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Friedens, der den Achsenmächten allein am Aerzen liegt.

Es ist selbstverständlich, daß in Salzburg a l l e Fragen der gemeinsamen Politik einer ernsten Prü- fund unterzogen worden sind, daß aus der Klarheit der gemeinsamen Haltung die entsprechen­den Folgerungen für das wiederum gemeinsame Handeln gezogen wurden. Denn der unmittelbare Anlaß zu der kritischen und spannungsreichen Soge, in der sich Europa heute wieder befindet, der Wille der deutschen Stadt Danzig nach Heimkehr in das Reich, ist nur ein (wenn auch vordringlicher) Teil eines Systems von Fragen, denen sich die jungen Völker gegenüber­sehen. Die Heimkehr Danzigs ist allein' eine deutsche Angelegenheit. Es ist die Schuld der Wesrmächte, vor allem Englands, diese einfache und unkomplizierte Sache aus ihrer rein lokalen Bedeutung in das düstere Licht einer allgemeinen Gefahr gerückt zu haben. Die selbstverständliche Lö­sung darf heute von Polen sabotiert werden, das seinen Widerstand aus keinem Rechtstitel, aus keiner staatlich begründeten Erwägung herleitet, sondern allein aus jenem Freibrief für die Kriegs­entfesselung in Europa, den es von England in verantwortungslosester Weise erhalten hat. Die Achsenmächte sehen sich daher nicht allein der bren­nender Gefahr gegenüber, die das Hinauszögern einer allgemeinen vernünftigen Regeluna im Osten bedeutet, sondern dem Willen der Niederhaltung, den wir mit dem Begriff der Einkreisung bezeich­nen. Diesem geschlossenen und bösartigen Willen der Gegensette setzt die Achse ihre restlose Einigkeit in Idee und Tat entgegen, die Unverbrüchlichkeit gemeinsamer Zielsetzung, die Reihenfolge, in der die drängenden Fragen im Sinne der Achse gelöst werden müssen. Daß Dan­zig in dieser Reihenfolge absolut an erster Stelle steht, bedarf keiner Erwähnung. Danzig ist (und bleibt bis zur Heimkehr in das Reich) das Problem Europas, und kein Querschuß aus London und Paris wird uns und Italien davon abhalten, es zu lösen.

England spieliKrieg um Danzig".

In der nordcnglischen Grafschaft Yorkshire liegt am Zusammenfluß des Hüll und des Humber die Stadt Hüll, rund 35 km vom Meere entfernt. Diese weitläufige Aehnlichkeit mit Danzig in der geographischen Lage hat dem englischen Armee-Ober­kommando anscheinend die Veranlassung gegeben, jetzt dort oben ein Divisionsmanöoer anzusetzen, bei dem, wie der Manöverplan ausdrücklich besagt, die Rückkehr einer Freien Stadt zu dem rechtmäßigen Mutterlands durch englische Streitkräfte verhindert werden soll. Bezeichnenderweise geht die Manöveridee davon aus, daß im Pseudo-Danzig Hüll einAufstand" ausbricht, und daß dann das Mutterland, zu dem Hüll zurückzukehren wünscht, die Stadt besetzt. Daraufhin bricht England einen Krieg vom Zaun, um die Rückkehr der Freien Stadt mit Gewalt zu verhindern.

Der Plan zeigt unverhüllt die nackte Brutalität der englischen Politik und ihrer famosenFriedens­front". Es kommt nicht auf die Wiedergutmachung eines Unrechtes und schon gar nicht auf das Selbst­bestimmungsrecht an, sondern ausschließlich auf die Durchsetzung der rein imperialistischen Interessen Englands! Man darf wohl ohne weiteres annehmen, daß dieser saubere Manöverplan seinen eigentlichen Ursprung weniger im englischen Generalstabsgebäude als vielmehr in der Downingstreet Nr. 10 hat.

Kann Gibraltar verteidigt werden?

Selbstverständlich ist der Angriff ein Manöver­angriff. Aber England hat im westlichen Mittel­meer keine Luftflotte stationiert, und so leisten die französischen Militärflieger aus Ma­rokko den Liebesdienst, Manöverangrisfe auf Gibraltar auszuführen. Zweck der Uebun- gen ist natürlich, die Möglichkeiten einer eng­lischen Verteidigung von Gibraltar zu studieren. Zunächst einmal die wichtigsten Tatsachen: Gibraltar ist das 425 Meter hohe Vorgebirge an der Südspitze von Spanien; die Kronkolonie Gibraltar hat einen Flächenraum von ganzen fünf Quadratkilometer. Die Straße von Gibraltar, die die Nordspitze von Afrika vom europäischen Fest­lande trennt, ist 14,6 Kilometer breit. Die Eng­länder haben in Vorübungen bereits festzustellen versucht, ob eine radikale Verdunkelung von Gibraltar genügt, um den Felsen für Angreifer tn der Nacht unsichtbar zu machen. Das ist n i ch t d e r Fall. Auch in mondlosen Nächten hebt sich der Felsen gegen den Lichterschein der spanischen Stadt Algeciras und der nordafrikanischen Stadt Ceuta recht deutlich ab. Die zweite Schwierigkeit liegt aber darin, daß der Flächeninhalt der Kronkolonie Gibraltar nicht mehr als fünf Quadratkilometer be­trägt. Fünf Quadratkilometer können bequem in zwei Stunden umschritten werden. Nun weist aber die nationalspanische ZeitungArriba" darauf hin, daß ein Teil dieser Kronkolonie rechtlich spani­sches Gebiet ist, und zwar gerade jener Teil, der gegenwärtig in einen englischen Flughafen am Fuße des berühmten Felsens verwandelt wird. Vor mehr als 100 Jahren brach nämlich in Gibraltar die Pest aus; auf Ersuchen der englischen Hafen­behörden stellte die spanische Regierung eine so­genannteneutrale" Zone zur Verfügung und die Engländer dachten gar nicht mehr daran, diesen Küstenstrich zurückzugeben. Später wurden aus ihm gewerbliche Unternehmen und Fußballplätze angelegt; und jetzt wird aus diesem rechtlich eigent­lich spanischen Küstenstreifen ein englischer Flughafen.

Die mißglückte Verdunkelung

Die englische Presse nagelt das Versagen der letztwöchigen Verdunkelungsübung in Süostengland mit harten Worten i,st. Run wollen wir bei solchen militärischen Fragen niemals die kluge Bemerkung vergessen, die der Führer in Mein Kampf" über die englische Methode in die­sen Dinaen gemacht hat. Er führt dort aus, daß die englische Propaganda sehr häufig die Dinge viel krasser darstellt, als sie in Wirklichkeit sind, um auf diese Weise das englische Volk aufzuputschen und möglichst unter dem Anschein der Freiwillig­keit erhebliche Leistungen aus diesem englischen Volk herauszuholen. Immerhin bleibt interessant, was der Luftfahrtkorrespondent derTimes" über dieses Thema schreibt:Wie leichtsinnig ein be­drohtes Land sich über feindliche Bomber hinweg- setzen kann, hätte man niemals geglaubt bis zur Morgendämmerung dieses Manövertages. Am gestrigen Abend war es schwer, in der Dämmerung einige Oertlichkeiten herauszufinden; drei Stunden

Graf Ciano auf dem Obersalzberg.

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Während seiner Verhandlungen mit Reichsaußenminister von Rrbbentrop hatte der italienische Außenminister Graf C i a n o auch zwei Aussprachen m i t d e m F u h r e r auf dem Ober­salzberg. Unser Bild zeigt den Führer, Reichsaußenminister von Ribbentrop und Graf Ciano. (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.)

Aus jeden Fall an der Seile Deutschlands." Oie Revision von Versailles Grundlage der Achse.

Rom, 14. Aug. (Europapreß.) Zum Abschluß der Besprechungen des Grafen Ciano auf dem Obersalzberg und in Salzburg betont die italienische Presse nochmals die rückhaltlose Verbundenheit mtt Deutschland in allen Fragen, einschließlich der Frage von Danizig. DerCorriere della Sera" schreibt, Italien werde auf jeden Fall an der Seite Deutschlands stehen. Italien werde seinem Bündnis Ehre machen, das es in voller Freiheit abgeschlossen habe. Es sei zudem in der festen Ueberzeugung zustande gekommen, damit dem Frieden und den eigenen Interessen zu dienen. Die Danziger Frage sei nur eine Seite des um­fassenderen Problems, einer Revision der ungerech­ten Friedensoerträge; diese Verträge trügen die SchiM an der Unruhe in Europa. Die Achse Ber­linRom finde eine chrer festesten Grundlagen in der Notwendigkeit einer Revision der Friedensoer­träge. Im tiefsten Grunde entspringe diese Forde- runa den Wünschen der Völker.

Drei Monate", so erinnertTevere"sind seit der Rede des Duce kaum verstrichen. Sind wir auf dem Wege zum Frieden oder zum Kriege? Dor drei Monaten hat der Vuce diese Frage in Turin aufgeworfen. Er hat gewarnt vor den Knoten in der europäischen Politik und gemahnt, diese Knoten endlich einmal zu lösen. Welchen Gebrauch haben die Demokratien wäh­rend dieser drei Monate von der Warnung ge­macht? Einer der Knoten, die den Lebens­puls Europas stören, heißt Danzig. Danzig ist die deutscheste der deutschen Städte. Und was ist van Seiten der Demokratien geschehen? Man hat den Kopf nach rechts und links gewendet und die verruchte Einkreisungspolitik fortgesetzt, die Seelen vergiftet, das Problem verschärft. Der Knoten Danzig ist groß geworden. An­dere, nicht minder gefährliche Knoten für das Leben Europas sind auf dem Wege, gefährlich zu werden". Die Lage sei aber jetzt vollkommen geklärt, bemerkt Tevere" weiter. Im Ausland könne kein Zweifel

mehr über die stählerne Festigkeit der Achse auch in der gegenwärtigen Stunde gehegt werden. Jeder Gedanke der Möalichkeit von Meinungsverschieden­heiten müsse im Ausland nun fallen gelassen wer­den. Es wäre gefährlich, solche Möglichkeiten in Rechnung zu stellen.Messaggero" sagt, Polen vergesse vollkommen, daß es im gleichenRaum mit Deutschland zu leben gezwungen sei, während seine Beziehungen zu den Demokratien nur zeitlich bedingt seien. Vie Achsenmächte, deren totalitäre Freundschaft längst keines Beweises mehr bedürfe, seien jetzt auch zum totalitären Handeln bereit. Deshalb sollte Polen in sich gehen, bevor es zu spät sei.

pariser Sorgen.

Paris, 15. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pa­riser Mor-enblätter beschäftigen sich auch am Diens­tag fast ausschließlich mit dem Ergebnis der Salz­burger und Berchtesgadener Besprechungen und zei­gen sich noch pessimistischer als vor 24 Stunden. Die Berliner Berichterstatter der großen Blätter sind auf Grund der Haltung der deutschen Oeffent- lichkeit zu der Ueberzeugung gekommen, daß d i e Achse keiner Entscheidung aus dem Wege gehe. Wie diese Entscheidung aussallen wird, ist ihnen ein Rätsel. Aber daß etwas geschehen wird, daran zweifelt in Paris niemand mehr. Um die öffentliche Meinung hierauf vorzubereiten und vor allem um den Eindruck zu verwischen, daß Frankreich gegebenenfalls gezwungen sein könnte, sich wegen Danzig zu schlagen, erklärt man heute, daß es sich jetzt um d i e Republik Polen und damit um eine Gesamtregelung aller europäi­schen Fragen, das heißt eine Umwandlung des Status quo handle. Figaro meint, daß man in die­sen Tagen der Spannung nach Italien blicken müsse, in der Hoffnung, daß hier die Bremse angesetzt werde, die geeignet sei,Italien und Europa zu retten".

Die Verhandlungspause in Tokio.

Vor neuen Anweisungen für Craigie. - Protest der Tschungking-Vegierung in London gegen die Auslieferung der vier Chinesen.

Die Tschungking-Regierung hat in London gegen die Auslieferung der chinesischen Terroristen aus der britischen Konzession in Tientsin an die Japaner protestiert. Das Außenamt in Tschungking nennt den britischen Be­schluß ungesetzlich und urr so unverständlicher, als von britischer amtlicher Sttllc in Tschungking HU verstehen gegeben worden sei, daß eine Aus­lieferung nicht erfolgen werde. Die Engländer haben also ihr Versprechen mit Rücksicht auf die Verhand­lungen in Tokio gebrochen.Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, daß England Objekte Völker oder Länder verhandelt, die ihm nicht gehören", schreibt die chinesische Presse. Wenn Eng­land von Anfang an den Standpunkt vertreten hätte, daß die in der englischen Niederlassung ver­hafteten Chinesen grundsätzlich an Japan auszu­liefern seien, hätte man England allenfalls eine irrige Rechtsauffassung vorwerfen können; jetzt habe England jedoch die vier Chinesen zu einem Handelsobjekt gemacht in der Hoffnung, für ihre Auslieferung eine freundliche Stimmung von Japan einzutauschen. England dürfe sich nicht wun­dern, wenn es bei derartigen Geschäften die Ver­achtung der Japaner ernte und bei den Chinesen auch den letzten Rest seines Prestiges verliere.

London, 14. Aug. (Europapreß.) Der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert C r a i g i e, hat am Montagabend der japanischen Regierung mitge­teilt, die in Kürze aus London zu erwartenoen An­weisungen würden auch wirtschaftliche Fra­ge n betreffen. Der japanische Bevollmächtigte Kato hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Erörterungen erst bann wieder ausgenom­men werden sollen, wenn der Botschafter seine neuen Anweisungen erhalten haben wird. So­bald in allen Einzelfragen eine Klärung erzielt wor­den sein wird, wollen die Unterausschüsse zu einer gemeinsamen Sitzung zusammentreten. An dieser Vollsitzung werden auch die Militär- sachverständigen teilnehmen, die nach Tient­sin zurückgereist sind.

In Tientsin sind Vertreter der in letzter Zeit in Nordchina gebildeten antibritischen Ausschüsse ver­sammelt, um Pläne für die Weiterführung des anttbritischen Feldzuges zu beraten. In der britischen Konzession von Tientsin herrscht nach wie vor eine ftarfe Spannung. Die Behörden haben den Kontrolldienst verstärkt. 200 Mann des britischen Freiwilligenkorps sind angewiesen wor­den, ständig mit Panzerwagen entlang den Grenzen der brittschen Niederlassung zu patrouillieren. Am Montag begann der dritte Monat der Blockade der englisch-französischen Konzession durch die Japaner.

später war die City von London, Westminster (das Parlament) und die großen Fabriken im Osten und Westen von London festzustellen. Die Städte hatten lediglich ihreBeleuchtung verringert; in keinem Falle hatten sie sie ausgeschaltet. Und die Bomber mit ihrer Besatzung von jungen Men­schen, welche noch nicht geboren waren, als der letzte Weltkrieg begann, hätten fast alle Zieael zer­stört, die ihnen angewiesen waren .Die Erfahrung dieser frühen Morgenstunden scheint noch jetzt zu schlimm zu sein, um wahr zu sein.*

Der Vertreter derTimes", der in einem Wel­lington-Bomber den Angriff auf Südostengland mitmachte, beschreibt den Weg des Flugzeuges aus einem dichten Regengebiet und fährt dann fort: Die Urlaubsstädte in Kent und Essex leuchte­ten in Hellem Schein. Wieder einmal waren wir glücklich aus dem Regengebiet heraus und die eisige Trockenheit in 2 000 Meter Höhe ließ unsere

Kleider austrocknen. Aber diese Gefühle vergingen, wenn der Beobachter sah, wie wenig von den Scheinwerfern zu fürchten sei. Wir wurden fast von einem Scheinwerfer bei der Bucht von Herne gefaßt. Aber in seiner Eile und Ungeduld ging sein Lichtstrahl an uns vorbei und immer weiter in die Feme. Tiefer in Kent leuchtete ein Scheinwerfer fern von uns. Als wir ein Schiff vor Chatham beobachteten, jagte ein Lichtstrahl hinter uns her, zögerte dann und verlor uns außer Sicht. Ein anderer Scheinwerfer bei Gravesend versuchte uns zu fassen; es mißlang. Der nächste leuchtete senkrecht zu unserem Fluge, und wir turn­ten um seine Lichtsäule, als ob sie ein Baumstamm gewesen wäre. In diesem Augenblick flog ein Jagdflugzeug mit wie es den Regeln entspricht leuchtenden Lichtern 350 Meter unter unserer eigenen Maschine, die abgeblendete Lichter hatte. Wie ich feststellte, hat der Lichterschein (vom Boden

her) dem Jagdflugzeug seine leichte Beute (den verdunkelten und höherfliegenden Bomber) ent­zogen." Kein Wunder, daß in England einiger Katzenjammer über die Verdunkelungsubung herrscht.

Sans« zu Sesprechungm in London.

DieAbmachrrngen mit der Türkei und Polen.

London, 14.Aug. (Europapreß.) Außenminister Lord Halifax kehrte am Montagvorrntttag zu einem mehrtägigen Aufenthalt in die Downingstreet zurück. Hier empfing er den türkischen Botschafter, Dr Tewfik Rüchdi Arras, zu einer län­geren Unterredung, die der Formulierung des gegenseitigen englisch-türkischen Beistandsabkommens galt. Die englisch-polnischen Bespre­chungen zur endgültigen Formulierung des von Ministerpräsident Chamberlain am 31. März ver­kündeten gegenseitigen Abkommens werden fort­gesetzt. Wie derStar" mitteilt, verlaufen die 23er« Handlungen nicht zur vollen Zufriedenheit Polens. Polen wolle den Vertrag für England verbindlicher gestalten und die Garantieverpflichtung enger ziehen, als dies auf englischer Seite ursprünglich geplant gewesen sei. In dem von dem polnischen Botschafter Raczynski überreichten Paktvorschlag seien bereits entsprechende Aenderungen enthalten. Sie würden zur Zeit von Fachleuten des Foreign Office über­prüft.

Die Begegnung zwischen dem deutschen und dem italienischen Außenminister in Salzburg und der Besuch des Grafen Ciano beim Führer auf dem Obersalzberg bilden den Hauptgegenstand der Be­trachtungen in der Londoner Presse. Die Blätter ergehen sich in Kombinationen und Mutmaßungen über den Inhalt der Besprechungen, ohne aber konkrete Angaben machen zu können. Gerüchten aus Paris, die von Verhandlungsplänen wissen wollen, wird in den Londoner Blättern ein breiter Raum eingeräumt. Uebereinstimmend wird jedoch fest- gestellt, daß die Zusammenkunft der beiden Außen- minifter erneut das Zusammenwirken der Achse in wichtigen außenpolitischen Fragen unterstrichen habe.

Gireikdrohung her englischen Eisenbahner.

Gefahren für den englischen Fremdenverkehr.

London, 14. Aug. (Europapreß.) England wird von einem Streik der Eisenbahnarbeiter und -angestellten bedroht. Es handelt sich um 356 000 Arbeiter und Angestellte, die in der Eisenbahn­arbeiter- und in der Lokomotivführergewerkschast organisiert sind. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Direktoren der vier großen englischen Eisenbahngesellschaften entschlossen, die Forderung der Gewerkschaften auf Erhöhung des Mindest, wochenlohnes von 45 auf 50 Schilling abzuleh- n e n unter Hinweis auf die angespannte finanzielle Lage der vier Unternehmen. Die vor wenigen Wochen zugestandene Erhöhung des Mindestlohnes auf 45 Schilling stelle alles dar, was die Gesell, schäften in dieser Beziehung hätten tun können. Von diesem Beschluß wird die Lokomotiofüh« rer - und Heizergewerkschaft nicht berührt. Auch diese Gewerkschaft hatte einen Mindestwochen­lohn von fünfzig Schilling gefordert. Ende der Woche werden darüber Verhandlungen ftattfinMi. Man rechnet jedoch auch mit einem Scheitern Besprechungen.

Wenn die beiden Gewerkschaften im Falle eines endgültigen Scheiterns aller Einigungsverhandlun- gen ihre Drohungen wahr machen würden, läge in England in etwa 10 Tagen der gesamte Eisen- bcchnverkehr still. Die englische Oeffentlichkeit zeigt sich in Anbetracht dieser Möglichkeit bereits über­aus nervös. Dje Presse weist darauf hin, daß in England die große Reifezeit begonnen habe, in der nicht nur die Engländer selbst ihre Ferien auf dem Lande ober an der See zu verbringen pflegen, sondern in der auch der Ausländerzustrom seinen Höhepunkt' erreicht. Ein Streik müsse infolgedessen das englische Fremdenoerkehrsgewerbe empfindlich treffen.

polnische Deserteure.

Berlin, 14. Aug. (DNB.) Wie wir von maß­gebender Stelle erfahren, haben allein im Laufe der letzten vier Wochen 19 7 polnische 2) e fet­te u r e d i e deutsche Reichsgrenze über­schritten. Hervorzuheben dabei ist, daß es sich keineswegs nur um Angehörige der zahlreichen im polnischen Staate lebenden Minderheiten handelt, sondern daß 143davonNationalpolen sind. Den Rekord hierbei hielt das Schützenregiment 11 mit 48 Deserteuren; es folgen das Infanterieregi­ment 73 mit 40, das Infanterieregiment 75 mit 22 und das Infanterieregiment 74 mit 13 Deserteuren. Die Deserteure gaben als Gründe ihres Ueberlau- fens teilweise schlechte Behandlung durch ihre Vor­gesetzten an. Ein großer Teil dieser Soldaten hat jedoch aus sehr ernsten und überlegten Gründen den Entschluß zum Überschreiten der deutschen Grenze gefaßt, um nicht länger einem Regime die­nen zu müssen, das bewußt auf den Krieg zusteuert.

Es ist auch festgestellt worden, daß einzelne polnische Regimenter wegen allzu zahlrei­cher Desertierungen und allgemeiner Unzuverlässig' feit aus den polnischen Grenzgebieten wieder ab- transportiert werden mußten.

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Auch an der slowakisch-polnisch s" Grenze nördlich von Eadca haben etwa 150 null' tärpflichtige polnische Staatsbürger, darunter malen, Volksdeutsche, Ukrainer, aber bemerkens« werterweise auch polnische Soldaten m Uniform versucht, die Grenze zu überschreiten. Als sie sich bereits auf slowakischem Gebiet befanden, er­öffneten die polnischen Grenzwachen auf sie das Feuer. 25 Flüchtlinge wurden hierbei schwer gs' troffen und von den Polen wieder zurück über die Grenze geschafft.

Jlcue Lügen des Mörders Grünspan.

Paris, 14. August. (DNB.) Der Jude Grün­span, der am 7.11.1938 den deutschen Gesandt­schaftsrat vom Rath ermordete, behauptete bei feiner Schlußvernehmung vor dem Untersuchungs­richter jetzt zum erstenmal, daß er den Revolver, nur dem er vom Rath tötete, gar nicht ge 1 aben habe, sondern daß der Händler, der ihm oie Waffe verkaufte, ohne sein Wissen aus Versehen beim Einpacken fünf Kugeln in der Trommel des Re­volvers gelassen haben müsse. Grünspan will danm die Mordabsicht ausräumen, er hat jedoch bei feinen früheren Vernehmungen genau geschildert, wie e