Bismarck und die Flotte.
Das dritte Schlachtschiff der neuen deutschen Kriegsflotte ist auf den Namen des Gründers des Zweiten Reiches, Bismarck, getauft worden, und der Führer hat in seiner Rede beim Stapellauf dieses Schiffes den Manen dessen gehuldigt, der „durch seine innere politische Entwicklung oom preußischen Politiker zum deutschen Reichsschmied nicht nur das Reich geschaffen, sondern die Voraussetzungen gegeben hat für die Errichtung des heutigen Großdeutschland". Das ist seine einmalige, seine geniale Größe. Aus dem Wirrwarr der Parteien, der Fürsten, der durcheinander quirlenden Kämpfe der alten und netten Gewalten, der Reichsfemüe und der Getreuen, formte Bismarck die Reichs- funda mente, die die Schmutzflut der oom Zentrum, Marxismus und Judentum entfesselten Revolte überdauerten und, als diese Gegner des Bismarckwerkos vor dem Kammer unseres'Führers und der Gewalt seiner Volksbewegung spurlos verschwanden, sich als tragfähig erwiesen für ein neues Großdeutschland. Bismarck steht da „wie eine Säule, überragend fein Jahrhundert", und je schärfer das Auge zurückschaut auf jene Zeit, die nicht wußte, was sie wollte und deren Vertreter dem großen Kanzler immer wieder Steine in den Weg rollten, um so überragender wird die Gestalt dieses Gewaltigen, der die besten Ideen der ersten Nationalversammlung von 1848 verschmolz mit dem Kern- gedanken des Preußentums.
Die Träume des Volkes nach einem einigen Reich drehten sich feit 1848 um die Idee eines deutschen Kaisertums und gleichzeitig um die Wiedergewinnung einer Geltung zur See, die Deutschland in den Hansezeiten glorreich besessen. Die Nationalversammlung schuf eine Flagge, und sie schuf, aus freiwilligen Beiträgen aller Deutschen, eine kleine Flotte, die die damaligen Reichsfarben trug. Die revolutionärsten Geister Deutschlands traten für diese Flotte ein. Henvegh schrieb sein begeisterndes Flottenlied, in dem er prophezeite: „und in die Furchen, die Columb gezogen, geht Deutschlands Zukunft auf!" Aber England drohte durch Lord Palmerston mit brutaler Gewalt. Die deutsche Flagge sei eine „Seeräuberflagge", sie würde, wo sie sich zeige, mit den Schiffen, die sie trügen vernichtet werden. Der Traum zerranii. Im Jahre 1852 versteigerte Hcmnibal Fischer diese Flotte. Zwei Schiffe erwarb Preußen. In den folgenden- Jahren war das Ringen um die Einigung Deutschlands eine Frage der Auseinandersetzung darüber, ob sie^ großdeutsch ober kleindeutsch enschieden werden sollte. Groß- deutsch, das hieß die Ungarn und alle slawischen Völkerschaften der k. und k. Monarchie mit ouf- nehmen, kleinhLutsch hieß die Lösung mit Preußen auf deutschem Boden. Der Krieg 1866 brachte die Entscheidung, der Krieg gegen Frankreich 1870 vollendete das Kleindeutsche Reich.
Unter Bismarck begann Deutschlands Aufstteg zur Weltgröße, die kleine -preußische Seemacht wurde Grundlage einer Reichsflottenmacht. Aber ganz zwangsläufig mußte Bismarck sich zunächst darauf beschränken, die Festlandmacht Deutschland zu bauen und ihr gegen die flankierenden Welschen und Slawen die nötige Rüstung, da- Heer, zu geben. So sicherte er die notwendigsten Heeresbedürfnisse im Widerstand gegen den Reichstag durch ein grandioses Spiel mit und über den Parteien. Deutschland war 1870 noch ein in der Hauptsache agrarisches Land gewesen. .Unter Bismarck gelangte es nach und nach in die I n - öuftrialifierung und in die Weltmachtpolitik. Die bismarckfche Umkehr vom Freihandel zum „Schutz der nationalen Arbeit" 1878 war der Beginn. Aber wenn Deutschland auch immer mehr in den Kreis der Weltmächte eintrat, wenn findige Köpfe ttotz englischer Mißgunst koloniale Erwerbungen durchsetzten, die Bismarck weitblickend unter den Schutz des Reiches stellte, so war es doch das .Hauptbestreben des Eisernen Kanzlers, Reibungen ?mit England zunächst zu vermeiden und die überseeische Entwicklung der deutschen Interessen nicht zu «einer Prestigefrage zu machen. Immerhin: die Ma- trine war beim Reichstag beliebt. Der Ausbau der Deutschen Flotte begann, und Bismarck setzte es Durch, daß zum ersten Organisator General S t o s ch «erkoren wurde, dem, wie Tirpitz in seinen Erinnerungen berichtet, zwar die marinetechnischen Kennt- misse abgingen, der aber doch einen weiten politischen Blick besaß und es verstand, die Flotte der 'Bismarckzeit mit geringen Mitteln auf eine Höhe ZU heben, die es ihr erlaubte, vei der Erwerbung innrerer Kolonien die nötige Hilfe zu leisten. Für Beinen Krieg gegen Großmächte war diese Flotte allerdings nicht zu brauchen, und Bismarck wollte cauch nicht, daß wir der Flotte halber uns mit England anlegten.
Erst unter Wilhelm II. wurde die mit großem Aufwand betriebene Flottenagitation von England — wenn auch fälschlich — als eine Bedrohung seiner Interessen aufgefaßt. Großadmiral v. Tirpitz stellte «ein Flottenprogramm gemäß der politischen Lage auf. Er wollte Konflikte mit England möglichst lange hinauszögern und hat ftets, so lange er im Amte war, eine dementsprechende Politik vertreten. Die Programmlosigkeit der verantwortlichen Leiter «er auswärtigen Politik aber hat diese klare Linie urchkreuzt, und selbst diejenigen, die Anhänger der fibee waren, unter Verzicht auf die Hochseeflotte eine Verständigung mit England zu erkaufen, werden zu- i eben müssen, daß diese klare Linie besser war als inne Politik, die es mit allen Mächten verdarb, llebrigens sprach man in England schon von der 'Lernichtung Deutschlands als die großen deutschen irlottenprogramme noch gar nicht gefaßt waren. Cie waren Wirkung, nicht Ursache. Und die Ursache tes englischen Hasses war die Furcht vor der deutschen Konkurrenz in aller Welt.
Der Alte aus dem Sachsenwalde hatte diese Gefahren wohl erkannt und aus seiner Verbannung clls treuer Eckart unserer Nation immer wieder vor tem „neuen Kurs" gewarnt. Er sah die Gewitter- v»olken über dem Deutschland, das er geschaffen, fich 'z-lsammenziehen. Der „cauchemar des coalitions“, ter „Alpdruck der Koalitionen", hat ihn nie verlassen und noch im Todeskampf rang er um das Rutsche Schicksal. Die undeutschen Gewalten hatten Zeitweilig über ihn triumphiert, aber das, was er g"schaffen, die Reichsidee, war ins Volk gedrungen inb erwies sich schließlich stärker benn alle von ihm k mpromißlos bekämpften Reichsfeinbe. Wenn jetzt bis stolze Schlachtschiff Großdeutschlands den Nahmen „Bismarck" unter der Hakenkreuzflagge in b r Welt zeigt, bann ist das. ein Symbol für die LLirklichkeit dessen, was der Große des vorigen (Jahrhunderts begonnen und erträumt und was der L-chöpfer des Dritten Reiches vollendet hat. E. S. Oer Ausbau der polnischen Kriegsflotte
Warschau, 14. Febr. (DNB.) Die Notwendig- l&nt eines Ausbaues der polnischen Kriegsflotte wird o;«n dem Regierungsblatt. „Expreß Poranny" leb-
Grundsätzlich Beibehaltung des Achtstundentags
und
Zu der
Tonnen von 90 000 Meter drei- 28 Knoten
Bau von polnischen Unterseebooten kleinen Kreuzern vorgesehen.
Kinder sotten wachsen.
Bei Blutarmut und Appetitlosigkeit geben Sie ihnen Biofetrin, das vorzügliche Kräftigungsmittel. Bioferrin leistet besonders auch in Genesungszeiten Kindern und Erwachsenen wertvolle Dienste.
/ A \
(BAYER)
\ E 7
\R 7
voller Schritt getan, einem der größten liebel, der Rachitis, zu Leibe zu gehen. Wenigstens im Bereich der Landesstelle Berlin ist damit dem Arzt die Möglichkeit zu regelrechter Verordnungsweise gegeben. Im übrigen sind die Vorbereitungen zu einer allgemeinen Rachitis-Prophylaxe in vollem Gange, um die Rachitis im ganzen Reiche wirksam zu bekämpfen. Nach der Ankündigung Dr. Hofmeiers kann erwartet werden, daß eine solche
allgemeine Rachitisprophylaxe schon im Herbst d. I. pflichtgemäß ein geführt wird. Aber auch bis dahin müsse die gesamte Aerzteschaft mitwirken, die Rachitis wirksam zu bekämpfen. Schon jetzt sollte allen Kindern, die den 3. Lebensmonat überschritten haben, in regelmäßiger Folge Vigantol verabfolgt werden.
Platten geschützt waren. Der Schlachtkreuzer „Fürst Bismarck" würde also heute noch e;ne recht wertvolle und bei Durchführung der notwendig gewordenen Verbesserungen eine sehr eindrucksvolle Kampfeinheit dargestellt haben, die an der artilleristischen Kampfkraft gemessen z. B. dem französischen Schlachtschiff „Dunkerque" sogar überlegen gewesen wäre. Auch einem Vergleich mit ihren beute noch lebenden Zeitgenossen in der englischen Marine, den Schlachtkreuzern , Renown" und „ R e p u l s e " wären sie gewachsen gewesen, zumal diese Schiffe über einen schwächeren Panzerschutz als die Bauten der „Fürst-Bismarck"-Klasse verfügen. Der Schlachtkreuzer „ H o o d ", heute noch das größte Kriegsschiff der Welt, war als Erwiderung auf die Bauten der „Fürst-B'smarck"-Klasse gedacht. Durch den Zusammenbruch der deutschen Marine erübrigte sich die Fortsetzung der geplanten Serie.
Wenn auch „Fürst Bismarck" nicht das letzte Glied unserer Großkampfschiffentwicklung im Welt- . krieg bedeutet hat — es waren noch Schlachtkreuzer von 38 000 Tonnen mit acht 38-cm-Geschützen vorgesehen — so verraten doch schon die Daten dem Laien, daß der deutsche.
Auf dem Wege zur allgemeinen Rachitis-Prophylaxe.
Wie der Vorsitzende des bei der Reichsarbeitsge-
31 000 Tonnen belaufen. Bei normaler sollte das Schiff rund 35 000 schwer sein. Eine Maschinenanlaqe PS sollte dem 223 Meter langen, 30,1
, anders guten Arbeiten des studentischen Reichsberufswettkampfs einer wohlwollender Prüfung unterziehen und gegebenenfalls im Rahmen vorhandenen Mittel Zuschüsse bereitzustellen.
ten Schiff eine Geschwindigkeit von
verleihen. Die Bewaffnung sollte in der Hauptsache aus a ch t 3 5,6 - c m - G e s ch ü tz e n in vier Doppeltürmen und vierzehn 15-cm-Geschützen in Einzelkasematten bestehen. Der Panzerschutz war ähnlich wie auf „Dersstinger". Die stärksten Platten in der Wasserlinie maßen 300 mm, mährend die normal beanspruchten Stellen mit 150 - mm -
hast befürwortet. Auf der Werst der polnischen Kriegsmarine in Gdingen seien die Vorbereitungen für den Bau zweier polnischer Torpedoboots Zerstörer abgeschlossen worden, so daß in drei bis vier Monaten mit dem Bau polnischer Kriegsschiffe auf einer polnischen Werft begonnen werden könne. Die Kiellegung der beiden Schiffe soll spätestens im Juni erfolgen. Vorher sollen auf der Gdinger Werst noch zwei polnische Schnellboote hergestellt werden. Weiter ist für das Programm der neuen Werft in Gdingen der
Erst viele Jahre nach dem Kriege erfuhr man nach und nach Einzelheiten über diesen nicht vollendeten gewaltigen Schlachtkreuzertyp. Die Konstruttionswasserverdrängung sollte sich auf Ausrüstung
davon ausgehe, däß der Achtstundentag der normale Arbeitstag ist, so müsse man anderseits die Zulässigkeit der Mehrarbeit an bestimmte Voraussetzungen knüpfen. Deshalb sei Mehrarbeit von der Zustimmung der Gewerbeaufsicht und der Reichstreuhänder abhängig, und es müsse weiterhin der gesetzlich vorgesehene Mehrarbeitszuschlag gezahlt werden. Dadurch sei dem Arbeiter die Gewähr gegeben, daß die Mehrarbeit nicht zugunsten des Unternehmers und zu feinem Nachteil beliebig verlangt werden könne.
Die Zeitschrift „Deutsche Volkswirtschaft" wirft ergänzend die Frage auf, wozu es sich lohnte, mit allen erdenklichen Mitteln für die Volksgesundheit und das Wohlbefinden bei und nach der Arbeit zu sorgen, wenn man den Erfolg solcher Bestrebungen wieder in Frage stellen wollte. Wie könnte der schaffende Mensch am politischen und kulturellen Leben teilnehmen oder der Gesundheitszustand des Volkes verbessert werden, wenn die Arbeitszeit allgemein um 25 oder 50 v. H. verlängert würde? Nur dringend staatspolitische Notwendigkeiten könnten die Verkürzung der Freizeit des einzelnen rechtfertigen. Unter gar keinen Umständen dürfe aus der volkswirtschaftlichen Pflichterfüllung der Arbeiter irgendwie privater Nutzen gezogen werden. Wenn Mehrarbeit nicht das Allheilmittel sein könne, um uns mit einem Schlage aus allen Arbeitsnöten zu befreien, so müsse die richtige Gestaltung der Arbeitszeit mehr denn je der Leistungssteigerung dienstbar gemacht werden. Untersuchungen hätten ergeben, daß die Einschaltung zusätzlicher kleiner Arbeitspausen die Leistung bestimmter Fertigungen um mehr als 10 v. H. steigern könne.
Im Hinblick auf die immer wieder auftauchenden Gerüchte über einen kommenden Zehn- oder gar Zwölfstundentag, der angeblich unserem Mangel an Arbeitskräften abhelfen soll, sind die Ausführungen von Bedeutung, die Ministerialrat Dr. Münz vom Reichsarbeitsministerium in der „Ortskrankenkasse" veröffentlicht. Er weilt darauf hin, daß auch in der neuen Fassung der Arbeitszeitordnung die Bestimmung geblieben ist, daß dieregelmäßige werktägige Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten darf. Es fei also an dem Achtstundentag als Normalarbeitstag f e st g e h a l - t e n worden. Der Achtstundentag sei keine revolutionäre Errungenschaft, sondern seine Einführung gehe von der Tatsache aus, daß jeder, der acht Stunden in einem Betriebe ordnungsmäßig arbeitet, seine Arbeitskraft genügend eingesetzt hat. Man dürfe auch nicht,vergessen, daß die Arbeitszeitordnung nicht nur für junge Menschen und Volksgenossen im besten Schaffensalter gilt, sondern den Ablauf des ganzen Arbeitslebens umfaßt. Sie müsse daher die Stundenzahl wählen, die nach den bisherigen menschlichen Erfahrungen die richtige regelmäßige Beschäftigung während eines ganzen Arbeitslebens darstellt. Das fei aber nach der Uederzeugung aller zum Urteil Befähigten der Achtstundentag.
Selbstverständlich schließe das nicht aus, daß in Zeiten, in denen aus besonders wichtigen Gründen hohe Anforderungen an die Arbeitsleistung gestellt werden müssen, Ueberschrei- tungen des Achtstundentages möglich fein müssen. Die gesetzliche Regelung sei deshalb e l a st i s ch gestaltet. In einzelnen Gewerbezweigen sei sogar der Durchschnitt der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden angestiegen. Wenn man allerdings
Brasiliens Außenhandel.
Keine einseitige Abhängigkeit von USA.
Rio de Janeiro, 14. Febr. (DNB.) Die Ausfuhr Brasiliens nach den Vereinigten Staaten ist seit längerer Zeit im Abstieg befindlich. Während umgekehrt die Einfuhr ständig zunimmt und von den U8A.-Behörden mit allen Mitteln gefördert wird. Diese Schwierigkeiten sind ein wichtiges Verhandlungsthema des brasilianischen Außenministers A r a n h a bei seinem Besuch in Washington. Ihm sind dort recht seltsame Vorschläge für den Ausbau des Handelsverkehrs gemacht worden. Während der Dauer des bafilianischen Fünfjahresplanes sollen jährlich 20 Millionen Dollars für die Ausfuhr von USA. nach Brasilien bereitgestellt werden. Als Gegenleistung soll Brasilien einmal die im Fünf- jahresplan vorgesehenen Rüstungsausgaben zu Waffebestellungen in USA. verwenden — natürlich gegen Barzahlung — und zu anderen den Zinsendienst für die im nord- amerikanischen Besitz befindlichen Titel der brasilianischen Staatsschuld sofort wieder äufne h m e n.
In Brasilien sieht man in diesen Vorschlägen keine gangbare Lösung, da sie eine Steigerung der nordamerikanischen Ausfuhr. nach Brasilien in Höhe des gesamten durch den Fünfjahres- plan bedingten neuen Einfuhrbedarfes bezwecken. Selbst wenn diese zusätzliche Ausfuhr durch Kredite erleichtert werde, so sei sie in erster Linie als Vorteil für USA. anzusehen. Brasilien aber interessiere sich zunächst für Möglichkeiten zu einer Steigerung seiner Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten, um die ungünstige Entwicklung der Handelsbeziehungen auszugleichen. Gleichzettig unterzieht man in Brasilien den Vorschlag des USA. - Landwirtschaftsministers, d i e Kaffeekäufe könnten erhöht werden, wenn Brasilien den Baumwollanbau zugunsten der Kaffeepflanzungen e i n s ch r a n k e, lebhafter Kritik. Derartige „Vorschläge" bezweckten, die brasilianische Ausfuhr durch die Monokultur des Kaffees in einseitigeAbhängigkeit vom nordamerika- kanischen Kaffeemarkt zu bringen. Die brasilianische Wirtschaft werde dadurch ihre mühsam errungene Krisenfestigkeit verlieren. Dabei wird auch geltend gemacht, daß die amerikanische Bundesregierung auf den Umfang der amerikanischen Käufe von brasilianischem Kaffee kaum einen Einfluß habe, das Angebot-großer Kaffeekäufe also ein leeres Versprechen darstelle. Ferner hätten zwar die Vereinigten Staaten ihre Absicht verkündet, die amerikanischen Käufe von anderen brasilianischen Erzeugnissen, u. a. Gummi, wesentlich zu steigern. Bisher sei hiervon aber nichts zu spüren.
Borganger desGchlachischiffes „Bismarck".
Der Name des neuen Schlachtschiffes, das soeben in Hamburg vom Stapel gelaufen ist, ist in erster Linie 'eine Ehrung und ein Bekenntnis zu dem großen Staatsmann des Zweiten Reiches, dessen mit der Reichseinigung begonnenes Werk im Jahre 1938 durch den Führer vollendet worden ist. Das Namensschild „B i s m a r ck" an der Außenbordwand des neuen Schlachtschiffes verkörpert ein gesamtdeutsches, politisches und historisches Symbol. Trotzdem mag ein kurzer Blick auf frühere Träger des Namens Bismarck in der deutschen Kriegsmarine nicht ohne Interesse sein, da sich gar keine marine- historischen Denkwürdigkeiten damit verbinden, die früheren Träger aber wohl als M a r t ft e i n c des Aufbaues der deutschen Seemacht angesehen werden dürfen. Die früheren Namensträger verkörpern nicht gerade am deutlichsten die zeitgenössische Entwicklung, lassen aber in deutlichen Absätzen den Umbruch in der technischen und militärischen Entwicklung erkennen, der durch den Uebergang vom Segelschiff zum Panzerkreuzer, von diesem^um Schlachtkreuzer und endlich zum schnellen SHlachtschiff heutiger Prägung gekennzeichnet wird.
Die Se g e l k o r v e 11 e „Bismarck" war kein besonders repräsentativer Träger des großen Namens. Dieses Schiff mit Segeln und Hilfsma schine würde nach heutiger Klassifizierung als Kreuzer einzuschätzen sein. SMS. „Bickmarck" führte Weltreisen aus, die den jungen Soldaten der jungen Kaiserlichen Marine der 70er Jahre den Blick für die Welt weiteten. Südamerika bildete ein bevorzugtes Reiseziel. Auch der im September 1897 vom Stapel gelaufene Panzerkreuzer „F ürst B i s m a r ck", der die offizielle Bezeichnung „Großer Kreuzer" führte, verbrachte den größten Teil feines Daseins in ständiger Detachierung auf ausländischen Stationen. Dieses Schiff bildete in der schiffbaulichen und militärischen Entwicklung gesehen den ersten Vorläufer unserer Panzerkreuzerreihe, die über „Prinz Heinrich", „Prinz Adalbert" zur „Roon"- Klasse führte und die letzte Vollendung in der „Scharnhorst" und „Gneisenau" fand.
Der Stapellauf dieses 10 600 Tonnen großen, mit vier 24 cm und zwölf 15 cm-Geschützen bewaffneten Schiffes fand in den Monaten statt, als das Deutsche Reich durch die Vorbereitung des Tirpitzfchen Flottengesetzes die geschichtliche Wendung vorn reinen Agrarstaat zu der nach der See strebenden Großmacht ausführte und tfamit jener großen Wandlung der volkswirtschaftlichen Struktur des Reiches entsprach, dem Schritt vom Aarar- zum Industrie- und Handelsstaat. Daß ein Mann wie Bismarck aus der ^Vorstellung des rein agrarischen Staates dem damals revolutionären Eifer neuer Geister nicht so schnell zu folgen vermochte, ändert nichts an der allgemeinen Auffassung von der hohen politischen Einsicht bes^ alternden einsamen Kanzlers, den der junge Kaiser in das politische Exil geschickt hatte. Der alte Kanzler ließ sich von Tirpitz, der vom Kaiser mit dieser Mission beauftragt mar, nur ungern überreden, die Zn- stimmung zu der Verleihung feines Namens für ein stolzes Glied der aufbauenden, großen Flotte zu geben.
Der Panzerkreuzer „Fürst Bismarck" hielt sich von seiner FertiAtellung bis zum Jahre 1909 st andig im Ausland, meistens in O st - asien auf. 1914 wurde das bis dahin in Reserve liegende Schiff, das in feinem Wert durch das Eintreten der „Dreadnought"-Epoche wesentlich beeinträchtigt war, dem K ü st e n s ch u tz zugewie- sen, um ab 1916 als Maschinen-Schulschisf Verwendung zu finden. Zu diesem Zweck war die Bewaffnung von Bord genommen und an der Landfront in Flandern eingesetzt worden. Im Juni 1919 kam das Schiff zum Verkauf und wurde ab- gewrackt.
Als der veraltete Panzerkreuzer im Verbände der modernen kampfkräftigen Hochseeflotte seines großen Namens nicht mehr ganz würdig mar, wurde beschlossen, den Ersatz bau für den Panzerkreuzer „Friedrich Carl" auf den Namen „Fürst Bismarck" zu taufen. Das 1915 in Wilhelmshaven begonnene Schiff ist im Weltkrieg nicht mehr vollendet worden. Es verließ nicht einmal mehr die Helling und mußte abgewrackt werden. In einer Reihe von drei weiteren Schiffen des gleichen Typs, von denen zwei auf der Werft von Blohm & Voß in Hamburg und eines bei Schi- chau im Bau waren, sollte der Neubau „Fürst Bismarck" die kampfkräftige Vollendung bei* „Derfflinger"-Klasse bilden, jenes deutschen Schlachtkreuzertyps, der ruhmreich an den meisten Kampfhandlungen von Großkampfschiffen teilgenommen hat und sich in allen Fällen in wunderbarer Weise bewährte.
Oer Beitrag der Jagd zur Volksernährung.
Die Gesamtstrecke des Jagdjahres 1937/38.
Der Reichsbund „Deutsche Jägerfchaft" berichtet in seinem Jahrbuch auch über den wertvollen Beitrag, den die Jagd zur Volksernährung leistet.. Der Wert des für die Ernährung verwertbaren Wildbrets betrug danach im Iagdjahr 1937/38 rd. 29,1 Millionen RM. Hierzu kommen noch etwa 2,7 Millionen RM. für die Bälge des Raubwildes einfchl. Wiefel, sodaß der Gesamtwert 31,8 Millionen RM. beträgt. Demgegenüber beläuft sich der im Berichtsjahr gezahlte Wildschaden auf insgesamt 2,31 Mill. RM.
Eine Betrachtung der G e s a m t st r e ck e des Berichtsjahres ergibt wesentliche Verschiedenheiten des Ergebnisses für die einzelnen Wildarten. Bei Schalenwild war die Jagdstrecke z. T. wesentlich höher als die des Vorjahres, mit Ausnahme der Strecke beim Raubwild, die einen Rückgang mit einem Minderabschuß von 25 000 Stück hatte. Der Mehrabschuß bei Rotwild betrug rd. 3000, der bei Damwild rd. 850 Stück. An Schwarzwild wurden 1300 Stück mehr abgeschossen. Im übrigen aber sind die N i e d e r w i l d st r e ck e n entsprechend den schlechten Witterungsverhältnissen des vergangenen Jagdjahres ganz erheblich zurückgegangen, und zwar bei Hasen um rd. 23 v. H. bzw. 670 000 Stück, bei Kaninchen um rd. 4 v. H. bzw. um 74 000 Stück, bei Fasanen um fast 16 v. H. bzw. 159 000 Stück und bei Rebhühnern um rd. 25 v. H. bzw. rd. 500 000 Stück.
Die Gesamtstrecke des Berichtsjahres belief sich bei Elchwild auf 128 Stück im Werte von 19 200 RM., Rotwild 60 051 Stück im Werte von rund 4,2 Mill. RM., Damwild 13 596 Stück im Werte von 611820 RM., Rehwild 618 765 Stück im Werte von 9,9 Mill. RM., Schwarzwild 37 904 Stück im Werte von rund 1,7 Mill. RM., Hasen auf 2 279 218 Stück im Werte von rund 6,83 Mill. NM., Kaninchen rund 1,7 Mill. Stück zu rund 1,7 Mill. RM., Rebhühner rund 1,5 Mill. Stück zu rund 1,5 Mill. RM. Dazu kommen u. a. noch über 175 000 Füchse, 854 000 Fasanen, 229 000 Ringeltauben, 426 000 Wildenten, 719 000 Krähen und Elstern. Auch wurden weiter u. a. abgeschossen 6 9 0 00 wildernde Hunde und über 342000 wildernde Katzen.
Druckkostenzuschüffe für beste Arbeiten des studentischen Berufswettkampfes
Reichsminister Rust führt in einem Erlaß aus, daß die guten Ergebnisse des studentischen Reichsberufswettkampfes in der Öffentlichkeit einen immer stärker werdenden Widerhall änben. Um allen interessierten Kreisen die jeweils b e jt e n Arbeiten des studentischen Reichsberufswettkampfs in geeigneter Weise zugängig zu machen, ei es daher rnünschenswert, daß' diese Arbeiten i m Druck erscheinen. Da der Reichsstudentenführung und den örtlichen studentischen Dienststellen ür derartige Zwecke jedoch Mittel in ausreichendem Maße nicht zur Verfügung ständen, ersucht der Minister die Nachgeordneten Dienststellen, entsprechende Anträge um Bewilligung von D r u ck- k o st e n z u s ch ü s s e n für die Drucklegung von be-
Pius XI. bei'gesetzt.
Rom, 14. Febr. (DNB.) Im Beisein der in Rom weilenden Kardinäle, der übrigen Geistlichkeit, des diplomatischen Korps, der Orden und der geistlichen Seminare sowie zahlreicher Mitglieder der Aristokratie und des Patriziats von Rom hat am Dienstagnachmittag in der Peterskirche die feierliche Einfaraung und Beisetzung der sterblichen Hülle Pius XL stattgefunden. Zum ersten Male seit bald 100 Jahren ist der Akt wieder im Hauptchor
meinschast für Mutter und Kind geschaffenen Fachausschusses zur Rachitisbekämpfung, Dozent Dr. H o f m e i e r im Aerzteblatt für Berlin mitteilt, ist es durch Verhandlungen zwischen der Landesstelle Berlin der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Krankenkassen-Verband gelungen, die Verordnung des V i g a n t o l ö l s bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren aus dem Regelbetrag heraus- zu nehmen. Damit ist ein außerordentlich wen- Id e x Peterskirche vorgenommen worden.


