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Pans und London schwer enttäuscht.

Ein amerikanisches Urteil zur polnischen Niederlage.

See in die Tat umgesetzt wird." Das Blatt teilt die deutsche Ansicht, daß die alleinige Verantwortung für diese Kriegführung England zuzuschreiben ist und kommt zu der Schlußfolgerung:Die neutra­len Länder müssen sich schnell darüber klar werden, ob nicht für sie Anlaß vorliegt, in London vorstellig zu werden, um eine Revidierung der Konter- bandeliste und der englischen Kontröllmaßnahmen gegenüber den neutralen Handelsschiffen zu er­wirken."

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Helft dem Bauern!

Landarbeit ist Dienst am Vaterland.

Berlin, 13. Sept (DRV.) Der Reichsernäh- rungsminisler und Beichsbauernführer Darre er­läßt folgenden Aufruf:

Ungezählte Männer des deutschen Landvolks find zu den Fahnen geeilt. Die Frauen mit den Alten und den Kindern tragen nun die La ft und Sorge um Haus und Hof. um Feldwirtschaft und Viehwirtschaft fast ganz allein. Ueberall ist die h e r b st b e st e l l u n g s a r - b e U im Gange. Ls muffen aber auch Kartoffeln und Rüben geerntet werden. Es ergeht an alle Volksgenossen die Aufforderung, soweit sie hierzu in der Lage sind, dem deutschen Landvolk in den Tagen der hacksruchternte. der Herbstbestellung und des Getreidedrufches beizuspringen, um damit eine entscheidende Tat im Dienste der Landes­verteidigung zu leisten. Wir wollen die Hoffnung der englischen Kriegspartei und ihres Blockademini­steriums, uns wie 1914 bis 1918 auszuhungern, zunichte machen.

Besonders aber bitte ich, dem deutschen Landvolk Hilfe zu leisten bei der Pflege und Erhal­tung der wertvollen Milchviehbe­stände. Es gibt auch in den Städten noch genug hilfreiche Hände, die dem deutschen Landvolk bei der so dringend notwendigen War­tung des Viehes beispringen können. Das ist zwar eine harte körperliche Arbeit, aber daran mit­zuhelfen, ist heute um so mehr nationale Pflicht, als wir dadurch die Milchversorgung für unsere Kinder und werdenden Mütter sichern und unseren Soldaten die so dringend notwendige Butter beschaffen helfen.

Bauernarbeit ist heute mehr denn je Arbeit für Volk und Vaterland.

heil Hitler!

gez.: R. Walter DarrL

Brüssel, 13. Sept. (DNB.) Die gesamte Lon­doner Presse veröffentlicht den Bericht, den der Erste Offizier eines von einem deutschen U-Boot versenkten britischen Fracht- dampfe rs über die einzelnen Umstände der Ver­senkung erstattet hat.

In dem Bericht des Offiziers wird das außer­ordentlich ritterliche und entgegen­kommende Verhalten des deutschen U-Boot-Kommandanten geschildert. Die englischen Blätter sehen sich gezwungen, der Welt­öffentlichkeit die Tatsache bekanntgegeben, daß entgegen der maßlosen Hetzpropaganda, die jetzt überall gegen Deutschland betrieben wird, das Ver­halten des deutschen U-Boot-Kommandanten bei der Versenkung des Frachters geradezu mufter- gültig war. Im ,Zaily Expreß" wird besonders geschildert, wie der deutsche U-Boot-Kommandant sich bei den Mannschaften des versenkten Frachters erkundigte, ob ihre Kompasse in Ord­nung seien. Der U-Boot-Kommandant habe ihnen daraufhin denKursgenaueingezeich- n e t, den sie einzuschlagen hatten. Nach fünf Stun­den sei der U-Boot-Kommandant plötzlich neben den Rettungsbooten aufgetaucht und habe den Mann­schaften mitgeteilt, daß ein Rettungsschiff unterwegs sei, um sie aufzunehmen. In der Dunkelheit habe das U-Boot eine Leucht­rakete auf st eigen lassen und dem zu Hilfe eilenden Dampfer die Position der Rettungs­boote angegeben.

In einem anderen Falle wird m der englischen Presse berichtet, daß der deutsche U-Boot-Komman° dank der Mannschaft eine halbe Stunde 3 eit ließ, um die Rettungsboote zu besteigen. Das deutsche U-Boot hat, so , schildert ein Offizier des versenkten Schiffes, zunächst nur ein e n Warnungsschuß abgegeben und die Mann­schaft aufgefordert, innerhalb von zwanzig Mi­nuten die Rettungsboote zu besteigen. Alles vollzog sich mit der größten Ruhe, so, als ob das deutsche U-Boot mindestens noch eine Woche Zeit hätte. Als die Mannschaft die Rettungs­boote bestiegen hatte, näherte sich das U-Boot den Rettungsbooten. Der U-Boot-Kommandant gab in ausgezeichnetem Englisch den Mannschaften in den Booten den Kurs an, den sie jetzt zur Er­reichung der Küste einschlagen mußten Das U-Boot folgte dann drei Stunden lang den Rettungsbooten, bis ein amerika­nischer Dampfer sichtbar wurde. Durch

ukrainischen Kulturoereine aufgelöst, ebenso in der Starostei Sambor. Als Grund wurde ange­geben, daß die Mitglieder eine politische Tätigkeit entfaltet hätten und manche von ihnen an der Er­mordung von Polen beteiligt gewesen seien. Im Kreise Brezcow wurde der ukrainische Wirtschafts­verein geschlossen. Zahlreiche Mitglieder wur­den verhaftet und ein Teil von ihnen von den ört­lichen polnischen Behörden ohne gerichtliches Urteil hingerichtet.

Ordnung und Ruhe hinter der Front.

Ein schwedischer Bericht aus Polen.

Stockholm, 14. Sept. (DNB. - Funkspruch.) Ein vomSvenska Dagbladet" zur polnischen Front entsandter Mitarbeiter betont in einem Bericht, daß hinter der deutschen Front in Polen bereits völlige Ruhe eingetreten sei. Die deutsche Ar­mee habe ihren Nachschub mit größter Schnelligkeit nach den Kampfgebieten transportiert. Auf deut­schem Gebiet sähe man überhaupt keine Truppen

mchr und auch in dem besetzten Gebiet seien nur schwache Kräste notwendig, um die Ordnung auf­rechtzuerhalten. Der einfachste deutsche Soldat werde in den polnischen Städten mit einer gewissen Bewunderung betrachtet. Der deutsche Vormarsch sei mit einer Präzision vor sich gegangen, zu der ein Gegenstück fehle. Hinter der Front treffe man überall bereits den deutschen Arbeits­dienst beim Brückenbau, Ausbessern und anderen Aufgaben. Obgleich von den Polen viele Brücken gesprengt seien, käme man auf allen wichtigen We­gen so gut weiter, als wenn niemals Sprengungen vorgenommen worden wären. Der Berichterstatter unterstreicht, daß die deutsche Volksgruppe in Polen die einrückenden deutschen Truppen mit Begeiste-

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Die Neutralen kämpfen für ihre Freiheit

Kopenhagener Konferenz der nordischen Staaten.

sowie bei einem Besuch verschiedener Kommando­behörden und Fronttruppenteile Eindrücke für tue Berichterstattung an ihre G-n-ralstabe über den Gang der Operationen sowie den Geist und die Stim­mung der Truppe zu sammeln.

Die ersten Eisernen Kreuze.

Berlin 13. Sept. (DNB.) Wie bereits mitgeteilt wurde, sind von Generalfeldmarschall G ö r i n g am 13. 9.1939 gelegentlich seiner Reise an die Front die ersten Eisernen Kreuze 1939 an besonders er­folgreiche Flugzeugbesatzungen ver­liehen worden. Gleichzeitig erfolgte auch im Heer die Verleihung der ersten Eisernen Kreuze 1939 für aans besondere Leistungen, und zwar sowohl für persönliche Tapferkeit als auch für erfolgreiche Truppenführung.

Polen bedrängt die Ukrainer in Ostgalizien.

Bukarest, 13.Sept. (Europapreß.) Nach hier vorliegenden Meldungen wurden in der polni­schen Wojewodschaft Tar nopol alle

England von deutschen Seeleuten beschämt

London muß die ritterliche Haltung der deutschen U-Boot-Kommandanten anerkennen.

Oie Ostsee

unter deutschem Schutz.

Schweden setzt Versicherungsprämien herab. Deutsche Wirtschaft voll exportfähig.

Stockholm, 14. Sept. (DNB.) Die Besorgnis über die Auswirkung der rücksichtslosen Blockade- maßnahmen der Engländer ist in Schweden wesent­lich geringer geworden, nachdem Deutschland als Handelspartner immer nachhal­tiger in Erscheinung tritt und der Handelsverkehr über die Ostsee, insbesondere nach Deutschland, als absolut gesichert, ja sogar als außerordent­lich st e i g e r u n g s f ä h i g erkannt worden ist. Auch die Tatsache, daß deutscherseits, im Gegensatz zu England, die Konterbandebestimmungen loyal gehandhabt und der Schiffahrtsverkehr mit den neutralen Staaten selb st durch die Mi­nensperre geschützt wird, hat hier Befriedi­gung hervorgerufen. Im Gegensatz dazu wird das von England eingeführte Kontrollsystem als wider­rechtliches Vorgehen empfunden.

Bezeichnend für die Beurteilung der Lage hinsicht­lich des Schiffahrtsverkehrs ist die Tatsache, daß der staatliche Kriegsversicherungsausschuß eine Reihe Versicherungsprämien für nach deutschen Häfen bestimmte Lasten zum Teil e r - heblich gesenkt hat. Besonders interessant ist auch, daß gerade in den letzten Tagen große Ab­schlüsse mit einer Reihe deutscher Firmen auf den verschiedensten Marktgebieten getätigt wurden. Das Interesse für die neuen deutschen Werk­stoffe einschließlich des synthetischen Gummis ist wesentlich gestiegen. Die Nachftage nach deutschen Kohlen ist weiterhin sehr groß. Man empfindet es in Stockholmer Wirtschaftskreisen als außer­ordentlich bemerkenswert, daß die deutsche Wirt­schaft trotz der starken Anspannung infolge des der­zeitigen Konfliktes exportfähig geblieben ist.

Kopenhagen, 13. Sept. (Europapreß.) Zur UÜberprüfung der internationalen Lage werden sich die Regierungschefs und Außenminister der nordi­schen Staaten am kommenden Montag und Diens­tag in Kopenhagen einfinden. Im Gegensatz zu der am Dienstag in Brüssel abgeschlossenen Konfe­renz werden die Arbeiten der nächsten Woche rein politischer Natur fein. Die nordischen Staa­ten wollen eine gemeinsame Linie ihrer Neutralitätspolitik gegenüber den krieg­führenden Staaten festlegen. Die Konferenz ist auf dänisch-schwedische Initiative zurückzuführen, ver­anlaßt durch die Mißachtung der Neutralität durch England und durch die deutsche Politik, die Wert darauf legt, daß die neutralen Staaten ihre Selb­ständigkeit durch engen Kontakt untereinander ver­stärken. Es wird hier unumwunden zugegeben, daß die Neutralen sich zu einer aemeinfanfen Haltung aufraffen müssen, wenn sie sich nicht selbst durch die Politik gewisser Staaten den Lebensnerv ab- chneiden lassen wollen. Die englische Blockade hat z. B. nicht nur das dänische Fischereiwesen in der Nordsee lahmaelegt, sondern auch der Schiffahrt schweren Abbruch getan und sie teil­weise völlig zum Erliegen gebracht. Hinzu kommt noch, daß die vom englischen Proviantministerium ^tgelegten An lauf Häfen für ausländische Schiffe für Dänemark wegen der wachsenden Un- icherheit ungelegen sind, was erst am Dienstag die dänischen Stellen veranlaßte, in London nm eine Angabe neuer und sicherer Häfen nachzusuchen. Man weiß hier, daß ein solches Verhalten nicht mehr nötig sein dürfte, wenn es gelänge, den dä­nischen Export zu einem größeren Teil als bisher in andere ausländische Kanäle 3U lenken. Dazu wäre man durchaus bereit, denn der englische Markt hat in den letzten 14 Tagen nicht dazu beigetragen, den dänischen Außenhandel auf einer zufriedenstellenden Höhe zu halten.

Der Berliner Korrespondent derNational Ti- dende" trägt dem deutschen Standpunkt Rechnung, indem er schreibt:Deutschland ist f e st ent­schlossen, die allerkräftigste Ant­wort auf die englische Blockade zu geben. Diese Antwort wird von deutschen U-Booten überbracht werden, die nicht durch ihre Methoden, aber bestimmt durch ihren materiellen Einsatz den uneingeschränkten Krieg auf dem Meer durchführen werden. Deutschland ist sich völlig klar darüber, daß die neutralen Länder in eine verzweifelte Lage geraten können, sofern die von England angekündigte totale Kriegsführung zur

Neuyork, 13. September. (Europapreß-Funk- spruch.) Zur strategischen Lage in Polen erklärt der bekannte nordame Manische Journalist Doake Gar ter imNew Dort Daily Mirror", das er­staunlichste Merkmal des bisherigen Kriegsverlaufs sei der offensichtliche Zusammenbruch der polnischen Armee. Es sei kaum zu begreifen, daß die deutschen Truppen in derBlitzeszeit einer Woche" bereits mehr als ein Drittel Polens besetzten. Diese unbe­streitbare Tatsache müsse Paris und London schwer enttäuschen. Die Westmächte hätten von Polen erbittertsten Widerstand und die Festlegung deutscher Truppen an der Ostfront für min­destens sechs Monate erwartet. Alle Ver­suche, den polnischen Rückzug als ein strategisches Manöver zu erklären seien irrig, da man unmög­lich annehmen könne, Polen habe freiwillig auf die Weichsel und damit auf seinen wichtigsten Verkehrs­weg seewärts verzichtet. Angesichts der hoh^n Erwartungen, die die Westmächte in die Leistungsfähigkeit der polnischen Armee ge­setzt hätten, erstaune deren Zusammenbruch die NWitärsachverständtgen ebenfalls. Die Position der Westmächte erscheine unter diesen Umständen ge­fährdeter, als eine oberflächliche Bettachtung ver­muten lasse, denn Deutschland könne fetzt einen großen Teil seiner Truppen an der Ostfront nach dem Westen werfen und mit dem verblei- benden Rest die militärische Lage im Osten beherr­schen.

Stritte Neutralität Rumäniens.

Rumänischer Ministerbesuch in Berlin.

Berlin, 14. Sept. (DNB.) Der rumänische Hof­minister Gagurtu wurde in Berlin von General­feldmarschall Göring empfangen, um der Reichs­regierung folgende Neutralitätserklärung zu überreichen:

Seine Majestät der König Carol von Ru­mänien hatte die Mitglieder des König­lichen R a t s k o l l e g i u m s für den 6. Septem­ber, 16 Uhr, zu einer Sitzung zusammenberufen, welche im Königlichen Palais Citroceni ftattfanb. Nach Anhörung der Berichte des Ministerpräsidenten, welcher gleichzeitig Minister für nationale Verteidi­gung ist, und des Außenministers über die außen­politische Haltung der rumänischen Regierung an­gesichts der gegenwärtigen internationalen Ereig­nisse genehmigte der Rat einstimmig die bisher durchgeführte diplomatische Aktion sowie die zur Verteidigung der Grenzen getroffenen militärischen Maßnahmen. Der Rat hat einstimmig den Beschluß gefaßt, die Regeln der Neutralität streng st enszubeobachten, welche durch die internationalen Abkommen gegen­über den im gegenwärtigen Konflikt kriegführenden Staaten festgelegt sind."

Hamsterer in Schuhhaff genommen.

Augsburg, 13. Sept. (DNB.) Polizeiamtlich wird mitgeteilt: Der Johann Spingler aus Westen­dorf, Landkreis Wertingen, mußte in Schutzhaft ge­nommen werden, weil er in feinem Anwesen nicht weniger als 1800 Liter Benzin und 55 Liter Motorenöl, zum Teil in der Düngergrube und unter Stroh im Stadel, versteckt und gela­gert hatte. Diesen großen Benzin- und Oelvorrat hatte sich Spingler nach und nach zusammen- gehamstert und so den Staats- und Wehr- machtstsilen entzogen. Die Schutzhaft wurde als

eine Leuchttakete aab der deutsche U-Boot-Kapi- tän dem amerikanischen Dampfer die Position der Rettungsboote bekannt, verabschiedete sich von der Mannschaft und tauchte dann wieder unter.

Zwischenfall außerhalb der Hoheitsgewässer.

Holländische Flieger geben eigenes Verschulden zu.

Berlin, 14. September. (DNB.) Am 13. Sep­tember um 14.21 Uhr traf ein deutsches Flug­zeug etwa zehn Seemeilen nördlich von Ameland, also außerhalb der holländischen Hoheitsgewässer, auf ein Flugzeug, dessen Typ und Nationalität zunächst nicht auszu­machen waren. Das fremde Flugzeug drehte plötzlich aus der Sonne auf den deutschen Auf­klärer zu, der das Feüer auf den ver­meintlichen Angreifer eröffnete. Das beschossene Flugzeug landete hieraus sofort in der See und überschlug sich dabei. Erst im Niederachen erkannte die deutsche Besatzung Typ unlb Hoheits­abzeichen. Es handelte sich um ein holländi­sches Fokker-Flugzeug. Die Deutschen setz­ten in diesem Augenblick unverzüglich zur Landung an, übernahmen die Besatzung von vier Mann, von denen zwei leicht verletzt waren, starteten und lieferten die Holländer wohlbehal­ten im deutschen Heimathafen ab. Ein weiteres deutsches Flugzeug, das zur Hilfeleistung herbeigeeilt war, erlitt bei der Seelandung Bruch­schaden und mußte zur Rettung der Besatzung Zu­flucht in holländischem Hoheitsge­wässer suchen. Die holländischen Flieger geben zu, daß sie den Unfall durch ihr unvorsich­tiges Verhalten selbst verschuldet haben.

Die Niederlande sind »erständlicherwetse entschlos­sen, ihre Neuttalität gegen jeden Uebergriff zu ver­teidigen. Um so mchr ist dieser unglückliche Zufall zu bedauern, dem ein holländisches Flugzeug zum Opfer gefallen und durch den holländische Flieger ernstlich gefährdet worden find. Andererseits kann aber der Besatzung des deutschen Aufklärungsflug­zeuges kein Vorwurf gemacht werden. Es handelt sich hier um eine Verkettung von unglück­lichen Umständen, die in Kriegszeiten nicht vermeidbar sind.

vor allem angebaut. Mitte November 1914 bahnten sich die deutschen Truppen in der siegreichen Schlacht bei Kutno den Weg nach Lodz..

Sehr interessant ist auch die Entwicklung der Operationen östlich von Warschau, wo die ostpreußische Heeresgruppe, nachdem sie die be­festigte Narewlinie durchbrochen hatte, auch den unteren Bug überschritten hat und nun schon die Bahnlinien WarschauBialystok und Warschau Siedlce überqueren konnte. Bialystok, mit rund 76000 meist jüdischen Einwohnern, hat rege Textil­industrie. Südostwärts der Stadt dehnt sich der durch feine Wisente berühmte Urwald von Bialo- wieza aus. Das noch genannte Siedlce, eine Stabt von 37 000 Einwohnern, ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich bie Strecken WarschauMoskau und OstrolenkaLublin. Unsere motorisierten Vorhuten waren mit chrem äußersten östlichen Flügel gestern bereits 40 Kilometer nörd­lich Brest, also wohl zwischen dem schon erwähn­ten Urwalb von Bialowieza und der' berühmten Bug-Feste, die einst im Weltkrieg Linsingens Trup­pen ftnr L6. August 1915 eroberten. Auch Brest ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt und wichtige Handelsstadt mit 50 000 Einwohnern. Hier betreten Äe deutschen Truppen bereits die ostpolnische Woi­wodschaft Podlesien, die vorn vielgeäderten Flutz- ystem des Pripet ihren Charakter schält.

L.

Riesenbrände in Warschau.

Riga, 14. September. (DNB.-Funkspruch.) Die ettischen Mätter melden aus Warschau, daß durch den Bau von Barrikaden, die jetzt alle Straßen Warschaus sperren, die Tätigkeit der War- ichauer Feuerwehr beim Löschen von Brän­den lahmgelegt worden ist, denn die Feuer- wchrkraftwagen seien nicht in der Lage die Brand­stätten zu erreichen. Dadurch seien in einer Reihe pon Warschauer Stadtteilen Riesenbrände entstanden, die nicht gelöscht werden könnten.

Vertreter der Bevölkerung von Warschau baten um Befreiung von dem in Warschau herrschenden Terror bewaffneter 8 and en. Fünf Vertreter der Bevölkerung von Warschau, darunter zwei Frauen, meldeten sich bei einem deutschen Bataillonskomm-cmb eur und er­klärten, im Namen von Zehntaus enden von Män­nern, Frauen und Kindern der Stadt Warschau M kommen, weil die Verhältnisse in Warschau u n = ertr ä gli ch geworden sind. Die polnische Tele- grafen-Agentur und der Zivilkommandant von Warschau mit feinem Stab sind aus Warschau abgezogen. Sie haben ihr Hauptquartier in Varanowitfchi aufgeMagen. Anfangs lag die Absicht vor, die polnische Telegrafen-Agentur solle

N.

jetzt, bei ich neue undfunk« ws Aut« ie diese i eigent« uns nut lsühl, 63 ; Zunge !N. Tat« jo schwer , sich Di polnische" nen ein« seich un« stiebte cj usgespr"' j genug men niet i aufeA

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aach Lemberg gehen, doch da diese Stadt be­reits durch deutsche Truppen bedroht war, hat man davon abgesehen. Wenn auch Baranowitschi t»edroht werden sollte, werde die Pctt nach Wilna gehen, wo bereits die Vorbereitungen getroffen werden. Die Bahnlinie WilnaBaranowitschi fei im Augenblick in Polen bie einzige Eisen­bahnverbindung, die noch intakt ist.

DieLustwaffegreiflinOstpolenan

Versorgung vorgestotzener Panzertruppen durch Transportflugzeuge.

Berlin, 13. Sept. (DNB.) Der Luftwaffe fiel auch heute bei ungünstigem Wetter die Aufgabe zu, t>as rückwärtige Verkehrsnetz des Feindes zu zerschlagen und den Rückmarsch polnischer Kräfte zu verhindern. Ihre Angriffsziele wurden immer weiter nach Osten verlegt. So wurden die Eisenbahnlinien Volkowysk Cze- lemcha, Pulway Lublin Kowel unb Lublin Lemberg angegriffen, mehrfach nachhaltig unter­brochen und auf iynen Transportzüge zum Stehen gebracht. Die Bahnhöfe Kowel, Fiedlce, Lukow unb Wlodawa sind durchVolltreffer schwer ^beschädigt, die Bahnanlagen sind zerstört. Der 3ahnhof Osowiecz wurde vollkommen vernichtet. Auf einem großen Teil des rückwärtigen Eisen­bahnnetzes sind Bahntransportbewegun- gen nicht mehr durchführbar.

Wie vielseitig die Tätigkeit der Luftwaffe ist, be­weist die Tatsache, daß gestern eine Kette von Transportflugzeugen eine bis nach Kaluszyn vor- $ebrungene deutsche Panzerdivision aus be r L u f t mit Betriebs st offen und Munition r er sorgt hat. Ein Teil der Luftwaffe, von dessen tbenfo unermüdlicher wie gefahrvoller Tätigkeit man wenig hört, sind die Aufklärer, die Tag für Tag mit immer neuem Einsatz das gesamte Operationsgebiet überfliegen, die Feindbewegungen iberprüfen und durch ihre Meldungen der Führung außerordentliche und unentbehrliche Dienste leisten. Oie feindliche Fliegertätigkeit und Flakabwehr öar außerordentlich schwach. Obwohl die Angriffe ter deutschen Luftwaffe zum Teil nur in Höhe von 400 Meter durchgeführt wurden, trat starke Jagd- cvwehr nirgends zutage.

Ausländische Militärattache in das polnische Operationsgebiet eingeladen.

Berlin, 13. Sept. (DNB.) Auf Einladung des tberbefehlshabers des Heeres begeben sich in dieser Doche bie in Berlin beglaubigten Mill- tiirattachss ber neutralen Staaten in zwei Führungsgruppen für je brei Tage in bas iperationsgebiet in Polen. Den Militärattaches toirb Gelegenheit geboten, zunächst b e n Schau­platz der Kämp fe um Mlawa zu besichtigen

gestoßen und haben Rawa-Rufka, etwa 50 Kilometer, und Tomafzow, etwa 80 Kilometer ^nordwestlich von Lemberg erreicht. Rawa-Rufka, ein Stäbtchen von etwa 9000 Einwohnern, spielte im Weltkrieg in den erbitterten Kämpfen ber zwei­ten Schlacht um Lemberg, September 1914, eine Rolle, hier würbe bie österreichische Armee Auffen- berg von den Russen in die Karpathen zurückge­worfen. T o m a s z o w , ein Städtchen von 7000 zu zwei Dritteln jüdischen Einwohnern darf nicht Inrit der im Heeresbericht ebenfalls schon genannten

Stadt gleichen Namens zwischen Radom unb Lodz verwechselt werden. Durch den Vorstoß über die Linie LublinLemberg unb ben gleichzeitigen Vor­stoß nörblich Brest, von dem wir noch sprechen werden, geraten die im Raume Lublin beftnblichen polnischen Heereskörper in bie Gefahr einer Um­fassung.

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf den Kriegsschauplatz in Mittelpolen. Hier ist die tm Weichfelbogen füblich von Radom, einer ge­werbefleißigen Kreisstadt von 78 000 Einwohnern, eingeschlossene polnische Armeegruppe vernichtet worden. Ein ähnliches Schicksal droht den im Raum um Kutno umstellten fünf polnischen Divisionen. Kutno, eine Stadt von 23 000 Einwohnern, liegt halbwegs zwischen Wloclawek und Lodz in frucht­barer Gegend. Getreide unb Zuckerrüben werden