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Aus aller Welt.

Oie Schauspielerin Helene Fehdmer. 1°

Aus Berlin kommt die Nachricht, daß die Schau­spielerin Helene Fehdmer, die Gattin Friedrich Kayßlers, die Mutter Christian Kayßlers, in ihrem Hause in Klein-Machnow unerwartet ge­storben ist. Die deutsche Schauspielerschaft und das deutsche Theater haben mit Helene Fehdmers Tode einen schmerzlichen Verlust erlitten. Sie war, als Tochter des Malers Georg Fehdmer, in Königs­berg geboren, spielte 1902 bis 1904 in Berlin am Trianon-Theater, vorwiegend in französischen Sa­lonstücken, um sich nach ihrer Verheiratunb mit Koyßler (1905) größeren und ernsteren Ausgaben Zuzuwenden. Sie spielte z. B. die Rhodope in Heb­belsGyges", die Rebekka West in IbsensRos- mersholm", die Dame in StrindberasNach Da­maskus". Ihre schönsten und reifsten Leistungen gab Helene Fehdmer wohl im Zusammenspiel mit ihrem Gatten Friedrich Kayßler, mit dem sie eine menschlich wie künstlerisch ideale Gemeinschaft ver­band. Sie spielten zusammen in vorbildlicher We­sens-Ergänzung und persönlichstem Zusammenklang, etwa Paul Lange und Thora Parsberg bei Björn- son, oder den Kurfürsten und die Kurfürstin im Prinzen vom Homburg" bei Kleist. Einige unserer Leser werden sich vielleicht auch noch des gemein­samen Gastspiels der beiden auf dem Marburger Schloßberg erinnern: Kayßler als Götz von Ber- lichingen, Helene Fehdmer als feine Frau Elisabeth. -Unvergeßlich die letzten Szenen der beiden in Heil­bronn und imGärtchen am Turn": unvergeßlich die warme, klingende Stimme, die reife Menschlich­keit und Mütterlichkeit in den Gestalten der Frau Fehdmer, mit der eine der großen Persönlichkeiten des deutschen Theaters von der Bühne abgetreten ist. hth.

Reichsminister Darre Ehrenbürger von Bad Kreuznach.

Die Stadt Bad Kreuznach wird dem Reichs­bauernführer, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Walther Darr 6, dem es zu dan- ken ist, daß der Internationale Wein­baukongreß und die Reichstagung des deutschen Weinbaues in diesem Jahre nach Bad Kreuznach gelegt wurden, das Ehren­bürgerrecht verleihen. Die feierliche Verleihung findet in einer öffentlichen Ratsherrensitzuna wäh­rend des Internationalen Weinbaukongresses im Kurhaus statt.

Deutsche Wissenschaft in Jbero-Amerika.

In Mexiko wurde die am 15. August begonnene Amerikanistentagung beendet. Die Tagung faßte einstimmig die wichtige Entschließung, das Panama-Institut für Geographie und Geschichte um Mitwirkung anzugehen, damit grundlegende klas­sische deutsche Werke über Anthropologie und Ge- schichte, wie der deutschen Forscher S e l e r (Azteken- und Mayaforscher) Forst ermann und Sap- per (Geographie), Preuh (Ethnologe) und Walter Lehmann (Ethnologie) ins Spanische übersetzt werden. Sie sollen so den der deutschen Sprache

nicht mächtigen Ibero-Arnerikanern zugänglich ge­macht werden. Ferner soll das Jbero-Amerikanische Institut andere deutsche Organisationen auffordern, wichtige Werke von Amerikanisten außer in deut­scher auch in spanischer Sprache zu veröffentlichen.

Autounfall auf der Grohglocknerstrahe.

Auf der Großglocknerstraße ereignete sich ein Autounfall. Unterhalb des Glocknerhauses fuhr ein Kraftwagen aus Stuttgart gegen einen Randstein. Dabei kam das Auto ins Schleudern. Der Fahrer, der sich in Begleitung seiner Eltern und eines weiteren Mitfahrers befand, verlor die Gewalt über das Fahrzeug, das sich überschlug und einen 300 Meter tiefen Abhang hinabstürzte. Die vier Insassen wurden auf die Straße geschleu­dert, wodurch sie dem sicheren Tode entgingen.

Autounglück in der Eifel.

Auf der Strecke von Losheim nach Prüm (Eifel) fuhr ein mit fünfzehn Personen besetzter Lastwagen mit großer Geschwindigkeit in eine Kurve, prallte gegen die Bäume an der Straße und stellte sich auf den Kopf. Sämtliche Insassen wurden auf die Straße geschleudert. Ein Mann war auf der Stelle tot, ein zweiter starb nach kurzer Zeit. Außer­dem wurden drei Schwer- und mehrere Leicht­verletzte dem Krankenhaus zugeführt.

Lawinenunglück in Polen.

In der polnischen Tatra bei Zakopane ereignete sich ein folgenschweres Lawinenunglück. Eine Gruppe Ausflügler, die dicht unter einem Berg­gipfel im Geröll vor einem Gewitter Schutz gesucht hatte, wurde von einem Steinschlag erfaßt, durch den zwei Personen getötet und 13 verletzt wurden.

Fleischvergiftungen fordern zahlreiche Opfer in Polen.

In Rawaruska bei Lemberg sind dreizehn Per­sonen nach dem Genuß verdorbener Schweinesülze gestorben; zehn Personen mußten mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Warschau sind sechs Personen an Fleischvergiftung erkrankt; zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Grohfeuer in Bologna.

Während der Mittagszeit brach in dem eleganten RestaurantMaiani" in Bologna Feuer aus und griff so rasch um sich, daß in weniger als einer Stunde der ganze Bau zerstört wurde. Es entstand ein Sachschaden von einer Million Lire.

Feuer auf einem schwedischen Ausflugsdampfer.

Auf dem Gotenburger AusflugsdampferHavs- bandet" brach während einer Fahrt in den Schären nördlich von Gotenburg plötzlich Feuer aus. Das Feuer griff jo schnell um sich, daß das ganze Schiff in wenigen Minuten ein Flammenmeer war. Sämt­liche Fahrgäste, etwa vierzig, darunter viele Frauen und Kinder, mußten ins Wasser springen, um sich zu retten. Sie wurden von herbeieilenden Booten ausgenommen oder konnten sich an das nahe Ufer

reffen. Der Dampfer ffl vollkommen zerstört. Drei Personen wurden durch das Feuer schwer ver­letzt, doch scheint kein Fahrgast und kein Be­satzungsmitglied ums Leben gekommen zu sein.

Verhängnisvolles Spiel mit der Schußwaffe.

In Pachten bei Dillingen (Saar) zeigte ein junger Mann in einer Wirtschaft einigen Gästen seine Pi­stole. Beim Hantieren mit der Waffe ging ein Schuh los und traf zwei Männer im Alter von 54 und 60 Jahren. Einer erhielt einen Oberschenkelschuß, der andere einen Bauchschuß. Aus Entsetzen über den Unfall richtete der junge Mann die Waffe gegen sich selbst. Er verletzte sich so schwer, daß er auf der Stelle st a r b.

Serie von Meuchelmorden in Kroatien.

Im Dorfe Bosiszo in Kroatien wurden im Laufe des letzten Monats acht Bauern aus dem Hinterhalt erschossen. Die Polizei kann trotz eifriger Unter­suchungen nicht die Gründe und die Täter dieser Massenmorde ausfindig machen. An einem Tage wurden im Dorf vier Bauern erschossen. Bei der Rückkehr vorn Begräbnis dieser Opfer wurden noch zwei andere Bauern auf dieselbe Weise aus dem Hinterhalt durch Gewehrschüsse getötet. Einige Tage nachher wurden wieder zwei Bauern aus dem Hinterhalt erschossen. Die Bewohner des Dorfes können oder wollen keine Angaben über die Morde machen. Die Polizei glaubt, daß es sich um Blut­rache handelt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht hat den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Oberst Jefchonnek, auf Grund besonderer Ver­dienste zum Generalmajor befördert. General Jefchonnek ist seit 1915 als Kriegsfreiwilliger einge­treten und hat am Weltkrieg als Jagdflieger teil- genommen. Er steht jetzt im 40. Lebensjahre.

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Durch eine Verordnung des Führers werden die Deutsche Universität in Prag, die Deutsche Technische Hochschule in Prag und die Deutsche Technische Hoch­schule in Brünn in bie Verwaltung d e s Reichs eingeordnet. Die rechtliche Stellung der Professoren usw. bleibt späterer Regelung vorbe­halten. Die Uebernahme der Hochschulen findet am 1. September statt.

In Salzburg traf der Reichsminister des In­nern, Dr. Frick, mit seiner Gattin zu einem mehr­tägigen Besuch ein. Mit ihm nahmen der königlich ungarische Außenminister Graf Csaky, der seit einigen Tagen privater Gast des Reichsministers Dr. Frick ist, und der königlich ungarische Gesandte in Berlin, Szto gay, im Schloß Leopoldskron Wohnung und wohnten der Aufführung desBar­bier von Sevilla" im Festspielhaus bei.

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Die Außenminister Dänemarks, Schwedens, Nor­wegens und Finnlands werden sich am 29. und 30. August in Oslo treffen, um die Lage des Nor­dens zu besprechen.

Wiiierungsvorhersage

für die Zeil vom 17. bis 26. August. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für lang­fristige Töitterungsvorhersage des Reichswetter­dienstes in Bad Homburg am 16. August 1939. In den nächsten zwei bis drei Tagen im Süd, osten des Reiches (Sudetengau, Protektorat Böhmen und Mähren, Ostmark, Bayrisches Alpenvorland) meist stark bewölkt und verbreitete Regenfälle. Nach Norden und Westen hin mehr und mehr in besseres Wetter Übergehend. In Schlesien zunächst noch stark bewölkt, zum Teil noch Niederschläge, dann aber rasch Wetterbesserung. Im übrigen Reichsgebiet iy den nächsten Tagen überwiegend heiteres bis be< wölktes und im allgemeinen niederschlagsfreies Weh ter. Im Nordosten ziemlich warm; sonst Tempe, raturen, die nahe dem jahreszeitlichen Regelweri liegen. x

In der nächsten Woche im größten Teil beä Reichsgebietes überwiegend freundlichere, warn^ und von gewittrigen Störungen abgesehen trockene Witterung. Oertlich beschränkt können bid gewittrigen (Störungen erhebliche Niederschlags« mengen bringen, insbesondere wird das Alpennord, land zeitweilig stärkere Niederschläge erhalten. Jry Nordwesten etwa von Mitte nächster Woche ab ba ginnende stärkere Unbeständigkeit.

Sonnenscheindauer in den zehn Tagen ziemlich überall mindestens 65 Stunden, im Nordosten ein« schließlich Schlesien größer als 85 Stunden.

Wetterbericht

Die Störungstätigkeit hat von Ost- und Mittel deutschland westwärts weitergegriffen und mad)| sich auch in unserem Gebiet durch zeitweiliges Be« wölkungsaufkommen bemerkbar. Eine nachhaltig« Störung des Schönwettercharakters ist jedoch kaum zu befürchten.

Vorhersage für Freitag: Morgens oich fach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, tagsüber ziemlich warm, Winde meist um Nord.

Lufttemperaturen am 16. August: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 17. August: mor, gens 14,2 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum heute nacht 11,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. August: abends 21,6 Grad; am 17. August: morgens 16,9 Grad. Sonnenschein« dauer 11,3 Stunden.

Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIL 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts« druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Ma« natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zu« stellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit her Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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