27 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Hine Frau mit Herz
Roman von Hedda Lindner Lopyrlghl by Carl Duncker Verlag, Berlin
Margit hatte wieder einmal Gelegenheit, [est- xuftellen, daß ihre Kusine sich betrüblich verändert hatte; solchen Ton hatte sie früher niemals angeschlagen. Natürlich wollte sie vor Mikeny aus- rneisen; der andere schien nach diesen Tagen das Rennen gewonnen zu haben. Das hätte gerade noch gefehlt, daß dieser langweilige Kerl mit seiner beleidlgend gleichgültigen Höflichkeit ihr, Margits Geld — so weit war sie inzwischen gekommen — schluckte. Nicht, solange sie es hindern konnte! Natürlich steckte er hinter dieser plötzlichen Abreise. Es galt nun, sofort zu versuchen, Dina hier au halten, damit Mikeny wieder seinen Einfluß geltend machen konnte, nun das Feld frei war.
„Ich will deinen Entschluß selbstverständlich nicht beeinflussen", sagte sie sanft, „nur finde ich es nicht sehr nett, daß du gerade einen Tag vor meinem Geburtstag abreisen willst."
„Hast du am Mittwoch Geburtstag? — Das habe ich nicht gewußt", sagte Dina betroffen.
„Ich auch nicht", dachte Margit, aber ihr war im Augenblick nichts Besseres eingefallen, und sie rechnete damit, daß Dina das wirkliche Datum nicht mehr in Erinnerung hatte. Laut sagte sie: „Natürlich — und mich ausgerechnet an diesem Tage allein zu lassen ..." Sie beendete den Satz nicht, sondern zuckte nur halb wehleidig, halb gekränkt die Schultern.
Das war dumm. Wenn Dina ihre Kusine jetzt auch richtig einschätzte — allerdings ohne ihre Rolle in der Mitenyschen Angelegenheit zu ahnen — mit ihr im Unfrieden auseinander zu gehen, lag ihr nicht. Und genau einen Tag vor ihrem Geburtstag wegzufahren, sah wirklich nach bewußter Unfreundlichkeit aus.
„Wenn es so ist", sagte sie höflich, aber ohne Wärme, „dann bleibe ich natürlich bis Donnerstag."
Margit verbarg ihren Triumph hinter einem erfreutem Lächeln: das gab Mikeny drei Tage Zeit, [einen Einfluß wieder geltend zu machen. Er wurde triefe drei Tage zu nutzen wissen.
Dina erhob keinen Widerspruch, als Margit vor- schlug, zum Nachmittagstee ins Claridge zu gehen. Sie war sich völlig klar, daß sie Mikeny nicht drei Tage lang aus dem Wege gehen konnte, und an Schiläufen war bei dem Schneegestöber nicht zu denken. Es schneite derart, daß sie Schirme nehmen mußten, um die Frisuren zu schützen.
es war ein Lächeln, wie er es unzählige Male den Frauen geschenkt hatte, die an seinem Podium vorbeikamen, und dennoch ...
Hätte Mikeny in diesem Augenblick die Frau nicht angelächelt, so hätte Dina auf Mr. Griffins Frage: „Fliegen Sie oder fahren Sie mit der Bahn?" zumindestens geantwortet, daß sie es selbst noch nicht wisse, aber daß sie bei diesem Wetter wahrscheinlich mit der Bahn fahren würde. Und mit diesem Entschluß hätte sie für Mr. Griffin ihre Rolle ausgespielt und von der Bühne Ob treten dürfen.
So [ah sie dieses Lächeln, und mit grausamer Deutlicykeit erschienen vor ihrem geistigen Auge all jene Frauen, denen Joe zugelächelt hatte, damals, als sie noch mit ihm verheiratet war. Es hatte immer mit solch einem Lächeln angefangen, immer — auch mit ihr.
Wie ein körperlicher Schmerz packte sie der Gedanke an die Qualen, die sie durchgemacht hatte — sie warf heftig den Kopf zurück. „Ich fliege", sagte sie mit einer Entschlossenheit, daß Margit erstaunt den Kopf zu ihr wandte. Dina blickte an Mr. Grifft» vorbei, als stünde hinter ihm jemand, zu dem sie sprach — so entging ihr das Lauern in seinen Augen ebenso wie das Auffunkeln, als sie sich zum Fliegen entschlossen hatte. Er war nachher von etwas zerstreuter Liebenswürdigkeit und schien auch nicht zu bemerken, daß Mikeny, der zu kurzer Begrüßung erschien, ihm gegenüber eine beleidigende Kälte zeigte. Mikeny entschuldigte sich, daß er nach Beendigung des Tees eine Musikprobe abhalten müsse und die Damen nicht zum Hotel begleiten könne.
„Das ist schade", sagte Margit, ihn bedeutungsvoll anblickend, „denn Dina reift Donnerstag ab."
Er verbarg feine Bestürzung nicht. „Ein sehr plötzlicher Entschluß!"
„Nicht ganz. Ich habe in Luzern zu tun." Dina stand noch unter dem Eindruck des Lächelns, ihre Stimme war kühl.
Mikeny wußte augenscheinlich nicht, was er von der Situation halten sollte, und warf einen hilfe- heischenden Blick auf Margit. Sie zuckte fast un- merklich die Achseln. „Sehe ich die Damen heute abend?" fragte er dann.
„Nur wenn Sie sich ins „Kulm" bemühen, denn nochmals durch diesen Schnee, brrr! Dina war wenigstens so vorsichtig, mit einem Schirm zu reifen; ich habe mir im Hotel erst einen leihen müssen. Ein wahres Prachtexemplar? Wahrscheinlich hat ihn die Großmutter von Wilhelm Tell mal stehen lassen, weil er ihr zu unmodern war."
Die andern lachten.
„Ich werde versuchen, zu kommen", sagte Mikeny, sich verabschiedend.
Als der Tee vorbei war, fand Mr. Griffin, daß er bei solch einem Wetter die Damen unmöglich
Natürlich war bei diesem Wetter das Claridge überfüllt; sie sahen sich suchend nach einem Platz um, da winkte jemand aus einer entfernten Ecke. „Mr. Griffin scheint noch Platz zu haben", stellte Margit fest. „Wollen wir hin?"
Dina verzog das Gesicht. „Ich finde ihn nicht sonderlich sympathisch."
„Ich auch nicht. Er ist der richtige Spießer. Aber es scheint sonst tatsächlich kein einziger Stuhl frei zu jein. Also wollen wir schon
„Weißt du, für einen Spießer hatte ich ihn eigentlich nicht", meinte Dina zweifelnd, während sie sich durch die Tische wanden, „ich finde eher — ja, ich weiß eigentlich selber nicht/'
„Er ist bestimmt ein Spießer, der Geld hat und sich ein bißchen die große Welt besehen will", erklärte Margit entschieden. „Du kannst dich ruhig auf meine Menschenkenntnis verlassen."
Sie hatten Griffin erreicht. „Tatsächlich noch zwei Plätze. Als ob Sie gewußt hätten, daß wir kommen!" begrüßte sie ihn freundlich.
Mr. Griffin strahlte über das ganze Gesicht. „Gewußt nicht, aber gehofft. Darum habe ich die Stühle auch wie ein Löwe verteidigt. Es war nicht leicht."
„Das kann ich mir denken — bei dem Andrang! Dina, du auch Kaffee? Also zweimal Kaffee und zwei Meringen bitte!"
Während sie sich im Saal umsah und hier und da Bekannten zunickte, wandte sich Mr. Griffin an Dina.
„Heute ist es leider nichts mit dem Schiläufen", sagte er mit seiner etwas umständlichen Höflichkeit, „aber nachher auf dem Neuschnee geht es dann noch mal so gut."
„Davon wird meine Kusine keinen Gebrauch mehr machen", warf Margit ein. „Sie wollte eigentlich morgen schon abreifen und hat sich nur durch mein Zureden bewegen taffen, bis Donnerstag hier zu bleiben."
„Oh!" machte Mr. Griffin bedauernd. „Fahren Sie nach Deutschland zurück?" erkundigte er sich dann höflich.
„Nicht direkt. Ich habe in Luzern noch etwas zu erledigen. Aber im Anschluß daran."
Mr. Griffin nahm durch Kopfnicken davon Kenntnis. „Fliegen Sie oder fahren Sie mit der Bahn?" fragte er in dem gleichen höflichen, aber etwas uninteressierten Ton.
Dina sah unwillkürlich zu Mikeny hinüber. Er hatte die Geige abgefetzt und dirigierte mit dem Bogen; fein Gesicht war ihr halb zugewandt; sie konnte die regelmäßigen Linien seines Profils fehen.
Eine elegante Frau kam an der Kapelle vorüber. Sie sah zu Mikeny auf, und er lächelte ihr zu. Es war nicht einmal besonders zärtlich ober vertraulich,
fragen in Abschnitt D genau ausgefüllt werden. Dabei muß vor allem berücksichtigt werden, daß die Angaben in Abschnitt D sich nur auf die jetzige Ehe beziehen dürfen. Alle in der jetzigen Ehe ge- bornen Kinder sind anzugeben, auch erwachsene, fortgezogene oder bereits verstorbene.
Bei der Ausfüllung der einzelnen Spalten auf Seite 2 ist noch folgendes zu beachten:
Bei Spalte 7 dürfen Angaben wie „Aus der Kirche aufgetreten", .Konfessionslos" u. dgl. nicht vorkommen. Wer rechtlich keiner Kirche oder Reli- lionsgemeinfchaft angehört, muß sich für eine der Bezeichnungen „Gottgläubig" ober „Glaubenslos" entscheiden.
Die Angaben über Staatsangehörigkeit, Muttersprache und Volkszugehörigkeit in den Spalten 8 b i s 1 0 brauchen nicht übereinzustimmen. Es gibt Personen mit einer fremden Staatsangehörigkeit, aber mit deutscher.Muttersprache und deutscher Volkszugehörigkeit, z. B. die Danziger. Die Angabe in Spalte 10 über die Volkszugehörigkeit soll ein freies Bekenntnis barstellen; eine Beeinflussung ist daher nicht statthaft.
Auf der drillen Seife:
Die Fragen nach dem Hauptberuf erstrecken sich über die Spalten 11 bis 16. Diese umfangreiche Fragestellung ergibt sich dadurch, daß die berufliche Gliederung des deutschen Volkes sich nur durch drei verschiedene Merkmale genau beschreiben läßt, nämlich:
1. Durch die Angabe des persönlichen Berufes. Auf Grund dieser Angabe kann z. B. fcstgestellt werden, wieviel Buchhalter, Schlosser, Möbeltischer usw. es im Deutschen Reich gibt.
2. Durch die Angabe der Stellung im Beruf. Auf Grund dieser Angabe kann z. B. fest- gestellt werden, wieviel von den vorhandenen Schlossern als selbständige Handperksmeister, als Meister im Angestelltenverhältnis oder als Arbeiter beschäftigt sind.
3. Durch die Angabe des Geschäftszweiges (Branche). Mit Hilfe dieser Angabe kann z. B. festgestellt werden, wieviel von den Schlossern, die im Arbeitsverhältnis stehen, in der Landwirt- schast, im Steinkohlenbergbau, in der Eisengewinnung, im Maschinenbau, im Fahrzeughandel usw. tätig sind.
In allen Fällen ist die gegenwärtig aus» geübte Tätigkeit anzugeben, nicht ein etwa erlernter Beruf, der gar nicht mehr ausaeübt wird.
Die Eintragung in Spalte 11 darf keine allgemeinen Angaben, wie „städtischer Arbeiter", „Fabrikarbeiter", „Hüttenarbeiter" enthalten. Jeder muß seine Tätigkeit genau angeben, wie aus den aufgeführten Musterbeispielen und aus den Erläuterungen zu den Spalten 11 bis 16 hervorgeht. Wenn jemand für seine Tätigkeit keine spezialisierte Berufsbezeichnung weiß oder findet, bann kann auch die Tätigkeit formlos oder stichwortartig umschrieben werden.
Zur Feststellung des Wirtschaftszweiges, in dem der einzelne tätig ist, dienen die Spalten 14 bis 16. Besonders wichtig ist die genaue Angabe des Geschäftszweiges des Betriebs bzw. bei größeren Betrieben des Geschäftszweiges der Betriebsabteilung in (5paf*te 16. Aus dem Musterbeispiel ist zu ersehen, was damit gemeint ist: Bei dem Maschinenschlosser würde die Angabe „Maschinenfabrik" nicht genügt haben, um den Geschäftszweig, in dem er arbeitet, zu bezeichnen. Es müßte daher der Zusatz „Abteilung Maschinenbau" gemacht werden.
Auf der vierten Seite:
Von jedem Haushaltungsvorstand ist die Frage 1 in Abschnitt E mit I a oder Nein zu beantworten. Ist die bewirtschaftete Bodenfläche auch noch so klein, handelt es sich z. B. nur um wenige Gemüsebeete, so muß die Frage mit Ja beantwortet werden. Lautet die Antwort auf die Frage E 1 „ja", so müssen auch die folgenden Fragen ausgefüllt werden. Ergibt sich aus der Beantwortung der Frage E 4, daß die gesamte bewirtschaftete Fläche 0,5 ha (= 50 21r ober 5000 qm) ober größer ist, so brauchen bie Fragen 5 bis 9 des Abschnitts E n i d) t beantwortet zu werden. Dagegen muß dann außerdem noch ein Land - und
Forstwirtschaftsbogen ausgefüllt und der Haushaltungsliste beigefügt werden. Ein entsprechender Vermerk muß auf Seite 4 unten, unter Ziffer 2 eingetragen werden.
Ist bie Gesamtfläche bei Frage 4 kleiner als 0,5 ha, so müssen auch bie folgenden Fragen 5 bis 9 beantwortet werden. Besonders ist noch darauf zu achten, daß die Frage 7 mit „ja" ober „nein" beantwortet werden muß. Bei Frage 9 ist nur dasjenige Vieh anzugeben, das in Verbindung mit der Bodenbewirtschaftung gehalten wird, nicht dagegen für gewerbliche Zwecke verwendetes Vieh.
Am Samstagabend hielt der Reichsbund der Kinderreichen, Kreisabschnitt Gießen, im vollbesetzten Saale des „Burghof" seine monatliche Versammlung ab, zu der auch der Kreiswart des Kreises Wetterau, Oberbibliothekar Dr. Clarius, Gießen, erschienen war.
Nach kurzen Begrüßungsworten des Abschnitts- roarts, Professor Dr. Kliewe, stand ein fesselnder und aufschlußreicher Vorttag von
Der Abschnitt F auf Seite 4 der Haushaltungsliste bient der vollständigen Erfassung sämtlicher nichtlandwirtschaftlicher Arbeitsstätten. Was im einzelnen unter einer nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätte zu verstehen ist, wird bei der Besprechung des nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten- Fragebogens geschildert.
Zum Schluß muß der Ausfüllungspflichtige bie Vollständigkeit und Richtigkeit der in der Houshal- ttmgsliste gemachten Angaben durch feine Unterschrift bescheinigen.
(Fortsetzung folgt.)
müsse der Wille zum Kinde im deutschen Volke wieder geweckt und gestärkt werden. Die Leistungen einer Familie in zahlreichen erbgefunben Kindern mürbige ber Nationalsozialismus als hohe Leistung für das Volk unb als gutes Verbienst. Es fei keine Frage, baß ber Nationalsozialismus auch im gel- tenben Familienrecht eine erhebliche Entrümpelung veranstaltet habe und weiter durchführe. Der Nationalsozialismus habe bie Familie in ihren mannig
fachen Rechten wieder neugestaltet. Der nationalsozialistische deutsche Staat habe als erster Staat ber Welt bas Urgesetz ber Volkerhaltung erkannt, inbem er die Familie als Keimzelle des Volkes betrachte und sie auf den gebührenden Platz gestellt habe. Denn jede erbtüchtige Familie sei ein Garant für die Zukunft unseres Volkes, für bie Zukunft ber deutschen Nation.
Die mit großer Spannung folgenden Hörer dankten dem Vortragenden für seine lehrreichen Darlegungen mit lebhaftem Beifall.
Prof. Dr. Kliewe
faßte den Dank an den Redner in herzlichen Worten zusammen und würdigte dann besonders den Heroismus der Mutter in der Familie, deren Amt um so schwieriger und anspruchsvoller werde, je größer die Familie sei. Er verwies weiter darauf, daß gerade der Führer das Walten der Mutter, insbesondere ber kinderreichen Mutter in vollem Maße anerkenne und daher auch als äußeres Zeichen des Dankes und der Auszeichnung das Ehrenkreuz für kinderreiche Mütter geschaffen habe.
Der weitere Verlauf des Abends galt der Erledigung interner Angelegenheiten.
Sie Familie als llrzelle des deutschen Volkes.
^Untersturmführer Jinlernagel,
des Referenten im Stabe des Raffe- und Siedlungshauptamtes ff, über bas Thema „Die Familie a l s Urzelle des deutschen Volkes" im Mittelpunkt des Abends. Nachdem der Vortragende zunächst die Familie als den Begriff der Gemeinschaft des Elternpaares und seine Kinder klar in den Vordergrund gestellt hatte, betonte er, daß auf ber Grundlage der Familie der Nationalsozialismus aus einem neuen Glauben ein neues Volk gestalte und deshalb bei der kleinsten Zelle, der Familie, beginnen müsse. Er zeigte sodann die verschiedenartigen Einflüsse auf das Familienleben und behandelte in diesem Zusammenhang auch die Frage der Geburtenbeschränkung. Hierbei betonte er überzeugend, daß der Staat ein Anrecht an die Familie hat in dem Sinne, daß er der Sachwalter des Volkes ist und vom Volke feinen Aufttag erhält. Nur der Bolschewismus vernichte bewußt den Hort der Fa- milie. Dabei führte der Redner eine ganze Reihe von Beispielen an, die eindringlich bewiesen, welche verheerenden Folgen das Sowjet-System für das Familienleben hat und wie abschreckend die bisherigen Erfahrungen in Sowjetrußland sind. Demgegenüber betonte er, daß, je fester wir den Grundstein unseres Volkes in den Familien legen, desto sicherer unser Volk in der Zukunst steht. Der Nationalsozialismus habe den Urwert der Familie wieder erkannt und sich deshalb auch in ganz besonderer Weise der Förderung der Familie angenommen.
Die Familie habe für den Nationalsozialismus eine dreifache Bedeutung: eine glaubensmäßig-sitt- liche, eine biologische und eine rechtliche. Für den Nationalsozialismus bedeute die Ehe ein Amt, das die Volksgemeinschaft einem erbgefunben Paar an» vertraue. Der Dienst am Volk und am Blut sei der Sinn der Ehe, ebenso der Dienst am Blut des Geschlechts. Wenn zwei Menschen sich so in den Dienst des Volkes stellen, erfüllen sie den Sinn der Ehe unb geben ihr damit einen hohen Inhalt. Daraus erwüchsen der Familie natürlich auch Pflichten. Der Mann vertrete bie Familie nach außen unb habe in biefer Richtung den Kampf für sie zu führen. Die Frau bagegen habe ihre Aufgabe i n ber Familie in der Erziehung ber Kinber; sie trage in ihrer Hand die Entscheidung über die Zukunft ber Nation. Denn die höchste Pflicht in der Familie sei die Erziehung der Stinber zu wertvollen Kräften des Volkes.
Die Familie müsse aber auch wieder mehr in die übergeordnete Gemeinschaft, in die Sippe, hineingestellt werden. Wo Rücksichten auf die Gemeinschaft zu nehmen seien, habe ber einzelne sich einzuordnen. Durch Begünstigungen aller Art fördere ber Nationalsozialismus die kinderreichen Familien. Er nehme damit dem Vater einer solchen Familie manche drückende Sorge ab und verteile sie auf die Gemeinschaft des Volkes. Mit allen Mitteln
Oie deutsche Kolonialforderung.
Ein Vortrag im Reichskolonialbund in Gießen.
Der Ortsverb and Gießen des Reichskolomal- bunbes trat am Samstag mit einem Vortragsabend im Cast Leib wieder an bie Oeffentlichkeit. Das Musikkorps unserer Gießener Fliegertruppe gab der Veranstaltung eine musikalische Umrahmung. Der Leiter des Ortsverbandes Ernst Schneider be» gründete die Notwendigkeit der Pflege des kolonialen Gedankens.
Für feinen Vorttag über „Die deutsche Kolonialforderung unb dieStellung des Auslandes" führte
GaurednerRöhrscheidt, Frankfurt a.M.
bie Feststellung des Führers in feiner Rede vom 30. Januar 1939 an, daß Gott bie Wett nicht nur für ein oder zwei Völker geschaffen hat, sondern baß Deuttolanbs als eines der ältesten Kulturvölker entsprechend seinen Beiträgen zur Kultur das gleiche Recht hat, an der Erschließung der Welt teilzu- nehmen, wie ein anderes Volk. Als die tieferen Gründe unserer Kolonialforderung bezeichnete ber Vortragende die Räumt- und Rohstofstage. Die heutige Raumgestaltung in der Wett unterscheide Völker, die einen gewaltigen Kolonialbesitz haben, und solche, wie z. B. Amerika sind Rußland, deren Bevölkerungsdichte dem Raum nicht entspricht, die feine Kolonien brau check. Von den Völkern, die über Kolonialbesitz verfügen, weist Frankreich einen Ko- lontalraum auf, der 22mat, Portugal ber 26mal, Holland der 60 mal, Belgien ber 80mal und England, der sogar 105mal so groß ist wie das Mutterland.
Der Vortragende hob die verständnislose unb habgierige Einstellung Englands gegenüber den deutschen Kolonialforderungen hervor, bas die Welt in zwei Kategorien von Staaten einteilt, bie der Besttzenben unb die der Habenichtse. Demgegenüber führte der Redner bie Lebensnotwendigkeit der Kolonien für Deutschland an und wies u. a. darauf hin, daß die Manbatsverwattung für die deutschen Kolonien nur Auftrag, Verwaltung, nie aber Besitz bedeutet. Wenn England die Kolonien für wertlos hatte, dann solle es sie zurückgeben. Der Führer habe betont, daß er nichts mehr will als bas, was Deutschland sich rechtmäßig erworben hat.
Der Redner ging sodann auf die Absichten Englands und Frankreichs ein, Deutschland Handel und Verkehr in den Kolonien wie in ber Wett zuzu- gestehen, ober ihm aber Kolonial raum in anderen Gebieten Afrikas zuzuweisen, und kennzeichnete bie Hintergründe, die diese Staaten damit verfolgen. Demgegenüber hdb er hervor, daß Deutschland sich nicht Absatzmärkte zuweisen lasse, sondern sich selbst
Märkte schaffe, wie das jetzt im osteuropäischen Raum und besonders durch das Hanbelsabkommen. mit Rumänien geschieht.
In einem Rückblick zeigte Pg. Röhrscheidt, wie bei allen wachsenden Völkern stets die Raum- unb Rohstofstage im Vorbergrund gestanden hat. In diesem Zusammenhang kennzeichnete er die Bemühungen Englands um Polen, die Türkei und die Kämpfe in Palästina, die weniger dem Wohle ber Araber als ber Sicherung der Delleituna von Haifa für die Engländer gelten. Zusammenfassend betonte ber Vortragende, daß Deutschland feine Kolonien auch um deswillen zurückfordere, damit dort jene Volksgenossen eine Existenz finben, die, wie die Auswanderer nach Amerika, den Drang in die Weite verspüren und sie nicht Blutsttäger für bie äbfterbenben Völker werden. Darüber hinaus sollen die Kolonien der Charakterschulung unserer Jugend dienen. Der Redner verwies auch auf bie Beiträge Deutschlands zur Bekämpfung der Krankheiten unter den Eingeborenen, ohne die die anderen Völker auch heute nicht auskommen. Schließlich stellte ber Redner den gehässigen und ablehnenden Bresse-. stimmen im Ausland über die deutsche Kolonialforderung die Aussprüche führender Persönlichkeiten: des Auslandes gegenüber, in denen diese die berechtigten Forderungen Deutschlands anerkennen.
Ortsverbandsführer Schneider erinnerte an die Heldentaten ber deutschen Soldaten in unseren Kolonien unb forderte die Rückgabe als ein Gebot der Ehre.
Auszeichnung für treue Eisenbahndienstzeit.
Die nachstehend genannten Bediensteten ber Reichsbahn beim Bahnhof Gießen konnten mit dem Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Eisen- bahndienstzeit ausgezeichnet werden:
Reichsbahnsekretäre Karl Dönges, Ludwig Franz, Eduard Reufch; die Reichsbahnassistenten Wilhelm Gümbel, Christian Klotz, Ludwig Launspach und Karl Peusch; die Reichsbahnbetriebswarte Wilhelm Holler und Hermann Homme!; die Stellwerksmeister Christian Abel, Otto Arnold, Jakob Bernhardt, Johann Bork, Ludwig Feller, Ludwig Fischer, Wilhelm Frey, Ludwig Heep, Johannes Hormel, Wilhelm Hohbach, Friedrich Müller, Georg Müller, Wilhelm Müller, Heinrich Pfeiffer, Johannes Schmitt, Heinrich Sommerlab, August Volk, Konrad Wenz, a. D.; bie Weichenwärter Friedrich Binz, Heinrich Grimm, Heinrich Michel; der Bahnwärter Heinrich Müller; die Bahnhofsschaffner Heinrich
allein gehn lassen könne, und bestand darauf, sie zu begleiten. Selbst Margit nannte es eine übertriebene Rücksichtnahme, aber Mr. Griffin ließ sich Mantels und Mütze bringen und ging mit bis zum „Kulm". Dort angekommen, nahm er zuvorkommend die nassen Schirme ber Damen, aber sei es, baß er stolperte ober sonstwie eine ungeschickte Bewegung machte — {ebenfalls brach er von Dinas Schirm bie Spitze ab. Er geriet so außer sich über feine Ungeschicklichkeit, baß bie beiden ihn beruhigen mußten.
„Ich werde sofort für Ersatz sorgen". Beteuerte er.
„Aber bas ist doch nicht nötig; es ist ja ein alter Schirm!" sagte Dina ungebulbig. Sie hatte andere Dinge im Kopf als bie Sorge um einen Regenschirm.
„Sie müssen mir gestatten, einen neuen zu besorgen. Es ist bas einzige, was mich über meine Ungeschicklichkeit tröffen kann", versicherte Mr. Grist fin emphatisch.
„Also schön, wenn es Sie beruhigt", machte Dina schließlich der Sache ein Ende, worauf Mr. Griffin sich sofort empfahl.
„Er brachte sich ja beinahe um. Hast du vielleicht eine Eroberung gemacht?" neckte Margit, diesmal ohne Hintergedanken.
„Wenn du beleidigend wirst, haue ich!" drohte Dina auf diese Verdächtigung, worauf beide lachend zum Fahrstuhl gingen. Hätten sie Mr. Griffin sehen können, wie er durch den dichten Schnee zurückgina, so wäre ihnen bas Lachen vergangen, so viel teuflische Hinterlist verzerrte fein Biedermannsgesicht.
In den nächsten achtundvierzig Stunden benutzte Mikeny jede Gelegenheit, um Dina nahezukommen, und es gelang ihm auch, die Erinnerung an die kleine Episode im „Claridge" zu verwischen. Was ihm nicht gelang, war bas Auslöschen dieses feinen, bohrenden Schmerzes, ber Dina feit Holks Abreife quälte, unb ber sie, ohne daß sie sich dessen bewußt war, an ihrem Entschluß zur Abreise unbeirrt fest- balten ließ. War sie aber erst einmal fort, hatte sie (Entfernung zwischen sich und Mikeny gelegt, bann konnte feine lebenbige Gegenwart nicht mehr bie (Erinnerung an bas Häßliche, das sie burch ihn erlebt hatttz, abschwächen, 'bann war sie für ihn verloren. Das wußte er, unb bas wußte auch Margit, feine Derbünbete. Sie tat ihr möglichstes, ihn unauffällig mit Dina zufammenzubringen, und für ihn lag es besonders günstig, daß Mr. Griffin nach Zürich gefahren und er so seine störende Beobachtung los war. „Vielleicht besorgt er den neuen Regenschirm!" spöttelte Margit, als sie davon erfuhr.
Sie hatte sich so in den Gedanken verbissen, baß Dina zu Mikeny zurück sollte, daß vermutlich auch von ihr ber Plan ausging, ber am letzten Abend vor Dinas Abreise zur Ausführung kam; ohne ihre Unterstützung wäre er jedenfalls nicht durchgeführt worden.
(Fortsetzung folgt.)
S S de ne at
hi'
bei
W
®r Sa 3( Sa geh Lei spr Wc un! schi ftai die ®u Br tre mi (<n
1 Toc unb im enbi erso sch° Zus ger tion sche laß unb (1:1 den totr fpa
fiel in
K 2
Ä M ber
3 räd am ehr, fi(b« Mei fahr erra Lize golb fprü tuen:
1!
ta0 QUc
$||
J
Er ber $ rund den als ( mit Tnir $Iau reg = ®fö. N Heb
mit
Sher Jin
N
Dem mit
k bi Jn H unb Die dir' w w lote, sine '-in'


