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Begeisterter Empfang Görings in Rom

Ser Duce hieß den Seneralfeldmarschall auf dem Bahnhof willkommen.

R. G. Rom, 14. April.

Generalfeldmarschall Göring ist am Freitagabend zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in R o m ein­getroffen. Punkt acht Uhr lief der von Neapel kom­mende Sonderzug in der festlich mit Blumen und den Fahnen der beiden Länder geschmückten Halle des römischen Hauptbahnhofs ein. Zur Begrüßung des deutschen Gastes hatten sich Mussolini und die meisten Minister, unter ihnen Außenminister Graf Ciano, Dolkskulturminister A l f i e r i, der Generalsekretär der Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e, und die drei Unterstaatssekretäre der Wehrministerien eingefunden. Unter den zahlreichen Offizieren bemerkte man den Luftmarschall und Gouverneur von Libyen, B a l b o , die Marschälle Graziani und Badoglio und den Komman­danten der Faschistischen Miliz, General Russo. Die Stadt Rom war durch ihren Gouverneur, Für st Colonna, vertreten. Außerdem waren der deutsche Botschafter von Mackensen mit dem gesamten Botschastspersonal und der ungarische Ge­sandte Baron D i l l a n i y zur Begrüßung Gö­rings erschienen. Auf dem Bahnsteig hatten Abtei­lungen des italienischen Fliegerkorps sowie eine uniformierte Abordnung der Ortsgruppe Rom der NSDAP, unter Führung des Lanoesgruppenleiters von Italien, Pg. Ettel, Aufstellung genommen.

Zunächst entstieg Generalfeldmarschall Göring, der über der Flieaeruniform das grüne Band des Mauritius- und Lazarus-Ordens trug, mit seiner Gemahlin den Zug und wurde vom Duce und den anwesenden Ministern herzlich begrüßt. Der Gattin des Generalfeldmarschalls wurde ein prächtiger Blumenstrauß überreicht. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen schritt Generalseldmar- schall Göring die Front der Ehrenabteilungen ab. Dann begab er sich in Begleitung des Duce zum Bahnhofsvorplatz, wo er von einer großen Men- chenmenge mit stürmischem Jubel empfangen wurde. Der Generalfeldmarschall dankte 'der Menge mit er­hobenem Marschallstab und bestieg dann mit Außen­

minister Craf Ciano einen Kraftwagen, der ihn durch die von begeisterten Mengen umsäumten Straßen Roms zur Repräsentationsvilla des Außen­ministeriums, der Billa Madama, brachte. Etwas später verließ Mussolini ebenfalls im Kraft­wagen den Bahnhofsplatz, was der Menge Anlaß zu erneuten Begeisterungsstürmen gab.

Vor einer Rede Graf Llanos.

Heute Sitzung der Faschistischen Kammer.

Rom, 14. April (Europapreß). Der M i n i st e r - r a t trat am Freitagvormittag unter dem Vorsitz Mussolinis zusammen. Sämtliche Minister wa­ren anwesend. Der Ministerrat nahm von dem Be­schluß des Großen Faschistenrats vom Donnerstag Kenntnis und billigte folgenden Gesetz­entwurf:

Artikel 1. Der König von Italien nimmt, da er die Krone von Albanien angenommen hat, für sich und seine Nachfolger den TitelK ö n i g v o n Ita­lien und von Albanien, Kaiser von A e t h i o p i e n" an.

Artikel 2. Der König von Italien und Albanien, Kaiser vonAethiopien wird inAlbanien durch einen General st atthalter vertreten werden, der in Tirana residieren wird.

Der italienische Außenminister Graf Ciano wird in der außerordentlichen Kammersitzung am Samstagmorgen zur Annahme des Gesetzent­wurfes über die Personalunion mit Albanien über die Ereignisse der letzten Zeit sprechen und das Vorgehen Italiens in Albanien begründen. Der Kammersitzung wird auch die albanische Ab­ordnung beiwohnen, die nach Rom kommt, um dem König und Kaiser die Königskrone Albaniens anzubieten. Sämtliche italienischen Sen- der werden am Samstag von 15 bis 15.50 Uhr die Sitzung der Kammer übertragen.

seinem denkwürdigen Beschluß eindeutig zum Aus­druck gebracht, daß Italien entschlossen und in der Lage ist,dem alten und tapferei albanischen Volk die Ordnung, die Achtung des religiösen Glaubens, den kulturellen Fortschritt und mit der Verteidigung der gemeinsamen Grenzen den Frieden zu garan­tieren".

So bedeuten die Ostertage des Jahres 1939 für Albanien den Beginn einer neuen Aera, die das Land dem demoralisierenden Zwist ehrgeiziger Stammeshäuptlinge, die es als Beuteobjekt ihrer persönlichen Herrschgelüste betrachteten, ebenso end­gültig entreißen wird, wie den politischen Intrigen der Mächte, die sich allzu lange daran gewöhnt hatten, es ohne Rücksicht auf das Wohl und Wehe des albanischen Volkes nach eigenem Belieben und ausschließlich in eigenem Interesse in ihre Rech­nung einzusetzen. Wenn man im Hinblick hierauf in England van einerAenderung des Status quo spricht, so ist das nur insofern richtig, als Italien mit der Schaffung klarer Verhältnisse in Albanien endgültig einen Urheberherd beseitigt Hot, der lange Jahrzehnte hindurch als willenlose Figur auf dem Schachbrett eifersüchtiger Großmächte dem europäi­schen Frieden oft genug gefährlich zu werden drohte. Im übrigen aber kann von einerAenderung des Status quo, wie man in England meint, keine Rede fein. Denn Italien ist ja nicht erst seit gestern und heute der tatsächliche Herr Albaniens, lediglich die Form der italienischen Vorherrschaft in Alba­nien ist geändert worden, nachdem sich die bisherige Art der Bindung durch Verträge mit einer von Ita­lien eingesetzten und von Italien abhängigen Dyna­stie durch das kurzsichtige Verhalten Zogus als un­zweckmäßig und gefährlich erwiesen hatte. Wie Al­banien als Staat einst der Eifersucht der Balkan­staaten seine Existenz verdankte, so seine formale Unabhängigkeit der Eifersucht der um die Erhaltung des Gleichgewichts im Mittelmeer besorgten Groß­mächte. Aber wie sich im Weltkrieg niemand um diese Unabhängigkeit kümmerte, so wurde Albanien nach dem Kriege Objekt der vorwiegend auf das albanische Erdöl abzielenden wirtschaftlichen Inter­essen der Großmächte, obwohl bereits der in Zu­sammenhang mit den kolonialen Forderungen Ita­liens gegenüber Frankreich viel genannte Londoner Vertrag vom 26. April 1915 Italiens lebenswichtige Interessen in Albanien anerkannt hatte. Mit dem Erstarken der italienischen Großmacht im Zeichen des Faschismus suchte und fand Albanien nach lang­wierigen inneren Kämpfen, die von den Nachbar­staaten eifrig geschürt wurden, seine natürliche An- iehnung an Italien. Wie italienisches Kapital und italienische Ingenieure erst Albaniens Wirtschaft er­schlossen haben, so bot Italien auch bereitwillig seine .Hilst zum Aufbau eigener Staatsfinanzen durch Er­richtung einer Notenbank und eines Salz- und Ta­bakmonopols. Politisch kam diese enge Zusammen­arbeit zum Ausdruck in dein Freundschaftsvertrag vom 27. November 1926, der ein Jahr später in ein Defensivbündnis verwandelt wurde.

Wenn damals Italiens Politik der Durchdrin­gung Albaniens noch im Zeichen des Kampfes mit Jugoslawien um die Vorherrschaft in der Adria gestanden hatte, so lag ein Jahrzehnt später der Abschluß des Vertrages vom 17. März 1936, der Albanien tatsächlich schon zu einem italienischen Protektorat machte, auf dem Wege zu einer Ver­ständigung mit Jugoslawien, die durch den Freundschastsvertrag vom April 1937 gelang. Al­banien war als ausschließlich italienische Interessen­sphäre als Konfliktstoff zwischen Italien und Jugo­slawien ausgeschieden. Man hat deshalb jetzt in Belgrad auch die italienische Aktion in Albanien, von der Jugoslawien durch die italienische Regie­rung unterrichtet worden war, mit aller Rühe ver­folgt, zur bitteren Enttäuschung der Engländer und Franzosen, die von Jugoslawien her am ersten energischen Widerstand gegen die italienische Be­setzung Albaniens erwartet hatten. Italien hat auch dem anderen Nachbarn Albaniens, Griechen­land, die ausdrückliche Versicherung gegeben, daß die italienische Aktion sich streng in den Gebiets­grenzen Albaniens halten werde und Italien die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Griechenlands als wesentlichen Faktor seiner Mittelmeerpolitik be­trachte. In der gleichen Richtung lag ja auch der Schritt des italienischen Geschäftsträgers in Lon­don, der darauf hinwies, daß die griechische Insel Korfu, die dicht an die albanische Küste heranreicht, ein vitaler strategischer Punkt für Italien" sei, dessen Besetzung Italien keinem anderen als Grie­chenland gestatten könne. Italien hat also seine Aktion nach allen Seiten hin streng abgegrenzt und keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie nichts an­deres beabsichtigt, als einem schon seit Jahrzehnten bestehenden und von den übrigen Mächten in einer Reihe von Verträgen und Uebereinkornmen anerkanntem tatsächlichen Zustand eine endgültige staatsrechtliche Form zu geben.

Um so lächerlicher mußte es auf jeden unbefange­nen Beobachter wirken, wenn als Reaktion auf den Schritt Italiens sich in der Presse der westlichen Demokratien ein Sturm der Entrüstung erhob und die Regierungen Frankreichs und Englands ihre diplomatische Tätigkeit verdoppeln, um aus diesem neuen Moment für ihre bereits nach den Tagen von München eingeleitete und nach dem deutschen Einmarsch in Böhmen und Mähren energisch voran- gettiebene Einkreisungspolitik gegen die autoritären Mächte Kapital zu schlagen. Nach bewährter Me­thode wird als Begründung für diese Politik der Bünd- nisse die allgemeine Unruhe vorgeschützt, die angeb­lich die autoritären Staaten mit ihren sich streng auf ihren natürlichen Lebensraum beschränkenden Aktionen verursacht haben, die in Wahrheit aber von einer von Neid und Mißgunst erfüllten Presse in Paris und London in geschicktem Zusammenspiel mit den Regierungen Frankreichs und Englands künstlich entfacht wurde, um die aufgeregte Stim­mung zu schaffen, in der erfahrungsgemäß dis ver­brecherische Arbeit der Kriegshetzer am besten ge­deiht. England hat, wie seit langem schon, auch diesmal wieder die Führung. Der englische Pre- mierminifter, von dem man behauptet hat, daß er im Kabinett bislang auf seinen Außenminister mäßi­gend eingewirkt habe, ist nunmehr ganz den Argu­menten der Opposition verfallen. Seine letzte Rede im Unterhaus zeigte keine Spur von Verständnis für die Lebensinteressen Italiens im Mittelmeer, an deren Spitze von jeher die Sicherung des Zu­gangs zur Adria stand. Chamberlains Ausführun­gen waren ausschließlich darauf abgestellt, der nack­ten Machtpolittk Englands das moralische Mäntel­chen umzuhängen. Aber es ist zu fadenscheinig, um nicht darunter den krassen Egoismus Englands zu sehen, das aus der Aktion Italiens in Albanien eine Bedrohung der' Unabhängigkeit Griechenlands konstruiert, um diesem seine Hilfe aufdrängen zu können und sich eine politisch wie strategisch wich- tige neue Stellung gegen Italien im östlichen Mittel­meer zu schaffen.

Das ist der Hintergrund der einseitigen Garantie­verpflichtung, die Frankreich und England Griechen­land gegenüber übernommen haben, ohne darum

angegangen zu fein, denn dazu lag in Athen nach der förmlichen Versicherung Italiens, von der wir schon sprachen, keinerlei Grund vor. Aehnlich liegt es mit der Türkei, die ebenfalls erklärt hat, daß ihre Beziehungen zu Italien die denkbar besten feien, die aber trotzdem auserfehen worden ist, als besonderer Schützling unter die Fittiche Englands genommen zu werden. Die Garantieverpflichtung für Rumänien soll erst auf Drängen Frank­reichs ausgesprochen worden sein. Auch sie ist in höchstem Maße deplaciert einem Staat gegenüber, der soeben durch den Abschluß eines so gut wie beispiellos umfassenden Wirtschaftsabkommens em- deutig feinen Willen bekundet hat, mit dem Groß- deutschen Reich, gegen dessen tückische Uebergriffe es angeblich geschützt werden muß, die besten und freundschaftlichsten Beziehungen zu pflegen. Es ist bezeichnend für die klare Erkenntnis der großen Gefahr, die in dieser Verstrickung in die demo­kratischen Bündnisnetze für die kleineren Mächte liegen, daß weder Griechenland noch Rumänien aus ihrer passiven Rolle herausgetreten sind, die sie zwar die Garantieverpflichtung Englands und Frankreichs zur Kenntnis nehmen, ihrerseits aber keinerlei Verpflichtung eingehen ließ. Es blieb also bei einseitigen Garantien, wohingegen Polen analog seinem schon seit zwei Jahrzehnten bestehen­den Bündnisvertrag nun auch einen gleichen gegen­seitigen mit England schloß.

Die völlige Skrupellosigkeit, mit der man in Eng­land zu Werk geht, um die Einkreisungspolitik gegen die autoritären Staaten ooranzutreiben, zeigt sich am krassesten in der Einstellung zu Moskau. Daß Chamberlain als erster britischer Premier einen Empfang des Sowjetbotschafters in London durch feine Anwesenheit ehrte, zeigte schon vor einiger Zeit den Stimmungswechsel im britischen Regie­rungslager. Nun ist unter dem Druck der probolsche- wistischen Opposition die Schwenkung vollzogen. Auch Chamberlain hat die letzten bourgeoisen Vor­urteile entschlossen über Bord geworfen und erklärt, daß keine ideologischen Gegensätze England und Sowjetrußland trennten und die englische Regierung bei all ihren Entschlüssen in engster Verbindung mit Moskau stehe. Es ist nun ein Kuriosum, daß Eng­lands Versuch, auf dem Wege über die Einkreisungs- politik den Bolschewismus als Todfeind jeder natio­nalen Gesellschaftsordnung, als Zerstörer jeder menschlichen Kultur und Träger der gegen den Dölkerfrieden gerichteten Weltrevolution nach seiner schweren Niederlage in Spanien wieder als maß­gebliche Macht in die europäische Politik einzu- führen, gerade bei den Nationen auf den heftigsten Widerstand gestoßen ist, die sich England als seine besonderen Schützlinge ausgesucht hat und denen es, da Englands eigener Arm vielleicht nicht lang genug sein könnte, die besondere Unterstützung Sowjetruß­lands zugedacht hatte. Aber weder Rumänien noch Polen wollen von einer Hilfe ihres östlichen Nach­barn etwas wissen. Beide haben ihn hinreichend kennen gelernt, um an seiner Uneigennützigkeit be­rechtigte Zweifel zu hegen. So haben sie Chamber­lain bei seinem Sprung in das bolschewistische Lager allein gelassen. Das Derantwortungsbewußtsein für die gemeinsame Sache der europäischen Nationen ist in England auf den Nullpunkt gesunken, so viel davon auch in schönen Reden gesprochen werden mag. Das Bündnis mit dem Bolschewismus, zu dem sich Chamberlain vor dem Unterhaus so offen­herzig bekannt hat, trennt die Geister.

Fr. W. Lange.

Unablässig enqlischeAoldverschickungen nach den !lGA.

London, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Die Panikmache und Kriegshetze, die seit langem in London betrieben wird, schlägt insofern den eigenen Herrn, alsimmermehr Gold ausden eng­lischen Banken gezogen und nach Ame­rikaverschickt wird. Wie Daily Expreß meldet, ist England am Freitag allein Gold im Werte von 21 Millionen Pfund verlorengegangen. Auf der Queen Mary" undPräsident Roosevelt" wurden gestern 18 Mllionen Pfund Gold von Southamp- ton nach Amerika verfchickt, während drei Millionen Pfund auf dem SchiffScytarai" verladen wurden. Im Laufe der nächsten Wochen werden noch größere Goldverschickungen nach den USA. erfolgen.

Auswirkungen der

Londoner Hetzkampagne in Aegypten

Kairo, 14. April. (DNB.) Das ägyptische Mi­litär, das seit Wochen den Assuan-Stau- dämm bewacht, hat nunmehr auch bas große Delta-Schleusenwerk nördlich von Kairo

besetzt. In Kairo fand gestern eine Erprobung der Sianalfirenen statt. Die Regierung er­ließ eine Verfügung, nach der die Goldausfuhr verboten wird. Ministerpräsident Mohammed Mahmud empfing zu einer ein stündigen Aussprache den englischen Vize-Luftmarschall und Befehlshaber der englischen Luftwaffe im Nahen Osten. Aus Alexandria wird das Einlaufen von sechs eng­lischen Kriegsschiffen gemeldet.

Ein neuer palästina-plan.

Kairo, 14. April. (DNB.) Nach der hier er­scheinenden ZeitungMokkatam" spricht der neue englische Vorschlag zur Regelung der Verhältnisse in Palästina von einer Uebergangszeit von 10 Jahren. In den ersten fünf Jahren sollen jährlich 15 0 00 Juden nych Palästina einwandern dürfen, dann soll die Einwande­rung aufhören. Nach zehn Jahren soll,wenn alles gut geht", die Unabhängigkeit Palä- st i n a s proklamiert werden. Nach Abschluß des Vertrages sollen die politischen Gefangenen freige­lassen werden und die Verbannten zurückkehren dür­fen. In den ersten zwei Jahren, in denen die Ver­fassung ausgearbeitet wird, ist der Vorsitz der Regierung dem britisch en Oberkommissar vorbehalten und ein Drittel jüdischer Ver­treter vorgesehen. Ferner soll jedem Ministerium ein englischerBerater" beigeordnet wer­den. Nach zwei Jahren sollen dann die Lokalbehör­den allmählich einheimischen Instanzen übertragen werden, so daß nach zehn Jahren die gesetzgebende und die ausführende Gewalt in der Hand der heimischen Bevölkerung sein soll. Ara­bische Kreise beanstanden an diesem Vorschlag, daß sich die Engländer eine Verlängerung des Zeitraumes von zehn Jahren vorbehalten für den Fall, daßnicht alles gut geht". Sie verlangen mindestens, daß das Urteil darüber, ob das der Fall ist, nicht England, sondern den Arabern zuge- standen wird.

Srübjobrüreife eines deutschen Flotten­verbandes in die spanischen Gewässer.

Berl in, 14. April. (DNB.) Am 18.April wird ein Flottenoerband in Stärke von zwei Panzer­schiffen, zwei Kreuzern, zwei Zerstörerdivisionen und drei U-Boot-Flottillen mit den dazugehörigen Be­gleit- und Troßschiffen zu einer etwa einmona­tigen Auslands - Ausbildungsreise aus den Heimathäfen auslaufen. Während der Reise werden Häsen in Spanien, Portugal und Spanisch-Marokko sowie Tanger angelaufen werden. Mit dieser Frühjahrsreise in die spanischen Gewässer wird eine alte, durch den spanischen Bürgerkrieg unterbrochene Tradition der deutschen Kriegsmarine wieder ausge­nommen.

Or. Goebbels wieder in Berlin.

Berlin, 14. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels trat Freitag morgen seine Rückreise von Istanbul nach Berlin an. Alls dem Istanbuler Flughafen hatten sich zu seiner Verabschiedung die Istanbuler Behörden, der Generalkonsul Toepke so­wie zahlreiche Angehörige der deutschen Kolonie ein­gefunden. Bei einer Zwischenlandung in Belgrad wurde Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Flughafen von dem jugoslawischen Außenmini­ster (Eincar Markowitsch, dem Kommandeur der jugoslawischen Luftwaffe General Janko- witsch, dem deutschen Gesandten von Heeren sowie von Vertretern der Landesgruppe Jugoslawien der NSDAP, empfangen. Reichsminister Dr. Goeb­bels unternahm mit Außenminister (Eincar Marko­witsch eine Fahrt durch Belgrad. Nach einem kurzen geselligen Zusammensein trat Dr. Goebbels feinen Weiterflug nach Berlin an und landete um 17 Uhr auf dem Flughafen Tempelhof.

Dr. Scheel an hie jungen Studenten.

NSG. Reichsstudentenführer Dr. Scheel erläßt folgenden Aufruf an die jungen Studenten: In wenigen Wochen werdet ihr auf die Hohen Schulen kommen, um euer Studium zu beginnen. Ein an geschichtlichen Ereignissen beispielloses Jahr habt ihr als Waffenträger unseres Volkes in der Großdeutfchen Wehrmacht erlebt. Viele sind Zeugen der Heimkehr der Ostmark, der Sudeten­lande, des Memellandes und der Einfügung von Böhmen und Mähren ins Deutsche Reich gewesen. In dem NSD.-Studentenbund werdet ihr neue und große Aufgaben finden, die eines

jungen Deutschen würdig und seines Einsatzes wert sind. Die Mannschaft der nationalsozialistischen Studenten ist bereit, euch als Kameraden in ihre Kameradschaften aufzunehmen. Die Studentenführer wollen euch in allen Fragen des Studiums und des neuen Studentenlebens zur Seite stehen. Ich ordne daher an, daß sich jeder aus Schule, Arbeitsdienst und Wehrmacht entlassene Abiturient bei der Studentenführung der Hochschule, an der er studieren will, sofort schriftlich meldet.

3nfan^erteregimenf Großdeutschland.

Grundsteinlegung für die neuen Gebäude des Berliner Wachregiments.

Berlin, 14. April. (DNB.) Am Freitagmittag fand die feierliche ©runbfteinlegung für die neuen Gebäude des Wachregiments statt. Auf dem Kasernenhof war das Regiment im offenen Viereck angetreten. Ministerialdirektor Zieseniß vom Wehrmachtsverwaltungsamt stellte fest, daß es nur dem Einsatz aller beteiligten Stellen zu danken sei, wenn schon nach Jahresfrist die Planung so weit habe fortschreiten können, daß mit der Ausführung des ersten der vier Bauabschnitte begonnen werden könne. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. L i p p e r t versicherte, daß die

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Stadtverwaltung stets bestrebt fein werde, dar militärische Element immer tiefer in Berlin zUl verankern. Der Kommandierende General des III. Armeekorps, General der Artillerie Haase, verlas darauf den Wortlaut der Urkunde und voll­zog nach ihrer Einmauerung die Grundsteinlegung.

Das Berliner Wack)regiment wird zum Herbst dieses Jahres als voll motorisiertes In­fanterie-Regiment zu drei Batail­lonen ausgebaut. Der Mannschaftsersatz für das Regiment wird aus dem ganzen Reich genommen und besteht aus besonders g e - eigneten Freiwilligen, die drei Jahre dienen. Die Freiwilligen werden bei Bewährung im dritten Dienstjahre zum Unteroffizier befördert und können dann als Berufssoldaten übernommen werden. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat dem Regiment im Hinblick auf feine besonderen Aufgaben für den Ehrendienst in der Reichshaupt­stadt den Namen Infanterie-Regiment Groß-Deutschland gegeben. Einzelheiten über Freiwilligenannahme und Einstellungsbedingungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Oie Gliederung

der sudetendeutschen Gebiete.

Berlin, 14. April. (DNB.) Im Reichsgesetz­blatt wird dasGesetz über die Gliederung der sudetendeutschen Gebiete" verkündet, in dem es u. a. heißt: Die mit dem Deutschen Reich wieder­vereinigten fudetendeutschen Gebiete bilden den Reichsgau Sudetenland, in dem drei Regierungsbezirke mit dem Sitz der Re­gierungspräsidenten in Aussig, Eger und Troppau gebildet werden. Nicht in den Reichsgau sondern in das Land Preußen und in die Provinz Schlesien 'werden eingegliedert die ehemals preußischen Gemeinden des Hultfchiner Ländchens. In das ehemals österreichische Land Nieder- ö st e r r e i ch werden eingegliedert die an Nieder­österreich angrenzenden Gebietsteile. In das ehe­mals österreichische Land Oberö st erreich wer­den eingegliedert die Gebietsteile westlich davon. In das Land Bayern und in den Regierungs­bezirk Niederbayern-Oberpfalz werden eingegliedert die Gebietsteile nördlich davon.

Oer Geburtstag des Führers in Prag

Prag, 14. April. (Europapreß.) Die Regierung des Protektorats Böhmen und Mähren hat beschlossen, den Geburtstag des Führers als Schulfeiertag zu erklären. Sämtliche Staats­gebäude werden am 20. April flaggen. In Prag findet aus Anlaß des Geburtstages des Führers auf dem Wenzelsplatz eine Truppenparade statt. Abends findet im Prager Notionaltheoter eine Fe st Vorstellung statt, an der die Mitglieder der Protektoratsregierung teilnehmen werden.

Oas Prager Czernin-Palais

Sitz des Reichsprotektors.

Prag, 14. April. (DNB.) Wie der Prager Zei- tungsbienft mitteilt, ist für das Amt des Reichs­protektors das Czernin-Palais, In dem sich das ehemalige tschecho-flowakische Außen- Ministerium befand, zur Verfügung gestellt worden. Das Czernin-Palais ist einer der größten Adelspaläste in Prag. Das Projekt zu dem Bau wurde von dem gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Prag lebenden Italiener Francesco Carratti aus­gearbeitet. In den Jahren 1929 bis 1934 wurden an dem Gebäude umfangreiche (Erneuerungsarbeiten Dorgenommen.

Neichshandwerkertag in Frankfurt o.M.

Das Programm für den Reichshandwerkertag Frankfurt a. M sieht u. a. nachdem er durch die Reichsausstellung der Handwerkerwettkampf- arbeiten und die Siegerehrung der Reichs­sieger durch Reichsorganisatonsleiter Dr. Ley am 19. Mai eröffnet wird am Nachmittag des 19. Mai Fachtagungen des Bau- und Holzhandwerks, des- Metallhandwerks, des modeschaffenden Hand­werks und des Nahrungsmittelhandwerks vor, auf denen Fragen des Vierjahres- planes behandelt werden. Die große Arbeits­tagung findet am 20. Mai statt: die Führer des Handwerks. S e h n e r t und Schramm, sowie von Renteln werden sprechen. Nach­mittags folgt die große Kulturtagung mit einer Rede Dr. Leys, während der Abend dem M a i c n f e ft gewidmet ist. Am 21. Mai wird t» der Hauptkundgebung neben Dr. Ley auch N«ühs«irt- schaftsminister Funk sprechen. Die Teilnehmerzahl ist auf 7000 beschränkt worden. Heben den Vertre­tern aus Ostmark, Sudetenland, Meine Hand werden auch Vertreter aus 20 verschieden«« Nationen erwar­tet, die im Anschluß an eine Sitzung der Inter­nationalen Handwerkszentrale in Rom nach Frank­furt a. M. kommen werden.