In allen neutralen Ländern Europas ist die
Besorgnis auf ihre mit jedem Tag stärker dahin.
Der Unmut über das brutale Vorgehen der Bri,
W b
reicher wirtschaftlicher Betätigung und als (Bipffl
ralistische Weltwirtschaft ist geradezu ein Kernstück
ntu
U.. <r
auch politisch nicht mehr frei, sondern abhängig,
den westlichen Demokratien immer als Ideale
in der Weltwirtschaft früher oder später doch im-
inde
jfdnen
wrllam
sein, die Arbeit des Volkes und damit sein Broß j
Und Richard Bahr
fizierung scharf entgegen.
.Hätten die niet'
selber ein Livländer, stellt fest:
in
täfigfeif wie in den Vorlagen.
Rheinbrücken bei Wintersdorf, Brei
Volk aber, dessen Arbeit abhängig ist non den will- kürlichen Entscheidungen einer anderen Macht, ist
Stu
>011
f Wist kn nx
seiner Weltherrschaft.
Wenn die Arbeit der Völker abhängig ist von
W x i Hol ( chill k
i ben I Wi Herrn
Drei feindliche Flugzeuge im Wetten obgeschosfen.
Berlin, 14.Oktober (DNB. Funkspruch). Do« Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:: 3m Osten wurden mit der Besetzung der letztem
ten ist groß, doch ist damit nichts getan. Viel wich, tiger als der Unmut darüber, daß sich England fo brutal über die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und die Lebensinteressen der Neutralen hinweg, setzt, ist die Frage, warum England das
die Regierungen wie für die Völker; daß es abetr keine unlösbare Aufgabe ist, lehrt das Beispiel! Deutschlands. Aussichtsloser als in dem überbevöl-, ferten, durch Krieg, Inflation und Erfüllungspolitil
R1
Die w rifchasiliche Freiheit der Neutralen.
v von
ledern iA Mn ®i Ha
Wer
dieser
I Ichnf
deulsch-russische 3nleressengrenze abgefchloffen..
3 m Westen schwache Artillerie-Tätigkeit.
Bei L u f t k ä m p f en wurden durch 3agd- un!v Flak-Abwehr drei feindliche Flugzeug« bei Schleiden, 3dar-Oberslein und Blagen oha* eigene Verluste abgefchoffen.
DerTagesberichtvom Freitag.
Drei Rheinbrücken von den Franzosen gesprengt.
Berlin, 13.Oft (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Osten stehen die Bewegungen auf die deutsch-russische 3nteressengrenze vor dem Abschluß-
3m W e st e n örtliche Spähtrupp- und Artillerie-
dere Dinge verbergen. Man beabsichtigt in Wirklichkeit, Deutschland aufs neue zu zwingen, sich zu ergeben, um ihm eine neue Entwaffnung, eine neue politische Bevormundung und einen neuen Zustand der rechtlichen Unterdrückung aufzuerlegen. Aber diese Ziele würden Europa nicht den Frieden bringen, denn selbst unter der Annahme, daß es gelinge, Deutschland ein zweites Versailles aufzuerlegen, würden die Probleme später unter noch schwierigeren Bedingungen wie. deraufleben. Das Problem, das man stellen müsse und das sich eines Tages schließlich zwingend stellen werde, sei das Problem der (Bered)» t i g t e i t; nur ein Frieden auf der Grundlage der Gerechtigkeit werde Europa einen Wiederaufstieg ermöglichen.
Das Echo in Fialien.
Mailand, 14. Oft. (DNB.Funkspruch). Die äußerst scharfe Reaktion der deutschen öffentlichen Meinung auf die unerhört beleidigenden Worte Chamberlains findet in der oberitalienischen Presse ein lebhaftes Echo. „Gazzetta bei Popolo" stellt fest, das deutsche Volk sei bereit, die britische Herausforderung anzunehmen. Der „Popolo d'Jtalia" schreibt, während man in Paris weiter behaupte, es fei nötig, Deutschland zu zerstören, in viele Staaten aufzuteilen und Frankreich vom „Alpdruck" des deutschen Volkes zu befreien, redeten die Londoner Zeitungen, wenn auch immer weniger, nur vom Hitlerregime, ohne daß sie Einzelheiten über ihre Wunschbilder der äußeren Gestalt Deutschlands äußerten. In Paris erkläre man, die Engländer müßten sich ebenso wie die Franzosen überzeugen, daß mit einem geeinten Deutsch. land fein Friede möglich sei. Diese Debatte über das Fell eines Bären, der nicht erlegt fei, fei symptomatisch, stellt der „Popolo d'Jtalia" hierzu fest.
oiifant i er, i
(tyiirf
geschmähten baltischen Barone wirflich durch die Bank den lettischen und estnischen Bauer niedergehalten und unterdrückt, diese Völfer hätten schwerlich in dem fnappen Zeitraum von hundert Jahren den Weg von der Leibeigenschaft zur Staatswerdung zurückzulegen vermocht. Es gibt in Europa wohl kein zweites Bauerntum, das in so weitem Ausmaß seine Söhne und Töchter aus eigenen Mitteln auf Universitäten und höhere Schulen hat schicken können, wie das lettische und estnische." So hat der lettische und estnische Bauer an dem Gedeihen des Baltenlandes bis zur Russifizierung seinen redlichen Anteil erhalten. Wie sehr die Deutsch-Balten zur selben Zeit das geistige Leben des deutschen Volkes in regem Austausch befruchtet haben, dafür bürgt allein der Name der Universität Dorpat, an der Su lehren der Stolz vieler jüngerer deutscher Pro- essoren war, wie viele Söhne des Baltenlandes im eutschen Kulturleben einen hervorragenden Platz eingenommen haben, man denke nur an die Theologen Harnack und Seeberg, die Nationalökonomen Adolf Wagner und Stieda, die Historiker Schirren und Schiemann, den Chirurgen Ernst von Bergmann, den Chemiker und Naturphilosophen Wilhelm Ostwald, den politischen Schriftsteller Paul Rohrbach, den Maler Eduard von Gebhardt, den Dichter Graf Eduard Keyserling und nicht zuletzt den philosophischen Vorkämpfer des Nationalsozialismus Alfred Rosenberg. Ihnen ollen und vielen anderen mit ihnen dankt das deutsche Geistesleben unendlich viel.
Aber der Bestand des baltischen Deutschtums innerhalb einer ihm zumindest mißtrauisch und unfreundlich gegenüberstehenden Umwelt war seit langem auf das schwerste bedroht, denn die Errichtung der beiden neuen Nationalstaaten Estland und Lettland nach dem Weltkrieg hat dem Deutschtum neue schwere Verluste zugefügt. Der deutsche Grundbesitz wurde überwiegend ohne Entschädigung enteia- net, das Bürgertum in den Städten wurde nicht minder eingeengt. Das Zusammenleben mit Esten und Letten wurde immer schwerer, denn Deutsche wurden- in der Staatsverwaltung, im Kulturleben,
England verweigert einen Frieden der Gerechtigkeit Oie italienische Auffassung der Lage.
,60 Gw
V-r?
IßM "KB
■ ipiiN
tzfhetze
der eigenen Volkswirtschaft bzw. ihre ! Hrtf Vernachlässigung in der vorangegangenen Friedens- 1 v zeit sind, die England ein solches Vorgehen möglich ILpen machen. Wenn man in jedem Lande mehr auf bi« Lgen Sicherheit der eigenen Volkswirtschaft als auf di« fr Gewinne im Welthandel und in der Weltwirtschaft ff ijfj geachtet hätte, dann sähe es heute vielfach anders jL$Do aus. Freilich gehörte dazu der Mut, sich fteizu- VD1)n machen von dem Gedanken der liberalistischen Welt« | • u wirtschaft, die nicht 'umsonst gerade immer vom V England als die alleinseligmachende Form erfolg.
wirtschaftlich völlig ausgebluteten, von Systembonzen und Juden ausgeplünderten Deutschland vom 1932 liegen die Dinge wohl in keinem anderem Lande. Was in Deutschland möglich war, muß als» bei festem Willen auch in anderen Ländern möglich
eigenen Leibe. Notgedrungen müssen sie nunmehll an die Um Stellung ihrer Volkswirtschaften Herangehen, wenn sie nicht gänzlich in« Fahrwasser der gerabe jetzt — siehe Polen — sehe gefährlichen englischen Politik geraten wollen. Gerade deswegen aber dürften sie heute auch mehe Verständnis für die großen wegweisenden Plan« und Vorschläge des Führers haben, die zwar schm oft gemacht, aber ebenso oft auch von der Wellt übergört, wenn nicht gar mit Spott zurückgewiese« wurden; Vorschläge, wie sie Adolf Hitler in feinte
fad) und Neuenburg.
Oaladier berichtet dem Kabinett.
Paris, 13. Ott. (DNB.) Das französische binett trat am Frettagvormittag zu einer Sitzung zusammen. Nach dem Abschluß der Sitzung wurD« ein Kommunique veröffentlicht, in dem es heißt- daß die Beratungen hauptsächlich der diplomatischen und militärischen Lage gewio- m e t waren, über die Ministerpräsident Dakadiee einen Bericht erstattete.
urteilenden Engländern es unmöglich erscheinen zu lassen, diese letzte Chance der Verhütung eines ebenso sinnlosen wie in seinen Folgen für die gesamte europäische Kultur furchtbaren Krieges ungenützt zu lassen.
Daß es dem Führer mit seinen Friedensvorschlägen heiliger Ernst ist, hat er unmittelbar nach seiner Rede durch die Tat erhärtet. Auch das kann in England nicht ohne Eindruck geblieben sein, wenn auch Herr Chamberlain in seiner Absage an den Frieden von dieser unmittelbaren Befriedungstat des Führers nicht ein Wort zu sagen weiß. Wir meinen die sofort nach der Reichstagsrede mit den Regierungen Estlands und Lettlands aufgenommenen Besprechungen über die Rückwanderung des baltischen Deutschtums ins Reich, womit ein wichtiger Punkt im Friedensprogramm Adolf Hitlers, eine neue Ordnung der ethnographischen Verhältnisse im Osten und Südosten Europas, mit nationalsozialistischer Tatkraft in Angriff genommen worden ist. Der Führer hatte erklärt: „Der ganze Osten und Südosten Europas ist zum Teil mit nicht haltbaren Splittern des deutschen Volkstums gefüllt. Gerade in ihnen liegt ein Grund und eine Ursache fortgesetzter zwischenstaatlicher Störungen ... Es gehört daher zu den Aufgaben einer weitschauenven Ordnung des europäischen Lebens, hier Umsiedlungen vorzunehmen, um auf diese Weise wenigstens einen Teil der europäischen Konfliktstoffe zu beseitigen." Aus mancherlei Gründen empfahl es sich, mit dieser Umsiedlung bei den Volksdeutschen im Baltenland zu beginnen. Einmal standen sie, abgetrennt vom Vvden des Muttervolkes, seit langem auf verlorenem Posten inmitten einer großen Mehrheit junger, zu neuem starken nationalen Lebensbewuhtsein erwachter 23öfter, die das Zusammenleben mit den Resten der einstigen deutschen Herrenschicht nur schwer ertrugen. Nationale Empfindlichkeit und Un- duldsamkett, die ja solchen Völkern besonders eigen sind, mußten zu ständigen Reibungen führen, die auch das Verhältnis der balttschen Länder zum Deutschen Reich zwanzig Jahre hindurch immer wieder belastet haben. Ein wirkungsvoller und dauerhafter Schutz dieser abgesprengten deutschen Volksteile durch das Reich wäre nur durch irgendeine Form des Zwanges auf die balttschen Länder möglich gewesen. Die tatkräftige Inangriffnahme des weitschauenden Umsiedlungsplanes zeugt besonders eindrucksvoll von der engen Begrenztheit der außenpolitischen Ziele des Nattonalsozialismus und straft alle diejenigen Lügen, die dem Führer immer wieder uferlose und phantastische Eroberungsabsichten unterstellt haben. Frieden will Deutschland auch an seiner Ostgrenze. Deshalb muß uns alles daran liegen, die nach dem Feldzug in Polen rückgegliederten Grenzstriche der alten preußischen Provinzen Posen und Westpreußen, die die polnischen Machthaber während ihrer zwanzigjährigen Herrschaft durch brutale Austreibung und Enteignung von Deutschen entblößt haben, wieder dem Deutschtum zurückzugewinnen. Die deutschen Balten, die nun in Estland und Lettland eine längst unhaltbar gewordene Stellung räumen, werden nun in der Weichselniederung und in den alten deutschen Städten Westpreuhens und Posens auf dem Baden des Reiches eine neue Heimat finden, in der sich unter dem starken Schutz des Reiches ihre reiche Begabung auf allen Gebieten der Kultur und Wirtschaft frei entfalten tarnt an der großen neuen und ihnen ihrer ganzen Entwicklung nach sehr wohl vertrauten Ausgabe, Bollwerk des Deutsdstums in seinen wiedergewonnenen Grenzprovinzen zu sein.
Die Geschichte des baltischen Deutschtums, die nun mit der Umsiedlung seiner Reste ihr Ende findet, geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Kaufleute aus Lübeck, die damals in Wisby auf Gotland mit dem Osten Handel zu treiben versuchten, stießen an die Düna Mündung vor und tauschten hier von den Liven kostbares Pelzwerk gegen allerlei Gerät der westlichen Zivilisation ein. Dem Kaufmann folgte bald der Priester, aber erst dem Bremer Domherrn Albert von Appeldern gelingt es im April des Jahres 1200, an der Dünamün- dung dauernd festen Fuß zu fassen und den Grundstein für die Stadt Riga zu legen. Er gründet auch den Ritterorden der Schwertbrüder, der später mit dem Deutschen Ritterorden verschmolzen wird. Neben die geistlichen Herren und den Orden trat als dritte politische Macht das Bürgertum in den deutschen Städtegründungen, von denen Riga, Reval und Dorpat als reiche Handelsstädte der Hansa angehörten. Diese drei politischen Gewalten bestimmten die ständische Verfassung des Baltenlanges. Vielfach lagen sie untereinander in Fehden, in denen die Städte gegenüber Bischöfen und Ritterschaft ihre Selbständigkeit zu bewahren trachteten. Wenn diese Fehden auch mit dem Sieg des Ordens endeten, so schwächten sie doch die Kraft des Landes, das immer mühsamer seine Selbständigkeit zwischen Dänen, Schweden, Polen und Russen zu behaupten vermochte. Dom Reich hatte Livland, die früheste deutsche „Ueberseekolonie", wenig Unterstützung zu erwarten, obwohl schon Bischof Albert die von ihm gewonnenen ßanbe am Rigaschen Meerbusen 1207 von König Philipp von Schwaben zu Lehen genommen hatte. Als der Deutsche Ritterorden 1410 den Schlag von Tannenberg erlitt und hundert Jahre später der Ordensstaat weltliches Herzogtum und der letzte Hochmeister Lehensmann der Krone Polen wurde, war die Verbindung zwischen Livland und dem Reich gänzlich abgerissen. Zwar erlebte der baltische Ordensstaat unter feinem Ordensmeister Walter von Plettenberg, der auf dem Augsburger Reichstag des Jahres 1518 Reichsfürst wurde und die zur Ostsee vordrängenden Russen zurückschlug, noch einmal eine kurze Blütezeit als unabhängiges Gemeinwesen, aber als dann unter Iwan IV., der unter dem Beinamen des „Schrecklichen" in die Geschichte eingegangen ist, die Russen 1559 erneut in das Land einfielen, erfüllte sich das Schicksal des baltischen Ordensstaates. Jahrhundertelang rauften sich nun Schweden, Polen und Russen um den Besitz der livländischen Ostseeküste. Der letzte Ordensmeister Gotthard von Kettler wandelte Kurland, den südlichen Teil des Landes, in ein weltliches Herzogtum um und stellte es 1561 unter volnischen Schutz, Livland kam an Polen, Estland schloß sich Schweden an. Schon 1621 nahm der große Schwedenkönig Gustav Adolf auch Livland den Polen ab und machte Riga zur bedeutendsten Handelsstadt des schwedischen Reiches. Unter seiner gerechten und starken Hand erlebte Livland eine leider nur kurze Zeit der Blüte, denn im Nordischen Krieg verlor Karl XII. Estland und Livland an Peter den Großen, unter dem es den Russen nun endlich, fünfhundert Jahre nach den ersten Kämpfen zwischen dem Orden und den russischen Kleinfürsten, gelungen war, an die Ostsee vorzudringen. Peter der Große beschwor freiwillig das deutsche Recht in den eroberten Provinzen. Mit der dritten Teilung Polens wurde 1795 auch das Herzogtum Kurland russische Provinz, aber auch hier wurden die deut-
den Lieferungen der Weltrohstvffmärkte und von |L Aj der Ausnahme der erzeugten Waren auf den Ver- PL h braudjsmärften anderer Volker, dann muß diese j;' A| Arbeit von jeder Unterbindung des internationalen Verkehrs vernichtend getroffen werden. Dann tft jr sie abhängig von dem Staat, der in der Lage ift; jr jederzeit nad) seinem Belieben eine solche Unter- brechung des Weltverkehrs herbeizuführen. Ein '
schen Privilegien feierlich bestätigt und so blieb der deutsche Charakter des Baltenlandes bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten, bis unter Alexander III., der den Schwur feines großen Ahnherrn brach, die gewaltsame Russifizierung des Landes einsetzte, obwohl die Balten stets in Treue zum russischen Herrscherhaus gestanden hatten.
Das tragische Verhängnis des Daltentums hat der später in Kiel lehrende livländische Historiker Karl Schirren darin gesehen, daß es kein Volk war. „Darum", so schreibt er, „ift es geblieben, was es von Anbeginn war: Kolonie. Die Geschichte von Kolonien ist ewig dieselbe. Rasch auf die Zeit der Jugend folgt der Untergang. Ist das Band mit dem Mutterland zerrissen, so gibt es nur eine Rettung: im eigenen Schoß muß der Kolonie ein Volk erwachsen sein, aus dem sich ihre Kraft erneut, ihr Wille bestätigt, ihre Zukunft aufbaut." Im Baltenland wuchs dies Volk nie, weil der deutsche Bauer fehlte, der dem Ritter, Priester und Kaufmann nicht nachgezogen war über das Meer. So ist es zu keiner (Bermanifierung des lettischen und estnischen Landvolkes gekommen, aber beide verdanken allein der deutschen Herrenschicht ihre völkische Existenz und ihre Entwicklung \u nationalem Eigenleben, denn nur die deutsche Kolonisation hat bis in die Zeit Peters des Großen das Vordringen der Russen an die Ostsee verhindert und die Schaffung eines freien lettischen und estnischen Bauernstandes im Anschluß an die Stein-Hardenbergische Reform wurde durch die baltischen „Barone" ein halbes Jahrhundert früher verwirklicht als die Bauernbefreiung im übrigen Rußland. Seitdem ging durch die berühmte Bodenreform des livländischen Landmarschalls Ha- milkar von Fölkersahm fast die Hälfte des ländlichen Grund und Bodens aus den Händen der deutschen Großgrundbesitzer in die lettischer und estnischer Bauern über. Auch die lettische und estnische Volksschule ist eine Schöpfung der deutschen Pastoren und Gutsbesitzer, wie überhaupt erst durch deutsche Gelehrte für die lettische und estnische Sprache die Grundlagen für ein eigenes Schrifttum gelegt wurden. Das ist von verständigen Letten und Esten auch offen anerkannt worden. So schrieb der lettländische Pressechef Alfred Bihlmans: „Die besten Vertreter des Deutschbaltentums bemühten sich im 18. Jahrhundert um die Besserung der Lage der lettischen Bauern. Sie waren um die geistige Kultur der Letten besorgt und traten auch der Russi-
klitl
»6ia
Abschnitte am Bug die Bewegungen auf bis
hi
CT
TA
HJJICH 1VIK Hl wen vuiiuycu. |
Die Franzosen sprengten gestern die feste« oiit heinbrücken bei Wintersdorf. Brei- in
Miki.
?lM
leiden schwer unter der fast totalen Schrumpfung des Transithandels, der einen sehr großen Teil ihrer Gesamtwirtschaft ausmachte. Die Fischerflotten 1 liegen still. Ueberall sah man sich genötigt, den Verbrauch zu rationieren, und die steigende Ar« beitslosigkeit bildet den Gegenstand sorgenvoller De« ratungen fast aller Regierungen.
Ungerechtigkeit darstellen. Wir sind davon überzeugt, daß Chamberlain — nachdem er zu dieser Erkenntnis gelangte, sofort Vorschläge an Spanien«, Italien, Aegypten und Argentinien sandte, um die sofortige feierliche Rückgabe unrechtmäßig erworbenen Gebietes, wie Gibraltar, Malta, Suez, Falkland- Inseln in die Wege zu leiten. — „Jnformaciones" weist darauf hin, daß die gesamte Welt, mit Ausnahme weniger Politiker der Westmächte Frieden wünsche. Es falle sehr schwer, zu glauben, daß Frankreich entschlossen sei, seine Jugend zu opfern für die Durchführung dieses sinnlosen Krieges. Die Zeitung „ABC" stellt fest, daß England auch diesmal lediglich seine „traditionelle Politik" verfolge, stets die st ä r k st e Konti- nentalmacht zu bekämpfen. England wolle die Zerstückelung Deutschlands. Chamberlain wolle keinen Frieden mit Deutschland schließen, sondern „mit einzelnen deutschen Ländern". Deutschland wisse, daß ihm der Kampf aufgezwun- gen sei und werde im vollsten Bewußtsein seiner historischen Verantwortung in den Krieg gehen, den es nicht wolle und nicht fürchte.
in der Wirtschaft schließlich mir noch herangezogen und berücksichtigt, wenn ein Este oder Lette für die betreffende Stelle nicht aufzutretben war. Auch zahlenmäßig war das Deutschtum in beiden Staaten in unaufhaltsamem Rücklauf begriffen. Der schon Genannte Richard Bahr berichtet aus seiner Vaterstadt Mitau, der alten Hauptstadt Kurlands, daß dort 1913 noch unter 45 000 Einwohnern 12 000 Deutsche waren, 1930 nur noch 2600, von denen fast die Hälfte über 50 Jahre alt war, hundert von ihnen zwischen 80 und 100 Jahre, dafür zählte man aber nur 230 Kinder unter zehn Jahren. Das sind erschütternde Zahlen für das völlige Fehlen des Nachwuchses dieses deutschen Dolkssplitters, der nun durch die großzügige Umsiedlungsaktion des Führers vor dem Untergang gerettet und auf dem Boden des Reiches vor neue Aufgaben gestellt wird. Daß damit auch der letzte Grund des Mißtrauens in dem Verhältnis zwischen Deutschland und den baltischen Staaten entfällt und der Führer hiermit einen neuen Beitrag für die Befriedung Europas leistet, wird die Welt ihm einst Dank wissen trotz aller elenden Derleuindungen, die man in London für die Friedenstat Adolf Hitlers allein übrig hat, wenn man nicht vorzieht, sie ganz zu ignorieren. Die Geschichte wird einst den Namen des Mannes nennen, der für den Frieden arbeitete, während andere ihn zerredeten. Fr. W. Lange.
England erkennt die amerikanische Sicherheitszone nicht an.
London, 14. Okt. (Europapreß.) Die britische Regierung ist nicht gewillt, die auf der Panamerikanischen Konferenz beschlossene Sicherheitszone Aur See anzuerkennen. In einer halbamtlichen Erklärung heißt es, daß jede kriegführende Macht wohl ein Interesse daran haben könne, die Sicherheit der Neutralen und in diesem Falle der amerikanischen Schiffahrt zu gewährleisten. Gleichzeitig müsse aber die Entscheidung darüber, ob eine Ausdehnung der territorialen Gewässer über die Dreimeilenzone hinaus für andere Regierungen verbindlich sei, ausschließlich diesen Regierungen überlassen bleiben. Kein Land könne die Äontrolle großer Meeresstrecken für sich in Anspruch nehmen. Zwar habe die brittsche Regierung durch das Washingtoner Abkommen von 1924 eine besondere 23ereinbarung mit den Vereinigten Staaten geschlossen, doch habe sich diese nur auf die A l - kohol-Schmuggelschiffe bezogen. Im übrigen habe Großbritannien feit Jahren eine willkürliche Ausdehnung der territorialen Gewässer als unrechtmäßig betrachtet. An dieser Auffassung halte es auch heute fest.
Gpanien durchschaut Chamberlains Heuchelei.
w g'iap
Mailand, 14. Oft. (DNB.) Die Wochenzeitschrift „Relazioni Jntemationali" schreibt: Man stehe jetzt der sehr eigenartigen Tatsache gegenüber, daß der Krieg erklärt wurde, ehe noch die leitenden Staatsmänner und die öffentliche Meinung der Westmächte über bie Kriegs ziele einig waren, wegen derer bis zum letzten Blutstropfen gekämpft werden solle. Am Grunde der Dinge liege die Wahrheit, daß die beiden W e st- mächte, die Jahrhunderte hindurch die weiträumigsten Reiche der Herrschaft und der Ausnutzung unterworfen hatten, nicht beabsichtigten, die Führung der europäischen Zivilisation mit den neuen Nationen zu teilen. Dieser Gegensatz führte zum Kriege von 1914, und der gleiche Gegensatz habe den Krieg 1939 aus- gelöst. Die Westmächte glaubten, durch den Vertrag von Versailles den Lauf der Geschichte aufl)al« ten zu können und ihre Vormachtstellung für Generationen gesichert zu haben. Jener 23ertrag verweigerte Italien das Recht auf einen Platz an ver Sonne, er beraubte Deutschland seiner Kolonien, verstümmelte es entsetzlich und demütigte es zu einer Stellung politischer Sklaverei.
Den Revisionen, bie zur europäischen Entspannung hätten führen können, würbe von Westen her bis aufs äußerste Widerstand entgegengesetzt. Die Westmächte versteiften sich auf bie vergebliche Verteidigung überwundener Positionen, verweigerten bie Gerechtigkeit und waren bann gezwungen, Entscheidungen immer mit rückwärts gerichteten und niemals der Zukunft ober auch nur der Gegenwart zugewandten Gedanken zu treffen. Was man augenblicklich den Friebensmöglichkeiten entgegensetze, sei immer wieder jener überalterte Geist der Vormachtstellung und der Ausschließlichkeit.
Wenn man behaupte, das Ziel des Krieges sei die Ausschaltung des Nationalsozialismus, so roenbe man eine Formel an, unter der sich viele an«
Madrid, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die beleibigenber Form erfolgte Zurückweisung des beutschen Friedensangebotes durch Chamberlain beschäftigt in starkem Maße die spanische Presse. „Alcazar" schreibt ironisch: „Endlich erkennt England an, daß (Bemalt und Enteignung ungeeignete Mittel für Expansionsdrang der Völker sind unb baß berartige Imperien eine unbulbbare
gegenüber den verwerflichen Wirtschaftsmechobm des nationalfozialistischen Deutschlands herausge- J1’™01 stellt wurden, oerbüraen also den Völkern alles Un weniger als die Freiheit. Im Gegenteil, sie sind P3, a eines der Mittel, mit denen England die fleinem Völker jederzeit in Abhängigkeit zu halten weiß, pjommc Deshalb allein vertrat der Brite diese Prinzipien, pjn, bie nur ihm auf die Dauer nützlich find, während j alle kleineren Völker chre vorübergehend-en Gewinns
unb diese Abhängigkeit kann, wie der vorige Krieg gezeigt hat, so verhängnisvoll sein, daß ein solches MlUp Land auch gegen seinen Willen in einen Krieg . hineingetneben werden kann. Der sogenannte freie !:Onö° Welthandel und die freie Weltwirtschaft, bie von “
In allen neutralen isanoern Europas i|i uie v«. »»p unruhigung über die Auswirkungen der englischen IVLn Blockade groß. Die nordischen Länder sehen mit wL Besorgnis auf ihre mit jedem Tag stärker dahin, guM schwindenden Kohlenvorräte, Holland und Belgien f'm ' ~ ............
legi, iji uie tfruge, wuiuui h y i « n v uug . überhaupt kann. Eine solche Ueberlegung p würde und müßte in den neutralen Staaten zu M der Erkenntnis führen, baß es bie Schwächen ] *
aus eigener Kraft zu sichern unb sie unab- hängig zu machen von ber Willkür anderer Mächte- ' e
Wie notwendig das ist unb wie gefährlich die Illusionen vom freien Welthandel unb der freiem Weltwirtschaft liberalistischer Prägung sich ausroir- Dsijsi ken können, das erfahren die Neutralen heute aim
mer wieder mit schweren Opfern bezahlen müssen, 8^n- mit Opfern, die oftmals nicht nur wirtschaftliche« ™tni Natur find. I,
Arbeit unb Brot muß jedes Volk sich s e l b ft ntx! zu sichern in ber Lage sein. Erst bann ist es wirk- ™ lich frei. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe fiirr
wirtschaftlicher Weisheit hingestellt mürbe. Eng. lEL^j land hatte auch allen Grund dazu, denn diese libe» 1 fflur^


