Kameradschaft. Ehrung für ein Eisernes Hochzeitspaar

LPD. Büdingen, 15.April. Reiche Ehrungen sind dem 6 5 Jahre verheirateten Paare Ge­meinderechner i. R. Ludwig Friedrich Nagel und Frau Elise, geb. Geist, im nahen Büches zu ihrem am 12.April begangenen Tag der eiser­nen Hochzeit zugegangen. In erster Linie waren es der Glückwunsch und eine namhafte Geld­spende seitens unseres Führers, die das alte Paar erfreuten. Die Kreisleitung Büdingen der NSDAP, gratulierte mit einem Glückwunschschreiben des Kreisleiters Görner und einem Geldgeschenk. Ebenso lagen herzliche Glück- und Segenswünsche vor vom Reichskriegerführer General Reinhard, der dem alten Mitkämpfer von 1870/71 ebenfalls eine Ehrengabe hatte überweisen lassen. Zahllos waren die Aufmerksamkeiten, deren sich das im Alter von 90 und 86 Jahren stehende Jubelpaar aus der Dorfgemeinschaft erfreute.

Werkzeug-Diebstähle an der ^ieicksautobahn.

* Reiskirchen, 18. April. In der Nacht zum Sonntag wurden auf der R e i ch s a u t o b a h n zwischen Alsfeld und Gießen (Steinbach) mehrere Werkzeugwagen einer gegenwärtig an der Strecke arbeitenden Kölner Firma er­brochen. An vier verschiedenen Stellen wurden die Wagen von den Dieben heimgesucht und dabei Werkzeuge, Zelte, Zeltdecken, Lötlampen, Kanister nsw. gestohlen. Der Wert der gestohlenen Dinge be­läuft sich auf etwa 1 0 0 0 Mark. Die Gendar­merie-Station Reiskirchen ist mit den Nachforschun­gen beschäftigt.

Landkreis Gießen.

3) Lich, 17. April. Nachdem im Laufe des Win­ters in der hiesigen Brauerei Jhring-Mel- ch i o r eine Betriebssportgemeinschaft gegründet wurde, stellte nunmehr die Betriebs­führung die sog.Osterwiese" am 'Schloßgarten, in unmittelbarer Nähe der Brauerei, den Sportlern als U e b u n g s st ä t t e zur Verfügung. Bei einer

kleinen Feier am Samstag übergab der stellv. Be- triebsführer, Diplom - Brauereiingenieur M a i d - Hof, dem Betriebsobmann T r e ch s l e r den Platz in die Obhut der Betriebsgemeinschaft und wies in einer kurzen Ansprache auf den Sinn und Zweck der sportlichen Betätigung innerhalb des Betriebes hin. Betriebsobmann Trechsler dankte der Be­triebsführung für die Bereitstellung des Geländes sowie allen Kameraden, die in den letzten Wochen den Platz herrichteten, ferner gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich im Laufe des Sommers auch die älteren Gefolgschaftsmitglieder sportlich betätigen mögen. Unter Leitung von Sportwart Gilbert fanb anschließend ein erstes Training statt. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde Lehrer Schön, der einige Monate an der Volksschule Friedberg Dienst versah, wieder an die hiesige Schule versetzt. An Stelle von Lehrer Moffert übernahm er die neuen Schulrekruten.

)(R uppertsburg, 16. April. Unter Leitung des Kameradschaftsführers W. Seipp II. fand gestern abend bei Gastwirt Schlörb die 63. ordent­liche Hauptversammlung unserer Kriegerkame­radschaft statt. Zunächst gedachte man des im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden W. M e u e r. Aus dem Rech e n fcha ftsbericht, den der Schriftwart Ehr. H ö gy II. verlas, ging hervor, daß die Kameradschaft bemüht war, ihre Aufgaben, die ihr als NS.-Gemeinschaft gestellt sind, voll und ganz zu erfüllen. Neueintritte sind erfolgt, so daß die Zahl der Mitglieder jetzt 53 beträgt. Der Kassenwart W. Lehr II., der schon 28 Jahre mit größter Ge­wissenhaftigkeit sein Amt versieht, zeigte durch seine Rechnungsablage, daß auch das Kassenwesen in bester Ordnung ist. Schießwart Hch. B e ck e r er­stattete einen eingehenden Bericht über das Schi - wesen und ermahnte zu besserer Beteiligung. Zum Schlüsse wurde noch beschlossen, im Sommer wieder einen eintägigen Ausflug zu machen. Vorgesehen ist eine Fahrt nach Kassel und Wilhelmshöhe.

Kreis Büdingen.

h. Schotten, 17. April. Obersteuerinspektor O. Hertel, eine geborener Laubacher, Inhaber des goldenen Parteiabzeichens, wurde als Steueramt­mann nach Mainz versetzt. Ihm zu Ehren fand ge­stern eine Sitzung des Gemeinderats, dem er schon über 6 Jahre angehörte, statt, in der der Bür­germeister ihm herzliche Dankes- und Abschiedsworte widmete und als Aufmerksamkeit ein Bild der Stadt gab. Pg. Hertel dankte für die Ehrung in herz­lichen Worten.» Die Leitung des neuen Stra - ßenb auamtes wurde Assessor Enders (Gie­ßen) übertragen. Das Amt hat feine Tätigkeit bereits ausgenommen. Auch die hier neu eingerichteten Aemter, das Feldbereinigungsamt und das Kulturbauamt, haben mit den Arbeiten be­gonnen. In nächster Woche finden hier und in den umliegenden Orten unter Leitung des Feldbereini­gungsamtes Versammlungen statt, in denen die Wahl der Vorstände der Teilnehmergesellschaften vorgenommen wird und Besprechungen über das in Angriff zu nehmende Feldbereinigungs­verfahren ftattfinben. Die Stadt hat die freien Plätze um Kirche und Rachaus mit Kleinpflaster versehen lassen. Die Arbeiten sind be­endet und haben eine wesentliche Verschöne­rung gebracht. Auch das Rathausgebäude wird eine Auffrischung erhalten. Ebenso werden der alte Friedhof, der alte Turnplatz vor dem Postamt neu hergerichtet und eine Reihe weiterer Stadtver- schönerungen vorgenommen. Die hiesige Zigar- renfabrik A. Weber ging durch Kauf in das Eigentum der Zigarrenfabrik I. B. Noll (Gießen) über, die hier einen Zweigbetrieb unter­hält. An Stelle des nach Alsfeld versetzten hiesigen Medizinalrates Dr. Jockel wurde Dr. E i ch e l s - b ad) er vom Gesundheitsamt Darmstadt hierher versetzt und mit der Leitung des hiesigen Gesund­heitsamtes beauftragt.

Kreis Alsfeld.

-ß Mücke, 17. April. Die Orts fach sch oft Imker für Mücke und Umgebung hielt in der Gastwirtschaft Baist ihre Jahresversammlung ab.

(Sin Herz für Hunde.

Eine Geschichte von Peter Matiheus.

Seit zwei Wochen mahnten Herr und Frau Alling im Kurhotel des Badeortes. Sie hatten eines der besten Zimmer mit einem anstoßenden kleinen Salon als Tagesraum. Er war ein gut aussehender Fünfziger, sehr gepflegt und sehr wie man be­merken konnte seiner Gattin zugetan. Sie war eine hübsche Frau, die durch ihre sanfte Freundlich­keit jeden Gast und jeden Angestellten des Hotels bis zum Direktor hinauf für sich einnahm. Man sah die beiden stets zusammen. Außer ihnen waren nur noch wenige Gäste da. Die Saison war schon weit vorgeschritten.

An einem Spätnachmittag es dunkelte bereits, und " ein seiner Regen fiel kehrten die Allings von einem Spaziergang zurück. Sie näherten sich dem Hotel von der Seite her, wo die Wirtschafts­räume lagen. Und da erblickten sie den Hund. Es war eine Art Schäferhund mit buschigem Schwanz und grauem zottigen Fell, das durch die Nässe etwas ruppig aussah. Er lungerte am Küchen ein­gang umher, stieß ab und zu die Nase in die Luft und bellte kurz und jaulend. Als er die Allings kommen hörte, wandte er sich um und starrte ihnen entgegen.

Jeder Mensch hat seine Schwäche. Frau Allings Schwache waren Hunde. Sie liebte Tiere im all­gemeinen; aber Hunde liebte sie besonders. Der Gedanke, ein Hund könnte sich verlaufen haben und obdachlos und ohne Nahrung durch die Straßen irren, versuchte ihr Qualen.' Herr Alling wußte das. Er war darum auch nicht erstaunt, als feine Frau jäh stehen blieb und feinen Arm ergriff.

Oh ein Hund!" sagte sie.Ein herrenloser Hund! Sieh nur, wie verhungert er aussieht."

Nun, verhungert...", sagte Herr Alling zwei­felnd.Er sieht ein bißchen struppig aus. Aber ver­hungert ... ?"

Gewiß verhungert!" beharrte sie.Wie dürr er ist, der arme Bursche. Und wie naß!' Bitte ich möchte ihn mit hinauf nehmen. Du erlaubst es mir, nicht wahr? Du hast doch nichts dagegen?"

Ihr Blick war so flehend, daß Herr Alling nur stumm den Kopf schütteln konnte. Sie lockte den Hund, und er kam. Vertrauensvoll trottete er heran und rieb die Schnauze an ihrem Knie. Das ent­schied die Sache vollends. Mit strahlendem Lächeln wandte sie sich um uni) ging voran, der Hund lief hinter ihr her, und Herr Alling bildete den Beschluß. In dieser Reihenfolge betraten sie das Hotel.

Der Portier sah erstaunt aus. Während Frau Alling und der Hund schnurstracks die Halle durch­querten, blieb Herr Alling in leichter Verlegenheit bei ihm stehen.

,F)m ein herrenloses Tier", sagte er etwas abgerissen.Trieb sich draußen im Regen umher. Meine Frau hm hat ein Herz für Hunde. Man kann den armen Kerl bei diesem Wetter doch nicht draußen lassen, wie?"

Damit lüftete Herr Alling hastig den Hut und eilte seiner Frau nach, die mit ihrem Schützling gerade hinter der Biegung der Treppe verschwand- Es entging ihm auf diese Art, daß der Portier noch viel erstaunter aussah als vorher.

Ein erstauntes Gesicht machte auch der Zimmer­kellner, als er durch ein Klingelzeichen herbei- gerufen den Hund auf einer Reisedecke vor dem Kamin des kleinen Salons liegen sah.

Aber" begann er.

Ich weiß!" unterbrach ihn Herr Alling liebens­würdig.Es ist eigentlich verboten, fremde Hunde mit ins Hotel zu bringen. Aber in diesem Falle müssen Sie schon eine Ausnahme machen. Meine Frau bringt es nicht übers Herz, das arme Tier draußen zu lassen."

Ja", begann der Kellner von neuem,aber"

,/O bitte!" unterbrach ihn Frau Alling.Es ist ein guter Hund, und er wird sehr brav fein. Be­sorgen Sie uns jetzt etwas Futter für ihn. Viel Futter, ja. Lassen Sie's auf unsere Rechnung -setzen."

Der Kellner verschwand, sandte jenseits der Tür einen verzweifelten Blick gen Himmel und kehrte mit einer tiefen Schüssel voller Küchenabfälle zurück. Der Hund fraß alles auf. Er schien wirklich sehr verhungert zu sein. Dann rollte er sich mit einem zufriedenen Seufzer auf der Reisedecke zusammen, wedelte dankbar mit dem Schwanz und schloß die Augen. Braver konnte sich kein Hund benehmen.

Spät am Abend führte ihn Frau Alling noch einmal hinunter. Die übrigen Gäste schienen schon zu schlafen. Mitten in der Halle stand ein stoppel- bärtiger alter Mann in einem verschossenen grünen Radmantel und starrte Frau Alling finster an. Sie hatte den Mann noch nie gesehen. Etwas ängstlich nahm sie den Hund beim Halsband und eilte mit ihm hinaus. Als sie nach einiger Zeit zurückkehrte, war der alte Mann verschwunden.

Der Hund verbrachte die Nacht sehr ruhig auf der Reisedecke im kleinen Salon. Musterhaft ruhig. Nur zweimal schnarchte er so laut, daß Allings davon erwachten. Dem Frühstück, das auf dem Zimmer eingenommen wurde, brachte er reges Interesse entgegen. Anschließend machte er mit den Allings einen langen Spaziergang, der sich bis zum Mittagessen hinzog.

Diesmal durfte er mit in den Speisesaal. Es waren nur so wenig Tische besetzt, daß Herr Alling meinte, es verantworten zu können. Der Hund recht- l fertigte das Vertrauen durchaus. Er saß still zwi-

Ortssachschastsvorsitzender Erb gedachte zunächst des verstorbenen Mitgliedes Konrad D ö l z i n g aus Kirschgarten, als des ältesten Mitgliedes und letzten Mitbegründers des Vereins. Sodann wurde über das ab gelaufene Rechnungsjahr Bericht erstattet. Durch aufklärende Versammlungen wurde erreicht, daß ein zufriedenstellendes Ernteergebnis erzielt wurde. Anschließend behandelte Lehrer Becker (Larden­bach) die Pflege und Behandlung der Bienenvölker von der Auswinterung bis zur ersten Honigent­nahme. Durch praktische Winke über die Erweite­rung des Brutnestes mit, Kunstwabe und Ueber- fuhrung in den Honigraum gab er lehrreiche Auf­schlüsse für die kommende Honigzeit. Die anschlie­ßende Rechnungslegung ließ die gesunde Finanz­lage der Ortsfachschaft erkennen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Sommer soll in einem Gemeinschaftsausflug ein mustergültiger Betrieb besichtigt werden.

Kreis Wetzlar.

<> Dutenhofen, 17. April. Schon feit nahezu zwei Jahren sind in unserem Orte umfan grei che Sraßenbauarbeiten im Gange. Die Hauptstraße unseres Ortes, die Reichs­straße KoblenzGießen, die täglich von 600 bis 800 Kraftfahrzeugen passiert wird, entsprach nicht mehr den Anforderungen. Von der Dorfmitte bis zum westlichen Ortsausgang wurde die Straße schon im vergangenen Jahre neu angelegt, außer­dem wurden auch Bürgersteige geschaffen. Diesen Straßenbauarbeiten ging die Kanalisierung durch

die Gemeinde voraus. Einer 8-Kurve inmitten des Dorfes wurde durch Verbreiterung ihre Unübersicht­lichkeit genommen. Die Straßenkreuzung an der Groh- und Kirchgasse wird durch die Niederleguna eines Anwesens zu gegebener Zeit übersichtlich gestaltet werden. Die Arbeiten des Straßenanbaues werden nun bald wieder ausgenommen. Die Ma­terialien sind bereits angefahren. Die Ortsdurchfahrt wird nach Beendigung der Arbeiten überall ge­pflastert fein. Die Fahrbahnbreite beträgt sieben Meter, die der Bürgersteige je zwei Meter. Die Bürgersteige liegen erhöht und sind durch Bord­steine von der Fahrbahn abgesetzt.

Kreis Biedenkopf.

T Nordeck, 17. April. Unter großer Beteili­gung wurde hier der Küfermeister Friedrich A r ° nold zur letzten Ruhe getragen. Er stand im 74. Le­bensjahre und konnte seinem Berufe bis vor wenigen Jahren nachgehen. In unserer Gemeinde war er 40 Jahre lang als Ortsdiener angestellt, ferner be­kleidete er 25 Jahre lang das Amt als Kirchenvor­stand unserer Kirchengemeinde.

Amtsgericht Gietzen

Die M. Sch. in Gießen war beschuldigt, am 2. De­zember 1938 im Büro eines Rechtsanwalts in Gießen aus einem nicht verschlossenen Schreibtisch einen Zwanzigmarkschein gestohlen zu haben. Die Ange­klagte, die geständig war, wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von fünf Wochen zu einer Geldstrafe von 105 R M. verurteilt.

KoinmimalpolUche Tagung des Kreises Alsfeld

(D Alsfeld, 17. April. In der unter Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , imDeutschen Haus" in Alsfeld durchgeführten Arb eitstagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeinde- t a g e s , die fast von allen Bürgermeistern des Kreises Alsfeld besucht war, sprach als erster Refe­rent der geschäftsführende Direktor der Landes- dienMelle Hesfen/Hessen-Nasfau des Deutschen Ge- meindetages in Frankfurt a. M., Dr. Göb , über den

Sfanb der Gemeindefinanzen.

In feinen einführenden Bemerkungen ging der Redner davon aus, daß man, um zu einer rich­tigen Beurteilung der Gemeindefinanzen zu kom­men, ausgehen müsse von den großen historischen Ereignissen der letzten Zeit, der Schaffung von Großdeutschland durch die Angliederung von Oester­reich und des Sudetenlandes, wodurch die Lage der Gemeindefinanzen entscheidend beeinflußt werde. Es fei selostverständlich, daß diese großen Ereignisse und die Maßnahmen zur Stärkung unserer Wehr­macht und zur Sicherung der Westgrenze erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen. Diese Vor­gänge stehen in engstem Zusammenhang mit den Finanzen des Reiches, der Länder und der Gemein­den. Es könne festgestellt werden, daß seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus eine wesentliche Gesundung und Besse­rung der Gemeindefinanzen eingetreten fei, jedoch wäre es falsch, zu glauben, daß die Gemeinden nun im Geld schwimmen würden. Die durch das Dritte Gesetz zur Aenderung des Finanz­ausgleichs vorn Reich getroffenen steuerlichen Maß­nahmen feien notwendig gewesen. Es fei nicht zu erwarten, daß die von der Reichsregierung hierzu getroffenen Maßnahmen, durch die verschiedene Steuern auf das Reich übergegangen sind, in ab­sehbarer Zeit abgeschwächt werden könnten, so lange die großen Aufbauarbeiten des Reiches noch nicht abgeschlossen seien.

Was das Bild für den Gemeindehaushalt für das Rechnungsjahr 1939 anbelangt, so fei eine grundsätzliche Aenderung der Lastenverteilung wahr­scheinlich. Es müsse damit gerechnet werden, daß bei dem außerordentlich ft arten 21 n ft i e g der Real st euere innahmen der Ge­meinden, insbesondere der Gewerbesteuer, die Reichssteuerüberweifungen weiter gekürzt oder unter Umständen vollständig wegfallen würden. Nach dem

neuen Finanzausgleich werde der Grundsatz der Steuerkraft der Gemeinden stärker, in Berücksichti­gung gezogen. Es gelte der Grundsatz, daß Ü i e ft euer ft arte Gemeinde der ft euer» schwachen z u helfen habe. Für das Haus­haltsjahr 1939 könne mit einer Erleichterung der Gemeindefinanzen nicht gerechnet werden. Es müsse alles im Gemeindehaushalt zurückgestellt werden, was nicht unbedingt notwendig ist. Für das Rech­nungsjahr 1939 wird mit einer Lockerung des Sperrverbots für di e Aufnahme von Krediten durch die Gemeinden zu rechnen fein. Um in der Bevölkerung das Verständnis füx diese Maßnahmen zu wecken, bedürfe es der Mitarbeit der Gemeinderäte. Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte müßten nach außen hin ein geschlosse­nes Bild zeigen und die Öffentlichkeit aufklären. Die sehr eingehenden und interessanten Ausführung gen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aus­genommen.

Anschließend machte Kreisleiter Zürtz einige er­gänzende Ausführungen über die Tätigkeit der Bürgenneister und über verschiedene wirtschaftliche Fragen. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an die Bürgermeister, alles Trennende aus­zugleichen.

Der nächste Vortragende, Ortsgruppenleiter Link (Harheim), sprach im Aufttag der Gaudienst- stelle des Deutschen Dolksbildungswerks in der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" über

Das Dorfbuch und feine Bedeutung".

Der Redner wies darauf hin, daß man früher die deutsche Geschichte in einseitiger Weise geschrieben, die ein ganz falsches Bild von dem deutschen Volk und dem germanischen Volkstum gegeben habe. Die Geschichte des Dritten Reiches werde in anderer Weise geschrieben werden. Das Dorfbuch dürfe keine Chronik für den Bücher­schrank werden. Es solle ein Stück des Lebens der Dorfgemeinschaft fein. Seine Einrichtung und Führung verursache der Gemeinde nur ganz geringe Kosten. Der Redner gab alsdann auf Grund von Bildern und Urkunden über die Entwicklung feiner Gemeinde Harheim seit der Machtübernahme durch den Nationalsozia- Itsmus praktische Beispiele für die Führung des Dorfbuches über die Geschichte feiner Gemeinde. Das Dorfbuch soll die Gemeinde so zeigen, wie sie früher war und wie ihre gegenwärtige Entwicklung ist.

fchen Herrn und Frau Alling und blickte bald ihn und bald sie voller Spannung an. Wenn ein Kellner an den Tisch kam, bewegte er sachte den Schwanz, als wollte er sagen: Lieber Herr nett, daß Sie da sind. Aber stören Sie mich nicht. Sie sehen, ich bin beschäftigt!

Frau Alling war glücklich. Sie ließ den Hund nicht von ihrer Seite. Und Herr Alling war glück­lich, daß seine Frau glücklich war. Der Hund, der Erreger von so viel Glück, schlief, fraß und ging spazieren. Es war kein schlechtes Leben, das er führte. Er nahm Frau Allings jähe Zärtlichkeits­ausbrüche gelassen hin und hörte höflich zu. wenn Herr Alling mit ihm sprach. Und doch blieb etwas Fremdes zwischen ihnen. Eine Schranke, die nicht weichen wollte. Frau Alling spürte es mehr als ihr Mann und zerbrach sich den Kopf darüber. Aber erst der Abend sollte die Lösung des Rätsels brin­gen.

Als an diesem Abend die 2Hlings mit dem Hund von einem späten Spaziergang zurückkehrten, stand in der Halle wieder der alte Mann mit dem ver­schossenen Radmantel, den Frau Alling schon tags zuvor gesehen hatte. Diesmal* war er nicht allein. Der Portier des Hotels und der Direktor standen bei ihm. Und der Direktor löste sich von der Gruppe und ging dem Ehepaar entgegen.

Es tut mir leit), gnädige Frau", wandte er sich an Frau Alling,daß ich'Ihnen Schmerz bereiten muß, aber der Hund---"

O Gott! Sie wollen mir doch nicht den Hund nehmen?" rief Frau Alling kläglich.Diesen braven, wohlerzogenen Hund, der"

Herr Direktor", mischte sich Herr Alling ein,es sind so wenig Gäste im Hotel, und der Hund be­nimmt sich so gut, daß ich nicht verstehen kann"

Der Direktor hob verzweifelt die Schultern.Aber wir brauchen ihn doch!" stieß er hervor.

Wie? Sie brauchen ihn?" rief Frau Alling. <5ei brauchen diesen herrenlosen Hund, der mir zugelaufen ist?"

Es ist kein herrenloser Hund", sagte der Direktor bekümmert.Durchaus nicht! Es ist doch der Hund unseres Nachtwächters."

Glorio-palast: Menschen vom Variete."

Das Variete ist neuerdings beim Film ein be­liebtes Motiv geworden. Man hat entdeckt, daß das Wesen des Varistös, worauf ja schon der Name hindeutet, dem Wesen des Films bis zu gewissem Grade entgegenkommt: der schnelle Wechsel der Szenen, der Gesichter, der Darbietungen, das Far­big-Bewegte und Improvisatorische, das dieser Gat­tung innewohnt, entspricht den Ausdrucks- und Wir­

kungsmöglichkeiten der Kamera. Das beginnt beim kleinen unterhaltsamen B erst Im, der ein paar hübsche, abwechslungsreiche Nummern zusammen- faßt und meist gerne gesehen wird. Das führt kon­sequenterweise dazu, ein großes, abendfüllendes Programm zu photographieren und auf die Lein­wand zu zaubern; das führt, im Sinne des Spiel­films, ganz folgerichtig weiter dazu, das bunte, be­wegte Außenbild zu durchbrechen und von der Kehr­seite zu zeigen: das ist der berühmte, feit langem beliebte und immer wieder wirksame Blick hinter die Kulissen; das interessiert allemal, ob es sich um Theater oder Filmatelier oder Varietebühne han­delt. Mit diesem Blick eröffnet sich zugleich der Einblick ins Menschliche: man sieht die Artisten nicht nur auf der Bühne, bei der Arbeit, sondern auch hinter der Bühne, in der Garderobe, auf der Probe, in der Künstlerpension, im Privatleben. Und siehe, da taucht das alte MotivLache, Ba- jazzo" im ganz modernen Gewände eines groß­städtischen Programms wieder auf, und auch dieses hat nichts von feiner Anziehungskraft verloren. Das Drehbuch von Erich W i 11 k e ist von Josef von B a k y geschickt und filmwirksam ins Bild über­tragen. Das Thema Variete erweist sich nicht nur im rein artistischen Sinne als sehr brauchbar für die Kamera, die im schnellen Wechsel und effekt- reichen Ueberblenbungen bald das Außenbild (vom Zuschauerraum aus), bald das rückwärtige und innere Bild ergänzend aufzeigt. So ergibt sich ein sehr bewegtes Durcheinander auf und hinter der Bühne mit Liebe und Eifersucht, mit Probenkrach und Kontraktschwierigkeiten, mit Kameradschaft und Intrigen, mit Nervosität und allerhand Spannun­gen, die sich zuletzt in einem regelrechten Ariminal- sall mit Mordverdacht und Verhör hinter der Szene verdichten. Zum Glück klärt sich zuletzt alles in schönster Harmonie. Dem bewegten Szenenbilde entspricht eine lebendige und abgestufte Darstellung. In den weiblichen Rollen heben' sich Christi Mar - da yn und Karin Karin Hardt heraus, die beide mehr zu spielen haben als La Jana, der Tanz- star Silvia Castellani. Unter den männlichen Ar­tisten: Attila Hörbiger, Jack Trevor und Will Schur, ©ehr hübsch Viktor Janson als der dicke nervöse Direktor und vor allem Hans Moser als Inspizient Miller, luftschnappend, auf­geregt, atemlos. Gut, knapp und menschlich zugleich Rudolf Klein-Rogge als Kommissar. (Mär- kifche-Panorama-Schneider-Südost.)

Dazu die Wochenschau, ein Kulturfilm (Sachsen als Industrie- und Agrarland), und eine parodi­stische Bühnennummer, die amerikanisch aufgemacht ist, aber ebenfalls hörbar aus Sachsen stammt.

Hans Thyriot.